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Donnerstag, 17. Januar 2019

Das Alarmhorn

1861 brannte Glarus nieder, die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner verlor die Behausung. Als man den Ort wieder aufbaute, tat man es nach amerikanischem Muster, man wählte einen rechteckigen Raster. Die Absicht dahinter war, für die Feuerwehr schwer zugängliche und kontrollierbare Häuserballungen und Engpässe zu vermeiden. Wenn man sich die Katastrophe vorstellt, muss man sich auch ihren Klang vor Augen, nein, Ohren halten. Natürlich das Prasseln des Feuers. Das Bersten von Balken. Die Schreie der Menschen. Die Rufe der verzweifelnden Löschmannschaften. Und zuvor den durchdringenden Ruf der Feuerhörner. Ein solches Alarminstrument ist im Freulerpalast in Näfels ebenso ausgestellt wie ein Gemälde des Brandes zu Glarus; ich fotografierte beides vor einiger Zeit, als ich den Palast, heute Museum des Landes Glarus, besuchte.

Mittwoch, 16. Januar 2019

Kellner

Der Kehlhof in Dübendorf.
(Foto: Roland zh/ Wikicommons)
Ossingen im Zürcher Weinland ist 1230 erstmals urkundlich erwähnt. Im Hochmittelalter gab es dort einen Kelnhof, der dem Benediktinerkloster Reichenau gehörte und dessen örtliches Verwaltungszentrum war. So las ich es in der Wikipedia und schlug gleich nach, was ein Kelnhof ist. Nämlich: ein Hofgut, das zu einem Kloster, meist einem Benediktinerkloster, gehört und diesem zinspflichtig ist. Der Begriff kommt in verschiedenen Formen vor, neben Kelnhof gibt es Kehlhof, Kellhof, Chehlhof, Kellnhof, Kölnhof. Man trifft das Wort im ganzen Gebiet der Alemannen. Und einen Verwalter eines solchen Hofes nannte man "Keller" oder "Kellner". Interessant, oder?

Die Wikipedia liefert eine Liste solcher - zum Teil als Gebäude noch vorhandener - Kelnhöfe in der Schweiz.

Dienstag, 15. Januar 2019

Bob Fraser, Pfadsucher und Pfadfinder

Gibts hier Wege? Englisches Bauernland. (gk)
Im Jahr 2000 verabschiedete die britische Regierung den "Countryside and Rights of Way Act". Das Gesetz hält fest: Es gibt ein Recht, das Land auf allen Wegen zu bewandern - auch über Privatgrund; inbesondere gemeint sind die historischen Routen. Bis Ende 2025 läuft nun die Übung, alle Fusswege durch England und Wales zu erheben. Rund 140 000 Meilen soll das Netz umfassen, bloss sind viele Pfade gar nicht passierbar oder aber praktisch verschwunden. Freiwillige sind daran, sie ausfindig zu machen und den Behörden zu melden, auf dass sie offiziell kartiert werden. Der "New Yorker" hat einen dieser freiwilligen Wegsucher, den pensionierten Strassenbauingenieur Bob Fraser, in Truro in Cornwall begleitet. Amüsant, wie sich der Mann durch die Hecken kämpft und von wütenden und fluchenden Bauern berichtet, die keine Lust haben, dass bald wieder Leute über ihr Land ziehen.

Montag, 14. Januar 2019

Polsterboden

Hoger 1: Schloss Schwandegg in Waltalingen.
Hoger 2: vor Stein am Rhein, rechts unser Grüppli.

Mein Zmittag.
War wieder mal herrlich am Samstag. In Ossingen im Zürcher Weinland, unserem Startort, stellten wir fest: optimale Verhältnisse mit nur wenig Schnee; gerade so viel, dass er die Wege gelenkschonend polsterte. So war und blieb es den ganzen Tag über, wir gingen auf einer Schaumstoffmatratze. Die Vormittagsetappe führte uns an zwei reizenden Gewässern vorbei, dem Barchetsee und dem Raffoltersee. Auch machten wir einen Abstecher nach Waltalingen, das von Schloss Schwandegg überragt wird. Und wir sahen bei Unterstammheim Hopfenfelder. Dann ein Zmittag der Sonderklasse: Im Hirschen in Oberstammheim waren grad Meerwochen, ich hatte als Hauptgericht eine vorzügliche Dorade. Am Nachmittag ging es hinauf zur nahen Galluskapelle mit ihren mittelalterlichen Fresken (Eintrag folgt) und auf nichtmarkierten Forstwegen via das Otterloch über den Stammerberg nach Stein am Rhein. Dort dunkelte es ein, wir nahmen ein Bier und stellten fest, dass wir bei 4 1/4 Stunden Gehzeit mehrmals das Kantonsgebiet gewechselt hatten: Zürich - Thurgau - wieder Zürich - wieder Thurgau - Schaffhausen. Und: Abseits der Dörfer waren wir den ganzen Tag über einem einzigen Menschen begegnet. Man hat im Winter als Flachland-Wanderer den totalen Frieden.
Tier 1: Das Ross von Oberstammheim.
Tier 2: Der Hirsch von Stein am Rhein.

Sonntag, 13. Januar 2019

Einmal Winter, einmal Sommer


Gestern kamen wir am Barchetseeli vorbei, Kanton Thurgau. In ihm wässerte man einst Hanfstängel für die Herstellung des Gewebes Barchet, daher der Name. Als ich wieder zuhause war, suchte ich ein Sommerfoto vom selben Ort hervor; ich war vor vier Jahren schon einmal vorbeigekommen. Schon enorm, der Kontrast von Winter und Sommer. Alles Weitere zu unserer Route morgen, jetzt freue ich mich auf den Zuhausetag und hoffe, dass es draussen so richtig hudelt - das steigert die Gemütlichkeit.

Samstag, 12. Januar 2019

Garantiert lawinenfrei

Ein altes Foto der Schwägalp. Von dieser Flanke kam die Lawine.
(Werner Friedli, Wikicommons/ ETH-Bibliothek)
Der Mensch ist - ach! - träg. Vor allem der Mensch, der diesen Blog schreibt. Eigentlich wollte er heute mit dem Grüppli ins sonnige und völlig schneefreie Tessin reisen und so das Glück vom letzten Samstag repetieren. Aber im entscheidenden Moment, bei der Formulierung der Einladung, fiel ihm die lange Anreise ein. Er kniff. Jetzt geht es stattdessen ins Zürcher Unterland und in den angrenzenden Thurgau. Sicher auch gut. Aber halt winterlich. A propos: 42 Tage, 46,7 Prozent, des Winters sind vorbei. Und noch einmal à propos: sehr fies, dass eine Lawine am Donnerstag ausgerechnet das Hotel Säntis auf der Schwägalp getroffen hat, einen Bau, der erst vor vier Jahren eröffnet wurde. Der Ausserrhoder Tourismus hat nun nicht gerade viele Hot spots: neben dem Reka-Dorf in Urnäsch fällt mir grad eben die Schwägalp mit besagtem Prestigebetrieb ein. Gott sei Dank gab es keine Toten. Im Übrigen denke ich, dass wir heute auf dem Stammerberg nicht in Lawinengefahr geraten werden.

Freitag, 11. Januar 2019

Poutratze und Peluches

Gerade studiere ich das Programm des Karnevals von Evolène; das Dorf liegt im Val d'Hérens im Kanton Wallis, dessen Hauptort es ist. Evolène ist berühmt für seine ganz eigene Fasnacht, hier ein Auszug aus der fasnächtlichen Agenda :
  • 2. März: Sortie des Marie. Sortie des Peluches
  • 3. März Sortie des Peluches et des Empaillés - Parade à travers le village
  • 4. März: Arrestation de la Poutratze
Ein junger Empaillé. (Quelle: Youtube)
Klingt exotisch. Man muss es übersetzen bzw. erklären. Die Maries sind Männer in Frauenkleidern, die den Leuten gute oder auch fiese Ratschläge geben. Die Peluches sind Wesen, die eine Katzen-, Fuchs-, Bären- oder Wolfsmaske tragen und ein Fellgewand, das stinkt. Die Empaillés sind in Jutekostüme gekleidet, die mit bis zu 30 Kilo Stroh gestopft sind; ein solcher Strohmann ist ein wandelndes Quadrat. Die Poutratze ihrerseits ist die Walliser Variante des Zürcher Böögg, sie verkörpert den Winter und wird vor Gericht zum Tode verurteilt. Ja, doch, man müsste die eigene Trägheit überwinden und nach Evolène reisen.

Donnerstag, 10. Januar 2019

Der Briefträger mit der Kamera

Einer aus dem "Brienzer Fototruckli": Menk Thomann, 1889 - 1979.
1961 zieht Peter Ernst nach der Lehre bei der Post in Bern zurück nach Brienz. Er wird Briefträger und wird diesem Beruf ebenso treu bleiben wie seinem Lebensort; heute ist er 78, längst pensioniert und nach wie vor in Brienz daheim. Die Leidenschaft von Ernst ist das Fotografieren, irgendwann getraut er sich, während seiner Zustelltour die eine oder andere Person zu fragen, ob er ein Foto machen dürfe, die Aufnahmen entstehen also ohne Vorbereitung. Sie zeigen genau darum viel von dem jeweiligen Menschen. Etliche der Bilder haben jetzt den Weg aus den dicken Alben zuhause bei Peter Ernst in ein Buch gefunden. Es zeigt Gesichter, wie es sie in der Schweiz immer weniger gibt: geprägt von Härten und Krisen. Unverwechselbare Gesichter, manchmal traurig, manchmal pfiffig, manchmal weise, manchmal lustig. Das "Brienzer Fototruckli", wie das Buch heisst, liefert dazu kundig Hintergründe; Herausgeber und Autor Andreas Staeger erzählt facettenreich aus dem Alltag der Gegend und von den verschiedenen Berufen, wie sie in den Fotos aufscheinen. Manche dieser Berufe sind praktisch untergegangen, richtige Schuhmacher und Schuhflicker zum Beispiel gibts ja kaum noch. Mich selber haben die Bilder fest an meine Kindheit in Stein AR erinnert. Und natürlich hat es mich berührt, dass mein Vater auch Briefträger war. Freilich einer ohne Kamera.

Mittwoch, 9. Januar 2019

Wolf rettet Baby

Der Wolf im Wappen von Curio TI.
(Wikicommons/ Delta-9)
Ich mag Wappen, die eine Geschichte erzählen. Dass im 19. Jahrhundert Wölfe das abgelegene Malcantone-Dorf Curio terrorisierten: plausibel. Einer der Wölfe tat es ganz besonders und stand darum auf der Abschussliste der Jäger ganz oben. Dann brannte eines Tages ein Haus, in dem ein Baby schlief. Was tat der böse Wolf? Er wagte sich ins Inferno und trug das Baby heraus, es blieb unversehrt. Soweit die Mär zum Wappen von Curio.

Dienstag, 8. Januar 2019

Grottoglück

Brè im Abstieg vom Monte Brè über einen schnurgeraden Treppenweg.

Käseteller-Kunstwerk im Grotto Castagneto.
Als Kind war ich mal in Brè. Erinnerungen sind keine geblieben, stellte ich fest, als wir am Samstag durchwanderten unterwegs vom Monte Brè, der das Dorf gegen Westen abschirmt, auf den Monte Boglia. Umso faszinierter war ich, alles war mir neu. Brè war einmal ein Bauerndorf, hatte bis 1950 noch keine Wasserversorgung per Leitung, die Leute bedienten sich am Dorfbrunnen. Heute gehört der Ort, 800 Meter über Meer, zur Stadt Lugano, hinauf kommt man, wenn man kein Auto hat, mit dem Bus. Oder man nimmt das Funicolare zum Monte und geht 20 Minuten zu Fuss. Wie wir am Ende der Wanderung, als wir vom Monte Boglia wieder abgestiegen waren, um fünf Uhr abends im Bus die Spitzkehren hinab nach Cassarate fuhren, derweil das letzte Tageslicht rapide schwand, das war einmalig. Nicht einmal die krasse Verbauung des Hanges konnte die umfassende Schönheit der Gegend schmälern. Zuvor waren wir Rückkehrer vom Boglia in Brè im Grotto Castagneto eingekehrt, das grad für einen letzten Tag vor den Betriebsferien noch offen hatte, wir hatten Glück. Man sitzt drinnen eng, in der einen Ecke spielten die Alten Karten, wir assen Spätzli, Käse und dergleichen, dazu gabs Barolo, das war urgemütlich. Im Grotto war das alte Brè erahnbar. Das Brè vor der Gentrifizierung.
Es wird Abend. Der Luganersee aus dem Bus. Hinten der Seedamm bei Melide.

Montag, 7. Januar 2019

Januarwunder

Gut die Hälfte des Aufstiegs zum Monte Boglia ist geschafft: Rückblick auf den
Monte Brè, wo wir starteten (Bildmitte). Dahinter der San Salvatore.
Das südliche Tessin ist dieser Tage eine Klasse für sich, die Verhältnisse sind nicht winterlich, sondern perfekt spätherbstlich. Am Samstag stiegen wir vom Monte Brè, dem mit einem Standseilbähnchen erschlossenen Hausberg Luganos, via das Dörfchen Brè auf den Monte Boglia, 1516 Meter über Meer, und hielten in einem Bogen wieder hinab nach Brè. 4 1/2 Stunden dauerte das, es ging 750 Meter hinauf und 880 hinab, Schnee war nicht zu sehen, die Sonne blitzte, die Rundsicht war so schön, dass es einem die Tränen in die Augen trieb - oder war das der Wind, der ziemlich heftig blies? Den ganzen herrlichen Tag über wussten wir, dass es zuhause im Norden schneite; der Genuss verdoppelte sich allein dadurch. Wie gesagt, das südliche Tessin ist dieser Tage eine Klasse für sich. Solange kein Schnee fällt, bleibt das so.
Gipfel voraus. Ein gutes Dutzend Wanderer ist schon da.
Vom Monte Boglia sieht man schön auf den Kamm der Denti della Vecchia.
Auf diesem Weg kamen wir, diesen Weg nehmen wir auch hinab wieder.

Sonntag, 6. Januar 2019

De Göbse

Der Gübsensee - er kam hier vor einiger Zeit am Rand vor - braucht einen eigenen Eintrag. Dies nur schon darum, weil es sich bei seiner Staumauer, gebaut von 1896 bis 1900, um die erste Gewichtsstaumauer der Schweiz handelt; dieser Typus Staumauer hält dem Wasserdruck allein durch das eigene Gewicht stand. Der See, 1100 Meter lang und 200 Meter breit, liegt auf Boden der Stadt St. Gallen in deren Westen, er hatte bis Dezember 2018 eine eigene Bahnstation (Südostbahn) und ist bei den Leuten, die im Dreieck St. Gallen, Gossau, Herisau leben, als Spazier-, Hundausführ- und Jogginggewässer beliebt; vor allem aber leitet er dem nahen Kraftwerk Kubel Wasser zu. Nennenswerte Zuflüsse hat er keine, zugeführtes Wasser aus der Sitter und der Urnäsch speist ihn. De Göbse, wie wir Appenzeller ihn zu nennen pflegen: Jetzt im Winter ist er besonders schön.

Samstag, 5. Januar 2019

Mithras in Kempraten

Der Tempelbezirk von Kempraten SG zur Zeit der Römer, visualisiert von einem
wissenschaftlichen Zeichner. (Illustration aus der Ausstellung, zvg) 
Eine internationale Sonderausstellung lockte mich am Donnerstag nach St. Gallen. "Stadt, Land, Fluss - Die Römer im Bodenseeraum" heisst sie. Die Ausstellung im Historischen und Völkerkundemuseum, an der Fachstellen aller Bodenseeländer beteiligt sind, gastierte zuvor in Frauenfeld und Vaduz; in St. Gallen ist bis Mitte März zu sehen. Besonders gross ist die Schau nicht, aber plakativ im guten Sinn - sie inszeniert geschickt, so dass einem manches Eindruck macht und hängen bleibt. Hier drei von einigen Dingen, die ich lernte.
Ein Mihras-Altar aus Kempraten. (zvg)
  1. Zentrum der Region Bodensee war das keltische Brigantium, heute Bregenz, das die Römer 15 vor Christus erobert hatten. Die Stadt blühte, lebte den Roman Way of Life. Ein schönes Fussbodenmosaik zeigt in St. Gallen, wie man mit Stil wohnte.
  2. Eine historische Seeschlacht auf dem Bodensee? Nie gehört. Belegt ist sie einzig durch eine Nebenbemerkung des auf Griechisch schreibenden Geografen Strabon. Gemäss ihm gab es auf dem See eine Insel, die der Augustus-Neffe Tiberius als Stützpunkt beim Seegefecht gegen die keltischen Vindeliker genutzt habe. Das klingt kryptisch. Für die Ausstellung heuerte man einen wissenschaftlichen Zeichner an, der mit Fantasie die Schlacht in Grossformat zeigt.
  3. Kempraten bei Rapperswil war eine wichtige Kleinstadt. Dort entdeckte man vor vier Jahren gar - Rarität! - ein kleines Mithras-Heiligtum. Es belegt das Nebeneinander der Götter und Glaubensformen im römischen Imperium. Der Kult um den Gott Mithras war aus Persien nach Rom gekommen und hatte dort als Geheimreligion nur für Eingeweihte grossen Erfolg. Mithras faszinierte unter anderem als Stiertöter, er war sozusagen der erste Matador der Geschichte. Hübsch das griechische Fremdwort für die Stiertötung: Tauroktonie.
    Ein Bodenmosaik aus Brigantium, heute Bregenz.

Freitag, 4. Januar 2019

Bitte schön kurz!


Gestern war ich beim Coiffeur. Im Historischen und Völkerkundemuseum St. Gallen. Dort hat es verschiedene Themenräume: historische Ratsherrenstuben und so. Aber der Coiffeursalon von circa 1940, der gefiel mir besonders, ich bekam grad Lust auf eine Schererei. Mehr darüber, was ich mir in besagtem Museum - unglaubliche Wundertüte! - zuführte, morgen.

Donnerstag, 3. Januar 2019

Sumpfmalve

Marshmallows.
(Dvortygirl/ Wikicommons)
Habe seit Wochen einen mühsamen Chiichhueschte. Der Gspüriapotheker verschrieb mir letzte Woche Eibischwurzeln. Die muss ich kalt ansetzen, sie sondern einen fädigen Schleim ab, den ich nach einer halben Stunde absiebe, die kleingeschnittenen Wurzeln sind auffallend klebrig. Klingt das widerlich? Der Trunk riecht und schmeckt fein und gut. Nützen tut er nichts, was bei mir für fast alle alternativmedizinischen Produkte und insbesondere für homöopathische Ware gilt - ausser Spesen nichts gewesen. Alle paar Jahre versuch ichs trotzdem wieder mal. Der Eibisch hat mir immerhin ein paar lexikalische Bildungserlebnisse beschert:
  1. Die Gattung Eibisch heisst mit dem botanischen Namen Altheae von griechisch althein gleich heilen. Von Altheae leitet sich die volkstümliche Verballhornung Alter Tee ab.
  2. Eibisch ist das gleiche Wort wie Hibiskus
  3. Die Gattung Eibisch gehört zur Familie der Malvengewäsche. Ein Exkurs ins Reich der Süsswaren: Malve heisst auf Englisch mallow. Sumpf heisst auf Englisch marsh. Die Sumpfmalve auf Englisch: marshmallow. Tatsächlich wurde die Süssigkeit Marshmallow zu Beginn mit der klebrigen Wurzelsubstanz der Malve hergestellt. Heutzutage verwendet man in der Regel Gelatine.

Mittwoch, 2. Januar 2019

Ball, Bise, Bier


Zum Start Asphaltflächen mit einer feinen Eisschicht, wir wanderten nicht, wir schlittschuhten los. - Ein gefrorener Fussball auf freiem Feld, Spontankickerei. - Eine erahnbare Sonne, die den Himmel blau anfärbte, um sich dann wieder zurückzuziehen. - Stille Waldwege ohne Menschen, einzig einer Joggerin begegneten wir. - Ein anstrengendes Auf und Ab durch die Höger; oben eine brutale Bise, die die Montage der Kapuze erzwang. - Zmittag in einer Gemütlichbeiz, Schweinssteak mit Pfeffersauce und Gemüse. - Wieder Bise, die auf den Höhen durch die Windjacke drang. - Ein Hund, der uns eine halbe Stunde lang begleitete, so dass wir uns schon Sorgen machten, er würde den Rückweg nicht finden; in Wahrheit war er mit uns auf dem Rückweg und trennte sich von uns, als er zuhause war. - Ein Bier von der Bahnhofsbuvette und das Fazit, dass das eine tolle Neujahrswanderung war. Die Wintersportmasse war anderswo unterwegs, die Landschaft gehörte uns voll und ganz.

Herisau Schachen, Station - Moos - Dietenberg - Rütiberg - Rötschwil - Steinrislen - Nidergaden - Ghör - Ghöregg - Landscheide, Restaurant Landscheide (Zmittag) - Erzenberg - Nord - Hinterer Sonder - Fuchsacker - Bruederwald - Gschwend - Degersheim Bahnhof. 767 Meter aufwärts, 753 abwärts. 4.40 h.
Hippiebüsche.

Dienstag, 1. Januar 2019

Angelaufen

Sehen wir es heute? Vielleicht. Das Untere Türmlihaus im
Weiler Furt in Brunnadern SG.
So. Das neue Jahr ist angelaufen. ANGELAUFEN. Ich und die paar Leute vom Grüppli, die weder angeknackst sind noch in den Ferien - wir begeben uns heute in die Ostschweiz und wandern in der Gegend des Appenzeller Hinterlandes und des Neckertals. Ursprünglich wollte ich höher hinaus und von Lavin nach Schuls ziehen. Aber dann törnte mich die Vorstellung von vollen Zügen, Skifahrern und Schlittlern mit ihrem unförmigen Zeugs ab. Garantiert bleiben wir davon auf unserer Route verschont. Eine schöne Wirtschaft habe ich auch schon im Auge. Was kann also schiefgehen? Nichts, hoffe ich und wünsche nun allen ein unfallfreies 2019 mit grandiosen Wanderungen!