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Mittwoch, 10. Juni 2026

Der Tomasee rückt weiter weg

Der Tomasee, "Lai da Tuma" auf Rätoromanisch, ist ein beliebtes Wanderziel. Als wir ihn
letzten August besuchten, gabs mit dem Bergweg vom Oberalppass her noch kein Problem. 
Plant jemand eine Wanderung zum Tomasee, der als Quelle des Rheins gilt? Achtung, da gibts etwas Wichtiges zu beachten: Der Bergwanderweg vom Oberalppass zum See ist wegen eines Bergsturzes gesperrt. Wer die signalisierte Umleitung nimmt, braucht – hin und zurück – gut zwei Stunden länger.

Dienstag, 9. Juni 2026

Urschweiz mit Pizza

Blick zurück auf Flüelen eine halbe Stunde nach dem Start daselbst.
Der Weg der Schweiz wurde von den Kantonen
bezahlt; jedem ist deswegen ein Abschnitt zugeordnet.
Ein traumhaftes Gewässer: der Urnersee mit dem Gitschen (rechts der Mitte). Hinten links Flüelen.
Die Tellskapelle bei der Tellsplatte nah Sisikon birgt vier
patriotische Fresken. Dieses zeigt Tell, der Gesslers Häschern bei der
Tellsplatte durch einen kühnen Sprung vom Boot entkommen kann.
Bei der Tellskapelle gibts ein kleines Restaurant.
Zwei Leute sind mit dem Kanu angereist.
Unser Schlussmahl.
Am Samstag gingen wir ein Stück auf dem Weg der Schweiz, wanderten von Flüelen bis Morschach, was etwas über vier Stunden dauerte bei 710 Höhenmetern aufwärts und 500 Höhenmetern abwärts. Die Route zerfiel in zwei ganz verschiedene Teile: In der ersten Hälfte waren wir im Gebiet der Axenstrasse unterwegs, erlebten die wichtige Nord-Süd-Verbindung aus der Nähe, sahen auch immer wieder mal einen Zug vorbeisausen. Es gibt Tunnels, Galerien und vor allem unzählige Treppen; der Weg der Schweiz wurde 1991, zum 700-Jahr-Jubiläum der Eidgenossenschaft, mit grossem Aufwand hergerichtet. In Sisikon gönnten wir uns im Garten des Hotels Eden einen Nussgipfel. Die zweite Hälfte entsprach dann eher einem klassischen Bergweg abseits der grossen Verkehrsstränge; die Aussicht, die schon zuvor grandios gewesen war, war es nun noch viel mehr. Womit wir bei dem wären, was die ganze Unternehmung zusammenhielt, sie verklammerte. Es war der Urnersee, der sich an unserem Tag in Türkis präsentierte und uns nachhaltig faszinierte. Am Ende gabs in Morschach im Restaurant Il Gusto, das zum riesigen Ferien-Freizeit-Resort Swiss Holiday Park gehört, zu essen. Uns wars dort zu wuselig, wir fühlten uns nicht wirklich wohl. Wobei die Servierin dann doch sehr nett war. Und die Pizza wirklich gut.

Montag, 8. Juni 2026

Ferien im Jahr 1341

1291 gilt als Gründerjahr der Eidgenossenschaft.
50 Jahre später wurde das Haus Tannen gebaut.
Ich war beeindruckt, ich war berührt. Auf dem "Weg der Schweiz" kamen wir am Samstag zwischen Sisikon UR und Morschach SZ auf Morschacher Boden an einem der ältesten Häuser Europas vorbei. Das Haus Tannen stammt aus dem Jahr 1341, war nicht nur Wohnhaus, sondern auch Gaststätte und kann gemietet werden. Es findet sich im Angebot der Stiftung "Ferien im Baudenkmal", seine Geschichte ist dort auch umfassend beschrieben. Würde mich echt reizen. Dies umso mehr, als auch die Aussicht an diesem Ort faszinierend ist.
Blick beim Haus Tannen. Über den Urnersee schaut man zum Niederbauen (rechts der Mitte).

Sonntag, 7. Juni 2026

Robespierre mag ich sehr

Der verspritzte Teller muss sein. Das Filet vom Rind brutzelt einen Moment noch kräftig weiter, wenn es auf dem Tisch des Gastes angekommen ist. Im "Bederhof" in Zürich servieren sie ein, wie ich finde, grossartiges Robespierre, Beilage Pommes allumettes; das dünn geschnittene; à la minute gebratene Fleisch wird in zwei Portionen aufgetragen. In der Wikipedia lese ich, dass das Gericht offenbar in einem Restaurant in New Orleans in den USA zu Berühmtheit gelangte. Sein Name bezieht sich natürlich auf den Fanatiker der französischen Revolution Maximilien de Robespierre, der zu jener Terrorherrschaft entscheidend beitrug, welcher er am Ende selbst zum Opfer fiel – 1794 endete Robespierre unter der Guillotine. Freilich ist es freiwillig, beim Essen an diese blutige Geschichte zu denken. Ich genoss mein Robespierre ganz im Moment.

Samstag, 6. Juni 2026

Arlesheims Stolz

Ich war letzten Mittwoch in Arlesheim BL. Von der Tramhaltestelle "Dorf" aus ging ich auf dem Wanderweg durch den Ortskern, war vorerst nicht wirklich angetan und ... blieb dann abrupt stehen, als ich vor mir einen grossen Platz erblickte, ein Rechteck mit stattlichen Häusern und der Kirche als, sozusagen, Chefin der Anlage. Beeindruckt war ich. Arlesheim, die Gemeinde im Agglogürtel der Stadt Basel, besitzt einen Dom. Eine besondere, wichtige Kirche. Das hat mit der Reformation zu tun. 1529 floh der Fürstbischof aus Basel und liess sich schliesslich in Pruntrut in seinen jurassischen Territorien nieder. Sein Domkapitel wiederum, also das Gremium leitender, ihm zudienender Kirchenmänner, begab sich zunächst ins nahe Deutschland. Und kehrte zurück in die Eidgenossenschaft, genauer gesagt nach Arlesheim, nachdem man den Klerikern dort einen Dom gebaut hatte; er wurde 1681 geweiht. Freilich mussten die Domherren, die am Domplatz residierten, gut 110 Jahre später wieder fliehen, als die Französische Revolution auch hierzulande die alte Ordnung zu bedrohen begann. Der Dom ist geblieben, ein nachträglich rokoko-isierter Prunkbau des Barock. Heute ist er, der zwischenzeitlich als Pferdestall gedient hatte, der Stolz Arlesheims und dessen unbestrittener Mittelpunkt.

Freitag, 5. Juni 2026

Norwegen im Urnerland

Die Haldikapelle auf ihrer Kuppe.
Hier wirtet ein freundlicher Mensch: "Bruno's Gästehaus".
Eigentlich wars mir zu heiss für Kafi Chrüter.
Aber Bruno ist halt ein guter Verkäufer.
Das Haldi, der Urner Gemeinde Schattdorf zugehörig und mit einer kleinen Seilbahn erschlossen, ist ein wundervoller Ort. Richtig überlaufen ist die ausladende Sonnenterrasse eigentlich nie. Man hat Platz, kann ein wenig wandern oder auch ausgiebig – gern würde ich einmal auf das Bälmeter Grätli steigen, das wir mitsamt anderen Bergzielen letzten Samstag vor Augen hatten, als wir zuerst über, dann auf dem Haldi unterwegs waren (siehe Eintrag von gestern über die Tour zur Alp Schilt). Gemütlich das Restaurant, in dem wir einkehrten. Der Wirt in "Bruno's Gästehaus" heisst – richtig! – Bruno. Er erzählte, dass er eigentlich Willisauer ist, also Luzerner, und legte für uns ein paar saftige Würste auf den Grill. So im Schatten, kalte Getränke auf dem Tisch und das Essen im Anzug, kam mir das Haldi vollends vor wie ein Paradies. Ein eigenes Kirchlein haben die dort oben übrigens auch. Die Haldikapelle, 1932 gebaut und ein beliebter Ort zum Heiraten, steht auf einer kleinen Hügelkuppe. Sie ist, las ich auf einer Infotafel, einer norwegischen Stabkirche nachempfunden.
Das Haldi (Bildmitte), gesehen von der Alp Schilt aus.
Der Einschnitt hinter dem Haldi ist das Schächental.

Donnerstag, 4. Juni 2026

Alp mit Aussicht

Reussebene und Urnersee zu Füssen: auf der Alp Schilt.
Die Alphütte.
Auf Schilt gibts Kaltes zu kaufen.
Wundervoll, diese Aussicht! Gut drei Stunden braucht man für den Aufstieg von Schattdorf, der Nachbargemeinde von Altdorf, zur Alp Schilt. Dort steht man hart an der Kante, erblickt unter sich die Reuss und den Urnersee und hat rundum natürlich jede Menge Berge von Krönten über Uri Rothorn und Rophaien bis Schächentaler Windgällen. Leicht dann der Abstieg, auf dem Erschliessungssträsschen geht es sanft abwärts zur Sonnenterrasse Haldi und mit dem Bähnli hinunter nach Schattdorf. Am Samstag waren wir zu viert auf dieser Route unterwegs und hatten jede Menge Spass. Von der Hitze war nichts zu spüren, wir waren die meiste Zeit im Wald unterwegs.
Der Aufstieg. Ein bisschen streng war die Sache schon: 1050 Hm
aufwärts, 450 Hm abwärts, Gehzeit etwas über 4 h.

Mittwoch, 3. Juni 2026

Das Klatsch-Experiment

Der Klatschmohn blüht. Knallrot steht er in den Wiesen. Ich muss ihm einfach diesen Eintrag widmen. Mein Foto stammt vom Mittwoch, es ist bei Wangen aufgenommen, einem Weiler unweit der Forch in der Gemeinde Küsnacht ZH.

PS: Etwas muss ich noch loswerden zum Klatschmohn. Er heisst offenbar so, weil die Blütenblätter ein klatschendes Geräusch machen, wenn sie im Wind aneinanderschlagen. Das deutsche "Naturparkmagazin" schlägt folgendes Experiment vor, für das man freilich ein Blütenblatt ausreissen muss: Mit Daumen und Zeigefinger der einen Hand, indem sich die zwei Fingerspitzen berühren, einen Kreis bilden. Das Loch mit dem Blütenblatt belegen und mit der Fläche der freien Hand darauf schlagen. Es klatscht. Lese ich. Ausprobiert habe ich es nicht.

Dienstag, 2. Juni 2026

Hohe Alp, tiefe Alp

Beliebtes Ausflugsziel an der Zürcher Goldküste: die "Blüemlisalp".
Mein später Zmittag.
Man ist hier wirklich auf einer Alp.
Gastliche Häuser namens "Blüemlisalp" gibts hierzulande mehrere. Hier seien zwei erwähnt, die ich schon besuchte. Da ist zum einen die Blüemlisalphütte im Berner Oberland auf einer Höhe von 2834 Metern gleich beim Pass Hohtürli; ich kann mich bestens erinnern, wie wir vor sechs Jahren hinaufkeuchten und oben etwas tranken. Zum anderen ist da die wesentlich leichter erreichbare Wirtschaft Blüemlisalp. Sie findet sich in Herrliberg ZH auf 594 Metern über Meer. Gestern arbeitete ich nur am Vormittag, am Nachmittag wanderte ich; ich zog von der Forch hinab nach Erlenbach, was gut zwei Stunden dauerte. Natürlich stoppte ich unterwegs bei der Blüemlisalp und kehrte ein. Sie ist übrigens – kein Witz – eine richtige Alp, auf der Rinder gesömmert werden. Die geniessen das milde Goldküstenklima garantiert.
Ein Foto von 2020: kurz vor dem Hohtürli.

Ebenfalls 2020: die Blüemlisalphütte des SAC beim Hohtürli.

Montag, 1. Juni 2026

Tierfriedhof zu verkaufen

Der Eingang zum Tierfriedhof von Läufelfingen.
Vor neun Jahren porträtierte ich in der "Schweizer Familie" Marlies Mörgeli, die in Läufelfingen BL 2001 einen Tierfriedhof gegründet hat. Kürzlich nun las ich auf srf.ch, dass Frau Mörgeli altershalber die Anlage verkaufen will, sie geht gegen die 70 und ist mit dem Betrieb zunehmend überfordert. Man könne von ihm leben, werde aber nicht reich, sagt sie. Wieviel man aufwerfen muss, um Besitzer bzw. Besitzerin eines Tierfriedhofs zu werden, steht da nicht.

Sonntag, 31. Mai 2026

Ein Novellenstoff

In der Ruine Gilgenberg.
Das Gemäuer von aussen.
Gestern erwähnte ich die Ruine Gilgenberg im Solothurnischen, bei der ich am Mittwoch vorbeischaute, nachdem ich auf die Portiflue gestiegen war. Fünf Dinge möchte ich zu dieser Ruine nachschieben:

  1. Gilge ist wie Ilge ein altes Wort für Lilie.
  2. Die Lilie war das Wappenzeichen der Herren von Ramstein, denen die Burg Gilgenberg einst gehörte. Dasselbe Lilien-Motiv findet sich heute im Ortswappen von Zullwil, dem Dorf am Fuss der Burg.
  3. In Zullwil gibt es ein Restaurant, das nach der Burg benannt ist. Im "Gilgenberg" ass ich nach meiner Wanderung gut: ein pikantes Gazpacho und dann ein Schweinssteak mit Café-de-Paris-Sauce und Pommes frites.
  4. Bei meiner Burgvisite fand ich, dass die Ruine ein wenig dem Römer Kolosseum gleicht. Kann man das nachvollziehen?
  5. Eine finstere Geschichte aus dem 15. Jahrhundert: Der letzte Freiherr von Ramstein, das war Rudolf von Ramstein. Seine Frau verliess ihren chronisch untreuen Mann nach zehn Jahre Ehe. Das Paar hatte drei Töchter. Die ältere heiratete in eine andere Adelsfamilie ein. Die beiden jüngeren fanden keine geeigneten Freier und liessen sich darum von Bauernburschen entführen. Das endete schlimm: Die Burschen wurden enthauptet. Die eine Tochter wurde in ein Kloster gesteckt, wie es mit der anderen weiterging, ist nicht bekannt. Klingt das nicht wie ein Novellenstoff?
    Mein Zullwiler Zmittag.

Samstag, 30. Mai 2026

Die doppelte Fluh

Auf dem südlichen Gipfel der Portiflue. In der Tiefe das Dorf Zullwil.
Die Ruine Gilgenberg vom Südgipfel aus betrachtet.
Die Brücke auf dem Weg zum Nordgipfel der Portiflue.
Die Portiflue von der Ruine Gilgenberg betrachtet.
Aus dieser Warte sieht man den Spalt in der Flue.
Stellt man sich in Nunningen im Schwarzbubenland hin und schaut gegen Süden, hat man die Portiflue vor sich. Sie ist mit 876 Metern über Meer kein hoher Berg, aber doch ein imposanter, aus dem Grün blecken senkrechte Kalkwände. Am Mittwoch stieg ich von Nunningen via Chäppeli auf die Flue. Ich fand dabei heraus, dass sie zwei Gipfel hat, die durch einen Spalt getrennt sind; eine kurze Brücke über den Abgrund macht es möglich, beide höchsten Punkte zu besuchen. Von der Portiflue stieg ich ab zum Ibach, passierte die Ibachfälle, die leider praktisch wasserlos waren, und hielt via die Ruine Gilgenberg hinab nach Zullwil. Dort gabs einen Zmittag, womit diese Wanderung nach zweieinhalb Stunden (405 Höhenmeter aufwärts, 450 Höhenmeter abwärts) auch schon am Ende war – gut so, denn der Nachmittag wurde dann brutal heiss.

Freitag, 29. Mai 2026

Frisch und fröstelig

Am Gattikerweiher.
Der nahe Waldweiher ist grösser, aber ebenso lauschig.
Abstieg nach Horgen.
Braucht jemand Kühle? Am Pfingstmontag war ich in Horgen zum Zmittag im "Olivo" verabredet, einem italienischen Restaurant am Bahnhofplatz. Ich fuhr morgens ins Sihltal, stieg bei der Gattikerhöhe oberhalb von Gattikon aus dem Bus und lief los. Halb zehn Uhr, himmlisch kühle Luft, mich fröstelte im Schatten leicht. Im Folgenden passierte ich gleich zwei schöne Gewässer, den Gattikerweiher und den benachbarten Waldweiher. Danach lief ich mehr als eine Stunde im Wald Richtung Südosten und blieb dabei stets auf der Seite des Sihltals, bis ich schliesslich auf der Höhe von Horgen-Oberdorf doch über den Hügelkamm auf die Seite des Zürichsees wechselte. Ein kurzer, brutal steiler Abstieg, dann war ich in Horgen. Zu früh, weshalb ich mir im "L'O" direkt am See vor dem eigentlichen Zmittag einen Apero gönnte. War eine erfrischende Unternehmung.

Strandfeeling im "L'O" in Horgen.

Donnerstag, 28. Mai 2026

Entwertet

Beim Chräzerenpass. Die Passhöhe ist mehr oder 
minder bewaldet, man sieht nicht viel.
Ein Wort noch zum Chräzerenpass, bei dem wir am Pfingstsamstag vorbeikamen, kurz bevor unsere Wanderung auf der Schwägalp endete. Er ist der Prototyp eines Passes, den eine modernere Verkehrsverbindung entwertet hat. In diesem Fall ist das die Schwägalpstrasse, die 1935 gebaut wurde, um die neue Schwebebahn von der Schwägalp auf den Säntis zu erschliessen. Zuvor war der Kulminationspunkt des Überganges von Urnäsch AR nach Nesslau SG einen Kilometer westlich der heutigen Schwägalp-Passhöhe platziert; der Chräzerenpass eben, 1267 Meter über Meer. "Chräzeren" bezeichnet übrigens ein Gebiet mit Rinnen und Engstellen. 

Mittwoch, 27. Mai 2026

Ein stressfreier Tag

Eine halbe Stunde nach dem Start in Urnäsch roch es nach Heu.
Neugieriges Wesen.
Frisch geschnittenes Gras.
Unser früher Zmittag.
Am Samstag war ich mit Wanderfreund Hubert unterwegs. Von Urnäsch stiegen wir auf die Hochalp. Kamen dort kurz nach elf Uhr an, assen Wienerli mit Kartoffelsalat, freuten uns über das bombastische Bergpanorama. Wir waren uns einig: jetzt ja nicht einen vorzeitigen Abgang machen und zum Beispiel zum Rossfall an der Schwägalpstrasse absteigen. Stattdessen wählten wir eine eher lange Fortsetzung, die uns in ein Land der reizenden Hügelspitzli und schummrigen Abgründe lenkte: via Oberer Chenner und Hochfläschen zum Spicher und von dort über den Chräzerenpass zur Schwägalp-Passhöhe. Gut 5 Stunden dauerte die Wanderung insgesamt bei 1030 Höhenmetern aufwärts und 570 Höhenmetern abwärts, sie führte uns über Ausserrhoder und St. Galler Boden. Was mir, abgesehen von der Schönheit der Gegend, von dieser Unternehmung bleiben wird: wie stressfrei sie verlief. Es war ein Pfingsttag ohne Gedränge, ohne viele Leute, ohne genervte Servicekräfte. Wir hatten unsere Ruhe.
Zwischen Hochalp und Spicher.

Ankunft auf der Schwägalp-Passhöhe. Hinten der Säntis (mit Antenne).

Dienstag, 26. Mai 2026

Die Romanoff-Woche

Obere Reihe: der Romanoff im Solothurnischen.
Untere Reihe: der Romanoff im Ausserrhodischen.

An was merkt man, dass der Sommer praktisch da ist? Daran, dass der Widmer wieder Coupe Romanoff bestellt. Letzte Woche passierte das grad zwei Mal in drei Tagen. Den ersten Romanoff nahm ich am Ende eines sehr feinen Essens im "Kreuz" in Metzerlen SO – wie zuvor die Spargeln mit Pouletbrust liess er nichts zu wünschen übrig. Den zweiten Romanoff gabs dann am Pfingstsamstag im Restaurant bei der Schwägalp-Passhöhe, Kanton Appenzell Ausserrhoden. Er schmeckte noch besser. Nicht, weil er objektiv betrachtet exquisiter komponiert gewesen wäre – nein, der Hochgenuss ergab sich in diesem Fall daraus, dass wir zuvor fünf Stunden anstrengend gewandert waren bei sehr warmem Wetter. Und jetzt … freue ich mich auf Romanoff Nr. 3, wo auch immer er auf mich wartet.

Montag, 25. Mai 2026

Die Dolmen von Laufen

Viel ist nicht übriggeblieben von den zwei Dolmen in Laufen bei der heutigen Katharinenkirche.
Ein Dolmen ist eine Grabanlage aus der Jungsteinzeit. Eine Kammer, gefügt aus behauenen Steinplatten. Im Kanton Basel-Landschaft gibt es diese Bauwerke an zwei Standorten: im Wald bei Aesch sowie am Rand der Altstadt von Laufen vor dem nördlichen Stadttor. Als wir kürzlich in Laufen loswanderten Richtung Blauen, hielten wir inne und linsten durch die Glassscheiben, die die Tausende Jahre alten Hinterbleibsel aus Kalkstein schützen. Gleich zwei Dolmen wurden an diesem Ort entdeckt, 1946 der eine, 2000 der andere. Froh waren wir um die Infotafel, die Anschaulichkeit schafft. Die Illustration zeigt jungsteinzeitliche Menschen. Nun, vor allem Männer. Im Hintergrund steht ein Dolmen, das Loch in der Fassadenplatte ist ein sogenanntes Seelenloch. Glaubten die Menschen der Steinzeit, dass die Seelen der Toten ausfliegen wollen? Das ist Spekulation. Das Loch könnte auch eine Art Durchreiche gewesen sein, durch das man Reste der Verstorbenen, eventuell skelettiert, im Grabinnern deponierte.

Dolmen-Szene auf einer Infotafel in Laufen.