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Samstag, 25. April 2026

Es tropft

Schönes Badegelände: die Sitter bei Stein AR.
Heute geht es auf die Würzenegg, einen Hügel mit Aussicht südlich von Malters LU. Was bedeutet der Name? Wurzel steckt darin, gemeint ist ein Ort mit Krautbewuchs. In Stein AR, wo ich aufwuchs, gibt es eine Würzen an der Stelle, wo der Weg hinüber nach Haslen AI den steilen Wald an der Sitter erreicht. Hilfe, schon wieder ein Name, der erklärt gehört. Sitter geht zurück auf ein uraltes Wort, das tropfen und fliessen bedeutet. Was die Sitter als Gewässer natürlich tut.

Freitag, 24. April 2026

Martin und Carlo

Martin, hoch zu Ross, zerteilt sein Gewand, den Armen freuts:
Fresko an der Fassade der Kirche San Martino in Calonico.
Im Innern der Kirche: Carlo Borromeo hält Hof.
Die Kirche San Martino, im kleinen Tessiner Dorf Calonico hart am Abgrund auf einen Felsen gestellt, dominiert die Media Leventina, die mittlere Leventina. Wer durch das Tal fährt, kann sie nicht übersehen. So habe auch ich sie schon vor Jahrzehnten erstmals registriert. Habe sie seither immer wieder mal bewundert. Aber nie sie besucht. Bis diesen Montag, als ich San Martino von Chiggiogna aus erwanderte, siehe Eintrag von gestern. Der Kirchturm ist romanisch, wurzelt im Mittelalter, der Rest wurde im 17. Jahrhundert total umgemodelt. Meine Visite begann damit, dass ich die Kirche umrundete und vom Friedhof hinab ins Tal 300 Meter tiefer mit dem Schienenstrang und der Autobahn schaute. Wonach ich eintrat und auch drinnen meine Augen schweifen liess; besonders präsent ist in den verblichenen Fresken Carlo Borromeo, der Mailänder Kardinal, der im 16. Jahrhundert für die Gegenreformation kämpfte, also sowohl die Erneuerung der katholischen Kirche vorantrieb als auch den Kampf gegen den Protestantismus. Das klingt heroisch, heisst aber: Intoleranz, Verfolgung, Folter, Hinrichtung nicht-katholischer Menschen. Carlo Borromeo wurde heiliggesprochen. Ich muss sagen, mir ist der Kirchenpatron von San Martino lieber, der heilige Martin eben, der als Militär mit seinem Schwert den eigenen Rock zerteilte und die Hälfte einem frierenden Armen gab. Und jetzt wieder in die Gegenwart: Ich bin glücklich, San Martino endlich besucht zu haben.
Hinter der Kirche liegt, 300 Meter tiefer, der Talboden der Leventina.

Blick vom Kirchhof Richtung Faido.

Donnerstag, 23. April 2026

Granit und Tiefblicke

Der Wasserfall des Ri della Froda bei Chironico – bzw. ein Teil von ihm.
Die mittlere Leventina mit der Autobahn nah Lavorgo.
Calonico gesehen vom Kirchlein San Martino am Dorfrand.
Die Strada Alta vor Anzonico im Frühlingslicht.
Simpel und sehr fein: mein Essen in Anzonico.
Vieles war schön, vieles gefiel mir auf meiner Montagswanderung von Chiggiogna via Calonico und Anzonico nach Lavorgo. Die erste Attraktion, das war der Wasserfall des Bergbaches Ri della Froda am Dorfrand. Es folgte der Pfad durch einen Wald voller Granitblöcke, an manchen Orten sah ich hinab auf die mittlere Leventina, deren Autobahn fast die ganze Unternehmung über (3 h 20 min, 530 Hm aufwärts, 590 Hm abwärts) zu hören war. Im winzigen Dorf Calonico tat es mir das berühmte Kirchlein an, von dem ich morgen erzählen will. Das nächste Stück, Teil der Strada Alta, führte hinüber ins etwas grössere Dorf Anzonico. Noch mehr Granit und neue Tiefblicke. In Anzonico freute ich mich, die örtliche Osteria offen vorzufinden, ich nahm das Tagesmenü, Zucchettisuppe, dann Schweinsvoressen mit Hörnli, die durchsetzt waren von Kartoffelstücklein. War fein. Dann kam der Abstieg hinab nach Lavorgo, einen Wanderweg gibt es nicht, ich ging die meiste Zeit auf der Strasse mit ihren langen Geraden und engen Kehren. Nur an einer Stelle nahm ich die Abkürzung durch den steilen Hang, der Weg war aber nicht geputzt, meine Schuhe verschwanden im Laub, ich musste höllisch aufpassen, nicht auf einem der verborgenen Geröllbrocken auszurutschen. Nun, ging alles gut. Friedlich am Ende die Heimfahrt, und als ich in Zürich ankam, war der Böögg noch nicht angezündet.
Gleich bin ich unten: die Strasse von Anzonico hinab nach Lavorgo.

Mittwoch, 22. April 2026

Stelle ausgeschrieben

Widmer im Einsatz.
Sucht jemand einen Job, bei dem er oder sie übers Wandern und verwandte Themen schreiben kann? Wie ich bereits berichtet habe, lasse ich mich auf Ende September frühpensionieren. Jetzt ist meine Stelle ausgeschrieben

Dienstag, 21. April 2026

Kräuterfisch?

Mein schöner Teller in Tufertschwil.
Letzte Woche kehrten wir auf der Wanderung von Degersheim nach Lütisburg im "Rössli" in Tufertschwil SG ein. Das Restaurant ist gross, modern und gepaart mit einem Hotelbetrieb. Ich bestellte den, so die Karte, "Thurgauer Kräuterfisch". Gebraten, an Senfsauce, mit Spargelrisotto und Gemüse. Das Gericht mundete, bloss fand ich den Namen des Fisches seltsam. Obskur. Mittlerweile weiss ich: "Kräuterfisch" ist keine zoologische Bezeichnung, sondern Verkaufsdeutsch. Wie ich es vermutet hatte. Um einen Fisch aus der Ordnung der Cypriniden, der Karpfenartigen, handelt es sich. Um einen Karpfen, grob gesagt. Der lebt mit seinesgleichen in Kradolf TG im Zuchtbetrieb Dualfisch und wird mit Kräutern wie Sumpfminze und Mangold gefüttert – mit einer rein vegetarischen Kost. Zurück zu meinem schönen Teller. Ich würde den Kräuterfisch wieder bestellen, rein vom Gout und von der Anmutung her. Obwohl ich es lieber hätte, wenn von "Karpfen" die Rede wäre. Marketingdeutsch mag ich nicht.

Montag, 20. April 2026

Löwenzahn und Bluescht

Wiese bei Unterschauenberg.
Das Kloster Magdenau, Gemeinde Degersheim.
Baumschmuck.
Was für ein schöner, warmer, sonniger Frühlingstag – einer, wie man ihn sich erträumt hatte, während der Winter nicht so richtig enden wollte. Die Wiesen als Löwenzahnteppiche, die Bäume im weissen Bluescht, dunstig die Berge am Horizont. Am Freitag wanderten wir von Degersheim zuerst zum Kloster Magdenau und zur nahen Verenakirche. Zogen dann durch das Hügelland via Spilberg, Unterschauenberg, Winzenberg nach Tufertschwil. Assen dort im Hotel Rössli gut zu Mittag, um im Folgenden quasi als Dessert noch die Strecke hinab nach Lütisburg und zur weit abseits des Dorfes liegenden Bahnstation zu geniessen. War eine gute Unternehmung, die einen Vorgeschmack auf die vor uns liegende Sommerwandersaison lieferte. Ich freue mich.
4 h 30 min. 440 Hm aufwärts, 640 Hm abwärts.
Eher unheimlich: Holzkunst am
Waldweg von Unterschauenberg nach Winzenberg.

Lütisburg voraus.
Die kühne Bahnbrücke über den Gonzenbach im Guggenloch bei Lütisburg.

Sonntag, 19. April 2026

Quellenwandern

Mein grosser Artikel – grosse Bilder/kurze Texte triffts eher – über Quellen hat es auf die Titelseite der "Schweizer Familie" geschafft. Sieht schön aus, finde ich. Gestern stellte ich fest, dass der "Tagi" den Artikel übernommen hat. Also, wer Inspirationen sucht ... Zu den Orten, die zu erwandern ich vorschlage, gehören zum Beispiel die Rinquelle am Walensee, der  Martinsbrunnen im Fricktal oder die Siebenbrunnen-Quelle im Berner Oberland. Acht Quellen aus verschiedenen Landesgegenden sind es insgesamt.