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Dienstag, 9. Februar 2016

Meiringen - Tunnel - Oberwald

Haben das alle gelesen? Es stand vor wenigen Tagen in den Zeitungen und liess mich staunen; doch erst jetzt finde ich die Zeit, es hier wiederzugeben. Nämlich: Wieder einmal wurde Ende letzter Woche ein Grossprojekt in den öffentlichen Raum gestellt. Die Idee einer Schmalspurbahn-Linie von Meiringen BE nach Oberwald VS mit Tunnel und neuem Trassee ab Innertkirchen. 580 Millionen Franken würde der neue Schmalspur-Tunnel von 22 Kilometern Länge kosten. Er würde, indem er die bestehenden Linien vernetzt und also Interlaken mit anderen Tourismuszentren wie Zermatt und St. Moritz verbindet, auf einen Schlag ein riesiges Schmalspur-Netz 850 Kilometer Länge) schaffen. Federführend bei dem Projekt ist die Grimselbahn, wichtige Partner sind die beteiligten zwei Kantone sowie der Stromnetzbetreiber Swissgrid. Er muss bis 2025 sein Übertragungsnetz ausbauen. Anstatt die Stromleitungen wie bisher oberirdisch über die Grimsel zu führen, erwägt er einen Kabeltunnel; in diesem würde dann auch die neue Bahn verkehren. Nun zu den gravierenden Hindernissen:
  • Im Bahninfrastrukturfonds BIF sind bis 2025 für einen Grimseltunnel keine Gelder vorhanden.
  • Die Frist für den Ausbauschritt mit BIF-Geldern bis 2030 haben die Beteiligten auch schon verpasst; sie haben immerhin eine Anfrage eingereicht, ob man nachträglich noch in die Finanzierungsrunde 2030 aufgenommen werden könnte. Die Chancen stehen eher schlecht, da diverse überlastete Verkehrsknoten Priorität haben.
  • Bern und Wallis haben zudem beim BIF bereits den Ausbau des Lötschberg-Basistunnels beantragt. Mit dem neuen Projekt konkurrenzieren sie sich selber.

Kommentare:

  1. Lieber Thomas Widmer,
    eine kleine Korrektur: Das weltweit grösste Meterspurnetz befindet sich in Spanien (FEVE bzw. EuskoTren). Dieses umfasst 1200 km. Trotz Grimseltunnel bleibt eine weiterhin eine Lücke zwischen dem Streckennetz von RhB/MGB/ZB/Jungfraubahnen einerseits und demjenigen der MOB/TPF/MVR bestehen, denn der Abschnitt Interlaken Ost - Spiez - Zweisimmen bleibt normalspurig. Direkte Züge sind aber dank des innovativen Konzepts der MOB möglich, die Drehgestelle entwickelt hat, die sowohl für Schmal- als auch für Normalspurschienen tauglich sind.

    Mit bahnsinnigen Grüssen
    Martin Stüber

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  2. Aber umsteigen muss der Bahnkunde trotz Schmalspur infolge der verschieden Bahnstromsysteme trotzdem. Das Umsteigen ist der springende Punkt und nicht ob Schmalspur oder Normalspur.

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