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Samstag, 11. Oktober 2025

Sehen wir heute die Sonne?

Heute geht es in den Baselbieter Jura, wir werden auf 1100 Meter über Meer kommen, ich hoffe, das reicht dafür, dass wir die Sonne sehen. Wäre schön. Und nun muss ich etwas nachschieben. Falls sich die eine oder der andere fragt, warum wir in den letzten Wochen nicht auf dem Schweizer Alpenpanorama-Weg wanderten und es auch dieses Wochenende nicht tun: Diese Unternehmung ist auf nächstes Jahr vertagt. Im frühen Frühling in Rorschach gestartet, haben wir es bis Grosshöchstetten im Kanton Bern geschafft, im Juli kamen wir dort an, stehen somit ziemlich genau in der Mitte der Schweiztraverse Nr. 3. Danach folgten etliche Wochen, in denen entweder alle vom Grüppli in den Ferien waren oder viele (ich selber auch) krank. Wir konnten nicht wandern, verloren, mit anderen Worten, ein wenig den Faden. 2026 werden wir, denke ich, die zweite Hälfte des Alpenpanorama-Wegs in Angriff nehmen.

Die drei Fotos sind Schnappschüsse von unserer bisher letzten APW-Etappe Emmenmatt–Grosshöchstetten.
 

Montag, 21. Juli 2025

Pelerinenalarm

Bauernidyll: der Hof Blasen 15 Minuten nach dem Start in Emmenmatt.
Lauschiger geht nicht: die Terrasse des Gasthofes Waldhäusern.
Die Berner Alpen am Horizont. (Foto: Ronja)
Als wir vorgestern im Kapfwald waren, begann es zu regnen – Pelerinenalarm. Eine Stunde später beendeten wir unsere Etappe 15 auf dem Alpenpanorama-Weg vorzeitig in Grosshöchstetten statt wie geplant in Konolfingen. Die ersten drei Viertel der knapp vierstündigen Wanderung (580 Hm aufwärts, 490 Hm abwärts) hatten sich zuvor bei bestem Wetter abgespielt. Wir waren in Emmenmatt gestartet. Stiegen schwitzend auf nach Waldhäusern, tranken dort etwas im lauschigen Gasthof, stiegen dann noch weiter auf zur Blasenfluh, wo der Blick zu den Berner Alpen besonders schön ist. Erst im Abstieg, wie gesagt, ereilte uns der Regen. Und nun freue ich mich bereits auf die nächste Etappe, die uns von Grosshöchstetten via Münsingen nach Toffen führen soll. Aaretal und Gürbetal also, das Emmental haben wir seit dem Samstag hinter uns.
Die Gegend ist aus Nagefluh gebaut: vor der Blasenfluh.

Das letzte Foto ohne Regen kurz vor dem Kapfwald.

Donnerstag, 17. Juli 2025

Die unscharfe Wurst

Wir assen am Samstag am Ende unserer Wanderung in Neumühle, das nah Zollbrück liegt, aber zur Gemeinde Lauperswil BE gehört. Das Plakat mit der riesigen Wurst vor dem "Sternen" deutete grad an, dass man hier Fleisch kocht, neben dem eben umgebauten Restaurant gibt's eine Metzgerei. Ich nahm Schnipo, war sehr gut. Und auch die anderen Leute im Sechsergrüppli waren mit dem Essen sehr zufrieden. Insbesondere gilt das für Ronja, die ihre Schwartenwurst pries. Gern würde ich die Wurst zeigen, bloss: Das Riesending, das aussieht wie ein Saucisson, ist auf dem Foto unscharf. Ich vermute einen physikalischen Effekt, so etwas wie eine Irritation der Lichtpartikel durch eine sehr dichte, einem Schwarzen Loch ähnliche Masse. Jedenfalls kann ich die Einkehr in diesem "Sternen" nur empfehlen.

PS: Das "Kulinarische Erbe der Schweiz" ist als Nachschlagewerk unverzichtbar. Man erfährt im Eintrag zur Schwartenwurst unter vielem anderen, warum sie im Bernbiet auch "Grümpelwurst" genannt wird.

Mittwoch, 16. Juli 2025

Spikeland

Typisch Emmental.
Noch diese plus eine zweite Steilstufe, dann sind wir unten an der Emme und in Emmenmatt.

Am Sonntag wanderten wir auf dem Schweizer Alpenpanorama-Weg. Etappe 14 führte uns von der Lüdernalp auf einem sehr schönen Höhenweg hoch über dem Oberen Frittenbachgraben hinab nach Emmenmatt; weil es dort kein Restaurant gibt, schlenderten wir noch eine halbe Stunde an der Emme flussabwärts bis Neumühle und assen im "Sternen". Eine unbeschwerte Unternehmung war es gewesen. Und eine ruhige, der Rest der Leute, die am Morgen wie wir im Bus von Langnau auf die Lüdernalp gefahren waren, entschwand Richtung Napf; abwärts wie wir ging niemand. Wir hatten die Strecke für uns. Und genossen den Blick über die Hügel rundum. Ich denke, wir werden das Emmental vermissen, wenn wir es hinter uns haben.
Und noch die Angaben: knapp 4 h, 280 Hm aufwärts, 790 Hm abwärts.

Bei den steilen Hügeln sind die Spikes plausibel.

Dienstag, 1. Juli 2025

Übertritt ins Bernbiet

Kuhtrio kurz nach Menzberg.
Hügel im Morgenlicht bei Menzberg. Hinten links die Rigi.
Kühlschrank der Alpwirtschaft Lushütte, wo wir assen.
Sechseinhalb Stunden (reine Gehzeit) brauchten wir am Samstag, bei 1100 Höhenmetern aufwärts und 1000 Höhenmetern abwärts, für die Wanderung von Menzberg via Chrotthütte und Stächelegg auf den Napf und weiter über Niederänzi, Hochänzi, Lushütte, Geissgrat, Hohmattgätterli zur Lüdernalp. Wie erwartet, war der Tag sehr heiss, wie nicht erwartet, kühlte uns freilich mancherorts die Bise – übers Ganze war das darum keine Höllenstrapaze, sondern eine zwar anstrengende, doch gleichzeitig wunderbare Wanderung. Notabene war's die Etappe 13 des Schweizer Alpenpanorama-Wegs, auf dem wir nun also vom Luzernischen ins Bernbiet übergetreten sind; falls jemand die offizielle Website des Wegs anschaut, wird er oder sie feststellen, dass wir diesen in eigene Etappen einteilen, wie immer es uns passt. Nach Menzberg brachte uns am Morgen übrigens von Willisau aus ein Taxi, das ich organisiert hatte, von der Lüdernalp fuhren wir am Ende mit dem Bus talwärts nach Wasen. Und jetzt fertig technische und geografische Dinge. Das Wichtigste ist: Diese Unternehmung war von A bis Z abwechslungsreich, der Horizont mit den Berner Alpen derart schmuck, dass es mich nicht gewundert hätte, wenn die Gläser meiner Brille vom intensiven Schauen gesprungen wären.
Verträumtes Blüemli vor Hochänzi.
Ein Bauernhof wie eine Burg: Enziknübeli.

Ausgewandert. Das Hotel Bärnsicht auf der Lüdernalp besitzt einen Pool.
Wir hatten noch eine halbe Stunde und gönnten uns auf der Terrasse ein Bier.

Mittwoch, 18. Juni 2025

Also mir gefiel sie

Die Kapelle St. Anna auf dem Steinhuserberg.
Die sechsstündige Wanderung auf dem Alpenpanorama-Weg von Malters nach Menzberg zerfällt in zwei ganz verschiedene Teile. Teil eins folgt von Malters der Kleinen Emme und erhebt sich erst ab Werthenstein ein paar Höhenmeter über sie. Teil zwei wiederum beginnt in Wolhusen und führt ins Hochland am Napf, die Kämme reihen sich, tiefe Gräben sind erahnbar, am Horizont sind die Berner Alpen zu sehen, wenn der Himmel nicht grad derart dunstig ist wie an unserem Tag, dem Sonntag. Um zwei Dinge herauszupicken, die wir auf dieser langen Etappe mit Interesse registrierten: Erstens kamen wir kurz vor Wolhusen beim Hof Hinder Höchweid an einer blühenden Linde vorbei. Drei Generationen Bauersleute waren am Pflücken. Toll, das gebe sicher einen feinen Tee, sagten wir, worauf sie erwiderten, nenei, die Blüten gingen an den Kräuterbonbon-Hersteller Ricola. Zweitens schauten wir uns auf dem Steinhuserberg, also auf dem Plateau nach Wolhusen, die St.-Anna-Kapelle an – eine Überraschung in diesem ländlichen Ambiente. Sie wurde 1971 eingeweiht, "der stilvolle und moderne Betonbau gab damals Anlass zu Diskussionen", steht auf der Kirchen-Website zu lesen. Auch wir debattierten im Grüppli, meine zwei Gspänli fanden die Kapelle na ja, mir hingegen gefiel sie.

Dienstag, 17. Juni 2025

Wir sassen, wir hydrierten

P. trinkt vom Gnadenbrünneli beim Kloster Werthenstein LU.
Am Sonntag machten wir Etappe 12 des Schweizer Alpenpanorama-Wegs. Knapp sechs Stunden brauchten wir für die 21 Kilometer von Malters via Werthenstein und Wolhusen nach Menzberg (710 Meter aufwärts, 190 Meter abwärts). Gegen das Ende zu waren wir geschlaucht, die Sonne hatte uns zugesetzt. Hier vorerst die vier Orte, an denen wir etwas zu uns nahmen.

  1. Zum Wallfahrtskloster Werthenstein, das so schön auf einem Hügelsporn über der Kleinen Emme thront, gehört das Gnadenbrünneli, 1638 zum ersten Mal erwähnt. Eine Tafel deklariert dort: "Wasserqualität ist einwandfrei – Wasserzusammensetzung ist unerklärlich." Natürlich tranken wir, Freund P. füllte grad auch sein leeres Mineralfläschli.
  2. Am Bahnhof von Wolhusen kauften wir uns im "Avec" Glace. Der Laden war derart gekühlt, dass ich nicht länger als eine Minuten hätte drinnen verweilen wollen; man könnte sich da glatt eine Lungenentzündung holen.
  3. Gross war im Folgenden, während wir zum Steinhuserberg aufstiegen, die Hitze. Schwül wars auch. Ronja und ich hatten kein Wasser mehr, und es dauerte dann doch zwei Stunden, bis wir beim Hof Tschoppen – ein Tobel trennt ihn von Menzberg direkt gegenüber – einen Kiosk entdeckten. Mit kalten Getränken. Herrlich die Pause im Schatten der Bäume, wir sassen und hydrierten.
    Rettung in höchster Not: Kiosk "Edelweiss" bei Tschoppen.
    Links der segensreiche Kühlschrank.

  4. Eine knappe Stunde später trafen wir in Menzberg ein. Im gleichnamigen Hotel fanden wir die Terrasse, die normalerweise in der Wandersaison Tag für Tag gut bis total besetzt ist, praktisch verlassen vor. Wir mutmassten, dass die Wetterprognose daran schuld war, die für die Mitte des Nachmittags – unsere Ankunftszeit – Gewitter verheissen hatte. Nun, wir hattens gemütlich, assen feine Dinge, ich zum Beispiel kaltes Roastbeef mit Pommes Frites. Als wir zahlten, windete es heftig und begann auch gleich zu regnen. Allerdings legte sich der Spuk nach einer Viertelstunde. Fast ein wenig enttäuschend war das. Es gibt nichts Besseres, als nach einer langen Wanderung durch einen Sturm heimzureisen.
    Im Hotel Menzberg liessen wir es uns am Ende gutgehen: mein Roastbeef.

Sonntag, 8. Juni 2025

Ganz schön grün

Goggeien: das Wappen von Stein SG.
(Wikicommons)
Vor einem Monat erzählte ich unter dem Titel "Neckische Zähne" von den Goggeien, vier Bergspitzen zwischen Stein SG und Amden SG. Mittlerweile habe ich realisiert: Stein, das mittlerweile Teil der Gemeinde Nesslau ist, hat die Goggeien sogar im Ortswappen. In der Realität ist der Berg bei Weitem nicht so grün, das Wappen sieht aber gut aus, finde ich. Und jetzt wünsche ich allen schöne Pfingsten.

Montag, 26. Mai 2025

St. Galler Sperrzone

Der Mittelpunkt des Kantons St. Gallen, seit 2003 markiert
mit einer Stange, findet sich in einem geschützten Moorgebiet.

Die Infotafel in der Nähe der Stange.
Als wir am Samstag von der Schwägalp nach Stein SG wanderten, machte uns eine gute halbe Gehstunde vor dem Risipass ein brauer Wegweiser neugierig: "Kantonsmittelpunkt". Wir studierten die Karte, dort ist der Mittelpunkt des Kantons St. Gallen aber nicht eingezeichnet. Ohne zu wissen, wohin uns der Wegweiser führen würde, folgten wir ihm, wichen also von der Hauptwanderroute ab. Nach einem kurzen Aufstieg erreichten wir 15 Minuten später, im Gebiet der Lütisalp, eine Tafel. Die erklärte uns, dass wir nun beim Kantonsmittelpunkt stünden. Dass die grün-weisse Stange ganz in der Nähe ihn exakt markiere. Dass wir aber nicht zu der Stange hin gehen könnten. Das Zentrum des Kantons St. Gallen, sein Flächenschwerpunkt, findet sich in einem Naturschutzgebiet, halb Flachmoor und halb Hochmoor. Irgendwie schön, oder?
Die Lütisalp auf Schweizmobil. Die grüne Wanderroute ist die zum Risipass weiter südlich.
Die Koordinaten des Kantonsmittelpunktes (rote Markierung): 738623 232354.

PS: Heute morgen fliege ich nach Bilbao, weile die nächsten paar Tage in Nordspanien. Ich nehme an, dass man von dort auch bloggen kann. Den Laptop habe ich jedenfalls dabei, ich bin beruflich unterwegs für eine Reportage.

Sonntag, 25. Mai 2025

Kalter Wind und warmes Essen

Eine Viertelstunde nach Wanderstart, auf der Schwägalp.
Gut 50 Minuten später: Stockberg voraus.
Der Risipass liegt in der Senke links hinten.
Im Abstieg vom Risipass nach Stein. Hinten in der Mitte die Goggeien.
Dieses Licht! Wir hatten Wetterglück, als wir gestern von der Schwägalp über den Risipass nach Stein zogen, was vier Stunden dauerte bei 490 Höhenmetern aufwärts und 1000 Höhenmetern abwärts. In der Woche hatte es zum Teil kräftig geregnet. Unser Tag aber wurde verschont. Zeitweise schien die Sonne, doch ab und zu verdüsterte sich der Himmel auch, dieses Hin und Her von hell und dunkel gefiel uns sehr. Kalt blies der Wind, zwischenzeitlich zog ich die Kapuze der Windjacke über den Kopf, und dann schwitzte ich wieder. Und in den Flanken des Säntis hatte es Neuschnee. Im Übrigen trafen wir zwischen Schwägalp und Bernhalden auf eine Bauernfamilie beim Öberefahre, also beim Aufzug auf die Alp. Und waren am Schluss unten in Stein sehr erfreut, dass kurz vor zwei Uhr die Küche im "Ochsen" noch offen war und wir etwas Warmes zu essen bekamen. Doch, Etappe vier des Alpenpanorama-Weges war eine gute Sache. Und ich darf stolz verkünden, dass ich nunmehr alle elf Etappen des besagten Weges von Rorschach bis Malters gelaufen bin; in Malters soll es in zwei Wochen weitergehen – als nächstes nehmen wir den Napf ins Visier.
Alpaufzug zwischen Schwägalp und Bernhalden. (Foto: Ronja)

Schnipo, ich liebs.

Dienstag, 13. Mai 2025

Kalkstein, kühler Wind und Enzian

Mein liebstes Foto der Wanderung: Enzian unterhalb des Kronbergs.
Etappe 3 des Alpenpanorama-Wegs ist gemacht, ich habe es gestern erzählt. Für mich war sie altvertraut, die Route von Appenzell via Eischen, Kau, Wasserschaffen, Scheidegg, die Jakobskapelle auf den Kronberg und via Chammhaldenhütte zur Schwägalp. Fünfeinhalb Gehstunden brauchten wir bei 1110 Höhenmetern aufwärts und 545 Höhemetern abwärts, dass ein erfrischend kühler Wind blies, trug dazu bei, dass wir alle am Ende nicht ernsthaft müde waren. Und natürlich war die Strecke abwechslungsreich mit wirklich viel Bergpanorama sowie herrlichen Blumen. So war das, und jetzt freue ich mich auf die nächste Alpenpanorama-Unternehmung. Die findet übernächsten Samstag statt, dann wollen wir von der Schwägalp über den Risipass nach Stein SG gehen.
Entspannendes Wiesen-Intermezzo zwischen Eischen und Kaubad.

Die Jakobskapelle 45 Gehminuten vor dem Kronberg-Gipfel.

Auf dem Kronberg.


Auf der Schwägalp: Zerfurchter Kalkstein prägt die Fluren um den Säntis. 

Montag, 12. Mai 2025

Der Launische

Rast auf dem Kronberg, der Säntis ist nicht mehr zu sehen.
Die Chammhaldenhütte, 40 Gehminuten vor der Schwägalp: Säntis immer noch verdeckt.
Auf der Schwägalp, der Säntis-Sendeturm (rechts der Bildmitte) zeigt sich.
Im Schwägalp-Gasthaus.
Der Olymp ist in der griechischen Antike der Berg der Götter, oft hüllen sich diese in Nebel. Auf dem Säntis wohnen wohl keine Götter, denen wäre der Rummel vermutlich zu gross. Jedenfalls aber hat der Säntis, der König der Ostschweiz, auch diesen Drang, sich zu entziehen. Als wir am Samstag in Appenzell Richtung Kronberg und Schwägalp starteten, Etappe 3 des Schweizer Alpenpanorama-Wegs, war das Wetter tadellos. Wir sahen den Säntis in der Ferne. Dann kamen Wolken auf. Immer mehr Wolken. Während wir in der Wirtschaft Scheidegg eine Gehstunde unterhalb des Kronbergs etwas tranken, war der Säntis im Grau verschwunden. War sicher frustig für die Leute, die mit der Bahn hinauffuhren des gewaltigen Panoramas wegen. Nun, als wir auf der Schwägalp ankamen, lichtete sich der Nebel. Nicht so richtig, aber doch so, dass wir knapp den Gipfel mit dem riesigen Sendeturm sehen konnten. Der Säntis spielt gern mit den Menschlein zu seinen Füssen, zeigt und verbirgt sich nach Belieben. Man nennt ihn nicht von ungefähr "Wetterberg".

Donnerstag, 8. Mai 2025

Meine Wurmkur

Linkes Foto: "Sepps Wurmkur", ein klarer Schnaps. Hinten ein Kafi Lutz.
Rechtes Foto (von BG): Widmer hat grad die "Wurmkur" getrunken.
Sepp (Foto oben: Ronja) und seine
Alp, die Alp Furgglen.
Vor Wochen machte ich die übliche periodische Vorbeuge-Darmspiegelung, alles bestens. Nichtsdestotrotz schlug ich auf der Alp Furgglen zu, die hoch über Amden liegt. An diesem Ort waltet und wirtet mit seiner Familie der Älpler Sepp. Er bietet "Sepps Wurmkur" an, einen Schnaps, der in einem Plastikbecherli serviert wird, wie man es in einer Arztpraxis bekommt, wenn man eine oder mehrere Tabletten schlucken muss und dafür Wasser braucht. Diesen Ein-Franken-Schnaps musste ich einfach probieren. Er schmeckte bitter, aber keineswegs extrem bitter, ich vermeinte, Gelben Enzian zu erkennen, bin aber nicht sicher. Jedenfalls bin ich jetzt garantiert gegen Würmer aller Art gefeit. Gell, Sepp?

Mittwoch, 7. Mai 2025

Der Regen war ein Entertainer

Satte Farben oberhalb von Stein SG.
Der Dürrenbach, der nach Stein hinab fliesst, wurde mit Verbauungen gezähmt.
Nah der Vorder Höhi, Blick zu den Churfirsten. (Foto: Ronja)
Ruppige Passage vor der Furgglenalp.
Bergkiefern vor der Hinter Höhi. Hier lag bis vor kurzem noch Schnee.
Belohnungsrösti am Ziel in Amden.
Als wir am Samstag die Etappe 5 des Schweizer Alpenpanorama-Weges machten, also von Stein nach Amden zogen, suchte uns zweieinhalb Mal der Regen heim. Kurz nach dem Start nieselte es, das dauerte vielleicht eine Viertelstunde. Auf den offenen Alpböden unter der Vorder Höhi kam ein richtiger Guss, eine Stunde vor Wanderende folgte ein zweiter, während wir auf Niederschlag – was für ein passender Flurname – zuhielten. Schön war, dass der Regen nicht mit übermässig viel Dunst verbunden war, die Sicht blieb okay, wir genossen den Anblick der markanten Gipfel rundum von Säntis und Altmann über Mürtschenstock und Glärnisch bis Leistchamm, Mattstock, Speer; die Churfirsten zeigten sich ebenfalls. Erfreulich fanden wir auch den Weg selber durch eine vielgestaltige Landschaft mit Steilwald, Moorböden, Alpweiden, speziell gefiel uns der Abschnitt Vorder Höhi–Hinter Höhi, der Bergkiefern wegen. Am Ende, in der "Sonne" in Amden, fanden wir: Der Regen hatte uns die Unternehmung (knapp 5 Stunden, 825 Hm aufwärts, 750 Hm abwärts) nicht vermiest, sondern sie unterhaltender gemacht.