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Sonntag, 16. August 2026

Sattgesehen? Aber nein!

Blick vom Corvatsch zum Piz Bernina (das Massiv links der Mitte) und zum
Piz Roseg (der Zacken leicht rechts der Mitte). Ganz links der Piz Tschierva.
Der Silsersee (links) und der Silvaplanersee. Hinten die Gipfel der Julier- und Albulagegend.
Restgletscher ganz in der Nähe. (Foto: Ronja)
Die Anreise war lang. Vom Zollikerberg brauchte ich annähernd fünf Stunden. Doch schon der erste Blick von der Terrasse des Corvatsch auf 3300 Metern über Meer war es wert: In der Tiefe die Oberengadiner Seenplatte, rundum Berge in allen Formen, wir kamen nicht nach mit Benennen. Sattsehen kann man sich auf dem Corvatsch nicht. Aber sattessen sehr wohl. Wir spiesen gediegen im "3303", das als höchstes Restaurant Graubündens gilt.
Panorama, Panorama, Panorama: im Corvatsch-Restaurant 3303.
Auf der obersten Terrasse wars 8 Grad warm bzw. kalt.

Samstag, 15. August 2026

Was gilt jetzt?

Okay, ich versprechs hoch und heilig: Wenn ich hier Ware deponiere, dann nicht während der Öffnungszeiten. Bei uns im Zollikerberg gibts gleich bei der Bahnstation den Chramschopf, eine Brockenstube; dort fotografierte ich das doppeldeutige Plakat. Geöffnet ist der Freiluftmarkt mit alten Möbeln und vielem mehr in der Regel an Samstagen, der Erlös geht an wohltätige Einrichtungen.

Freitag, 14. August 2026

Rötelsamstag

Mein Rötel mit Gemüse und Kartoffelstäbli.
An gewissen Tagen ist das Leben einfach gut zu einem. Letzten Samstag fuhr ich mit dem Plan über den Ägerisee, mir das Morgarten-Schlachtdenkmal beim Buechwäldli anzuschauen. Und dann im Restaurant Buechwäldli gleich nebenan, einem bekannten Fischlokal, etwas zu essen. Fisch. Nun, mein Tisch auf der ansonsten pumpenvollen Terrasse war parat, als ich im Restaurant eintraf, bloss kam gleich die Wirtin und teilte mit, man sei überlastet, es laufe im Haus auch noch ein Bankett, ich müsse nach dem Bestellen sicher eine Stunde warten. Die Wirtin sagte das total nett, es war ihr gar nicht recht. Nun, wir trennten uns im Frieden, und mir fiel ein, dass zwei Bushaltestellen entfernt das Hotel-Restaurant Eierhals liegt, in dem ich noch nie war. Ich wechselte dorthin, es hatte genug Platz, ich wurde freundlich bedient, hatte bald einen Teller mit Zuger Rötel vor mir, einem Seesaibling. Schmeckte umso besser, als der Fisch aus dem Gewässer direkt vor meinen Augen stammte. Der "Eierhals" ist eines der wenigen Restaurants im Land mit einer eigenen Fischerei; was serviert wird, ist garantiert frisch, je nach Fang gibt es Egli, Felchen, Hecht, Seeforelle, Trüsche und – eben – Rötel. Der Betrieb hat im Übrigen eine tiefe Geschichte. Die Familie Merz lebt hier seit 1744, bauert und fischt, eröffnete 1891 ein Restaurant. Eines, das ich gern wieder aufsuchen werde.

Blick von der Bushaltestelle auf den "Eierhals".

Donnerstag, 13. August 2026

Aus der Hausapotheke

Ich habe Ferien, in der Wohnung ist es Tag für Tag brutal heiss. Wenns irgendwie geht, fliehe ich – in die Höhe, in den Schatten, ans Wasser. Wenn das mal nicht möglich ist, schwitze ich daheim vor mich hin. Greife aber auch immer wieder mal in meine, wie ich sie nenne, digitale Hauspotheke, Youtube. Gönne mir dort das eine oder andere Filmli aus kalten Regionen und Zeiten. Hier eines, das nachhaltig erfrischt, 13 Minuten lang ist es. Ein Mann und sein Hund kämpfen sich durch das Schneegestöber zu einer alten Hütte. Holzen, heizen, kochen, essen, schlafen, mehr ist da nicht. Aber wie gut das in meinem Fall wirkt!

PS: Falls es mit dem Klicken oben nicht klappt, hier der Link.

Mittwoch, 12. August 2026

Lautlos übers Wasser

Schon schön, im Elektro-Motorschiff über den Ägerisee zu gleiten, ein Windchen im Haar, die Landschaft schmuck, der Antrieb praktisch lautlos. Die E-MS Ägerisee ging 2003 als Motorschiff in Betrieb, wurde letztes Jahr auf Elektrobetrieb umgerüstet, kann 130 Personen fassen. Als ich letzten Samstag von der Schifflände Unterägeri zum Morgartendenkmal reiste, war sie vielleicht zu einem Drittel besetzt, herrlich, es gab Platz, und die Besatzung war so was von entspannt. Ich kann die Fahrt allen empfehlen, die sich entspannen und ein bisschen Frische tanken wollen.

Dienstag, 11. August 2026

Himmlisch, dieses Tor

Beim Felsentor haben Leute ein hübsches
Steinkreislabyrinth gebaut. (Foto: Peider)
Etwas über anderthalb Gehstunden braucht man, um das Felsentor, auch "Himmelstor" genannt, zu erwandern. Der Bergweg führt vom Julierpass das Val d'Agnel hinauf, schon vom Abzweiger zur Fuorcla digl Leget aus sieht man das Tor in der Höhe auf einer Krete. Noch ein wenig Richtung Fuorcla aufgestiegen, dann zeigt ein Schild nach rechts ins Gelände, das spektakuläre Gebilde ist nun schnell – und problemlos – erreicht. Aus Dolomit besteht es, ein weicherer Teil des Gesteins verwitterte im Lauf der Zeit, derweil der härtere Teil geblieben ist. Es braucht Mut, auf den Bogen zu steigen, mein Bergfreund Peider tat es, derweil ich dankend verzichtete. Glücklich machte mich das Tor in seiner hochalpinen Umgebung, gut 2650 Meter über Meer, auch so. Die Koordinaten für die, die es auf der Karte verorten wollen; angeschrieben ist es dort nämlich nicht: 2'773'532 1'151'350.

Montag, 10. August 2026

Ein Tag im Gebirge

Zehn Minuten vor Wanderende: Es wird Abend in Sur.
Wunderschön, diese Wanderung. Aber auch anstrengend. Kürzlich nahm ich die frühestmögliche Verbindung vom Zollikerberg auf den Julier, Haltestelle La Veduta. Unterwegs stieg mein Bündner Bergfreund Peider zu, gemeinsam starteten wir auf dem Pass. Stiegen das Val d'Agnel hinauf, bogen ab zum höchsten Punkt des Tages, der Fuorcla digl Leget auf 2710 Metern über Meer. Das namensgebende Seelein ("Leget") lag uns zu Füssen. Hart der folgende Abstieg, zuerst gingen wir auf einem enorm steilen, rutschigen, bröseligen, staubigen Erdpfad, kamen dann in die Geröllzone. Weiter unten erreichten wir Weideböden, weit war es freilich auch da noch bis zur Alp Flix. Als wir auf ihr ankamen, gönnten wir uns auf der Terrasse des Berghauses Piz Platta Kaltes, ich ein Bier, Peider einen Eiscafé. Nun hätten wir eine Stunde warten müssen bis zur Abfahrt des Kleinbusses, der hinab nach Sur verkehrt. War uns zu lang, wir machten auch dieses unschwierige Stück noch zu Fuss und langten rechtzeitig unten an. Die Zeit hätte sogar noch für einen Einkauf im modernen, automatisierten 24-Stunden-Laden von Sur gleich bei der Postautohaltestelle gereicht, bloss kamen wir drinnen nicht mit der Kasse zurecht. Kein Problem, es wäre ja mehr ein Sympathiekauf gewesen. Um 5 Uhr 25 morgens war ich im Zollikerberg gestartet, um 21 Uhr war ich wieder daheim – um grandiose Eindrücke reicher. (5 Stunden, 640 Meter aufwärts, 1310 Meter abwärts)

PS: Morgen geht es um einen Abstecher auf dieser Wanderung zu einer grossartigen geologischen Formation.

Allein der Anblick kühlt ab: das Seelein auf der Fuorcla digl Leget.
Steiler Abstieg von der Fuorcla.

Es ist nicht mehr weit bis zu den flachen Böden der Alp Flix (Bildmitte).
Romantisches Surses: Spätnachmittagslicht auf der Alp Flix.