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Freitag, 24. März 2017

Il muro di Gudo

Ich bin enttäuscht, ich hätte gedacht, das
Gemeindewappen von Gudo würde die
eisenzeitliche Mauer zeigen. Stattdessen
Reben und irgendein barbarisches
Werkzeug. (Wikicommons)
Im 4 oder auch 3. Jahrhundert vor Christus, in der späten Eisenzeit, bauten Menschen im Tessin eine lange Mauer; 20 Meter dieser Mauer wurden vor einiger Zeit entdeckt und archäologisch dokumentiert. Die Mauer bei Gudo diente offenbar dazu, eine Siedlung zu schützen, wurde diese Woche bekannt. Und zwar nicht vor irgendwelchen andrängenden Plünderern oder Soldaten, sondern vor dem Hochwasser des Ticino samt Zuflüssen. Gudo liegt übrigens fünf Kilometer westlich von Giubiasco.

Donnerstag, 23. März 2017

Turmkrise

Vals im Jahre 1895. (Wikicommons)
Gemäss Berichten sieht es so aus, als sei Remo Stoffels umstrittenes Turmprojekt in Vals in einer Krise. Coca-Cola besitzt den Boden und will die Sondierbohrungen für eine Untersuchung des Grundes, in dem der 381-Meter-Turm verankert würde, nicht zulassen. Nun sucht die 7132 AG, die hinter dem Projekt steht, einen anderen Standort. Doch der Zonenplan gibt da nicht viel her. Auch käme der Turm in diesem Fall nicht direkt neben die Felsentherme zu stehen, und genau das ist der Clou des Vorhabens.

Mittwoch, 22. März 2017

Neues von der Schweizer Familie

Für sie wandere ich auch.
Ein Hinweis auch in eigener Sache: Die Schweizer Familie, in der meine Wanderkolumnen ebenfalls zu lesen sind, ist neuerdings mit einem starken Auftritt im Internet präsent. Dazu gehört, dass man mit einer Suchmaschine die Hefte nach erschienenen Freizeit-Tipps durchsuchen kann; eine Kategorie ist natürlich "Wandern", man kann bei der Suche einstellen, welche Jahreszeit in Frage kommt und ob das etwas für Leute mit Kindern ist. Gute Sache.

Dienstag, 21. März 2017

Das Verbrechen des Sulzjoggi

Werthenstein LU mit der kleinen Emme.
Jakob Schmidlin, geboren 1699 in Hergiswil bei Willisau in eine mausarme Familie, ums Leben gebracht 48 Jahre später in Luzern durch obrigkeitlich verfügtes Erwürgen. Von den Leuten, die sich um ihn geschart hatten, wurden an die 80 verbannt, andere eingekerkert, wieder andere in die Galeerensklaverei verkauft. Was hatte Schmidlin Schlimmes verbrochen? Den Pietismus hatte er entdeckt und gelebt, jene volkstümliche Frömmigkeit, welche ganz ohne Priester funktioniert, die einem Himmel und Hölle predigen und für die meisten ihrer Handlungen kräftig kassieren. Luzerns Obrigkeit versuchte damals mit allen Mitteln, den Katholizismus als Staatsreligion zu verteidigen, daher das brutale Vorgehen gegen Schmidlin und seine Anhängerschaft. Nicht nur der Pietist selber wurde am Ende vernichtet, sondern auch sein Heimwesen Sulzig oberhalb Werthenstein, wo er sich als Kleinbauer, Knecht, Fuhrmann durchgeschlagen hatte. Von dort hat er den Übernamen, unter dem er bis heute als ein Exempel für die traurigen Zustände im Ancien Regime herhält: Sulzjoggi oder auch Sulzigjoggi.

Montag, 20. März 2017

Kommt der Frühling, kommt das gelbe Büchlein

Man kann das Fliessen der Zeit im Jahr an allen möglichen Ereignissen festmachen: Weihnachten, Sommerzeit, Zibelemärit, Dreikönigskuchen usw. Auch das Büchlein der Zürcher Wanderwege ist eine solche Markierung - eben ist es eingetroffen gleichzeitig mit den Leberblümli im Wald und den Primeln überall in den Vorgärten. Wie immer sehr praktisch, das Ding; die Wanderungen, zu denen die Zürcher Wanderwege laden, sind in Text und Karte wiedergegeben, so dass man einen kleinen Wanderführer in Händen hält. Kommt Frühling, kommt das gelbe Büchlein. Bestellen kann man es übrigens hier.

Sonntag, 19. März 2017

Leseglück

Steffisburg (nah Thun) hat eine
Burg im Gemeindewappen.
Wo die Burg allenfalls einst
stand, weiss man nicht.
(Aliman/Wikicommons)
Am Freitag abend las ich in Steffisburg und kam dann so spät nach Hause, dass mir die Energie fehlte, am nächsten Tag wandern zu gehen. Aber schön war der Ausflug durchaus; ich geniesse es immer, die Leute zu treffen, die meine Kolumne lesen oder meine Bücher kaufen. Mir gefiel auch der Ort des Steffisburger Anlasses. Er trägt den guten Namen "Das Leseglück". Es handelt sich um einen Doppelraum, wo man gebrauchte Bücher kauft, aber auch Kaffee und Kuchen trinkt, an einem Schreibseminar teilnimmt oder eben an einer Lesung; aufgebaut hat den Betrieb die Journalistin Regula Tanner. Das stubenartig eingerichtete, enorm gemütliche Lokal mit seinen 40 Plätzen war bei meinem Auftritt voll, meine Knie stiessen fast mit denen der Leute in der vordersten Reihe zusammen, besser so als zuviel Abstand zum Publikum. Mit einigen Besucherinnen und Besuchern kam ich später ins Gespräch, so mit dem Berner Wanderautor Franz auf der Maur, dessen Bücher bei mir zuhause im Regal stehen, den ich aber bisher nicht kannte; von ihm habe ich profitiert. Und auch meine Kanti-Schulkollegin Elsbeth war gekommen, die ich seit den Achtzigerjahren nicht mehr gesehen habe; sie arbeitet in der Gegend als Lehrerin. Was für eine Überraschung!

Samstag, 18. März 2017

Von den Phrygern zu den Schlümpfen

Eine Büste aus dem alten Rom, der
Jüngling trägt die phrygische Mütze.
(Wikicommons/ Jastrow)
Heute gibt es von mir im Tagi ein Porträt des Pharaos Psammetich I. Dessen monumentale Statue wurde eben in einer Schlammgrube in Kairo entdeckt und geborgen. Psammetich ist wegen eines üblen wissenschaftlichen Experimentes bekannt, man lese dazu den Artikel (in der Zeitung, denn einen Link kann ich nicht bieten). An dieser Stelle möchte ich auf ein antikes Volk verweisen, das im selben Text erwähnt ist und in der Gegend der heutigen Türkei siedelte: die Phryger. Sie sind die Erfinder der bis heutzutage etwa bei jungen Frauen um die 16 sehr beliebten Zipfelmütze - oder sollte man doch eher die Schlümpfe und Santa Claus als moderne Nachahmer heranziehen? Jedenfalls inspirierte die phrygische Zipfelmütze schon die alten Griechen und Römer. In der Urform wurde sie im Übrigen aus einem gegerbten Stier-Hodensack gefertigt.

Freitag, 17. März 2017

Löcher und Pilze

Zwei interessante Artikel unlängst in der Zeitung möchte ich heute erwähnen. Zum einen: In Brücken und Strassen des Kantons Zürich gibt es noch gut 1000 Sprengschächte aus dem Zweiten Weltkrieg oder der Zeit danach. Sie sind in der Regel gut fünf Meter tief und mit einem Schachtdeckel gesichert. Der Sprengstoff ist schon länger nicht mehr drin; das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) hat ihn entfernt und ist seither daran, sukzessive all die Löcher aufzufüllen; der Rückbau kostet pro Schacht 20 000 Franken. Angelegt hatte man die Sprengschächte, um im Fall eines Angriffs von aussen wichtige Routen durch Sprengung lahmzulegen.

Baum mit Zitronengelber Tramete.
Zum anderen las ich kürzlich, dass im Sihlwald unweit von Zürich, der sich selber überlassen ist und also langsam wieder zum Naturwald wird, ein seltener Pilz gefunden wurde. Die Zitronengelbe Tramete oder Antrodiella citrinella ist auffällig durch ihre gelben, an Bäumen eine Art Schwamm bildenden Sporen. Gut ist die Nachricht, weil dieser Pilz nur dort wächst, wo es urwaldartig zugeht - der Sihlwald ist sozusagen auf Kurs.

Donnerstag, 16. März 2017

Die Schöne von Bibern

Altes Wappen von Bibern SH.
(Wikicommons)
Kürzlich kamen wir in Bibern durch; das Reiat-Dörfchen ist mittlerweile keine eigenständige Gemeinde mehr, sondern gehört zu Thayngen. Das alte Gemeinde-Wappen zeigt den mit dem örtlichen Fluss assoziierten Biber, es ist also ein sprechendes Wappen. Wer nun aber vermeint, die "Schöne von Bibern" sei ein Biberweibchen oder so, der täuscht sich. Um eine Zwetschgensorte handelt es sich, die auch diesen Herbst wieder mit einem Fest gefeiert wird; auch eine Skulptur mit ihren Namen steht im Dorf. Ich mag das: Kleine Orte, die auf etwas Bestimmtes stolz sind.

Mittwoch, 15. März 2017

Assen die Zürcher Zürcher?

Was wohl das Kind denkt?
Menschenfresserin
von Leonhard Kern, 1650,
Skulptur aus Elfenbein.
(M. Schönherr/ Wikicommons)
Wo der Zürichsee endet und die Limmat entsteht, beim heutigen Bellevue, gab es vor 5000 Jahren Pfahlbauten. Niemand schreibt über historische Dinge so gut, also anschaulich, klug und witzig, wie meine Redaktionskollegin Helene Arnet. Ihrem unlängst erschienenen Bericht über den Abschluss der archäologischen Grabung entnehme ich zum Beispiel, dass es...
  • ... Reihenhäuschen schon damals ebenso gab wie Nachbarschafts-Streitigkeiten;
  • ... zum prähistorischen Zentrum auch schon eine Agglo gab, eine Vorstadt weiter hinten im Seefeld;
  • ... zu schweren Umweltsünden kam mit folgender Stadtflucht in den Raum Meilen;
  • ... schwer ist, nicht zu vermuten, die damaligen Zürcher hätten andere Zürcher gegessen; jedenfalls liegt das Szenario in der Luft, da Menschenknochen mit Schnitt- und Schlagspuren gefunden wurden; die Knochen wurden systematisch zerlegt.

Dienstag, 14. März 2017

Ein Haus, eine Depression


Mit Sicherheit ist Biberist-Ost im Solothurnischen der tristeste und verkommenste Bahnhof, den ich in der letzten Zeit gesehen habe - ich meine damit nicht die Räume im Erdgeschoss, sondern den Block an sich. Die unfassliche Fassade bzw. Unfassade. - Ein Haus, eine Depression.

Montag, 13. März 2017

Geht ins Altersheim!

Opfertshofen zu unseren Füssen. Hinten der Hegau.
Ein Grenzstein an der Biber. Die
Rinne auf dem Stein zeigt den
exakten Grenzverlauf an.
Schön war der Samstag, überaus frühlingshaft mit Vogelgezwitscher und Leberblüemli. 4 1/4 Stunden Gehzeit brauchte unsere Unternehmung im Reiat im Schaffhausischen, andere Wanderer trafen wir nicht an in der abgelegenen Prachtgegend. Hier die Route in vier Abschnitten:
  • Der erste Abschnitt nach dem Start bei der Bushaltestelle Schaffhausen-Dachsenbüel führte uns durch lichten Buchenwald aufwärts. Ab und zu passierten wir Tafeln mit Gedichten. Auch war da eine Aussichtsplattform mit Tiefblick ins Tälchen von Merishausen.
  • Danach der Emmerberg und das Gmaafeld, eine Hochebene. Via ein Ferienheim mit Besenbeiz kamen wir zum Reiathof; immer noch Hochebene.
  • Ein Schlüsselmoment im Abstieg nach Opfertshofen, wo wir in der Reiatstube assen: vor uns zeigte sich weites Land. Die Dörfer des Reiat, ob schweizerisch oder deutsch, ducken sich in die Senken; oben auf der Hochebene ist es zu rau für grössere Siedlungen. Am Horizont hatten wir drei der erloschenen Vulkankegel des Hegau: Hohenhewen, Hohenstoffeln, Hohentwiel. Das ganze Ensemble ist bekannt als "Des Herrgotts Kegelspiel".
  • Nach dem Zmittag Abschnitt vier: ein kurzes Stück geradeaus, dann stiegen wir ab ins Dorf Bibern und folgten der Biber bis Thayngen. Wir gingen dabei auf der deutschen Seite des Flüsschens ufernah im Gras. 
Doch, das war gut. In Thayngen erkundigten wir uns bahnhofsnah bei zwei alten Frauen, wo es eine Beiz gebe. Sie sagten, jetzt sei grad alles zu. Und: "Geht ins Altersheim." Wir bedankten uns für den Tipp und nahmen das Schlussbier dann im Bahnhof Schaffhausen in der Brasserie.
Wir gingen links der Biber, auf weichem deutschen Boden.

Sonntag, 12. März 2017

Oh wäre ich doch auch abgebogen!

"Oh wäre ich doch..." Man sagt das ab und zu beim Wandern - im Nachhinein, wenn man realisiert, dass man etwas Schönes verpasst hat. Gestern zum Beispiel. Im Schaffhausischen, östlich von Merishausen auf dem Emmerberg beim Gmaafeld. Auf dem Wegweiser war als Abstecher ein Jakobsfelsen vermerkt, wir hätten, ihn zu besuchen, je 15 Minuten hin und zurück investieren müssen. Wir waren dazu alle zu faul und wussten ja auch nicht, was der Jakobsfelsen ist. Einzig Ronja, die ging hin. Und sie zeigte, nachdem sie uns wieder eingeholt hatte, ein Foto vor. Reizend, das Felszähnchen mit der Leiter. Oh wäre ich doch auch abgebogen! Mehr von der wunderbaren Route durch den Reiat gibt es morgen zu lesen.

Samstag, 11. März 2017

Reiat, hä?

Hemmental zählt zum Reiat.
Bei Büttenhardt SH gibt es ein Gebiet namens Reiathöfe. Von dort kommt der Name "Reiat", der sich im Laufe der Zeit immer mehr ausweitete. Heute zählen zum Reiat, der an den Randen angrenzt, die Dörfer Altdorf, Bargen, Barzheim, Bibern, Büttenhardt, Dörflingen, Hemmental, Herblingen, Hofen, Lohn, Merishausen, Opfertshofen, Stetten, Thayingen. Sowie die deutsche Exklave Büsingen. Ziemlich unübersichtlich. Ohnehin stelle ich fest, dass ausser Schaffhausern und Vielwanderern kaum jemand je vom Reiat gehört hat. Heute reisen wir hin und wandern dort, ich freue mich umso mehr, als nach garstigen Tagen der Frühling wieder übernimmt.

P.S. Es gibt sogar einen Reiat-Weg, hier der Link.

Freitag, 10. März 2017

Schaffhauser, die in Höhlen lebten

Im Kanton Bern, bei Krauchthal, gibt es nach wie vor
Höhlenbewohner. Sie haben es sich im Sandstein bequem gemacht,
die Wohnungen sind in eine senkrechte Fluh gebaut.
Der rutschige Pfad ist kaum noch auszumachen, von der menschlichen Nutzung ist den Höhlen nichts anzusehen, zudem führt besagter Pfad über privaten Boden, was den Zugang problematisch macht: Nein, die Höhlen im Steilhang des Rheins bei Rüdlingen SH taugen nicht zur Besichtigung und werden wohl nie zur Publikumsattraktion. Aber interessant ist das schon zu wissen, was der Tagi gestern berichtete: Einst, bis ans Ende des Ersten Weltkriegs, hatten sich im weichen Sandstein arme Leute ihre Wohnungen eingerichtet. Sie waren demnach Höhlenbewohner.

Donnerstag, 9. März 2017

Saurer Mocken im Hirsernbad

Anhalten! Einkehren! Das Hirsernbad bei Ursenbach.

Das Hirsernbad ein bisschen ausser- und oberhalb von Ursenbach BE begeisterte uns am Samstag: hervorragende Küche, aber kein snobistisches Ambiente. Und moderate Preise bei den Tagesgerichten (à la carte zahlt man deutlich mehr). Draussen vor dem Lokal lasen wir auf einer Tafel, dass Steven Duss, der Sohn des Wirtepaares, 2015 in Sao Paolo an der Koch-WM Silber gewonnen habe; doch, eine gute Einstimmung. Ich hatte dann den Sauren Mocken mit Kartoffelstock, wunderbar. Das gastliche Haus geht auf die 1840-Jahre zurück, damals wurde in einem Badebau tatsächlich heiss gebadet, Wellness nach Art des 19. Jahrhunderts. Die Zeit ist vorbei, dafür lockt heute die Küche. Wer hier essen will, reserviert mit Vorteil, das Lokal ist beliebt. Ich empfehle den Besuch allen.
Mmmm, Suure Mocke.

Mittwoch, 8. März 2017

Caul

Von Charles Dickens signierte Titelseite.
(Wikicommons)
Ich erwachte heute schon um vier Uhr und beschloss, die frühe Stunde mit Lesen zu verbringen. Am Vorabend hatte ich ein Buch abgeschlossen, durfte demnach ein neues beginnen: "David Copperfield" von Charles Dickens. Auf den ersten Seiten des berühmten Romans las ich Folgendes - der Satz ist so lang, dass ich nur den ersten Teil wiedergeben will:
"I was born with a caul, which was advertised for sale, in the newspapers, at the low price of fifteen guineas. Whether seagoing people were short of money about that time, or were short of faith and preferred cork jackets, I don't know; all I know is, that there was but one solitary bidding..."
Caul? Ich musste das Wort nachschlagen und kam zum deutschen Ausdruck "Glückshaube" - nie gehört. So nennt man die zähen Eihäute, wenn ein Kind mit der Fruchtblase über dem Kopf oder Gesicht zur Welt kommt. Die Eihäute schimmern, so dass man den Kopf darunter erkennt; die Membran wird von der Hebamme oder vom Arzt entfernt und der Mutter überreicht. Eine solche Glückshaube gilt als gutes Omen, wird aufbewahrt und gilt offenbar als Talisman; wer sie besitzt, soll vor Ertrinken geschützt sein und braucht also keine Rettungsweste aus Kork, wie sie Dickens ins Spiel bringt. Danke, Wikipedia, nun verstehe ich die Stelle richtig.

Dienstag, 7. März 2017

Heiteres WC-Raten

Hier gehts lang.(Wikicommons/
Sigismund von Dobschütz)
Wenn man viel unterwegs ist, sieht man viele WCs. Und viele Schildchen an den WC-Türen, die einem bedeuten: hier Mann, da Frau. Bloss sind die Schildchen machmal schwer begreifbar, so dass man steht und rätselt: Muss ich nun links rein oder rechts. Auch staunt man über die Kreativität derjenigen, die die Schildchen designt haben. Meine Tagi-Kollegin Sarah Fluck hat aus der Sache online einen sehr lustigen Rätselartikel gebastelt: Welches Piktogramm gehört zu welchem Zürcher Restaurant? Viel Spass!

Montag, 6. März 2017

Heiterer Samstag

Unser Oberaargauer Samstagshimmel.
Schöne Hüsli haben die dort.
Wieder frühlingte es an einem Wandertag mit schnell treibenden Wolken und Sonne dazwischen; das von Süden dräuende Schlechtwetter hatte keine Chance, unseren Samstag im Oberaargau zu trüben. Wir starteten in Riedtwil und hielten hinauf zur Oschwand, wo wir in der gleichnamigen Wirtschaft einkehrten und ein wenig an den Maler Cuno Amiet dachten, der gleich daneben gewohnt und in einem zweiten Haus sein Atelier unterhalten hatte. Hernach ging es via Wäckerschwend, Lünisberg, Richisberg hinab zum Weiler Hirsern; im Hirsernbad assen wir derart grandios, dass ich dies in einem eigenen Beitrag feiern will. Hernach ein wanderwegloser Aufstieg zum Wald der Tannbütze, ein Höhenweg bis Eichholz, ein netter Abstieg via Weinstegen - schon waren wir unten an der Langeten und an unserem Ziel Kleindietwil. 3 3/4 Stunden Zeit hatte die Wanderung gebraucht, es waren Stunden mühelosen und sorglosen Gehens unter einem heiteren Himmel. So soll von mir aus jeder Samstag sein.
Gleich gibt es Zmittag: Abstieg vom Richisberg zum Hirsernbad.

Sonntag, 5. März 2017

Fragwürdiger Baum


Die Wanderung gestern im Oberaargau war formidabel, mehr davon morgen. Heute nur diese Aufnahme: Der Baum mit dem blauen Fragezeichen unweit von Kleindietwil BE beschäftigte uns. Wir gingen davon aus, dass der Förster das Fragezeichen aufgemalt hatte. Aber weswegen und wozu? Konnte er den Baum artentechnisch nicht einordnen? Kaum. Warf der Baum für ihn eine andere Frage auf? Aber welche? Oder hatte der Förster Fragen ans Leben, eine Krise, keine Antworten? Und da er dies anderen Menschen mitteilen wollte, malte er das Fragezeichen auf den Baum als natürliche Kommunikationsfläche, Holz ist schliesslich die Vorform von Papier? Fragen über Fragen, was zutrifft, muss wohl offenbleiben. Und nun wünsche ich allen, die das lesen, einen schönen Sonntag.

P.S. Gestern schilderte ich im Tagi eine kleine Jugendepisode aus meiner Zeit als Hilfsbriefträger in Hundwil. In ihr spielt ein starker Wind die Hauptrolle.

Samstag, 4. März 2017

Amiet und Hesse und ihr Weg

Seit 2016 gibt es den neuen Weg.
(Screenshot Homepage)
Der Schweizer Maler Cuno Amiet, ein Expressionist, und seine Frau Anna Luder hatten keine Kinder. Im Berner Weiler Oschwand im Oberaargau, wo sie sich im Jahre 1898 ansiedelten, zogen sie aber sehr wohl Kinder auf, darunter Bruno Hesse, den Sohn des Dichters Hermann Hesse; Bruno wurde später selber Maler. Heute kommen wir auf dem Weg von Riedtwil nach Kleindietwil an der Oschwand vorbei und werden dabei auch ein Stück des Amiet-Hesse-Weges gehen, der letztes Jahr eröffnet wurde. Dies vollzieht sich eher zufällig, ich setzte zuerst die Route fest und kam erst dann auf die zwei Herren und ihren Themenweg. Sind überhaupt Routen vorstellbar, auf denen es nichts zu entdecken gibt?

Freitag, 3. März 2017

Mann, die ist vom Menn!

Typisch Menn: die Sunnibergbrücke.
(Wikicommons/ Ikiwaner)
Als wir vor einiger Zeit von Klosters nach Küblis hinab winterwanderten, kamen wir bei Serneus unter der elegant gekrümmten Sunnibergbrücke hindurch. Unterdessen habe ich den Mann besucht, der die schönste Kurve des Prättigaus ersonnen hat; den Artikel kann man heute lesen. Christian Menn wird just an diesem 3. März 90 und lebt in Chur, er arbeitete vorerst als Ingenieur mit eigenem Büro und wurde dann ETH-Professor. Und er hat in der Schweiz gut 100 grosse Strassenbrücken entworfen. Hier drei Beispiele, von ihm ist...
  • ... der Felsenau-Autobahnviadukt bei Bern.
  • ... die Rheinbrücke bei Tamins.
  • ... die Ganterbrücke der Simplonstrasse bei Ried-Brig.
Und was hat Menns Werk mit uns Wanderern zu tun, abgesehen davon, dass wir die Strassenbrücken ja auch als Fussgänger sehen? Nun, ganz zum Abschluss hat der Mann noch ein Holzbrücklein kreiert, das im Onsernonetal über den Isorno die Orte Loco und Intragna verbindet und letzten Frühling eingeweiht wurde. Menn liebt es ganz besonders, stellte ich bei meiner Visite fest.

P.S. Danke für den Tipp mit dem runden Geburtstag, lieber Bloggerkollege Beat.

Donnerstag, 2. März 2017

Ein neues Nagelfluhwunder

Das neue "Wandermagazin Schweiz" (3/2017) ist da, es widmet sich schwergewichtig hiesigen Themenwegen. Mir gefällt etwas anderes viel besser, nämlich ein Routentipp im hinteren Tösstal: von Steg zur Brandenfelshöhle und durch das Sagenraintobel hinab nach Wald. Von dieser Höhle habe ich nie gehört - immer wieder erstaunlich, was die Gegend der Töss an Nagelfluhwundern hergibt. Ich will bald hin, die Höhle steht jetzt auf meiner Wunschliste. Zuerst muss aber noch der Restschnee weg.

Mittwoch, 1. März 2017

Die Schweiz, Waschbärenland

Am Samstag kamen wir nördlich von Thalheim AG bei der Bruggmatt vorbei, einer Häusergruppe. Ronja blieb stehen, während wir weitergingen, sie hatte das Gehege mit den Waschbären gesehen und machte ein Foto. Danach redeten wir über Waschbären, und ich entdeckte später im Internet, dass es die in der Schweiz auch freilebend gibt. Vor Jahrzehnten wurden sie als Pelztiere von Amerika nach Deutschland exportiert, und offenbar hauten dort irgendwann ein paar Exemplare ab. 1976 sichtete man den ersten Waschbären, "Raccoon" auf Englisch, in der Schweiz, das war in Schaffhausen. Heute haben wir geschätzt ein paar 100 freilebende Tiere im Land. Hier der Link zum Fachartikel mit einer Verbreitungskarte.