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Sonntag, 1. Mai 2016

Ein bisschen Betonologie

Hoffentlich stimmt die Mischung.
Bald wird der neue Gotthard-Bahntunnel eröffnet. Im Tagi läuft zu diesem Jahrhundert-Ereignis eine Serie, die ich gerne lese. Kürzlich kam ein Teil, der sich mit dem Aushub befasst. 28 Millionen Tonnen Gestein wurden während des Neat-Basistunnel-Baus abgebaut. Zwei Drittel sind Schüttmaterial, sie gehen zum grossen Teil ins Ausland. Ein Drittel aber konnte an Ort und Stelle wiederverwendet werden, bei der Produktion von Beton für den Bau. Nur ein Drittel. Die Sache ist nämlich nicht so einfach. Das Gemisch Beton ist bloss mit gewissen Gesteinssorten anreicherbar, Granit und Gneis vor allem. Gibt man andere Gesteine zu (auch sie gibt es im Gotthard-Gebiet), dann wird der Beton nach ein paar Jahren rissig, spröd, bröckelig, weil diese Gesteine chemisch reagieren. Oh je. Bestimmte Kerle kommen hart daher und sind doch wahnsinnig empfindlich.

PS. Das Samstagspikett beim Tagi ging ohne Anruf vorbei, wunderbar. Heute nun gehe ich an den 1. Mai, über den ich berichten soll.

Samstag, 30. April 2016

S Rössli isch wieder offe

Das Rössli in Zumikon.
Leider wird dieses Wochenende nicht gewandert. Ich habe Samstagspikett für den Lokalteil meiner Zeitung, und am Sonntag habe ich Sonntagsdienst und werde den 1. Mai in Zürich betreuen. Den offiziellen Teil, versteht sich. Die Krawalle, so es sie gibt, wird Gott sei Dank der Polizeireporter abdecken.

Gestern Freitag machte ich bei schönstem Wetter einen Spaziergang vom Zollikerberg zum Nachbarort Zumikon und retour. Das dauerte eine Stunde; gerade richtig, um mal kurz das alte Knochengestell durchzuschütteln. Beglückt hatte ich zuvor aus unserer Lokalzeitung vernommen, dass das Rössli in Zumikon, die alte Dorfbeiz, jetzt wieder offen sei. Ich ging also hin, trank einen Kafi und merkte mir die Wirtschaft für mehr vor. Sie ist inwendig schön dunkel, eine Handwerkerheimat; und die Speisekarte spricht mich an. Gschnätzlets mit Röschti im Rössli: ein guter Plan, der bald verwirklicht werden soll.

Freitag, 29. April 2016

Esterliturm?

Lenzburg. Aber am Esterliturm kam ich nie vorbei.
Das ist er! Der Esterliturm!
(Tschubby/ Wikicommons)
In der Schweiz gibt es über 50 Aussichtstürme. Das neue Wandermagazin Schweiz widmet ihnen seine Titelgeschichte. Man erfährt zum Beispiel, dass vor dem Turm im 18. Jahrhundert gut gewählte Plätze zum Beispiel am Rand eines Abhanges den schönen Blick ermöglichten; bald darauf baute man in der Romantik des frühen 19. Jahrhunderts gerne Minitürme mit einer Plattform obendrauf, die sogenannten Belvedere. Vermutlich der erste richtige Aussichtsturm der Schweiz war dann die Tour Jürgensen oberhalb von Les Brenets im Neuenburgischen. Und der höchste Aussichtsturm im Land dürfte der Esterliturm bei Lenzburg sein, 48 Meter hoch, 1974 erbaut, Stahlbeton. Esterliturm? Nie gehört!

Donnerstag, 28. April 2016

Firnis. Und Käse

Firnis ist eine klare Flüssigkeit, die am Schluss auf ein Gemälde aufgetragen wird, um dieses zu schützen. Französisch heisst das Wort: vernis. Weil Künstler zu dem feierlichen Akt gern Freunde oder Mäzene einluden, entstand das Wort "Vernissage". Womit wir bei gestern abend wären: meiner Buchvernissage im "Miller's" in Zürich. Was soll ich sagen? Ging gut. Es ist, wenn man der Hauptdarsteller einer solchen Veranstaltung ist, schwer, Genaueres zu vermerken, man ist zu absorbiert, um gut zu beobachten und aufzunehmen. Jedenfalls waren 230 Leute gekommen, das fand ich grossartig. Und das Gespräch, das mein Kollege Edgar Schuler mit mir führte, war glaubs munter. Allen, die kamen, danke ich ganz herzlich.


PS: Seit wann wird auf der Alp gekäst? Nenei, Sie! Viel länger als seit dem Mittelalter. Nämlich seit 3000 Jahren. Das las ich gestern und fand es sehr interessant, hier der Link.


Mittwoch, 27. April 2016

Freuden von Freunden

So. Heute ist (um halb acht im "Miller's" in Zürich-Tiefenbrunnen) die Vernissage meines Buches. Ich gestehe, ein wenig nervös zu sein, wie es sich ja auch gehört. Sollten meine Magennerven im Vorfeld zu sehr surren, werde ich mir vor dem Aufbruch zuhause einen Vermouth de Gents von Freund HG Hildebrandt zuführen; mehr zu diesem Wundergetränk, das neben Genuss- auch Heilmittel ist, bald einmal in diesem für alles Gute stets offenen Blog.

Und da wir nun schon bei den Freuden von Freunden sind: Gefreut hat mich René P. Moors gestern erschienene Besprechung meines Buches respektive Büchleins "Schweizer Wunder" in seinem Blog. Danke, René!

Dienstag, 26. April 2016

Historische Ausflüge

Eine Neuerscheinung, die mir kürzlich zuging und die ich interessant finde: "Die 100 wichtigsten historischen Ausflugsziele - Schweizer Geschichte erleben". Das Buch ist grossformatig und opulent bebildert. Es führt linear, beginnend mit der Eiszeit und der Prähistorie, durch die Geschichte unseres Landes und endet in der nahen Gegenwart mit einem Kapitel zum Zürcher Flughafen. Zu jeder behandelten Epoche wird ein Ausflug vorgeschlagen. Zum Beispiel die Reformation: Das Buch empfiehlt das Reformationsmuseum in Genf. Ich gestehe, von ihm noch nie gehört zu haben; ich würde gern bald mal da hin und mir vorführen lassen, wie das mit Genf und Calvin war.

PS: Ich kam gestern morgen früh ins Büro und wurde gleich als erstes gebeten, einen Nachruf auf Marlies Schoch zu schreiben. Machte ich gerne, Ehrensache, denn ich kannte und schätzte sie ja seit meinen Jugendjahren. Marlies war die Wirtin auf der Hundwiler Höhe. 45 Jahre lang, 365 Tage im Jahr. Der Berg ohne sie: eigentlich unvorstellbar.

PS: Heute bin ich so früh dran, weil ich um fünf aus dem Haus muss, ab sechs bin ich der Tagi-Morgenblogger.

Montag, 25. April 2016

Tour de Menhir

Er steht seit 2000 an dieser Stelle: Stein beim Pferdehof Homberg. 
Menhir-Reihe im Wald oberhalb Herferswil.
Die Frau gehört der Gegenwart an.
Am Samstag wanderten wir von Mettmenstetten via Obermettmenstetten, Herferswil, Linden, Türlersee, Chloster, Müliberg, Dachs, Bislikerhau nach Affoltern; das dauerte knapp vier Stunden (412 Meter aufwärts, 378 abwärts). Eigentlich war eine längere Unternehmung geplant, doch brachen wir ab, als es im Bislikerhau zu schütten begann, als habe einer eine Dusche aufgedreht. Die Landschaft war schön, stellenweise gar grandios, unser Interesse galt aber in erster Linie einem: den Menhiren, also prähistorischen Steinen, die in der Gegend ausgiebig gestreut sind, wobei man oft nicht weiss, wo es sich um einen ganz normal abgelagerten Findling handelt und wo um einen Findling, der von Menschenhand neu positioniert wurde. Nachfolgend die vier Menhire bzw. Menhir-Anlagen, die wir besuchten - und zuvor noch zwei Dinge. Erstens findet man auf dieser Homepage, wenn man hinunterscrollt bis zum Punkt "Archäoastronomie", zwei Texte zu den Menhiren im Säuliamt mit viel Information. Und zweitens liefere ich in meinem Eintrag die Koordinaten mit, man kann sie zum Beispiel im Suchfenster von Schweizmobil eingeben. Jetzt zu den Menhiren:
  1. Am Wanderweg bei der Homberg-Lichtung mit dem grossen Pferdehof oberhalb Obermettmenstetten kamen wir zu einem liegenden Gross-Findling mit einem zweiten, auf ihm teilweise aufliegenden kleinen Findling. Ein Gnappstein? Davon spricht man, wenn ein Stein derart kunstvoll aufgestellt ist, dass er bei aller Schwere leicht von Menschenhand ins Wackeln gebracht werden kann. Über einen Gnappstein spekuliert der örtliche Menhirforscher Richard Walker, gibt aber zu, dass in diesem konkreten Fall der kleine Findling nicht bewegt werden kann. Ist er verrutscht? 678670 233760.
  2. Gleich danach ist beim Zaun des Pferdehofes ein einzelner Menhir in aufrechter Position zu sehen. Er ist eindrücklich. Aber ist er echt, war er Teil eines Kultzusammenhanges? Bekannt ist, dass ihn der Bauer im Jahr 2000 in der Nähe fand und aufstellte. 678900 233720.
  3. Weiter oben, weiter gegen Herferswil zu, liegt abseits des Wanderweges, zugänglich auf einem schmalen Trampelpfad, eine recht lange Menhir-Reihe. Sie macht Eindruck, es ist auch kaum denkbar, dass irgendeine Laune der Natur die Reihe baute; hier waren Menschen am Werk. Gleich darunter ein neuzeitlicher Kreis aus verflochtenen Ästen, offenbar kommen Megalith-Freaks hierhin, um sich irgendwie rituell zu betätigen. Aber nicht bei schlechtem Wetter, wir waren jedenfalls allein. 679320 233920.
  4. Viel später, erst nach dem Zmittag, kamen wir zum Bislikerhau oberhalb Affoltern. Dort wimmelt es laut Forscher Walker von Menhiren. Doch eben, der Regen. Wir besuchten bloss den Steinkreis, der kürzlich im Tagi gross vorgestellt wurde und bisher kaum jemandem bekannt war. Er liegt auf einer Anhöhe und ist ebenfalls durch ein Weglein zugänglich. Neun Steine sind zum Rund gruppiert. Wir schauten und staunten. Und dann flohen wir Richtung Affoltern. 677700 237660. 
    Wenn es nur nicht so geregnet hätte: Steinkreis im Bislikerhau.