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Donnerstag, 30. Oktober 2014

Gros de Vaud und District des Ens


Schade, bin ich nicht mehr dort: Lac de Joux (VD).
Er gehört definitiv nicht zum Gros de Vaud.
Ich war ja nun kurz mal im Waadtland. Und wie immer, wenn ich irgendwo bin, lese ich ein wenig nach, wie es mit der Geografie und der Geschichte der Gegend bestellt. In diesem Fall stiess ich dabei auf den Begriff "Gros de Vaud". Gros, das ist das Dicke und Schwere, das Verdichtete, der Kern, die Essenz. Gemeint ist das Kern- oder auch Herzland der Waadt, also das flache Terrain zwischen Lausanne und Yverdon. Das Waadtländer Mittelland, die Kornkammer des Kantons. Politisch gesehen ist das Gros de Vaud enger definiert - als Bezirk mit dem Hauptort Echallens. A propos Echallens. Es endet auf -ens wie diverse weitere der 37 Gemeinden des Bezirks: Assens, Bettens, Bottens, Boulens, Boumens, Boussens, Daillens, Goumoëns, Morrens, Ogens, Oppens, Oulens-sous-Echallens, Sullens, Vuarrens, Vufflens-la-Ville. Vielleicht würde man den Bezirk besser "District des Ens" nennen.

Imaginärer Satz: Elle nacquit à Bettens, son père venant de Bottens et sa mère de Boulens, et puis, ils déménagèrent tous à Boumens, qui, malheureusment, était souvent confondu avec Boussens. (Ich hoffe, das ist korrektes Französisch.)

Mittwoch, 29. Oktober 2014

The Wall (VD)

Gestern um 15 Uhr schlurfte ich in Le Sentier ein - und realisierte erst da, warum ich so müde war: Ich war 5 1/2 Stunden gegangen, ohne irgendwo länger als eine Minute innezuhalten. Die Bise war schuld und dazu die Sonne, die sich hinter fetten Wolken versteckt hatte. Aber ich war am Schluss nicht nur geschafft, sondern auch zufrieden. Endlich ist der Mont Tendre erstiegen. Der ist nicht irgendein Kalkhoger, sondern mit 1679 Metern seines Zeichens der höchste Schweizer Juraberg. Was mein Foto vom Tendre angeht: Es beweist, dass es chinesische Mauern auch in unserem Land gibt!

Dienstag, 28. Oktober 2014

Mein Waadtländer Gipfel

Gestern fuhr ich voll in den Nebel, Vallorbe war Düsternis. Na gut, dachte ich dort, die Dent de Vaulion liegt 700 Meter höher, das sollte spielend reichen, dass ich ans Licht komme. Es wurde dann knapp, erst auf 1350 Metern zeigte sich die Sonne. Der Gipfel, 1482 Meter über Meer, war in der Region einer der wenigen, der sich über das Waadtländer Grau erhob; der Suchet, der Chasseron, der Mont d'Or hatten es auch geschafft. In der Ferne freilich die Alpen waren alle da samt ihrem König, dem Mont Blanc. Ich genoss die allgemeine Erhabenheit und stieg danach ab an den bisigen Lac de Joux. Heute bin ich immer noch in der Gegend und will mir beim Morgenessen ein neues Ziel wählen. On verra.

Montag, 27. Oktober 2014

Napfnebel


Auf dem Napf kochen sie übrigens
auffallend krud. Rösti oder Nudeln
gibts gar nicht. Und wann hat die
Karte zum letzten Mal gewechselt?
Ich jedenfalls kann mich nicht erinnern.

Toll, dieses durchzogene Wetter des Samstags und seine Folgen - was für ein Kontrast zur Vorwoche, als die Züge voll gewesen waren von Eintagsfliegen, jenen Leuten also, die genau einmal pro Jahr in die Berge ausschwärmen. Dann, wenn im Herbst das Wetter perfekt ist. Diesmal war es unperfekt. Und so hatten wir die Bahn, dann den Bus, schliesslich die Wege am Napf zwar nicht ganz für uns, aber es war doch ziemlich wenig Volk unterwegs. Zeitweise regnete es, einmal sogar fest; aus den tiefen Gräben stiegen magische Nebelchen auf. Rutschig waren die Wege, weswegen wir für den Auf- und Abstieg leichte Varianten wählten: Start in Romoos und via Holzwegen und Stächelegg auf den Gipfel. Und nach dem Essen wieder hinab zur Stächelegg und via Chrotthütte nach Menzberg (5 1/2 Stunden; 880 Meter aufwärts, 620 abwärts). Ich bin gespannt, wann ich das nächste Mal auf den Napf steige. Nun, dieses Jahr wohl nicht mehr. In diesem Zusammenhang die Frage: Welches ist die leichteste und also auch ungefährliche Schneeschuhroute auf den Napf für Nicht-Auto-Besitzer (die Mettlenalp ist im Winter nicht mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen; geht nicht)? Für Tipps aus der eigenen Erfahrung bin ich dankbar.

Sonntag, 26. Oktober 2014

Peak Walk

Schon wieder eine nutzlose Hängebrücke. Eine, die nur Nervenkitzel verschaffen soll und sonst zu gar nichts dient. Soeben wurde auf dem Glacier 3000 hoch über Les Diablerets der "Peak Walk" eingeweiht; mit vollem Namen heisst er "Peak Walk by Tissot". 107 Meter lang und 80 Zentimeter breit ist er und verbindet zwei Berggipfel, den Scex Rouge und den View Point (vermutlich ein Nebenspitzli, das zuvor nicht benötigt wurde und nun ad hoc einen englischen Namen erhielt). Mit einer solchen Hängebrücke könne man international Touristen anlocken, sagt der CEO des Gebietes. Und man kann mit ihr Leute abtörnen, die Rummel in den Bergen hassen, sagt der CEO dieses Wanderblogs.

PS: Gestern waren wir auf dem Napf. Wieder zuhause, ging ich auf die Napf-Webcam und suchte uns. Tatsächlich, die Aufnahme von 13 Uhr 05 zeigt unser Quartett. Ich bin der in der orangen Jacke. links. Und wer jetzt schockiert ist wegen Datenschutz und so - die Aufnahme ist recht grob gepixelt, versucht man sie zu vergrössern, sieht man gar nichts. Etwas mehr zur Wanderung morgen.

Samstag, 25. Oktober 2014

Die Widmersche Knieschletzerziffer

Viel, viel Höhendifferenz: unsere Rengglipass-Wanderung vor einigen Wochen.
Ich mag halt Statistiken. Auch dieses Jahr habe ich Buch geführt über meine Wanderungen: über die, die ich allein bestritt, und über die, die ich mit meinem Fähnlein Fieselschweif unternahm. So zählte ich bei jeder Route die Höhenmeter aufwärts und abwärts zusammen - die sogenannte Widmersche Knieschletzerziffer. Die strengsten Routen 2014 in dieser Hinsicht:
  1. Rengglipass von Aeschiried nach Interlaken West. 2722 Meter.
  2. Chrüzlipass von Sedrun nach Bristen. 2623 Meter.
  3. Horw - Fräkmüntegg - Eigental - Kriens - Luzern. 2592 Meter.
  4. Liestal - Passwang - Balsthal. 2426 Meter.
  5. Entlebuch - Bramboden - Romoos - Entlebuch. 2400 Meter.
  6. Bärenboden/Aeugsten - Rotärd - Mürtschenfurggel - Filzbach. 2366 Meter.
  7. Peist - Faninpass - Fideriser Heuberge - Fideris. 2346 Meter.
  8. Richisau - Längeneggpass - Obersee - Näfels. 2191 Meter.
  9. Biel - Les Prés-d'Orvin - Bois Raiguel - La Heutte. 2188 Meter. 
  10. Euthal, Ruostel - Wildegg - Chli Aubrig - Innerthal - Flüebödeli. 2159 Meter.
PS: Heute geht es, nicht zum ersten Mal dieses Jahr, auf den Napf. Gestern ging ich kurz auf die Webcam der Napf-Beiz; einige wenige Schneeflecken waren noch zu sehen. Ich bin gespannt, wie das Terrain zwäg ist.

Freitag, 24. Oktober 2014

Neues aus Brugg

Hebräische Schrift an der Lateinschule Brugg.
Gestern eine ganztägige Besichtigung von Brugg samt der Klosterkirche Königsfelden, dem Amphitheater von Vindonissa und der Habsburg. Kannte ich alles schon, sah ich alles gern wieder. Zwei Dinge waren mir hingegen neu. Zum einen die Lateinschule von 1640 gleich bei der reformierten Stadtkirche. Drei Etagen, Barockstil, die Frontseite farbenprächtig bemalt mit allegorischen Damen, die die sieben freien Künste wie Dialektik und Musik verkörpern. Bemerkenswert fand ich die Bibelsprüche an der Fassade, genauer gesagt die Tatsache, dass es neben Deutsch, Lateinisch, Griechisch auch eine hebräische Version gab. Hebräische Aufschriften an einem öffentlichen Haus: Ich wüsste nicht, wo man das sonst in der Schweiz sieht, abgesehen natürlich von jüdischen Einrichtungen.

Der wirkt wirklich lebensecht, der gute Legionär.
Des weitern war ich zum ersten Mal im Vindonissa-Museum von Brugg. Ich staunte über die Hunderte von Fundgegenständen: Pfeilspitzen, Haushaltmesser, Bronzespiegel, Tierstatuettchen, Holztäfelchen mit Nachrichten (eine Art Briefe von damals), Pinzetten, Kämme, Töpfe. Neckisch waren die flachen Lämpchen mit kopulierenden Pärchen drauf, Kamasutra im Alten Rom. Vindonissa lebt in all diesen Gegenständen wieder auf und lebt weiter. Nie fühlte ich bisher die römische Vergangenheit so stark wie durch diese Exponate aus dem Boden von Brugg.