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Freitag, 6. Februar 2026

Eglisau, das kannst du besser

Der Vorplatz des Bahnhofs von Eglisau ZH wirkt ein wenig verkommen, fanden wir am Mittwoch, als wir dort zu einer Wanderung starteten. Kurios kam uns die dreckige Tafel mit dem Hinweis auf den Defibrillator vor. Stellen wir uns vor, wir wären hier mit einer Person unterwegs, die sur place eine Herzkrise erleidet. Und dann sehen wir dieses Schild. Wo zur Hölle ist das Restaurant Rheinfels? Die roten Pfeile deuten in den Boden, was nicht sein kann. Vielleicht ist es am besten, gar nicht nach dem 300 Meter entfernten Defibrillator zu suchen und gleich die Notfallnummer 144 zu wählen. Die immerhin ist brauchbar.

Donnerstag, 5. Februar 2026

400 Millionen pro Minute

Nach dem kleinen Dorf Brütten ist der Brüttener Tunnel benannt.
(Foto: Abderitestatos/Wikicommons)
20 Minuten: So lange braucht man heute für die Fahrt von Zürich nach Winterthur auf der schnellsten Verbindung via Stadelhofen und Stettbach. In gut zehn Jahren, wenn der Brüttener Tunnel als Teil einer neuen Linienführung gebaut ist, sollen es noch 12 Minuten sein. Jede der 8 eingesparten Minuten kostet 400 Millionen Franken. Ein unglaublich teures Vorhaben ist das, wobei im Preis auch die Erneuerung bestehender Geleisinfrastruktur inbegriffen ist und der Umbau von Bahnhöfen wie Dietlikon und Bassersdorf. Der Brüttener Tunnel wird die Strecke zwischen den beiden grossen Zürcher Städten zu einer Metrostrecke machen – zu einer fantastisch effizienten Sache, wobei Fahrgäste nicht mehr viel von der Landschaft sehen werden, die meiste Zeit werden sie auf vier neuen Gleisen unterirdisch unterwegs sein. In der NZZ war vor kurzem ein Artikel, der das alles samt Vorgeschichte und Geografie brillant erläutert. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht Mitte Januar zwei Beschwerden abgeschmettert hat, können die SBB nun mit den Vorbereitungen loslegen.

Mittwoch, 4. Februar 2026

Über den Gotthard gondeln

Verkehrt hier in Zukunft eine Seilbahn?
Die Hochfläche der Gotthard-Passhöhe und des Gotthard-Hospizes ist im Sommer überlaufen. Und im Winter praktisch ausgestorben, wenn die Strasse geschlossen bleibt. Nun gibt es, las ich eben im "Blick", eine Idee, die Gegend ganzjährig zu erschliessen – mit einer Seilbahn. Mit einem Seilbahnnetz sogar, das Airolo, die Passhöhe und den Gemsstock im Skigebiet Andermatt verbinden würde samt einem Abzweiger nach Realp. "Porta Gottardo" heisst das Projekt privater Investoren. Eine vorläufige Umweltstudie kommt zum Schluss, dass es keine Gründe gibt, die Planung abzubrechen. Mal schauen, was aus der Sache wird.

Dienstag, 3. Februar 2026

Hüpp, hüpp, hurra!

Gottlieber Hüppen in der Variante Himbeere.
Hüppen sind Waffelröhrchen mit einer süssen Füllung. Wahnsinnig beliebt sind sie nicht, wie ich eben in meinem Grüppli feststellte, dort findet das Gros der Leute Hüppen langweilig. Kann ich nachvollziehen, wenn ich an die Hüppen denke, die es bisweilen im Café als Beigabe gibt, oft ist der Teig schon ein wenig lahm und der Inhalt öd (die übliche hellbraune Schoggi-Irgendwas-Masse). Nun, am Mittwoch probierte ich in Gottlieben TG, wo in der bekannten Manufaktur Hüppen fabriziert werden, diverse Hüppen-Varianten. Schön, dass sie mit allem Möglichen gefüllt waren, speziell mochte ich die Geschmacksrichtungen Vanille und Himbeere. Und schön, dass die Röhrchen so richtig frisch und knackig waren. So lob' auch ich mir meine Hüppe.

Montag, 2. Februar 2026

Höllische Fetzen

Das "Constanzer Wirtshaus" und die Fetzen.
Wir waren alle drei zufrieden mit unserem Essen. Allerdings fanden ich (Saiblingsfilets mit Röstkartoffeln und Gemüse) und Anita (Rinderroulade mit Kartoffelpüree), dass Ronjas Gericht einen seltsamen Namen hatte, einen potenziell abstossenden. Ist das typisch deutsch, dass man ein pikant gewürztes Rindsgeschnetzeltes als "Höllische Oxenfetzen" verhunzt? Gut seien die Fetzen jedenfalls, beschied uns Ronja. Am letzten Mittwoch war das, in Konstanz, wo wir zu Ende unserer Wanderung dort einkehrten, wo der Seerhein aus dem Obersee strömt. Nördlich steht am Wasser ein grosser Biergarten mit mehreren, zum Teil wintergartenartig modernisierten Räumen. Ein Gemäuer mit Stufengiebel, vage an eine alte Feuerwache in Potsdam oder so erinnernd. Das "Constanzer Wirtshaus" stammt von 1899. Es wurde damals von Kaiser Wilhelm II. als Offizierscasino eingerichtet.

Sonntag, 1. Februar 2026

Wanderung mit Hüppenhalt

Blick von Schloss Arenenberg auf Ermatingen mit dem
markant in den Untersee vorgeschobenen Schwemmdelta.
Weltkriegsbunker bei der Bahnstation Triboltingen.
Letzten Mittwoch zogen wir vom Bahnhof Mannenbach-Salenstein im Kanton Thurgau nach Konstanz. Weil wir dort einen Abstecher zu einem besonderen Restaurant machten, brauchten wir dreieinhalb statt der für die Direttissima nötigen drei Stunden. Die Route war abwechslungsreich. Wir bekamen es mit gleich drei Gewässern zu tun, zuerst mit dem unteren Teil des Bodensees, dann mit dem Seerhein, dann mit dem oberen Seeteil. Im ersten Drittel gingen wir etwas oberhalb, via Schloss Arenenberg mit dem Napoleonmuseum, das grad noch in der Winterpause ist. Ab Ermatingen waren wir später in flachem Gelände ufernah unterwegs. In Gottlieben machten wir Pause im stilvollen Seecafé, das mit der örtlichen Hüppen-Manufaktur assoziiert ist, natürlich probierte ich Hüppen (einmal Vanille, einmal Mandel) und kaufte auch welche (Himbeere). Gleich anschliessend passierten wir, noch in Gottlieben, das Wasserschloss. Jenen Bau, in dem der böhmische Reformator Jan Hus 1415 als Gefangener sass. Noch einmal eine Strecke am Wasser, dann langten wir in Konstanz an und gönnten uns einen späten Zmittag. Wo genau, erzähle ich morgen oder so.
Schönes Gottlieben: das "Seecafé".

Düsteres Gottlieben: das Wasserschloss.

Samstag, 31. Januar 2026

Rührung in Konstanz

Letzten Mittwoch wanderten wir vom Bahnhof Mannenbach-Salenstein nach Konstanz. Vom Thurgau nach Deutschland. In Konstanz sah ich eine Tafel, die für den regionalen ÖPNV warb, also für den öffentlichen Personennahverkehr. Und war als Schweizer ein wenig gerührt, dass die Deutschen das mit Verweis auf unseren ÖV tun.