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Sonntag, 7. Februar 2016

Trouvaille Thalwil

In Thalwil bin ich bisher immer nur durchgefahren. Diese Woche stieg ich mal aus, ein Treffen mit einer Person, die ich für meine Zeitung porträtieren wollte. Weil ich viel zu früh dran war, machte ich einen Spaziergang zur Kirche, die erhöht auf dem Plattenfelsen steht und über den Zürichsee blickt. Ich war begeistert, nicht nur von der Kirche, sondern auch von anderen Häusern, an denen ich vorbeikam. Ich nahm mir dann vor, nächstens einmal gezielt Thalwil zu durchstreifen, ich bin überzeugt, da gibt es noch viel mehr zu sehen.
Die refomierte Kirche.
Weitblick von der Kirchenterrasse aus über den Zürichsee.
Der Tanzsaal des ehemaligen Restaurants Adler.
Das Ortsmuseum. Nicht gut zu sehen leider  die Rokoko-Garten-Rabatten.

Samstag, 6. Februar 2016

Kröte macht Wein klar

Ist der vegan?
Keine Ahnung!
Heute wird gewandert. Von Kemptthal geht es auf den Eschenberg, einen der Hausberge Winterthurs, und weiter nach Räterschen. Ich freue mich auf alle und alles und besonders auf das Mittagessen in der zünftigen Bauernbeiz auf dem Eschenberg samt Rösti und einem Glas Rotwein oder zwei. So, jetzt habe ich mir das Stichwort vorgegeben: Wein. Gestern war im Tagi in der Rubrik "Leser fragen" ein schöner Artikel meines Gastrokollegen Paul Imhof, der ein ungeheures Wissen über Produkte zum Essen und Trinken hat; leider ist der Text online nicht greifbar. Paul beantwortet zwei Fragen:
  • Was ist Sternliwein? Die Antwort in aller Kürze: Ein hiesiger Wein mit viel Kohlensäure. Sie ist löslich und bildet beim Öffnen der Flasche einen Stern auf der Oberfläche des Glases. Aber nur, wenn der Wein jung und spritzig ist und früh getrunken wird.
  • Was ist veganer Wein? Die Antwort, wieder stark gerafft: Zur Klärung und Schönung des Weins kann man tierische Stoffe beigeben. Was verschwinden soll, sind Tannine, Pigmente, Phenole, Proteine sowie von Weinstein oder Bakterien stammende Schleier und Fäden. Bei einer Filterung wird man diese Störer nicht ganz los. Besser ist, sie mit einer geschmacklosen Substanz zu binden. Ein Teil der dazu eingesetzten Substanzen ist tierischer Natur: Kasein (aus der Milch), Albumin (ein Eiweiss), Hasenblase (ein Fischprotein), Gelatine (Sülze). 
Vegan ist der Wein, wenn nichts Tierisches beigegeben wurde. Schlechter ist ungeklärter Wein nicht, bloss kann er trüber daherkommen. Kollege Imhof schliesst seine Kolumne mit einem lustigen Hinweis von Jeremias Gotthelf, wie man Wein auch aufhellen kann; vegan ist diese Methode nicht: "Wenn er trüb wird, su tüye si e Krot oder zwo is Fass, de wird er wieder schön luter."

Freitag, 5. Februar 2016

Endbahnhof, sagte der Falschfahrer zum Greifvogel

Ist dieser Adler ein Raubvogel?
Irgendwann hiess es im Zug nicht mehr, man sei gleich in St. Gallen, wo "Endstation" sei; plötzlich war die Rede vom "Endbahnhof". Das Wort tönt mir bis heute komisch in den Ohren. Im Radio sagen sie seit einigen Jahren nicht mehr "Geisterfahrer", sondern "Falschfahrer"; eigentlich schade, denn ein Geisterfahrer ist so unheimlich wie das, was er tut. Finde ich. Aber da kann man sicher geteilter Meinung sein  - mein Argument ist, dass "Falschfahrer" als Wort zu harmlos ist. Kürzlich nun meldete sich bei mir eine Leserin. Sie sagte, sie finde meine Wanderkolumnen gut, aber ich solle doch bitte nicht mehr "Raubvogel" schreiben, sondern "Greifvogel". Denn "Raubvogel" klinge böse. Meine Reaktion auch in diesem Fall: Skepsis und leichter Unwille. Bei "Greifvogel" assoziiere ich dummerweise nur den Vogel Greif. Und "Raubvogel" hat etwas herrlich Anarchisches, finde ich.

Donnerstag, 4. Februar 2016

Wall (II)

Mein Eintrag gestern über die Chinesische Mauer oberhalb von Saas Grund löste einiges an Kommentaren aus, vor allem auf Facebook. Leser Andrea schrieb direkt zum Eintrag folgende Bemerkung: "Auf dem Panoramaweg von Brambrüesch nach Feldis führt der Wanderweg nach dem Dreibündenstein einem ebenso langen Wall entlang. Er trennt die Alp dil Plaun und Plong Urtgicla."

Danke Andrea - ich weiss. Wir gingen den Weg letzten Herbst und fanden den Wall grossartig. Das einzige, was ihm fehlt, ist ein cooler Name. Einer wie "Chinesische Mauer" eben.
Alpwall mit parallelem Wanderweg unterhalb des Dreibündensteins.

Mittwoch, 3. Februar 2016

Die chinesische Mauer im Wallis


Oberhalb von Saas Grund im Kanton Wallis gibt es eine monumentale Steinmauer, welche "Chinesische Mauer" heisst. Sie zieht sich über 600 Meter in der Falllinie des Hanges von 2145 auf 2460 Meter über Meer und verläuft exakt auf der Grenze zwischen Saas Fee und Saas Balen. Wobei die Mauer eigentlich eher ein Wall ist und keine senkrechte Wand, es handelt sich um angehäufte Steine. Offenbar wurde das eigenwillige Bauwerk im 18. Jahrhundert fertiggestellt; es diente der Abgrenzung von Weidegebieten. Das ist so üblich auf Alpen; ein Spezialfall ist aber die Dimension der Walliser Mauer und vor allem ihr Name. Auch auf einer Swisstopo-Facebook-Seite ist die Chinesische Mauer erwähnt; leider erfährt man dort nicht mehr.

Dienstag, 2. Februar 2016

Frohwüchsiges Völklein

Ein Hahn der Rasse "Schweizerhuhn". Ist er nun ein
Schweizer Hahn oder ein Schweizerhahn?
(Wikicommons/ Nienetwiler)
Kennt jemand das Wort "frohwüchsig"? Ich werde es gleich erklären, möchte aber vorweg etwas völlig anderes festhalten, nämlich, dass mich eine Sache dieser Tage besonders froh macht: Wir haben bereits Februar. Dies ist der dritte und letzte Monat eines Winters, der bald vorbei ist, soweit es ihn überhaupt gab. Und damit zu einer nahen Verwandten, die seit kurzem Hühner hat. Seltene, solche der Rasse "Schweizerhuhn", einer Pro-Specie-Rara-Rasse. Ich will das sympathische Federvieh-Völklein, das aus drei Hennen und einem Hahn besteht, bald besuchen. Im Wikipedia-Eintrag habe ich gelesen, dass das Schweizerhuhn die Eigenschaft der "Frohwüchsigkeit" besitze. Ich musste das Wort nachschlagen. Es bedeutet schlicht, dass diese Hühner speditiv wachsen, also schnell Eier legen oder auch als Fleisch zur Verfügung stehen. Ihren Besitzer machen sie somit auf jeden Fall froh.

Montag, 1. Februar 2016

Dänike

Homophonie auf Französisch.
Dänikon
Däniken

Ein Deutscher würde die zwei Ortsnamen unterschiedlich aussprechen. Aber auf Mundart klingen sie gleich, "Dänike".

Die Sprachwissenschaft nennt es Homophonie.  Und da wir nun so schön beim Thema sind, gleich noch der Gegenbegriff: Homographie. Der meint, dass Wörter gleich geschrieben, aber verschieden ausgesprochen werden. Ein Beispiel, diesmal ein hochdeutsches:
modern (Adjektiv: zeitgenössisch) 
modern (Verb: verwesen)