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Dienstag, 30. Juni 2015

Harald Blauzahn erobert die Welt.

Schönes Logo, oder?
(Wikicommons/ Fry 1989)
Ich denke, wenn ich "Blauzahn" höre, sofort automatisch an Käpt'n Blaubär, die Trickfilmfigur von Walter Moers. Blauzahn, Blaatand im dänischen Original, Harald mit Vornamen, ist aber eine reale Figur. Er regierte im 10. Jahrhundert, vereinte dänisches Stammland sowie schwedische und norwegische Landstriche unter seiner Krone und galt seinen Zeitgenossen als magischer Kommunikator und Diplomat. Gut 1000 Jahre später arbeitete der dänische Elektoingenieur Sven Mattisson an einem neuen Funkstandard. Mit einem Kollegen trank er in Toronto ein Bier, man kam auf die skandinavische Geschichte und auf Blauzahn und dessen Begabung, Leute zusammenzubringen. Der Funke zündete, da war der Name für die neue Technologie: Bluetooth. Aus den Runen H und B entstand später das geschichtlich passende Logo, siehe Bild. Und Bluetooth wanderte bald um die Welt als Standard der Datenübertragung über kurze Distanz per Funk (uff, im letzten Satz habe ich die Kurve zu diesem Blog, der ja ein Wanderblog ist, geschafft). Quelle dieser Kleingeschichte: ein formidabler NZZ-Artikel.

Montag, 29. Juni 2015

Und zum Schluss ein Turm

Am Samstag wanderte ich nicht. Stattdessen besuchte ich den Hochzeitsapero eines Cousins in der Ziegelhütte in Appenzell. Und gestern bekam ich Besuch aus Bern und wanderte auch nicht - wir fuhren zum Flughafen Zürich, buchten auf der Besucher-Terrasse eine Führung, wurden zum Pistenkreuz chauffiert und schauten zu, wie gegen zwölf Uhr mittags die A380 der Singapore Airlines abhob, das grösste Passagierflugzeug der Welt. Mehr davon irgendwann nächstens - und vorerst dies: Der Tag endete gegen sechs Uhr abends im Oerliker Park in der Nähe des Bahnhofs Oerlikon. Wir bestiegen dort den Oerlikerturm, der auch Blauer Turm heisst. Die Plattform liegt 35 Meter über Boden, eine Stahltreppe spiralt spektakulär hinauf, oben sieht man das ganze Quartier und vieles mehr. Der Turm ist ein ästhetisches Vergnügen, das ich jedem und jeder dringend empfehle.

PS: Ich experimentierte gestern mit der Smartphone-Foto-App Hipstamatic. Daher die exaltierte Färbung meines Turmfotos.

Sonntag, 28. Juni 2015

Taube, rot gespritzt?

Eben kaufte ich mir wieder einmal eine "Tierwelt" und las mit Genuss ein paar Artikel. Des weitern faszinierten mich wie üblich die Kleininserate. Hier eines im Bild (die Telefonnnummer habe ich wegretuschiert). So oft ich die paar Zeilen samt Titel auch lese, ich komme nicht draus, was da geschah. Warum jemand das Inserat schaltete. Wem er dankt. Und ist das Ganze ironisch gemeint?

Samstag, 27. Juni 2015

Massaker zwischen Thur und Rhein

Thurgauer Bijou: das Barchetseeli unweit von Waltalingen.
Klatschmohn immer schön.
Mein Plan war gestern eigentlich, aufs Brienzer Rothorn zu steigen, vom Brünig aus. Beim Morgenessen um halb sechs holte mich sozusagen der Ernst des Lebens ein, ich sagte mir: Widmer, du schreibst an einem Buch, du hast noch einige Orte abzuklappern dafür! So wurde aus der Bergwanderung eine viereinhalbstündige Flachwanderung, grummel. Ich fuhr nach Ossingen, lief zum Barchetsee, nach Waltalingen, Guntalingen und weiter via Schlattingen und Basadingen nach Diessenhofen; eine -ingen-Tour sozusagen. Sie war schön, allerdings piepsten auf meinem Handy immer wieder Push-Meldungen des Newstickers: Massaker in Kobane an Zivilisten, Anschlag auf eine Gasfabrik in Frankreich, Anschlag auf ein tunesisches Hotel. Was für ein Kontrast zum Frieden, der über dem Land zwischen Thur und Rhein lag, was für ein Kontrast zwischen meinem Tag und dem vieler anderer Menschen.
Sprayer gibts auch auf dem Land. Dieser oder diese hier war verliebt.

Freitag, 26. Juni 2015

Deutsch mit Göpf

Jemandem du sagen = ihn duzen.
Jemandem Sie sagen = ihn siezen.
Jemandem Ihr sagen = ihn ?

Bei Gottfried Keller, meinem neuen Hausfreund, fand ich das fragliche Verb kürzlich auf der allerersten Seite der "Züricher Novellen" im allerersten Absatz vor - ich hatte es bis anhin nicht gekannt und war ein wenig verblüfft:
"Gegen das Ende der achtzehnhundertundzwanziger Jahre, als die Stadt Zürich noch mit weitläufigen Festungswerken umgeben war, erhob sich an einem hellen Sommermorgen mitten in derselben ein junger Mensch von seinem Lager, der wegen seines Heranwachsens von den Dienstboten des Hauses bereits Herr Jacques genannt und von den Hausfreunden einstweilen geihrzt wurde, da er für das Du sich als zu gross und für das Sie noch als zu unbeträchtlich darstellte."

Donnerstag, 25. Juni 2015

Nebel!

Das war speziell gestern. Ich fuhr bei bestem Sommerwetter ab und kam bei bestem Sommerwetter heim, und auch der Anfang und das Ende der Wanderung spielten sich in der Sonne ab. Aber ihr mittleres Drittel: Nebel, mal dicht und fett, mal in Fetzen über die Höger und Felsen treibend. Am Fuss des Mittaggüpfi, bevor der brutal steile Aufstieg begann, überlegte ich mir: Soll ich hinauf? Ich entschloss mich, es zu tun, traf unterwegs eine Frau, die umgekehrt war, zog die Sache durch. Oben hockten drei Männer. Bergdohlen umschwirrten uns und bekamen ein bisschen von meinem Thonsandwich ab. Und ich war froh, nicht vorzeitig aufgegeben zu haben.

Diese Unternehmung im Luzernischen war besonders anstrengend. 6 1/4 Gehstunden, 1261 Meter aufwärts und 1071 abwärts, das geht ja noch. Aber das ruppige Gelände! Die Höhe der Tritte! Die stellenweise leicht ausgesetzten, vom Regen der letzten Tage durchweichten Pfade, die morastigen Senken! Die nassen Wurzeln und Steine! Die giftige Bise! Das Mittaggüpfi war ein Abenteuer. Und hier noch die Route: Schwarzenberg, Rössli - Alpwirtschaft Mittler Stäfeli - Direktweg zum Gipfel - Mittaggüpfi - Bründle - Unter Lauelen - Eigental, Eigenthalerhof.

Mittwoch, 24. Juni 2015

Und heute.... aufs Mittaggüpfi

Das Mittaggüpfi (rechts). (Wikicommons/ Thomas Küng)
Heute geht es auf das Mittaggüpfi, einen Berg von 1917 Metern Höhe in der Pilatuskette oberhalb Malters. Als Anzeiger der Mittagszeit dürfte er den Bewohnern des Eigentals dienen, aus dieser Sicht kommt das hin. Ansonsten hiess er früher auch Oberalpgupf oder Gnepfenstein; ein Gnepfenstein ist ein Stein, der nicht gut platziert ist, wackelt und in die Tiefe stürzen oder rollen könnte. Sei dem, wie dem sei, ich fahre nach Schwarzenberg und laufe hinauf. Weiter geht es entweder hinab ins Eigental oder nach Alpnach. Ich liebe Wanderungen mit offenem Ausgang.