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Samstag, 12. Oktober 2019

Duvins Häuser, Duvins Menschen

Duvin, Kirche und benachartes Haus.
Caminadas Schulhaus.
Duvin im Lugnez, wo wir vor anderthalb Wochen unsere Wanderung über das Güner Lückli beendeten und auf den - vorbestellten - Bus warteten, ist ein Bijou von Dorf. Die mit Liebe bestellten Blumengärten, die alte Kirche mit der Umfriedung und dem Eingangstor sowie dem angrenzenden Holzhaus, dazu das Schulhaus des Stararchitekten Gion A. Caminada in seiner raffinierten Schlichtheit und der Blick zum Gegenhang mit Dörfern wie Vella und darüber dem Piz Mundaun - schön! Lustig sind seine Menschen. Während der 35 Minuten Wartezeit lernte ich gleich drei Leute aus Duvin kennen. Erstens die kleine Sandra, vielleicht vier, die bäuchlings auf dem Rollbrett über den Dorfplatz rollte und kleine Kunststücke vorführte. Zweitens eine Frau, die ihr Auto anhielt, als sie mich sah, und mir zurief: "Kennen wir uns vom letzten Samstag in der Kirche Rueun?" Das musste ich verneinen, doch war die Begegnung damit beileibe nicht zu Ende; sie verriet mir als nächstes gleich, dass das knallgelbe Tor etwas weiter vorn ihre Garageneinfahrt sei ... und so weiter und so fort. Der dritte Homo Duvin, der mir Eindruck machte, war ein alter Mann, schlank, braun, schalkiges Gesicht. Er stellte sich neben mir auf, schwieg immer wieder mal eine Minute, erzählte dazwischen in seinem Bündner Dialekt Witze. "Wissen Sie, was ich sagte, als mich einer fragte, ob wir in Duvin oft schönes Wetter haben? Ich sagte ihm: Ja, in Duvin haben wir immer schönes Wetter. Über den Wolken."
So erblickten wir das Dorf, als wir vom Güner Lückli kamen.

Freitag, 11. Oktober 2019

Huntos Dorf

Gewusst, dass ...
  • in "Biel" sich ziemlich sicher der Name einer keltischen Gottheit verbirgt,
  • "Agasul" nichts mit einem orientalischen Fürsten (Aga) zu tun hat, sondern mit einem Schweinepfuhl,
  • "Hundwil" nicht auf einen irgendeinen Höllenhund zurückgeht, sondern auf einem alemannischen Sippenführer namens Hunto?
Man kann das alles genauer nachlesen in der neuen "Schweizer Famiilie". Dort findet sich mein Artikel, der 25 Schweizer Ortsnamen genauer anschaut und erklärt.

PS: Zwei der vier zum Abschuss freigegebenen Jungwölfe am Beverin im Kanton Graubünden sind bereits erlegt.

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Fünf klassische Stunden

Blick von der Capanno Tamaro zum Mött Tund (l.) und zum Monte Tamaro
Ein Stück Bergpanorama vom Monte Tamaro aus.
Genau fünf Stunden brauchte ich am Dienstag für diesen Tessiner Wanderklassiker: von der Alpe Foppa (Gondelbahn ab Rivera) auf den Monte Tamaro und von dort zum Monte Lema (Seilbahn nach Miglieglia). Mit 1000 Höhenmetern im Aufstieg und 965 im Abstieg war die Tour durchaus anstrengend; ich staunte, wieviele Leute unterwegs waren, darunter auch Familien mit Kindern. Was mir fehlte, war der Tiefblick ins Malcantone, denn dieses verblieb im dichten Nebel. Immerhin sah ich vom Tamaro aus auf die nördliche Partie des Lago Maggiore und hatte Weitblick zum Beispiel auf das Monte-Rosa-Massiv. Vor allem aber machte der Dunst - ich habe es gestern schon gesagt - die Landschaft magisch, so dass ich bereichert heimfuhr.
Schade, ich hätte hier gern ein wenig in die Tiefe geschaut.
Wanderer am Monte Gradiccioli.

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Vier Wölfe sollen sterben

Hirten und ihre Tiere mögen diesen
Anblick nicht besonders.
(Gunnar Ries/Wikicommons)
Letzten Donnerstag erzählte ich von meinem Wanderfreund Peider, der auf dem Güner Lückli zwei Wölfe gesehen hatte, die dem Beverinrudel angehören dürften. Zwei Tage später las ich in der "Neuen Zürcher Zeitung", dass bis nächsten Frühling vier Jungwölfe des Rudels geschossen werden sollen. Dies, nachdem eine grosse Zahl von Schafen und Ziegen gerissen worden war, auch Tiere in geschützten Herden. Deshalb hat die Bündner Jagdverwaltung entschieden, einzugreifen und die Abschuss-Genehmigung zu erteilen. Das Elternpaar darf aber nicht abgeschossen werden.

PS: Gestern ging ich vom Monte Tamaro zum Monte Lema. Nebel waberte, das hatte ich nicht vorausgesehen. Das Hin und Her von Sonne und Dunst dramatisierte die Unternehmung sozusagen und machte sie besonders intensiv. Hier vorerst nur ein Bild, aufgenommen nach drei Vierteln der Wanderung.
Herbst auf der Forcola d'Arasio.

Dienstag, 8. Oktober 2019

Der Wald roch so würzig

Schönes nasses stilles grünes Chleggi (Klettgau) kurz vor Gächlingen.
Es regnete nicht.
Es regnete ein bisschen.
Es regnete nicht.
Es regnete ein bisschen.
Es regnete ein bisschen mehr.
Es regnete fest.
Die Vermicelles-Saison läuft an. Toll!
So ging das, während wir am Samstag gingen. Unsere Schaffhauser Wanderung begann in Neunkirch, wo wir zuerst kurz das Städtchen anschauten. Dann hielten wir übers flache Feld nach Gächlingen, hinauf zur Siblingerhöhe und, derweil der Weg immer steiler wurde, via Pflumm hinauf auf den Langen Randen. Kurz darauf gab es im Siblinger Randenhaus Zmittag. Der war gut. Und der Wein sogar sehr gut; wir gönnten uns reichlich davon. Später stiegen wir ab nach Siblingen und gerieten gegen Ende in einen stilvollen Wolkenbruch. Wir waren, denke ich, alle bester Laune. Der nasse Herbstwald roch so würzig. Die Buchen glänzten wie lackiert. Und abseits der Dörfer trafen wir keine anderen Wanderer. Später hörte ich von denen, die ihr Glück im sonnigen Tessin gesucht hatten, Übles. Die Züge seien morgens so überfüllt gewesen, dass die Leute stehen mussten. Auch gab es laut Medienberichten Durchsagen, wonach pro Waggon rund 40 Leute wieder aussteigen müssten. Offenbar hatte die Kombination aus schönem Wetter und Herbstferienbeginn die SBB überrumpelt. Sei dem wie dem sei, unser Tag war vollkommen entspannt mit einer stillen Natur und genug Sitzplätzen in den Zügen und Bussen. Genau deswegen war ich nicht ins Tessin gefahren. Das will ich heute tun, 5 Uhr 22 ab Zollikerberg.
Gern wüsste ich, was Mutter und Kind sich da grad mitteilen.

Montag, 7. Oktober 2019

Das kleingehaltene Neunkirch

In Neunkirch. Wir - mein Grüppli und
ich - waren am Samstag dort.
Das Landstädtchen mit den schön geometrischen, schnurgeraden, parallelen Gassen, das im gestrigen Sonntagsrätsel gesucht wurde, heisst Neunkirch und liegt ungefähr 13 Kilometer von Schaffhausen entfernt. So richtig entfalten konnte es sich nicht, da die Schaffhauser es kleinhielten, um nicht Konkurrenz zu bekommen; Neunkirch genoss weder Münz- noch Marktrecht, beide Rechte wurden ihm nicht gewährt. Sein Name hat nichts zu tun mit neun Kirchen. "Neun" kommt in diesem Fall von althochdeutsch "niuwi" gleich neu, man kann das auf ortsnamen.ch nachschlagen. Mit der richtigen Lösung meldeten sich gestern Sonntag - ich gratuliere - bei mir diese bewanderten Leute: Andrea Tonella (als erster), Peter Draemann, Stefan Brauchli, Christine Lienhart-Racine, Maurus Horat, Betti Hildebrandt, Monika Schlatter, Monika Demirciler, Wolf-Dieter Deuschle, Ursula Brem, Marlies Sturzenegger-Buser.

Sonntag, 6. Oktober 2019

Gesucht: Landstädtchen

Endlich wieder einmal ein Sonntagsrätsel. Wie heisst dieses Landstädtchen, das im Mittelalter, vermutlich durch einen Brand, zerstört wurde, um in geometrischer Manier mit vier geraden Parallelgassen wieder aufgebaut zu werden? Zwei kleine Hilfen: Das gesuchte Städtchen liegt in der nördlichen Hälfte der Schweiz. Und: In seinem Namen ist eine Zahl enthalten, die allerdings aus namensgeschichtlicher Sicht gar keine Zahl ist.

Wer die Lösung weiss, mailt mich heute Sonntag an auf widmerwandertweiter@yahoo.de.