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Freitag, 20. März 2026

8 von 10

Der Weg von Olten zum Säli-Schlössli führt durch das Müliloch.
Blick über die Mauern der Alt-Wartburg zum Säli-Schlössli.
Blick zurück: die Aare und hinten die Kirche und die Festung Aarburg.
Fast oben: Widmers Schuhe auf dem Tuusigerstägli.
Die Aare, gesehen vom Born.
Deftiger Burger im "Astoria" in Olten.
Ich würde dieser Tour mit Anfang und Ende in Olten auf einer Zehnerskala glatt eine 10 geben. Oder, weil man aus Prinzip anspruchsvoll sein soll, eine 9. Wobei – als wir am Mittwoch wanderten, blies eine derart brutale Bise, dass ich ihretwegen noch einen Punkt abziehen muss. Also, eine 8. Ausser den Windböen, die uns schlottern liessen, war alles gut. Wir stiegen von Olten zum Säli-Schlössli auf (Eintrag von vorgestern), wärmten uns im Restaurant mit einem Tee wieder auf. Besuchten die benachbarte Ruine Alt-Wartburg, der Pfad zu ihr ist kettengesichert, der Blick in die Ferne, zu den Alpen etwa und Richtung Jura, atemberaubend. Danach hielten wir zur Festung Aarburg hinab, folgten anschliessend der Aare flussaufwärts bis zum Fuss des Tuusigerstäglis. Das kam hier auch schon vor, es führt schnurgerade die Flanke des Berges Born hinauf, begleitete früher ein Wasserdruckrohr, das heute nicht mehr da ist, und hat in Wahrheit 1150 Stufen. Auf dem Stägli war viel Betrieb, Leute rannten hinauf und hinab, da hat sich ein kleiner Kult etabliert, manche Personen machen die Treppe an ein und demselben Tag gleich mehrmals. Uns reichte einmal, oben waren wir, oder zumindest ich, ziemlich geschafft. Hart an der Kante des Born zogen wir im Folgenden hinab nach Olten und gönnten uns im "Astoria" warme Kost. Die Bise hätte nicht sein müssen, ansonsten war das eine sehr ergiebige Unternehmung, fanden wir dort.
5 Stunden. 715 Hm aufwärts, 705 Hm abwärts.

Donnerstag, 19. März 2026

Tobis drei Wochen

Tobias Renggli und ich beim Käfelen in Zürich.

Vor einigen Wochen traf ich in Zürich in einem Café einen jungen Mann, die Serviererin fotografierte uns beide mit meinem Handy. Jetzt ist in der "Schweizer Familie" mein grosses Gespräch mit Tobias Renggli, 23, erschienen, auf die Titelseite hat er es auch gebracht. Der Luzerner, Student an der ETH und Leistungssportler, hat sich in der Outdoorszene einen Namen gemacht mit originellen Leistungen. Zum Beispiel absolvierte er in nur drei Wochen eine verrückte Velo-Berg-Tour, fuhr durch die ganze Schweiz und besuchte die höchsten Punkte aller Kantone. Alles nur mit der eigenen Körperkraft, oft schlief er bloss zwei Stunden und stieg dann wieder aufs Velo, auf dem er auch alles Material mitführte. Ah ja, noch dies: So nebenbei testete er auf jedem Gipfel ein Gipfeli, das er unten im Ort gekauft hatte. Denn Tobi ist kein bierernster Typ, sondern ein Schalk. Dafür mag ich ihn besonders. Meinen Respekt hat er sowieso.

Mittwoch, 18. März 2026

Wo Mosimann waltete

Hübsche Fantasie: das Säli-Schlössli bei Olten.
(Foto: Uwelino/Wikicommons)
Schönes Wetter, ich freue mich. Heute legen wir im Gebiet Olten-Starrkirch-Aarburg eine grosse Schleife ins Gelände. Zu Beginn steigen wir von Olten zum Säli-Schlössli auf, einem Ausflugsrestaurant, das von weitem sichtbar ist und Anfang der 2000er-Jahre besonders bekannt war, als dort der Spitzenkoch Anton Mosimann kochte. Der Bau wurde ohne Rücksicht auf archäologische Verluste vor 155 Jahren auf eine Burgruine gepfropft – das Schlössli sieht wunderbar aus, ist aber völlig geschichtsfrei, es ist eine romantische Fantasie des 19. Jahrhunderts. Und noch etwas: Seinen Namen verdankt das Säli-Schlössli einer Feuerwächterdynastie, die hier oben einst nach Bränden Ausschau hielt, als es das Restaurant noch nicht gab. Die Familie hiess Sali.

Dienstag, 17. März 2026

Wanderung mit Kiebitz

Am Samstag wanderten wir bei kaltem und nassem Wetter durch das Zürcher Weinland. Dreieinhalb Stunden brauchten wir – reine Gehzeit – für die Strecke von Ossingen via Oerlingen und Marthalen nach Rheinau. Hier fünf Fotos von unterwegs.

Schwer lesbar, der Gedenkstein in zwei Sprachen beim Husemersee. Er erinnert
an den Serben Marko Orlovic, der mit anderen Internierten des Zweiten Weltkriegs
hier Torf stach. Am 26. August 1943 wollte er sich im See abkühlen und ertrank dabei.

Ein Feuchtgebiet kurz vor Oerlingen. Die Ornithologin
liess auch uns durch ihr teures Fernrohr spähen. Wir
sahen Kiebitze, die im Ried ihre Nester hüteten.
Das Bistro Oerlingen war eigentlich noch zu. Die Wirtin sah uns durch die Scheibe,
öffnete, so kamen wir zu einem Tee. Sie erwarte nächstens 30 Leute zu einem
Jassturnier, erzählte sie uns. Und: In wenigen Wochen schliesse sie das Bistro.
In Marthalen lebte im 17. Jahrhundert der steinreiche Pankraz Toggenburger
in einem schmucken Haus, dem "Schneggen-Geheuss". So nebenbei
liess er damals auf dem Guggenbüel dieses barocke Rebhäuschen bauen.

In Rheinau gabs einen späten Zmittag. Im "Augarten" wirten zwei Schwestern.
Appenzellerinnen. Und so kamen wir zu Appenzeller Chäsfladen. (Foto: Ronja)

Montag, 16. März 2026

Schnörrli, Schwarte, Schwänzli

Bei Weissbad AI zweigt ein so langes wie enges Tal ab, gesäumt auf der einen Seite von Bergen wie dem Schäfler und auf der anderen von der Hügelkette Richtung Kronberg. Weit hinten in der Triebern, wie das Tal heisst, weil es hier im Mittelalter genau drei Bauernhöfe gab, steht das Gasthaus Lehmen. Ein beliebter Ort, in dem seit vielen Jahren das Ehepaar Müller wirtet und ich – mit der Familie – seit vielen Jahren einkehre. Gestern war im "Lehmen", von dem ich hier auch schon erzählte, Metzgete, was da auf den Tisch kam, weitete so manchen Bauch. Voll war die Gaststube, voll die Nebenstube, man ass, man trank nach Kräften, Vegetarier hätten den Anblick nicht ausgehalten. Und das Beste daran: Draussen war es so richtig kalt, was natürlich zu einer Metzgete passt. Ich denke, der Winter wird heute schon wieder entschwinden. Gestern war er noch einmal voll da und verlieh meinem Kalorienausflug eine fast unwirkliche Note.
Schlachtteller. Was man nicht sieht: Die Wirtin schaute
regelmässig an den Tischen vorbei und offerierte 
weitere Fleischteile wie Schnörrli, Schwarte, Schwänzli.

PS: Mehr von der Wanderung durch das Zürcher Weinland morgen.

Sonntag, 15. März 2026

Ihr armen Blumen

Gestern Mittag im Zürcher Weinland. Ich nehme an,
mittlerweile frieren die Blüemli im Schnee.
Gestern, das war der Tag des Absturzes, die Temperatur fiel Stunde um Stunde. Als wir am Vormittag in Ossingen ZH loszogen, wars einigermassen mild. Stunden später, als wir am Nachmittag von  Rheinau, ebenfalls ZH, heimfuhren, fühlte sich die Luft unangenehm eisig an. Und hatte es zuvor geregnet, begann es nun zu schneien. Nennen wirs einen Rückfall in den Winter, ich denke, der Frühling ist bloss für wenige Tage ausser Kraft gesetzt. Wenn mir gestern jemand leid tat, dann nicht unser Fünfergrüppli. Sondern die Blumen, die mittlerweile vermutlich im Schnee frieren. Morgen erzähle ich mehr von unserer Tour. Heute geht es übrigens an eine Metzgete im Appenzellerland. Ich glaube, ich werde kältehalber etwas Fettiges essen, so ein Widmer will ordentlich beheizt sein.

Samstag, 14. März 2026

Das Rätsel des Dreiecks

Oben links rot markiert das Steital. Unten rechts
St. Niklaus im Mattertal zwischen Stalden und Zermatt.
(Schweizmobil, Screenshot)
Eine dreieckige Trockensteinmauer von zwei Metern Höhe, die eine Fläche von nicht einmal 400 Quadratmetern fasste und recht gut erhalten ist. 14 leichte Unterstände fanden sich auf dem Areal, vermutlich waren es bloss Zelte; direkt an der Mauer platziert waren sie, so dass die Bewohner einigermassen gegen Wind und Wetter geschützt waren. 50 bis 70 Soldaten dürften sich an diesem Ort aufgehalten haben, ob sie das nur in einem bestimmten Jahr taten oder mehrere Jahre hintereinander, wissen die Fachleute vom Amt für kantonale Archäologie nicht oder noch nicht, diesen Sommer soll die Erkundung der Festung weitergehen, die letztes Jahr begann. Um römische Legionäre geht es, die in den Jahrzehnten vor Christi Geburt an diesem abgelegenen und unwirtlichen Ort im Kanton Wallis, im Steital, auf 2600 Metern, hoch über St. Niklaus, Dienst taten. Was genau sie im Auge hatten, was genau sie kontrollierten, was genau sie ermöglichen oder verhindern sollten, ist bisher unklar. Das Steital liegt in einem Felskessel unterhalb des Steitalhorns; das Archäologenteam musste jeweils mit dem Schlafsack und Proviant anrücken; in einem Tag hin und zurück und dazwischen noch messen und graben – das wäre nicht gegangen. Mal schauen, wie es weitergeht und was man herausfindet, das hier Dargelegte las ich vor einigen Tagen im "Walliser Boten",  hier ist der Artikel als PDF abrufbar.