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Mittwoch, 23. April 2014

Frohes Navigieren!

Der Satellit macht die digitale Navigation möglich. (Wikicommons)
E ist endlich soweit: Ab dieser Woche, also ab Freitag, gibt es zur Online-Version meiner Kolumne jeweils auch das .gpx-File. Digital Veranlagte laden es herunter und haben via einen einschlägigen Kartendienst wie Schweizmobil die Route gleich auf ihrem Handy. Frohes Navigieren!

Dienstag, 22. April 2014

Schrecken Heuschrecken

Die Heuschrecke war schon immer da: Detail aus einer altägyptischen Grabkammer.
(Wikicommons/ The Yorck Project: 10.000 Meisterwerke der Malerei)
Kürzlich gabs im "Tages-Anzeiger" eine grosse Geschichte über Tiere, die weite Strecken zurücklegen. Wanderheuschrecken tun es in Massen, ein Schwarm kann bis zu 100 Quadratkilometer gross sein, und pro Quadratkilometer tummeln sich bis zu 80 Millionen Tiere. Ein solcher Schwarm kann in Afrika an einem einzigen Tag so viel Vegetation vernichten, wie für die Ernährung von 400 000 Menschen während eines ganzen Jahres reichen würde. Oh Schreck.

Drei weitere Beispiele:
  • Die weiteste Strecke legt von allen Säugetieren  der Buckelwal zurück. Es sind pro Weg bis zu 8500 Kilometer. 
  • Die weiteste Strecke von allen Insekten legt, jeweils im Herbst, der Monarchfalter zurück; auf bis zu 4750 Kilometer bringt er es.
  • Am höchsten unterwegs ist die Streifengans, sie fliegt auf 9000 Metern über dem Meeresspiegel.

Montag, 21. April 2014

Unser Marathon

Follow the river!
Am Samstag gingen wir in Turgi los und endeten in Ottenbach, Geeren. Dazwischen lagen, den Abstecher nach Mellingen hinein gerechnet, exakt 43 Kilometer. Es waren Kilometer der Freude, des Frierens und Schwitzens, der zwickenden Gelenke, sich ankündigenden Blasen und brennenden Sohlen; man war am Leben, lief, lachte, schnaufte und hatte auch mal einen Durchhänger. Meiner kam auf den Kilometern 36 bis 39, als der Weg ein wenig öd war mit endlos langen Geraden auf Kies. Fotos machte ich praktisch keine, nur ein paar Familienaufnahmen des Grüppleins, die aber nicht öffenlich sind; ich bin die ganze Route schon gewandert, die übrigens herrlich ist mit neun Zehnteln Naturbelag und langen Passagen der unverbauten Reuss entlang; davon habe ich Fotos genug. Hier die Fakten: 43 Kilometer, wie gesagt. Gehzeit gemäss Schweizmobil-Tool 10.26 h, wir brauchten 8.30 h. 363 Meter aufwärts und 267 Meter abwärts; immer wieder mal steigt man vom Ufer ein paar Dutzend Meter auf zu einem Waldrand oder einem Acker und treppelt dann wieder hinab. Das summiert sich.

Hier die Orte, wo wir einkehrten:
  • Der Löwen zu Mellingen, eine bereits 1437 nachweisbare Wirtschaft, damals eine Habsburger-Taverne, heute ein stattliches Bürgergemäuer. Wir hatten Pfefferminztee, Kaffee und dergleichen, und es wurde eine brutale Blase verarztet durch unseren Sanitäter (jawohl, wir haben einen, er hat seine Kunst in der Schweizer Armee gelernt).
  • Das Rohrhofbeizli, eine Besenbeiz kurz nach der Fähre Sulz bei Künten. Wir genossen das geheizte Lokal, denn draussen war es kalt. Die zwei Bauersfrauen, die uns bewirteten, waren wahnsinnig nett. Im Nachhinein bereuten wir es, nicht dort gegessen zu haben.
  • Der Stadthof in Bremgarten. Hier stiess C. zu uns, deren Knie in der Reha ist; hernach wanderte sie tapfer eine Zeit lang mit, um erst beim Flachsee abzudrehen. Das Essen war so so la la, der Service katastrophal; die Frau vergass einfach alles. Wir litten Gefühle der Beengtheit und wähnten, wir wären auf ewig im Gastroverlies gefangen. Meidet den Stadthof, Wanderer! Ausser ihr habt einen halben Tag Zeit.
  • Die Reussbrücke in Ottenbach kurz vor Wanderende. Eine klassische Ausflugswirtschaft, die sich am frühen Abend mit Familien füllte, die mit dem Auto gekommen waren. Wir tranken ein, pardon für den martialischen Ausdruck, Siegerbier. Kurz wurde diskutiert, noch nach Affoltern weiterzulaufen, letztlich kam es nicht dazu.
  • Der St. Gallerhof in Zürich. Das bahnhofsnahe Lokal ist eine der letzten Zürcher Knellen; man hat kein Schuldgefühl, wenn man nur ein Bier bestellt statt irgendwelche interkulturellen Zitronengras-Crossover-Speisen. Leider war unsere Lieblingsserviererin nicht da, Maggy aus Haiti. Wir hätten ihr gern ein wenig von den 43 Kilometern vorgeprahlt.

Sonntag, 20. April 2014

Alter Hase

Der Hase von Zürich im gestrigen "Tages-Anzeiger".
In der Krypta, dem über 1000 Jahre alten Teil des Zürcher Grossmünsters, gibt es ein Säulenkapitell mit einem Hasen. Im Chor findet sich das Motiv ein zweites Mal. Der Tagi schilderte das gestern. Und damit alles Gute zu Ostern, liebe Blogleserinnen und -leser. Möge der Tag des Hasen uns allen Freude bringen.

PS: Es ist vollbracht, wir wanderten gestern einen Marathon, brachten es auf 43 Kilometer. Mehr über unser Reuss-Abenteuer morgen.

Samstag, 19. April 2014

Ich bin auch ein Känguruh

Das Foto entstand am Montag. Im "Sherpa"-Laden gegenüber dem Tagi kaufte ich mir einen Sportbeutel zum Umschnallen; mein Kollege Hannes fotografierte mich, als ich ihm das Ding vorführte. Nicht ohne Zweck habe ich es mir zugelegt (34 Franken kostete es übrigens). Heute nämlich wollen wir an der Reuss endlich den Plan realisieren, 40 Kilometer zu wandern. Und weil die anderen immer so unglaublich schnell gehen, eigentlich rennen, will ich keinen Rucksack tragen; sonst hängen die mich glatt ab. Bereits ist der Beutel gestopft. Er enthält einen Schirm. Ein Ersatz-Thermoshirt. Drei Riegel Schoggi. Das Sackmesser. Plus Blasen-Pflästerli. Ob ich den Beutel vorn oder hinten trage, weiss ich noch nicht.

Freitag, 18. April 2014

Viel Poesie war da nicht

Nachdem gestern alle Arbeiten erledigt waren, die ich mir vorgenommen hatte, spazierte ich von Zollikerberg nach Zürich. Mein Ziel war der Hafenkran an der Limmat, der jetzt ja fertig montiert ist. Meine Laune war gut, See und Fluss von blitzendem Blau, ich nahm mir unterwegs vor, den Kran toll zu finden; schliesslich riskiert man andernfalls, als nicht-weltoffen zu gelten, als Bünzli und Kunstmuffel. Dann war es soweit, und ich war... enttäuscht. Ich finde diesen Kran kein Problem, mich stört zum Beispiel nicht, dass er mit Steuergeldern aufgestellt wurde. Und ob er Kunst ist oder nicht, ist mir schnuppe. Bloss - ich hatte ihn mir imposanter vorgestellt. Und irgendwie passt er zu gut an den Fluss. Man hätte ihn irgendwo auf einer grünen Wiese montieren sollen, das wäre viel frecher gewesen. Zudem ist die Assoziationskette, die er auslöst, halt recht simpel; sie wurde einem in den letzten Monaten derart oft vorgekäut, dass man nur noch gähnt: "Hafenkran gleich weite Welt, Zürich jetzt auch weite Welt, Zürich neuerdings Meerstadt, fertig Binnenmief und -muff." Viel Poesie war da nicht. Ich drehte ab, freute mich fünf Minuten später an der Weite des Sechseläutenplatzes, der nach Ostern mit einem Riesenfest eröffnet wird, und hatte das Kränli bereits vergessen.

PS: Das doofste Mainstream-Argument für den Kran, das ich circa 100-mal gehört und gelesen habe: "Er lohnt sich schon allein, weil er Diskussionen auslöst." Hat sich dann also auch die Minarett-Initiative gelohnt - weil sie Diskussionen auslöste? Ist Diskussionen auslösen ein Wert in sich? Und wie tief waren denn die Hafenkran-Diskussionen? Für mich waren sie albernes Links-Rechts-Gezänk, meist ging es ums Geld.
PS2: Der Würfel von Jean Nouvel im Murtensee damals an der Expo - das war ein mythisches Objekt mit Kraft.

Donnerstag, 17. April 2014

Toggenburger Sprenghaus

Im neuen "Toggenburger Magazin" gibt es einen schönen Artikel über die Familie Länzlinger aus Lichtensteig. Sie wohnt an der Wasserfluhstrasse in einem speziellen Haus - das wiederum hat damit zu tun, dass der Schreiner Leo Länzlinger als junger Mann ein Jahr in Kanada auf einer Farm arbeitete. Dort fing er sich einen Traum ein, den vom Blockhaus aus Zedernholz. Mittlerweile ist es Realität. Es wurde in Kanada aufgrund der Pläne einer Schweizer Architektin gebaut, dann zerlegt und in Lichtensteig wieder aufgebaut. Gemütlich wohnt es sich im Zedern-Ambiente offenbar, wobei ich persönlich es ein wenig unheimlich finde, dass es - so die Reportage - immer wieder laut knarzt und knackt. Die weichen Hölzer sinken immer noch ab, was normal ist; allerdings bedeutet es auch, dass man mittels einer speziellen Schraub-Vorrichtung die senkrechten Stämme regelmässig ajustieren muss. "Wenn die Spannungen zu stark sind, könnten sie das Haus sprengen", sagt Leo Länzlinger.