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Samstag, 23. Juni 2018

HAL

Und das ist erst der Anfang: Widmer gestern im unteren Teil der Leiternstrecke.
Ich kam gestern abend spät heim. Müde von der langen Zugreise ins Wallis und retour, müde von der Mischung aus Biswind und mediterraner Sonne, müde vor allem von der Wanderung. Doch vor allem war (und bin) ich stolz und möchte dies verkünden. Wenn Wanderer wie Könige eine Titulatur hinter ihren Namen trügen, bestünde diese doch wohl aus besonders edlen und spektakulären Routen. Ich finde, in meine Titulatur gehört per sofort das Kürzel HAL. Es steht für: Held der Albinenleitern. Gestern nämlich durchstieg ich mit Ronja die Felswand zwischen Leukerbad und Albinen, die mit acht Holzleitern gebändigt ist, den Albinenleitern eben; es handelt sich um die direkte Zu-Fuss-Verbindung zwischen den zwei Dörfern, die freilich Schwindelfreiheit verlangt. Wir absolvierten die Leitern in Konzentration und Ehrfurcht. Für unsere Leistung, wie gesagt, sollte es den Titel HAL geben.

P.S. Mehr zum Thema morgen. Jetzt muss ich gleich wieder weg, nach Les Breuleux, freilich nicht für eine Wanderung, sondern für eine Reportage.
Warnschild unterhalb der ersten Leiter Richtung Albinen.

Freitag, 22. Juni 2018

Goldreiche Schweizer

Poseidonios.
(Wikicommons)
Wer hat eigentlich als erster die Helvetier beschrieben, den keltischen Hauptstamm der heutigen Schweiz? Nein, nicht Julius Caesar, der sie bekriegte. Sondern Poseidonios, der das Volk mit Namen nennt und dessen Männer  als "goldreich, aber friedlich" bezeichnet. Man rätselt seither, ob das Goldadjektiv sich auf bestimmte Bäche etwa im Napfgebiet bezieht. Poseidonios, circa 135 vor Christus bis 51 vor Christus, war ein griechischer Universalgelehrter, geboren in einer griechischen Kolonie in Syrien; er unternahm ausgedehnte Reisen, etwa nach Spanien, und schrieb darüber. Auch den Erdumfang soll er berechnet haben.

Donnerstag, 21. Juni 2018

Eyja was schon wieder?

Heute wieder einmal schlechte Werbung. Das Plakat, das ich kürzlich sah, preist ein Erfrischungsgetränk mit Weisstee, das auch nach Rhabarber und Preiselbeeren schmecken soll. Doch wer versteht die plumpe Oberzeile und erinnert sich, dass "Eyjafjallajökull" jener isländische Gletschervulkan ist, der 2010 wieder einmal lebendig wurde und soviel Asche austiess, dass der europäische Flugverkehr beeinträchtigt war? Und wie genau inspiriert der Vulkan das Getränk? Die Sache ist konfus.

Mittwoch, 20. Juni 2018

Der Morgenkafiort

Das Il Baretto im Zürcher Hauptbahnhof, ebenerdig so circa gegenüber Gleis 16 gelegen, ist mir ans Herz gewachsen. Es hat am Morgen offen, wenn die meisten anderen Cafés noch zu sind; wenn ich um sechs Uhr zum Wandern irgendwo hinfahre, gehe ich vorher fast immer ins Baretto und hole mir einen Kafi. Der ist sehr gut. Suspendiert ist für den Moment meine Gewohnheit, dazu einen Gipfel mit Aprikosenconfi zu nehmen, ich will die ganz süssen Sachen mal ein paar Wochen auslassen.

Dienstag, 19. Juni 2018

Pumpfel und Famergü

Schloss Famergü: Klingt nicht sehr edel.
Es gibt Orte in der Romandie, da finde ich: Gut, ist der deutsche Name nicht mehr in Gebrauch. Bonfol JU hiess einst auf Deutsch Pumpfel, oh Graus. Und Vaumarcus NE, stellte ich vergangenes Wochenende fest, trägt den deutschen Namen Famergü; Gott sei Dank ist auch er verblasst.

Montag, 18. Juni 2018

Sonntagstrouvaillen

Dieser behauene Menhir heisst Menhir de l'Asile und steht gleich unterhalb eines
Heilsarmeeheims für Suchtkranke in St-Aubin.
Was wäre der Juni ohne Klatschmohn.
Wandern heisst entdecken. Gestern ging ich von Vaumarcus nach Bevaix. Aber nicht auf dem direkten Weg, sondern über die Agrarterrasse im Hinterland des Neuenburgersees. Ich lernte charmante Dörfer wie Fresens und Montalchez kennen. Berauschte mich am Blau der Kornblumen und am Rot des Klatschmohns. Passierte mehrere Menhire, die mir bisher kein Begriff gewesen waren. Einen gewaltigen Schalenstein traf ich auch an. Und und und. Wandern heisst entdecken. Ich glaube, es gab noch nie eine Route, die mir nicht Dinge beschert hätte, von deren Existenz ich zuvor nichts gewusst hatte.
Schön wohnen in Fresens.

Sonntag, 17. Juni 2018

Hey, das war eine von Maillart!

Habkern, am Traubach, gleich geht es über die Brücke.
Am Freitag, unterwegs von Habkern nach Harder Kulm, kamen wir fünf Minuten nach Wanderstart zur Strassenbrücke über den Traubach. Erst zuhause realisierte ich: Das war eine Brücke des grossen Robert Maillart, 1872 bis 1940. Sie stammt aus dem Jahre 1932, ist aus Stahlbeton, ist 55 Meter lang bei einer Spannweite von 40 Metern und wurde in unserem Jahrtausend renoviert; ziemlich nahe steht mit der Bohlbachbrücke ein weiteres Werk von Maillart, aber die sahen wir nicht. Wie alle Maillartbrücken ist auch die über den Traubach gleichzeitig auf Eleganz und Einsparung von Material angelegt, nicht von ungefähr stehen die "Maillarts" häufig in Berggebieten, wo der Bauherr wenig Geld hatte.
Das schöne Bauwerk im Rückblick.