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Mittwoch, 8. August 2018

Kühlung garantiert


Ein kanadisches Paar hat Weihnachtsferien. Es verbringt die freie Zeit nicht zuhause, sondern geht für ein paar Tage hinaus in die Wälder. Die Temperatur ist mal minus 30 Grad, mal minus 33, die zwei heizen ihren kleinen Holzofen im Zelt ein und erkunden die Umgebung: einen Biberdamm etwa, aus dem Dampf entweicht, es ist der Atem der Biber. Einmal schiessen sie ein Schneehuhn und kochen es. Ich denke angesichts eines weiteren Hitzetages, der grad beginnt, dass dieser knapp halbstündige Film genau das Richtige ist. Ich wünsche gute Abkühlung beim Schauen.

Dienstag, 7. August 2018

Halbmond und Schweizerkreuz


Sieht gut aus, die Kombination von Schweizer Kreuz, Halbmond und arabischer Schrift. Gestern auf dem Weg zum Krafttraining im Movemed Balgrist, wo ich meinen körperlichen Zerfall zu bremsen versuche, kam ich an der Mahmud Moschee vorbei, dem ersten muslimischen Gebetshaus der Schweiz; vor 55 Jahren wurde es gegründet. Die Stadtzürcher Moschee wird von der Ahmadiyya-Bewegung betrieben, einer gemässigten Gruppe - die zum ersten August die Schweizerfahne aufgehängt hat.

Montag, 6. August 2018

Duell im Solothurnischen


Gestern sah ich in Riedholz SO im Weiler Bei den Weihern dieses Steinkreuz. Es erinnert an ein Geschehnis von 1659. Damals kommt es an diesem Ort zum Duell zweier Schaffhauser aus angesehenen Familien, Hauptmann Christoph Ziegler und Major Heinrich Imthurn. Es gibt Tote, später ein Gerichtsverfahren und andere Weiterungen. Wer die Geschichte nachlesen will, findet sie hier erzählt.

Sonntag, 5. August 2018

Wetterpathos

Gestern besuchte ich wie fast jeden Tag sma.ch, die Internetseiten des Bundesamtes für Meteorologie und Klimatologie, also MeteoSchweiz. Der Spruch, dass man 7 Tage pro Woche und 24 Stunden am Tag arbeite, und zwar für die Gesellschaft, fiel mir auf. Falsch ist das nicht, aber doch pathetisch. Für die Gesellschaft? Ja, klar, liebe Meteos, ich ging immer davon aus, dass ihr nicht eine staatliche Verbrechertruppe seid und gegen die Gesellschaft arbeitet. Und: Ich mag es, wenn Bundesämter auf PR-Sprüche verzichten.

Samstag, 4. August 2018

Der markante Eintrag

Die Marchgemeinde Tuggen 1923. Luftbild von Walter Mittelholzer.
(Bild: ETH-Bibliothek/ Wikicommons)
Es gibt hierzulande aus geschichtlicher Sicht zwei Vorstellungen der Grenze. Die eine geht von einer Linie aus, die zwei Gebiete trennt. Die andere benennt einen trennenden Raum. Er heisst auf Althochdeutsch "marka". Der "Markgraf" war demnach ein Adeliger, dessen Territorium Grenzraum war. In der Schweiz trifft man den Begriff der Mark zum Beispiel im Kanton Schwyz, wo es die March gibt, den Bezirk am Obersee samt dem Wägital. Die Schwyzer March ist historisch gesehen jener Raum, der den Alemannischen vom rätoromanischen Raum* trennte und schliesslich auch das Bistum Chur vom Bistum Konstanz. So las ich das kürzlich in einem historischen Magazin, dessen Titel mir leider entschlüpft ist.

* Jawohl, der Siedlungsraum der Rätoromanen reichte einst weit das Rheintal hinab bis fast zum Bodensee und umfasste auch das Gebiet des Walensees. Gleich wieder ein etymologischer Hinweis: "Walen" ist gleich "Welsch". Der Walensee ist der See der Welschen. So hiessen aus Sicht der Deutschschweizer sämtliche nicht-deutschsprachigen Nachbarn, also die Tessiner, die Romands, die Rätoromanen.

Freitag, 3. August 2018

Pegelgässlipergola

Am Tag der Bundesfeier gingen wir am Mittag Fisch essen am Bodensee, eine Familientradition. Wir hatten in der Krone in Ermatingen TG reserviert, grad bei der Schifflände. Unsere Gerichte waren tadellos, ich zum Beispiel hatte einen gemischten Teller mit gebackenem Fisch; das Ganzkörperfischli auf meinem Foto ist natürlich ein Kretzer, ein Egli, den man mit Kopf und Schwanz isst; die Gräten sind bei dieser Kleinheit des Fisches vernachlässigbar. Eine Traubenpergola spendete Schatten, ein feines Windli blies vom See her. Und der Service war flink und nett. Als wir gingen, fand ich das Strassenschild gleich bei der Pergola lustig: Pegelgässli. Nicht dass wir besonders viel getrunken hätten, für einen Weinexzess war es am 1. August zu heiss.

Donnerstag, 2. August 2018

Zürikafi im Kafi Züri

Man hat so seine Rituäleli. Bis sie aus irgendeinem Grund nicht mehr funktionieren. Die längste Zeit nahm ich auf dem Weg zur Arbeit meinen Morgenkaffee im Mandarin am Stadelhofen; aber das gibt es in dieser Form nicht mehr. Mittlerweile habe ich einen Ersatz gefunden und käfele zwei, drei Mal in der Woche an der Bahnhofstrasse 9 im Kafi Züri. Es entstand vor drei Jahren und gehört der Zürcher Kantonalbank, die ihren Hauptsitz umbaute und dabei ein Café lancierte; Betreiberin ist die Migros. Besonders angenehm kehrt es sich im Kafi Züri in diesen Hitzetagen ein. Die Bahnhofstrasse ist morgens zwischen 7 und 8 noch angenehm verschattet, die Kühle herrlich. Heute ist es wieder soweit, ich freue mich auf den Kaffee samt Zeitungslektüre.