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Mittwoch, 2. September 2015

Neues vom Peak-Finder-Mann

Hier gibts doch sicher ein schönes Echo: Scherrers-Höhle SG.
Heute gibt es in der Zeitung von mir ein Porträt des Informatikers Fabio Soldati, 40-jährig, den ich den "Echojäger von Zürich" nenne. Er schrieb die Software zu Peak-Finder, einer App, mit der man Berggipfel identifizieren kann - die App in ihren Versionen verkaufte sich bis anhin 500 000 mal. Und jetzt hat Soldati Echotopos mitkreiert, eine App samt begleitendem Browser, die sich dem Echo in den hiesigen Bergen widmet. Es handelt sich um ein Kunstprojekt. Man kann ein Echo melden und einzeichnen, einzelne dieser Echos werden vom Klangkünstler Christian Zehnder, vom Tonmeister Daniel Dettwiler und vom Fotografen Tobias Madörin (er illustrierte eines meiner Wanderbücher) besucht und verewigt.

Dienstag, 1. September 2015

Auf der Riederfurka wohnt sichs schön

Ernest Cassels Villa auf der Riederfurka.
Der Anblick ist jeweils surreal. Man hat kaum die nach 08/15-Art überbaute Riederalp hinter sich, da erblick man im Aufstieg zur Riederfurka ein Unikat von Haus, halb altes Haus von Rocky Docky, halb Herrschaftsvilla. Der angejahrte 25-Zimmer-Klotz ist im viktorianischen Stil erbaut mit Türmchen, Wetterfahnen, Ornamenten; im Inneren gibt es einen Speisesaal und ein Fumoir und natürlich Cheminées, der Täfer ist aus erlesenem Holz. Jawohl, die Rede ist von der Villa Cassel, die ihre Existenz dem deutsch-britischen Financier Sir Ernest Cassel verdankt, einem der reichsten Männer seiner Zeit. Er hatte sich aus einfachsten Verhältnissen hochgearbeitet. Wollte er sich erholen, zog er sich von London in die Walliser Bergwelt zurück, die Villa hatte er 1902 erbauen lassen. Zu Gast bei ihm war bisweilen auch der junge Winston Churchill. Und übrigens hat auch der Ort mit dem seltsamen Namen "Bischofssitz", der auf der Riederfurka ausgeschildert ist, mit Cassel (1852 - 1921) zu tun. Dieser beherbergte bisweilen anglikanische Kleriker, die den Bergblick von besagtem Platz aus sehr genossen haben sollen.

Montag, 31. August 2015

Ich geriet in ein Dorffest

Gestern, Fällanden, das Sommerfest mit Blasmusik.
Gestern wanderte ich hübsch. Ich hatte mir eigentlich einen ruhigen Tag zuhause machen wollen, doch gegen neun Uhr morgens wurde mir langweilig. Exakt vier Stunden dauerte die Rundroute ab meiner Haustür: Zollikerberg - Sennhof - Ebmatingen - Stuhlen - Rohr/Greifensee - Fällanden - Fällander Tobel - Pfaffhausen - Witikon - Trichtenhausen - Zollikerberg. Ich mag das Gefühl, ohne grossen Plan oder fixes Ziel zu laufen. Und ich bin immer wieder erfreut, was mir begegnet. In diesem Fall war es das Sommerfest Fällanden, an das ich zufällig geriet. Ich nahm im Festzelt Platz, ass ein Masaman Curry vom örtlichen Curryrestaurant Bababobo; es war gut, wenn bloss die Assoziation zu DJ Bobo nicht gewesen wäre! Die Blasmusik blies nach Kräften, ich schwitzte, trank ein Quöllfrisch, schwitzte noch mehr, klatsche brav mit, als es um die Zugabe ging; die Musiker schwitzten auch. Hernach entdeckte ich das Fällander Tobel, von dessen Existenz ich nicht gewusst hatte. Und schliesslich gab es einen Glacehalt im Restaurant Fleisch am Chnoche in meinem heimischen Zollikerberg. Eine gelungene Tour, fürwahr! Auch wenn ich ein wenig den Aletschgletscher vermisste, den ich die drei Tage zuvor genossen hatte.

Sonntag, 30. August 2015

Vom Eisstrom ins Tollhaus

Der Aletschgletscher, gesehen von unterhalb des Bettmerhorns.
Darmspiegelung? Nein. Wir sind im Tälligrat-Tunnel.
So, ich bin wieder zuhause. Das mental strengste Stück der Aletsch-Unternehmung von Donnerstag bis Samstag war ganz am Schluss, gestern abend, die Durchquerung des Street-Parade-Nachszenarios am Bahnhof Stadelhofen in Zürich. Meine Forchbahn fuhr dort nicht, auf den Schienen hockten und lagen Leute, der Abfall türmte sich, ich musste zum Hegibachplatz laufen, erst dort konnte die Bahn halten und laden. So what. Die drei Tage im Wallis waren wunderbar gewesen. Gestern machten wir eine Wanderung, die gar nicht lang war, gut vier Stunden. Aber ungeheuer abwechslungsreich war sie. Wir starteten bei der Bergstation des Schönbiel-Sesselliftes auf der Bettmeralp, gingen zur Fiescheralp, hielten hinauf ins Obere Tälli, nahmen den Tunnel durch den Tälligrat, kamen zum Märjelensee. Da war er wieder, der Aletschgletscher. Nach der Rast samt jeder Menge gebannten Betrachtens ging es auf einem grossartigen Höhenweg zum Bettmerhorn hinauf. Unten auf der Bettmeralp war dann noch Zeit fürs Essen im Restaurant Alpfrieden - sehr gut! Und fürs Shopping; ich kaufte mir ein Roggenbrot und eine scharfe Knoblauchwurst. Und alsbald ging es Richtung Tollhaus Zürich.
Der Bergweg Märjelensee-Bettmerhorn. Viel Volk war auf ihm unterwegs.

Samstag, 29. August 2015

Als die Bettmeralp eine Alp war

Gestern bei grandiosem Wetter eine knapp fünfstündige Route: Bettmeralp - Riederalp - Riederfurka - Silbersand - Kalkofen - Chatzulecher - Biel - Bettmersee - Bettmeralp. So aus der Nähe wirkte der Aletschgletscher, grösster Eisstrom der Alpen, ziemlich zerquält und zerfurcht mit schmutzigen Seiten- und Mittelmoränen. Wieder zurück, schaute ich mir auf der Bettmeralp deren letzte, erinnerungshalber konservierte Alphütte an. Bis Mitte der 1950er-Jahre war die Bettmeralp, was ihr Name besagt: die Alp des Dorfes Betten. Kein Mensch lebte im Winter auf ihr. Es muss eine andere Welt gewesen sein. P.S. Heute geht es zum Märjelensee. Und abends wieder heim.

Freitag, 28. August 2015

Majestät Eis

Gestern Mittag um 11 Uhr 33 war es soweit. Von der Aussichts-Plattform am Bettmerhorn erblickte ich den Aletschgletscher. Das war ergreifend. Ob er wesentlich kleiner ist als vor Jahren, als ich ihn das letzte Mal sah, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Auf einer Tafel las ich: Würde man ihn abtauen, könnte man die ganze Erdbevölkerung über sechs Jahre täglich mit einem Liter Wasser versorgen. 27 Milliarden Tonnen wiegt er. Heute wollen wir Majestät Eis wandernd eine Visite abstatten.

Donnerstag, 27. August 2015

Wie er wohl aussieht?

Der Aletschgletscher vom Bettmerhorn aus.
(Pick 83/ Wikicommons)
Heute geht es ins Aletschgebiet. Auf die Bettmeralp genauer gesagt. Ich bin gespannt auf den Aletschgletscher, Freunde sagen mir, dieser sei in letzter Zeit ein jämmerlicher Anblick, wegen der Gletscherschmelze. In ein paar Stunden weiss ich mehr. Mit meinem Grüpplein will ich in den zwei nächsten Tagen zwei mittelstrenge Routen laufen, natürlich gehören zu den Orten, die wir erwandern wollen, die Riederfurgga, der Aletschwald, der Märjelensee und das Bettmerhorn. Die Musts halt. Mehr demnächst in diesem bewegten Blog.

P.S. Gestern war in meiner Zeitung ein schöner langer Artikel über Willy Kobler, der in den Ruhestand tritt. 41 Jahre lang war er Wetterwart auf dem Säntis.