Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Donnerstag, 13. Juli 2023

Das Palfriesproblem

Das Plateau von Palfries 1955 auf einer Luftaufnahme von
Werner Friedli. (ETH-Bibliothek / Werner Friedli)

Wer auf den Gonzen will oder auf den Alvier, nimmt in der Regel in Ragnatsch nah Mels das Seilbähnli hinauf nach Palfries, der Geländeterrasse über dem Seeztal. Blöd, dass das Bähnli im Moment nicht fährt, es ist Wanderhochsaison. Auf der Homepage steht zu lesen, dass der Betrieb wegen Reparaturarbeiten – und weil Ersatzteile nicht rechtzeitig eingetroffen sind – ruht; wann das Problem behoben sein wird, bleibt offen. Immerhin gibt es als Ersatz einen Bus, der einmal täglich am Morgen von Berschis auf die Sennis-Alp und am Abend wieder hinab fährt.

Mittwoch, 12. Juli 2023

Der weltberühmte Bootssteg

Letzten Samstag fotografierte ich den
Bootssteg von Iseltwald. Fünf Franken kostet der Zugang.

Iseltwald am Brienzersee ist, was man "malerisch" nennt. Türkisfarbenes Wasser, reizende Oberländer Holzhüsli, eine ruhige Promenade. Nun, das mit der Ruhe stimmt nicht so ganz. Seit im südkoreanischen "Netflix"-Liebesdrama "Crash Landing on You" Szenen auftauchten, die in Iseltwald gedreht worden waren, kommen die Touristinnen und Touristen in Massen. Beileibe nicht nur solche aus Südkorea, denn die Serie war in vielen Ländern ein Erfolg. Besonders begehrt für Souvenirfotos ist der Bootssteg bei der Schifflände, auf dem eine kultige Filmszene spielt. Mittlerweile steht dort ein Drehkreuz, wer auf den Steg will, muss einen Fünfliber zahlen. Iseltwald war zuvor brutal überrannt worden und verlangt inzwischen auch eine Gebühr für Reisebusse, die auf den Dorfplatz fahren wollen. "Postauto" lancierte letzten Sommer eigens einen Expresskurs ab Interlaken und setzt Doppelstockbusse ein. Manche Orte wünschen sich mehr Fremdenverkehr, Iseltwald wäre vermutlich mit etwas weniger glücklicher.

Dienstag, 11. Juli 2023

Wenn sich Felsen küssen

Einer der Giessbachfälle von nahe, hinten das Hotel Giessbach.
Hübsche Ecke im Hotel.

Müde Touristen in Iseltwald.
Wie erfrischend fallendes Wasser anmutet im Hitzesommer! Allein der Anblick. Am Samstag machten wir eine dreieinhalbstündige Wanderung am Brienzersee, die uns zum Ferienhaus von Freunden führte. Wir nahmen in Interlaken das Schiff, fuhren bis Giessbach, beschauten uns als erstes in aller Ruhe das Belle-Epoque-Hotel etwas über dem See. Und nahmen dann den Schluchtweg, der sich am Rand der Giessbachfälle in die Höhe schraubt. Abenteuerlich war er, der Steig. Aussichtsreich. Und das Sprühen, Brausen, Spritzen des Wassers tat gut. Auf der Schweibenalp – alpine Permakultur, Kiosk, Garten – rasteten wir, wischten den Schweiss ab, hielten einige Zeit darauf hinüber und hinab nach Iseltwald. Kurz vor dem Ziel leisteten wir uns den gut halbstündigen Abstecher zum Farnihubel und fanden, dass arm dran ist, wer dieses Spektakel verpasst. Nicht in erster Linie der Blick über den ganzen Brienzersee macht es aus, den man vom höchsten Punkt hat. Der Farnihubel selber ist so speziell. Das schummrige, schattige, feuchte Gelände. Die gewaltigen Felsblöcke. Das vorkragende Dach, das sie an einer Stelle bilden. Die üppige Vegetation dazwischen mit Moosbärten und Hirschzungenfarnen. Die hohe Felswand im Hintergrund. Die kühle Brise, die das alles umweht. Wir waren begeistert. Bald darauf erreichten wir Iseltwald. Und nahmen mit unseren Freunden einen späten Zmittag im Chalet du Lac. Er machte die Unternehmung rund.
Der Brienzersee mit der Halbinsel von Iseltwald, Blick vom Farnihubel.
Wenn sich Felsen küssen: am Farnihubel.

Montag, 10. Juli 2023

Klebeband!

Nothilfe für einen Schuh. (Fotos: K. Nidzwetzki)

Also ich sag ja immer, dass Klebeband in den Wanderrucksack gehört. Am Samstag konnte ich es brauchen, als bei den Giessbachfällen Petras Schuh verarztet werden musste. In den folgenden dreieinhalb Stunden erneuerten wir den Verband einmal, ansonsten ging das problemlos. Klebeband hilft wirklich gegen Malheurs aller Art. Mehr von der zugehörigen Wanderung morgen, ich wünsche eine schöne Woche.

Sonntag, 9. Juli 2023

Lade und Kästli

Die Bundeslade, zu ihrer Rechten mit der Leier David.
(16. Jahrhundert, Umbrische Schule, Maler unbekannt / Wikicommons)

Im alten Israel gab es die Bundeslade, eine Truhe, in der die Steintafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt wurden. In Engelberg, las ich eben, bestimmte in vergangenen Jahrhunderten die Talgemeinde den Säckelmeister, zu dessen Pflichten es gehörte, jenes ausserordentliche Behältnis zu beaufsichtigen und zu erhalten, in dem alle Urkunden des Tales abgelegt waren. Man nannte das Behältnis das "Talkästli".

Samstag, 8. Juli 2023

Heiraten sie?

Ostermundigen, Luftaufnahme von Werner Friedli, 1967. 
(Foto: ETH-Bibliothek/Wikicommons)
Geht das relativ kleine Ostermundigen im relativ grossen Bern auf? Jedenfalls ist man der Fusion etwas näher, nachdem eben das Ostermundiger Parlament Ja gesagt hat; das Berner Stadtparlament hatte das zuvor schon getan. Freilich muss das Geschäft in den benachbarten Gemeinden diesen Herbst noch eine Volksabstimmung überstehen, las ich unlängst. Falls die Zusammenlegung kommt, wächst Bern um 18 000 auf neu 153 000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Freitag, 7. Juli 2023

Zuerst Pass, dann Wildsaubratwurst

Fast oben, uff! Unten in Kiental (Bildmitte) sind wir gestartet.
Der Renggpass führt über einen Graskamm. Hinten im Dunst die Wätterlatte.

Widmer, gut getarnt, im Abstieg. (Foto: Ronja)

Sehr lange dauert sie nicht, die Bergwanderung vom Kiental über den Renggpass ins Suldtal, vier Stunden reichen, abgesehen natürlich von Pausen. Doch die Wege sind steil bis sehr steil, wobei man auf der Kientaler Seite im oberen Teil auf einem Alpsträsschen geht. Die andere Seite hats in sich, die erste Stunde steigt man durch verkrautete Wiesen ab, Gras, Farne, Blacken verdecken den nackten Erdboden. Weil es am Vortag geregnet hatte, war am Montag dieser Abschnitt unheimlich rutschig; es wäre schön, wenn da gelegentlich ein Bauer oder Wegmacher mit der Sense zulangen würde. Unten im Suldtal belohnten wir uns im Restaurant Pochtenfall mit deftiger Ware, Ronja hatte die Käseschnitte, ich die Wildsaubratwurst mit Rösti. Feine Sache. Die fünfte Wanderstunde am Suldbach nach Aeschiried war danach leicht, also genau richtig für unsere einigermassen müden Beine.

Kiental, Dorf – Rengg – Renggpass – Undere Obersuld – Restaurant Pochtenfall – Staldeweid – Aeschiried, Schulhaus. 5 Stunden, 955 Meter aufwärts, 900 abwärts.

Impressionen vom Restaurant Pochtenfall. Ein Wasserrad gabs schon im 16. Jahrhundert.