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Samstag, 11. Juli 2026

Er flog, er fotografierte

Das Spelterini-Denkmal auf dem Lindenhügel in Bazenheid SG.
Es wurde zu Spelterinis 150. Geburtstag im Jahr 2002 aufgestellt.
Die Pyramiden von Gizeh bei Kairo, fotografiert
von Spelterini 1904. (Wikicommons)
Was für ein Tausendskerl! Eduard Spelterini war Ballonkapitän, stieg hunderte Male mit Passagierinnen und Passagieren auf, besass ab 1887 seinen eigenen Wasserstoffballon namens "Urania". Er flog in Zürich, London, Wien, aber auch in Bukarest, Neapel und Kairo – und er flog über die Alpen. Dass Spelterini bis heute unvergessen ist, geht aber vor allem darauf zurück, dass er Luftfotos anfertigte; die darauf basierenden Dias zeigte er in über 600 Vorträgen. Heute sind es Aufnahmen von grossem historischem Wert. In Bazenheid kam ich eben am Spelterini-Denkmal auf dem Lindenhügel vorbei. Hatte ich nicht gewusst: In diesem Toggenburger Dorf wurde der Luftfahrt- und Fotografiepionier 1852 geboren als Eduard Schweizer. Der Name Spelterini, den er später annahm, klingt besser. Internationaler. Verwegener irgendwie.
Spelterini winkt vom Rand des Ballonkorbs,
Ort und Jahr der Aufnahme unbekannt.
(Adrian Michael / Wikicommons)


Montag, 30. März 2026

Monoton oder meditativ?

Hier starteten wir: Schloss Aarwangen.
Letzte Impression von Aarwangen.
Man könnte die Route von Schloss Aarwangen via Weissenried und Brotheiteri zum Flugplatz Langenthal bei Bleienbach "monoton" nennen. Oder aber "meditativ". Jedenfalls bestand sie aus langen Geraden und verlief zu einem guten Teil im Wald, wir sahen vor allem Bäume. Der Flugplatz bot dann Unterhaltung und Abwechslung, ich habe ihn gestern bereits vorgestellt und möchte heute bloss nachführen, dass das Essen im Restaurant Hangar 5 – schön mit Blick auf die zwei Pisten – sehr gut war von Käseschnitte über Schnipo bis Flammkuchen. Danach wählten wir, weil es bereits halb regnete, halb graupelte, die Direttissima hinüber ins nahe Herzogenbuchsee. War durchaus schön, wobei ich schon finde, der Winter dürfte jetzt seine Feindseligkeiten einstellen und uns dem Frühling überlassen.
4 h, 290 Hm aufwärts, 240 Hm abwärts.
Sieht immer schön aus: Flammkuchen.

Gleich noch ein Foto aus dem "Hangar 5".

Sonntag, 29. März 2026

Der Oberaargau geht in die Luft

Das mobile Kontrollcenter des Flugplatzes Langenthal.
Der Hangar mit dem Flugplatz-Restaurant.
Kinder haben ihr eigenes Flugi.
Mitte der 1930er-Jahre wird in Bleienbach, fünf Kilometer südwestlich von Langenthal BE, ein kleiner Flugplatz gebaut. Eine Graspiste, ein Hangar, mehr ist da nicht. Im Zweiten Weltkrieg sind Jahre später an diesem Ort Fliegertruppen stationiert, die Piste wird für sie verlängert; später, nach dem Krieg, kann allerdings auch diese erneuerte Piste nicht mehr genügen, die Militärs ziehen ab. Aber den Flugplatz gibt es bis heute, zur Graspiste ist eine Asphaltpiste hinzugekommen. Für Betrieb sorgen drei Luftsportclubs, es wird motorisiert geflogen, aber auch Segelflugzeuge haben in Bleienbach ihre Basis. Gestern schauten wir vorbei, assen im Flugplatz-Restaurant, sahen einige Starts und Landungen. Lustig fanden wir das Kontrollcenter, das in und auf einen VW-Bus montiert ist und auch mal den Ort wechselt.

Der Flugplatz Langenthal ist von Wiesen umgeben.

Donnerstag, 11. September 2025

Lohnt sich sehr wohl

Gute Sache: Heli der Schweizerischen Rettungsflugwacht
Rega
bei der Basis Erstfeld im Kanton Uri, 2009.
(Foto: Weekender73/Wikicommons)
Wenn es unter Bekannten um das Thema Bergrettung geht, erwähne ich jeweils, dass ich Rega-Gönner bin. Immer wieder mal bekomme ich dann zu hören, die 40 Franken Jahresbeitrag könnte ich mir sparen, denn die Krankenkassen würden eine Rettung im Notfall ja auch bezahlen. Nun, liebe Freundinnen und Freunde, das stimmt und stimmt nicht. Auf srf.ch las ich eben von einem Fall, in dem zwei Bergwanderer im Wallis in der Nähe der Dents du Midi in einer steilen Flanke in eine ausweglose Situation gerieten. Sie konnten nicht weiter vorwärts und auch nicht zurück – Lebensgefahr. Und also kam es zum Hilferuf bei Air-Glaciers. Weil deren Heli dann nach einem weiten Anflug länger kreisen musste bis zur Lokalisierung der zu Rettenden, kostete das am Ende 4128 Franken pro Person. Der eine Wanderer musste im Folgenden feststellen, dass seine Krankenkasse bzw. die Zusatzversicherung der Krankenkasse den Betrag nicht übernahm. Die Sache ist nämlich die: Rein versicherungstechnisch handelte es sich nicht um eine Rettung, wie sie aus medizinischer Sicht nötig wird wegen einer Verletzung – bei einer Rettung hätte die Kasse bezahlt. Was im Dents-du-Midi-Gebiet vor sich gegangen war, war eine Evakuierung, für die keiner der grossen Versicherer aufkommt.  Der zweite aus der Bergflanke geholte Mann hatte Glück. Er war Rega-Gönner, die Rega übernahm die Kosten. Dass sie gar nicht selber unterwegs gewesen war, spielte keine Rolle: Sie ist mit anderen Luftrettungsorganisationen zusammengeschlossen, die Gönnerschaft für die eine Organisation gilt automatisch auch für die anderen im Zusammenschluss. Ich sags ja: Ich bin Rega-Gönner. Seit Jahren.

Donnerstag, 3. April 2025

Wir wanderten, sie flogen

Die "Patrouille Suisse" am Himmel über Galgenen. (Foto: Ronja)
Als wir letzten Freitag von Siebnen nach Einsiedeln wanderten, wurde es bei Galgenen plötzlich laut über uns: die "Patrouille Suisse" in voller Aktion. Ihre Flugzeuge drehten gleich mehrere Runden in der Gegend des Obersees. Und ich dachte: Gibt es die überhaupt noch, wird die nicht abgeschafft? Ich musste nachschauen. Nun, tatsächlich benutzt die Kunstflugstaffel F-5-Tiger-Kampfjets, und die werden auf Ende 2027 ausgemustert, sie sind längst veraltet. Und wie es aussieht, bedeutet dies das Aus für die 1964 gegründete "Patrouille Suisse", überzeugende, zum Beispiel kostengünstigere, Nachfolgelösungen sind derzeit nicht bekannt.

Sonntag, 12. Januar 2025

Im Zeppelin über den Everest

Das Brettspiel von 1929. Auf dem Spielbrett ganz rechts in der Mitte der Mount Everest. 
Im Sommer 1929 umrundete das deutsche Zeppelin "Graf Zeppelin" die Welt – eine internationale Sensation. Deutschland jubilierte. Ein Verlag aus Mainz lancierte damals das Brettspiel "Im Zeppelin um die Welt", in dem die Flugroute sogar über den Mount Everest und den Nordpol führte – reine Fantasie. Am Mittwoch besuchte ich das "Zeppelin Museum" in Friedrichshafen, ein Riesengebäude, in das auch eine begehbare Rekonstruktion des Zeppelins "Hindenburg" eingebaut ist. Nicht nur die grossen Dinge gefielen mir, sondern eben auch die kleinen. Nebensächeli wie die diversen Spiele, die in der Zeit der Zeppelinbegeisterung aufkamen.
Der Rumpf der "Hindenburg" im Museum.

Die nachgebaute "Hindenburg"-Passagierlounge mit Bauhaus-Möbeln.

Dienstag, 15. Oktober 2024

Der viel zu frühe Widmer

Gestern morgen, ein Selfie aus dem "Sprüngli" im Duty-Free-Bereich des Flughafens Zürich.
Guten Morgen aus Rom. Ich bin hier für eine Reportage, die mich in den Vatikan führen wird, aber nicht nur dorthin, das Programm ist dicht getaktet, ich werde in den nächsten zwei, drei Tagen sicher einiges zu erzählen haben. Speziell war für mich gestern die Anreise per Flugzeug – ich hatte sie übrigens nicht selber organisiert, das Fliegen statt Bahnfahren war mir vorgegeben. Ich muss sagen, dass ich froh war um diese Variante angesichts der Streikfreudigkeit der italienischen Eisenbahner, die grad am Wochenende wieder einmal den Schienenverkehr in ihrem Land lahmgelegt hatten. Und was war nun speziell? Seit 15 Jahren bin ich nicht mehr geflogen! Und so war ich im Vorfeld ein wenig nervös, man hört ja so Horrorgeschichten von endlosen Schlangen beim Check-in und bei der Sicherheitskontrolle. Nun, ich war mit Handgepäck unterwegs, hatte am Vorabend eingecheckt, hatte also den Boardingpass auf dem iPhone parat und stand nach 25 Minuten, gerechnet ab dem Bahnhof des Flughafens Zürich, bereits im Duty-Free-Bereich. Dort musste ich dann allerdings etwas mehr als zwei Stunden warten. Machte mir nichts aus, Widmer ist gern zu früh.

Sonntag, 10. Dezember 2023

Das Geheimnis des Tuetisees


Wir kamen dem Tuetisee, auch "Tuetensee" genannt, gestern nicht wirklich nahe, sahen das Kleingewässer zwischen Menznau und Wolhusen im Kanton Luzern immerhin aus einiger Distanz von oben. Es birgt auf seinem Grund, in gut 14 Metern Tiefe, etwas ganz Besonderes. Nämlich ein Militärflugzeug. Am 8. März 1984 um circa 9 Uhr passiert der Unfall. Drei Hunter-Kampfflugzeuge, die in Dübendorf gestartet sind, üben im Luzernischen auf 7000 Metern Höhe den Luftkampf. Dabei berühren sich zwei Maschinen, sie stürzen beide ab, erfreulich, dass die Piloten den Schleudersitz aktivieren können, sie überleben ohne gröbere Verletzungen. Die eine Maschine bohrt sich knapp neben einem Bauernhof in den Boden. Und die andere stürzt in den trüb-moorigen Tuetisee. Bis heute ist sie nicht geborgen worden. So ein harmloses Seeli – und so eine wilde Geschichte.

Dienstag, 21. November 2023

Der Draufgänger vom Hauenstein

Der "Ochsen" in Langenbruck mit der Bider-Gedenktafel.

An der Fassade des "Ochsen" in Langenbruck, dem Passdorf am Oberen Hauenstein, sahen wir letzten Samstag eine Tafel. Sie hält fest, dass in dem Haus am 12. Juli 1891 Oskar Bider geboren wurde. Der Name war mir knapp bekannt, ein Fliegerpionier. Ich schlug die Lebensgeschichte nach und war vor allem schockiert darüber, dass der Mann schon mit 27 Jahren verstarb. Er war ein ziemlicher Draufgänger. Machte eine Landwirtschaftsausbildung, verbrachte nach der RS ein Jahr als Gaucho in Argentinien, liess sich 1912 beim berühmten Blériot in Frankreich zum Piloten ausbilden und erlangte ein Brevet. Auf einen Schlag berühmt wurde Oskar Bider, als er kurz darauf als erster Flieger überhaupt die Pyrenäen überquerte. Es folgte die erste Alpenüberquerung hin und zurück sowie der Direktflug von Paris nach Bern. Im Ersten Weltkrieg bildete Bider mit einem Grüppli anderer Pionierpiloten die neugeschaffene Fliegertruppe der Schweiz, deren Chef er war. Am 7. Juli 1919 dann das Ende: Oskar Bider führte in Dübendorf akrobatische Flugmanöver vor und stürzte ab.
Leutnant Oskar Bilder (links) während des Ersten Weltkriegs in Dübendorf
mit ein paar Piloten-Anwärtern.  (Swiss Federal Archives / Wikicommons)

Freitag, 17. November 2023

Der Heli und die Kirche

Am Montag fotografierte ich in Lyss im Berner Seeland die reformierte Kirche. Gleichzeitig fiel mir ein Ereignis aus den 1990er-Jahren wieder ein. Am Nachmittag des 2. September 1992 stürzte ein Helikopter auf die Kirche, der 71-jährige Pilot, der in Bern-Belp gestartet war, starb; Gott sei Dank waren weder die Schule noch das Altersheim ganz in der Nähe tangiert. Die Kirche von 1935 allerdings, die Feuer gefangen hatte, war schwer beschädigt, ihre Erneuerung dauerte drei Jahre. Die Unfalluntersuchung ergab später: "gesundheitliche Probleme des Piloten, eventuell verbunden mit einer Bewusstseinsstörung". Ich erinnere mich bestens an den Unfalltag, ich wohnte damals in Bern und war auf der Redaktion der "Berner Zeitung" am Arbeiten. Selber ausrücken musste ich aber nicht.

Dienstag, 20. September 2022

Der Chef hat nicht immer recht

Holzkreuz und Gedenkstein mit den Namen der Opfer: hier prallte das Flugzeug auf.
Das Denkmal am Haggenberg
steht auf Weiacher Boden und ist
auf der Karte eingezeichnet. 
Man nennt diese Art Vorkommnis in der Fliegersprache "controlled flight into terrain". 14. November 1990 gegen acht Uhr abends, eine Alitalia-Maschine, die in Mailand gestartet ist, befindet sich kurz vor ihrem Ziel, dem Flughafen Zürich. Doch ein Anzeigeinstrument des Piloten ist defekt, so dass er nicht erkennt, dass man 300 Meter zu tief unterwegs ist. Das Instrument des Copiloten funktioniert, er will durchstarten, wird vom Captain aber zurückgehalten. Und so kommt es, dass das Flugzeug in den Hang des Stadlerbergs, genauer gesagt des Haggenbergs rast. Alle 46 Menschen an Bord sterben. Am Samstag kamen wir am Ort vorbei, wo es geschah, ein Gedenkstein und ein Holzkreuz erinnern an die Katastrophe.
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Dienstag, 1. Dezember 2020

Ich fuhr auf den Butzenbüel


Vor wenigen Wochen wurde am Flughafen Zürich The Circle eröffnet, ein 1,2 Milliarden teurer Gebäudekomplex. Am Sonntag ging ich ihn mir anschauen. Wie ich erwartete, leidet er unter Corona, die Ladenpassagen sind alles andere als überlaufen, viele Geschäfte zu, manche Räume noch nicht vermietet oder belebt. Das wird sich hoffentlich geben. Zu der Anlage gehört auch ein Park mit Rundwegen und einem Pavillon. Freude bereitete mir die Standseilbahn auf den Butzenbüel, einen 23 Meter hohen Hügel in der Mitte des Parks.

Drei Dinge zur Standseilbahn. Erstens ist die Benutzung gratis. Zweitens fährt sie nicht immer. Hier die Betriebszeiten: Mi sowie Fr bis So von 10 bis 17 Uhr. Und drittens habe ich ein knapp dreiminütiges Filmli über die Standseilbahn auf Youtube gestellt.

Sonntag, 8. November 2020

Unsere neue Standseilbahn

Die Bahnanlage zum Butzenbüel.
(Foto: Flughafen Zürich)
Diese Woche wurde am Flughafen Zürich der "Circle" eröffnet, ein 1,2 Milliarden teurer Riesenkomplex mit Läden und Büros, einer ambulanten Klinik und Restaurants. Zum Areal gehört des weitern ein Park mit dem Hügel Butzenbüel im Zentrum. Eine Standseilbahn führt hinauf, oben befindet sich eine grosse Wasserschale, die ab und zu künstliche Nebel freisetzen soll. 76 Meter lang ist das Standseilbahn-Trassee und überwindet 23 Meter Höhe. Ich freue mich sehr, die neue Bahn, deren Benutzung gratis ist, bald auszuprobieren. Ein Video, das sie präsentiert, findet man hier.

Montag, 5. Oktober 2020

Top Gun an der Broye

Im Museum hing diese historische Fotografie als Poster. Datiert war sie nicht.
Die Herren mit den Karabinern betreiben Flugabwehr, nehme ich an.

Der Militärflugplatz Payerne liegt Luftlinie dreieinhalb Kilometer nordwestlich von Payerne im breiten Tal der Broye. Letzte Woche war ich mit Freund Christian dort. Als wir gegen halb drei nachmittags ankamen, donnerten grad einige F/A-18 über die Piste. Wir sahen und hörten sie vom Museum des Flugplatzes aus, genauer gesagt von dessen Terrasse im ersten Stock. Leider passierte danach länger gar nichts mehr. Wir begaben uns also ins Museum mit dem poetischen Namen Clin d'Ailes, in dem ein Dutzend Flugzeuge und Helikopter aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu sehen sind von Vampire über Mirage bis Tiger. Sowie dazu passende Exponate, Flugzeugpneus, Schleudersitze, Kanonen, alte Fotos et cetera. Nach der Besichtigung erkundigten wir uns bei der Frau an der Kasse der Museums-Buvette, ob mit weiteren F/A-18-Flügen zu rechnen sei. Sie wisse es nicht genau, sagte sie, aber normalerweise sei zwischen halb vier und vier einiges los. Genau so war es - rund 10 Kampfjets heulten bald, stets im Duo, himmelwärts. Wir bekamen also, was wir uns erhofft hatten: Top-Gun-Feeling.
Blick von der Museumsterrasse im ersten Stock.

Im Museum.

Dienstag, 15. September 2020

Die Propeller lösten sich auf

Die Savoia S.9 war ein Flugboot, das ab 1918 in Italien hergestellt wurde. Am 7. September 1920 starteten zwei dieser Maschinen am Lago Maggiore, sie sollten nach Finnland überführt werden. Über der Schweiz geschah etwas, das in dieser Krudheit im Flugwesen selten ist: Die Propeller lösten sich in ihre Bestandteile auf. Das eine Flugzeug stürzte südlich des Tödi ab, das andere endete vor Zollikon im Zürichsee. Der Schlussbericht der untersuchenden Behörde hielt fest, dass die Propeller schlecht verleimt gewesen waren. Insgesamt vier Besatzungsmitglieder starben bei den beiden Unglücksfällen, von denen ich kürzlich erfuhr, als ich meine Lokalzeitung "Zolliker Zumiker Bote" las.

P.S. Ein Flugboot ist ein Flugzeug, dessen Rumpf schwimmfähig ist. Das Foto (Wikicommons/Bundesarchiv) zeigt eine Dornier Do X aus dem Jahr 1929.

Dienstag, 11. August 2020

Erinnerungsmal am Bergweg

Unterhalb des Segnespasses und des Martinslochs, auf der Flimser Seite, passierten wir letztes Wochenende am Bergweg dieses Mal. Kerzen und Steine mit Namen darauf erinnern an das Flugzeugunglück im August vor zwei Jahren. Damals kam ein Ju-52-Oldtimer in geringer Höhe ins Trudeln, schmierte ab und prallte mit der Nase voran auf. Beide Piloten, die Flugbegleiterin und die 17 Passagiere starben. Wie es zum dem Unfall kam, ist unklar, der Schlussbericht der Untersuchung, von dem man sich eine Klärung erhofft, wird - voraussichtlich - diesen Oktober vorliegen.

Freitag, 9. August 2019

Ich bin auch ein Heli

Die Otterealp - noch eine Gehstunde und 350 Höhenmeter
bis zum Pass, der nach ihr benannt ist.
Der Helikopter, mit dem wir am Montag zum Säntis und retour flogen, kann pro Minute 300 Meter steigen. Durchschnittlich, denn in höheren Lagen mit weniger Sauerstoff nimmt seine Leistung ab. Beachtlich ist das auf jeden Fall. Gestern ging ich über den Otterepass, mehr zur Route folgt morgen oder so. Unterwegs - es waren doch 1280 Höhenmeter aufwärts - nahm ich mir vor, am Ende meine eigene Steigrate zu berechnen. Wow! 368 Meter. Ich bin fitter als der Heli. Okay, okay, das ist geschummelt, denn bei mir waren es 368 Meter pro Stunde, nicht pro Minute. Dafür verbrenne ich kein Kerosin. Auf der sechseinhalbstündigen Wanderung nahm ich bloss ein Brötchen mit Rohschinken sowie einen Ovoriegel zu mir.

Donnerstag, 8. August 2019

Einmal um den Säntis

Säntis voraus!

Unser schönes blaues Insekt.
Am Montag nahm ich auf dem Flughafen Zürich mit drei anderen Passagieren Platz in einem Heli. Der Rundflug - in meinem Fall ein Geschenk lieber Freunde - führte uns via Winterthur, Bazenheid, den Kronberg zum Säntis, den wir einmal umkurvten, um hernach Richtung Churfirsten zu halten. Per Kopfhörer fragte Pilot Scherrer, welche der Lücken zwischen den sieben Gipfeln wir durchfliegen wollten, wir wählten diejenige zwischen Zuestoll und Brisi. Über den nördlichen Glarner Gipfeln, Brüggler, Wageten, Bockmattli, ging es retour, wir bestaunten wenig später die Grösse des Sihlwaldes und waren nach einer Stunde, schwups, schon wieder am Startort. Helifliegen ist grossartig. Gerade für Wanderer. Die erkennen aus der Luft Gipfel, Wege, Berggasthäuser. Die Landschaft ist für sie voll mit Erinnerungen.

Mittwoch, 3. April 2019

Flugpistenkunst

Vom Hang zwischen Engersch und Bratsch sieht man schön auf den Flugplatz von Turtmann im Rhonetal. Dieser diente der Militärfliegerei und wurde vor 16 Jahren stillgelegt. Kurios ist der Schriftzug auf der alten Piste. Er spielt auf eine - wohl falsche - Deutung des Ortsnamens an. Angeblich soll zur Zeit der Pest im Dorf genau ein Mensch überlebt haben. Als nach Ende der Seuche die Leute zurückkamen, soll einer verwundert gerufen haben: "Dort ist ein Mann!" Stichhaltiger ist die Theorie, dass der Ortsname von Turris Magna, grosser Turm, abgeleitet ist, bezogen auf eine Burg auf einem nahen Felsen. Der Schriftzug auf der Piste stammt von 2014, als im Wallis die Triennale für zeitgenössische Kunst lief. Platziert hat ihn Künstlerin Sabine Zaalene.

Dienstag, 5. Juni 2018

Warum feiern die den?

Hugo Chavez, mittlerweile verstorben, war Venezuelas Präsident - und, wie ich das sehe, eine Gruselfigur. Ein Linkspopulist, der sich diktatorisch gebärdete und mehr kaputtmachte, als er aufbaute. Und so war ich vorgestern schockiert, als ich in Brig unweit des Bahnhofs am Chavezweg vorbeikam - warum ehren die Hugo Chavez? Später, im Zug, recherchierte ich und fand heraus: Es geht um einen anderen Chavez. Jorge mit Vornamen. Der, Sohn eines aus Peru nach Frankreich übergesiedelten Millionärs, war ein Pionier der Aviatik und realisierte etliche Rekorde. 1910 startete er von Ried-Brig aus, um mit seinem Eindecker nach Domodossola zu fliegen - es sollte der erste Flug über den Alpenhauptkamm werden. Alles ging gut, bis das Flugzeug bei der Landung nach einer unkontrollierten Phase auseinanderbrach.  Chavez starb acht Tage später an den Verletzungen. In Brig erinnert an ihn auch ein Brunnen.