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Freitag, 2. November 2012

Die Glarner waren immer schon nett

Linthal heute. (WikiCommons)
Gibt nichts Interessanteres als alte Bücher aus dem Antiquariat. Ich erwarb mir für zwei Franken eben das "Glarner Heimatbuch" von 1980, damals Lehrmittel in den Glarner Primarschulen. Es ist enorm kurzweilig zu lesen. Unter anderem finden sich Auszüge aus dem Wandertagebuch eines gewissen Karl von Schütz aus dem Jahre 1811. Er beschreibt seine Ankunft in Linthal nach Querung des Richetlipasses - respektive ein Hindernis, das diese Ankunft verhindert: Der Durnagel-Bach trennt ihn von der Linthbrücke nach Linthal:
"Wir sahen keine Möglichkeit, die Brücke zu erreichen und den schäumenden, mit grossen  Steinmassen kämpfenden Bach zu durchwaten. Mehrere Bewohner des nahe liegenden Dörfchens bemerkten unsere Verlegenheit; sie sammelten sich auf der Brücke, durchschritten die Wellen mit sicherem Fusse, und bald sassen wir auf ihren kräftigen Körpern."
Wenn das nicht gelebte Touristen-Freundlichkeit ist! Das müsste mir auch einmal passieren, dass man mich über den Wildbach trägt. Gleich noch ein Müsterchen:
"Die gewöhnliche Stube und die obern Zimmer des Wirtshauses zu Linththal waren bey unserer Ankunft mit Glarnern besetzt, welche hier den Abend des Sonntags in frohem Vereine zubrachten. Sie räumten sogleich nach unserem Eintritte unaufgefordert die zwey besten Zimmer des ganzen Hauses und drängten sich in der untern Stube zusammen. Dies sind zwey neue Belege der uneigennützigen Dienstfertigkeit und des gefälligen höflichen Benehmens der Glarner."
PS: Und hier noch der Link zu meiner heutigen Zeitungskolumne. Sie spielt im Emmental, und natürlich kommt Gotthelf vor.

Kommentare:

  1. annemarie saladin2. November 2012 um 09:26

    Guten Tag Thomas,

    kennst Du auch "Das Heimatbuch für junge Appenzeller"?

    Gruss Annemarie

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  2. annemarie saladin3. November 2012 um 09:46

    ...kennst Du auch "das Heimatbuch für junge Appenzeller"? Gruss Annemarie

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