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| Das von Claude Chappe entwickelte Zeichensystem. (Bild: Patrick87/ Wikicommons) |
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Samstag, 20. Januar 2018
I-N-T-E-R-E-S-S-A-N-T
Mittwoch, 26. Oktober 2016
Toggo und der Steuersatz
Zwischen Zollikon und Küsnacht bildet der Düggelbach auf einem langen Abschnitt die Grenze. Kürzlich las ich im "Zolliker Zumiker Boten" etwas über die Herkunft des Namens. Es gibt einen althochdeutschen Männernamen Tuggilo, alemannisch Toggo, was "tüchtig" bedeutet. Daraus leitet sich der Familienname Düggelin ab, der im Gebiet auch tatsächlich schon im Mittelalter belegt war. Sicher ist auch dies: Als damals der Toggo mit seiner Sippe an diesem Ort siedelte, gab es noch keine grossen Häuser und Villen. Wie es mit dem Steuersatz steht, heute bekanntlich paradiesisch tief, weiss ich nicht; man müsste einen Historiker auftreiben und ihn fragen, wem die Leute am Bach damals zinspflichtig waren.
Freitag, 7. Oktober 2016
Trojan und das Wandern
Mit grossem Interesse las ich diese Woche im Zug nach Bern und später im Retourzug die eben erschienene, von meinem alleraktivsten Wanderkollegen René P. Moor herausgegebene Schrift "Wanderkunst - Lebenskunst". Ihr Autor, der Deutsche Ernst Walter Trojan, ist zuallererst Zeitdiagnostiker. An seinem Volke erkennt er im Jahre 1910, als das Büchlein in München erscheint, eine Degeneriertheit auf allen Ebenen: zu viel Verschulung und Verbildung, zu viel Sitzen und zu wenig Gehen, zu viele neuzeitliche Laster wie adoleszente Alkoholexzesse. Und insbesondere sind für ihn das Automobil und die Eisenbahn mit schuld daran, dass der Deutsche und die Deutsche nicht das Niveau an Kraft und Vitalität einnehmen, das ihnen zustünde. Trojan benennt das alles mit grösstmöglicher Leidenschaft. Und er plädiert fürs Wandern als Allerheilmittel. Hier eine Kostprobe, in der dargelegt wird, warum das Wandern für die Weiblichkeit im Land eigentlich die einzige geeignete Körperbetätigung ist - wir Heutigen dürfen herzlich lachen.
"Die meisten Sportarten haben sich für das weibliche Geschlecht als ungeeignet erwiesen. Der Grund ist klar, wird aber viel zu wenig erkannt und gewürdigt. Die weiblichen Genitalorgane sind von einer ganz ausserordentlichen Empfindlichkeit. Deshalb sind alle Sportarten, die mit Erschütterungen und heftigen Sprüngen verbunden, also Reiten, Radfahren, Tennis, Turnen für das weibliche Geschlecht gefährlich."
Sonntag, 18. September 2016
Ab auf die Insel
Ein Buch, das ich eben mit Begeisterung gelesen habe: "Our Life Off the Grid: An Urban Couple Goes Feral". Es gehört einem Genre zu: Leute berichten, wie sie irgendwann aus ihrem städtisch geprägten Leben aussteigen und sich auf eine Insel zurückziehen. Im Fall von David J. Cox und seiner Frau Sally ist es eine kanadische Insel vor der Küste von British Columbia. Die Geschichte ist von Erlebnissen gesättigt. Von Missgeschicken, Pannen und Unfällen. Von Humor auch. Es geht um eine Windturbine, die nicht funktioniert; um Orcas, die Delfine fressen; um den Versuch, mitten im Winter eine streikende Wasserleitung flottzumachen; um die Visite einer Schar chinesischer Gaststudenten; um Regierungsbürokraten, die am Telefon nicht begreifen können, dass es Leute gibt, in deren Adresse eine Strassenbezeichnung und Hausnummer fehlen, was der Computer nicht akzeptieren kann. Und es geht um die anderen Bewohner der Insel, von denen jeder auf seine Art ein Sonderling ist. Ein Nachbar kommt zu Besuch, wird zum Essen eingeladen und sagt: "Dave, ich mache es wie die Bären, ich esse nur Beeren und Fisch." Dave, also Autor Cox, antwortet: "Hey, Bären sind ausgesprochene Allesfresser." Der Nachbar vertilgt dann auf der Stelle drei Steaks. Wirklich lustig, das Buch. Und ausgesprochen gut geschrieben.PS: Es gibt über das Paar Cox sogar ein Youtube-Filmli.
Mittwoch, 16. Dezember 2015
Sechten
Das Horgner Jahrheft 2011 ist mir in die Hände gefallen. Sein Thema sind Waschhäuser, von denen es in der grossen Zürcher Seegemeinde noch etliche gibt, natürlich sind sie allesamt umgenutzt. Ein Wort, das ich bei der Lektüre gelernt habe: sechten. Die Waschhäuser heissen auch Sechthäuser nach dem mittelalterlichen Verb, das jene Prozedur bezeichnet, bei der die schmutzige Wäsche wiederholt mit Asche übergossen und in Aschewasser gelaugt wird. Im Zusammenhang damit eine Redensart von 1824:
"Wenn eine kann ein Mehlmus machen, eine Wasch sechten und kneten, so darf sie einen Mann nehmen."
Freitag, 2. Oktober 2015
Etwas zum Pilzjahr
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| Ludwig van Beethoven ist einer von denen, die mit Pilz zu tun hatten. (Wikicommons) |
Dienstag, 30. Juni 2015
Harald Blauzahn erobert die Welt.
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| Schönes Logo, oder? (Wikicommons/ Fry 1989) |
Mittwoch, 4. März 2015
Die Endzeit kommt!
Eben bekam ich das neue Heft "Falstaff" zugeschickt; es geht darin um Wein, Essen, Reisen. Im Editorial wird überraschenderweise bereits die Endzeit ausgerufen. Oder doch ein sehr endzeitnaher Hedonismus, der die Zukunft verdrängt. Die beiden Herausgeber, Wolfgang und Angelika Rosam, raten der Leserschaft:
"Trinkt die besten Weine und Champagner jetzt! Leistet euch die schönsten Dinge des Lebens, ein bisschen Luxus, und verwirklicht eure Reiseträume. Es wird nicht besser! Die volatile Situation auf den Finanzmärkten und noch mehr die grosse politische Unsicherheit - denken wir nur an Russland und die Ukraine oder den Terrorismus - fordern geradezu ein neues Bewusstsein auf das Jetzt und das Heute heraus!"Ha, danke für die Aufforderung. Ich begebe mich gleich in den Weinkeller und suche schon mal eine gute Flasche für heute abend heraus. Sollte es dann doch ein Morgen geben, werde ich den Kater irgendwie überleben. Jetzt aber im Ernst: Ist das nicht ein wenig ungeschickt, in einem Genussmagazin apokalyptisch zu werden. Die Inserenten jedenfalls könnten denken: Warum noch Anzeigen schalten, wenn doch Europa ohnehin demnächst ein Trümmerhaufen ist?
Mittwoch, 18. Februar 2015
Der Lederstrumpfmann in Bern
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| Der junge Cooper in einer Navy-Uniform. (Wikicommons) |
Donnerstag, 15. Januar 2015
Flügelhunde und Fabelgiraffen
| Kuriose Kreatur in Bruno Webers Dietiker Park. (Wikicommons/ Paebi) |
Dienstag, 30. Dezember 2014
Kamor und Camorra
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| Sambutinus hätte gestaunt über den Sendeturm auf seinem Säntis. |
- Gäbris. Es gibt im schweizerischen Mittelland mehrere vordeutsche, also nicht-alemannische Hügelnamen: Belchen, Bözberg, Irchel, Randen. Der Gäbris gehört, wie sein Thurgauer Cousin Gabris, in diese urtümliche Reihe. Der Name wurzelt in der Zeit der Kelten. "gabra" heisst auf keltisch Ziege, die lateinische Form ist "capra". Der Gäbris ist der "gabreta", der Ziegenberg.
- Kamor. Mit der Camorra hat der Nachbar des Hohen Kastens nichts zu tun. Sein Name ist ein Zusammenzug von "gand" und "moor". "gand" ist vorrömisch, ist sogenannt ostalpin und bedeutet Schuttfeld, Steinhaufen, Geröllhalde. "moor" wiederum von lateinisch "maurus" heisst schwarz.
- Säntis. Die früheren Formen lauten Zemptis, Sämptis, Zemtis, Sämtis. Im "Sämtisersee" ist das m bis heute geblieben, während sich der Berg irgendwann ein n zulegte; dies wohl, weil "Säntis" leichter auszusprechen ist als "Sämtis". In dem Namen steckt das Wort "Sabbat". Ein am Sabbatstag, also am Samstag, Geborener war auf lateinisch ein "Sambutinus". Möglicherweise bezeichnete der Name zuerst die Alp eines Mannes Sambutinus, um dann auf den Berg überzuspringen, las ich vor längerem schon in einem anderen Namensbuch.
Sonntag, 23. November 2014
Die Halsabschneider von Baden
1580/81 reiste der grosse Renaissance-Gelehrte und Essayist Michel de Montaigne von Frankreich über die Schweiz und Deutschland nach Italien. Was er sah und ass und fühlte, wen er traf, worüber er sich wunderte und ärgerte - alles das kann man jetzt im wundersamerweise wieder aufgetauchten und in "Die Andere Bibliothek" erschienenen Reisetagebuch lesen. Es ist, so der akribische Herausgeber im Vorwort, zu exakt 54 Prozent von Montaigne selber geschrieben. Den Rest verfasste ein mit Namen nicht bekannter Sekretär, entweder aufgrund der direkten Diktate seines Herrn oder aber aus der noch frischen Erinnerung, an den Abenden oder Wochenenden. Kurios ist, dass Montaigne mit vier wesentlich jüngeren adeligen Compagnons startete. Respektive, dass diese ihm unterwegs alle abhanden kamen, weil sie sich beim Tanzen und Fechten verlustierten und nicht länger folgen mochten. Ich lese das Buch gerade. Hier eine Stelle, die sich auf die Stadt Baden AG bezieht, die damals ein wichtiger Bade- und Kurort war:"... sind die den Fremden abverlangten Preise halsabschneiderisch. Vier Zimmer mit neun Betten, davon zwei mit Öfen und einem Bad, kosteten uns täglich für jeden der Herren einen Taler und für jeden Bedienten vier Batzen (also etwas mehr als neun Sous), und für die Pferde mussten wir sechs Batzen (ungefähr vierzehn Sous) täglich berappen. Ausserdem aber haben sie uns ... bei der Abrechnung mehrfach bemogelt."
Donnerstag, 2. Oktober 2014
Der dritte Weg
Fritz Schwarz, 1887 bis 1958, ein Bauernbub aus dem Amt Konolfingen, war Primarlehrer, dann Seklehrer, war über viele Jahre Berner Grossrat und später Stadtparlamentarier in Bern. Als überzeugter Verfechter der Freiwirtschaftslehre, eines dritten Weges zwischen Sozialismus und Kapitalismus, wirkte er in Reden, Zeitschriften-Artikeln, Büchern leidenschaftlich und legendär für seine Sache.Schwarz war, dies am Rand, auch der Vater der Zürcher Literaturagentin Ruth Binde, mit der ich seit vielen Jahren befreundet bin. Sie schenkte mir kürzlich das Büchlein "Wenn ich an meine Jugend denke", in dem Schwarz auf seine ländliche Kindheit zurückblickt. Ich habe es inzwischen mit Gewinn gelesen und viel über das Leben um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert erfahren. Hier eine Stelle, in der der Vater eines bekanntes Berners auftritt:
Ach, wir waren eine rauhe Gesellschaft, und nicht nur, was Sprachliches anbelangt. So predigte einmal ein Pfarrer, der gut Hochdeutsch sprach, bei uns im Schulhaus. Er wählte unglücklicherweise den Text vom "Reiche Gottes und seiner Gerechtigkeit". Kaum hatte er nun "Gerechtigkeit" hochdeutsch ausgesprochen, so platzte einer von uns Kinderlehr-Buben in der vordersten Schulbank los, und alle lachten mit ihm. (...) Der Pfarrer hat sich nachher beim unsrigen schwer beklagt, mit vollem Recht, und dieser hat die Klage auf unsere schuldigen Häupter weitergeleitet. Jener "fremde" Pfarrer kam aus Konolfingen. Dort amtete er und hatte seine Familie. Er hiess Dürrenmatt, und einer seiner Buben hiess Friedrich.
Samstag, 30. August 2014
Wow? Wau!
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| Ein Foto von Tschingel habe ich nicht. Hier immerhin ihr Herrchen, William Coolidge, 1850 - 1926, grosser Alpinist. (Wikicommons/ Jebulon) |
PS: Heute wird gewandert. Vier-, Drei- und letztlich auch Zweitausender kommen nicht in Frage. Wir wandern am Chasseral und haben auch schon eine deftige Métairie, also eine Bauernwirtschaft, im Auge.
Freitag, 29. August 2014
Die Mauer von Bondo
Sonntag, 13. Juli 2014
Connelly und die Kofferwörter
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| Michael Connelly, einer der besten amerikanischen Krimischreiber. (Wikicommons/ Larry D. Moore) |
* Ich habe in den letzten Monate alle Krimis von Michael Connelly um den Mordermittler Harry Bosch gelesen, grossartig. "The Black Ice" spielt an der Grenze, führt - eben - nach Mexicali und Calexico und handelt, wie könnte es anders sein, vom Drogenschmuggel.
Donnerstag, 15. Mai 2014
René und Nase Göring
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| Hier stadtwanderte ich kürzlich: Zürich-Altstetten. |
- Stadtwandern reduziert den ökologischen Fussabdruck. Es gibt Leute, die meinen, zum Wandern müsse man zwingend ins allerhinterste Bündnerland oder abgelegenste Walliser Loch fahren. Die eigene Stadt oder Agglo tuts oft auch.
- Stadtwandern ist Ichwerdung. Emanzipation von den Fremdschemen in unserem Hirn, vom Klischee, dass es auf dem Land schön ist und in der Stadt unattraktiv, weshalb man eben zum Wandern in die Berge reisen muss.
- Stadtwandern ist Konfrontation mit der Realität. In den Bergen können wir diese besser verdrängen. In der Stadt holt uns die Zersiedlung ein. Aber wir begegnen auch einer Vitalität, die spezifisch fürs Zentrum ist. Stadt ist Dichte, im Schlechten und Guten.
- Stadtwandern macht, last not least, grossen Spass. Eben weil die Stadt lebt wie verrückt. Dazu ein Anekdötli meinerseits. An der Langstrasse in Zürich sah ich einst vor einem asiatischen Take Away ein Schild mit den Gerichten des Tages. Darunter: "Nase Göring"
Freitag, 7. März 2014
Globi und der Güggel
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| Globi ist im neuen Buch ein sanfter Bauer. |
Montag, 18. Februar 2013
Der Kalaschnikow-Kurs
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| Schiessen, schiessen, schiessen: BSC-Homepage (Screenshot). |
Sonntag, 17. Februar 2013
Der Bunker von Gadmen
In Gadmen auf der Berner Seite des Sustenpasses liegen zurzeit 180 Zentimeter Schnee, las ich gestern im "Bund". Lawinen drohen. Leute, die diese Woche ihre Skiferien im Ort verbrachten, mussten koordiniert abreisen im Rahmen eines Nottransports; der Skiliftbetrieb war zuvor eingestellt worden. Die Behörden organisierten einen Autokonvoi, jedes Auto war mit einem Lawinensuchgerät ausgerüstet, und die Autos fuhren einzeln, im Abstand einiger Minuten, talwärts. Speziell gefährdet ist Gadmens Weiler Obermad. Herrscht dort höchste Gefahrenstufe, muss das Dutzend Einwohner in den Bunker.
PS: Das Bild zeigt das Wappen von Gadmen. Der Adler ist der sogenannte Hasliadler; mehr darüber bald in einem eigenen Eintrag. Bei dem Haus handelt es sich um das namensgebende Gaden. (Bild: Wikicommons/Aliman 5040) .
PS: Das Bild zeigt das Wappen von Gadmen. Der Adler ist der sogenannte Hasliadler; mehr darüber bald in einem eigenen Eintrag. Bei dem Haus handelt es sich um das namensgebende Gaden. (Bild: Wikicommons/Aliman 5040) .
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