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Samstag, 19. April 2014

Ich bin auch ein Känguruh

Das Foto entstand am Montag. Im "Sherpa"-Laden gegenüber dem Tagi kaufte ich mir einen Sportbeutel zum Umschnallen; mein Kollege Hannes fotografierte mich, als ich ihm das Ding vorführte. Nicht ohne Zweck habe ich es mir zugelegt (34 Franken kostete es übrigens). Heute nämlich wollen wir an der Reuss endlich den Plan realisieren, 40 Kilometer zu wandern. Und weil die anderen immer so unglaublich schnell gehen, eigentlich rennen, will ich keinen Rucksack tragen; sonst hängen die mich glatt ab. Bereits ist der Beutel gestopft. Er enthält einen Schirm. Ein Ersatz-Thermoshirt. Drei Riegel Schoggi. Das Sackmesser. Plus Blasen-Pflästerli. Ob ich den Beutel vorn oder hinten trage, weiss ich noch nicht.

Freitag, 18. April 2014

Viel Poesie war da nicht

Nachdem gestern alle Arbeiten erledigt waren, die ich mir vorgenommen hatte, spazierte ich von Zollikerberg nach Zürich. Mein Ziel war der Hafenkran an der Limmat, der jetzt ja fertig montiert ist. Meine Laune war gut, See und Fluss von blitzendem Blau, ich nahm mir unterwegs vor, den Kran toll zu finden; schliesslich riskiert man andernfalls, als nicht-weltoffen zu gelten, als Bünzli und Kunstmuffel. Dann war es soweit, und ich war... enttäuscht. Ich finde diesen Kran kein Problem, mich stört zum Beispiel nicht, dass er mit Steuergeldern aufgestellt wurde. Und ob er Kunst ist oder nicht, ist mir schnuppe. Bloss - ich hatte ihn mir imposanter vorgestellt. Und irgendwie passt er zu gut an den Fluss. Man hätte ihn irgendwo auf einer grünen Wiese montieren sollen, das wäre viel frecher gewesen. Zudem ist die Assoziationskette, die er auslöst, halt recht simpel; sie wurde einem in den letzten Monaten derart oft vorgekäut, dass man nur noch gähnt: "Hafenkran gleich weite Welt, Zürich jetzt auch weite Welt, Zürich neuerdings Meerstadt, fertig Binnenmief und -muff." Viel Poesie war da nicht. Ich drehte ab, freute mich fünf Minuten später an der Weite des Sechseläutenplatzes, der nach Ostern mit einem Riesenfest eröffnet wird, und hatte das Kränli bereits vergessen.

PS: Das doofste Mainstream-Argument für den Kran, das ich circa 100-mal gehört und gelesen habe: "Er lohnt sich schon allein, weil er Diskussionen auslöst." Hat sich dann also auch die Minarett-Initiative gelohnt - weil sie Diskussionen auslöste? Ist Diskussionen auslösen ein Wert in sich? Und wie tief waren denn die Hafenkran-Diskussionen? Für mich waren sie albernes Links-Rechts-Gezänk, meist ging es ums Geld.
PS2: Der Würfel von Jean Nouvel im Murtensee damals an der Expo - das war ein mythisches Objekt mit Kraft.

Donnerstag, 17. April 2014

Toggenburger Sprenghaus

Im neuen "Toggenburger Magazin" gibt es einen schönen Artikel über die Familie Länzlinger aus Lichtensteig. Sie wohnt an der Wasserfluhstrasse in einem speziellen Haus - das wiederum hat damit zu tun, dass der Schreiner Leo Länzlinger als junger Mann ein Jahr in Kanada auf einer Farm arbeitete. Dort fing er sich einen Traum ein, den vom Blockhaus aus Zedernholz. Mittlerweile ist es Realität. Es wurde in Kanada aufgrund der Pläne einer Schweizer Architektin gebaut, dann zerlegt und in Lichtensteig wieder aufgebaut. Gemütlich wohnt es sich im Zedern-Ambiente offenbar, wobei ich persönlich es ein wenig unheimlich finde, dass es - so die Reportage - immer wieder laut knarzt und knackt. Die weichen Hölzer sinken immer noch ab, was normal ist; allerdings bedeutet es auch, dass man mittels einer speziellen Schraub-Vorrichtung die senkrechten Stämme regelmässig ajustieren muss. "Wenn die Spannungen zu stark sind, könnten sie das Haus sprengen", sagt Leo Länzlinger.

Mittwoch, 16. April 2014

Baselbieter Exotik

Also das "Jägerstübli" Anwil kann ich nur empfehlen!
Anwil BL verdient aus drei Gründen einen Eintrag. Zum einen spricht man es im Dialekt exotischerweise "Ammel" aus, die Einwohner sind "Ammeler" ("Ammler" wären hingegen die von Amden SG). Zum anderen kommt die Gemeinde im Baselbieterlied vor, und zwar gleich in der ersten Zeile "Vo Schönebuech bis Ammel, vom Bölche bis zum Rhy". Und der dritte Grund? Bei ihm handelt es sich um das Restaurant Jägerstübli, in dem wir kürzlich sehr, sehr, sehr gut assen; selten so eine gute Schweinsbratwurst gehabt, und auch das Entrecôte vom Limousinrind soll göttlich gewesen sein. Man muss Ammel zur Kenntnis nehmen und es besuchen.

Dienstag, 15. April 2014

Die Dekade des Pontius Pilatus

Jesus vor Pontius Pilatus. Um 1500 gemalt
von Sigmund Holbein. (Wikicommons)
Karfreitag und Ostern stehen bevor. Aus diesem Anlass gibt es heute im "Tages-Anzeiger" von mir eine Seite über Pontius Pilatus. Eine Lebensbeschreibung. Wobei man gar nicht soviel weiss: Der Mann taucht 26 nach Christus in der Geschichte auf, als er zum Präfekten von Judäa ernannt wird. Eine Dekade später, im Jahr 37, verliert sich seine Spur in Rom wieder. Die Kreuzigung Jesu im Jahre 30 dürfte aus der Sicht des Pontius Pilatus im Übrigen keine grosse Sache gewesen sein, courant normal sozusagen - Jesus war einer von vielen jüdischen Aufwieglern und Sozialrebellen der damaligen Epoche.

Und was hat das mit Wandern zu tun? Ha! Natürlich kommt im Text auch unser Berg Pilatus vor, an dem einst der untote Pilatus umging; so glaubten es die Menschen des Mittelalters.

Montag, 14. April 2014

Neun Bilder sagen mehr als 9000 Worte









Das war ausserordentlich schön am Samstag im Emmental. Wir zogen von Ramsei auf die Lüderenalp, assen dort, gingen noch höher bis zum Homattgätterli und stiegen dann ab nach Trubschachen. Bekanntlich sagt ein Bild mehr als tausend Worte; wenn ich also gleich mehrere Bilder zeige, erspare ich mir zigtausend Worte - belassen wir es bei der Bemerkung, dass auch auf 1350 Metern nur fleckenweise Schnee liegt. Man kann, mit anderen Worten, bereits den Napf ersteigen.

Route: Ramsei - Ramseiberg - Ober Ramisberg - Bänzeberg - Dräjerhüsli - Fälbe - Geilisguet - Fluehüsli - Sunnberg - Tällihüttli - Ober Rafrüti - Lüderenalp - Rotchnubel - Homattgätterli - Homatt - Zinggestall - Schyne - Imperech - Hohstulle - Rigenenwald - Oberst Rigene - Fouzwald - Fouz - Trubschachen. 26.5 Kilometer, 7.30 Stunden Gehzeit, 958 Meter aufwärts, 825 abwärts.

Sonntag, 13. April 2014

Die Geburt von Victorinox und ein neues Buch

Victorinox im Schwyzer Ortsteil Ibach beschäftigt 910 Leute und ist der grösste private Arbeitgeber des Kantons. Aber wieso heisst die Firma, die das Schweizer Offiziersmesser fertigt, wie sie heisst?  Ihr Geschichte beginnt damit, dass Karl Elsener 1884 mit 24 in der ehemaligen Mühle am Tobelbach in Ibach eine Messerschleife und -schmiede eröffnet; und bald stellt er Sackmesser her und findet 1891 in der Armee eine grosse Abnehmerin. Die ersten Jahre hat er die Messer noch in der Hutmacherei der Mutter verkauft; als sie 1909 stirbt, benennt Elsener sein Produkt zum Gedenken nach ihr: Victoria. Als er 1921 auf rostfreien Stahl umstellt, kommt die Endung -inox hinzu: Victorinox ist geboren.

Entnommen habe ich das dem neuen Wanderführer "Schwyz zu Fuss" von Patrik Litscher aus der Reihe "Naturpunkt" des Rotpunktverlags. Wie alle Bücher der Reihe bietet er nicht nur Routen, sondern viele kleine und grosse Zusatzgeschichten zum Thema - eine gute Sache.