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Mittwoch, 11. Februar 2026

Alpsteingetreide

Neuerdings eine Mühle: die Bürgerscheune in Nesslau SG.
Mehl aus der "Alpsteinmühle".
Abnehmerin der ersten Charge ist die Migros.
Die Verwandlung der rund 100-jährigen Bürgerscheune am Rand von Nesslau im Toggenburg war aufwändig und mit viel Fronarbeit verbunden; die "Schweizer Berghilfe", deren Medienmitteilung mich gestern auf das Projekt aufmerksam gemacht hat, half mit einem Beitrag von 50'000 Franken. Schon seit einigen Jahren bauen Mitglieder des Vereins "Alpsteinkorn" im Raum Säntis wieder hochwertiges Berggetreide an. Ein Problem, das sich vorerst stellte: Das Getreide konnte nicht im Berggebiet verarbeitet werden, in dem es wuchs. Eine 2023 gegründete Genossenschaft hat es nun zustandegebracht, besagte Bürgerscheune zu erwerben und zur Mühle umzurüsten. Im November liefen die Maschinen das erste Mal, und das gleich für einen Grossauftrag, Mitte Januar ging die erste Charge Ruchmehl aus der "Alpsteinmühle" an die Migros Ostschweiz. Was mich grad motiviert, bei meinem nächsten Besuch in der Region mal in St. Gallen oder Teufen zu schauen, ob ich das Mehl dort finde.

Dienstag, 10. Februar 2026

Migroswandern

Einer der Veranstaltungsorte: der Schwarzsee.
Eben ging mir das Programm von "Migros Hiking Sounds" zu. Die unter diesem Namen zusammengefassten Events finden heuer vom Frühsommer bis zum Herbst statt unter anderem in Schwarzsee FR, Airolo TI, Wildhaus SG und Gstaad-Schönried, mit dabei sind Musikerinnen und Musiker wie Bastien Baker,  Linda Fäh, Kunz, Vanessa Mai. Die Sache geht so: Man kauft sich das Ticket für einen bestimmten Tag und eine bestimmte Route. Zieht vom Startpunkt los und bekommt nach der Hälfte des Weges bei einem Grillplatz ein erstes Mal Live-Sound serviert. Am Ziel dann gibts später ein grosses Freiluft-Konzert. Kannte ich gar nicht, den Anlass. Ist er etwas für mich? Eher nicht, ich mag meine Wanderungen ruhig.

Montag, 9. Februar 2026

Aargauer Kurzfrühling

Das Pferd von Möhlin.
Schloss Beuggen am deutschen Rheinufer.
Der Rhein in Rheinfelden.
Mein Zmittag: Forellenfilets mit
Stangensellerie und Kartoffelstampf.
Soll man es wandern nennen? Ich hatte am Samstag nur ein Ziel, als ich nach einem Blick auf die Wetterkarte ins Fricktal reiste: die Sonne sehen. Das gelang nicht von Anfang an, es dauerte am Vormittag ein Weilchen, bis das Licht sich so richtig durchgesetzt hatte. Wie blau der Fluss dann plötzlich war. Ah ja, vielleicht sollte ich die Route benennen: von Möhlin hinab zum Rhein und an seinem Ufer, mal in geringer Entfernung, mal ganz nah, nach Rheinfelden. Dort gönnte ich mir nach zweieinhalb Stunden forschen Gehens einen Zmittag im "Park-Hotel" und fuhr alsbald zufrieden wieder heim mit dem vagen Gefühl, kurz mal im Frühling gewesen zu sein.

Sonntag, 8. Februar 2026

Dutti und die Tanks

Nichts ist mehr zu sehen von den unzähligen Tanks, die in dieser
Wiese am Rhein bei Tössriederen ZH im Boden versenkt waren.
Vor gut 70 Jahren spekulierte Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler. Die Schweiz werde am Rhein bei Eglisau einen Industriehafen anlegen, sodass Lastschiffe von der Nordsee via Basel bis hierhin, ins Zürcher Unterland, fahren könnten. Wähnte er. Und liess ab 1957 in Tössriederen bei Eglisau am Fluss ein riesiges Tanklager anlegen mit unzähligen unterirdischen Tanks für total 40 Millionen Liter Heizöl und Benzin – schliesslich war die Migros mit ihrer "Migrol" dick drin in diesem Geschäft. Nun ja, der Hafen wurde nie gebaut, Lastwagen trugen den Treibstoff heran, der im Kalten Krieg als strategische Reserve für die Schweiz gedacht war. Bis die Migros 1978 die Anlage stilllegte und verkaufte. Später kam es zum Rückbau, der teuer war; heute gehört die Wiese, an der wir am Mittwoch auf dem Weg von Eglisau zur Tössegg vorbeiwanderten, der Pro Natura Zürich. Die lobt sie als "artenreich". Als wertvollen Lebensraum für Amphibien und Reptilien. Auch gut.

Samstag, 7. Februar 2026

Ein Dorf ohne Handyempfang? Wirklich?

Die Töss bei der Tössegg.
Der Wachturm bei der Tössegg entstand im vierten Jahrhundert nach Christus.
Den Bau als Ganzes und die frierenden Legionäre muss man sich dazudenken.
Super, im "Rorboz" haben sie "Sirocco"-Tee.
Die Sonne war am Mittwoch kurz mal im Himmel als blässliches Zitat ihrer selbst erahnbar, der Nebel hatte das Zürcher Unterland im Griff. Unsere dreieinhalbstündige Wanderung (355 Höhenmeter aufwärts, 265 abwärts) führte von Eglisau via die Tössegg und Rorbas hinauf nach Nussbaumen und dann hinab ins nahe Bülach, in das Nussbaumen eingemeindet ist. Schön, erfreulich, interessant, sympathisch war an der Route vieles. Zum Beispiel:

  • die Tössegg, wo die Töss in den Rhein mündet, und nachher der einsame Landstrich der Töss entlang flussaufwärts. Idyllisch war dieser Abschnitt.
  • die Mauerreste eines römischen Wachlagers bei der Tössegg. Es stammt aus der Spätantike und ist Teil einer ganzen Kette solcher Stationen, die den Übergriff der Germanen auf die Gebiete südlich des Rheins verhindern sollten. Was bekanntlich nicht gelang.
  • das Café Rorboz in Rorbas. Das Dorf kam uns trist vor. Verlocht. Im"Rorboz" fanden wir Wärme, die Frau, die uns bediente, war total freundlich. So haben wir Rorbas letztlich doch in guter Erinnerung.
  • der "Sternen" in Nussbaumen war eine Trouvaille. Das Dorf liegt oberhalb von Bülach ganz für sich in einem Geländekessel, es hat keinen Handyempfang, erstaunlich, dass es das noch gibt. Im "Sternen" kochen sie auch nachmittags warm. Und wirklich gut. Die Hacktätschli und insbesondere auch die Sauce sei einfach wunderbar, sagten die zwei aus dem Grüppli, die das bestellt hatten. Ich war mit meinem Schweinssteak und den schön breit geschnittenen Pommes frites sehr zufrieden. Nebel? Who cares.
    Noch zehn Minuten bis Nussbaumen. Hinten die Kämme des Randen.

    Mmmmm, Hacktätschli. (Foto: Ronja)

Freitag, 6. Februar 2026

Eglisau, das kannst du besser

Der Vorplatz des Bahnhofs von Eglisau ZH wirkt ein wenig verkommen, fanden wir am Mittwoch, als wir dort zu einer Wanderung starteten. Kurios kam uns die dreckige Tafel mit dem Hinweis auf den Defibrillator vor. Stellen wir uns vor, wir wären hier mit einer Person unterwegs, die sur place eine Herzkrise erleidet. Und dann sehen wir dieses Schild. Wo zur Hölle ist das Restaurant Rheinfels? Die roten Pfeile deuten in den Boden, was nicht sein kann. Vielleicht ist es am besten, gar nicht nach dem 300 Meter entfernten Defibrillator zu suchen und gleich die Notfallnummer 144 zu wählen. Die immerhin ist brauchbar.

Donnerstag, 5. Februar 2026

400 Millionen pro Minute

Nach dem kleinen Dorf Brütten ist der Brüttener Tunnel benannt.
(Foto: Abderitestatos/Wikicommons)
20 Minuten: So lange braucht man heute für die Fahrt von Zürich nach Winterthur auf der schnellsten Verbindung via Stadelhofen und Stettbach. In gut zehn Jahren, wenn der Brüttener Tunnel als Teil einer neuen Linienführung gebaut ist, sollen es noch 12 Minuten sein. Jede der 8 eingesparten Minuten kostet 400 Millionen Franken. Ein unglaublich teures Vorhaben ist das, wobei im Preis auch die Erneuerung bestehender Geleisinfrastruktur inbegriffen ist und der Umbau von Bahnhöfen wie Dietlikon und Bassersdorf. Der Brüttener Tunnel wird die Strecke zwischen den beiden grossen Zürcher Städten zu einer Metrostrecke machen – zu einer fantastisch effizienten Sache, wobei Fahrgäste nicht mehr viel von der Landschaft sehen werden, die meiste Zeit werden sie auf vier neuen Gleisen unterirdisch unterwegs sein. In der NZZ war vor kurzem ein Artikel, der das alles samt Vorgeschichte und Geografie brillant erläutert. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht Mitte Januar zwei Beschwerden abgeschmettert hat, können die SBB nun mit den Vorbereitungen loslegen.