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Montag, 25. Mai 2026

Die Dolmen von Laufen

Viel ist nicht übriggeblieben von den zwei Dolmen in Laufen bei der heutigen Katharinenkirche.
Ein Dolmen ist eine Grabanlage aus der Jungsteinzeit. Eine Kammer, gefügt aus behauenen Steinplatten. Im Kanton Basel-Landschaft gibt es diese Bauwerke an zwei Standorten: im Wald bei Aesch sowie am Rand der Altstadt von Laufen vor dem nördlichen Stadttor. Als wir kürzlich in Laufen loswanderten Richtung Blauen, hielten wir inne und linsten durch die Glassscheiben, die die Tausende Jahre alten Hinterbleibsel aus Kalkstein schützen. Gleich zwei Dolmen wurden an diesem Ort entdeckt, 1946 der eine, 2000 der andere. Froh waren wir um die Infotafel, die Anschaulichkeit schafft. Die Illustration zeigt jungsteinzeitliche Menschen. Nun, vor allem Männer. Im Hintergrund steht ein Dolmen, das Loch in der Fassadenplatte ist ein sogenanntes Seelenloch. Glaubten die Menschen der Steinzeit, dass die Seelen der Toten ausfliegen wollen? Das ist Spekulation. Das Loch könnte auch eine Art Durchreiche gewesen sein, durch das man Reste der Verstorbenen, eventuell skelettiert, im Grabinnern deponierte.

Dolmen-Szene auf einer Infotafel in Laufen.

Sonntag, 24. Mai 2026

Eine Maienwanderung

Kleine Wildnis: das Tälchen Schachlete bei Laufen.

Kurz nach dem Zmittag in Metzerlen.

Beim Mätzerlechrüz auf dem Blauen.
Das Monsterli von Metzerlen.
Was für eine schöne Gegend. Wobei derzeit eigentlich alle Gegenden schöner sind als im Rest des Jahres, vielleicht abgesehen vom Spätherbst. Wir stiegen am Mittwoch von Laufen BL via Bergmattenhof auf zum Mätzerlechrüz auf dem Höhenzug Blauen. Stiegen ab nach Metzerlen SO, assen dort gut zu Mittag. Und zogen hernach hinüber nach Leymen, das zu Frankreich gehört, dank der Tramlinie Nr. 10 aber direkt mit der Stadt Basel und deren Bahnhof SBB verbunden ist. Am Ende der Unternehmung waren wir uns einig: War eine tolle Maienwanderung. Der Bluescht machte es aus, das allgemeine Blühen, das die Landschaft in einen Garten verwandelt.
Leymen (F). Das Tram im Bild fährt noch eine Haltestelle
weiter nach Rodersdorf SO, wendet dort und fährt dann nach Basel.

Samstag, 23. Mai 2026

Sprengfreude

2013 wurde in Aarau das Rockwell-Hochhaus gesprengt, ich schrieb damals im "Tagi" eine Hommage ans Sprengen und rief deswegen auch den Innerrhoder Künstler Roman Signer an, der für seine Lust an der Detonation bekannt ist. Nein, er werde nicht nach Aarau fahren, um sich die Sprengung anzusehen, sagte Signer, er ziehe kleine Explosionen vor: "Wenn es zum Beispiel einen Hut lupft."

Vorgestern gabs in unserem Land wieder eine hübsche Sprengung eines industriellen Gebäudes. Im Wallis, in Collombey-Muraz. Dort tilgt man die Überleibsel der ehemaligen "Tamoil"-Raffinerie. Wie die zwei fast 100 Meter hohen Schornsteine, kumuliertes Gewicht 4000 Tonnen, binnen weniger Sekunden einstürzten: Das war grandios. 50 Kilo Sprengstoff haben es möglich gemacht.

Hier das knapp zweiminütige Filmli, gefunden auf der Plattform Youtube bei "vidsfromsam". Falls es unten mit dem Klicken nicht klappt, hier auch noch der Link.

Freitag, 22. Mai 2026

Zolliker Markenparade

Historisches Haus: Zollikons Ortsmuseum. Unten in
diesem Eintrag Plakate aus der laufenden Ausstelllung.
Ein schönes Wiedersehen mit Schweizer Marken – das gabs für mich im Ortsmuseum Zollikon, das ich am Sonntag zum ersten Mal besuchte. Dort läuft eine Ausstellung über die "Graphische Kunstanstalt Paul Bender", die die meiste Zeit ihres Bestehens von 1907 bis 1970 in Zollikon geschäftete. Die Firma genoss einen ausgezeichneten Ruf, wurde für ihre Plakate auch im Ausland prämiert. Genau diesen Plakaten gilt die Ausstellung, ich freute mich über Motive wie Swissair-Flugzeug, Riri-Reissverschluss, Pelikan-Fülli. Eine Markenparade war das. So richtig berührt war ich dann über ein Video – es zeigt ein halbstündiges Gespräch mit dem betagten Peter Friedli, der vor Jahrzehnten im Bender'schen Betrieb sein Handwerk lehrte und dieses mit Liebe und Akribie erläutert und auch erklärt, warum in seinem Beruf immer wieder mal Leute schwer erkrankten. Man gehe hin, die Ausstellung ist wirklich informativ.


Donnerstag, 21. Mai 2026

Aller guten Dinge sind drei, oder?

Die neue Passerelle im Bahnhof SBB in Basel.
Noch einmal die neue Passerelle, fotografiert, während wir auf sie zugingen.
Wusste ich gar nicht, hörte ich kürzlich zum ersten Mal: Der Bahnhof SBB in Basel hat seit wenigen Monaten eine dritte Passerelle über die Geleise – eine westliche, die zum Beispiel den französischen Bahnhof direkt erschliesst. Gestern, als wir auf den Zug ins Laufental auf Perron 20 umstiegen, nahmen wir einen etwas längeren Weg in Kauf, um die neue Passerelle  zu erkunden. Doch, eine gute Sache, fanden wir. Wobei ich später las, dass das 60 Millionen Franken teure Bauwerk wenig genutzt wird, was damit zu tun haben mag, dass in ihm keine Läden eingerichtet wurden. Mal schauen, wies weitergeht, vielleicht braucht es bloss mehr Zeit, bis die Bahnhofsbenutzer und -benutzerinnen sich umgewöhnen.

Mittwoch, 20. Mai 2026

Ein Schauspielerinnenleben

Dreimal Marilyn Monroe in Zürich.
Hatte Marilyn Monroe, 1926–1962, die Kontrolle über ihre Karriere? Oder wurde sie gesteuert und manipuliert? Gerade eben besuchten wir zu fünft die Immersivshow "Becoming Marilyn Monroe" in der Maag-Lichthalle in Zürich; digitale Projektionen stehen im Zentrum und lassen das kurze Leben der Schauspielerin aufflackern – mit klarer Tendenz zur Lesart, dass die Monroe immer wieder verkannt wurde und durchaus fähig war durchzusetzen, was sie wollte. Jedenfalls gegen das Ende ihres Lebens. Obs stimmt? Ich habe beschlossen, mir eine Biografie zu beschaffen.

Dienstag, 19. Mai 2026

Widmer kocht

Ich weiss, ich bin kein Foodfotograf. Aber jedenfalls war das einfache Gericht, das ich mir am Samstagmittag kochte, so fein, dass ich es hier gern teile samt meiner Aufnahme, die darunter litt, dass ich subito essen wollte, nicht fotografieren. Auf dem Markt in Zollikon hatte ich eingekauft, Spargeln unter anderem. Zuhause legte ich die Spargeln in eine Gratinform mit etwas Olivenöl, träuftelte Ahornsirup darüber. Fügte Peperoni bei. Gab das Ganze in den Ofen und legte nach einer halben Stunde noch Halloumi obendrauf, den ich zuvor mit Piri-Piri-Sauce und Zitronen mariniert hatte. Das Ganze schmeckte göttlich, ein Glas Weissen gönnte ich mir natürlich auch. Gut, ist die Spargelsaison noch nicht zu Ende, ich will das oder etwas Ähnliches noch einmal machen.