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Sonntag, 23. Februar 2020

Die Indianer von Sursee

Gestern war Fasnacht im Luzernischen, wir diskutierten im Grüppchen und waren uneins. Der eine lobte die Basler Fasnacht als viel schöner, die andere fand Fasnacht etwas Verlogenes, weil auf einer Doppelmoral Basierendes, und wieder eine andere erzählte von der Fasnacht in ihrem Heimatkanton Thurgau - die sei einfach vulgär. Sei dem, wie dem sei: Ich mag die Luzerner Fasnacht und mag sie mehr als die Basler Version mit den Pfeifen, pardon, Piccolos, die mir die Zähne ins Surren bringen, als läge ich in der Dentalhygiene. Hier drei Bilder von gestern. Den Götterboten Merkur und den Efeumann fotografierte ich im Zug bei Gettnau, die Indianerfamilie am Bahnhof Sursee.


Samstag, 22. Februar 2020

Die beste Rösti der Schweiz

Juli 2019 im Restaurant Kaiserstock: Nachdem wir den
Rophaien erstiegen hatten, gabs diese Bratwurst mit Rösti.
Die Gastroscouts von Gault-Millau haben sich einer pikanten Frage gewidmet: Wo gibt es im Land die beste Rösti? Gault-Millaus Top Ten wird von zwei Schwyzer Betrieben angeführt. Platz zwei belegt der Adler in Ried-Muotathal. Auf Platz eins geklettert ist das Restaurant Kaiserstock in Riemenstalden. So richtig ernstnehmen kann ich die Hitparade nicht. Die Rösti im Kaiserstock ist sehr gut, wie ich letzten Sommer feststellte - doch hatte ich schon einige Male eine noch bessere, zum Beispiel in der Métairie du Bois-Raiguel am Chasseral, Gemeinde Courtelary. Wetten, dass die Herrschaften Profitester diese bodenständige Wirtschaft nicht einmal kennen? Gott sei Dank!

Freitag, 21. Februar 2020

Rien ne va plus

Das Problemdreieck des Sommers 2020.
(Screenshot Schweizmobil)
Von Bern per Zug in die Romandie gelangen: Das ist normalerweise ganz einfach. Man fährt direkt nach Neuenburg. Und man fährt direkt nach Freiburg. Diesen Sommer freilich wird es zwei Wochen geben, in denen gleich beide Bahnlinien unterbrochen sind - man muss den Ersatzbus nehmen.
  • Vom 5. Juli bis 9. August ist wegen Bauarbeiten am Saaneviadukt bei Gümmenen die Strecke von Bern nach Neuenburg unterbrochen. 
  • Vom 24. Juli bis 9. August wird wegen Bauarbeiten am Senseviadukt zusätzlich auch die Strecke von Bern nach Freiburg gesperrt.

Donnerstag, 20. Februar 2020

Die Ölsardinenfrau


Arnold Böcklin, "Meeresstille", 1887 (Ausschnitt).
Ich nenne das Bild "Die Ölsardinenfrau".
Vor einem Monat schaute ich mir im Berner Kunstmuseum die Ausstellung "Alles zerfällt" an. Wer wissen will, worum es in ihr geht, findet hier und hier meine zwei Blogeinträge. Gestern war ich schon wieder dort. Ich habe nämlich die Ehre, an drei Daten im Frühling (3. Mai, 12. Mai, 9. Juni) Interessierte durch die Ausstellung zu führen. Ich bin nicht der einzige, der das machen wird; jeder Geladene soll seine eigene Auswahl treffen und diese aus der eigenen Erfahrung kommentieren. Bei mir wird natürlich die Wanderei, also zum Beispiel Erlebnisse in der Natur, den Hintergrund bilden. Mich freut das Engagement sehr. Aber natürlich bedeutet es auch Arbeit. Gestern nominierte ich mal elf Gemälde, mit denen ich mich befassen möchte. Am Ende sind es dann vielleicht auch nur sechs oder sieben, über die ich im Mai und Juni spreche.
Frank Buchser, "Flutumfangen", 1876 (Ausschnitt).
Langweilt sich die junge Fischerin? Ich kann ihre Miene nicht deuten.
Und ist sie überhaupt eine Fischerin - und das Ding vor ihr eine Art Reuse?

Mittwoch, 19. Februar 2020

Mit dem Oltner durch Olten

Das Oltner Stadthaus. Es spielt auf Le-Corbusier-Bauten an.

Olten hat einen Flugplatz. Wusste ich bis anhin nicht.
"Wenn du in Rom bist, so verhalte dich wie die Römer", heisst es. Noch besser finde ich die Devise in abgewandelter Form: "Wenn du in Rom bist, so halte dich an einen Römer oder eine Römerin." Womit wir bei meinem sonntäglichen Olten-Ausflug wären. Begleitet wurde ich von meinem einstigen WG-Mitbewohner und Studienfreund Chrigu. Der ist in Olten aufgewachsen und zur Schule gegangen. Beste Voraussetzungen für eine informative Tour. Die Altstadt zeigte mir Chrigu und die neuzeitlicheren Bauten rundum wie das Stadthaus aus den 1960ern. Auch wusste er Bescheid, wo man im sonntags praktisch toten Städtchen essen kann. Der Angus-Beefburger im Hotel Astoria war hervorragend und kostete erst noch substanziell weniger als im Trendzüri. Nach dem Essen schlugen wir einen weiten Bogen durch Chrigus Kindheitshabitat im Südwesten. Wir sahen den Bahnhof Olten Hammer, die ehemalige Usego-Zentrale, das Entwicklungsgebiet Olten Süd-West mit der riesigen Brache und den ebenso riesigen Wohnblocks, die derzeit noch miserabel an den ÖV angebunden sind; wir sahen den Flugplatz, das Gefängnis, Chrigus Wohnblock im Kleinholz, seinen alten Kindergarten, die Eisbahn, die eigenwillige Siedlung Platanen, die Kanti auf ihrem Hoger und das alte Zollhaus, das heute ein Restaurant ist. Und all das wurde umrahmt von der Start- und der Schlusseinkehr im Bahnhofbuffet von Olten, wo einst die FDP gegründet worden war. Was für eine Tour, was für Einblicke. Wenn du in Olten bist, so halte dich an einen Oltner. Jawoll!
Olten Süd-West. Hinten die einstige Usego-Zentrale. Und dahinter der Jura.

Dienstag, 18. Februar 2020

Zwei neue gentilés

Letzte Woche war ich an zwei Orten in der Romandie. Routinemässig schlug ich in beiden Fällen le gentilé nach; so lautet der französische Ausdruck für die Bezeichnung der Bewohner eines Ortes. Hier meine zwei neusten gentilés:
Hier wohnen die Loclois und Locloises.

  • Die Bewohner von Le Locle sind les Loclois und les Locloises.
  • Die Bewohner von Bex sind les Bellerins und les Bellerines. Es ist wahr, ich schwörs. So kurios es auch klingt.

Montag, 17. Februar 2020

Salziger Ausflug

Abstieg in die Tiefen des Salzbergwerks von Bex.
Hinter dieser Glasscheibe entsteht das Edelsalz "Fleur des Alpes".
Mineurvehikel für die langgezogenen Kavernen.
Vor Hunderten Millionen Jahren erstreckte sich über Teile unseres Landes ein Meer. Nachdem es ausgetrocknet war, hinterliess es uns sein Salz. Freilich wurde dieses durch Alpenbildung und Gesteinsfaltung dem Licht entrückt und musste von den Menschen zuerst entdeckt werden. Als das geschehen war, entstanden Bergwerke und begann das grosse Schürfen. Am Samstag besichtigten wir das Salzbergwerk von Bex in der Waadt, das seit 2014 mit den zwei grösseren Salz-Standorten bei Basel (Schweizerhalle und Riburg) unter dem gemeinsamen Dach "Schweizer Salinen/Salines Suisses" operiert. Oberhalb der Rhone-Ebene findet sich in einem verschatteten Bergeinschnitt an der Gryonne das eine von zwei Einfallstoren in die Waadtländer Saline. Wir bestiegen das Züglein der Mineure und  tuckerten anderthalb Kilometer ins Dunkel. In den nächsten 80 Minuten sahen wir riesige Kavernen, alte Werkzeuge, unheimliche Schächte, ein Weinlager. Angenehm war die Temperatur, im Inneren der Mine ist es durch alle Jahreszeiten hindurch 17 Grad warm. Die Saline von Bex produziert emsig; zwei Arten von Salz werden hergestellt: Sel des Alpes und das edlere Speisesalz Fleur des Alpes. Nachdem die Visite vorbei war, assen wir im nahen Restaurant Auberge du Bouillet, in dem das Rindsfilet auf einem Salzbett zubereitet wird. Das Mahl rundete die Exkursion stilecht ab.
Knaller zum Schluss: Die Führerin öffnet einen Hahn und
zündet das Wasser an. Es enthält Methangas.