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Samstag, 28. Februar 2026

Sonne für Schattighalb

Heute, 28. Februar, endet der Winter. Wengistens nach der meteorologischen Definition, die ihm die Monate Dezember, Januar, Februar zuordnet. Die andere Definition, das ist die astronomische, gemäss der der Winter mit der Tag-und-Nacht-Gleiche am 20./21. März abgeschlossen ist. Ich denke, dass in Zeiten des Klimawandels die meteorologische Definition die stimmigere ist. Diejenige, die auf die Realität besser zutrifft. Und somit erkläre ich den Winter 2025/26 offiziell für beendet – ungeachtet der Rückschlage, die es wohl auch heuer geben wird.

Bristen oberhalb Amsteg im Kanton Uri – bei Sonnenschein.
(Foto: Andreas Faessler / Wikicommons)
PS: Gestern war eine Reportage über Bristen im Maderanertal in der NZZ. Das kleine Dorf hat zwei Hänge, der eine trägt das Beiwort sonnenhalb, der andere das Beiwort schattighalb. Wer auf der schattigen Seite wohnt, sieht die Sonne im Winter vier Monate nicht. Dieser Tage kehrt sie zurück.

Freitag, 27. Februar 2026

Die Sache mit der Sohle

Das ist sie! (Foto: Amazfit/Medienmitteilung)
Gestern kam sie auf den Markt: die neue Sport-Smartwatch "Amazfit Active 3 Premium" für den Lauf- und Ausdauersport. Das Ding kann laut Medienmitteilung so ziemlich alles, es berechnet zum Beispiel die Laktatschwelle oder managt durch eine Schlafanalyse, wie sich der Träger, die Trägerin am besten von einer vorangegangenen Strapaze erholt. Zudem analysiert die neue Amazfit die Abnutzung der Laufschuhe. Grossartig. Wobei ich genau das auch kann: Ich schaue jedenfalls immer wieder mal, ob meine Wanderschuhe noch genug Profil haben. Technische Unterstützung brauche ich dabei nicht. Ich mache das mit meinen Augen.

Donnerstag, 26. Februar 2026

Schaffhauser Höhlenbewohner

Leider kann ich kein Foto der Wohnhöhlen von Rüdlingen
zeigen. Stattdessen hier eines aus Matmata in Südtunesien.
Auch dort gibt es Wohnhöhlen, die ich vor vielen Jahren besuchte.
(Foto: Wikicommons)
Ein fast zugewachsener Trampelpfad im Steilhang über dem Rhein. Er führt zu zwei Höhlen in einer Sandsteinwand. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts lebten in ihnen Menschen. Arme Leute, Taglöhner und Korbflechter und ihre Familien zum Beispiel. Im "Tages-Anzeiger" stand gestern eine Reportage über den Ort auf Boden der Gemeinde Rüdlingen SH in der Nähe von Flaach ZH zu lesen, der Journalist hatte sich die Höhlen mit einem 72-jährigen Mann angeschaut, dessen Grossmutter in einer von ihnen aufgewachsen war. Schön wäre, wenn es an diesem Ort einen Picknickplatz gäbe und vielleicht eine Infotafel. Geht nicht. Zwar gehört das Grundstück samt den Höhlen der Gemeinde, doch ist es gefangen inmitten von Privatgrundstücken, ein Eigentümer rekurrierte vor Jahren gegen den Ausbau des Weges. Schade, ich wäre da gern mal hin.

Mittwoch, 25. Februar 2026

Himmlische Spediteure

Die Santa Casa in der Basilika von Loreto in Italien.
(Foto: Zorro 2212 / Wikicommons)
Engel tragen die Santa Casa von Nazareth nach Loreto.
Gemälde des 16. Jahrhunderts aus Brügge. (Wikicommons)
Die Loretokapelle auf dem Achenberg.
Gestern erzählte ich vom Achenberg in der Nähe von Zurzach und von der dortigen, 1662 fertiggestellten Loretokapelle mit der Schwarzen Madonna. Aber was ist eine Loretokapelle überhaupt? Ich musste das selber nachschlagen. Nun, das Original findet sich als Haus im Haus im Wallfahrtsort Loreto bei Ancona in Italien. Dort gibt es eine Basillika, in der das Wohnhaus der heiligen Familie steht. Angeblich. Engel sollen das Wohnhaus, die sogenannte Santa Casa, im 13. Jahrhundert von Nazareth nach Loreto gebracht haben als sozusagen himmlische Spediteure. Später breiteten sich Imitationen oder nachempfundene Bauten der Santa Casa zu Loreto in ganz Europa aus. Vor allem in der Gegenreformation war dies der Fall, in der die katholische Kirche ab 1545 die sich ausbreitende Reformation zu bremsen versuchte mit neuen Glaubensprojekten.

Dienstag, 24. Februar 2026

Schwarzer Samstag

Dreimal Achenberg: Dahomey-Zwergrinder (Foto: Ronja) im Stall,
Madonna in der Loretokapelle, Hausbier in der Achenberg-Wirtschaft.
Obiger Titel bezieht sich auf den Achenberg, Gemeinde Zurzach AG, den wir am Samstag überschritten. Gleich drei Dinge waren im Miniweiler schwarz:

  1. die Madonna in der Loretokapelle, einem beliebten Pilgerort. 1660 bis 1662 wurde die Kapelle gebaut. Die ursprüngliche Schwarze Madonna musste dann vor 61 Jahren bei der Kapellenrenovation weichen. Ihre Nachfolgerin wurde 2005 platziert und stammt von einem Zürcher Bildhauer.
  2. das Vieh auf dem Bauernhof. Es handelt sich um Dahomey-Zwergrinder. Die Rasse kam Anfang des 20. Jahrhunderts von Belgisch Kongo nach Europa, als der Zoo von Antwerpen in Belgien Raubtiere einführte und mit ihnen gleich deren Futter (ja, ich weiss, brutal). Ihren Ursprung hat dieses Zwergrind im afrikanischen Dahomey, heute Benin.
  3. das Hausbier im Restaurant Achenberg. Die "Birra Madonna Negra", Bier Schwarze Madonna, wurde zur Feier der neuen Madonnenstatue 2005 lanciert. Obwohl es elf Uhr war, also früh für Alkohol, bestellte ich ein Herrgöttli – journalistische Pflicht, da opfert man sich halt. Es ähnelt dem irischen Guinness, ist aber luftiger, ist leicht säuerlich und prickelt irgendwie im Mund. Man entschuldige die mangelhafte Beschreibung, ich bin kein Bier-Sommelier.

Montag, 23. Februar 2026

Schönes Hudelwetter

30 Sekunden nach Wanderstart, wir steuern auf die reformierte Kirche von Tegerfelden zu.
In der Kirche: Skulpturen des Künstlers Peter Hächler
von 1967 zeigen die vier Thronwesen der biblischen Offenbarung.
Passt! Schild in der Wirtschaft auf dem
Achenberg, wo wir kurz einkehrten (Foto: Ronja).
Es hudelte, als wir am Samstag von Tegerfelden AG via den Achenberg nach Koblenz und weiter über den Rhein nach Waldshut (D) zogen. Spass hatten wir bei dieser knapp vierstündigen Unternehmung (280 Meter aufwärts, 320 Meter abwärts) trotzdem oder genau deswegen. Der Regen akzentuierte die Farben des rotbraunen Herbstlaubs und des Mooses, in den Pfützen spiegelte  sich der Himmel, und vor allem hatten wir das Gelände völlig für uns – keine anderen Wanderinnen und Wanderer in Sicht. Schön auch das Ende, im "Oscar's" in Waldshut, wo in den Gassen der Altstadt Konfetti von der Fasnacht zeugte, gönnten wir uns alle deftige Burger. Und dazu einen kräftigen Roten aus Italien.
Der Frühling kommt: Haselzötteli am deutschen Rheinufer bei Waldshut.

Und zum Schluss noch dies: Halloumi-Burger mit Süsskartoffel-Frites in Waldshut.

Sonntag, 22. Februar 2026

Der blaue Waldhüter

Das Wappen von nahem. (Wikicommons)
Nach knapp vier Stunden beschwingten Gehens erreichten wir gestern, vom Aargauischen her kommend, das deutsche Mittelalter-Städtchen Waldshut. Unten am Rhein fotografierte ich die Fähre, mit der ich auch schon gefahren war, sie verkehrt zwischen Waldshut und Full AG. Das die Fähre schmückende Wappen war mir kein Begriff, ich musste nachschlagen und fand heraus: Dies ist das Wappen der seit 1975 bestehenden Doppelstadt Waldshut-Tiengen. Die Madonna rechts und ihr Kind repräsentieren Tiengen. Und links sehen wir das sogenannte Waldshuter Männle, das schon 1277 auf einem Siegel aufgeprägt war. Keine Sagengestalt stellt das Männle dar und auch keinen Pilger oder Eremiten. Dies ist ein Waldhüter.