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Mittwoch, 5. Oktober 2016

Giftig? Na und?

Mmm, Bucheckern. (Wikic./ Rasbak)
Schöner Artikel gestern im Tagi, die Journalistin ging mit auf eine Exkursion des WWF, die Gruppe erkundete im Säuliamt, südlicher Kanton Zürich, Wildpflanzen. Die botanische Mission entschleunigte alle, nach anderthalb Stunden war man 300 Meter weit gekommen. Soviel gibt es zu entdecken, wenn man Bäume, Büsche und insbesondere den Boden genau mustert. Hier ein paar Trouvaillen - zuvor aber noch der Hinweis, dass die nächste Exkursion der WWF-Reihe "Essbare Wildpflanzen im Jahresverlauf" dem Winter gilt und am 21. Januar statttfindet.

Nun die Trouvaillen:
  • Die Eibe ist integral hochgiftig. Nun, nicht ganz. Die rote Beere ist essbar und schön süss, freilich muss man den Kern sofort ausspucken. Der kann killen.
  • Bucheckern oder auch Buchennüssli sind - leicht - toxisch. Ausser man wird die dünne Haut los. Am besten röstet man die braunen Dinger.
  • Der Kleine Wiesenknopf ist ein idealer Aufstreu für ein Butterbrot und passt auch zu Fisch und Poulet. In der Grünen Sauce, einer Frankfurter Spezialität, ist er in der Regel drin.
  • Der Schwarze Holunder ist giftig. Gleichzeitig strotzen die Beeren vor Vitamn B und C, ein gutes Grippemittel. Was tun? Vollständig reifen lassen. Staudenteile ganz los werden. Erhitzen. Das Mus kenne ich aus meiner Kindheit, man nennt es im Appenzellerland "Holderzonne".

Kommentare:

  1. annemarie saladin-waldburger5. Oktober 2016 um 21:38

    Hallo Thomas, da haben wir also wieder einmal die gleichen Kindheitserinnerungen, nämlich eben "Holderzonnä". Mochtest Du sie? Ich konnte den Geschmack des gekochten Holunders nicht ausstehen und fand sie deshalb scheusslich. Es half nichts ich musste trotzdem meine Portion hinunterwürgen, weil bei uns nämlich gegessen wurde was auf den Tisch kam. Jawoll!

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  2. Liebe Annemarie, ich hatte die Holderzonne wahnsinnig gern, vor allem, weil es dazu stets Chratzete gab. Ich nehme an, das kennst du auch?

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  3. annemarie saladin-waldburger6. Oktober 2016 um 10:18

    Hoi Thomas,was für ein Glückspilz du warst, dass Du Beides mochtest. natürlich kenne ich Chratzete und die liebte ich heiss.Aber eben die gabs auch bei mir mit"Holderzonnä". Das verdarb mir dann gleich wieder die Freude an der Chratzete.

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  4. Ich liebte, wie der blauschwarze Holder die Chratzete anfärbte.

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  5. Ich liebte, wie der blauschwarze Holder die Chratzete anfärbte.

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  6. annemarie saladin - waldburger6. Oktober 2016 um 15:43

    Und ich hasste es. Immer versuchte ich die"Zonnä" von der Chratzete fernzuhalten und sie möglichst schnell hinunter zu würgen.

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  7. Ich hatte die Zonne auch gern, weil sie so dickflüssig war und den Hals putzte, irgendwie. Und nachher hatte man ein Maul wie ein Vampir.

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    1. annemarie saladin-waldburger6. Oktober 2016 um 23:13

      Du kannst meinetwegen solange schwärmen wie Du willst. Ich jedenfalls bin froh, dass die Zeiten der Holderzonnä für mich vorbei sind. Chratzete mache ich immer noch aber dazu gibt es Apfelmus, Zwetschgen- oder Kirschenkompott.

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  8. Ich habe Hunger bekommen - aber liebe Insider - was ist Chratzete?
    Tante google sagt mehr oder weniger eine "abverheite Omälettä"! Ist dem so?
    LG von einem der die Holderen nur als Konfi geniesst :-))

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  9. Jawohl, Anonym, Chrateze ist ein Omelettenderivat. Absichtlich zum Abverheien gebracht, indem man in der Pfanne den Eiertanggel, während er fest wird, mit der Kelle durcheinanderbringt. Erinnert mich immer an Eisschollen, die sich übereinander schieben. Am Schluss Zucker oder Zimt oder beides drauf! En Guete.

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  10. annemarie saladin-waldburger9. Oktober 2016 um 08:01

    Und genauso, nämlich mit Zimtzucker schmeckt sie himmlisch aber eben ohne "Holderzonnä" womit wir dann wieder am Anfang der Diskussion wären....Übrigens dachte ich immer Chratzete wäre eine ureigene Speise von uns Appenzellern, bis ich dank Google herausfand, dass man sie auch im Schwäbischen kennt. Ob die ehemals kriegerischen Appenzeller das Rezept wohl von Ihren "Raubzügen" nach Hause brachten?

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