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Donnerstag, 21. März 2019

Das Unterwalliser Pfund

Die alte Münzprägestätte von Saint-Maurice (Bildmitte).
Reden wir von einer bestimmten Brotsorte, die es nur im Oberengadiner Nobelort gibt, wenn wir "St. Moritzer Pfund" sagen? Aber nein. "St. Moritz" ist auch der verblasste deutsche Name von Saint-Maurice im Unterwallis. Dort ist die Münzprägestätte erhalten, die bis circa 1850 eine im Wallis gängige Münze prägte. Das St. Moritzer Pfund.

Mittwoch, 20. März 2019

Ossobuco-Voodoo

Schon ein bisschen unheimlich. Als wir kürzlich von Süden her auf Curio zuwanderten, kamen wir, noch etwas ausserhalb des Dorfes, bei Bruciate an einem verlotterten Anwesen im Wald vorbei, dessen Besitzer mit einem Totenschädel-Plakat warnt, man solle sich vor seinem Hund in Acht nehmen. Und in den Bäumen hängen Mobiles aus Hohlknochen, die bei Wind sicher schauerliche Klappergeräusche machen - Ossobuco-Voodoo im Malcantone.

Dienstag, 19. März 2019

Per Bahn von Treisbruck nach Luino

Ponte Tresa (rechts) und Luino (links) waren bis 1944 per Bahn verbunden.
(Screenshot OpenStreetMap)
Die Tresa entspringt bei Ponte Tresa dem Luganersee und fliesst hinüber zum Lago Maggiore. Auf gut der Hälfte ihrer 15 Kilometer bildet sie die Grenze zu Italien. Einst verkehrte an der Tresa ein Züglein, Schmalspur, das die beiden Seen verband. Die Vorgeschichte: Nach der Eröffnung des Gotthardtunnels 1882 grassierte in der Region das Bahnfieber. Man entwickelte die Idee, die grossen drei Seen (die beiden genannten plus den Comersee) per Zug zu verknüpfen. 1885 startete die Bahn von Ponte Tresa nach Luino, die freilich die einzige realisierte des grossen Entwurfs blieb. 1944 stellte man ihren Betrieb bis auf den auf einem kleinen Abschnitt ein, wegen kriegsbedinger Schäden und weil der Unterhalt im Krieg ausgeblieben war. 1948 war ganz Schluss.

PS: Ponte Tresa trägt den - nicht mehr gebräuchlichen - deutschen Namen "Treisbruck".

Montag, 18. März 2019

Ein Samstag im Malcantone

Ponte Tresa, Wanderstart.
Bluescht.
Der Luganersee vom Monte Mondini. Links halb hinten der Monte Brè.
Was für ein Kontrast! Heute morgen haben wir in Zollikerberg drei Grad. Am Samstag nachmittag im südlichen Tessin gab es hingegen 24 Grad. Unsere Route war apart und anstrengend mit je 850 Höhenmetern auf- und abwärts. Von Ponte Tresa stiegen wir auf zum Monte Rocchetta und weiter zum Monte Mondini, der uns den Blick ins innere Malcantone ebenso schenkte wie den auf den vielarmigen Luganersee und den Lago Maggiore etwas weiter weg. Dann Abstieg auf einem nicht signalisierten und am Anfang kaum auszumachenden steilen Indianerpfad ins wundersam verwinkelte und verschachtelte Curio. Dort gabs Zmittag in der Dorfbeiz, die glücklicherweise offen hatte: Kalbsbraten mit Kartoffelstampf. Und Wein. Und das war erst die Hälfte der Route (nun, etwas mehr). Nach dem Essen kam das wilde Tobel der Magliasina, auf der anderen Seite gingen wir nicht ganz hinauf bis Iseo, sondern zweigten nach Süden ab auf einen herrlich horizontal durch den Wald sich ziehenden, bald nach Osten drehenden Höhenweg. Der letzte Akt dann: Villengucken den Hang von Vernate hinab durch die Palmen nach Magliaso, wo die Wanderung bei der Station Magliaso Paese endete. Das war toll. Das Malcantone wächst mir immer mehr ans Herz.
Das Göfli von Curio.
Curio, im Dorfkern.
Das Tobel der Magliasina ist wild, man muss aufpassen.

Sonntag, 17. März 2019

Turm und Sturm

Der Baldegger Wasserturm. (Foto: Tschubby/ Wikicommons)
Auf der Baldegg, auf dem Plateau über der Stadt Baden, steht ein Wasserturm. Man kann den Betonbau aus dem Jahr 1985 besteigen, 38 Meter hoch ist er, oben hat man einen wunderbaren Rundblick inklusive Schwarzwald und Alpen. So las ich es in der Wikipedia. Vor acht Tagen kehrten wir im Restaurant Baldegg ein. Als wir das Lokal wieder verliessen, sahen wir in 200 Metern Entfernung den Turm. Wir waren so doof, nicht hinzugehen, irgendwie merkten wir nicht, dass es sich um eine Attraktion handelt, um einen besteigbaren Turm eben. Vielleicht war auch der Sturm schuld, der uns ablenkte und betäubte. Schade.

Samstag, 16. März 2019

Bäcker Widmer

Das Brot. Mein Brot. Pfundig.
Der Teig liess sich schamlos gehen.
Manchmal habe ich so Kurzfrist-Obsessiönli. Das neuste: Seit einigen Wochen dachte ich dauernd daran, dass ich endlich einmal ein eigenes Brot backen will. Einfach so. Muss man doch können. Und nun habe ich es getan und muss sagen: Mein erstes Brot schmeckt fantastisch. Es handelt sich um einen Pfünder, halb Weissmehl und halb Vollkornmehl. Weil ich den Teiglaib mit Eigelb bestrich, sieht das Brot ein wenig nach Maisbrot aus. Jeder Bissen macht mir einzeln Freude, ich will möglichst bald wieder so eine Kreatur in den Ofen schieben.

Freitag, 15. März 2019

Signora Marisa

Im jungen Frühling packt mich stets die Lust, die eine oder andere Tour auszutüfteln. Gern würde ich zum Beispiel im Mai oder Juni im Morobbiatal wandern, das bei Giubiasco ostwärts abzweigt. Leider ist der öffentliche Verkehr ins Tal mies. Und also kam ich auf die Idee, man könnte dort ja übernachten. Als allererstes fand ich im Internet das Hotel Morobbia vor, das aber leider in Camorino bei Giubiasco liegt, also nicht wirklich im Tal. Hübsch fand ich den Eintrag im Telefonbuch. Unter "Öffnungszeiten" ist nämlich launig vermerkt, ich übersetze ins Deutsch: "Das hängt von der Signora Marisa ab." Ich nehme an, es handelt sich um die Chefin.