Sonntag, 31. Mai 2026

Ein Novellenstoff

In der Ruine Gilgenberg.
Das Gemäuer von aussen.
Gestern erwähnte ich die Ruine Gilgenberg im Solothurnischen, bei der ich am Mittwoch vorbeischaute, nachdem ich auf die Portiflue gestiegen war. Fünf Dinge möchte ich zu dieser Ruine nachschieben:

  1. Gilge ist wie Ilge ein altes Wort für Lilie.
  2. Die Lilie war das Wappenzeichen der Herren von Ramstein, denen die Burg Gilgenberg einst gehörte. Dasselbe Lilien-Motiv findet sich heute im Ortswappen von Zullwil, dem Dorf am Fuss der Burg.
  3. In Zullwil gibt es ein Restaurant, das nach der Burg benannt ist. Im "Gilgenberg" ass ich nach meiner Wanderung gut: ein pikantes Gazpacho und dann ein Schweinssteak mit Café-de-Paris-Sauce und Pommes frites.
  4. Bei meiner Burgvisite fand ich, dass die Ruine ein wenig dem Römer Kolosseum gleicht. Kann man das nachvollziehen?
  5. Eine finstere Geschichte aus dem 15. Jahrhundert: Der letzte Freiherr von Ramstein, das war Rudolf von Ramstein. Seine Frau verliess ihren chronisch untreuen Mann nach zehn Jahre Ehe. Das Paar hatte drei Töchter. Die ältere heiratete in eine andere Adelsfamilie ein. Die beiden jüngeren fanden keine geeigneten Freier und liessen sich darum von Bauernburschen entführen. Das endete schlimm: Die Burschen wurden enthauptet. Die eine Tochter wurde in ein Kloster gesteckt, wie es mit der anderen weiterging, ist nicht bekannt. Klingt das nicht wie ein Novellenstoff?
    Mein Zullwiler Zmittag.

Samstag, 30. Mai 2026

Die doppelte Fluh

Auf dem südlichen Gipfel der Portiflue. In der Tiefe das Dorf Zullwil.
Die Ruine Gilgenberg vom Südgipfel aus betrachtet.
Die Brücke auf dem Weg zum Nordgipfel der Portiflue.
Die Portiflue von der Ruine Gilgenberg betrachtet.
Aus dieser Warte sieht man den Spalt in der Flue.
Stellt man sich in Nunningen im Schwarzbubenland hin und schaut gegen Süden, hat man die Portiflue vor sich. Sie ist mit 876 Metern über Meer kein hoher Berg, aber doch ein imposanter, aus dem Grün blecken senkrechte Kalkwände. Am Mittwoch stieg ich von Nunningen via Chäppeli auf die Flue. Ich fand dabei heraus, dass sie zwei Gipfel hat, die durch einen Spalt getrennt sind; eine kurze Brücke über den Abgrund macht es möglich, beide höchsten Punkte zu besuchen. Von der Portiflue stieg ich ab zum Ibach, passierte die Ibachfälle, die leider praktisch wasserlos waren, und hielt via die Ruine Gilgenberg hinab nach Zullwil. Dort gabs einen Zmittag, womit diese Wanderung nach zweieinhalb Stunden (405 Höhenmeter aufwärts, 450 Höhenmeter abwärts) auch schon am Ende war – gut so, denn der Nachmittag wurde dann brutal heiss.

Freitag, 29. Mai 2026

Frisch und fröstelig

Am Gattikerweiher.
Der nahe Waldweiher ist grösser, aber ebenso lauschig.
Abstieg nach Horgen.
Braucht jemand Kühle? Am Pfingstmontag war ich in Horgen zum Zmittag im "Olivo" verabredet, einem italienischen Restaurant am Bahnhofplatz. Ich fuhr morgens ins Sihltal, stieg bei der Gattikerhöhe oberhalb von Gattikon aus dem Bus und lief los. Halb zehn Uhr, himmlisch kühle Luft, mich fröstelte im Schatten leicht. Im Folgenden passierte ich gleich zwei schöne Gewässer, den Gattikerweiher und den benachbarten Waldweiher. Danach lief ich mehr als eine Stunde im Wald Richtung Südosten und blieb dabei stets auf der Seite des Sihltals, bis ich schliesslich auf der Höhe von Horgen-Oberdorf doch über den Hügelkamm auf die Seite des Zürichsees wechselte. Ein kurzer, brutal steiler Abstieg, dann war ich in Horgen. Zu früh, weshalb ich mir im "L'O" direkt am See vor dem eigentlichen Zmittag einen Apero gönnte. War eine erfrischende Unternehmung.

Strandfeeling im "L'O" in Horgen.

Donnerstag, 28. Mai 2026

Entwertet

Beim Chräzerenpass. Die Passhöhe ist mehr oder 
minder bewaldet, man sieht nicht viel.
Ein Wort noch zum Chräzerenpass, bei dem wir am Pfingstsamstag vorbeikamen, kurz bevor unsere Wanderung auf der Schwägalp endete. Er ist der Prototyp eines Passes, den eine modernere Verkehrsverbindung entwertet hat. In diesem Fall ist das die Schwägalpstrasse, die 1935 gebaut wurde, um die neue Schwebebahn von der Schwägalp auf den Säntis zu erschliessen. Zuvor war der Kulminationspunkt des Überganges von Urnäsch AR nach Nesslau SG einen Kilometer westlich der heutigen Schwägalp-Passhöhe platziert; der Chräzerenpass eben, 1267 Meter über Meer. "Chräzeren" bezeichnet übrigens ein Gebiet mit Rinnen und Engstellen. 

Mittwoch, 27. Mai 2026

Ein stressfreier Tag

Eine halbe Stunde nach dem Start in Urnäsch roch es nach Heu.
Neugieriges Wesen.
Frisch geschnittenes Gras.
Unser früher Zmittag.
Am Samstag war ich mit Wanderfreund Hubert unterwegs. Von Urnäsch stiegen wir auf die Hochalp. Kamen dort kurz nach elf Uhr an, assen Wienerli mit Kartoffelsalat, freuten uns über das bombastische Bergpanorama. Wir waren uns einig: jetzt ja nicht einen vorzeitigen Abgang machen und zum Beispiel zum Rossfall an der Schwägalpstrasse absteigen. Stattdessen wählten wir eine eher lange Fortsetzung, die uns in ein Land der reizenden Hügelspitzli und schummrigen Abgründe lenkte: via Oberer Chenner und Hochfläschen zum Spicher und von dort über den Chräzerenpass zur Schwägalp-Passhöhe. Gut 5 Stunden dauerte die Wanderung insgesamt bei 1030 Höhenmetern aufwärts und 570 Höhenmetern abwärts, sie führte uns über Ausserrhoder und St. Galler Boden. Was mir, abgesehen von der Schönheit der Gegend, von dieser Unternehmung bleiben wird: wie stressfrei sie verlief. Es war ein Pfingsttag ohne Gedränge, ohne viele Leute, ohne genervte Servicekräfte. Wir hatten unsere Ruhe.
Zwischen Hochalp und Spicher.

Ankunft auf der Schwägalp-Passhöhe. Hinten der Säntis (mit Antenne).

Dienstag, 26. Mai 2026

Die Romanoff-Woche

Obere Reihe: der Romanoff im Solothurnischen.
Untere Reihe: der Romanoff im Ausserrhodischen.

An was merkt man, dass der Sommer praktisch da ist? Daran, dass der Widmer wieder Coupe Romanoff bestellt. Letzte Woche passierte das grad zwei Mal in drei Tagen. Den ersten Romanoff nahm ich am Ende eines sehr feinen Essens im "Kreuz" in Metzerlen SO – wie zuvor die Spargeln mit Pouletbrust liess er nichts zu wünschen übrig. Den zweiten Romanoff gabs dann am Pfingstsamstag im Restaurant bei der Schwägalp-Passhöhe, Kanton Appenzell Ausserrhoden. Er schmeckte noch besser. Nicht, weil er objektiv betrachtet exquisiter komponiert gewesen wäre – nein, der Hochgenuss ergab sich in diesem Fall daraus, dass wir zuvor fünf Stunden anstrengend gewandert waren bei sehr warmem Wetter. Und jetzt … freue ich mich auf Romanoff Nr. 3, wo auch immer er auf mich wartet.

Montag, 25. Mai 2026

Die Dolmen von Laufen

Viel ist nicht übriggeblieben von den zwei Dolmen in Laufen bei der heutigen Katharinenkirche.
Ein Dolmen ist eine Grabanlage aus der Jungsteinzeit. Eine Kammer, gefügt aus behauenen Steinplatten. Im Kanton Basel-Landschaft gibt es diese Bauwerke an zwei Standorten: im Wald bei Aesch sowie am Rand der Altstadt von Laufen vor dem nördlichen Stadttor. Als wir kürzlich in Laufen loswanderten Richtung Blauen, hielten wir inne und linsten durch die Glassscheiben, die die Tausende Jahre alten Hinterbleibsel aus Kalkstein schützen. Gleich zwei Dolmen wurden an diesem Ort entdeckt, 1946 der eine, 2000 der andere. Froh waren wir um die Infotafel, die Anschaulichkeit schafft. Die Illustration zeigt jungsteinzeitliche Menschen. Nun, vor allem Männer. Im Hintergrund steht ein Dolmen, das Loch in der Fassadenplatte ist ein sogenanntes Seelenloch. Glaubten die Menschen der Steinzeit, dass die Seelen der Toten ausfliegen wollen? Das ist Spekulation. Das Loch könnte auch eine Art Durchreiche gewesen sein, durch das man Reste der Verstorbenen, eventuell skelettiert, im Grabinnern deponierte.

Dolmen-Szene auf einer Infotafel in Laufen.

Sonntag, 24. Mai 2026

Eine Maienwanderung

Kleine Wildnis: das Tälchen Schachlete bei Laufen.

Kurz nach dem Zmittag in Metzerlen.

Beim Mätzerlechrüz auf dem Blauen.
Das Monsterli von Metzerlen.
Was für eine schöne Gegend. Wobei derzeit eigentlich alle Gegenden schöner sind als im Rest des Jahres, vielleicht abgesehen vom Spätherbst. Wir stiegen am Mittwoch von Laufen BL via Bergmattenhof auf zum Mätzerlechrüz auf dem Höhenzug Blauen. Stiegen ab nach Metzerlen SO, assen dort gut zu Mittag. Und zogen hernach hinüber nach Leymen, das zu Frankreich gehört, dank der Tramlinie Nr. 10 aber direkt mit der Stadt Basel und deren Bahnhof SBB verbunden ist. Am Ende der Unternehmung waren wir uns einig: War eine tolle Maienwanderung. Der Bluescht machte es aus, das allgemeine Blühen, das die Landschaft in einen Garten verwandelt.
Leymen (F). Das Tram im Bild fährt noch eine Haltestelle
weiter nach Rodersdorf SO, wendet dort und fährt dann nach Basel.

Samstag, 23. Mai 2026

Sprengfreude

2013 wurde in Aarau das Rockwell-Hochhaus gesprengt, ich schrieb damals im "Tagi" eine Hommage ans Sprengen und rief deswegen auch den Innerrhoder Künstler Roman Signer an, der für seine Lust an der Detonation bekannt ist. Nein, er werde nicht nach Aarau fahren, um sich die Sprengung anzusehen, sagte Signer, er ziehe kleine Explosionen vor: "Wenn es zum Beispiel einen Hut lupft."

Vorgestern gabs in unserem Land wieder eine hübsche Sprengung eines industriellen Gebäudes. Im Wallis, in Collombey-Muraz. Dort tilgt man die Überleibsel der ehemaligen "Tamoil"-Raffinerie. Wie die zwei fast 100 Meter hohen Schornsteine, kumuliertes Gewicht 4000 Tonnen, binnen weniger Sekunden einstürzten: Das war grandios. 50 Kilo Sprengstoff haben es möglich gemacht.

Hier das knapp zweiminütige Filmli, gefunden auf der Plattform Youtube bei "vidsfromsam". Falls es unten mit dem Klicken nicht klappt, hier auch noch der Link.

Freitag, 22. Mai 2026

Zolliker Markenparade

Historisches Haus: Zollikons Ortsmuseum. Unten in
diesem Eintrag Plakate aus der laufenden Ausstelllung.
Ein schönes Wiedersehen mit Schweizer Marken – das gabs für mich im Ortsmuseum Zollikon, das ich am Sonntag zum ersten Mal besuchte. Dort läuft eine Ausstellung über die "Graphische Kunstanstalt Paul Bender", die die meiste Zeit ihres Bestehens von 1907 bis 1970 in Zollikon geschäftete. Die Firma genoss einen ausgezeichneten Ruf, wurde für ihre Plakate auch im Ausland prämiert. Genau diesen Plakaten gilt die Ausstellung, ich freute mich über Motive wie Swissair-Flugzeug, Riri-Reissverschluss, Pelikan-Fülli. Eine Markenparade war das. So richtig berührt war ich dann über ein Video – es zeigt ein halbstündiges Gespräch mit dem betagten Peter Friedli, der vor Jahrzehnten im Bender'schen Betrieb sein Handwerk lehrte und dieses mit Liebe und Akribie erläutert und auch erklärt, warum in seinem Beruf immer wieder mal Leute schwer erkrankten. Man gehe hin, die Ausstellung ist wirklich informativ.


Donnerstag, 21. Mai 2026

Aller guten Dinge sind drei, oder?

Die neue Passerelle im Bahnhof SBB in Basel.
Noch einmal die neue Passerelle, fotografiert, während wir auf sie zugingen.
Wusste ich gar nicht, hörte ich kürzlich zum ersten Mal: Der Bahnhof SBB in Basel hat seit wenigen Monaten eine dritte Passerelle über die Geleise – eine westliche, die zum Beispiel den französischen Bahnhof direkt erschliesst. Gestern, als wir auf den Zug ins Laufental auf Perron 20 umstiegen, nahmen wir einen etwas längeren Weg in Kauf, um die neue Passerelle  zu erkunden. Doch, eine gute Sache, fanden wir. Wobei ich später las, dass das 60 Millionen Franken teure Bauwerk wenig genutzt wird, was damit zu tun haben mag, dass in ihm keine Läden eingerichtet wurden. Mal schauen, wies weitergeht, vielleicht braucht es bloss mehr Zeit, bis die Bahnhofsbenutzer und -benutzerinnen sich umgewöhnen.

Mittwoch, 20. Mai 2026

Ein Schauspielerinnenleben

Dreimal Marilyn Monroe in Zürich.
Hatte Marilyn Monroe, 1926–1962, die Kontrolle über ihre Karriere? Oder wurde sie gesteuert und manipuliert? Gerade eben besuchten wir zu fünft die Immersivshow "Becoming Marilyn Monroe" in der Maag-Lichthalle in Zürich; digitale Projektionen stehen im Zentrum und lassen das kurze Leben der Schauspielerin aufflackern – mit klarer Tendenz zur Lesart, dass die Monroe immer wieder verkannt wurde und durchaus fähig war durchzusetzen, was sie wollte. Jedenfalls gegen das Ende ihres Lebens. Obs stimmt? Ich habe beschlossen, mir eine Biografie zu beschaffen.

Dienstag, 19. Mai 2026

Widmer kocht

Ich weiss, ich bin kein Foodfotograf. Aber jedenfalls war das einfache Gericht, das ich mir am Samstagmittag kochte, so fein, dass ich es hier gern teile samt meiner Aufnahme, die darunter litt, dass ich subito essen wollte, nicht fotografieren. Auf dem Markt in Zollikon hatte ich eingekauft, Spargeln unter anderem. Zuhause legte ich die Spargeln in eine Gratinform mit etwas Olivenöl, träuftelte Ahornsirup darüber. Fügte Peperoni bei. Gab das Ganze in den Ofen und legte nach einer halben Stunde noch Halloumi obendrauf, den ich zuvor mit Piri-Piri-Sauce und Zitronen mariniert hatte. Das Ganze schmeckte göttlich, ein Glas Weissen gönnte ich mir natürlich auch. Gut, ist die Spargelsaison noch nicht zu Ende, ich will das oder etwas Ähnliches noch einmal machen.

Montag, 18. Mai 2026

Einwandern

Die ersten Meter.
Am Samstag ging ich meine neuen Bergschuhe einwandern. Anderthalb Stunden brauchte ich für die Strecke von mir zuhause im Zollikerberg durch den Wald hinab nach Zollikon. Dort fand ich, dass die Schuhe – Lowa – schon weniger steif waren als beim ersten Anziehen. Eine gute Sache. Ich belohnte mich mit einem Kafi und zwei Gipfeli und fuhr dann wieder heim. Ah ja, dies noch: Am Märit auf dem Zolliker Dorfplatz kaufte ich auch ein und kochte dann zuhause. Was, erzähle ich morgen.
Im Waldstück "Im chüelen Grund" entdeckte ich 
am Düggelbach diese schöne Grillstelle

Sonntag, 17. Mai 2026

Das Stanserhorn rüstet auf

So sieht das Stanserhorn derzeit noch aus. 
(Foto: Stanserhorn-Bahn, Mediendienst)
Es läuft so einiges in den hiesigen Bergen. Das Schilthorn hat eben eine effizientere Seilbahn-Linienführung plus neue Stationsgebäude verpasst bekommen. Auf dem Säntis wird die Seilbahn völlig neu gebaut, derzeit ist der Betrieb deshalb unterbrochen. Auf dem Titlis arbeitet man an einem spektakulären Gipfelgebäude. Kürzlich wurde bekannt, dass auch auf dem Stanserhorn ein neues, dreistöckiges Gipfelgebäude entstehen soll mit Restaurants, einem Shop, Seminarräumen und grosszügigen Terrassen. 2030 soll das 34-Millionen-Projekt "Stanserhorn++" umgesetzt sein.

Samstag, 16. Mai 2026

Bin ich ein Kunstwerk?

Ist es nicht schön? Das Aargauer Kunsthaus.
Ich, gespiegelt in Kunst. Bin ich somit
selber ein Kunstwerk?
Dass ich den "Schweizer Museumspass" besitze, eine Art GA für die hiesigen Museen, motiviert mich immer wieder zu Ausflügen. Ins Aargauer Kunsthaus in Aarau gehe ich gern zwei, drei Mal im Jahr. Am Auffahrtstag war mir wieder mal nach einer Visite. Und wie immer machte ich mir keinen Stress daraus, die Langsamkeit des Schauens zu zelebrieren; ich bin eher der Typ, der – in welchem Museum auch immer – speditiv durch die Säle zieht, seiner Neugierde folgt und im Zweifelsfall nicht verharrt. Diesmal lernte ich zwei neue Namen kennen, Barbara Müller und Mario Sala, und ... ich merke grad, dass ich nicht wirklich erklären kann, was mich an ihren Werken faszinierte. Aber jedenfalls blieb ich stehen. Und reiste später zufrieden heim.

Freitag, 15. Mai 2026

Der See trug türkis

Zwischen Gäsi und Mühlehorn, gut, gibts ein Geländer.
Währschafte Ware in Mühlehorn. (Foto:Ronja)
Am Mittwoch wanderten wir am Südufer des Walensees: Start in Weesen, über den Linthkanal, zum Campingplatz Gäsi, nach Mühlehorn. Bloss eine knapp zweieinhalbstündige Unternehmung wars – aber was für eine schöne und interessante. Der See trug türkis, am Himmel trieben schmucke Wölklein, die Felswände unter dem Kerenzerberg bildeten die dramatische Kulisse. Beim Campingplatz Gäsi tranken wir einen Kafi, passierten im Folgenden das See-Wasserstandsdenkmal von 1863, wurden bald darauf durch einen rekonstruierten Steg an den historischen Heerenweg erinnert, so benannt nach dem Glarner Ratsherr Fridolin Heer, der 1603 eine Strasse durch die unwegsame Steilflanke bauen liess – heute ist sie nur noch erahnbar. Am Ende, in Mühlehorn, wartete ein kulinarisches Freudeli. Wir fanden die Dorfbeiz Mühle offen vor und kamen zu feinen Hacktätschli mit Kartoffelstock. Doch, das war eine gute Ersatzwanderung; zuvor hatten wir, siehe Eintrag von gestern, am gegenüberliegenden Ufer umkehren müssen wegen der Sperrung des Weges von Weesen nach Quinten.
Das Denkmal mit den Pegelständen des Walensees aus dem 19. Jahrhundert.

 
Schutznetze gegen Steinschlag. Und ein rekonstruiertes Stück Holzsteg des Heerenwegs.

Weite: Bei Gäsi ist das Ufer des Walensees herrlich unverbaut.