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Samstag, 30. Mai 2026

Die doppelte Fluh

Auf dem südlichen Gipfel der Portiflue. In der Tiefe das Dorf Zullwil.
Die Ruine Gilgenberg vom Südgipfel aus betrachtet.
Die Brücke auf dem Weg zum Nordgipfel der Portiflue.
Die Portiflue von der Ruine Gilgenberg betrachtet.
Aus dieser Warte sieht man den Spalt in der Flue.
Stellt man sich in Nunningen im Schwarzbubenland hin und schaut gegen Süden, hat man die Portiflue vor sich. Sie ist mit 876 Metern über Meer kein hoher Berg, aber doch ein imposanter, aus dem Grün blecken senkrechte Kalkwände. Am Mittwoch stieg ich von Nunningen via Chäppeli auf die Flue. Ich fand dabei heraus, dass sie zwei Gipfel hat, die durch einen Spalt getrennt sind; eine kurze Brücke über den Abgrund macht es möglich, beide höchsten Punkte zu besuchen. Von der Portiflue stieg ich ab zum Ibach, passierte die Ibachfälle, die leider praktisch wasserlos waren, und hielt via die Ruine Gilgenberg hinab nach Zullwil. Dort gabs einen Zmittag, womit diese Wanderung nach zweieinhalb Stunden (405 Höhenmeter aufwärts, 450 Höhenmeter abwärts) auch schon am Ende war – gut so, denn der Nachmittag wurde dann brutal heiss.

Freitag, 29. Mai 2026

Frisch und fröstelig

Am Gattikerweiher.
Der nahe Waldweiher ist grösser, aber ebenso lauschig.
Abstieg nach Horgen.
Braucht jemand Kühle? Am Pfingstmontag war ich in Horgen zum Zmittag im "Olivo" verabredet, einem italienischen Restaurant am Bahnhofplatz. Ich fuhr morgens ins Sihltal, stieg bei der Gattikerhöhe oberhalb von Gattikon aus dem Bus und lief los. Halb zehn Uhr, himmlisch kühle Luft, mich fröstelte im Schatten leicht. Im Folgenden passierte ich gleich zwei schöne Gewässer, den Gattikerweiher und den benachbarten Waldweiher. Danach lief ich mehr als eine Stunde im Wald Richtung Südosten und blieb dabei stets auf der Seite des Sihltals, bis ich schliesslich auf der Höhe von Horgen-Oberdorf doch über den Hügelkamm auf die Seite des Zürichsees wechselte. Ein kurzer, brutal steiler Abstieg, dann war ich in Horgen. Zu früh, weshalb ich mir im "L'O" direkt am See vor dem eigentlichen Zmittag einen Apero gönnte. War eine erfrischende Unternehmung.

Strandfeeling im "L'O" in Horgen.

Donnerstag, 28. Mai 2026

Entwertet

Beim Chräzerenpass. Die Passhöhe ist mehr oder 
minder bewaldet, man sieht nicht viel.
Ein Wort noch zum Chräzerenpass, bei dem wir am Pfingstsamstag vorbeikamen, kurz bevor unsere Wanderung auf der Schwägalp endete. Er ist der Prototyp eines Passes, den eine modernere Verkehrsverbindung entwertet hat. In diesem Fall ist das die Schwägalpstrasse, die 1935 gebaut wurde, um die neue Schwebebahn von der Schwägalp auf den Säntis zu erschliessen. Zuvor war der Kulminationspunkt des Überganges von Urnäsch AR nach Nesslau SG einen Kilometer westlich der heutigen Schwägalp-Passhöhe platziert; der Chräzerenpass eben, 1267 Meter über Meer. "Chräzeren" bezeichnet übrigens ein Gebiet mit Rinnen und Engstellen. 

Mittwoch, 27. Mai 2026

Ein stressfreier Tag

Eine halbe Stunde nach dem Start in Urnäsch roch es nach Heu.
Neugieriges Wesen.
Frisch geschnittenes Gras.
Unser früher Zmittag.
Am Samstag war ich mit Wanderfreund Hubert unterwegs. Von Urnäsch stiegen wir auf die Hochalp. Kamen dort kurz nach elf Uhr an, assen Wienerli mit Kartoffelsalat, freuten uns über das bombastische Bergpanorama. Wir waren uns einig: jetzt ja nicht einen vorzeitigen Abgang machen und zum Beispiel zum Rossfall an der Schwägalpstrasse absteigen. Stattdessen wählten wir eine eher lange Fortsetzung, die uns in ein Land der reizenden Hügelspitzli und schummrigen Abgründe lenkte: via Oberer Chenner und Hochfläschen zum Spicher und von dort über den Chräzerenpass zur Schwägalp-Passhöhe. Gut 5 Stunden dauerte die Wanderung insgesamt bei 1030 Höhenmetern aufwärts und 570 Höhenmetern abwärts, sie führte uns über Ausserrhoder und St. Galler Boden. Was mir, abgesehen von der Schönheit der Gegend, von dieser Unternehmung bleiben wird: wie stressfrei sie verlief. Es war ein Pfingsttag ohne Gedränge, ohne viele Leute, ohne genervte Servicekräfte. Wir hatten unsere Ruhe.
Zwischen Hochalp und Spicher.

Ankunft auf der Schwägalp-Passhöhe. Hinten der Säntis (mit Antenne).

Dienstag, 26. Mai 2026

Die Romanoff-Woche

Obere Reihe: der Romanoff im Solothurnischen.
Untere Reihe: der Romanoff im Ausserrhodischen.

An was merkt man, dass der Sommer praktisch da ist? Daran, dass der Widmer wieder Coupe Romanoff bestellt. Letzte Woche passierte das grad zwei Mal in drei Tagen. Den ersten Romanoff nahm ich am Ende eines sehr feinen Essens im "Kreuz" in Metzerlen SO – wie zuvor die Spargeln mit Pouletbrust liess er nichts zu wünschen übrig. Den zweiten Romanoff gabs dann am Pfingstsamstag im Restaurant bei der Schwägalp-Passhöhe, Kanton Appenzell Ausserrhoden. Er schmeckte noch besser. Nicht, weil er objektiv betrachtet exquisiter komponiert gewesen wäre – nein, der Hochgenuss ergab sich in diesem Fall daraus, dass wir zuvor fünf Stunden anstrengend gewandert waren bei sehr warmem Wetter. Und jetzt … freue ich mich auf Romanoff Nr. 3, wo auch immer er auf mich wartet.

Montag, 25. Mai 2026

Die Dolmen von Laufen

Viel ist nicht übriggeblieben von den zwei Dolmen in Laufen bei der heutigen Katharinenkirche.
Ein Dolmen ist eine Grabanlage aus der Jungsteinzeit. Eine Kammer, gefügt aus behauenen Steinplatten. Im Kanton Basel-Landschaft gibt es diese Bauwerke an zwei Standorten: im Wald bei Aesch sowie am Rand der Altstadt von Laufen vor dem nördlichen Stadttor. Als wir kürzlich in Laufen loswanderten Richtung Blauen, hielten wir inne und linsten durch die Glassscheiben, die die Tausende Jahre alten Hinterbleibsel aus Kalkstein schützen. Gleich zwei Dolmen wurden an diesem Ort entdeckt, 1946 der eine, 2000 der andere. Froh waren wir um die Infotafel, die Anschaulichkeit schafft. Die Illustration zeigt jungsteinzeitliche Menschen. Nun, vor allem Männer. Im Hintergrund steht ein Dolmen, das Loch in der Fassadenplatte ist ein sogenanntes Seelenloch. Glaubten die Menschen der Steinzeit, dass die Seelen der Toten ausfliegen wollen? Das ist Spekulation. Das Loch könnte auch eine Art Durchreiche gewesen sein, durch das man Reste der Verstorbenen, eventuell skelettiert, im Grabinnern deponierte.

Dolmen-Szene auf einer Infotafel in Laufen.

Sonntag, 24. Mai 2026

Eine Maienwanderung

Kleine Wildnis: das Tälchen Schachlete bei Laufen.

Kurz nach dem Zmittag in Metzerlen.

Beim Mätzerlechrüz auf dem Blauen.
Das Monsterli von Metzerlen.
Was für eine schöne Gegend. Wobei derzeit eigentlich alle Gegenden schöner sind als im Rest des Jahres, vielleicht abgesehen vom Spätherbst. Wir stiegen am Mittwoch von Laufen BL via Bergmattenhof auf zum Mätzerlechrüz auf dem Höhenzug Blauen. Stiegen ab nach Metzerlen SO, assen dort gut zu Mittag. Und zogen hernach hinüber nach Leymen, das zu Frankreich gehört, dank der Tramlinie Nr. 10 aber direkt mit der Stadt Basel und deren Bahnhof SBB verbunden ist. Am Ende der Unternehmung waren wir uns einig: War eine tolle Maienwanderung. Der Bluescht machte es aus, das allgemeine Blühen, das die Landschaft in einen Garten verwandelt.
Leymen (F). Das Tram im Bild fährt noch eine Haltestelle
weiter nach Rodersdorf SO, wendet dort und fährt dann nach Basel.