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Samstag, 28. Februar 2015

Widmer, Stubenhocker

Vadian. (Wikicommons)
Irgendwie ist in der Beromünster-Route (Start in Sursee, Zmittag in Beromünster, Ende in Hochdorf) der Wurm drin, wie man so schön sagt. Viermal habe ich sie angesagt, habe sie aber dreimal verschoben, weil das Wetter anderswo besser zu sein versprach. Und heute habe ich sie abgesagt, weil ich mich krank fühle. Grippig, mit Gliederschmerzen. Ich schwöre aber: ich bleibe dran an Beromünster.

Und sonst? Dieses Wochenende möchte ich endlich jenes Buch lesen, das meine alte Latein- und Griechischlehrerin an der Kanti Trogen mir vor Monaten geschickt hat. Renate Frohne behandelt in ihrer Schrift das "Welt- und Menschenbild des St. Galler Humanisten Joachim von Watt/Vadianus (1484 bis 1551)". Kennen Nicht-Ostschweizer den Mann? Er ist seines Zeichens St. Gallens Reformator.

Freitag, 27. Februar 2015

Der Freiluft-Eidgenosse


Schon wieder ein Outdoorfilmli. Diesmal ist der Star ein Schweizer, der mit einer Folie aus Alu in die verschneiten Berge zieht, um sich einen Behelfsunterschlupf zu basteln und im Freien zu übernachten. Lustig ist erstens sein unbeholfenes Englisch. Und zweitens hat er nach einem kurzen Schnitt - ich meine "Filmschnitt" - einen massiven Verband am Finger; er hat sich mit der Säge verletzt. Wenn ichs mir recht überlege, macht gerade seine Dilettanz diesen Freiluft-Eidgenossen sympathisch; Verlierer sind in der Regel sympathischer als Gewinner.

Donnerstag, 26. Februar 2015

Zweierlei Motten


Die Motte von Fehraltorf am Wanderweg nach Freudwil. Geblieben
ist nur der Erdhügel. Auf der Infotafel sieht man, wie die Burg Rüti aussah.
Die Motte umflattert die Lampe. Motte ist auf Französisch aber auch ein Erdklumpen - von da kommt der deutsche Name für einen künstlichen Burghügel samt einer Burg, die in der Regel aus Holz gebaut ist. Eine solche Motte, auf der einst die Festung Rüti stand, passierten wir kürzlich ausserhalb von Fehraltorf am Weg nach Freudwil. Wieder etwas gelernt, ich kannte das Wort bis anhin nicht. Übel fand ich die Schiessanlage am Fuss der Motte, was für eine Verschandelung!

Mittwoch, 25. Februar 2015

Thomasius Dedicator sum

Georgius Agricola, auch "Vater der
Mineralogie" genannt, 1494 - 1555.
(Wikicommons)
Lithos ist Griechisch für "Stein". Als die ein wenig gebildet tuenden Zürcher noch über Stein am Rhein herrschten, das heute dem Kanton Schaffhausen gehört und dessen Brückenkopf zum Bodensee bildet, nannten diese Zürcher Stein am Rhein hochtrabend Lithopolis, Steinstadt. Als ich das eben las, fielen mir die Generationen abendländischer Gelehrter ein, die ihren Namen gräzisierten (vergriechten, gewissermassen) oder latinisierten. Zum Beispiel gräzisierte sich Johannes Heussgen oder auch Johannes Hausschein zu Johannes Oekolampad (Oikos gleich Haus, Lampas gleich Lampe). Unter diesem Namem ist er berühmt als Reformator von Basel. Eine Liste von Namens-Latinisierungen findet man hier; besonders mag ich den deutschen Renaissance-Gelehrten Georg Pawer, also Bauer, der sich zum Georgius Agricola umbaute.

P.S.: Ich überlegte mir beim Schreiben dieses Eintrages, ob ich mich künftig Thomasius Dedicator nennen sollte. Widmer hat ja tatsächlich mit Widmung zu tun, wie ich einmal in einem früheren Eintrag erklärte. Und "widmen" heisst auf Lateinisch dedicare.

Dienstag, 24. Februar 2015

Das sinnlose Möbel

Das Cachet in Zürich nah dem Bellevue, sah ich eben beim Flanieren, verkauft für 89 Franken einen schmucken Opiumtisch. Das ist, wie wenn einer Benzinautos verkauft in einem Land, in dem das Benzin verboten ist.

Montag, 23. Februar 2015

Der Storch und der Fischer

Na also, da ist sie doch! Sonne kurz nach dem Start in Fehraltorf.
Am bzw. im Greifensee.
Der Samstag war ein Wettergeschenk. Wir rechneten mit Regen gegen Mittag, doch erst zehn Minuten vor der Ankunft in Zollikerberg begann es am späten Nachmittag zu... schneien. Unsere Route bestand aus drei Teilen. Von Fehraltorf, wo wir starteten, ging es durch die Wiesen und über sanfte Hügel via Freudwil nach Uster. Dort beschauten wir uns den Kawamata-Steg, über den ich hier auch schon schrieb, und tranken in einer Knelle etwas Warmes. Hernach kam, Teil zwei, der Greifensee, dessen weitgehend unverbautes Ufer immer wieder eine Freude ist. In Riedikon sahen wir ein Storchennest mit einem Storch, der plötzlich abhob und mit anderen Grossvögeln, darunter etliche Milane, einem Punkt auf dem Boden zusteuerte; wir sahen, dass der örtliche Berufsfischer hinter seinem Haus gerade Fischabfälle  ausleerte. Etappe drei begann nach dem formidablen Zmittag in der Stall-Stube Maur, der ich den gestrigen Eintrag widmete. Nun ging es, adieu Greifensee, zur Looren saftig hinauf und alsbald durch bei aller Agglonähe erstaunlich einsame Wälder nach Zollikerberg. Ein Bier setzte dort im Rosengarten den Schlusspunkt. (6 Stunden, 24 Kilometer, 370 Meter aufwärts, 296 abwärts).
Roland Rohns Ausstellungspavillon für die Firma Zellweger auf dem
Herter-Weiher in Uster, 1960 gebaut, ein architektonisches Bijou.

Sonntag, 22. Februar 2015

Bär und Bärenhunger am Greifensee


Ich hatte gestern nach fast vier Stunden recht zügiger Wanderei einen Bärenhunger, weswegen ich den Bären beim Eingang zur Wirtschaft nicht gross beachtete. Exakt als ich ihn passierte, brüllte er so laut, dass ich fast in die Hosen machte. Der Wirt fand das wahnsinnig lustig, wobei mir unklar ist, ob er das Tier fernbediente oder ob das Brüllen durch einen Bewegungsmelder ausgelöst wurde. Das Essen in der Stall-Stube gut einen Kilometer südlich von Maur im Dorfteil Steindrüesen war dann sehr gut. Ich hatte ein Rindshacksteak mit Fleisch vom Hof; zum Essen tranken wir einen Rotwein der Regent-Traube vom wirtschaftseigenen Rebberg, auch sehr gut. Und zum Schluss gab es einen Baumnussglacé-Coupe mit Nusslikör. Auf dem Steindrüesen-Hof wurde schon von 1786 bis 1944 gewirtet. Vor allem einfache Leute verkehrten in dem Lokal, Knechte, Fischer, Taglöhner; so steht es auf der Homepage. 2001 gabs einen Neuanfang, die Bauersleute gaben ihr Milchvieh weg und halten seither nur noch IP-Rinder. Durch das Restaurant, die Stall-Stube eben, zieht sich malerisch noch die alte Vieh-Futterrinne. Ich kann die Einkehr nur empfehlen. Auf der Karte standen mindestens fünf Dinge, die ich gern bestellt hätte. Ich muss also wieder hin. Ob der Bär dann immer noch beim Eingang steht, kann ich nicht abschätzen. Er war mit Konfetti übersät, was darauf hindeutete, dass er eventuell bloss in der Fasnacht eingesetzt wird. Mir solls recht sein, wenn er in den Keller muss - blödes Vieh!

P.S.: Mehr von der Wanderung Fehraltorf - Freudwil - Uster - Riedikon - Maur - Looren - Süessblätz - Sennhof - Zollikerberg morgen.