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Donnerstag, 17. September 2026

Schräg ist schlau

Als wir letzten Samstag in St. Pantaleon SO starteten, stellte uns der Weg sofort ein erstes Rätsel. Wir sahen Obstbäume. Niederstämmer. Und fragten uns, warum die Stämme nicht senkrecht angelegt waren, sondern schräg. Ich schlug das nach und fand heraus: Wenn ein Baum senkrecht aus dem Boden kommt, wächst er besonders schnell, wobei die meiste Energie ins Holz geht. Wächst der Baum hingegen schräg, bildet sich der Stamm langsam aus, wovon die Blütenknospen und Früchte profitieren. Sie bekommen in diesem Fall mehr Energie. Gewusst?

Mittwoch, 16. September 2026

Frohsinniger Tag

Letzter Blick auf Büren. Das Dorf versinkt im Wald. Wenigstens aus diesem Winkel.
Schatten tut wohl, finden die Schafe von St. Pantaleon.
Beim Hof Dietel.
Früchtlein in Nunningen.
Qual der Wahl: Speisekarte im "Frohsinn" in Nunningen.
14 Kilometer lang war die Strecke, die wir am Samstag im Solothurnischen zurücklegten. Halt, etwas stimmt nicht ganz, 300 Meter führten zwischendurch im Gebiet Dietel über Baselbieter Boden. Nicht, dass wir das gemerkt hätten, zwei andere Dinge absorbierten uns. Das sonnige, angenehm temperierte Spätsommer- oder auch Frühherbstwetter zum einen, die von Jurakämmen und -fluhen geprägte Landschaft zum anderen. Gestartet waren wir in St. Pantaleon, hielten hinüber nach Büren, stiegen über eine Krete nach Seewen. Und stiegen gleich über die nächste Krete, um hernach unser Schlussziel anzuvisieren, Nunningen. Etwas über vier Stunden brauchten wir für die Route bei 620 Höhenmetern aufwärts und 480 Höhenmetern abwärts. Am Ende gabs einen späten Zmittag in Nunningens Dorfbeiz, dem "Frohsinn". Der Name passte zum Tag.

Dienstag, 15. September 2026

Schönes Wetter, schöne Stadt

Zürich ist nie schöner, als wenn die Wolken sich über dem See auftürmen. Dachte ich gestern, als ich nach einem Zmittag beim Paradeplatz ein wenig durch die Stadt bummelte. Wobei ich mir vornahm, das in Zukunft noch mehr zu tun als bisher. Ein halber Monat bleibt, dann bin ich pensioniert.

PS: Morgen gibts hier wieder Substanzielleres, von unserer Samstagswanderung im Schwarzbubenland soll berichtet werden.

Montag, 14. September 2026

Saubere Sache


Was es nicht alles gibt. Zum Beispiel diese Seife in Form eines Wanderschuhs der Marke Lowa. Der Zusatz "100 years", übrigens, bezieht sich auf den runden Geburtstag, den das in Deutschland 1923 gegründete, in der Schweiz mit einer eigenen Niederlassung aktive Unternehmen vor drei Jahren feierte. Ich erhielt die Seife von einer Wanderfreundin, die sie in einem Brocki entdeckt hatte.

Sonntag, 13. September 2026

Höher wohnen

Ein Foto von 2022, der Roche-Turm 2 (Mitte) im Bau.
Ein Bild des Dreispitz-Projekts habe ich leider nicht.
(Silesia711/Wikicommons)
Basels Roche-Turm 2 ist derzeit mit 205 Metern das höchste Bürohochhaus der Schweiz. Im Oktober werde ich ihn mit Freundinnen und Freunden besuchen, ich freue mich schon jetzt. Heute möchte ich hier von drei anderen Gebäuden erzählen, die in Basel auf dem Gewerbeareal Dreispitz Nord entstehen sollen im Rahmen eines neuen Quartiers; diese Woche hat das Parlament des Kantons den Bebauungsplan genehmigt. 124, 138 und 152 Meter hoch sollen die projektierten Häuser werden; das grösste wäre nach heutigem Stand das höchste Wohnhaus unseres Landes. Läuft alles nach Plan, sind die drei Dreispitz-Türme in zehn Jahren bezugsbereit. Entworfen hat sie, wie schon die Roche-Türme, das Basler Architekten-Duo Herzog & de Meuron.

Samstag, 12. September 2026

Käselose Heimreise

Sieht gut aus, oder? Ein Schweizer Vacherin
Mont d'Or. (Wikicommons)
Als ich eben von Vallorbe VS auf den Mont d'Or stieg, dessen Gipfelkamm in Frankreich liegt, fiel mir natürlich der gleichnamige Vacherin ein. In meinem Gedächtnis begann es zu rumoren. War da nicht mal etwas? Jawohl! 1987 machte eine Epidemie Schlagzeilen. In einer Waadtländer Käserei war der Mont d'Or damals mit Listerien befallen gewesen. Rund 120 Leute erkrankten, rund 30 starben. 200 Tonnen Käse mussten vernichtet werden. Seither wird der Schweizer Mont d'Or thermisiert, also erhitzt, was die Bakterien abtötet. Im nahen Frankreich tut man das nach wie vor nicht. Die dortigen Behörden erklärten zur Zeit des Skandals, noch nie sei in ihrem Land eine Erkrankung mit Sicherheit auf den Genuss von Weichkäse zurückgeführt worden. Obs stimmt? Einen Waadtländer Mont d'Or hätte ich nach der Rückkehr vom Berg jedenfalls gern gekauft. Doch meine Wanderung endete, wo sie begonnen hatte: am Bahnhof von Vallorbe, der ein wenig oberhalb des Dorfes steht. Einen Laden gibts dort nicht. Ohne Vacherin reiste ich heim.

Freitag, 11. September 2026

Eine Frage des Winkels

Gewellter Rücken: auf dem höchsten Punkt des Mont d'Or (F).
So sah ich den Mont d'Or auf meiner Wanderung leider nicht,
die Felswände bleiben beim Anmarsch von Vallorbe (fast) verborgen.
(Foto: Wikicommons/Vodimivado)
Verdorrter Gelbenzian. Hinten rechts ist in der Tiefe der Lac de Joux erahnbar.
Der dunkle lange Kamm links ist die Dent de Vaulion.
Die Cabane du Mont d'Or circa
20 Gehminuten unterhalb des Gipfels.
Heiss wars am Dienstag, als ich im Waadtländer Grenzdorf Vallorbe loszog; dies war der letzte richtige Sommertag vor dem Temperatursturz. Der Aufstieg zu meinem Gipfelziel führte zunächst durch einen stillen Buchenwald. Höher oben erreichte ich ein Waldsträsschen, kam dann in ein Gebiet typisch jurassischer Weideflächen mit eingestreuten Fichten; markant eine SAC-Hütte, die freilich verschlosssen war. Und dann war ich auch schon ganz oben. Der Mont d'Or, 1463 Meter über Meer, steht auf französischem Boden und ist ein überaus spektakulärer Berg, wobei ich die nackten Kalkwände, die ihn zur Schweiz hin begrenzen, auf meiner Route nur teilweise sehen konnte – eine Frage des Winkels. Beim höchsten Punkt hatte es doch einige Leute, nachdem ich zuvor zweieinhalb Stunden allein unterwegs gewesen war. Grandios die Aussicht, insbesondere gefielen mir in einiger Distanz der Suchet, die Aiguilles de Baulmes und der Chasseron, die ich alle schon besucht habe. Ich verweilte, ich schaute, ich genoss. Und stieg dann wieder ab nach Vallorbe und trank dort im Bahnhofbuffet ein kaltes Bier. Essen mochte ich nicht, es war mir schlicht zu heiss. – 3 h 30 min. Je 690 Hm auf- und abwärts.
Baumskelett.