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Dienstag, 19. Juni 2018

Pumpfel und Famergü

Schloss Famergü: Klingt nicht sehr edel.
Es gibt Orte in der Romandie, da finde ich: Gut, ist der deutsche Name nicht mehr in Gebrauch. Bonfol JU hiess einst auf Deutsch Pumpfel, oh Graus. Und Vaumarcus NE, stellte ich vergangenes Wochenende fest, trägt den deutschen Namen Famergü; Gott sei Dank ist auch er verblasst.

Montag, 18. Juni 2018

Sonntagstrouvaillen

Dieser behauene Menhir heisst Menhir de l'Asile und steht gleich unterhalb eines
Heilsarmeeheims für Suchtkranke in St-Aubin.
Was wäre der Juni ohne Klatschmohn.
Wandern heisst entdecken. Gestern ging ich von Vaumarcus nach Bevaix. Aber nicht auf dem direkten Weg, sondern über die Agrarterrasse im Hinterland des Neuenburgersees. Ich lernte charmante Dörfer wie Fresens und Montalchez kennen. Berauschte mich am Blau der Kornblumen und am Rot des Klatschmohns. Passierte mehrere Menhire, die mir bisher kein Begriff gewesen waren. Einen gewaltigen Schalenstein traf ich auch an. Und und und. Wandern heisst entdecken. Ich glaube, es gab noch nie eine Route, die mir nicht Dinge beschert hätte, von deren Existenz ich zuvor nichts gewusst hatte.
Schön wohnen in Fresens.

Sonntag, 17. Juni 2018

Hey, das war eine von Maillart!

Habkern, am Traubach, gleich geht es über die Brücke.
Am Freitag, unterwegs von Habkern nach Harder Kulm, kamen wir fünf Minuten nach Wanderstart zur Strassenbrücke über den Traubach. Erst zuhause realisierte ich: Das war eine Brücke des grossen Robert Maillart, 1872 bis 1940. Sie stammt aus dem Jahre 1932, ist aus Stahlbeton, ist 55 Meter lang bei einer Spannweite von 40 Metern und wurde in unserem Jahrtausend renoviert; ziemlich nahe steht mit der Bohlbachbrücke ein weiteres Werk von Maillart, aber die sahen wir nicht. Wie alle Maillartbrücken ist auch die über den Traubach gleichzeitig auf Eleganz und Einsparung von Material angelegt, nicht von ungefähr stehen die "Maillarts" häufig in Berggebieten, wo der Bauherr wenig Geld hatte.
Das schöne Bauwerk im Rückblick.

Samstag, 16. Juni 2018

Oben wurde es laut. Und lustig

Lebensfreude auf der Harder-Kulm-Aussichtsplattform.
Das HK-Restaurant.
Mehr als drei Stunden keine Menschen. Dafür das Tosen des Lombachs. Knabenkraut noch und noch auf der Sumpfwiese unter dem Luegibodenblock. Und brutal hohe Tritte im steilen Wald: Das sind Eindrücke von unserer Wanderung gestern von Habkern via Luegiboden nach Harder Kulm. Als wir oben ankamen, wurde alles auf einen Schlag anders. Lauter. Aber auch bunter mit asiatischen Damen fortgeschrittenen Alters, die exaltierte Hüte trugen, mit amerikanischen Teenagern, die sich Bier aus hohen Humpen zuführten, mit dudelnder Ländlermusik - Harder Kulm ist Berner Oberländer Tourismusland. Wir assen im Restaurant gut, genossen den Blick auf Jungfrau & Co., fuhren inmitten einer riesigen Gruppe von Japanern nieder nach Interlaken Ost und fanden, dass der Kontrast von einsam und geschäftig-trubelig diese Route umso interessanter macht.
Wenn das die Turnschuhtouristen wüssten: eine Stunde zuvor im mühevollen Aufstieg.

Freitag, 15. Juni 2018

Die Strasse, der See, der Urwald

Unterwegs in den Kessel von Derborence. Hinten der Riegel der Diablerets.
Am See.
Gestern war ich für eine Reportage im Wallis, genauer gesagt im Bergkessel von Derborence, einer Gegend, die mich wieder einmal begeisterte, bewegte, befeuerte. Allein schon die Zufahrt über das schmale, schwindelerregende Strässchen und 400 Meter tiefer die bleigraue Lizerne in ihrem Canyon. Und hinten der See mit der Felswand dahinter. Sowie der Föhrenurwald. All das verdankt sich zwei Bergstürzen des 18. Jahrhunderts, deren erster 14 Menschen tötete, während der zweite die Gestalt der Gegend veränderte und den See samt der heutigen Vegetation erst schuf. Derborence, Kanton Wallis: Man muss da hin. Am besten immer wieder.
Auf der Rückfahrt. Recht das Tal des Todes, äh, die Lizerne-Schlucht.

Donnerstag, 14. Juni 2018

Stamm und die Vier vom Everest

Kurz vor der Expedition auf den Everest 1962: Hans-Peter
Duttle auf dem Breithorn im Wallis. (zvg)
In der neuen "Schweizer Familie", ab heute am Kiosk, habe ich zwei Artikel, die hier interessieren mögen. Zum einen ist da das Interview mit dem in Winterthur lebenden Thurgauer Schriftsteller Peter Stamm. Wir trafen uns für das sogenannte Feuerstellengespräch bei der Grillstelle am Ganggelisteg in Bussnang; vielleicht erinnert man sich an den Blogbeitrag kürzlich, in dem ich vom Steg erzählte, ohne aber den Namen meines Gegenübers zu verraten. Eben, Peter Stamm. Ein netter, völlig allürenloser Typ, dessen neuer Roman "Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt" mir sehr gut gefällt.

Zum anderen findet sich im neuen Heft mein Porträt von Hans-Peter Duttle, 80, zuhause in Gümligen BE. Er versuchte 1962 mit drei Amerikanern den Mount Everest zu besteigen, illegal, ohne Bewilligung der nepalesischen und chinesischen (Tibet) Behörden, ohne Sauerstoff auch. Die frechen Vier scheiterten und wurden in Alpinistenkreisen zu Unpersonen. Bis mit Reinhold Messner und anderen eine neue Kletterära anbrach, in der plötzlich Duttle und seine Compagnons als Helden und Pioniere eines neuen Direktstils dastanden. Man lese diese Lebensgeschichte, die es übrigens auch als Buch gibt - sie ist so zerklüftet und abgründig wie der Himalaya.

Mittwoch, 13. Juni 2018

Murianer, Muriger, Murioten

Muri bei Bern im Jahre 1822. (Wikicommons)

Die Einwohner von Muri bei Bern sind die Muriger, diejenigen hingegen von Muri im Freiamt, Kanton Aargau, die Murianer. Nun las ich kürzlich in einem Immobilienheftli noch ein drittes Wort und erinnerte mich, dass mir das ein Studienkollege aus Muri BE vor Jahren erzählt hatte. Offenbar sind die noblen Muriger ein wenig dünkelhaft. Sie nennen die Zugezogenen... Murioten.