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Sonntag, 6. April 2025

Das Schicksal der Kabinen

Ich las gestern noch nach, was mit den zwei soeben ausgemusterten Grosskabinen der Seilbahn Weglosen–Seebli im Hoch-Ybrig passiert (Blogeintrag vom Freitag). Voilà: Eine Kabine bleibt in der Region, sie geht an die Gemeinde Unteriberg, die sie auf dem Schulhausareal aufstellen und später in den Neubau der Gemeindeverwaltung integrieren will. Die andere Kabine reist nach Malters im Kanton Luzern. Die Ski- und Sportartikelfirma Stöckli hat sie gekauft und will mit ihr den Eingang zum geplanten Firmenmuseum verschönern. Keine Chance hatte die Bewerbung aus Deutschland. Dort hatte sich offenbar ein Bordell für eine der blauweissen Kabinen interessiert. Hm.

PS: Heute habe ich einen Auftritt in der Kirche Meilen. Ich erzählte dort vom Wandern und wie es so manche Sinnkrise im Leben, nun, vielleicht nicht grad beseitigt, aber doch stark mildert.

Die Kirche von Meilen mit der Autofähre.
(Foto: Adrian Michael / Wikicommons)

Samstag, 5. April 2025

Über diese sieben musst du gehn

Mein Liebling in meinem Artikel über Holzbrücken im ganzen Land ist die Passerelle Expo.02 in der Areuse-Schlucht im Kanton Neuenburg. Sie heisst so, weil sie 2002 im Hinblick auf die Schweizer Landesausstellung in der Trois-Lacs-Region installiert wurde, damals erneuerte man den ganzen Schluchtpfad. Die Passerelle wurde in einem Stück angeliefert und deponiert von einem russischen Spezialhelikopter, dessen Pilot aufpassen musste, weil ganz nah eine Starkstromleitung in geringer Höhe die Areuse überquert. Wer die starken Fotos dieser und weiterer sechs Holzbrücken anschauen will samt meinen Textli, die sie erklären: Die neue "Schweizer Familie" kann man an jedem Kiosk kaufen.

Freitag, 4. April 2025

Eine Seilbahn erfindet sich neu

Diese Grosskabine der Hoch-Ybrig-Seilbahn
verschwindet, bald startet die neue Gondelbahn.
(Foto: Roland Zumbühl / Picswiss / Wikicommons)

Im August 2022 fuhr ich von Seebli hinab nach Weglosen, der Operateur der Kabine war total vertieft in sein Smartphone – Schwingen, in diesen Minuten war am "Eidgenössischen" in Pratteln ein Schwyzer dran, der Reichmuth Pirmin. Dies eine von vielen Erinnerungen an die zentrale Seilbahn im Hoch-Ybrig, die mir schon etliche Wanderungen ermöglicht hat. Diesen Sommer gibts keinen Bahnbetrieb, es wird gebaut, moderne Gondeln ersetzen die beiden Grosskabinen, rechtzeitig auf die Wintersaison will man wieder starten. Bereits erstellt sind neue Stationsgebäude unten bei Weglosen, wo der Bus ankommt und die Autos parkieren, und oben bei Seebli. Sie stehen neben den alten Stationsgebäuden, die zu Personalhäusern umfunktioniert werden. Die neue Bahn kann mit ihren 20 Gondeln bis zu 1600 Leute pro Stunde befördern, 22 Millionen Franken kostet das Projekt.

PS: Die neue Bahn ist eine sogenannte "Tri-Line-Bahn", eine 3-Seil-Bahn, die nur wenige Stützen braucht. Auf der Hoch-Ybrig-Website erläutert ein achtminütiger Film der Seilbahn-Herstellerin, was das bedeutet und wie es funktioniert; offenbar handelt es sich um eine Weltneuheit.

Donnerstag, 3. April 2025

Wir wanderten, sie flogen

Die "Patrouille Suisse" am Himmel über Galgenen. (Foto: Ronja)
Als wir letzten Freitag von Siebnen nach Einsiedeln wanderten, wurde es bei Galgenen plötzlich laut über uns: die "Patrouille Suisse" in voller Aktion. Ihre Flugzeuge drehten gleich mehrere Runden in der Gegend des Obersees. Und ich dachte: Gibt es die überhaupt noch, wird die nicht abgeschafft? Ich musste nachschauen. Nun, tatsächlich benutzt die Kunstflugstaffel F-5-Tiger-Kampfjets, und die werden auf Ende 2027 ausgemustert, sie sind längst veraltet. Und wie es aussieht, bedeutet dies das Aus für die 1964 gegründete "Patrouille Suisse", überzeugende, zum Beispiel kostengünstigere, Nachfolgelösungen sind derzeit nicht bekannt.

Mittwoch, 2. April 2025

Neues von der Fafleralp

Das Haus Langgletscher, ein Nebengebäude des
Hotels Fafleralp. (Screenshot Youtube)
Die Fafleralp zuhinterst im Lötschental, Kanton Wallis, ist ein wundervoller Ort. Am 24. Mai startet das gleichnamige Hotel, 1908 gebaut, in die Sommersaison. Etwas ist neu: Das Nebenhaus Langgletscher ist zu einer Dependance mit stilvollen Zimmern umgebaut worden, möglich machte das nicht zuletzt ein Zustupf der "Schweizer Berghilfe". Von ihr gibt es auf Youtube die gefilmte Reportage "Ein Jahr im Hotel", die vom Umbau erzählt, aber auch von der Hotelcrew und von der Natur rundum. Zum Schluss noch dies: 2003 schaute auf der Alp der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder vorbei. Er war auf Staatsbesuch in der Schweiz und wurde von Bundespräsident Pascal Couchepin begleitet, dem Walliser, der gern dem Deutschen ein Stück Wallis präsentierte.

Dienstag, 1. April 2025

1114 unangenehme Meter

Hier fehlt ein Trottoir: der Sihlsee-Viadukt bei Willerzell.
Andachtsstation (leider versprayt)
in der Mitte des Viadukts.
Ein Nachtrag zu gestern – es handelt sich um ein Geständnis. Bei der Schweizer Alpenpanorama-Weg-Etappe von Siebnen nach Einsiedeln schummelten wir letzten Freitag im zweiten Teil ein bisschen. Wir taten es im Wissen, dass wir den Weg vom Stöcklichrüz hinüber zum Etzelpass schon einmal gelaufen waren, das Anschlussstück vom Etzelpass via die Tüfelsbrugg nach Einsiedeln ebenfalls (letztes Jahr, als wir den Jakobsweg machten). Diesmal gönnten wir uns eine etwas kürzere, bei sechseinhalb Stunden Gehzeit aber immer noch genug lange Variante: vom Stöcklichrüz via Grueb und Summerig nach Willerzell und über den Sihlsee-Viadukt nach Einsiedeln. Nicht bedacht hatte ich, dass der Viadukt, der übrigens der SBB gehört, reichlich schmal ist und kein Trottoir hat. Die 1114 wanderweglosen Meter waren eher unangenehm, wobei ich sagen muss, dass ausnahmsweise alle Autos einen guten Abstand zu uns hielten.
Im Abstieg nach Willerzell hatten wir den Viadukt schön vor Augen.