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Montag, 21. Juli 2014

Der Citrotag

Unterwegs zum Wannentritt.
Am Samstag wanderten wir vom Stoos via Rinderchruteren und Alp Laubgarten zum Wannentritt, unserem höchsten Punkt. Dann gings abwärts: Höchi, Riemenstalden, Riedberg, Sisikon. Das dauerte fünf Stunden (410 Meter aufwärts, 1250 abwärts). Unten war ich fertig. Vermutlich wegen der Hitze, ich brauchte drei eisgekühlte Fünf-Dezi-Citro, bis ich vom Seufz- und Stöhnmodus wieder in eine normale Gesellschaftsfähigkeit mit Sprechen, Lächeln und dergleichen wechseln konnte. Ein paar Beobachtungen zu der unglaublich schönen Route:
Wilder Steig zwischen Riedberg und Sisikon.
  • Bei der Talstation der Stoosbahn bildeten sich zwei Schlangen. Unsere war viel kürzer. Wir merkten bald, wieso. Zwei junge Frauen vor uns waren weniger darauf aus, ein Billett zu lösen als vielmehr eine Freizeit- und Lebensberatung einzufordern. Sie studierten Prospekte, diskutierten fröhlich untereinander, die Frau hinter dem Schalter beriet geduldig. Zu geduldig. Als sich das Zauderduo endlich entschieden hatte, zahlte natürlich jede einzeln. Mit der Karte.
  • Auf dem Stoos suchten wir vergeblich unsere Destination "Wannentritt". Statt dessen ein Schild, das Orientierung 100 Meter weiter vorn versprach. Dort aber auch kein zentraler Wanderwegweiser. Der kam erst viel weiter oben.
  • Nach dem Wannentritt erreichten wir die Höchi mit der Alp Goldplangg. Wir kehrten ein, tranken. Das Ehepaar, das dort sommers wirkt, heisst Schelbert-Betschart. Muotataliger kann man nicht heissen. Oder doch? Föhn-Gwerder eventuell.
  • Sofort nach der Höchi riefen wir hinab nach Riemenstalden ins Restaurant Kaiserstock an, ob wir zu fünft um 13 Uhr 15 essen könnten? Eine Frau mit dünner Stimme sagte, neineinei, das gehe also gar nicht, es sei alles voll und ausgebucht, Bankett. Wir waren betrübt, wanderten weiter, kamen nach Riemenstalden, schauten ins Restaurant. Es war draussen zu drei Vierteln und drinnen halb voll. Wir setzten uns im Holzsektor, verlangten die Speisekarte, bestellten, assen; die Serviererin war freundlich, der Schnipoteller sehr, sehr fein. Vielleicht sollten die jemand anderes ans Telefon abdeputieren.
  • Ein prickelndes Vergnügen ist der steile Waldweg vom Riedberg hinab nach Sisikon, den ich schon kannte; man geht hoch über dem Tobel des Riemenstaldner Baches auf einem alten Steig. Zwei Dinge ärgerten uns: Erstens hatte ein Schafbauer einen Hag über den Wanderweg gezogen. Und ziemlich weit unten verkündete ein Schild, der Weg sei gesperrt. Wäre es nicht möglich, so etwas oben und unten anzuschreiben dort, wo man in den Weg einsteigt, liebe Wanderweg-Unterhalter? Wir gingen trotz des Schildes weiter, da war ein kleiner Hangrutsch, kein gröberes Problem. Bald darauf kam Sisikon, und ich trank Citro, Citro, Citro.
  • Auf dem Heimweg nahmen wir von Arth-Goldau nach Zürich den Cisalpino. Im Speisewagen stank es bestialisch nach WC. Eine müde Kellnerin servierte im Schneckentempo. Und natürlich kam eine Durchsage, die eine Zugtüre funktioniere nicht, es werde Verspätung geben. Irgendwie war das gut, unsere Bierzeit wurde verlängert.
    Und es war Sommer: K. am Bahnhof von Sisikon.

Kommentare:

  1. Wenn jemand an so einem abgelegenen Ort wie Riemenstalden mit 14 Gault-Millau-Punkten kocht, kann dies wahrlich nicht schlecht sein. Gruss Jürg

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  2. Toller Wanderbericht. Da möchte ich auch mal hin.

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