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Freitag, 3. April 2026

Das Trio von Grüningen

Mein Dessert. Der Mann gegenüber hatte
ein Osterchüechli mit Sauerrahmglace.
Vorgestern, als ich mit Freund Markus von Rüti via Bubikon und Grüningen nach Esslingen ging, war es  richtig kalt. Knapp winterlich noch. Die nahen Zürcher Oberländer Hügel waren bis weit hinab mit Schnee überzuckert, die Bise blies, im Wald wars stellenweise glitschig. Aber die Luft war klar, und irgendwann kam die Sonne. Im "Bären" in Grüningen nahmen wir den Zmittag, ich hatte Kalbsschnitzel an einer Morchelsauce mit Bärlauchrisotto. War sehr gut. Noch viel stärker in Erinnerung bleibt mir das Dessert, da ich in letzter Zeit selten Dessert esse: Das Trio Schlorzifladen, Dicke Berta (ein Käse) und Vieille Prune war eine ausgeklügelte Sache. Wer eine ruhige Osterroute sucht, ist mit dieser (vierstündigen) bestens bedient. Und: Die diversen kleinen Moore, die man durchwandert, machen die Landschaft stimmungsvoll.
Bedeckter Himmel einige Zeit vor Grüningen.
Nach dem Zmittag in Grüningen kam die Sonne.
Ein Ostermotiv, aufgenommen eine halbe Stunde vor Esslingen.

Donnerstag, 2. April 2026

Gefahr am Wanderweg

Gestern, auf dem Weg von Rüti nach Esslingen, kamen wir kurz vor dem Ritterhaus Bubikon an diesem reizenden Fabelwesen vorbei. Etwas irritierend fanden wir das nahe Schild mit der Warnung "Zu Ihrer Sicherheit bitte nicht stehenbleiben". Nun, das geflügelte Pferd war harmlos, das war uns klar. Der Wanderweg führt allerdings zum und durch das Areal des Bubiker Golfplatzes. Von einem Golfball könnte man getroffen werden, das ist die Gefahr an diesem Ort.

Mittwoch, 1. April 2026

Sechs Monate

Ich bzw. mein Schatten letzten Sommer
hoch über Realp im Urserntal.
Heute mal etwas Persönliches. In genau sechs Monaten werde ich pensioniert. Frühpensioniert, mit 64. Vor einiger Zeit habe ich das beschlossen und es dem Betrieb, der "Schweizer Familie", durchgegeben. Was bedeutet das für diesen Blog? Vermutlich gar nichts, jedenfalls will ich weiterhin im selben Rahmen, so circa zwei Mal pro Woche, wandern. Und hier darüber schreiben. Und sonst – Ziele, Wünsche, Ideen? Am allerwichtigsten ist mir das: Ich will keiner dieser übergeschäftigen, totaleingespannten, atemlosen Rentner werden, die man stets vollverplant antrifft. Mich vorerst einmal genüsslich langweilen, das schwebt mir vor. Und mich mehr als bisher selber überraschen und Dinge unternehmen, die ich zuvor als abwegig verwarf, was auch viel mit Zeitmangel zu tun hatte. Obs mir gelingt?

Dienstag, 31. März 2026

Eggers Menagerie

Die Geschichte hinter dieser reich mit Tiermotiven – darunter sind auch Affen und Raubtiere – bemalten Fassade ist interessant. Jakob Egger war "Marchand en bêtes sauvages", handelte also mit wilden Tieren. 50 Jahre lang zog er im 18. Jahrhundert durch Europa samt seinem Wanderzirkus. 1767 liess er in Aarwangen BE das "Tierlihuus" bauen als Menagerie – als Privatzoo und Basislager.

Montag, 30. März 2026

Monoton oder meditativ?

Hier starteten wir: Schloss Aarwangen.
Letzte Impression von Aarwangen.
Man könnte die Route von Schloss Aarwangen via Weissenried und Brotheiteri zum Flugplatz Langenthal bei Bleienbach "monoton" nennen. Oder aber "meditativ". Jedenfalls bestand sie aus langen Geraden und verlief zu einem guten Teil im Wald, wir sahen vor allem Bäume. Der Flugplatz bot dann Unterhaltung und Abwechslung, ich habe ihn gestern bereits vorgestellt und möchte heute bloss nachführen, dass das Essen im Restaurant Hangar 5 – schön mit Blick auf die zwei Pisten – sehr gut war von Käseschnitte über Schnipo bis Flammkuchen. Danach wählten wir, weil es bereits halb regnete, halb graupelte, die Direttissima hinüber ins nahe Herzogenbuchsee. War durchaus schön, wobei ich schon finde, der Winter dürfte jetzt seine Feindseligkeiten einstellen und uns dem Frühling überlassen.
4 h, 290 Hm aufwärts, 240 Hm abwärts.
Sieht immer schön aus: Flammkuchen.

Gleich noch ein Foto aus dem "Hangar 5".

Sonntag, 29. März 2026

Der Oberaargau geht in die Luft

Das mobile Kontrollcenter des Flugplatzes Langenthal.
Der Hangar mit dem Flugplatz-Restaurant.
Kinder haben ihr eigenes Flugi.
Mitte der 1930er-Jahre wird in Bleienbach, fünf Kilometer südwestlich von Langenthal BE, ein kleiner Flugplatz gebaut. Eine Graspiste, ein Hangar, mehr ist da nicht. Im Zweiten Weltkrieg sind Jahre später an diesem Ort Fliegertruppen stationiert, die Piste wird für sie verlängert; später, nach dem Krieg, kann allerdings auch diese erneuerte Piste nicht mehr genügen, die Militärs ziehen ab. Aber den Flugplatz gibt es bis heute, zur Graspiste ist eine Asphaltpiste hinzugekommen. Für Betrieb sorgen drei Luftsportclubs, es wird motorisiert geflogen, aber auch Segelflugzeuge haben in Bleienbach ihre Basis. Gestern schauten wir vorbei, assen im Flugplatz-Restaurant, sahen einige Starts und Landungen. Lustig fanden wir das Kontrollcenter, das in und auf einen VW-Bus montiert ist und auch mal den Ort wechselt.

Der Flugplatz Langenthal ist von Wiesen umgeben.

Samstag, 28. März 2026

Busbahnhof Novosibirsk

Ich finds hässlich. Dieses Schmutzgelb. Vor wenigen Tagen schickte ich dem Kollegen, der in Lenzburg lebt, ein Foto des Lenzburger Bahnhofplatzes mit dem überdachten Wartebereich bei den Bussen. Das sehe aus wie der Busbahnhof von Novosibirsk, schrieb ich dazu. Mein Kollege, ganz der Lokalpatriot, antwortete, die Anlage sei "Kult". Nun, lassen wirs offen, ist wohl Geschmackssache. Sicher ist, dass die SBB den Bahnhof Lenzburg, den täglich 25'000 Menschen benutzen, umbauen will, er ist längst veraltet, zudem soll die Anzahl der Reisenden in den nächsten anderthalb Jahrzehnten auf 40'000 steigen. Rund 230 Millionen Franken dürfte die Erneuerung und Erweiterung kosten, auch der Vorplatz, von dem hier die Rede ist, soll umgemodelt werden. Voraussichtlich diesen Herbst sollen die Arbeiten am Bahnhof beginnen. Ich gehe davon aus, dass die Schmuddelüberdachung in den nächsten Jahren verschwinden wird.