Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Freitag, 21. August 2026

Luxus auf dem Titlis

Schöner Teller auf dem Titlis. (Foto: Ronja)

Die Steckdosen im teuren Restaurant sind spärlich und versteckt. Widmer sucht. (Foto: Ronja)
Der alte Sendeturm mit den neuen Querelementen.
Hitzeflucht war letzte Woche das Motiv des Ausflugs auf den Titlis. Der ist bis 2029 eine Baustelle, die neue Bergstation entsteht. Bereits vollendet ist seit wenigen Wochen die Ummodelung des 76 Meter hohen Sendeturms; die Basler Architekten Herzog & de Meuron haben ihm kreuzförmig zwei verglaste Stahlkörper sozusagen implantiert. Drei Dinge sind neu im Turm. Die Rolex-Boutique interessierte mich und meine Begleiterin weniger, immerhin schauten wir rein. Ergiebig fanden wir hingegen die Aussichtsplattform "Horizon Desk" ganz zuoberst. Die Aussicht ist uneingeschränkt und raubt den Atem; das Gleiche gilt für den Eintrittspreis, 19 Franken zahlt man. Attraktion Nr. drei im verwandelten Turm ist "Joseph's Restaurant". Dort ist gar nichts billig. Die Küche war aber auch fantastisch, ich hatte einen in Lärchenholz gebeizten Saibling, meine Begleiterin ein gereiftes Rindsentrecôte. Ob Luxusgastronomie die Bestimmung und Zukunft des Titlis ist: Das weiss ich nicht.
 
Ein Ausschnitt der Gebirgs- und Gletscherwelt rundum. (Foto: Ronja)

Ausländische Touristin mit einheimischem Restschneemann.

Donnerstag, 20. August 2026

Standseilbahn in Not

Hoch über dem Tal der Linth: ein entspannter Gast in Braunwald GL.
Das Dorf Braunwald im Kanton Glarus ist nur per Standseilbahn erreichbar. In den letzten Jahren lief es mit dem Tourismus nicht besonders, wozu auch die schneearmen Winter beitrugen; vor Wochen wurde bekannt, dass die Skilifte in der kommenden Kaltsaison nicht mehr fahren werden, Braunwald verabschiedet sich vom Skibetrieb. Mittlerweile ist klar, dass auch die Standseilbahn in Schwierigkeiten steckt, sie schreibt seit 2023 grosse Defizite. Diese Woche las ich, dass der Kanton einspringen muss, vorerst zahlt er 600'000 Franken, weitere staatliche Zuschüsse werden folgen. Denn ohne Standseilbahn ist Braunwald nun einmal tot.

Mittwoch, 19. August 2026

Vier Seen auf einen Streich

Das schönste Gewässer des Tages: der Seefeldsee, vom Abgschütz aus gesehen.
Abstieg vom Mittelpunkt der Schweiz Richtung Sachseln, der Anblick des Sarnersees motiviert.

Im letzten Eintrag erzählte ich vom Mittelpunkt der Schweiz auf der Älggi-Alp im Kanton Obwalden. Eigentlich wollte ich da gar nicht hin, als ich am Samstagmorgen auf Melchsee-Frutt früh startete. Mein Ziel war der Hochstollen, den ich vor mir hatte. Doch auf dem Abgschütz, einem Pass, fasste ich anderthalb Stunden später einen neuen Plan, dies schlicht darum, weil eine Riesengruppe junger Männer vor mir zum Hochstollen abbog. Auf dem Gipfel würde ich keine Ruhe finden, wusste ich und verspürte Unlust. Ich konsultierte den Abgschütz-Wegweiser, sah die Älggi-Alp als Ziel aufgeführt, voilà. Es folgte ein grober, wirklich sehr grober Abstieg zum Sachsler Seefeld durch eine geröllige Felsflanke: hohe Tritte, Ketten, Eisenbolzen halfen. Auf dem Seefeld wurde alles wieder leicht, und bald erreichte ich, eine Geländestufe tiefer, den Mittelpunkt der Schweiz. Was mich dort enttäuschte, habe ich gestern erzählt: Das Gasthaus war geschlossen. Mittlerweile wasserlos, trat ich den langen Marsch hinab nach Giswil oder Sachseln an; weil es gegen Westen zu nach Gewitter aussah, nahm ich nicht den Pfad durch das Tobel der Kleinen Melchaa. Zwei Stunden lang tippelte ich auf dem Strässchen, Autos fuhren praktisch keine vorbei. Ich fühlte mich schon ziemlich ausgetrocknet, als weit unten doch ein Auto kam und hielt. Ein junger Obwaldner lud mich auf, so fiel der Schluss meiner Wanderung komfortabel aus, in Sachseln rehydrierte ich im "Denner" – herrlich. Aber anstrengend war das durchaus gewesen: fast fünfeinhalb Stunden Gehzeit bei 430 Höhenmetern aufwärts und 1750 Höhenmetern abwärts. Und noch dies: Nicht zuletzt waren es die vier wunderbaren Seen und Seelein, die mir von dieser Route bleiben werden.
Zwei Stunden Hartbelag: das Strässchen, auf dem ich Richtung Sachseln marschierte.

Dienstag, 18. August 2026

Mittelpunkt geschlossen

Der touristische Mittelpunkt der Schweiz.
Das umlaufende Mäuerchen bildet die Umrisse unseres Landes nach.
Alles so schön flach hier: die Älggi-Alp.

O weh! Das Älggi-Gasthaus ist derzeit geschlossen.
Am Samstag erreichte ich, vom Sachsler Seefeld abgestiegen, die Älggi-Alp. Dort gibt es inmitten flacher Wiesenböden eine kleine Hügelkuppe; 1988 wurde sie als Mittelpunkt der Schweiz bestimmt, auch wenn dieser ganz genau genommen 500 Meter entfernt liegt – in den Felsbändern, die die Alp gegen Norden begrenzen. Auf der Kuppe zeichnen Weidemauern die Umrisse unseres Landes nach, auch eine Triangulationspyramide steht da. Und natürlich ist eine Feuerstelle eingerichtet. Ich fand das alles stimmig, war aber gleichzeitig ein wenig verstimmt. Denn das beliebte Gasthaus ganz in der Nähe war verrammelt, und ich hatte doch grossen Durst. Hofläden oder einen Selbstbedienungskiosk gibts an dem abgelegenen Ort nicht. Ein Schild an der Gasthaustür informierte, dass der Pächter krank sei. Später, wieder zuhause, las ich in der "Obwaldner Zeitung" die Hintergründe nach. Der Pächter hatte im letzten Dezember Konkurs angemeldet, aus Gesundheitsgründen offenbar und auch, weil Schneemassen die Terrasse zum Einsturz gebracht hatten. Der Mittelpunkt der Schweiz, er ist derzeit sozusagen geschlossen. Immerhin: Drei Sachsler haben sich zusammengetan und werden das Gasthaus übernehmen. Nächstes Jahr soll es wieder öffnen. Eine gute Nachricht.

Montag, 17. August 2026

Die Pinguinvision

60 Meter Spannweite: die Kuppel der Basler Markthalle.
(Foto: Alexandre Prevot / Wikicommons)
Immer wieder mal sah ich in der Nähe des SBB-Bahnhofs in Basel die riesige rote Kuppel. Letzte Woche habe ich es endlich geschafft, hinzugehen und mir den Bau anzuschauen. Die Markthalle, 1929 erstellt. Das Gewölbe der achteckigen Stahlbetonkuppel hat eine Spannweite von 60 Metern. Im Inneren der Halle war, wie es der Name ja ausdrückt, ein Grossmarkt untergebracht. 2004 zog er aus. Ein paar Jahre später startete die Halle neu, sie beherbergte nun ein Sammelsurium von Fachgeschäften von Mode über Bergsport bis Computer. Mittlerweile hat sich längst ein neues Konzept durchgesetzt. Die Markthalle ist ein Food Court, die Stände mit Verpflegung reihen sich. Zudem finden hier Kulturveranstaltungen statt. Hübsch finde ich eine Idee von 2006, die die Stadt bewegte, die letztlich jedoch verworfen wurde: Der benachbarte Zoo Basel hatte vorgeschlagen, in der Markthalle ein "Polarium" einzurichten für Tiere aus den Polargebieten. Originell wäre das schon gewesen, vom Bahnhof mal kurz hinzuspazieren und den Pinguinen einen Hausbesuch abzustatten.


Sonntag, 16. August 2026

Sattgesehen? Aber nein!

Blick vom Corvatsch zum Piz Bernina (das Massiv links der Mitte) und zum
Piz Roseg (der Zacken leicht rechts der Mitte). Ganz links der Piz Tschierva.
Der Silsersee (links) und der Silvaplanersee. Hinten die Gipfel der Julier- und Albulagegend.
Restgletscher ganz in der Nähe. (Foto: Ronja)
Die Anreise war lang. Vom Zollikerberg brauchte ich annähernd fünf Stunden. Doch schon der erste Blick von der Terrasse des Corvatsch auf 3300 Metern über Meer war es wert: In der Tiefe die Oberengadiner Seenplatte, rundum Berge in allen Formen, wir kamen nicht nach mit Benennen. Sattsehen kann man sich auf dem Corvatsch nicht. Aber sattessen sehr wohl. Wir spiesen gediegen im "3303", das als höchstes Restaurant Graubündens gilt.
Panorama, Panorama, Panorama: im Corvatsch-Restaurant 3303.
Auf der obersten Terrasse wars 8 Grad warm bzw. kalt.

Samstag, 15. August 2026

Was gilt jetzt?

Okay, ich versprechs hoch und heilig: Wenn ich hier Ware deponiere, dann nicht während der Öffnungszeiten. Bei uns im Zollikerberg gibts gleich bei der Bahnstation den Chramschopf, eine Brockenstube; dort fotografierte ich das doppeldeutige Plakat. Geöffnet ist der Freiluftmarkt mit alten Möbeln und vielem mehr in der Regel an Samstagen, der Erlös geht an wohltätige Einrichtungen.