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Samstag, 25. März 2017

Die Festplatte von 1932

Pavatex-Produktion in Cham.
(Frank Schramm/ Wikicommons)
Als ich in Cham ZG auf dem Industriepfad an der Lorze unterwegs war, las ich auf einem Schild, dass in Cham am 17. November 1932 die erste Festplatte produziert worden sei. Kann das sein? Es kann, da es sich nicht um einen Bestandteil des Computers handelt; in diesem Fall gemeint ist die Festplatte aus Holz. Die Papierfabrik Cham fand einen Weg, ihre Schleifabfälle zu nutzen, indem sie das Material verfestigte und presste. 1936 wurde das Verfahren in eine eigene Fabrik ausgelagert, die Pavatex. Der Name ist bis heute geblieben und erstreckt sich auch auf das Erzeugnis, jene im Bau so beliebten Platten und Wände; in dem Wort versteckt sich "Pava" gleich "Papierverarbeitung".

Freitag, 24. März 2017

Il muro di Gudo

Ich bin enttäuscht, ich hätte gedacht, das
Gemeindewappen von Gudo würde die
eisenzeitliche Mauer zeigen. Stattdessen
Reben und irgendein barbarisches
Werkzeug. (Wikicommons)
Im 4 oder auch 3. Jahrhundert vor Christus, in der späten Eisenzeit, bauten Menschen im Tessin eine lange Mauer; 20 Meter dieser Mauer wurden vor einiger Zeit entdeckt und archäologisch dokumentiert. Die Mauer bei Gudo diente offenbar dazu, eine Siedlung zu schützen, wurde diese Woche bekannt. Und zwar nicht vor irgendwelchen andrängenden Plünderern oder Soldaten, sondern vor dem Hochwasser des Ticino samt Zuflüssen. Gudo liegt übrigens fünf Kilometer westlich von Giubiasco.

Donnerstag, 23. März 2017

Turmkrise

Vals im Jahre 1895. (Wikicommons)
Gemäss Berichten sieht es so aus, als sei Remo Stoffels umstrittenes Turmprojekt in Vals in einer Krise. Coca-Cola besitzt den Boden und will die Sondierbohrungen für eine Untersuchung des Grundes, in dem der 381-Meter-Turm verankert würde, nicht zulassen. Nun sucht die 7132 AG, die hinter dem Projekt steht, einen anderen Standort. Doch der Zonenplan gibt da nicht viel her. Auch käme der Turm in diesem Fall nicht direkt neben die Felsentherme zu stehen, und genau das ist der Clou des Vorhabens.

Mittwoch, 22. März 2017

Neues von der Schweizer Familie

Für sie wandere ich auch.
Ein Hinweis auch in eigener Sache: Die Schweizer Familie, in der meine Wanderkolumnen ebenfalls zu lesen sind, ist neuerdings mit einem starken Auftritt im Internet präsent. Dazu gehört, dass man mit einer Suchmaschine die Hefte nach erschienenen Freizeit-Tipps durchsuchen kann; eine Kategorie ist natürlich "Wandern", man kann bei der Suche einstellen, welche Jahreszeit in Frage kommt und ob das etwas für Leute mit Kindern ist. Gute Sache.

Dienstag, 21. März 2017

Das Verbrechen des Sulzjoggi

Werthenstein LU mit der kleinen Emme.
Jakob Schmidlin, geboren 1699 in Hergiswil bei Willisau in eine mausarme Familie, ums Leben gebracht 48 Jahre später in Luzern durch obrigkeitlich verfügtes Erwürgen. Von den Leuten, die sich um ihn geschart hatten, wurden an die 80 verbannt, andere eingekerkert, wieder andere in die Galeerensklaverei verkauft. Was hatte Schmidlin Schlimmes verbrochen? Den Pietismus hatte er entdeckt und gelebt, jene volkstümliche Frömmigkeit, welche ganz ohne Priester funktioniert, die einem Himmel und Hölle predigen und für die meisten ihrer Handlungen kräftig kassieren. Luzerns Obrigkeit versuchte damals mit allen Mitteln, den Katholizismus als Staatsreligion zu verteidigen, daher das brutale Vorgehen gegen Schmidlin und seine Anhängerschaft. Nicht nur der Pietist selber wurde am Ende vernichtet, sondern auch sein Heimwesen Sulzig oberhalb Werthenstein, wo er sich als Kleinbauer, Knecht, Fuhrmann durchgeschlagen hatte. Von dort hat er den Übernamen, unter dem er bis heute als ein Exempel für die traurigen Zustände im Ancien Regime herhält: Sulzjoggi oder auch Sulzigjoggi.

Montag, 20. März 2017

Kommt der Frühling, kommt das gelbe Büchlein

Man kann das Fliessen der Zeit im Jahr an allen möglichen Ereignissen festmachen: Weihnachten, Sommerzeit, Zibelemärit, Dreikönigskuchen usw. Auch das Büchlein der Zürcher Wanderwege ist eine solche Markierung - eben ist es eingetroffen gleichzeitig mit den Leberblümli im Wald und den Primeln überall in den Vorgärten. Wie immer sehr praktisch, das Ding; die Wanderungen, zu denen die Zürcher Wanderwege laden, sind in Text und Karte wiedergegeben, so dass man einen kleinen Wanderführer in Händen hält. Kommt Frühling, kommt das gelbe Büchlein. Bestellen kann man es übrigens hier.

Sonntag, 19. März 2017

Leseglück

Steffisburg (nah Thun) hat eine
Burg im Gemeindewappen.
Wo die Burg allenfalls einst
stand, weiss man nicht.
(Aliman/Wikicommons)
Am Freitag abend las ich in Steffisburg und kam dann so spät nach Hause, dass mir die Energie fehlte, am nächsten Tag wandern zu gehen. Aber schön war der Ausflug durchaus; ich geniesse es immer, die Leute zu treffen, die meine Kolumne lesen oder meine Bücher kaufen. Mir gefiel auch der Ort des Steffisburger Anlasses. Er trägt den guten Namen "Das Leseglück". Es handelt sich um einen Doppelraum, wo man gebrauchte Bücher kauft, aber auch Kaffee und Kuchen trinkt, an einem Schreibseminar teilnimmt oder eben an einer Lesung; aufgebaut hat den Betrieb die Journalistin Regula Tanner. Das stubenartig eingerichtete, enorm gemütliche Lokal mit seinen 40 Plätzen war bei meinem Auftritt voll, meine Knie stiessen fast mit denen der Leute in der vordersten Reihe zusammen, besser so als zuviel Abstand zum Publikum. Mit einigen Besucherinnen und Besuchern kam ich später ins Gespräch, so mit dem Berner Wanderautor Franz auf der Maur, dessen Bücher bei mir zuhause im Regal stehen, den ich aber bisher nicht kannte; von ihm habe ich profitiert. Und auch meine Kanti-Schulkollegin Elsbeth war gekommen, die ich seit den Achtzigerjahren nicht mehr gesehen habe; sie arbeitet in der Gegend als Lehrerin. Was für eine Überraschung!