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Samstag, 14. Dezember 2019

Der Sprung vom Münster

Das Berner Münster. (Thomas Luethi/ Wikicommons)
Ich bekam das erst jetzt mit, hier der Link: Diesen August sprang ein 37-jähriger australischer Basejumper vom Berner Münster. Den Fallschirm hatte er unter dem Kapuzenpulli getragen und hochgeschmuggelt. Nach dem 60-Meter-Sprung landete er souverän in einer grünen Rabatte auf der Münsterplattform, packte den Fallschirm ein und eilte von dannen - die Polizei hätte ihn sich sicher gern gegriffen.

Freitag, 13. Dezember 2019

Ein neuer Giessen für meine Sammlung

Der Ringwiler Weiher in Ringwil. Südlich von ihm geht es ...
... auf einer Treppe ins Chüetobel. Während man absteigt, sieht man ...
... den Giessen. Ist er nicht schön?
Im Zürcher Oberland nennt man die Wasserfälle, die so verträumt über die bauchigen Nagelfluhwände niederbrausen, "Giessen". Ich weiss nicht, wieviele Giessen ich auf meinen Wanderungen durch die Jahre kennengelernt habe. Jedenfalls beglückt mich jeder, den ich kennenlerne. Am Dienstag entdeckte ich einen neuen Giessen, und zwar im Chüetobel unterhalb des Ringwiler Weihers, Gemeinde Hinwil. Schön war, ihn von oben zuerst zu hören und dann erst, während ich die steile Treppe hinabging, zu erblicken. Bei ihm müsste man - Grillstelle vorhanden - ein Winterpicknick mit Würsten vom Feuer veranstalten, das wäre bestimmt toll.

Donnerstag, 12. Dezember 2019

Frisch und unfrisch

Es gibt Wirte, die haben das Internet nicht wirklich begriffen. Hier wieder einmal ein Beispiel: Was soll ich von einem Restaurant halten, das auf seiner Homepage der Realität um Monate hinterherhinkt? Weil ich ein freundlicher Mensch bin, dachte ich gestern Abend, als ich auf die Homepage des Restaurants Schwyzerhus stiess: Okay, vermutlich ist der Wirt voll und ganz auf die Zubereitung frischer Speisen fokussiert; auch noch seinen Internet-Auftritt à jour halten, das wird ihm dann zuviel.

Mittwoch, 11. Dezember 2019

So, die sind eingelaufen

Über den Bachtel ist der Winter hergefallen.
Adetswil. Aber der Vordergrund, der ist schön.
Gleich ist die Wanderung zu Ende: am Zürichsee bei Rapperswil.
Das sind sie! Die Neuen!
Gestern hatte ich im Zürcher Oberland zu tun, am sehr frühen Nachmittag. Am Morgen fand ich, ich könnte das mit einer kleinen Wanderung verbinden. Ich fuhr nach Bäretswil, Oberdorf und ging via Ringwil, Hinwil, Hadlikon, Oberdürnten, Nauen, Bahnhof Tann-Dürnten, Rüti, Wydenchlösterli, Martinsbrünneli, Schönau, Hintermeienberg und das Schwimmbad Rapperswil nach Rapperswil Bahnhof (4 1/2 Stunden, 210 Meter aufwärts, 510 abwärts). Was mir nicht gefiel: Das Ausufern der Agglo, das auf dieser Route allenthalben zu beobachten ist, gewisse Orte, etwa der Hang des Rosinlis bei Adetswil, sind gruselig verbaut. Was mir sehr gefiel: Die stillen Bachtobel. Die Pastellfarbe der halbgefrorenen, vom Raureif veredelten Wiesen und Äcker am Morgen. Die Glarner und Innerschweizer Berge am Horizont, die bereits winterlich weiss sind. Sowie der nahe Bachtel, der mich die ganze Unternehmung über sozusagen aus der Höhe überwachte, auch er trug schon Schnee. Am Ende in Rapperswil war ich sehr zufrieden. Dies auch, weil ich am Morgen nigelnagelneue halbhohe Lowa-Schuhe angezogen hatte. Sie sind nun eingelaufen, ohne dass meine Füsse irgendwie gelitten hätten.

Dienstag, 10. Dezember 2019

Schön leer war das Land

Abstieg vom Oberbüelchnubel nach Wynigen.
Die Schafe fanden uns bizarr. Wir sie auch.
Blick vor Ferrenberg zu den Berner Alpen, rechts das Finsteraarhorn.
Am Ende, in Wynigen, war mir nach
Glace. Der junge Mann am Kiosk
hatte noch vier, fünf Restexemplare.
Ich wählte das Erdbeercornet.
Jetzt ist es wieder soweit, 90 Prozent der Wanderer haben das Wandern eingestellt. Der Rest verteilt sich übers Land, viele, denke ich, fuhren am letzten Wochenende ins Tessin. An die Sonne. Unsereins begab sich ins Bernbiet und wurde mit einer praktisch menschenleeren Landschaft belohnt; dass es zeitweise fein regnete, trug zu unserer Exklusivität als Zufussgeher bei. Umso mehr konnten wir die Apartheit des Landes geniessen, die Hügel und Kämme, die Höfe, die einem Ostschweizer stets ein wenig gargantuesk vorkommen, die Wälder mit den laubgepolsterten braunen Böden. Vom Zmittag im "Wilden Mann" zu Ferrenberg habe ich gestern erzählt, hier die zugehörige Route: Kleindietwil, Bahnhof - Weinstegen - Eichholz - Richisberg - Lünisberg - Eggstutzwald - Kleinweidli - Hochalp - Ferrenberg - Oberbüelchnubel - Oberbüel - Mösli - Leggiswil - Riedern - Rehhalde - Wynigen, Dorf - Wynigen Bahnhof (4 1/2 Stunden, 525 Meter aufwärts, 555 abwärts).

Montag, 9. Dezember 2019

Traum und Realität im Emmental


Klischeealarm: Sieht das Haus nicht heftig nach Gotthelf aus?
Der "Wilde Mann" im Bauernweiler Ferrenberg in den Wynigen-Bergen östlich von Wynigen: Das ist ein Haus von 1830. Eine Wirtschaft mit stilvoll verblasster Fassade. Am Samstag kehrten wir auf unserer Wanderung von Kleindietwil nach Wynigen ein, assen Rösti und Bauernbratwurst, tranken einen Roten, nahmen zum Dessert die Meringue. Alles recht und gut, und doch fand ich das Erlebnis nicht wirklich stimmig. Woran liegt es? Schwer zu sagen. Irgendwie vielleicht daran, dass die Gaststube doch sehr sparsam illuminiert und der Service doch etwas trüb war. Kraftlos. Unherzlich. Der "Wilde Mann" ist schon okay. Aber in meiner Vorausfantasie war die Einkehr glanzvoll, splendid, märchenhaft. Die Realität kann sich gegen die Träumerei nicht immer voll und ganz behaupten. Und etwas mehr Licht täte der Gaststube ganz sicher gut.
Ein Bauernhaus in Ferrenberg, der Nachwuchs ist voll mobil.

Sonntag, 8. Dezember 2019

Vergessliches Wynigen

"Löschgeräte" steht auf dem Gebäude im Zentrum des Emmentaler Dorfes Wynigen. Gestern kamen wir dort vorbei nach einer schönen Wanderung, die fünf Minuten später am Wyniger Bahnhof endete. Angesichts der "Löschgeräte"-Aufschrift dachte ich: Die haben in Wynigen vermutlich alle ein extrem schlechtes Gedächtnis. Wenn es brennt, sagt der Feuerwehrchef zu seinem Vize: Ou, du, Pesche, es brennt. Wo haben wir bloss die Löschgeräte hingetan? Und der Pesche sagt: Je, du, Hene, ich wüsste es auch grad nicht, wenn ich nicht eben im Zentrum gewesen wäre und die Aufschrift "Löschgeräte" gesehen hätte. Da ist es mir wieder eingefallen. Gott sei Dank haben wir das Depot angeschrieben!