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Donnerstag, 1. Dezember 2011

E-Bike, eine gute Sache?

Frisst Strom: Kutters elegantes Modell "Dolphin".
Von der PR-Agentur Stöhlker erreicht mich eine Mail "Basler erfand vor 20 Jahren das E-Bike". Gemeint ist Michael Kutter, der die ersten serienreifen Pedelecs baute. Insbesondere entwickelte er den Trittfrequenz-Sensor, der die Motorleistung steuert. Der Pionier wird zitiert mit den Worten: "Schnelle E-Bikes leisten einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung der Umwelt"; des weitern heisst es, das E-Bike sei eine "elegante Alternative zu Personenwagen und Motorrädern geworden". Stimmt das? Vor allem sind es doch wohl Velofahrer, die aufs E-Bike umsteigen. Wenn das aber so ist, tragen E-Bikes zum steigenden Stromverbrauch bei - keine Spur von Umweltentlastung.

Kommentare:

  1. Ja, zu allen ökologischen Zweifeln kommt für mich noch etwas Wichtiges hinzu: E-Bikes tragen massiv zur Beschleunigung des Lebens bei. Durch die E-Bikes wird das Radfahren - als bislang durchaus gemütlicher Lebensbereich - rationalisiert und gestrafft; die Hektik steigt.

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  2. Dem ist so, Thomas und Peter. Und dann noch dies: Mit den E-Bikes wurde doch bloss ein neues Gadget, ein neues Statussymbol für pseudo-Ökos und sich gerne als «up to date» gebende Zeitgenossen geschaffen. Ich finde, wir haben schon lange genug solchen Plunder. Ach ja, und was mir auch nicht in den Kopf will, ist die Tatsache, dass die Dinger mit ihrem Gewicht geradezu nach einem Motörchen schreien oder anders gesagt, ein hier nicht genannt sein wollender Energieanteil wird alleine dazu verwendet, das gegenüber einem normalen Fahrrad viel zu schwere E-Bike fortzubewegen. Das Perpetuum Mobile ist mit diesen Flyers, Stromern und wie sie alle heissen in weite Ferne gerückt. Ach ja, dann wäre da noch die Geschichte mit diesen Akkus ... aber lassen wir das.

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  3. ... und wenn ich dann noch einen Teenager auf so einem Göppel sehe, lupft es mir gänzlich den Hut!

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  4. @flohnmobil: Du glaubst es nicht, seit diesem Jahr fährt bei mir jeden Sonntag ein halbes Altersheim mit diesen Dingern vorbei. Da fragte ich mich zu Beginn schon, woher diese Leute die Kraft nehmen... (740 m.ü/M!!)

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  5. Thomas hatte Recht. Die Statistik des Branchenverbands Velosuisse zeigt: Die strombetriebenen Velos verdrängen die menschangetriebenen. Im Jahre 2010 wurden in der Schweiz 15 361 E-Bikes mehr verkauft als 2009 – aber 15 070 Freizeit- und Alltagsvelos weniger (der Absatz der Sporträder hingegen blieb in etwa gleich). Mal sehen, ob die Zahlen des letzten Jahres, die vermutlich im März veröffentlich werden, die gefühlte Entwicklung bestätigen: Dass ich als automobiler Velofahrer von den hilfsmotorisierten Bikern immer mehr abgehängt werde.

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