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Dienstag, 30. Juni 2026

Getrennte Spuren

Auf dem Jakobshorn, 2590 Meter über Meer. Rechts die Bergstation der Seilbahn.
Der Stadlersee ist künstlich angelegt. (Foto: Ronja)
Verkehrsregelgung in den
Bergen. (Foto: Ronja)
Zufall. Diese Woche erscheint in der "Schweizer Familie" meine Kolumne über die Wanderung vom Jakobshorn hoch über Davos via das Jatzhorn und die Tällifurgga nach Sertig. Eine Gratroute. Im Text erwähne ich, dass es auch eine leichtere Variante gibt, die unterhalb des Grates vorbei am Stadlersee quer durch den Hang führt. 

Genau diesen anderen Weg machten wir am Samstag und fanden ihn ebenfalls sehr schön. Einzig die vielen Bikerinnen und Biker nervten ein wenig, die zwar allesamt nett waren, aber halt doch die Landschaft mit ihren seltsamen Klapper-, Brems- und Rutschgeräuschen füllten. Stellenweise gabs für beide Bewegungsarten getrennte Spuren, das war lustig. Angetan waren wir auch diesmal von der Bergflora. Und der Zmittag war fein, wir assen in Sertig im "Bergführer". Und gönnten uns anschliessend eine Zugabe: Auf einem stilleren Pfad mit kaum noch Velovolk gingen wir weiter bis Davos Clavadel und nahmen dort den Bus nach Davos Platz. – 3 h 50 min. 200 Hm aufwärts, 1115 Hm abwärts.

Alles schräg den Hang hinab: unser Weg Richtung Sertig.

Bald gibts Zmittag. Und vorerst ein lokales Bier aus Monstein. (Foto: Ronja)

Hübsche kleine Hängebrücke über den Witibach zwischen Sertig und Davos Clavadel.

Montag, 29. Juni 2026

Tschu tschu

Ikonischer Moment: Rhätische Bahn auf dem Landwasserviadukt bei Filisur. (Foto: Ronja)
Die Brücke ist halt schon eine Schönheit.
Am Bahnhof Filisur, auch so kann man hinab
zum Platz unter den Landwasserviadukt gelangen.
Als wir am Freitag vom Bahnhof Wiesen weiterzogen zum Landwasserviadukt und hinauf nach Filisur, war das eine bei anderthalb Gehstunden zwar kurze, aber doch eindrückliche Unternehmung. Star war natürlich das Landwasserviadukt, das wir nach einer guten Stunde erreichten. 65 Meter hoch ist es und wurde 1903 eröffnet. Am Fuss der mächtigen Mauerpfeiler gibts einen Kiosk und einen grossen Platz zum Rasten; hier sind stets Leute zugegen, viele davon mit der Kamera. Denn wenn oben eine rote Komposition der Rhätischen Bahn aus dem Tunnel direkt auf die Brücke schiesst, die auch noch so schön dekorativ gebogen ist, dann ist das schon ein grandioser Moment. Wir schauten, genossen, tranken ein Bier. Und schwitzten uns dann hinauf nach Filisur. Dort stand am Bahnhof ein Fantasiebähnli, so ein Tschu-tschu-Ding, bereit; es fährt regelmässig hinab zum Viaduktplatz, wo wir eben gewesen waren. Man muss also nicht einmal laufen, um einen der besten Bahnmomente der Schweiz zu erleben.

Sonntag, 28. Juni 2026

Die Bröckelschlucht

In der Zügenschlucht, Brombenzviadukt voraus.
Atemberaubend, oder? Blick in die Zügenschlucht.

In der Landschaft Davos von Monstein durch die Zügenschlucht hinab zum Bahnhof Wiesen zu wandern oder auch umgekehrt – das fühlt sich an wie ein Geschenk. Die hohen Felswände zur Rechten und Linken mit den vielen Bach- und Lawinenrinnen, den "Zügen", sind aus unseriösem Material gebaut, es rutscht und bröselt, immer wieder mal gab es Sperrungen, an einigen Orten warnen Schilder davor stehenzubleiben, Steinschlag droht. All das steigert den Genuss, auf der im 19. Jahrhundert gebauten, 1974 aufgegebenen Strasse unterwegs zu sein; man frohlockt, dass die Strecke offen ist, die den Fluss von Davos, das Landwasser, talwärts begleitet. Von der neuen Strasse höher im Hang und auch von der Bahn merkt man eher wenig. Immerhin sind da Tunnels zu erahnen, und der Brombenzviadukt der Bahn beeindruckt. Etwas über eine Stunde brauchten wir am Freitag für die Route und freuten uns am Bahnhof Wiesen, das Beizli offen vorzufinden. Dort sass schon einiges Volk, speziell Ferrophile, Bahnfans. Kaum etwas bekamen wir vom Wiesener Viadukt mit, der hier ansetzt. Vom Beizli aus ist er nicht zu sehen, und als Fortsetzung wählten wir den Weg in der Nähe des Landwassers; besagter Viadukt, die höchste Brücke der Rhätischen Bahn, zeigt sich aus diesem Winkel nur teilweise. Was auch seinen Reiz hat.
Der Bahnhof Wiesen steht weit abseits des gleichnamigen Dorfes.

Aus dem Beizli beim Bahnhof Wiesen fotografiert: historische Waggons der Rhätischen Bahn,
die in den warmen Monaten des Jahres zwischen Davos Platz und Filisur verkehren.

Mehr sahen wir vom Wiesener Viadukt, Höhe 88,9 Meter, nicht. 

Samstag, 27. Juni 2026

Hitzeflucht

Ich blogge aus einem Hotel in Davos, wo ich die Nacht verbracht habe; gestern früh reisten wir aus Zürich an und machten im Folgenden eine schöne Wanderung die Zügenschlucht hinab, weiter zum Fuss des Landwasserviadukts und hinauf nach Filisur. So richtig von dieser Unternehmung erzählen und anfügen, was an Tag zwei, also heute, geschah: Das kann ich erst, wenn ich wieder zuhause bin und die Fotos gesichtet habe. Hier nur die erste Aufnahme vom Freitag, gemacht beim Start in Davos Monstein. Was das Bild nicht transportieren kann: das kühle Lüftchen, das uns von der Zügenschlucht her entgegenwehte. Unser Zweitäger in Davos hat auch zum Zweck, der Hitze im Flachland mal kurz zu entfliehen. Heute Abend gehts allerdings zurück in den Backofen.

Freitag, 26. Juni 2026

Ganz schön sauer

Für Johannisbeeren fahre ich jederzeit 80 Kilometer weit. Am Mittwoch holte ich welche aus dem Garten im Elternhaus ab, in Ausserrhoden, sie sind reif und wundervoll sauer; ich schwöre auf ein Morgenmüesli mit Johannisbeeren, Haferflocken und Milch. Weckt garantiert. So nebenbei oder auch nicht nebenbei lernte ich am selben Tag beim Zmittag in Herisau ein neues Lokal kennen. Im "Landhaus" gleich gegenüber dem grossen Migros isst man sehr gut. Schön, eine brauchbare Gastroadresse mehr im Appenzellerland.
Das Hotel Landhaus an der Kasernenstrasse in Herisau.

Eines der Tagesmenüs: Schweinssteak mit Kartoffelschnitzen.

Donnerstag, 25. Juni 2026

Der Geldtempel

1913, als das Bankgebäude an der Bahnhofstrasse 49 in Aarau fertiggestellt war, dürfte es ein Hingucker gewesen sein. Moderne Architektur im Stil des Neobarock, üppige Fassadenplastiken. Dass der Schriftzug "Allgemeine Aargauische Ersparniskasse" von zwei weiblichen Aktfiguren flankiert wird – das gäbe es heute nicht mehr. Dachte ich, als ich kürzlich vorbeikam. Und noch etwas zur Geschichte des Baus: Die "Ersparniskasse" wurde zur "Neuen Aargauer Bank", die ihrerseits in der "Credit Suisse" aufging. Die wiederum ist eingegangen – mittlerweile haben sich im Haus verschiedene Unternehmen eingemietet.

Mittwoch, 24. Juni 2026

Nidau feiert Weihnachten

Nidau mit dem Nidau-Büren-Kanal aus der Luft.
(Foto von 2006, Astrochim/Wikicommons)
In Nidau, der Nachbargemeinde von Biel, dürfte es am Freitag so circa 35 Grad heiss sein – trotzdem wird an diesem Tag dort auf dem Stadtplatz ein Weihnachtsbaum stehen. Ein Musiktrio wird Weihnachtslieder spielen, dazu brennen Kerzen, und es gibt Weihnachtsgebäck. Ein kürzlich pensionierter Nidauer Pfarrer steht hinter der Aktion, diese ist sein Abschiedsprojekt; mit dem Segen der Kirchgemeinde will er zeigen, las ich gestern in der NZZ, dass "Nähe, Hoffnung und Aufmerksamkeit" zu allen Jahreszeiten wichtig sind. Nun, da hat der Mann recht.