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Mittwoch, 22. Oktober 2014

30 vs. 11

Unterwegs zum Moléson in der Standseilbahn.
Die lieben Leserinnen und Leser erinnern sich sicher, wie ich mich vor gut zwei Wochen über den Preis einer simplen Bergfahrt in der Standseilbahn von Davos aufs Weissfluhjoch ärgerte: 30 Franken. Auf dem Facebook-Ableger des Eintrags ergab sich eine Diskussion; ich war unschlüssig. Dann fuhr ich vorgestern auf den Moléson, zuerst mit der Standseilbahn, dann mit der Seilbahn. Unten an der Kasse bezahlte ich für die Bergfahrt-Kombination 11 Franken. Anders als in Davos bekam ich auf das GA 50-Prozent Halbtax-Rabatt.

Dienstag, 21. Oktober 2014

Schlusstag

Wohltuend: keine Leute. Gestern vormittag auf dem Moléson.
Gestern nahm ich zuhause den 5-Uhr-50-Zug. Genau vier Stunden später entstieg ich nach sieben Mal Umsteigen auf dem Moléson der Seilbahn. Unterwegs war mir durch den Kopf gegangen, dass dies die letzte Bergwanderung der Saison sein würde. Ich empfand Glück, so spät im Oktober noch einmal richtig in die Höhe zu können. Und Freude über all die Routen der letzten Monate, die ich mal kurz mit Hilfe meines getreuen Notizbüchleins Revue passieren liess. Und Dankbarkeit, dass ich und mein Grüpplein auf all den Wegen ohne gröbere Unfälle gegangen sind, zig tausend Meter auf und ab. Und gleich noch ein Gefühl nach dem Wochenende der verstopften Züge: Schön, wenn es bald nebelt und nieselt, man hat dann die Wälder und Wiesen und Wirtschaften wieder praktisch für sich. Es gibt ja Leute, die gehen nur im September und Oktober wandern.

Auf dem Hausberg der Freiburger herrschte Schlussstimmung. In der Seilbahn waren wir, Operateur inbegriffen, zu dritt gewesen. Die Rundsicht oben war grandios, ich genoss sie ausgiebig, trank einen Kaffee und wanderte dann los. Es war keine Monumentaltour, die ich da anging, doch all die Ausblicke und Tiefblicke hätten drei normale Unternehmungen alimentieren können. Über die Crête de Moléson hielt ich auf den Teysachaux zu, bog nach diesem luftigen Beginn ab nach rechts und stieg via Tremetta, Le Villard-Dessus, Chalet Incrota, La Pudze, Les Pueys, Vieux Gîte ab nach Les Rosalys, das zum Ferienweiler Les Paccots gehört. 2 3/4 Stunden dauerte das (90 Meter aufwärts, 950 abwärts). Im Restaurant Les Rosalys ass ich ein Entrecôte und eine Rösti und stiess mit mir selber auf die Bergwandersaison 2014 an; sie lebe hoch!
Abwechslung am Himmel der Romandie.

Montag, 20. Oktober 2014

Die Capuns-Kondukteuse

Streng war der Aufstieg. Der Abstieg dann auch. Tällifurgga, 2568 Meter.
Pilzpastetli im Walserhuus, Sertig.
Am Samstag eine 5 1/2-Stunden-Wanderung im prachtvollsten Herbstwetter des Jahres: von Davos Dorf ins Dischmatal bis Teufi, via Rüedischtälli hinauf zur Tällifurgga (1030 Höhenmeter) und hinab nach Sertig Dörfli und Sertig Sand (730 Höhenmeter). Unterwegs stimmte einfach alles: Die Nadelbäume verfärbten sich nach altem Bündner Oktoberbrauch ins Knallgelbe. Die Bäche waren klar und sauber wie im Bildband. Die Weitsicht war vorbildlich, reichte von der Furgga aus bis zum Tödi. Und diese Stille der seit Wochen verlassenen Alp Rüeditschtälli mit dem schützenden Kreuz auf dem nahen Hoger! Wir trafen in den mittleren vier Stunden der Wanderung genau drei Menschen und zwei Hunde. Bös dann der Kontrast in Sertig, das übrigens von einem Bauer total verbschüttet und vermistet worden war; das Hochtal stank übel. An sich ist Sertig ein wunderbares winziges Bergnest. Aber eben, die Nähe zu Davos. Der Rummel, dem wir uns auf der Wanderung entzogen hatten, setzte uns nun umso brutaler zu. Es wimmelte von Bikern, Familien, Schlendergrüppchen, die mit dem Auto angekarrt waren und meinten, sie seien an der frischen Luft gewesen, wenn sie die zehn Minuten vom Dörfli zum Sand gingen. Schlau unsere Antimethode: Wir sassen den Trubel aus und reisten erst gegen sechs ab, als längst der Schatten gekommen und die Masse vertrieben hatte.

Hübsch die Heimfahrt mit der Rhätischen Bahn von Davos nach Landquart. In Teilen des Zuges ging das Licht aus und blieb weg, ein technisches Problem. Wir fuhren im Dunkeln, sahen im nachtblauen Himmel die schwarzen Bergsilhouetten wie Scherenschnitte, das Signal auf der Antenne von Valzeina blinkte weihnachtlich. Als die Kondukteuse kam, fragte K. sie, was eigentlich genau in Capuns drin sei. Die Kondukteuse erklärte es uns im Detail und sagte am Schluss, das sei eben ihr angestammter Beruf. Sie sei gelernte Köchin.
Die Alp Rüedischtälli im Zeichen des schützenden Kreuzes.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Ab nach Unteriberg!

Einst gab es das "Streblen" an der Küssnachter Sennenchilbi und am - inzwischen eingestellten - Schwingfest auf der Seebodenalp unter der Rigi. Mittlerweile kann man den Brauch nur noch in Unteriberg erleben; auch dort war er verschwunden, bis er 1997 neu belebt wurde. Morgen Montag ist Chatzestreble am Stöckmärcht in Unteriberg, nichts wie hin! Das urtümliche Kräftemessen besteht darin, dass sich zwei chäche Männer auf allen vieren gegenüberknien wie zwei Katzen oder Kater, die Stirnen nicht allzu weit auseinander. Nun wird ihnen beiden ein gemeinsamer Riemen um den Nacken gelegt. Es beginnt eine Art Seilziehen per Genickmuskulatur. Der Schwächere verliert bisweilen dadurch, dass er über die Grenzmarke gezogen wird, öfter aber, indem er nicht mehr kann und den Nacken beugen muss, worauf der Lederriemen ausklinkt. Übrigens veranstalten sie in Unteriberg seit 2006 auch den Nachwuchswettbewerb "Jung-Chatzestreble" mit Knaben und Mädchen. Woher ich das weiss? Aus dem formidablen Y-Mag Schwyz (seltsamer Name, ich weiss).
Vom Chatzestreble habe ich kein Foto. Hier stattdessen ein Foto von gestern;
der Weg zur Tällifurgga nah Davos. Schön, wie sich der Wald herbstlich färbt.

Samstag, 18. Oktober 2014

Heute geben wir uns die Tällifurgga

Jede Wanderung gebiert eine nächste. Ich schrieb das schon mehrmals, hier der neuste Beleg. Als ich kürzlich in Davos war (ich meine die Tour vom Weissfluhjoch via den Strelapass nach Langwies), sah ich auf der Karte eine andere Route, die mich ansprach. Ich notierte sie mir, und heute wollen wir sie machen. Sie führt von Davos-Dorf ins Dischmatal, dann durch das Rüedisch Tälli auf 2568 Meter zur Tällifurgga und hinab nach Sertig; dort werden wir aller Voraussicht nach gegen 16 Uhr eintreffen und uns mit einem Essen im Walserhuus belohnen. Grandios, was für Bergvergnügen in diesem schönen Oktober noch alle möglich sind!

Freitag, 17. Oktober 2014

Halloween süss

Kürzlich sah ich in meinem Cööpli in Zollikerberg die ersten Weihnachtsguetsli. Aber auch andere Feste beginnen immer früher. In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November ist Halloween; übrigens ist das Wort ein Zusammenzug von "All Hallows' Eve", Vorabend von Allerheiligen ("hallow" ist sprachlich eng verwandt mit "heilig"). Gestern fotografierte ich in meinem Lieblingscafé am Bahnhof Tiefenbrunnen in Zürich die süsse Auslage. Das ist mal etwas anderes als immer diese Kürbisse - doch, so gefällt mir Halloween. Auch wenn es erst in zwei Wochen stattfindet.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Die Apfelgrafik

Hach, endlich wieder einmal eine Grafik. Und selber erstellt! Die Zahlen habe ich aus einem Artikel im gestrigen Tagi; es geht um die Schweizer und ihre Apfelvorlieben. Die meisten Leute begnügen sich mit dem, was die Grossverteiler ihnen vorsetzen. So kommt es zur Dominanz dreier grosser Sorten, allen voran Gala, die zusammen über die Hälfte der Schweizer Apfelernte ausmachen. Für Abwechslung sorgen die Obstbauern auf den Märkten, die Exotisches wie die Sorte Freiherr von Berlepsch feilhalten. Zu den alten Sorten ist allerdings zu sagen, dass sie in der Regel schnell mehlig werden.