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Mittwoch, 20. August 2014

Mein Offline-Elend

Ärgernis der Woche - auch das Posten auf diesem Blog ist betroffen: Meine Internet-Linie zuhause funktioniert nicht, die Leitung spukt. Und das, seit ich am Samstag abend aus den Ferien heimkam. Swisscom war soweit nett, konnte aus der Ferne aber auch nicht helfen und schickt mir morgen vormittag einen Techniker vorbei; ich hoffe, der kann die Sache flicken. Wie ich denn überhaupt poste? Ich nütze mein Handy als Hotspot. Natürlich läuft so alles viel langsamer, eine Dauerlösung ist das nicht.

So, fertig gejammert - hier mein Plan für heute. Ich will nach Réclère fahren, das am Rand der Schweiz im Pruntruter Zipfel liegt. Dort gibt es eine spektakuläre Grotte zu besichtigen sowie einen Prähistorie-Park zu durchwandern; beides wollte ich schon seit langem tun. Bericht folgt.

Dienstag, 19. August 2014

Die Zukunft von 1968


Nicht übel, oder? So ein Haus würde ich gern bewohnen.
Na ja. Die Inneneinrichtung ist etwas überkandidelt.
Ufo gelandet! Ich sah das Objekt letzten Samstag, als ich in Paris auf dem Flohmarkt von Clignancourt/ Saint Ouen unterwegs war. Das Futuro House wurde 1968 vom finnischen Architekten Matti Suuronen konzipiert; anschliessend wurde eine kleine Serie realisiert. Dieses Exemplar stand zuerst draussen in der Défense und wurde dann auf das Flohmarkt-Areal gezügelt. Mir gefällt es ausgezeichnet; so möchte ich wohnen.

Montag, 18. August 2014

Die Societas Jesu in der Schweiz

Der Jesuitengründer
Ignatius von Loyola.
(Wikicommons)

Kürzlich war ein guter Artikel über die Schweizer Jesuiten in der NZZ. Zur Erinnerung: Die Societas Jesu, wie der Orden heisst, war bei uns nach der Gründung des Bundesstaates lange verboten. In der reformierten Leitkultur galten die Jesuiten als rückständige Kraft, die mit dem fernen Papst den Fortschritt im Land zu sabotieren suchte. 1973 hob das Schweizer Stimmvolk das Verbot wieder auf. Heute gibt es hierzulande gut 60 Jesuiten. Ihre Tätigkeitsgebiete:
  • Ein Hilfswerk, die Jesuitenmission; man hilft Flüchtlingen und unterstützt Projekte.
  • Studentenwohnheime in Genf und Basel und Präsenz an einigen Hochschulen.
  • die Luzerner Jesuitenkirche, die dem Kanton gehört, in der aber ein von der Regierung gewählter Jesuitenpater die Seelsorge gewährleistet.
  • das Lassalle-Haus, vormals Kurhaus Bad Schönbrunn, im Kanton Zug. Es widmet sich dem Dialog mit anderen Religionen und der Selbstreflexion und gilt als spirituelles Zentrum.

Sonntag, 17. August 2014

Kreis und Kreuz

So, bin wieder zuhause. Mitgebracht habe ich aus Paris exakt 987 Fotos. Den heutigen Morgen und Vormittag werde ich damit verbringen, sie zu sichten, eine Souvenir-Bildstrecke zu erstellen und an meine Mitgereisten zu vermailen. Paris zu Fuss war toll und lohnend. Was wir dort machten, lässt sich am besten geometrisch ausdrücken: Die Stadt bildet einen Kreis. Auf diesen Kreis legten wir ein Kreuz, indem wir zuerst von Norden nach Süden und dann von Westen nach Osten gingen.

PS: Ich denke, wir werden auch nächstes Jahr wieder zusammen stadtwandern. Zwei Ideen stehen im Raum: Hamburg und Umland. Oder aber Istanbul. Mal schauen. Schönen Sonntag, ich mache mich jetzt an meine Fotoarbeit.
Das assen wir in Frankreich: Schnecken.
Das assen wir in Frankreich: Seezunge.
Das assen wir in Frankreich: Jakobsmuscheln.
Das assen wir in Frankreich: le Burger.
Das assen wir in Frankreich: Geflügelroulade.

Samstag, 16. August 2014

Die Töchter des Königs

Holzbrücke über die Seine, hinten l. und r. die Türme der Nationalbibliothek.
Gestern Freitag Teil zwei unserer Paris-Traverse von West nach Ost. Wir nahmen die Route vom Vortag im Jardin de Luxembourg wieder auf und erreichten nach gut fünf Stunden den Bois de Vincennes und die Porte Dorée. Meine Höhepunkte waren: Die Arena von Lutezia aus der Römerzeit, die 1869 beim Bau der Rue Monge wieder ans Licht kam. Der Jardin de Plantes, eine Pracht von botanischem Garten. Das Restaurant der Grossen Moschee, in dem wir Pfefferminztee tranken. Die Bibliothèque Nationale de France aus den Mitterrand-Jahren, vier elegante Hochhäuser mit einem Wald in der Grube dazwischen, der fürs Publikum (fast immer) gesperrt ist. Und natürlich das Glitzerwasser des künstlichen Sees im Bois de Vincennes kurz vor Wanderende. Als es vollbracht war, stiessen wir an mit einem Pastis.

Noch mehr Eindruck als all das Erwähnte machte mir gestern das Riesenareal der Salpêtrière. Einst fertigte man dort aus Salpeter Sprengstoff. Dann verfügte Louis XIV den Bau eines Armenspitals auf dem Areal. Auch wahnsinnige Frauen wurden hospitalisiert - und übrigens war in der Salpêtrière auch der junge Sigmund Freud einige Zeit Gastarzt. Wir schauten uns die Kapelle an, in der vier Zürcher Kirchen locker Platz hätten. Wir lasen ein Schild, gemäss dem in der Zeit von Louis XIV 240 junge Frauen aus der Salpêtrière nach Kanada verschifft wurden, um dort zu heiraten, Kinder zu kriegen und so die gloriose Frankophonie zu stärken ("les filles du roi"). Schliesslich sahen wir eine Art historische Bungalow-Anlage, in der einst die geisteskranken Frauen einsassen; nachts kettete man sie vor dem Haus an, um ihnen frische Luft zuzuführen. Usw., man muss das Areal besuchen, das übrigens heutzutage das grösste Spitalgelände von Paris ist - was für ein wuchtiges Gebilde!

Freitag, 15. August 2014

Unsere Routine und meine Robespierre-Fantasie

Wer über Paris bloggt, kommt um den Eiffelturm nicht herum: Wanderfoto von gestern.
Mittlerweile hat sich in unserem Parisgrüppli eine Routine etabliert. Man trifft sich am Morgen um 9.15 in der Hotellobby, geht zur Metro, fährt zum Ausgangspunkt der Tageswanderung, zieht los. Gegen Mittag gibt es eine Pause mit Kaffee, gegen zwei Uhr ist Wanderschluss, man trinkt ein Bier, dann fahren die einen Richtung Hotel und hauen sich mal kurz hin, während die anderen eine Ausstellung besuchen, flanieren oder shoppen. Gegen 18.30 sammelt man sich wieder in der Hotellobby und zieht aus zum Abendessen. Und da wir nun beim Einkehren sind: Nachdem wir gestern die Hälfte der West-Ost-Traverse (Porte Dauphine - Porte Dorée) gemacht hatten, gönnten wir uns im Procope nah beim Odéon unser Schlussbier. Das Procope ist ein berühmtes und uraltes Intellektuellencafé, die Aufklärer verkehrten in ihm, eine Stange kostet umgerechnet acht Franken. Originell das ein wenig schmuddlige Herren-WC, auf der Tür stand "Citoyens". Es hätte mich nicht verwundert, wenn beim Händewaschen Robespierre neben mir aufgetaucht wäre.

Donnerstag, 14. August 2014

Die Traversierung von Paris (II)

Mobilier National bestückt Frankreichs Ministerien und Botschaften mit Möbeln.
Le Widmer et le Mojito.
Gestern Teil zwei der Nord-Süd-Durchwanderung von Paris. Wir starteten bei der Kathedrale Notre-Dame auf der Seine-Insel Île de la Cité, auf der sich circa 250 vor Christus der Keltenstamm der Parisii niederliess. Und wir hielten, wieder mit riesigen Umwegen durch mal lauschige, mal industrielle Quartiere und natürlich durchs Universitätsviertel, nach Süden zur Porte d'Argueil. Wir sahen derart viel, dass es vielleicht sinnvoller ist zu erwähnen, was wir nicht sahen: die Bièvre. Der 33 Kilometer lange Fluss muss einst lauschig gewesen sein und zog auch Gewerbe an, um 1440 siedelte sich an ihm der Färber Jean Gobelin an, mit dem die gewerbliche Geschichte des gleichnamigen Teppichs begann. Heute sieht man von der Bièvre, in deren Namen sich das Wort "Biber" verbirgt, nichts mehr, sie ist zum Teil des städtischen Abwässernetzes degradiert.

PS: Ich finde nach wie vor, Französisch habe zuviele Akzente. Mal eine Schreibreform, in der Akzente systematisch gestrichen würden, das wärs. Ich bin sicher, die Sprache würde mehr Liebhaber finden. Und die blöden Zusatzmanöver auf der Smartphone-Tastatur würden hinfällig. Bievre statt Bièvre! (Yve, falls du das liest, nicht durchdrehen!)
PS 2: Bei der Kirche Saint-Médard nahm mein Grüpplein, vier Frauen und ich Mann, am Platz einen Kaffee. Eine Frau um die 50 kam vorbei, musterte uns und sagte anerkennend zu mir: Monsieur, vous êtes bien entouré!