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Mittwoch, 6. Mai 2026

Riggenbachs Leistungen

Wer hat das Zahnrad erfunden? Wir Schweizer. Wer genau? Nicolaus Riggenbach, Ingenieur. Wobei wir das mit der Schweiz gleich wieder relativieren müssen: Riggenbach, Jahrgang 1817, wurde im Elsass geboren. Er verlagerte sich aber in unser Land, wurde Chef der Centralbahnwerkstätten Olten und Oltner Ehrenbürger, ist auch in Olten begraben. An vier seiner Leistungen sei erinnert:

  • Riggenbach konstruierte Eisenbahnbrücken und Dampfloks in jener Zeit, als das Eisenbahnwesen auch in unserem Land erblühte.
  • Riggenbach erfand das Zahnrad mit, seine Version trug den Namen "System Riggenbach".
  • Riggenbach war massgeblich beteiligt an der Lancierung der Vitznau-Rigi-Bahn, die 1871 losfuhr.
  • Riggenbach war Mitglied im "Säli-Club", der den Bau des Säli-Schlösslis auf einer Bergkuppe hoch über Olten in die Wege leitete. 1870 wurde es erstellt. Im Schlössli-Restaurant steht denn  auch die hier abgebildete Büste (Foto: Ronja), die wir unlängst bei der Einkehr erblickten.

Dienstag, 5. Mai 2026

Bratwurstrecherche

Samstags um 17 Uhr auf dem Sälischlössli.
Für die "Schweizer Familie" schreibe ich nächstens einen – eher bescheiden dimensionierten – Artikel über das, was man in und um Olten so unternehmen und erleben kann. Daher die Führung durch die Festung Aarburg, an der ich am Samstag teilnahm, von ihr habe ich ja gestern erzählt. Anschliessend stieg ich mit meiner Begleiterin auf zum Sälischlössli, es muss natürlich zwingend in den Bericht, in Olten hat man es permanent vor Augen. Diesmal assen wir anders als bei der Visite vor wenigen Wochen auch, sodass ich im Artikel faktengestützt sagen kann: Die bereiten dort oben im Schlössli eine hervorragende Angusbratwurst zu. Bio ist sie auch.

Montag, 4. Mai 2026

Trepplein auf, Trepplein ab

Eine von vielen Treppen in der Festung von Aarburg AG.
Die Festung beim Anmarsch vom Bahnhof Aarburg-Oftringen. Hinten der Hügel Born.
Wer die Festung Aarburg in der Vertikalen erkunden möchte, muss fit sein. Treppe folgt auf Treppe, bis man schliesslich doch ganz oben unter dem Dach steht. Schon im 12. Jahrhundert gab es auf dem Felssporn über der Aare, die an diesem Ort durch eine Klus kurvt, eine Burg. In ihr lebten Ritter, Landvögte, Verwalter; die Berner quartierten hier lange Gefangene ein, auch hochrangige politische. In der Gegenwart leben im Wohntrakt der Festung Jugendliche und junge Männer, die straffällig geworden sind. Von ihnen bekamen wir nicht viel mit, als wir am Samstag an einer etwas mehr als zweistündigen Führung teilnahmen. Einzig als wir im Innenhof standen und darauf warteten, dass es losging, kam immer wieder mal von oben ein Gegenstand – harmlose Ware, Plastikdeckeli und Ähnliches – geflogen. Offenbar können sich die Insassen, die ausschliesslich männlichen Geschlechts sind, nicht für die Touristinnen und Touristen erwärmen. Jedenfalls lohnt sich die Führung, dies ist eine Wucht von Bau, als wir wieder unten waren, hatten wir viel erfahren. Obwohl wir doch nur einen Teil der Räume gesehen hatten – und beileibe nicht alle Treppen benutzt.
Der Sodbrunnen ist 44 Meter tief.

Zu Beginn der Führung. Am Ende gingen wir über die stillgelegte rote Zugbrücke.

Blick auf Aarburgs rührend kleine Altstadt und auf die Aare vom Turm der Festung.

Sonntag, 3. Mai 2026

Himmlischer Säntis

Derzeit nur zu Fuss erreichbar: der Säntis. Rechts im Bild
das Berggasthaus Alter Säntis. (Foto: Daniel Kraft / Wikicommons)
Der  Säntis ist nun also seit Anfang Mai bloss zu Fuss erreichbar, die Seilbahn wird neu gebaut und verkehrt erst im Spätherbst wieder. Gestern fragte ich mich, was das bedeutet, falls ich den bahnlosen Berg besteigen möchte. Muss ich am gleichen Tag hinauf und hinunter, was eine monströse Strapaze wäre? Oder muss ich das Zelt mitschleppen, das ich nicht einmal besitze? Aber nein. Das Berggasthaus Alter Säntis ist derzeit zwar noch zu, wird aber öffnen. Wann genau, steht auf der Homepage nicht, da ist die Rede von einer "verkürzten Sommersaison". Immerhin. Sicher wäre es ein Erlebnis, den Säntis einmal rummelfrei zu erleben. Himmlisch muss das sein.

Samstag, 2. Mai 2026

Baumpersönlichkeiten

Der Buchene Stumpen. 
Dass altehrwürdige Bäume geschützt, gepflegt, ja gar verarztet werden, kommt vor. Die sogenannte Hodler-Linde beim Aussichtspunkt Finel oberhalb von Leissigen BE zum Beispiel ist mit Kronensicherungen stabilisiert, die vom Spezialisten regelmässig kontrolliert werden. Und der Chêne des Bosses oder auch Chêne millénaire in Châtillon JU wurde einmal versehentlich in Brand gesteckt, eine verletzte Stelle am Stamm ist seither mit Schindeln verkleidet, was aussieht wie Täfer. Am Mittwoch kamen wir in der Nähe des Schwarzen Steins, wie der nördlichste Punkt der Schweiz heisst, auf deutschem Boden zum Buchenen Stumpen. Der ist keine Buche, sondern eine Eiche, brach 1955 auseinander und wurde danach saniert. 1988 stand schon wieder eine Rettung an, eindrücklich die Stützen und Klammern, die den Baum heute tragen und halten, der mehr als 500 Jahre alt sein soll. Bestimmte Bäume sind mehr als Pflanzen. Persönlichkeiten sind sie, die von den Menschen ihrer Umgebung geliebt werden. Und entsprechend umsorgt.

PS: Wer mehr zum Buchenen Stumpen wissen will: Hier gibt es Informationen. Sie sind nicht ganz deckungsgleich mit dem, was vor Ort auf der Infotafel steht.

Freitag, 1. Mai 2026

Der ist ja gar nicht schwarz

Der "Schwarze Stein" steht am nördlichsten
Punkt unseres Landes. Das Kürzel CS steht für 
"Canton Schaffhausen", B für "Bargen".
Der Grenzverlauf mit markantem Knick
ist oben auf dem Stein eingezeichnet.
Am Mittwoch machten wir den "Nordspitze Panoramaweg". Man könnte meinen, dass ein touristisches Produkt mit einem derart klingenden Namen viele Leute anzieht. Wir waren völlig allein. Und nun muss ich klären, von welcher Gegend ich erzähle: Im Kanton Schaffhausen waren wir unterwegs. Und im benachbarten Deutschland. Am Rand des Randen, wie das örtliche Juragebirge heisst. Vier Stunden dauerte die Rundtour ab Bargen SH, führte uns zuerst auf den Hoh Hengst, dann zum Klausenhof und weiter zum nördlichsten Punkt der Schweiz, dem "Schwarzen Stein". Der dortige Grenzstein datiert von 1839, ist aber eher grau als schwarz und einer von etlichen, die die Grenze zu Deutschland markieren. Am Schwarzen Stein, auch "Gatterstein" genannt, wurden einst Verbannte und Verbrecher aus dem Schaffhausischen in die Fremde abgeschoben. War ein früherer Stein schwarz? Kann sein. Eine halbe Stunde später kamen wir in das deutsche Minidorf Neuhaus. In der vormaligen "Krone", nun ein Chinarestaurant, assen wir gut und fühlten uns wohl. Es folgte der Schlussteil: Ungeheuer aussichtsreich ging es, bevor wir nach Bargen abstiegen, über eine Hochfläche mit grossem Blick in den Hegau und zur Schwäbischen Alb. Doch, dies ist wirklich ein Panoramaweg, die Bezeichnung passt. Schön, hatten wir ihn ganz für uns.

Weite Landschaft beim Schwarzen Stein.

Zmittag im "Tian-Fu" im Minidorf Neuhaus am Randen (D):
Ente an einer sehr scharfen Currysauce. (Foto: Ronja)

Blick zurück auf Neuhaus, wo wir assen.

Donnerstag, 30. April 2026

Genfer Frühling

"Der Frühling ist da!": offizielles Genfer Communiqué vom 5. März dieses Jahres.
Der Sautier – es kann auch eine Frau sein – steht dem Generalsekretariat des Genfer Kantonsparlaments vor. Eine witzige Pflicht, die zu diesem an sich ernsthaften Amt gehört, steht jeweils gegen Ende des Winters an. So circa ab Mitte Februar geht der Sautier täglich vor dem Regierungsgebäude zu einer bestimmten Rosskastanie. An ihr, dem Marronnier de la Treille, verfolgt er, wie frühe Triebe sich bilden, bis schliesslich das erste Blatt erscheint. Dieses Ereignis verkündet der Sautier in einer Medienmitteilung. Will heissen: Im Kanton Genf wird der Frühling behördlich festgestellt und vermeldet. Erwähnt wird dieses Kuriosum in der neuen "Schweizer Familie" im Rahmen einer grösseren Geschichte über die kleinen Überraschungen, die unser Land birgt. Ich habe diese nicht selber zusammengetragen, sondern einem neuen Buch entnommen.