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Dienstag, 7. Juli 2026

Rahmschnitzelsamstag

Abstieg vom Chellenchöpfli Richtung Bättlerchuchi.

Hübsch abenteuerliches Wegstück vor dem Berggasthaus Obere Wechten.
Noch 40 Minuten bis zum Zmittag.
Mein Rahmschnitzel.
Am Samstag wanderten wir bloss drei Stunden, wobei wir aber doch 440 Höhenmeter auf- und 730 Höhenmeter abstiegen. Start war bei der Bergstation der Wasserfallenbahn im Baselbiet, wir drehten zuerst eine Runde nach Hinderi Egg und zum Chellenchöpfli (Eintrag von gestern), gingen dann Richtung Bättlerchuchi, zweigten dort ab vom Kretenweg, der zum Vogelberg führt. Das folgende Stück zum Berggasthaus Obere Wechten begeisterte uns: zum Teil überhängende Fluhen aus Kalk, ein schmaler Pfad, Seilsicherungen. Über Ober Passwang und das Restaurant Alpenblick, eine Töffbeiz direkt an der Passwangstrasse, kamen wir zu einem Bauernrestaurant, dem "Hagli", das ein wenig abseits der Strasse liegt. Dort assen wir einen sensationell günstigen Viergänger: Suppe, Salat, Rahmschnitzel mit Beilagen und ein kleiner Romanoff für 24 Franken. Fein wars auch, was ja das Wichtigste ist. Leicht fiel uns dann der kurze Schlussabstieg durch ein Tobel mit einer Lourdesgrotte und einem Kreuzweg nach Ramiswil SO. Am Ziel war es in der Sonne sengend heiss, nachdem uns zuvor in der Höhe ein kalter Wind zugesetzt hatte; das Samstagswetter hat uns erstaunt.

Montag, 6. Juli 2026

Baselbieter Kalkklippe

Das Chellenchöpfl ist ein toller Aussichtspunkt.
Blick vom Chellenchöpfli Richtung Süden. Links im Bild Mümliswil SO.
Die Hinteri Egg ist ein bisschen eine Langweilerin.
Auf die höchsten Punkte mancher Kantone werde ich es als Nicht-Alpinist nie schaffen; der Piz Bernina GR, das Finsteraarhorn BE, die Dufourspitze VS sind mir entrückt. Auf anderen Kantons-Kulminations-Punkten war ich längst, auf dem Säntis AR/AI natürlich, aber auch auf dem Brienzer Rothorn LU, dem Wildspitz ZG, dem Schnebelhorn ZH. Am Samstag wanderten wir im Juragebirge, starteten bei der Wassserfallen-Bergstation und kamen recht bald nach Hinteri Egg. Bei einer bescheidenen Höhe von 1169 Metern über Meer ist dies doch der höchste Punkt des Kantons Basel-Landschaft. Viel zu sehen gibt es nicht, Bäume stehen im Weg, der Ort, mit einer Tafel und einem Stein markiert, ist das Gegenteil von glamourös. Drei Gehminuten entfernt gibt es Gott sei Dank das Chellenchöpfli. Die Kalkklippe, 13 Meter tiefer, bietet einen wunderbaren Rundblick.

Sonntag, 5. Juli 2026

Zürich trüllt

Heisst dieser Platz, den ich mir kürzlich anschaute, bald "Trülleplatz"?
Der Drehkäfig von La Neuveville BE, circa 1790.
(Wikicommons)
Wo in Zürich von der Bahnhofstrasse der Rennweg abzweigt, gibt es einen kleinen Platz. Der hat keinen Namen, ist auch wirklich nichts Besonderes, das einzige prägnante Objekt vor Ort ist der Herkulesbrunnen. Gott sei Dank nur auf Zeit steht da zudem ein Behelfspavillon der Confiserie Honold, die ihr Stammhaus am Rennweg umbaut. 

Kürzlich las ich im "Tagi", dass der Platz bald "Trülleplatz" heissen soll. Gegenüber, an der heutigen Bahnhofstrasse 69, stand nämlich einst das Haus zur Trülle. Die Bezeichnung verweist auf eine Strafeinrichtung des Mittelalters und der frühen Neuzeit, die Trülle. Eine schmale, hohe Trommel, in der Delinquentinnen und Delinquenten landeten. Ein drehbarer Käfig; gewisse Leute drehten ("trüllten") so lange, bis es der gefangenen Person so richtig schlecht wurde. Ziemlich fies. Eine Einladung zum Sadismus. Weswegen sich nun Widerstand gegen das Ansinnen der Stadt regt, den Namen "Trülleplatz" einzuführen. Weil der ja an ein Quälgerät erinnert. Der Quartierverein jedenfalls ist dagegen. Mal schauen, wie es weitergeht, ich werde es gern mitteilen.

Samstag, 4. Juli 2026

Das Schmerzmittelfrühstück

In der Laco-Uhrenmanufaktur, Deutschland,
Mitte des 20. Jahrhunderts. (Wikicommons)
Der Lärm der Maschinen. Der Stress. Die Monotonie. Das grelle Licht, das für diese Tätigkeit zwingend war. Der Staub. Der stechende Geruch des Maschinenöls und des Reinigungsbenzins. All das setzte den Leuten zu, die früher in den Uhrenfabriken – in diesem Fall denen im Jurabogen – arbeiteten. Viele betäubten sich jeden Morgen präventiv mit Schmerzmitteln, die damals in beliebiger Menge frei zugänglich waren, die es am Kiosk und auch am Automaten gab. Manche rührten das Pulver in den Kaffee ein oder bestreuten ihr Frühstücksbrot mit der zerdrückten Tablette. In den 1960er-Jahren stellte man in der Region denn auch einen massiven Anstieg an Nierenerkrankungen fest. Wer mehr über dieses ungute Stück Geschichte der hiesigen Uhrenindustrie wissen will, findet hier den interessanten Artikel einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Kultur-Historischen Museums Grenchen zum Thema.

Freitag, 3. Juli 2026

Innerrhoden verdreifacht

Hier und an anderen Zugangspunkten zum 
Alpstein wird das Parkieren teurer: Wasserauen AI. 
Der Andrang auf den Alpstein ist riesig. In Wasserauen, Brülisau und anderen Orten parkieren an schönen Tagen unglaublich viele Autos und ist das Gekarre unsäglich; manche Leute wollen partout nicht mit dem ÖV anreisen. Eben hat die Innerrhoder Regierung die Parkplatzpreise an den Einfallspunkten zum Alpstein massiv erhöht. Verdreifacht. Statt wie bisher 5 Franken kostet der Parkiertag jetzt 15 Franken 75. Dass das nicht bei allen gut ankommt, insbesondere nicht bei den Einheimischen, versteht sich von selber. Prinzipiell sind die neuen Gebühren nicht überrissen, jedenfalls nicht im Vergleich. So kostet, las ich in der "Appenzeller Zeitung",  das Parkieren in Täsch bei Zermatt 17 Franken pro Tag, und in St. Moritz verlangen einige Parkhäuser 30 Franken. Innerrhodens Preiserhöhung ist also eher eine Preisangleichung.

Donnerstag, 2. Juli 2026

Zwei Friedhöfe

Meine Fotos vom Berner Rosengarten: Blick zum Münster …

… das Restaurant …
… der Seerosenteich.
Am Montag besuchte ich den Rosengarten in Bern, der Park ist bekannt für die Aussicht auf die Berner Altstadt samt der Aareschleife und dem Münster. Ich schaute genüsslich und ging dann im Restaurant einen Kafi trinken. Lange war ich nicht mehr hier gewesen, seit dem Studium nicht mehr, denke ich. Womit wir bei meiner zweiten Berner Station wären. Zwei Bushaltestellen weiter stadtauswärts findet sich der Schosshaldenfriedhof. Dort wurde an diesem Nachmittag die Asche meines kürzlich verstorbenen Professors Johann Christoph Bürgel beigesetzt, bei dem ich einst Islamwissenschaften und Neuere Vorderorientalische Philologie studiert und abgeschlossen hatte. In melancholischer Stimmung fuhr ich nach der Zeremonie heim. Und nun noch einmal zum Rosengarten. Er wurde 1765 eingerichtet. Als Friedhof. Gut 110 Jahre lang wurde auf ihm bestattet. Bis zur Eröffnung des Schosshaldenfriedhofs. Womit ich am Montag in Bern also gleich auf zwei Friedhöfen war.

Mittwoch, 1. Juli 2026

Der virtuelle Zaun

Tragen sie bald GPS-Halsbänder? Kühe in Urnäsch.
Interessant, was ich gestern in der NZZ las. Es geht um virtuelle Weidezäune. Die lernte der Berner Oberländer SVP-Nationalrat Ernst Wandfluh kennen, als er letzten Sommer Besuch von einem Farmer aus Neuseeland bekam. Dieser konnte über Tausende von Kilometern seine Kühe zur Rückkehr in den Stall bringen. Und zwar mit einer Smartphone-App. Die Kühe des Bauern in Neuseeland tragen alle ein GPS-Halsband, das via die App direkt ansteuerbar ist. Auf der App sind auch die Grenzen des Weidegebietes definiert. Nähert sich eine Kuh dem virtuellen Zaun, ertönt ein Warnsignal, überschreitet sie die Grenze, löst dies im Halsband einen leichten elektrischen Impuls aus. Das System erlaubt es, Kühe bis zu einem gewissen Grad zu steuern; in Skandinavien, Grossbritannien, den USA und eben Neuseeland ist es bereits Realität. Wandfluh, selber Bauer, fordert nun mit einem politischen Vorstoss, dass es auch in der Schweiz zugelassen wird. Derzeit verbietet das die Tierschutzverordnung. Eine wissenschaftliche Untersuchung der bundeseigenen Forschungsanstalt Agroscope hat aber offenbar ergeben, dass die technische Vorrichtung kein Problem für die Kühe ist. Und dass sie funktioniert. Und jedenfalls würde mit ihr das speziell auf den Alpen aufwändige Zaunsetzen hinfällig.