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Montag, 20. Mai 2013

Appenzeller Flossenfüssler

Polterabend voraus.
Ein herrlicher Samstag liegt hinter mir - wir wanderten durch einen Frühling in Hochform. Der Föhn wirbelte Blütenstaub auf, so dass ein feiner Schleier über den Wiesen lag. Stark war besagter Föhn, hoch über dem Rheintal vor allem, er verschlug mir einmal fast den Atem, ein paar Biker mussten zwischenzeitlich absteigen. Die Wanderung von Steigbach, der Bahnhaltestelle zwischen Teufen und Bühler, via die Bauernwirtschaft Sand und die Landmark hinauf zum St. Anton und dann über die Rütegg hinab nach Heiden (5 3/4 Stunden) ist in meiner Erinnerung gelb, von den Maienblumen. Und sie riecht nach Blüten. Wir assen im Restaurant St. Anton, wie immer war das sehr gut. Grandios war die Fernsicht auf den Alpstein, aufs Rheintal und ins Vorarlbergische hinaus. Und auf dem Weg Richtung Heiden trafen wir dann einen Typ mit Flossen an den Füssen. Er war unterwegs zu einem Polterabend und wie sein Kumpan schon reichlich angeheitert.

Sonntag, 19. Mai 2013

Miss Pferd

Als ich diese Woche von Bülach via Stadel nach Kaiserstuhl ging, kam mir kurz vor Kaiserstuhl am Rhein eine Frau zu Pferde entgegen. Ich musste gleich lachen. Nicht über die Frau, sondern über das Pferd und dessen verspielten Kopf- und Ohrenschmuck, der mich irgendwie an die Roaring Twenties erinnerte. Ob ich fotografieren dürfe, fragte ich. Ich durfte. Und die Reiterin erklärte mir dann, dass ihr Pferd so gegen Mücken geschützt sei, denn es hasse es, wenn Mücken in seine Ohren gerieten. "Aber natürlich habe ich geschaut, dass die Farbe passt und es gut aussieht."

Samstag, 18. Mai 2013

Föhn, du bist mein Held

Eine Meteoschweiz-Prognose, wie ich sie mag. (Screenshot)
Was für ein Geschenk: Ein Samstag mit passablem Wanderwetter inmitten der Tiefdruck-Pfingsten. Danke, lieber Föhn! Wir wollten ursprünglich von Biel nach Erlach wandern. Stattdessen gehts ins Appenzellerland, wo die Sonne bis am Abend durchhalten soll. Unsere Route: Steigbach - Ebnet - Neppenegg - Sand - Landmark - St. Anton und dann nach Rehetobel oder Heiden. Freu.

Freitag, 17. Mai 2013

Die Rapsfrage

Raps, Raps, Raps, bist du es, der derart stinkt?
Brunnengesicht in Stadel.
Gestern eine schöne Viereinhalb-Stunden-Wanderung: von Bülach via Hochfelden auf den Strassberg, hinab nach Stadel und gleich wieder hinauf auf den Stadlerberg und wieder hinab nach Weiach und Kaiserstuhl. Drei Bemerkungen zu dieser Route:
  1. Das wichtigste Requisit der Landschaft war der Raps, goldgelb leuchteten die Felder. Was mir nie ganz klar ist und worüber wir auch letzten Samstag im Thurgau debattierten: Duftet Raps? Oder stinkt er? Ich finde, er stinkt, und zwar wie Tilsiter, den man grad aus der Plastikhülle befreit hat.
  2. Fluglärm begleitete mich. Gleichzeitig waren diese niedrig im Himmel hängenden Maschinen im Landeanflug faszinierend; ich musste lachen angesichts der Raubvögel, die über Stadel kreisten und so taten, als gäbe es die wirklich grossen Vögel in unmittelbarer Nähe nicht. 
  3. Stadel hat als Attraktion einen Spätrenaissance-Brunnen. Er ist teilweise blau koloriert, was man, wenn ein Zeitgenosse von uns die Farbe gewählt hätte, kitschig fände. So liebt man den Brunnen und seine Figuren.  

Donnerstag, 16. Mai 2013

Widmerloch entschärft

Jawohl. Jetzt gibts einen Steg!
(Maurus, vielen Dank für das Foto!)
Im Februar kolumnierte ich über die Route von Neuenburg via La Tène nach Gampelen - und merkte ein Malheur an: Nach dem Essen im Restaurant Rothaus musste ich den befestigen Damm der Bahnlinie Neuenburg - Bern unterqueren. Weil im Tunnel das Wassser zehn Zentimeter hoch stand, kam ich mit nassen Füssen heim. Und nun dies: Eben schickte mir Blogfreund Maurus ein Mail mit der Betreffzeile "Widmerloch bei Rothus entschärft." Tatsächlich, das von Maurus beigelegte, bei der Unterführung gemachte Foto zeigt es, hat die BLS mittlerweile einen Steg montiert. Ich freue mich.

Mittwoch, 15. Mai 2013

Ambrosius und die drei Täler

Der heilige Ambrosius, Mosaik aus Mailand. (Wikicommons)
Ambrosius von Mailand, 339 bis 397, ist einer der grossen Lehrer der katholischen Kirche. Was aber sind die ambrosianischen Täler? Wir landen damit in der Schweizer Geografie. Es handelt sich erstens um die Leventina, das Tal des Ticino. Zweitens um den separat gerechneten unteren Teil des Tals zwischen Biasca und Bellinzona, die Riviera. Und drittens um das Bleniotal. Sie alle wurden im Mittelalter vom Erzbistum Mailand verwaltet, später übernahmen die Visconti. Und dann kamen die Eidgenossen. Heute spricht man verkürzt von den "Tre Valli", ich stiess kürzlich auf den Begriff, als ich in der Leventina wanderte - und jetzt wäre er also auch erklärt.

Dienstag, 14. Mai 2013

Die Fischenz von Boswil

Hier lernte ich im April ein neues Wort. Nein, nicht "Schnee".
Als wir vor gut drei Wochen im Schneegestöber von Boswil auf den Lindenberg stiegen, kamen wir im Feldenmoos an drei prachtvollen Weihern vorbei. Ein Schild informierte uns, der Fischerverein betreue das Gelände und sei auch Inhaber der Fischenz. Dieses Wort war mir neu; zuhause schaute ich es nach und weiss jetzt: "Fischenz" meint das Recht, an einem bestimmten Ort zu fischen. Der lateinische Parallelbegriff lautet "ius piscandi".