Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Sonntag, 11. Dezember 2016

Ost-West im Gebirge

Wir Schweizer haben zwar nicht den höchsten Berg der Alpen, aber immerhin der Ostalpen; es ist der Piz Bernina mit 4049 Metern im Kanton Graubünden. Ich stiess kürzlich auf das Wort "Ostalpen", musste es nachschlagen. Es ist natürlich komplementär zu "Westalpen", die Grenze folgt einer Linie vom Bodensee das Rheintal hinauf über den Splügenpass bis zum Comer See.
Vom Bodensee zieht sich die Grenze zwischen Westalpen und Ostalpen
Richtung Süden. (Wikicommons)

Samstag, 10. Dezember 2016

Weiach und der Wydler

Die Kirche Weiach 1716. (Wikicommons)
Weiach ganz im Norden des Kantons Zürich brachte in seinen Gemeindemitteilungen zehn Jahre lang jeden Monat eine "Weiacher Geschichte", man kann diese online nachlesen, eine super Sache. Eine Geschichte handelt vom Pfarrer Hans Lux Wydler, der nun nicht gerade eine Zierde seines Berufsstandes war. Schon der Vater, ebenfalls Pfarrer, war unangenehm aufgefallen, liederlicher Lebenswandel und so. Der Sohn wurde 1609 Pfarrer in Tegerfelden AG, wo er verdächtigt wurde, den Altar aus der Kirche entfernt zu haben - die Formulierung lässt offen, ob es um Diebstahl ging. Jedenfalls aber kam es 1618 in Weiach zum Schlimmsten: Pfarrer Wydler erstach seine Frau und floh ausser Landes. Das "Zürcher Pfarrerbuch" nennt als Wydlers Todesjahr ebenfalls 1618. Beging er Selbstmord? Wir wissen es nicht.

Freitag, 9. Dezember 2016

Fürstbischöflicher Fussweg

Die Basler Fürstbischöfe regierten von Basel aus, bis die Reformation kam. Dann verzogen sie sich in ihre jurassischen Ländereien. Auf drei Städte stützte sich die katholische Herrschaft: Pruntrut war der Hauptsitz, St-Ursanne das geistliche Zentrum, Delémont die Sommerresidenz. Was ich nicht wusste und von einem Schild erfuhr, als ich kürzlich in der Gegend des Etang de la Gruère wanderte und dabei von Sous la Neuvevie nach La Combatte südöstlich von Saignelégier zog: Die Fürstbischöfe unterhielten einen durchgehenden Fussweg durch die Freiberge von ihrer Hauptpfarrei Montfaucon nach Les Bois unweit von La Chaux-de-Fonds. Der kurze Abschnitt, den ich bei La Combatte antraf, war von Steinmauern zu beiden Seiten gesäumt; das markiert die Bedeutung der Route.

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Stoosbahn: das Update

Die Kapelle Maria-Hilf auf dem Stoos. Hier kann man beten,
zum Beispiel dafür, dass die neue Bahn nicht noch teurer wird.
(Wikicommons/Badener)
Gestern fiel mir, einfach so, die Stoosbahn ein - ich dachte: Wird nicht demnächst die neue, extrem steile Standseilbahn eröffnet? Oder fährt die schon? Ich schaute nach, und oha. Ich wusste das gar nicht: Die neue Bahn vom Muotatal auf das Schwyzer Ferienplateau hat auf den ursprünglichen Bauplan mittlerweile zwei Jahre Verzögerung und wird wohl erst Ende 2017 auf ihrem neuen Trassee parallel zum alten losfahren. Grund für das langsame Vorankommen der Arbeiten waren Pannen und Probleme aller Art, so stürzte zum Beispiel die eigens erstellte Materialbahn ein. Auch beim Bohren der drei Tunnels gab es jede Menge Ärger, so mussten die Bohrköpfe ausgewechselt werden. Die Baukosten sind ebenfalls happig gestiegen, momentan geht man von 52 Millionen Franken aus. Nun, jedenfalls wird Ende nächstes Jahr mit der Bahn auch ein neuer Superlativ Realität: die steilste Standseilbahn der Welt.

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Dezemberkäfer

Bildunterschrift hinzufügen
Hier zwei Aufnahmen von gestern. Erstens ein Marienkäfer. Während ich am Mittag in der Küche eine Rösti briet, öffnete ich das Fenster ein klein wenig. Worauf besagter Käfer mir zuflog. Fürs Foto setzte ich ihn auf das weisse Blatt Papier.  Und natürlich dachte ich: Ist das normal, dass es im Dezember noch Marienkäfer gibt? Später am Tag schaute ich auf der Webseite der Schifffahrtsgesellschaft des Luganersees etwas nach und stiess dabei auf einen hübschen Schreibfehler. Ja, ich weiss, kindisch, aber ich musste halt nun mal schmunzeln.

Dienstag, 6. Dezember 2016

Fernand-Alfred Gerber und der Tornado

Als der Tornado vorbei war.
(Screenshot vom Film im Schweizer Sturmarchiv)
La Chaux-des-Breuleux in den Freibergen, wo ich letzten Samstag meine Wanderung begann, wurde am 12. Juni 1926 von einem Tornado heimgesucht. Der kam von Frankreich her, hinterliess auch in anderen Orten seine Spuren. Ingesamt vernichtete er an die 200 Höfe. Viele Pferde und Kühe wurden getötet, es gab dazu sechs bis sieben verletzte Menschen. Und der achtjährige Fernand-Alfred Gerber kam gar um. Woher ich das alles weiss? Zu meinem Erstaunen gibt es online ein Schweizer Sturmarchiv. Zu dem Tornado ist sogar ein kurzer Film gelinkt, natürlich ohne Tonspur. Er zeigt Menschen der Gegend vor den Ruinen kurz nach Abzug des Sturmwindes; leider steht nicht, wo exakt der Film gedreht wurde.

Montag, 5. Dezember 2016

Ich war in Kanada

Québec? Nein, der Etang de la Gruère, Kanton Jura.
Auberge de la Couronne, La Theurre.
Am Samstag, als ich gegen zehn Uhr in La Chaux-des-Breuleux aus dem Züglein stieg, dachte ich als erstes: Soll ich gleich wieder heim? Die Station liegt ausserhalb des Minidorfs, die Hochebene der Freiberge rundum: winterlich kahl und reduziert. Die Bise war unerbittlich, sie riss mir fast die Mütze vom Kopf. Ich widerstand dem Fluchtreflex, ging los, und im Nachhinein muss ich sagen: Es wäre sündschade gewesen umzukehren. Meine Wanderung führte mich in knapp drei Stunden zum Etang de la Gruère, nach La Theurre, wo ich in der Couronne sehr gut ass, dann weiter via Les Cerlatez, Sous La Neuvevie und La Combatte nach Saignelégier. Höhepunkt war der Etang de la Gruère, ein in der frühen Neuzeit aufgestauter Hochmoor-Weiher. Um diese Jahreszeit liegt er einsam in seiner Sumpfsenke, und das sich derzeit bildende Eis zieht bizarre Schlieren übers Wasser. Ich fühlte mich wie in Kanada.