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Donnerstag, 6. Juni 2013

Meine Visite in der Hirschtränke

Erhabenes Freiburgerland: auf dem Niremont.
Fondue, je t'aime, ma belle!
Gestern von Semsales auf den Niremont und wieder hinab nach Semsales - es war der perfekte Vierstünder. Erstens ging das alles völlig mühelos und komfortabel, auf breiten Pfaden und über weiche, stellenweise moorige Wiesen. Zweitens hat man zwei Wege zur Verfügung, so dass man für Aufstieg und Abstieg (je 650 Höhenmeter) variieren kann. Drittens passiert man unterwegs das stille und starke Kirchlein "Notre Dame de Niremont" und kann dort verweilen. Viertens ist die Rundsicht auf dem Berg gewaltig; direkt gegenüber hat man den Teysachaux und den Moléson, ganz weit weg sieht man einen Gipfel, der die Dimensionen zu sprengen scheint mit seiner Höhe; es ist der Mont Blanc. Und fünftens verliebte ich mich beim ersten Anblick in die rustikale Alpbeiz Goille au Cerf, was offenbar* soviel heisst wie "Hirschtränke" oder "Hirschweiher". Ich kehrte ein, Betonung auf "ein", setzte mich also nicht draussen in die Restbise, sondern betrat die geräumige Wohnküchen-Wirtsstube, die nicht Fenster hat, sondern Sehschlitze. Zwei Frauen waren am Kochen, gewaltig ihr Sortiment an Pfannen und sonstigem Gerät. Ich bestellte ein Fondue Moitié-Moitié, es war wunderbar cremig, das Weissbrot dazu am Feuer gewärmt und leicht geröstet, herrlich. Und weil sämtliche vier Herren, die da auch sassen, bereits vor 12 Uhr mittags Weisswein tranken, tat ich es ihnen gleich. Wenn du in Rom bist, benimm dich wie ein Römer; und wenn du im Kanton Freiburg bist, benimm dich wie ein Freiburger.
* Ich konsultierte eine Online-Patois-Wörterliste."Gouille" oder "Goille" bezeichnet ein wassergefülltes Loch zwischen Pfütze und Teich.

Rustikales Interieur der Goille au Cerf.

Kommentare:

  1. Tolle Rundsicht. Aber man sieht ja kaum was, lauter nichts.

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