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Samstag, 21. Oktober 2017

Ich sah kein Wisent

Wiesendangens Wappen. Es zeigt
kein Wisent-, sondern ein
Steinbockgehörn. (Wikicommons)
Kürzlich weilte ich in Wiesendangen ZH und war enttäuscht, weil ich kein Wisent sah, obwohl ein solches im Ortsnamen steckt; immerhin, das kompensierte den Mangel ein wenig, erblickte ich in Wiesendangen, dessen hinterer Namensteil mit "Wang" gleich "Halde" zu deuten ist, das Restaurant Wisent - schön, dass es noch Restaurants mit einem historischen Bewusstsein gibt.

Freitag, 20. Oktober 2017

Weltrekord in Walenstadt

Riesenpbroblem: Steinschlag, hier in Deutschland.
(Bild: Xocolatl/ Wikicommons)
Montag dieser Woche: Bei Walenstadt versammeln sich in einem stillgelegten Steinbruch rund 400 Fachleute aus 42 Ländern. Sie erleben einen Weltrekord. Ein 25-Tonnen-Felsblock wird mit einem Kran hochgehievt, wird dann ausgeklinkt und bringt es auf eine Geschwindigkeit von über 100 Stundenkilometern, bis er nach 42 Metern Fall auf ein Steinschlag-Schutznetz trifft. Das Netz hält dem Block stand und stoppt diesen sicher. Eingeladen zu dem Test hat die Firma Geobrugg AG aus Romanshorn, die Sicherheitsnetze herstellt. Ihre neueste Entwicklung soll im November einem letzten Test unterzogen, alsbald zertifiziert und in Serie hergestellt werden - Steinschlag in den Bergen nimmt zu, das Bedürfnis nach solchen Installationen wächst. Gelesen habe ich das alles am Mittwoch in der "Südostschweiz".

P.S. Interessante Firma, diese Geobrugg. Was die dort alles herstellen! Man schaue sich die Homepage an.

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Der Hoodie-Wanderer

Endlich oben! Die Orenplatte, 1377 Meter, ist erreicht. Gleich gibts Aussicht!
Einige Zeit zuvor: Blick vom Boden zum Brunnenberg.
Klein und braun unter der Bildmitte die Seilbahn-Bergstation.
3 1/2 Stunden gewandert, 880 Meter auf- und 200 abgestiegen - das sind die Zahlen zu meiner Glarner Wanderung von gestern. Sie fing mit einem Fehler an, der wiederum auch sein Gutes hatte, wie sich am Schluss herausstellte: Ich fuhr viel zu früh los, erst in Ziegelbrücke wurde es langsam hell. Kurz nach acht Uhr war ich am Bahnhof Luchsingen-Hätzingen und geriet in eine grässliche Morgenkälte. Das Tal der Linth lag in diesem Abschnitt noch im Schatten, ich erfror fast in meinem dünnen Jäckli und zog als erstes die Pelerine über den Kopf, war also im Hoodie-Look unterwegs. Aber es wurde bald besser, man heizt schnell auf beim Wandern. Mein Rot-Weiss-Pfad via Bränd zur Orenplatte durch den steilen Buchenwald wärmte mich nachhaltig. Auf der Orenplatte genoss ich die Sonne und das Rundpanorama mit dem Gros der Glarner Berge samt dem Tödi. Der Rest war Spazieren: vorbei an jungen Männern, die in einer sumpfigen Stelle einen Bretterweg neu bauten, erreichte ich schnell den Rand von Braunwald; die Wegmacher waren übrigens meine ersten Menschen, die ich unterwegs traf. Weiter unten im Dorf Braunwald freilich kamen mir Scharen von Wanderern entgegen, und auch die von unten eintreffende Standseilbahn bei der Station war übervoll. Und so hatte meine so früh begonnene Unternehmung sehr wohl ihr Gutes: Ich ging, als die anderen kamen. Übrigens: Dies ist eine wunderbare Route mit viel Tiefblick und gekonnt in die Bergflanke gelegten Stegen und Wegen, an einer Stelle hängt der Fels charmant über. Jederzeit würde ich die Route wiedermachen, wenn da nicht noch so viele andere auf meiner Wunschliste stünden.
Zwischen Orenplatte und Braunwald: Junge Männer erneuern einen Bretterweg.

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Etwas Dunkles zu Klaus

Die Baltschiederklause. (Bild: Alex
Saunier, Camptocamp.org/ Wikic.)
Ich frage mich gerade, warum die Baltschiederklause, über die ich kürzlich bloggte - warum diese erhaben gelegene Walliser SAC-Hütte, in deren Namen der Stifter Julius Klaus aus Uster verewigt ist, auf ihrer Homepage mit keinem Wort auf Klaus eingeht. Liegt es daran, dass besagter Klaus, 1849 bis 1920, von Beruf Maschineningenieur und ein reicher Fabrikant, Rassenhygieniker war, was man hier nachlesen kann. Die Nazis leiteten aus dieser Lehre später ihre Art von Rassendenken ab, zu dem es gehörte, bestimmte Menschengruppen als minderwertig zu taxieren, zu isolieren und zu töten.

Dienstag, 17. Oktober 2017

Reisen bildet

Denim, das ist der blaugefärbte Baumwollstoff, aus dem die Jeans sind. Was mir bisher nicht bekannt war: Das Wort leitet sich ab von einem Stoff, der im französischen Nîmes gefertigt wurde, Serge de Nîmes. Gestern kam ich in Nîmes durch, las nach, was es zu der Stadt zu wissen gibt, entdeckte die Denim-Etymologie - ja, Reisen bildet. Es liefert Wissensstoff.

Montag, 16. Oktober 2017

Die kleine Wasserwanderung

Heute um 7.19 Uhr verlasse ich Béziers. Der TGV wird mich nach Dijon tragen, dort habe ich fast zweieinhalb Stunden Aufenthalt. Dann geht es heim. Gestern war im Languedoc, wo ich für eine Reportage war, Zeit für ein wenig Tourismus. Ich wanderte ein paar Kilometer den Canal du Midi entlang, der von Toulouse über 240 Kilometer nach Sète am Mittelmeer führt. Ihn gibt es bald 350 Jahre, immer wurde an ihm gebaut und gebastelt, und während er einst eine wirtschaftlich wichtige Wasserstrasse war, die via Garonne und später einen Garonnekanal zum Atlantik führte, handelt es sich heutzutage um eine bloss noch touristisch relevante Einrichtung: Man sieht auf dem Kanal Freizeitschiffer noch und noch, es gibt schwimmende Hotels und immer wieder mal ein Schleusen-Restaurant. Eine Woche den Kanal entlang zu wandern: Das wäre denkbar, ich will die Idee evaluieren. Aber zuerst wird jetzt heimgereist. Zu den Fotos: Sie spielen am Canal du Midi in der Gegend von Béziers und Villeneuve-les-Béziers.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Baselbieter Wiederauferstehung

Lauschig, doch schon einige Zeit zu:
der Predigerhof auf dem Bruderholz.
In die kilometerweit sich ziehende Hochfläche des Bruderholzes teilen sich die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, der Name leitet sich offenbar davon ab, dass einst fromme Eremiten sich hier niederliessen. Das Gelände ist beliebt, Städter und Agglobewohner joggen, spazieren, velölen, sie ergötzen sich an der Weite und freuen sich am Fernblick. Mitten drin aber liegt auf Reinacher Gelände der Predigerhof, eine Ausflugswirtschaft, in der einzukehren über Jahrzehnte ein Sonntagsritual war. Bis sie vor zwei Jahren schloss. Das Wirtepaar war das Wirten müde und litt zudem unter einer Baustelle. Seither empfinden Bruderholz-Besucher rundum das Gefühl eines intensiven Verlustes. Doch gibt es nun Hoffnung: Nächstes Jahr dürfte das Restaurant für alle wieder öffnen - unter neuer Führung und in Kombination mit einem Schau- und Lehrgarten.
Freizeitterrain: Velofahrerin auf dem Bruderholz.