Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Montag, 13. Juli 2026

Visite bei La Pendenta

Auf der Brücke, Blickrichtung Disentis. Hinten die Kapelle Sontga Gada.
Bodengitter. Hundepfoten müssen leiden.
Das muss im Oktober 2024 ein Spektakel gewesen sein. Kurz vor ihrer Einweihung wurden auf der neuen Hängebrücke La Pendenta, die bei Disentis GR den Vorderrhein Richtung Mumpé Medel überquert, 35 Behälter aufgestellt und mit insgesamt 20 Tonnen Wasser gefüllt. La Pendenta überstand den Belastungstest mit Bravour, sie senkte sich damals in der Mitte um 80 Zentimeter, es war genau der Wert, den die Ingenieure im Voraus berechnet hatten. Das Wasser konnte man dann bequem in den Fluss ablassen. Vorgestern Samstag beging ich die Brücke, mein Gewicht kumuliert mit dem der anderen paar Menschlein, die auf ihr unterwegs waren, dürfte vernachlässigbar gewesen sein. Ein schönes Bauwerk ist La Pendenta ("Die Hängende") jedenfalls. Und ihre Dimensionen sind eindrücklich: 270 Meter lang ist sie und verläuft auf knapp 100 Metern Höhe über Grund. Seitlich hat sie übrigens Vertäuungen, die ein übermässiges Schwanken auch bei Starkwind verhindern. Für mich war es in dieser Woche die zweite Hängebrücke, nachdem ich zuvor die eben fertiggestellte Thurstegweg-Brücke im unteren Toggenburg getestet hatte. Eine nächste Hängebrückenvisite ist derzeit nicht geplant.
Bei Sontga Gada. Oben in der Mitte das Dorf Mumpé Medel an der Wanderroute zum Lukmanierpass.

Sonntag, 12. Juli 2026

Ich bin jetzt Baba-Fan

Hercule Poirots Lieblingsdessert im "Neue Forch".
In den "Asterix"-Comics gibt es das Legionärslager Babaorum. Der Name spielt auf das Dessert Baba au rhum an, das man ziemlich ähnlich ausspricht. Aus früheren Jahren ist mir die Speise als tropfnasser, matschiger Ring in Erinnerung, sie hatte mir nie besonders geschmeckt. Und nun sah ich sie diese Woche im Restaurant Neue Forch auf der Forch unweit von Zürich auf der Menükarte und fand, ich müsste sie wieder bestellen. Hat sich gelohnt: Baba au rhum, angeblich von einem polnischen König erfunden, besteht aus einem gugelhopf-artigen Kuchen, der mit einer Mischung aus Rum und Zuckersirup getränkt wird. In diesem Fall war das Ergebnis wundervoll, weil die erwähnten Flüssigkeiten dosiert eingesetzt wurden: Der Kuchen duftete und schmeckte nach Rum, aber nicht übertrieben. Auch war er nicht pflotschig. Und die Garnitur, siehe Foto, mochte ich auch. Und so bin ich nun ein Baba-Fan und werde das Dessert wohl wieder einmal bestellen, wenn es irgendwo angeboten wird. In guter Gesellschaft bin ich dabei auf jeden Fall: Die Romanfigur Hercule Poirot, Agatha Christies Detektiv, liebt es über alles.

Samstag, 11. Juli 2026

Er flog, er fotografierte

Das Spelterini-Denkmal auf dem Lindenhügel in Bazenheid SG.
Es wurde zu Spelterinis 150. Geburtstag im Jahr 2002 aufgestellt.
Die Pyramiden von Gizeh bei Kairo, fotografiert
von Spelterini 1904. (Wikicommons)
Was für ein Tausendskerl! Eduard Spelterini war Ballonkapitän, stieg hunderte Male mit Passagierinnen und Passagieren auf, besass ab 1887 seinen eigenen Wasserstoffballon namens "Urania". Er flog in Zürich, London, Wien, aber auch in Bukarest, Neapel und Kairo – und er flog über die Alpen. Dass Spelterini bis heute unvergessen ist, geht aber vor allem darauf zurück, dass er Luftfotos anfertigte; die darauf basierenden Dias zeigte er in über 600 Vorträgen. Heute sind es Aufnahmen von grossem historischem Wert. In Bazenheid kam ich eben am Spelterini-Denkmal auf dem Lindenhügel vorbei. Hatte ich nicht gewusst: In diesem Toggenburger Dorf wurde der Luftfahrt- und Fotografiepionier 1852 geboren als Eduard Schweizer. Der Name Spelterini, den er später annahm, klingt besser. Internationaler. Verwegener irgendwie.
Spelterini winkt vom Rand des Ballonkorbs,
Ort und Jahr der Aufnahme unbekannt.
(Adrian Michael / Wikicommons)


Freitag, 10. Juli 2026

Neues von der Thur

Drei Fotos vom neuen Steg über die Thur zwischen Jonschwil und Bazenheid.
Provisorisches Schild nah dem Schachen, Jonschwil.
Es gehört zu den Aufgaben des Wanderbloggers, neue Einrichtungen im Gelände zu testen. Das tat ich eben, indem ich ins Thurtal südlich von Wil reiste. Dort ist der Mühlausteg über die Thur bei Bazenheid neuerdings gesperrt, dies auf Dauer; vermutlich wird er gar nicht wieder geöffnet, er ist offenbar nicht mehr sicher. Dafür hat man etwas weiter flussabwärts in der Au in Bazenheid eine neue Hängebrücke gebaut, unter der die Rohre einer Fernwärmeleitung verlaufen. Diese Brücke, ein Fussgängermodell, 53 Meter lang und 17 Tonnen schwer, führt hinüber in den Schachen, Jonschwil. Am 29. August wird sie offiziell eingeweiht, kann aber bereits begangen werden. Schön, dass ich die Thurstegweg-Brücke, wie sie heisst, schon kennengelernt habe.
Wegweiser am Bahnhof Bazenheid: Dass der Mühlausteg gesperrt
wurde, beeinträchtigt gleich mehrere Wanderrouten über die nahe Thur.

Donnerstag, 9. Juli 2026

Kaltes aus Olten

Auch schon mal "Kalte Lust" gekostet? Ich mehrmals, beim Wandern. In der "Hotelrevue" las ich eben einen Hintergrundartikel über die "Kalte Lust"-Glace. Sie stammt aus Olten SO, genauer gesagt aus dem Hotel Olten. Dort lief das Geschäft vor neun Jahren grad nicht besonders. Worauf die drei Geschäftsführer, allesamt gelernte Köche, die Ärmel hochkrempelten und eine Glace lancierten. Heute ist die "Kalte Lust" an etlichen Orten im Land präsent, seit 2018 schreibt das Unternehmen schwarze Zahlen, letztes Jahr produzierte man rund 220 000 Liter Glace. Es läuft gar so gut, dass man jetzt von Olten umziehen muss in geräumigere Räume in Aarwangen BE. Gute Sache. Und ich bekomme grad wieder Lust auf "Kalte Lust".

Mittwoch, 8. Juli 2026

Der Buchstabenlapsus

Hier stimmt was nicht.
Autsch. An der Kantonsstrasse zwischen Worb und Boll wurde grad eben ein neues Ortsschild montiert: "Boll (Gde. Vechingen"). Gleich gabs einen Riesenärger. "Vechigen" heisst die Berner Gemeinde. Nicht "Vechingen" wie auf dem Schild. Die kantonale Bau- und Verkehrsdirektion kann belegen, dass sie das Schild mit der richtigen Schreibweise bestellt hatte, der Fehler passierte später bei der Firma. Die hat unterdessen -– unzählige hässige Social-Media-Kommentare später – ein neues, korrektes Schild gefertigt. Es soll noch diese Woche aufgestellt werden. Dann ist in Vechingen, pardon: Vechigen die Welt wieder in Ordnung. Den Lapsus öffentlich gemacht hatte die Plattform bernost.ch.

Dienstag, 7. Juli 2026

Rahmschnitzelsamstag

Abstieg vom Chellenchöpfli Richtung Bättlerchuchi.

Hübsch abenteuerliches Wegstück vor dem Berggasthaus Obere Wechten.
Noch 40 Minuten bis zum Zmittag.
Mein Rahmschnitzel.
Am Samstag wanderten wir bloss drei Stunden, wobei wir aber doch 440 Höhenmeter auf- und 730 Höhenmeter abstiegen. Start war bei der Bergstation der Wasserfallenbahn im Baselbiet, wir drehten zuerst eine Runde nach Hinderi Egg und zum Chellenchöpfli (Eintrag von gestern), gingen dann Richtung Bättlerchuchi, zweigten dort ab vom Kretenweg, der zum Vogelberg führt. Das folgende Stück zum Berggasthaus Obere Wechten begeisterte uns: zum Teil überhängende Fluhen aus Kalk, ein schmaler Pfad, Seilsicherungen. Über Ober Passwang und das Restaurant Alpenblick, eine Töffbeiz direkt an der Passwangstrasse, kamen wir zu einem Bauernrestaurant, dem "Hagli", das ein wenig abseits der Strasse liegt. Dort assen wir einen sensationell günstigen Viergänger: Suppe, Salat, Rahmschnitzel mit Beilagen und ein kleiner Romanoff für 24 Franken. Fein wars auch, was ja das Wichtigste ist. Leicht fiel uns dann der kurze Schlussabstieg durch ein Tobel mit einer Lourdesgrotte und einem Kreuzweg nach Ramiswil SO. Am Ziel war es in der Sonne sengend heiss, nachdem uns zuvor in der Höhe ein kalter Wind zugesetzt hatte; das Samstagswetter hat uns erstaunt.