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Donnerstag, 18. Dezember 2014

Mauldürre auf dem Weissenstein

Schweigen, bisweilen eine Untugend.
Man kommt dieser Tage fast nicht nach mit Vermelden neuer Dinge. Bereits war hier die Rede von der frisch gestarteten Rotenfluebahn im Kanton Schwyz. Und von Basels nach Weil verlängerter Tramlinie acht. Womit mir bleibt, den Start der neuen Weissenstein-Gondelbahn anzukündigen. Sie nimmt am Samstag den Betrieb auf, und ich will sie möglichst bald testen. Was mir übrigens wie im Fall Rotenflue auch bei dieser zugehörigen Homepage auffällt: Sie ist nicht gesprächig und kundenfreundlich. Unaktuell ist sie. Der Winter findet auf ihr in Form von nichtssagenden Ankündigungen statt ("Schneesporttage"). Das Konkrete hingegen fehlt. Ich staune immer wieder darüber, wie muultüär* unsere Touristiker sind; meinen die denn, dass jeder ihr Gebiet und seine Routen kennt? Ich kann es nur ab und zu wiederholen: Das Internet ist die Werbegelegenheit, ihr Kleintouristiker. Wann begreift ihr das und packt genug Information drauf, die dem Auswärtigen Lust macht, so dass er zu euch kommt? Soll ich hinüber auf die Hasenmatt schneeschuhen, hinunter nach Gänsbrunnen waten, zum Hinter Weissenstein und retour promenieren; was ist gepfadet, was ist gespurt, was ist gefährlich? Die Sommerkarte hilft mir da nicht viel. Gebt mal Laut, Leute!

* Appenzeller Dialekt. Mauldürr, also wortkarg, einsilbig, verschlossen.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Neuenburg dreht sich um sich selbst

Neuenburgs Seepromenade könnte etwas mehr Leben vertragen.
In der NZZ war ein Artikel über Neuenburgs Seepromenade. Diese ist ungastlich: wenig Sitzmöglichkeiten, spärliche Grünfläche, kaum Gelegenheit zur Einkehr; zudem trennt die Kantonsstrasse den See vom Zentrum. Die Tristesse gipfelt im  Expogelände Jeunes-Rives, das seit 2002 vor sich hin dümpelt und zum Grossteil als Parkplatz herhält. Nun aber gibt es Hoffnung für Jeunes-Rives. Die Regierung hat das Projekt "Ring" lanciert - bereits wurde die Bevölkerung befragt. Die reagierte positiv, und so könnte 2015 ein Planungskredit resultieren. Ziel ist eine grosse, ovale Rasenfläche, umgeben von einem Asphaltring, auf dem Fussgänger, Velofahrer, Skater zirkulieren können. Neuenburg dreht sich bald um sich selbst.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Die neue Bahn und ihr Kapitalverbrechen

Appetitfotos von der Homepage der neuen Bahn. (Screenshot)
Seit dem Wochenende ist die neue Rotenfluebahn also in Betrieb; nächstes Wochenende öffnet das zugehörige "Gipfelstubli", das die Auslastung der Anlage fördern soll. Die Vorgängerin - wir reden übrigens von der Mythenregion SZ - stellte den Betrieb 2004 ein. Zehn Jahre später nun eine schnelle Achter-Gondelbahn, die bis zu 500 Personen pro Stunde über die 2700 Meter Seildistanz befördern kann. Nicht ganz klar ist mir, was man oben tut, wenn man nicht skifährt. Einfach nur einkehren? Auf der Homepage der neuen Bahn finde ich keine Anregungen für Winterwanderer oder Schneeschuhler, bloss einen Link zur Mythenregion als Ganzes, auf deren Panoramakarte die neue Bahn aber fehlt. Das kann ja alles noch kommen. Bitte möglichst schnell, Bahnbetreiber!

PS: Man öffnet eine bestimmte Homepage und wird von brutal lautem Sound begrüsst: ein Kapitalverbrechen des Internets. Auf der Homepage der Rotenfluebahn ist es ein Ländler, der einem fast die Trommelfelle zerreisst.

Montag, 15. Dezember 2014

Es gebe keine Gläser mehr, sagte der Schiffskellner

Himmel über dem Pfannenstiel.
Schifflände Meilen um halb fünf Uhr nachmittags.
Unsere Weihnachtswanderung vom Samstag begann und endete am Zürcher Bellevue; dort versorgten wir uns um neun Uhr morgens mit einem Startkaffee to go, dort nahmen wir 12 Stunden später ein Schlussbier. Dazwischen erstreckte sich ein dichter und genussvoller Tag. Wir
Beim Bürkliplatz in Zürich.
  • hatten Föhn und die Alpen wunderbar nah; Säntis, Churfirsten, Spitzmeilen, Druesberg, Glärnisch mit Vrenelisgärtli, Rigi, Pilatus, Eiger, Mönch und Jungfrau; dazu all die Voralpenhügel von Schauenberg und Rosinli über Hörnli, Schnebelhorn, Bachtel bis Etzel und Höhronen.
  • nahmen einen Kaffee im Café des Migros Waltikon; ein bizarrer, eigentlich ungemütlicher Ort, der doch Sozialstudien erlaubte. Gar nicht so leicht, zehn Leute dann wieder zusammenbringen, das verschwindet aufs WC, geht mal schnell in den Migi, um Mineral zu holen, trifft einen Bekannten und gsprächlet; so verliert sich eine Gruppe.
  • tranken nach fünf Stunden Apero im Restaurant Vorderer Pfannenstiel, draussen, in der Sonne.
  • stiegen lang ab durch das Meilemer Tobel; immer wieder ein schöner Weg,  endloses Schlängeln des Pfades, braunes Laub, Stege und Tritte und Biotöpchen.
  • hatten die ganze Wanderung über das Gefühl, es sei Frühling; sogar der Gfrörlig Widmer nahm mal kurz sein Palästinensertuch ab.
  • nahmen im Löwen an der Schifflände Meilen gleich wieder einen Apero; eine nette Trendbar haben die dort.
  • verzichteten deswegen aber nicht auf den Apero auf dem Schiff von Meilen nach Zürich, das übrigens sehr, sehr gut gefüllt war. Der Kellner, der aussah wie ein tschechischer Schlagersänger, eröffnete uns als erstes, dass es keine Gläser mehr gebe.
  • kamen in der Abenddunkelheit in Zürich an und sahen als erstes eine urherzige Guetzlidose, ein Weihnachtstram.
  • assen sehr gut im Hühnerhimmel, wobei Hund Emil ein wenig schmollte, weil wir für ihn keine Keule bestellt hatten. Ich hatte panierte Hühnerbeine, die - wider ihr durch billige Chicken Wings verdorbenes Image - wirklich toll waren. Dazu hausgemachte Pommes. Und später einen Eiscafé.
  • rollten wieder hinab zum Bellevue und liessen in der Rondellbar den göttlichen Tag ausklingen: 23 Kilometer, 6.10 h Gehzeit, circa 570 Meter auf und ab. Zürich Bellevue - Zürihorn - Werenbachtobel via Burgwies bis Zollikerberg - Waltikon - Forchdenkmal - Forch - Guldenen - Guldener Höchi - Pfannenstiel, Hochwacht - Vorderer Pfanennstiel - Toggwil - Meilemer Tobel - Meilen, Bahnhof - Meilen, Schifflände.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Weil per Tram

Von Basel kommt man jetzt mit dem Tram nach Weil.
Das hat es in Europa seit 75 Jahren nicht mehr gegeben: grenzüberschreitenden Strassenbahnbau. Eben startete das verlängerte Basler Tram Nr. 8. Es fährt im 15-Minuten-Takt hinüber ins benachbarte Weil, Deutschland. 100 Millionen Franken kostete das Projekt, das Grenzgänger lieben, Basels Gewerbler hingegen hassen, weil jetzt vermutlich noch mehr Leute zum Einkaufen mal kurz ins Ausland abhauen.

PS in Bildform: Jösses, was war der Emil geschafft, am Schluss, auf dem Schiff! Sanft verdöste er die Fahrt von Meilen nach Zürich. Wir wanderten gestern 23 Kilometer. Das Wetter war herrlich, der Föhn rückte uns den Alpenkranz verblüffend nah vor Augen, wir hatten Frühlingsgefühle. Mehr über die wunderschön-bizarre Weihnachtswanderung in der Pfannenstielgegend morgen in diesem Blog.

Samstag, 13. Dezember 2014

Heute wird geweihnachtswandert

Heute findet die Weihnachtswanderung meines lieben Fähnleins Fieselschweif statt mitsamt dem anschliessendem Nachtessen. Zehn Leute sind angemeldet. Es gibt Zürich-nah eine sechsstündige Wanderung (wobei man auch erst in der Mitte dazustossen kann). Einen Apero (nach gut fünf Stunden). Und eine Schifffahrt (von Meilen nach Zürich, mit Zweitapero). Ich freue mich, man wird auf das Wanderjahr anstossen, das unglaublich viel offeriert hat und am 1. Januar schon gut begann mit der Route von Kerzers nach Biel.

PS: In eigener Sache sei mitgeteilt, dass ich im neuen Jahr Tagi-intern wechseln werde - vom Hintergrund/Analyse-Ressort in den Zürichteil. Warum? Journalisten sind in der Regel Glücksritter und mögen es mobil. Ich wurde von meinem Chef und Kollegen, der wechselt, gefragt, ob ich mitkommen wolle, und hatte Lust. Immerhin war ich jetzt sechs Jahre Hintergründler (in der letzten Zeit auch Teamleiter). Meine Wanderkolumne im Kultur-Gesellschafts-Bund ist nicht tangiert und läuft fröhlich weiter.

Freitag, 12. Dezember 2014

Ebersecken bleibt handyfrei

Ebersecken liegt im Norden des Kantons Luzern.
Ebersecken, schrieb ich vor längerem, ist ein Unikat im Kanton Luzern: eine Gemeinde ohne Handy-Empfang. Vor einiger Zeit spannte man dort deshalb mit der Swisscom zusammen und plante, ausserhalb der Bauzone, den Bau einer 25 Meter hohen Antenne. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz erhob Einsprache und bekam kürzlich vor Kantonsgericht recht. Jetzt, hörte ich eben im Radio, überlegen sich Ebersecken und Swisscom offenbar, die Sache vors Bundesgericht weiterzuziehen. Sicher ist das aber noch nicht. Und jedenfalls bleibt Ebersecken vorerst ein handyfreier Flecken. Was ja auch seine Vorzüge hat.

PS: Weiss jemand, was Hrywna ist? Flotzmaul? Ein mechanischer Fallblattanzeiger? Heute gibt es von mir in der Zeitung eine Seite mit Wörtern, die ich im 2014 als Zeitungsleser neu gelernt habe.