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Sonntag, 30. August 2026

Der Sockenverteiler

Gestern am Wandertag der "Schweizer Familie" in Gstaad verbrachte ich viel Zeit am Stand unserer Zeitschrift: Gespräche mit Leserinnen und Lesern, Auskunftgeben über das Tagesprogramm und dergleichen, Entgegennehmen ausgefüllter Wettbewerbstalons. Noch mehr Spass machte mir eine andere Tätigkeit: Ich verteilte Wandersocken. Hochwertige Ware vom Outdoor-Ausrüster rukka mit dem aufgeprägten SF-Logo. Ich weiss nicht, wie viele Paar ich ausgab. Aber jedenfalls hats jetzt draussen im Land jede Menge Leute mit neuen Socken, die ich ihnen überreichte. Irgendwie ein gutes Gefühl.

Samstag, 29. August 2026

Der Playboy

Das Grab von Gunter Sachs in Saanen BE, die Schrift auf dem Stein ist stark verblichen.
Saanens schön schlichte Dorfkirche.
Gunter Sachs war Spross einer Industriellenfamilie, Bobfahrer, Fotograf, Filmer, Kunstsammler; sein Urgrossvater war der Opel-Gründer Adam Opel. Als ich ein Bub war, tauchte Gunter Sachs oft in den deutschen Illustrierten auf, die die Welt der Reichen und Schönen vorführten; dort wurde er stets mit dem Beiwort "Playboy" bedacht. Mit der persischen Ex-Königin Soraya hatte er eine Liaison, mit der französischen Schauspielerin Brigitte Bardot war er drei Jahre verheiratet. 1932 in Deutschland geboren, war Sachs mit der Schweiz eng verbunden, seit er in St. Gallen das Internat "Auf dem Rosenberg" und dann im Engadin das "Lyceum Alpinum Zuoz" besucht hatte, um im Folgenden in Lausanne zu studieren. 2011 schied Gunter Sachs, damals seit Jahrzehnten auch Schweizer, in seinem Haus in Gstaad mit 78 aus dem Leben, er begründete den Suizid mit einer Alzheimer-Erkrankung. Auf dem Friedhof neben der Dorfkirche von Saanen ist er beigesetzt; gestern, als ich dort vorbeischaute, kam ich zum Grabstein.
Gunter Sachs im Jahr 1978.
(Foto: Christof Sonderegger /
ETH-Bibliothek / Wikicommons)

PS: Heute ist "Schweizer Familie"-Wandertag in Gstaad (Teil der Gemeinde Saanen, übrigens). Mit prachtvollem Wetter ist zu rechnen.

Freitag, 28. August 2026

Auf nach Gstaad


Wandern in Gstaad.
Vor wenigen Wochen war ich mit Fotograf Sébastien Anex in Gstaad. Wir realisierten als Vorschau auf den Wandertag der "Schweizer Familie", der dieses Jahr dort stattfindet, eine Reportage. Nun, morgen Samstag ist es soweit: Wandertag. Heute reise ich nach Gstaad, am Abend gibts ein Essen mit den Gastgebern der Ferienregion und Sponsoren, und morgen wird gewandert. Nun, hüstel, ich wandere eigentlich gar nicht. Dafür stehe ich am Stand der "Schweizer Familie" auf dem Festplatz parat, wenn Leserinnen und Leser ein Anliegen haben. Nun hoffe ich auf tolles Wetter (sieht gut aus) und viele gute Begegnungen.

Donnerstag, 27. August 2026

Mutter und Kind

Irgendwie herzig, finde ich. Oder bin ich einfach total verkitscht? Ich musste an ein Tiermami und ihr Tierbaby denken, als ich kürzlich im Bahnhof Luzern darauf wartete, dass mein Zug Richtung Sarnen abfuhr. Gleich gegenüber sah ich einen anderen Zug. Und vor ihm auf dem Perron das Zügli mit Auslagen der Zentralbahn.

Mittwoch, 26. August 2026

Ein neuer Express

Juli 2025 in Innerarosa bei der
Talstation des "Hörnliexpress". 
Ich musste auf den Bus warten.
Diesen Monat gaben die Arosa Bergbahnen bekannt, dass sie 67 Millionen Franken ins Hörnli-Gebiet investieren. Der grösste Teil der Geldsumme fliesst in zwei neue Bahnen. Insbesondere soll die Gondelbahn "Hörnliexpress" von 1986  ersetzt werden. Zudem soll statt der alten, parallel verlaufenden Sesselbahn eine neue gebaut werden. Die Inbetriebnahme der neuen Anlagen ist für Dezember 2028 vorgesehen.

PS: Warum zwei parallel laufende Linien von Innerarosa aufs Hörnli? Wer Ski trägt, nimmt lieber die Sesselbahn, weil er oder sie die Ski während der Fahrt nicht abnehmen muss.

Dienstag, 25. August 2026

Widmer läuft heim

Die rosa Kuh vom Vorderen Pfannenstiel.

Am Sonntagmorgen fuhr ich via Meilen auf den Vorderen Pfannenstiel. Das Restaurant war knapp nach neun Uhr schon offen, ich bestellte einen Kafi und einen Nussgipfel, worauf der Servierer sagte, man habe für diese Tageszeit nichts Essbares. Ich ging wieder, fand eine Viertelstunde etwas weiter oben bei der Hochwacht mein Glück: Kafi und Nussgipfel. Kalt wars auf der Terrasse, zehn Grad oder so. Aber bekanntlich wird einem beim Gehen warm. Via die Guldener Höchi, die Guldenenhalden, Hinter Guldenen zog ich im Folgenden hinab zur Forch. Wanderhalbzeit. Weiter gings über Kaltenstein, Wangen, Wis, Ifang, Schärrüti, die Zumiker Badi Juch, Gössikon, Hohfurren, und dann war ich auch schon daheim im Zollikerberg. Ist hübsch, nach Hause zu laufen, man braucht am Ende nicht auf irgendeinen Bus oder Zug für die Rückreise zu warten. Drei Stunden hatte bei 260 Höhenmetern aufwärts und 350 Höhenmetern abwärts die Tour gedauert. Abgesehen natürlich vom Kafi-Nussgipfel-Halt.
Sonntag um zehn auf der Guldener Höchi, noch ist alles schön still hier.
Der Greifensee, im Vordergrund die Forch.


Montag, 24. August 2026

Buddha und der Turner

Sieht er nicht aus wie von Menschenhand skulptiert? Blick vom Titlis zum sitzenden Buddha.
Kennen alle die Geschichte von Donghua Li und dem Buddha auf dem Titlis? Nun, wir hatten keine Ahnung von ihr, als wir kürzlich auf dem Aussichtsberg weilten und das Panorama genossen. Uns fiel dabei ziemlich in der Nähe ein Zacken auf, der uns an einen sitzenden Buddha erinnerte. Die junge Serviererin im Bergrestaurant sagte uns, ja, das sei der Buddha, er sei recht bekannt, seinetwegen würden immer wieder Leute anreisen. Zuhause googelte ich und fand dies heraus: Im Januar 1996 besuchte der schweizerisch-chinesische Kunstturner Donghua Li den Titlis. Und auch er sah die natürliche Felsformation, die, wie er später erzählte, von goldenen Sonnenstrahlen erleuchtet war; das sei der Buddha, verkündete er. Und wünschte sich in diesem Moment ganz heftig eine Olympiamedaille in den anstehenden Sommerspielen von Atlanta. Diese holte Donghua Li dann tatsächlich, am Pauschenpferd – Gold. Später wurde auf der Aussichtsterrasse des Titlis ein Schild angebracht, das an die Begebenheit erinnert. Wir sahen es freilich nicht, was heisst, dass wir es übersahen. Oder war es wegen der laufenden Bauarbeiten auf dem Gipfel abmontiert worden? Etwas anderes plagt mich viel mehr: Mir kam im Angesichte Buddhas nicht in den Sinn, dass ich mir auch etwas wünschen könnte.