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Mittwoch, 20. Februar 2019

Der Heimlichmaler von Glattfelden

Schild in Glattfelden ZH.
(Bild: Adrian Michael, Wikicommons)
Recht am eigenen Bild? Privatsphäre und potenzielle Verletzung derselben durch ein Bild? Diskussionen darum gabs schon vor dem Aufkommen der Fotografie, stellte ich dieser Tage fest, als ich Gottfried Kellers Roman "Der Grüne Heinrich" (erste Fassung, um 1850) las. Der Titelheld Heinrich Lee verbringt als Jüngling einen Sommer in Glattfelden, nachdem er in Zürich von der Schule geflogen ist. Auf dem Land tut es ihm die feine, schöne Anna an; er, der gerade die Malerei entdeckt hat, konterfeit sie. Heimlich, aus dem Gedächtnis. Seine kecken Basen entdecken das Bild und stellen ihn zur Rede. Heinrich sagt dies: "Ich erklärte, dass das Blatt mein Eigentum und ich keiner sterblichen Seele eine Verantwortung darüber schuldig wäre, gleichviel ob es ans Tageslicht getreten oder noch im Verborgenen liege, wo ich künftig meine Sachen zu lassen bitte.» Die Basen replizieren derart, dass ich als heutiger Leser das Gefühl habe, die Szene spiele in der unmittelbaren Gegenwart, in der derartige Diskussionen allgegenwärtig sind: "Es könne ihnen nicht gleichgültig sein, sagten sie, ob ihre Bildnisse heimlich und zu unbekanntem Zwecke angefertigt würden. Ich müsste also bestimmt erklären, für wen ich besagtes Werk angefertigt habe oder was ich damit zu machen gedenke; denn dass ich es für mich behalten wolle, sei nach meinen bisherigen Verhältnissen nicht wohl anzunehmen, auch wäre dies nicht zu gestatten.»

Dienstag, 19. Februar 2019

Schals? Mützen?


Aufstieg zum Lindenberg, wir kommen ein erstes Mal ins Schwitzen.
Später auf dem Berg: Blick zu den Berner Alpen.

Gewitztes Viechli am Wegrand.
Im Osten das Bünztal. Und im Westen das Seetal mit dem Hallwilersee und dem Baldeggersee. Dazwischen zieht sich über 20 Kilometer der Lindenberg. Ihm widmeten wir uns am Sonntag wieder einmal. Wir starteten in Boswil AG, stiegen auf nach Buttwil, überquerten den Kamm unseres Berges, kamen nach Müswangen, nahmen dort in der Linde den Zmittag, um schliesslich in Ermensee LU zu enden. All das spielte sich ab unter einer blitzenden, blendenden, gleissenden Sonne und in einer Wärme, die die mitgebrachten Schals und Mützen lächerlich machte. In den höheren Lagen gingen wir, vor allem im Wald, über gefrorenen Schnee. Doch gleichzeitig wanderten wir im Frühling. Es war eine beglückende Verwirrung der Sinne.

Montag, 18. Februar 2019

Blume und Stein

Blume und Stein ergibt Blumenstein.
Schwellung und Brunnen ergibt Schwellbrunn.
Schwarz und Burg ergibt Schwarzenburg.

Soweit das Sonntagsrätsel bzw. seine Lösung - gesucht waren drei Gemeinden. Perfekte Antworten erreichten mich gestern von: Andrea Tonella (um 7 Uhr 03!). Pius Amrein. Stefan Brauchli. Ursi Brem. Isabelle Catherine. Marianne Jeker.

PS: Gestern gingen wir von Boswil über den Lindenberg nach Ermensee. Darüber soll hier noch berichtet werden. Vorerst nur ein Foti.
Ein Foto von gestern: Fasnacht in Müswangen LU.

Sonntag, 17. Februar 2019

Wer weiss es?

Heute wieder einmal ein Sonntagsrätsel. Ein Rebus. Ein Bilderrätsel der Art, dass man zum Beispiel das Wort "Autobahn" darstellt, indem man das Foto eines Autos und einer Bahn zeigt. In den sechs Bildern unten - die Reihenfolge ist willkürlich - sind die Name dreier Schweizer Gemeinden in der Deutschschweiz enthalten. Je zwei Fotos ergeben eine Gemeinde. Wer die drei Orte findet, kann mir die Lösung gern mailen auf widmerwandertweiter@yahoo.de. Schönen Sonntag!

Samstag, 16. Februar 2019

Bünzen!


Heute wird nicht gewandert. Aber morgen. Im Kanton Aargau. Bei der Station Boswil-Bünzen werden wir starten. Bünzen? Da fällt mir grad die Nummer "Das Telefon" von Cés Keiser ein, in der einer ... Aber man höre selber. Lustiger war ein Schweizer selten.

Freitag, 15. Februar 2019

En Schlegel

E Schlegeli Bier.
Gestern hatte ich einen Herrn Schlegel am Telefon. Mir fiel ein, was "Schlegel" im Dialekt bedeutet, einmal abgesehen vom "Trommelschlegel" und ähnlichen Ausdrücken, die mit dem Verb "schlagen" verbunden sind. In der Mundart oder zumindest in meiner Mundart ist ein Schlegel auch eine Flasche: "en Schlegel Moscht", "e Schlegeli Bier" und so weiter. Allerdings brauche ich das Wort nicht mehr aktiv. Während ich derlei Dingen nachsinnierte, merkte ich, dass ich Herrn Schlegel gar nicht mehr zuhörte. Ist Sprache nicht faszinierend?

Donnerstag, 14. Februar 2019

Muss das sein, Air Zermatt?

Ich dachte, der sei zum Retten da: Air-Zermatt-Heli.
(Elisabeth Klimesch/ Wikicommons)
Air Zermatt kam hier schon einmal vor anlässlich einer Fernsehserie über heroische Bergrettungen. Weniger sympathisch ist, was ich heute über Air Zermatt zu berichten habe, nachdem ich gestern einen entsprechenden Tagi-Artikel las. Die Walliser wollen wohl ihre Helis besser auslasten. Jedenfalls bieten sie neuerdings den "schnellsten Skilfit der Welt". Für 1665 Franken können maximal fünf Skifahrer folgendes Package buchen (das macht 333 Franken pro Person): Fahrt im Luxus-SUV ab einer beliebigen Hertz-Mietauto-Station nach Raron, Umsteigen auf den Helikopter, Flug zu den Pisten rund ums Matterhorn, einen Tag Skifahren. Muss das sein, Air Zermatt?