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Montag, 6. April 2026

So war unser Ostersamstag

Der Bettenauer Weiher. An ihm stiesssen wir auf Ostern an.
So ein Gitter kurbelt die Fantasie an:
Wie der reiche Däne wohl wohnt?
45 Minuten vor dem Zmittag, im Himmel zeigt sich erstes Blau.
In Wil.
Die Sonne hielt sich lange bedeckt, das hätte besser laufen können. Der Rest unserer Wanderung, die uns vorgestern von Bazenheid nach Wil führte, also vom Untertoggenburg ins Fürstenland – der war gut. Vom Zmittag im "La Sila" am Ostrand von Wil habe ich gestern erzählt. Einen Apero gabs schon viel früher am Bettenauer Weiher, aus dem die Fürstbischöfe der Gegend einst ihre Fische bezogen. Unsereins tötschte dort Eier und trank Prosecco, vergnüglich. In einem Hofladen in Bettenau deckten wir uns später mit Käse ein, linsten in Schwarzenbach durchs Tor des Schlosses, in dem der sehr reiche Lars Seier Christensen wohnt, Mitbesitzer des FC Kopenhagen; schon vor dem Apero hatten wir in Jonschwil das viel kleinere Schloss Feldegg bewundert und mit dem Besitzer geplaudert, einem Zahnarzt, der auch Pferde züchtet – netter Mann. So erlebten wir manches. Als wir dann nach dem Zmittag zum Aussichtspunkt Känzeli am Nieselberg aufstiegen, dem Wiler Hausberg, da begann die Sonne zu wirken. Am Horizont sahen wir Gipfel wie Kronberg, Speer, Spitzmeilen, Glärnisch, alle schön aufgereiht, alle noch voll im Schnee. So war unser Ostersamstag.

Bazenheid – Jonschwil – Bettenauer Weiher (Umrundung) – Bettenau – Schwarzenbach – "La Sila" Wil, Känzeli – Wil. 4 h 15 m. 340 Hm aufwärts, 370 Hm abwärts.

Blick Richtung Voralpen und Alpen vom Känzeli in Wil. Links der Mitte der Speer. (Foto: Ronja)

Sonntag, 5. April 2026

Nduja in Wil

Gnocchi, Sepia-Nudeln mit Meeresgetier und
Penne mit Nduja: Impressionen aus dem "La Sila" in Wil SG.
Ich hatte mir, als ich im Vorfeld die Speisekarte studierte, gedacht, dass dies kein gewöhnlicher Italiener ist. Respektive: Dass hier eine bestimmte italienische Region in vielen Gerichten anklingt. Im "La Sila" am Rand der Stadt Wil wirtet ein Kalabrese, weswegen beispielsweise die Penne an einer Sauce aus Tomaten und Nduja, der scharfen kalabresischen Wurst, auf den Tisch kommen. Alles war gestern gut, als wir am frühen Nachmittag einkehrten und genossen, ich kann das Restaurant nur empfehlen. Bleibt eines aufzulösen: was "La Sila" bedeutet. So heisst eine Bergregion in Kalabrien. Hatte ich nicht gewusst. Mehr von unserer österlichen Wanderung im Untertoggenburg und Fürstenland gibts morgen. Heute, übrigens, reise ich zum Zmittag ins Appenzellerland. Gegessen wird schweizerische Kost. Auch darauf freue ich mich.

Samstag, 4. April 2026

Eier und Prosecco

Woher kommt eigentlich das Wort Ostern? Offenbar vom altgermanischen austro, Morgenröte; so hiess eventuell ein germanisches Frühlingsfest. Wobei es auch andere Theorien gibt. Nun, jedenfalls wünsche ich allen ein frohes Osterfest. Unsereins zieht heute aus ins Untertoggenburg, wir werden im Grossraum Wil wandern. Im Rucksack reisen auch die Eier für das Eier-Tötsche mit. Und ein Prosecco zum Anstossen. Schön, dass auch das Wetter einigermassen stimmt.

Das abgebildete Gemälde, die "Auferstehung Christi", datiert von 1455 und stammt vom Niederländer Dieric Bouts. Was für eine dynamische Szene! Christus, mit blutigem Nagel-Stigma im sichtbaren Fuss, tut den ersten Schritt aus dem Grab, beobachtet vom Engel. Zur Rechten weiss der orientalisch gekleidete Wachmann grad nicht, was da passiert; sein Kollege ganz links tagträumt derweil vor sich hin. Und der junge Mann im Vordergrund trauert noch um den Toten, der doch aber nicht mehr tot ist und die rechte Hand zur Segnung erhoben hat. (Wikicommons)

Freitag, 3. April 2026

Das Trio von Grüningen

Mein Dessert. Der Mann gegenüber hatte
ein Osterchüechli mit Sauerrahmglace.
Vorgestern, als ich mit Freund Markus von Rüti via Bubikon und Grüningen nach Esslingen ging, war es  richtig kalt. Knapp winterlich noch. Die nahen Zürcher Oberländer Hügel waren bis weit hinab mit Schnee überzuckert, die Bise blies, im Wald wars stellenweise glitschig. Aber die Luft war klar, und irgendwann kam die Sonne. Im "Bären" in Grüningen nahmen wir den Zmittag, ich hatte Kalbsschnitzel an einer Morchelsauce mit Bärlauchrisotto. War sehr gut. Noch viel stärker in Erinnerung bleibt mir das Dessert, da ich in letzter Zeit selten Dessert esse: Das Trio Schlorzifladen, Dicke Berta (ein Käse) und Vieille Prune war eine ausgeklügelte Sache. Wer eine ruhige Osterroute sucht, ist mit dieser (vierstündigen) bestens bedient. Und: Die diversen kleinen Moore, die man durchwandert, machen die Landschaft stimmungsvoll.
Bedeckter Himmel einige Zeit vor Grüningen.
Nach dem Zmittag in Grüningen kam die Sonne.
Ein Ostermotiv, aufgenommen eine halbe Stunde vor Esslingen.

Donnerstag, 2. April 2026

Gefahr am Wanderweg

Gestern, auf dem Weg von Rüti nach Esslingen, kamen wir kurz vor dem Ritterhaus Bubikon an diesem reizenden Fabelwesen vorbei. Etwas irritierend fanden wir das nahe Schild mit der Warnung "Zu Ihrer Sicherheit bitte nicht stehenbleiben". Nun, das geflügelte Pferd war harmlos, das war uns klar. Der Wanderweg führt allerdings zum und durch das Areal des Bubiker Golfplatzes. Von einem Golfball könnte man getroffen werden, das ist die Gefahr an diesem Ort.

Mittwoch, 1. April 2026

Sechs Monate

Ich bzw. mein Schatten letzten Sommer
hoch über Realp im Urserntal.
Heute mal etwas Persönliches. In genau sechs Monaten werde ich pensioniert. Frühpensioniert, mit 64. Vor einiger Zeit habe ich das beschlossen und es dem Betrieb, der "Schweizer Familie", durchgegeben. Was bedeutet das für diesen Blog? Vermutlich gar nichts, jedenfalls will ich weiterhin im selben Rahmen, so circa zwei Mal pro Woche, wandern. Und hier darüber schreiben. Und sonst – Ziele, Wünsche, Ideen? Am allerwichtigsten ist mir das: Ich will keiner dieser übergeschäftigen, totaleingespannten, atemlosen Rentner werden, die man stets vollverplant antrifft. Mich vorerst einmal genüsslich langweilen, das schwebt mir vor. Und mich mehr als bisher selber überraschen und Dinge unternehmen, die ich zuvor als abwegig verwarf, was auch viel mit Zeitmangel zu tun hatte. Obs mir gelingt?

Dienstag, 31. März 2026

Eggers Menagerie

Die Geschichte hinter dieser reich mit Tiermotiven – darunter sind auch Affen und Raubtiere – bemalten Fassade ist interessant. Jakob Egger war "Marchand en bêtes sauvages", handelte also mit wilden Tieren. 50 Jahre lang zog er im 18. Jahrhundert durch Europa samt seinem Wanderzirkus. 1767 liess er in Aarwangen BE das "Tierlihuus" bauen als Menagerie – als Privatzoo und Basislager.