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Freitag, 22. Mai 2026

Zolliker Markenparade

Historisches Haus: Zollikons Ortsmuseum. Unten in
diesem Eintrag Plakate aus der laufenden Ausstelllung.
Ein schönes Wiedersehen mit Schweizer Marken – das gabs für mich im Ortsmuseum Zollikon, das ich am Sonntag zum ersten Mal besuchte. Dort läuft eine Ausstellung über die "Graphische Kunstanstalt Paul Bender", die die meiste Zeit ihres Bestehens von 1907 bis 1970 in Zollikon geschäftete. Die Firma genoss einen ausgezeichneten Ruf, wurde für ihre Plakate auch im Ausland prämiert. Genau diesen Plakaten gilt die Ausstellung, ich freute mich über Motive wie Swissair-Flugzeug, Riri-Reissverschluss, Pelikan-Fülli. Eine Markenparade war das. So richtig berührt war ich dann über ein Video – es zeigt ein halbstündiges Gespräch mit dem betagten Peter Friedli, der vor Jahrzehnten im Bender'schen Betrieb sein Handwerk lehrte und dieses mit Liebe und Akribie erläutert und auch erklärt, warum in seinem Beruf immer wieder mal Leute schwer erkrankten. Man gehe hin, die Ausstellung ist wirklich informativ.


Donnerstag, 27. März 2025

Twint gewinnt

Das Twint-Logo.
(TWINT digitales
Portemonnaie / Wikicommons)
Als Journalist sollte man nicht Fan sein, als Wanderer und Schreiber eines privaten Wanderblogs darf man es. Also: Ich bin ein Riesenfan des Bezahldienstes Twint. Ich weiss nicht, wie viele Male ich in den letzten Jahren in einem Hofladen stand, Ware für 5 Franken 85 oder 12 Franken 10 oder 18 Franken 20 zusammengeklaubt hatte, um dann festzustellen, dass ich im Portemonnaie nur Noten hatte und kein Münz. Twint rettete mich, es ist praktisch, elegant, bargeldloses Bezahlen als luftiger Vorgang. Und auch im Grüppli ist manches einfacher geworden dank Twint, zum Beispiel zahle ich manchmal, etwa bei einer Museumsführung, den ganzen Grüpplibetrag und ziehe die Anteile der anderen per Twint ein. Alles total easy. Gestern las ich in der Zeitung, dass Twint aufgrund einer landesweiten Umfrage im Jahr 2024 die beliebteste Firma der Schweiz ist. Es folgen: Zweifel, Migros, Ricola, SBB, Rivella, Die Mobiliar, Coop.

Freitag, 3. Mai 2024

Die Lowa-Visite

Matten bei Interlaken im Berner Oberland, die Schweizer "Lowa"-Niederlassung.

Ein oberbayrischer Schuhmacher namens Wagner hat drei Söhne. Vor gut 100 Jahren gründet jeder von ihnen ein eigenes Schuh-Unternehmen, Hans kreiert die Marke Hanwag, Adolf die Marke Hochland, Lorenz die Marke Lowa. Jetzendorf nah München, wo Lorenz 1923 startete, ist bis heute Sitz von "Lowa Sportschuhe". Und damit zu meinen Füssen. Sie sind, seit ich wandere, immer mit Lowa bestückt, ich trage in leichterem Gelände das Modell "Renegade" und in eher schwierigem Gelände den "Camino". Letzten Freitag besichtigte ich mit einer Kollegin die Schweizer Lowa-Niederlassung in Matten bei Interlaken. Hier besorgt man den Vertrieb und das Marketing in der Schweiz, hinzu kommt ein wichtiges Stück Kundendienst, die hauseigenen Fachleute flicken beschädigte Schuhe, die ihnen aus der Schweiz zugehen, und besohlen auch neu. Drei Kennzahlen, die ich bei meiner Visite lernte:
  • 65 000 bis 95 000 fabrikneue Outdoorschuh-Paare lagern je nach Saison in Matten.
  • 2100 Schuhe werden jedes Jahr neu besohlt.
  • 21 Arbeitsschritte braucht es für eine Neubesohlung. Wer also meint, das gehe ganz schnell, husch die alte Sohle abgetrennt und die neue aufgeklebt, der täuscht sich. Der Vorgang ist aufwändig und braucht Zeit.
    Das Lager mit Zehntausenden fabrikneuer Schuhe.
    Schuhe, die gleich repariert oder neu besohlt werden.

Sonntag, 19. September 2021

Ricolaaaaaaaaa

Das "Ricola-Kräuterzentrum" in Laufen BL, ein Lehmbau von
den Stararchitekten Herzog & de Meuron. (Foto: Keimzelle/Wikicommons)

Im Herbst und Winter steht bei mir zuhause eigentlich immer eine Ricola-Büchse. Im Tagi las ich eben, dass die Pandemie dem Laufener Unternehmen nicht zuträglich ist. Weil alle Masken tragen, ist kaum jemand erkältet, der Bedarf an Rachenputzern ist kleiner als sonst. Was mich im Artikel beeindruckte, war, dass in Deutschland 98.1 Prozent aller Leute das Schweizer Kräuterbonbon kennen; ein Marktforscher sagt, dass nur Topmarken und die absoluten Spitzenpersonen der Politik, also etwa Angela Merkel, auf solche Werte kämen. Hierzulande ist Ricola die beliebteste Marke überhaupt noch vor "Migros". Mehr als sieben Milliarden Bonbons produziert man im Laufental jährlich. Wovon dann ein paar Hundert in meinem Schlund landen.

Samstag, 29. Juli 2017

An der Quelle

Unbekannter Trinker holt sich seinen Stoff: Evian-Wasser direkt ab Quelle.
Eine Dame ganz im Evian-Look.

"Cachat" heisst die Quelle, sie wurde 1789 entdeckt. Das Mineralwasser aber, das aus ihr strömt und für meinen Geschmack recht "lugg" ist, schwach irgendwie, unkräftig - dieses Mineralwasser ist benannt nach dem Ort der Quelle, Evian-les-Bains am Genfersee gegenüber von Lausanne. Gestern war ich da, reihte mich ein in die Minischlange der Leute, die Evian-Mineralwasser direkt aus der Quelle kosten wollten; diese liegt übrigens nur fünf Minuten von der Schifflände entfernt. Nachher gabs dann auch noch einen Besuch in dem tempelartigen Gebäude, in dem man Evian kaufen kann und dazu Evian-Schirme, Evian-T-Shirts, Evian-Mützen und dergleichen mehr. Wie gesagt, ich bin kein Fan und ging ohne Devotionalie wieder aufs Schiff retour in die Schweiz. Aber interessant war das schon, den Ursprung dieser Weltmarke kennenzulernen.
Heiliges Frankreich: die Evian-Wallfahrtstätte. Inwendig ist sie ein kruder Fanshop.

Mittwoch, 25. März 2015

Die Merinomillionen

Jesus mit einem Merinoschaf. "El Buen Pastor" von
Bartolomé Esteban Murillo, 17. Jh. (Wikicommons)


Icebreaker: Das ist hippe Sportbekleidung aus Merinowolle. Der neuseeländische Anthropologe Jeremy Moon baute das Unternehmen in den Neunzigerjahren auf. Heute ist man in 50 Ländern präsent, beliefert gut 4000 Händler, macht 200 Millionen Dollar Umsatz pro Jahr. 40 Prozent des Umsatzes stammen aus Europa, die Schweiz ist dessen drittwichtigster Markt. Kann man alles im Tagi-Artikel nachlesen. Interessant fand ich die Kalkulation. Wenn ein Icebreaker-T-Shirt 100 Franken kostet, dann gilt folgender Schlüssel:
  • 60 Franken behält der Händler.
  • 21 Franken sind in die Produktionskosten von Material über Verarbeitung bis Logistik geflossen.
  • 16 Franken gingen in Design, Verkauf, Personal- und Finanzierungskosten.
  • 3 Franken beträgt der Gewinn für Moons Firma.

Donnerstag, 6. März 2014

Konolfingen ist süss

Konolfingen am Eingang zum Emmental. Rechts der Mitte in Weiss Nestlé.
Ich kaufte mir in Konolfingen im
Bahnhofsladen zwei süsse Dosen.
Kürzlich, kurz vor der Ankunft in Konolfingen, sahen wir von oben den Ort und staunten, wie gross das Nestlé-Areal ist. Hier wird auch die Stalden-Crème hergestellt, die ihren Namen vom Konolfinger Ortsteil Stalden hat. Die Geschichte geht so: 1892 gründete der Walliser César Ritz (jawohl, der Hotelpionier) in Konolfingen die "Berner Alpenmilch Gesellschaft", eine Fabrik zur Milchsterilisierung. Zuvor hatte es in seinem Hotel in Cannes wegen schlechter Milch eine Cholera-Epidemie gegeben. Später stellte man auch die Crème her, die es in den drei Geschmacksrichtungen Schoggi, Vanille, Caramel zu einem legendären Ruf brachte. Das Unternehmen ging 1971 in Nestlé auf. Und die Stalden-Crème ist und bleibt ein Klassiker. Mein Liebling ist die Variante Vanille, wobei ich die Crème mit einem Schuss Rum verfeinere und geschlagenen Nidel darunterziehe. Die Kolumne zur Wanderung von Bern nach Konolfingen kommt übrigens morgen in der Zeitung.