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Freitag, 5. Oktober 2018

Todesfallen, eine Geheimloge und der nette Andi

Eine der Treppen Richtung Graitery.
War das schön gestern! Ich ging von Moutier auf die Montagne de Graitery, von dort weiter via Loge aux Boeufs auf den Oberdörferberg und hinab nach Gänsbrunnen - 4 Stunden 40 Minuten Gehzeit, 930 Meter aufwärts und 770 Meter abwärts. Ein paar Dinge:
  • Moutier lag im Nebel, als ich ankam, ich war früh dran. Weiter oben dieser grossartige Herbstmoment: Der Nebel wird heller. Und er wird blauer. Bis die Sonne ganz durchbricht. Überall im Kraut der Wiesen, in Sträuchern, Zweigen und Ästen waren Spinnennetze gespannt. Gibt es ästhetischere Todesfallen?
  • Vor Graitery absolvierte ich die Escaliers. Treppen, die schon fast Leitern sind, drei Stück kurz nacheinander, aus Metall gefertigt. Komfort in einer Fluh, die sonst ohne Kletterei nicht zu machen wäre.
  • Loge aux Boeufs? Was soll das denn? Haben Rinder eine Loge? Eine Geheimloge etwa? Die Rinder vor Ort taten harmlos und unbeteiligt. Nichts war ihnen zu entlocken. Nichts.
  • Im Restaurant Oberdörfer war Betrieb. Offenbar ist das immer so. Ich fand aber Platz. Nahm Suppe und Schweinswürstli, derweil das Gros der Gäste auf Fondue setzte. Der Wirt, Andi, war extrem nett. Und kommunikativ. Selten fühlte ich mich so willkommen wie in dieser kleinen Bauernwirtschaft.
  • Spinnenkunst.
  • Die letzte Stunde ging es steil abwärts. Mit Tritten, über schlüpfrigen Kalk und dito schlüpfrige Baumwurzeln. Dann der Geländeschlitz mit dem Bahnhof von Gänsbrunnen. Trister kann man nicht warten, es tötelet dort heftig. Klamm war es auch, die Bise haute mich fast aus dem Faserpelz. Gott sei Dank hatte mir Wirt Andi auf dem Berg gesagt, wann der Zug nach Solothurn fährt. So konnte ich meine Ankunft in Gänsbrunnen timen. Ich musste nur sechs Minuten ausharren. Das war gut; die Kombination von Stundentakt und Gänsbrunnen ist brutal.

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