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Mittwoch, 3. Juni 2026

Das Klatsch-Experiment

Der Klatschmohn blüht. Knallrot steht er in den Wiesen. Ich muss ihm einfach diesen Eintrag widmen. Mein Foto stammt vom Mittwoch, es ist bei Wangen aufgenommen, einem Weiler unweit der Forch in der Gemeinde Küsnacht ZH.

PS: Etwas muss ich noch loswerden zum Klatschmohn. Er heisst offenbar so, weil die Blütenblätter ein klatschendes Geräusch machen, wenn sie im Wind aneinanderschlagen. Das deutsche "Naturparkmagazin" schlägt folgendes Experiment vor, für das man freilich ein Blütenblatt ausreissen muss: Mit Daumen und Zeigefinger der einen Hand, indem sich die zwei Fingerspitzen berühren, einen Kreis bilden. Das Loch mit dem Blütenblatt belegen und mit der Fläche der freien Hand darauf schlagen. Es klatscht. Lese ich. Ausprobiert habe ich es nicht.

Dienstag, 2. Juni 2026

Hohe Alp, tiefe Alp

Beliebtes Ausflugsziel an der Zürcher Goldküste: die "Blüemlisalp".
Mein später Zmittag.
Man ist hier wirklich auf einer Alp.
Gastliche Häuser namens "Blüemlisalp" gibts hierzulande mehrere. Hier seien zwei erwähnt, die ich schon besuchte. Da ist zum einen die Blüemlisalphütte im Berner Oberland auf einer Höhe von 2834 Metern gleich beim Pass Hohtürli; ich kann mich bestens erinnern, wie wir vor sechs Jahren hinaufkeuchten und oben etwas tranken. Zum anderen ist da die wesentlich leichter erreichbare Wirtschaft Blüemlisalp. Sie findet sich in Herrliberg ZH auf 594 Metern über Meer. Gestern arbeitete ich nur am Vormittag, am Nachmittag wanderte ich; ich zog von der Forch hinab nach Erlenbach, was gut zwei Stunden dauerte. Natürlich stoppte ich unterwegs bei der Blüemlisalp und kehrte ein. Sie ist übrigens – kein Witz – eine richtige Alp, auf der Rinder gesömmert werden. Die geniessen das milde Goldküstenklima garantiert.
Ein Foto von 2020: kurz vor dem Hohtürli.

Ebenfalls 2020: die Blüemlisalphütte des SAC beim Hohtürli.

Montag, 1. Juni 2026

Tierfriedhof zu verkaufen

Der Eingang zum Tierfriedhof von Läufelfingen.
Vor neun Jahren porträtierte ich in der "Schweizer Familie" Marlies Mörgeli, die in Läufelfingen BL 2001 einen Tierfriedhof gegründet hat. Kürzlich nun las ich auf srf.ch, dass Frau Mörgeli altershalber die Anlage verkaufen will, sie geht gegen die 70 und ist mit dem Betrieb zunehmend überfordert. Man könne von ihm leben, werde aber nicht reich, sagt sie. Wieviel man aufwerfen muss, um Besitzer bzw. Besitzerin eines Tierfriedhofs zu werden, steht da nicht.

Sonntag, 31. Mai 2026

Ein Novellenstoff

In der Ruine Gilgenberg.
Das Gemäuer von aussen.
Gestern erwähnte ich die Ruine Gilgenberg im Solothurnischen, bei der ich am Mittwoch vorbeischaute, nachdem ich auf die Portiflue gestiegen war. Fünf Dinge möchte ich zu dieser Ruine nachschieben:

  1. Gilge ist wie Ilge ein altes Wort für Lilie.
  2. Die Lilie war das Wappenzeichen der Herren von Ramstein, denen die Burg Gilgenberg einst gehörte. Dasselbe Lilien-Motiv findet sich heute im Ortswappen von Zullwil, dem Dorf am Fuss der Burg.
  3. In Zullwil gibt es ein Restaurant, das nach der Burg benannt ist. Im "Gilgenberg" ass ich nach meiner Wanderung gut: ein pikantes Gazpacho und dann ein Schweinssteak mit Café-de-Paris-Sauce und Pommes frites.
  4. Bei meiner Burgvisite fand ich, dass die Ruine ein wenig dem Römer Kolosseum gleicht. Kann man das nachvollziehen?
  5. Eine finstere Geschichte aus dem 15. Jahrhundert: Der letzte Freiherr von Ramstein, das war Rudolf von Ramstein. Seine Frau verliess ihren chronisch untreuen Mann nach zehn Jahre Ehe. Das Paar hatte drei Töchter. Die ältere heiratete in eine andere Adelsfamilie ein. Die beiden jüngeren fanden keine geeigneten Freier und liessen sich darum von Bauernburschen entführen. Das endete schlimm: Die Burschen wurden enthauptet. Die eine Tochter wurde in ein Kloster gesteckt, wie es mit der anderen weiterging, ist nicht bekannt. Klingt das nicht wie ein Novellenstoff?
    Mein Zullwiler Zmittag.

Samstag, 30. Mai 2026

Die doppelte Fluh

Auf dem südlichen Gipfel der Portiflue. In der Tiefe das Dorf Zullwil.
Die Ruine Gilgenberg vom Südgipfel aus betrachtet.
Die Brücke auf dem Weg zum Nordgipfel der Portiflue.
Die Portiflue von der Ruine Gilgenberg betrachtet.
Aus dieser Warte sieht man den Spalt in der Flue.
Stellt man sich in Nunningen im Schwarzbubenland hin und schaut gegen Süden, hat man die Portiflue vor sich. Sie ist mit 876 Metern über Meer kein hoher Berg, aber doch ein imposanter, aus dem Grün blecken senkrechte Kalkwände. Am Mittwoch stieg ich von Nunningen via Chäppeli auf die Flue. Ich fand dabei heraus, dass sie zwei Gipfel hat, die durch einen Spalt getrennt sind; eine kurze Brücke über den Abgrund macht es möglich, beide höchsten Punkte zu besuchen. Von der Portiflue stieg ich ab zum Ibach, passierte die Ibachfälle, die leider praktisch wasserlos waren, und hielt via die Ruine Gilgenberg hinab nach Zullwil. Dort gabs einen Zmittag, womit diese Wanderung nach zweieinhalb Stunden (405 Höhenmeter aufwärts, 450 Höhenmeter abwärts) auch schon am Ende war – gut so, denn der Nachmittag wurde dann brutal heiss.

Freitag, 29. Mai 2026

Frisch und fröstelig

Am Gattikerweiher.
Der nahe Waldweiher ist grösser, aber ebenso lauschig.
Abstieg nach Horgen.
Braucht jemand Kühle? Am Pfingstmontag war ich in Horgen zum Zmittag im "Olivo" verabredet, einem italienischen Restaurant am Bahnhofplatz. Ich fuhr morgens ins Sihltal, stieg bei der Gattikerhöhe oberhalb von Gattikon aus dem Bus und lief los. Halb zehn Uhr, himmlisch kühle Luft, mich fröstelte im Schatten leicht. Im Folgenden passierte ich gleich zwei schöne Gewässer, den Gattikerweiher und den benachbarten Waldweiher. Danach lief ich mehr als eine Stunde im Wald Richtung Südosten und blieb dabei stets auf der Seite des Sihltals, bis ich schliesslich auf der Höhe von Horgen-Oberdorf doch über den Hügelkamm auf die Seite des Zürichsees wechselte. Ein kurzer, brutal steiler Abstieg, dann war ich in Horgen. Zu früh, weshalb ich mir im "L'O" direkt am See vor dem eigentlichen Zmittag einen Apero gönnte. War eine erfrischende Unternehmung.

Strandfeeling im "L'O" in Horgen.

Donnerstag, 28. Mai 2026

Entwertet

Beim Chräzerenpass. Die Passhöhe ist mehr oder 
minder bewaldet, man sieht nicht viel.
Ein Wort noch zum Chräzerenpass, bei dem wir am Pfingstsamstag vorbeikamen, kurz bevor unsere Wanderung auf der Schwägalp endete. Er ist der Prototyp eines Passes, den eine modernere Verkehrsverbindung entwertet hat. In diesem Fall ist das die Schwägalpstrasse, die 1935 gebaut wurde, um die neue Schwebebahn von der Schwägalp auf den Säntis zu erschliessen. Zuvor war der Kulminationspunkt des Überganges von Urnäsch AR nach Nesslau SG einen Kilometer westlich der heutigen Schwägalp-Passhöhe platziert; der Chräzerenpass eben, 1267 Meter über Meer. "Chräzeren" bezeichnet übrigens ein Gebiet mit Rinnen und Engstellen.