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Dienstag, 2. Juli 2019

Dänengeld

Karl der Kahle. Das Porträt findet sich in
seinem eigenen Gebetbuch. (Wikicommons)
Im Spätmärz des Jahres 845 fahren 120 Langschiffe die Seine hinauf. Wikinger! Diese scheussliche Soldateska aus Skandinaviern ist damals schon seit Jahrzehnten gefürchtet, auch in England hat es Überfälle gegeben. Die Nordmänner gehen mit äusserster Gewalt vor. Sie töten auch Wehrlose. Oder sie verschleppen sie in die Sklaverei. Dass ihr allerliebstes Jagdgebiet das Baltikum ist und sie auch ins heutige Russland übergreifen, erklärt die Herkunft unseres Wortes "Sklave", englisch "slave"; es kommt ziemlich sicher vom ethnischen Begriff "Slawe". Zurück an die Seine. Dorf um Dorf am Fluss wird in Schutt und Asche gelegt. Paris ist bedroht. Die Armee Karls des Kahlen, wie der damalige Frankenkönig und christliche Kaiser heisst, flieht. Der verzweifelte Karl offeriert den Wikingern 7000 Pfund Silver, wenn sie abziehen. Diese akzeptieren und verziehen sich. Doch sind sie nun auf den Geschmack des Geldes gekommen. In Zukunft wird es solche Zahlungen immer wieder geben, sie sind für die Invasoren ein gutes Geschäft. Gerade lese ich eine Geschichte der Wikinger. Sie ist Seite für Seite abstossend. Und lehrreich. Zum Beispiel wusste ich nicht, dass für diese Art Tributzahlung bald ein eigener Begriff aufkam, der auf Deutsch und Englisch gleich lautet: "Danegeld". Dänengeld.

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