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Dienstag, 27. September 2016

Der Todessumpf von Niederweningen

Das Skelett des Babymammuts von Niederweningen.
So sah das Baby vor 45 000 Jahren aus.
Am Sonntag besuchte ich das Mammutmuseum von Niederweningen ZH, das ja auch nur an Sonntagen offen ist, 14 bis 17 Uhr jeweils. Ich mag das Haus, es ist praktisch eine grosse Halle. Man sieht dort, abgesehen von interessantem Beiwerk, Infotafeln, Kinderstationen zum Selberforschen, kleineren Exponaten, drei grosse Dinge. Bzw. Tiere.
  1. In der Mitte des Raums steht das rekonstruierte Skelett (Kopie) eines jugendlichen Mammuts, Schulterhöhe 2 Meter 80. Es wurde 1969 in einer Kiesgrube in Praz-Rodet im Vallée de Joux im Kanton Waadt entdeckt.
  2. Kinder mögen das Mammutkalb noch lieber, das 1980 bei Ausgrabungen in Niederweningen zutage trat. Es war noch ein Baby und ging vor rund 45 000 Jahren wohl im Sumpf zugrunde.
  3. Ein erwachsenes Mammut barg man in Niederweningen, der reichhaltigsten Schweizer Mammut-Fundstätte, im Jahre 2003. Im Museum hat man die Knochen und Zähne auf einer schräg gestellten Platte montiert in der Lage, wie man sie damals ausgrub. Auch dieses Mammut war im Sumpf verendet, nimmt man an.
Es ist eher sparsam geöffnet: das Mammutmuseum in Weningen.

Montag, 26. September 2016

Herbst im Alpstein

Die längste Zeit wanderten wir von Wasserauen auf die Bogartenlücke zu.
Das kecke Felschen in der Lücke ist natürlich das Bogartenmannli. 
Auf der Alp Sigel. Unten der Sämtisersee, hinten links der Hohe Kasten.
Alp-Sigel-Hüsli.
Es war ein klassischer Herbsttag, die Schatten lang, das Licht seitlicher als auch schon einfallend, die Berge am Horizont blasse, hellgrau kolorierte Scheiben. Wo die Sonne nicht hinreichte, war es noch am späten Vormittag eiskalt, man ging in einem Kühlschrank. Und Massen von Menschen waren unterwegs. Unsere Wanderung führte am Samstag von Wasserauen AI durchs Hüttentobel nach Hütten und via Untere und Obere Mans auf die Alp Sigel - dort oben war Ruhe. Und wir sahen weit. Endlich fuhren wir nieder mit dem Seilbähnchen, das man in Selbstbedienung benutzt, um unten in der Talstation beim Pfannenstiel am Automaten das Billett zu lösen. Dort ein kurzer Antritt, schon waren wir in Brülisau. Drei Stunden Gehzeit hatte die Unternehmung gebraucht, wir waren aber doch 800 Meter aufgestiegen, nun gab es im Rössli eine Siedwurst mit Chäshörnli. Der Wirt, fanden wir im Gespräch heraus, ist kein Innerrhoder. Sondern ein Berner von Eggiwil. Ja, dort sei es auch schön, sagte er, aber wirten sei schwierig, es habe einfach kaum Leute. Das kann man vom Alpstein nun wirklich nicht sagen, stellten wir bei der Heimreise wieder fest.

Die Seilbahn ist wirklich gruselig, wie ich das in diesem Blog am Samstag angenommen hatte. Sie fährt los und springt sofort über die Kante einer Felswand und fährt dann bis zuunterst mastenlos.
Foto durch das Seilbähnlifenster: Oben der Masten bei der Sigel-Bergstation.

Sonntag, 25. September 2016

Die spinnen, die Tschechen

Irre, oder? Sieht aus wie die Achterbahn von Mad Max, ist aber doch eine ernstzunehmende Tourismusanlage oder doch wenigstens eine Anlage, die die örtlichen Touristiker ernst nehmen. Eine für Fussgänger. Sie steht in der Tschechischen Republik auf einem Berg, nennt sich "Doini Morava Sky Walk" und ist genau das: Ein schwindelerregender Steg, der nur eine Funktion hat: Dem Begeher Nervenkitzel verschaffen. Eine Rutschbahn ist auch eingebaut. Hier der Bericht der "Daily Mail" mit vielen Fotos.

Samstag, 24. September 2016

Sprung ins Leere

Heute geht es auf die Alp Sigel, eine schön flächige Appenzeller Alp, deren Boden gekippt ist wie die Schreibfläche eines Stehpults. Wir wandern von Wasserauen hinauf und wollen dann mit dem Seilbähnli Richtung Pfannenstiel bei Brülisau niederfahren. Mir ist ein wenig gschmuech bei dem Gedanken. Erstens, von oben gesehen, stürzt sich das Bähnli gleich bei der Bergstation selbstmordartig über eine senkrechte Felswand. Und zweitens erinnere ich mich noch ans Jahr 2008. Damals riss bei der Vorgängerbahn während eines leichten Gewitters das Zugseil. Die Bahn stürzte ab. Gott sei Dank sass niemand drin, es war eine Transportfahrt, Milchgeschirr. Auch die neue Bahn dient in erster Linie den Sennen und ihrer Arbeit, sie bringt die Milch zu Tale. Und heute uns.

Hier der Link zur Alp-Sigel-Bahn, sie wird in einem Kurzvideo vorgestellt.

Freitag, 23. September 2016

Die Pilz-App

Eine Neuerscheinung für alle Freunde des Pilzes oder, wie der Solothurner sagen würde, vo de Büuze. Die iPhone-App "Pilze 123" ist in Anbetracht dessen, dass viele Apps gar nichts oder praktisch nichts kosten, teuer: 29 Franken. Wenn man in der Dimension gedrucktes Buch denkt, ist der Preis wiederum sehr vernünftig. Es steckt natürlich eine Menge Arbeit in dem Ding. Verantwortlich zeichnet der deutsche Pilzfachmann und Buchautor Wolfgang Bachmeier. Die App hat fünf Funktionen:
  1. Die Datenbank enthält 2400 Pilze und 9000 Fotos.
  2. Für die drei Länder Schweiz, Deutschland, Österreich sind viele Fundstellen bezeichnet. Eigene Fundstellen kann man neu einzeichnen (wenn man will, denn nicht jeder Pilzentdecker will teilen).
  3. Anhand von 21 Kriterien bestimmt man selber Pilze.
  4. Alle Pilzkontrolleure der Schweiz sind mit ihren Telefonnummern aufgeführt.
  5. Last not least bietet die App Rezepte für die gängigen Speisepilze.

Donnerstag, 22. September 2016

Gabelzeit

(Wikicommons/ Nasa-Satellitenbild)
Ab und zu, zum Beispiel unterwegs im Zug zu einer Wanderung, wähle ich auf Wikipedia die Zufallsfunktion. Sie serviert irgendeinen der Millionen Einträge. Kürzlich bekam ich die "Gabelzeit" vorgesetzt - hoch interessant. Das Wort hat mit Essen gar nichts zu tun. Es handelt sich um die allerschlimmste Epoche in der Geschichte der Färöer. Zwei dänische Lehensherrn der Familie Gabel kontrollierten die Inselgruppe um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert total. Sie beuteten die Leute aus, rafften, was es zu raffen gab, es herrschte totale Armut - eine Tyrannei war das. Alles weitere lese man selber nach auf Wikipedia, der Fundgrube der digitalen Ära.

Mittwoch, 21. September 2016

See you later under the alligator

Unsere Samstagswanderung endete am Bahnhofplatz von Gossau SG mit einem Bier im Quellenhof. Zu diesem Restaurant gehört ein zweites, kleineres, das im ehemaligen Säli entstand; es heisst wie das Wasserloch in Australien "Billabong". Blickfang ist das gewaltige Krokodil über der Bar, das soeben den Crocodile Dundee verschlungen zu haben scheint, jedenfalls deutet der Hut ohne Besitzer darauf hin. Krokodil steht auch auf der Karte. Und Fleisch vom Strauss gibt es ebenfalls. Sowie natürlich Känguruh. Weil ich wissen wollte, ob das Showkrokodil echt ist, mailte ich von zuhause aus den Wirt an. Seine Antwort: Nein. Es handelt sich aber immerhin um den Gipsabdruck eines echten Krokodils, verstärkt mit Glasfasern und bemalt.