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Dienstag, 16. Juni 2026

Zürcher Direttissima

Die Schlüsselpassage vor der Claridahütte. Der Fels ist abgewetzt und rutschig.
Die Claridahütte hatte ich mir heimeliger vorgestellt.
Huch. Ein Fixseil am Uetliberg? Es hilft über die – wenigen – besonders schwierigen Meter der Direttissima, die vom Friesenberg-Quartier via die Rossweidliegg und die Claridahütte zum Fernsehturm gleich beim Gipfel führt. Auf der Karte ist dieser ruppige Weg mit bis zu 60 Meter hohen Tritten, der bei Nässe garantiert gefährlich ist, gestrichelt eingezeichnet. Nachahmung auf eigene Gefahr. Ich hatte eine kundige Begleitung, Karin und Martin, die im Friesenberg wohnen und den Uetliberg und dessen Flanken auf immer neuen Pfaden erkunden. Allein wäre ich auf die Prickelroute auch gar nicht gekommen.
Den Zürichsee zu Füssen: auf dem Uetliberg.

Montag, 15. Juni 2026

Zwei Türme

Das Restaurant Baldegg bei Baden und sein Aussichtsturm.
In der Art-brut-Ausstellung im Restaurantturm hängt dieses Bild, das das Restaurant zeigt.
Mein Zmittag.
Als wir am Mittwoch vom Bahnhof Mellingen-Heitersberg via Birmenstorf nach Baden wanderten, kamen wir auch auf der Baldegg vorbei. Dort gibt es ein vorzügliches Ausflugsrestaurant dieses Namens, das der Stadt Baden gehört; der Zmittag – ich hatte eine Maispoulardenbrust an einem Morchelsösseli – schmeckte. Bemerkenswert, dass es auf der Baldegg gleich zwei Türme gibt:

  • Der eine Turm ist Teil des Restaurants Baldegg, das 1837 erbaut wurde; der Turm, der 12 Meter hoch ist und den Gästen Aussicht verschafft, wurde 1905 hinzugefügt. Wir bestiegen ihn natürlich und durchschritten dabei so nebenbei eine Art-Brut-Ausstellung im Treppenhaus. 
  • Der andere Turm steht drei Gehminuten entfernt im Wald und ist mit 38 Metern wesentlich höher. 1985 erstellt, dient er als Reservoir, 200 Kubikmeter Wasser fasst dieses. Das grandiose Rundpanorama zuoberst auf dem Wasserturm ist somit bloss ein Nebenprodukt. Ein erfreuliches, fanden wir.
    Der Wasserturm auf der Baldegg.
    Auf dem Wasserturm. Hinten links der Mitte die Lägern.

Sonntag, 14. Juni 2026

Abwechslung im Aargau

Mal von unten betrachtet: die Brücke über die Reuss
an der Bahnlinie Olten–Lenzburg–Zürich
Fresken von 1440 in Birmenstorf.
In Birmenstorf macht man Wein.
Am Mittwoch wanderten wir vier Stunden, machten dabei je circa 400 Höhenmeter auf- und abwärts. Also nichts wirklich Anstrengendes. Wir starteten am Bahnhof Mellingen-Heitersberg, hielten hinab an die Reuss und folgten ihr bis Birmenstorf. Alsbald ging es aufwärts. Wir durchquerten das Dorf, schauten uns in der Freskenkapelle ebendiese verblichenen Fresken aus dem 15. Jahrhundert an, stiegen im Folgenden auf zur Baldegg mit dem gleichnamigen Ausflugsrestaurant. Zmittag, gemütliche Stimmung, lustige Tischgespräche.  Dann, derweil es zu tröpfeln begann, visierten wir via die imposante Ruine Stein Baden an. Dort waren wir uns am Ende einig: Diese Aargauer Unternehmung war abwechslungsreich. Kurzweilig.
Eines der letzten Fotos der Wanderung: Blick von der Ruine Stein auf Badens Bahnhof.

Samstag, 13. Juni 2026

Der Kläranlagengott


Wir kommen nicht von der Antike los. Was als Kompliment gemeint ist: Griechenland, später Rom haben ein Bilderreservoir kreiert, einen Schatz an Figuren, Mythen, Geschichten, der nach zwei Jahrtausenden noch da ist und wirkt. Eben erblickten wir in der Nähe des Bahnhofs Mellingen-Heitersberg AG an der Reuss die regionale ARA, die jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen Abwasser reinigt. Und was sahen wir da an der Fassade des Gebäudes beim Eingang? Poseidon, bärtig, wilde Haare, Schuppenunterleib und Fischflossen, Dreizack in der Hand. Seit 1600 vor Christus bezeugt, ist der Meeresgott bis heute eine Macht geblieben.

Freitag, 12. Juni 2026

Romanoff an der Töss

An der Töss wanderte es sich schön.
Die Speisekarte ist schon da, das Gegenüber noch nicht.

Mmmmm, der war gut.
Lang war diese Wanderung am letzten Sonntag nun wirklich nicht. Ich hatte bloss Lust, mich vor der Zmittagsverabredung in Rikon im Tösstal ein wenig zu bewegen. Eine Stunde brauchte ich für die Strecke vom Bahnhof Sennhof-Kyburg via Kollbrunn nach Rikon und fand die Landschaft schön. Saftig grün. Am Ziel gabs in der "Traube", einem italienisch ausgerichteten Restaurant, einen sehr guten Zmittag – zuerst ein Cordon bleu, dann ein Coupe Romanoff. Jawohl, schon wieder einer. Die Romanoff-Saison ist auf dem Höhepunkt.

Donnerstag, 11. Juni 2026

Das "Kreuz" ist auferstanden

Das noch unrenovierte "Kreuz" am ersten Tag des Jahres 2023.
Damals lag kein Schnee, sodass wir problemlos auf den Napf gelangten.
Eine gute Nachricht: Das Hotel Kreuz, das man getrost als Seele von Romoos LU bezeichnen darf, ist wieder offen. Die umfassende Renovation des 120-jährigen Baus war dringend notwendig, aber teuer – sie kostete sechs Millionen Franken. Und dauerte knapp ein Jahr. Eine Million Franken gaben Private, den Rest die öffentliche Hand, schön, geht es weiter mit diesem gastlichen Haus unter Denkmalschutz, in dem die Napfwanderer und -wanderinnen absteigen und die Leute aus dem Dorf sich treffen. Ich freue mich auf den nächsten Besuch im "Kreuz", in dem ich schon einige Male eingekehrt bin. 

Mittwoch, 10. Juni 2026

Der Tomasee rückt weiter weg

Der Tomasee, "Lai da Tuma" auf Rätoromanisch, ist ein beliebtes Wanderziel. Als wir ihn
letzten August besuchten, gabs mit dem Bergweg vom Oberalppass her noch kein Problem. 
Plant jemand eine Wanderung zum Tomasee, der als Quelle des Rheins gilt? Achtung, da gibts etwas Wichtiges zu beachten: Der Bergwanderweg vom Oberalppass zum See ist wegen eines Bergsturzes gesperrt. Wer die signalisierte Umleitung nimmt, braucht – hin und zurück – gut zwei Stunden länger.