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Mittwoch, 26. April 2017

Intelligente Wandernahrung

Heute nur dies: Studentenfutter kennt jeder. Aber vielleicht müsste man mal die gesteigerte Version mit ins Gelände nehmen: Professorenfutter.

Dienstag, 25. April 2017

Weiler, Fall, Zirkus

Der Weg gibt einem immer etwas, bisweilen erweist er sich dann als besonders grosszügig. So war das am Samstag, als ich im Glarnerland in knapp 2 1/2 Stunden von der Station Luchsingen-Hätzingen via Luchsingen, Adlenbach, Hätzingen, Diesbach und Betschwanden nach Rüti ging - ich wurde reich beschenkt. Die Schwefelquelle von Luchsingen habe ich vorgestern schon behandelt; hier nun drei weitere Dinge, die mich begeisterten.
Luchsingen, Weiler Adlenbach.
Der Diesbachfall.
Die Zelte des Zirkus Mugg an der Linth in Betschwanden.
  1. Luchsingens geschützter Weiler Adlenbach ist herrlich. Ich hatte bis anhin gedacht, dass man im Glarnerland nach Elm reisen muss, wenn man alte Holzhäuser anschauen will. Adlenbach bietet einen ganzen Schübel Holzhäuser, viele aus dem 18. Jahrhundert, einige auch älter. Auf einer gepflästerten Strasse geht man hindurch und ist gebannt und hat immer die Schneekappe des Tödi vor Augen, wenn man südwärts läuft. Wer wissen will, wie das Glarnerland vor der Industrialisierung aussah - voilà.
  2. Bei Diesbach kommt aus der Kärpf-Gegend der Diesbachfall herabgeschossen; es gibt auch die Bezeichnung "Diesbachfälle", da es sich um eine gestufte Angelegenheit handelt. Eindrücklich, wie man den Fall zuerst hört und erst dann sieht, jedenfalls ging es mir so; ein irgendwie maschinelles Rattern in der steilen Waldflanke zeigte ihn an.
  3. Bei Betschwanden erblickte ich schon von weitem eine Serie von Zeltdachspitzen. Seit fünf Jahren haust dort die Zirkusfamilie Mugg. Es gibt Zauber- und Clownvorstellungen und Ferien-Veranstaltungen für Kinder, auch mieten Firmen die Anlage für interne Anlässe. Mittlerweile ist der Zirkus Mugg ein wichtiger Arbeitgeber im hinteren Glarnerland, dem es wirtschaftlich nicht besonders geht.

Montag, 24. April 2017

Gratis Trybol für die Landesregierung

Dieser Eintrag ist ein Beziehungsdelikt, jawohl. Jost auf der Maur war erstens mein Redaktionskollege damals beim Facts; freilich war er dort bereits der bekannte, preisgekrönte Reporter und ich einer der Neulinge, ein Literaturredaktor. Zweitens zog Jost irgendwann weiter und landete schliesslich bei der Schweizer Familie - wohin ich auch bald wechsle. Und drittens publiziert Jost im Echtzeit Verlag wie ich; die Verleger Wendelin Hess und Markus Schneider sind zwei alte Kollegen von uns beiden. Ja, da ist viel Nähe, auch wenn ich Jost seit Jahren eigentlich nur in irgendeinem Tamedia-Gang sehe. Kürzlich nun ging mir vom gemeinsamen Verlag Josts neues Buch zu, "Die Schweiz unter Tag". Es widmet sich hiesigen Tunnels, Kavernen, Schutzräumen, Bunkern und Stollen, die aneinandergereiht eine Röhre von Zürich bis Teheran ergäben; im Graben und Bohren sind wir Schweizer weltweit führend. Die Sammlung von Reportagen macht mir wieder einmal klar, was für ein herausragender Schreiber Jost ist. Ich empfehle sie wärmstens allen; man lernt so einiges über die Unter-Tag-Schweiz, geniesst die Sprache, die elegant, doch nie eitel ist, amüsiert sich bestens über die Art, wie Figuren und Orte präsentiert werden. Hier drei Faktenmüsterli aus dem Kapitel über den ersten Bundesratsbunker bei Amsteg, der im Zweiten Weltkrieg gebaut wurde:
  • Schlafzimmer gab es in drei Klassen: Dienstpersonal (mehrere Kajüten-Betten), Beamte (Zweierzimmer), Bundesrat (Einzelzimmer, mit gesponsertem Mundwasser Trybol).
  • Ein Experte warnte, dass die Stehlampen auf den Nachttischen in den Zimmern der Bundesräte alt, schlecht isoliert und daher lebensgefährlich seien; die Magistraten riskierten, an einem Stromschlag zu sterben. Die Lampen waren wie überhaupt ein Gutteil des Mobiliars, der Teppiche und des Geschirrs aus dem Hotel "Stern und Post" in Amsteg übernommen worden. Der zuständige Bundesrat hatte Steuergelder sparen wollen.
  • Witzige Personalie: Wachtmeister Fritz Reischer, erster Kavernenwart, bot aus freien Stücken an, im angrenzenden Tresorraum der Nationalbank neben dem Geld zu schlafen. Bald stellte sich heraus, dass seine Geliebte der Polizei bekannt war wegen Betrugs und Schmuckdiebstahls. Gegen Reischer gab es 18 Betreibungen, auch war er hochverschuldet. Und also war er wohl nicht der ideale Wachmann zur Sicherung von Währungsreserven. Man entliess ihn.
P.S. Morgen folgt der Eintrag über meine schöne Glarner Wanderung.

Sonntag, 23. April 2017

Beim balneum Luchsingense

Die Schwefelquelle von Luchsingen. Rechts die Tassen für jedermann.
Vorfreudig machendes Schild auf halbem Weg.
Von der Station Luchsingen-Hätzingen hinten im Glarner Grosstal zwischen Schwanden und Linthal geht man hinauf zur Talstation der Brunnenberg-Seilbahn und findet spätestens dort einen der braunen Wegweiser: "Schwefelquelle". Noch einmal eine Viertelstunde auf dem Bergweg, der in diesem Abschnitt eine zwar steile, aber bequeme und breite gekieste Waldpiste ist, dann ist man da. Zur Linken der Bösbächibach und zur Rechten ein Unterstand aus Holz mit Grillstelle sowie die Quelle, die übrigens  auch eine Heilquelle ist; das Wasser, das in der verschatteten Ecke aus dem mit einem Gitter verschlossenen Bergschlitz plätschert und faulig nach gekochten Eiern riecht, Schwefel eben - es enthält auch Glaubersalz. Schon 1542 wurde an diesem Ort gebadet, das ist urkundlich belegt, es gab ein kleines Badstübchen, das allerdings von einer Lawine weggefegt wurde; später badete man weiter unten. Es waren einfache Leute, die kamen, die hablichen Herren und Damen des Landes reisten nach Pfäfers oder auch Baden, um ihre Zipperlein zu kurieren. Im 19. Jahrhundert war Schluss mit dem "balneum Luchsingense", wie das Bad in den lateinischen Schriften hiess. Natürlich nahm ich einen kräftigen Schluck aus der Quelle, Gesundheit kann man immer brauchen; genau aus diesem Grund verzichtete ich auf die Benutzung der Tassen vor Ort und fing das Wasser mit der Hand. So war das gestern; was ich bei prachtvollem Wetter im Glarnerland sonst noch so erlebte - davon bald mehr.
Als ich zur Quelle stieg, schwebte vom Brunnenberg grad die Seilbahn nieder.

Samstag, 22. April 2017

Winterthurs Wunderbrücke

Ihm fehlt noch ein interessanter Park: das Technorama
Winterthur. (Roland zh/ Wikicommons)
Das Technorama Winterthur zog letztes Jahr mehr als 280 000 Besucherinnen und Besucher an, das ist recht beachtlich. Einziges Problem des Museums mit 500 wissenschafllichen Exponaten und Tüftel-Stationen: Die Leute kommen nur, wenn es regnet. Nun will das Technorama sein Draussen aufwerten, es plant Attraktionen im Aussenbereich. Im Zentrum der Neuerungen steht die sogenannte Wunderbrücke, 130 Meter lang, gut 15 Meter über Grund, mit einer Experimente-Plattform ausgestattet. Das Projekt kostet 15 Millionen Franken, Baubeginn ist Ende des nächsten Jahres, auf 2021 ist die Eröffnung geplant.

Freitag, 21. April 2017

Besuch zum Sechseläuten

Glarus ist heuer Gastkanton am Sechseläuten in Zürich; am Montag wird wieder einmal der Böögg verbrannt. Die Glarner sind aber schon heute in der Stadt präsent, um sich zu zeigen und für sich zu werben. Von mir gibts zu dem Anlass einen Artikel im Tagi; ich präsentiere eine Liste mit neun eher unbekannten Glarner Dingen - wer zum Beispiel kennt den Hänggiturm von Ennenda und weiss, welche Institution dort nächstens einzieht? Und wer weiss, wo im Glarnerland das Gessner-Denkmal steht?

Donnerstag, 20. April 2017

Foto Fetzer und die Erstkommunion

Heute etwas Schönes zum Anschauen und Schwelgen. Seit über 100 Jahren fotografiert Foto Fetzer in Bad Ragaz Kinder anlässlich der Erstkommunion. Allein die Festkleidung und ihr Wandel durch die Zeit ist ein Augenschmaus. Hier geht es zur Bildstrecke. Das Foto links kommt aber nicht von Foto Fetzer. Es stammt vielmehr aus Deutschland, wurde im Jahre 1957 aufgenommen und zeigt den Einzug der Erstkommunikanten in die Kirche, Was die dort genau tun, weiss ich nicht, ich bin reformiert. (Bild: Joachim Specht/ Wikicommons)