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Donnerstag, 20. August 2026

Standseilbahn in Not

Hoch über dem Tal der Linth: ein entspannter Gast in Braunwald GL.
Das Dorf Braunwald im Kanton Glarus ist nur per Standseilbahn erreichbar. In den letzten Jahren lief es mit dem Tourismus nicht besonders, wozu auch die schneearmen Winter beitrugen; vor Wochen wurde bekannt, dass die Skilifte in der kommenden Kaltsaison nicht mehr fahren werden, Braunwald verabschiedet sich vom Skibetrieb. Mittlerweile ist klar, dass auch die Standseilbahn in Schwierigkeiten steckt, sie schreibt seit 2023 grosse Defizite. Diese Woche las ich, dass der Kanton einspringen muss, vorerst zahlt er 600'000 Franken, weitere staatliche Zuschüsse werden folgen. Denn ohne Standseilbahn ist Braunwald nun einmal tot.

Freitag, 7. August 2026

Was ist denn hier passiert?



Ein lustiges grünes Zahnradbähnli zuckelt von Aigle im Rhonetal hinauf nach Leysin VD, das im 19. Jahrhundert als Kurstation für Lungenkranke bekannt wurde. Diese Epoche ist längst vorbei, an die Stelle der Kliniken sind Hotels für den Sommer- und Wintertourismus getreten. Und internationale Schulen. Als wir vor wenigen Tagen anreisten, fanden wir Leysin freilich in desolatem Zustand vor. Jedenfalls, was den oberen Ortsteil angeht, das Gebiet Feydey-Talstation Berneuse. Vernachlässigte Bauten, versprayte Wände, vandalisierte Anlagen, die Strassen ein Flickwerk, an manchen Stellen wächst das Unkraut aus den Asphaltritzen. Eine allgemeine Verwahrlosung erlebten wir. Was ist hier los? Nun, zum einen möchte der Ort angesichts des Schneemangels im Winter die Vorwärtsflucht antreten; die Touristiker würden gern rund 20 Millionen Franken in ein neues Pump- und Leitungssystem zwecks besserer Beschneiung des regionalen Skigebietes investieren. Bloss sind gegen das Unterfangen 500 Einsprachen eingegangen, der Widerstand ist massiv, eine Blockade. Ein zweites Projekt ist mit dem ersten verknüpft: Für 130 Millionen Franken will man die Verkehrserschliessung im weitläufigen, terrassierten Höhendorf völlig neu gestalten samt einer unterirdischen Verlängerung durch das Zentrum und zwei neuen Standseilbahnen. Bis 2033 soll das geschehen. Ob es klappt und Leysin sich aufrappelt? On verra.

Donnerstag, 6. August 2026

Edy wer?

Edy Bruggmann. Ein Schweizer Skirennfahrer zu jener Zeit, als mich dieser Sport noch interessierte. Bruggmann war Abfahrer und Riesenslalomfahrer, im Riesenslalom gewann er 1972 in Sapporo an den Olympischen Winterspielen eine Silbermedaille. Da war ich zehn Jahr alt. Eben kam ich auf dem Maschgenkamm, zuoberst auf dem Flumserberg, in der Bergstation der Bahn an einer Reihe von Medaillenschreinen vorbei, die Skistars der Region gewidmet waren. Darunter Edy Bruggmann, 1943 geboren in Flums, verstorben 2014 in Walenstadt. Einer von Hunderten Namen von Sportlern und Sportlerinnen aus meiner Kindheit, die im Schummer der Erinnerung noch da sind.

Montag, 22. Juni 2026

Zweimal Abbau

Zwei Meldungen der letzten Tage, die mindestens indirekt mit dem Wandern zu tun haben:

  1. Braunwald zieht sich aus dem Skigeschäft zurück. Vier Skilifte werden geschlossen, offen bleiben soll bloss die Gondelbahn zum Grotzenbüel. Der Glarner Ferienort will den Gästen im Winter Winterwanderungen und Schneeschuhtouren empfehlen und das Sommergeschäft möglichst forcieren; der Skibetrieb war in den letzten Jahren nicht mehr rentabel gewesen. Interessant: In Elm, ebenfalls Kanton Glarus, tut man das Gegenteil und baut zusätzliche Schneekanonen. Wer schlauer handelt, sehen wir in einigen Jahren.
    Wandern in Braunwald: auf dem Chnügrat, unten der Oberblegisee.
  2. Die Klinikgruppe Valens gibt den Standort Walenstadtberg SG auf Ende 2029 auf. Die rund 75 entfallenden Bettenplätze werden zukünftig in Valens SG angeboten. Entlassungen soll es keine geben. Aus Wanderers Sicht wäre es schön, wenn weiterhin Busse nach Walenstadtberg führen, es ist ein toller Startort.
    Wanderziel in Walenstadtberg: das Paxmal.

Donnerstag, 21. August 2025

Hotel auf Zeit

Die Bergstation der Lauchernalp-Seilbahn auf knapp
2000 Metern. In der Nähe soll das neue Hotel entstehen.
Das Lötschental hat seit dem Bergsturz von Blatten im Frühling auch ein Hotelproblem. In Blatten wurden gleich drei Hotels zerstört, es gibt nun viel zu wenige Gästebetten im Tal, und daher sind insbesondere die Einnahmen aus dem Wintergeschäft gefährdet. In Windeseile soll deshalb auf der Lauchernalp aus Modulteilen ein Hotel gebaut werden, der Kanton Wallis zahle eine Million Franken an das Projekt, las ich gestern. Geplant ist ein temporäres Drei-Sterne-Etablissement, das fünf Jahre auf der Alp bestehen würde, vorgesehen sind bis zu 19 Zimmer mit zwei bis vier Betten. Eine eigene Gastronomie soll das Hotel auf Zeit nicht haben, essen kann man im nahen Panoramarestaurant bei der Seilbahn-Bergstation. Bereits im Dezember, also rechtzeitig zur Skisaison, soll das Hotel öffnen. Verrückt, dieser Speed.

Mittwoch, 23. Juli 2025

Das Vrenimuseum

Vreni Schneider (M.) an der Internationalen
Sportnacht Daovos 2013. (foto-net / Kurt Schorer / Wikicommons)

Sieht so aus, als bekomme Skistar Vreni Schneider, 60, ein eigenes Museum. Natürlich in Elm im Glarnerland, wo sie geboren ist, aufwuchs und mit ihrer Familie lebt. Zwei Frauen vom Verein "Elm Ferienregion" treiben das Projekt voran, von den Gesamtkosten von 325 000 Franken ist, so ein Artikel auf srf.ch, bereits die Hälfte gedeckt, als Lokal vorgesehen ist das alte Elmer Schulhaus in der Sandgasse. Schneider, dreifache Olympiasiegerin und dreifache Weltmeisterin, wird das Ausstellungsmaterial zur Verfügung stellen, Medaillen, Rennski, Rennanzüge und Startnummern. Eine der beiden Initiantinnen sagt über die grosse Sportlerin: "Sie hat es aus einem kleinen Bergdorf bis an die Spitze geschafft. Diese Geschichte sollte nie in Vergessenheit geraten."

Samstag, 8. Februar 2025

Das letzte Dorf

Einmal Winterwandern, einmal Wandern im Winter.
Es gibt, was das Wandern im frostigen Jahresviertel betrifft, eine begriffliche Unterscheidung, die ich sinnvoll finde und anwende. Einerseits ist da das Winterwandern, das sich auf gewalzten Pisten und mehr oder minder geräumten Strässchen abspielt, in der Regel jedenfalls auf Schnee und in den Bergen. Und anderseits ist da das Wandern im Winter, das für gewöhnlich im Flachland stattfindet, wo Schnee keine oder keine grosse Rolle spielt, gegangen wird auf normalen Wanderwegen, allenfalls trägt man mal ein Paar Stulpen. Heute werden wir im Schaffhausischen unterwegs sein. Ich freue mich auf die Route, weil sie uns durch das letzte Dorf des Kantons führt, das ich noch nicht kenne. Mehr von dieser Wanderung im Winter erzähle ich nächstens.

Donnerstag, 6. Februar 2025

Gratis durchs Tal

Vrin, diese Frau (deren Kopf ich retuschiert habe)
fährt gleich hinab nach Ilanz. Und zwar gratis.
Nicht zum ersten Mal ist im Winter, heuer bis 6. April, Postauto-Fahren auf der Linie Ilanz-Vrin gratis. Das gilt auch für die übrigen Linien auf dem Gebiet der Gemeinde Lumnezia, zu der die Ortschaften Vrin, Lumbrein, Vignogn, Degen, Vella, Morissen, Cumbel und Suraua gehören. Eine gute Sache? Grundsätzlich bin ich kein Fan von Gratis-ÖV. Was etwas wert ist, soll etwas kosten, finde ich. Bekannt war mir das Angebot nicht, bevor ich diesen Montag im Lugnez, dem Seitental der Surselva, winterwanderte – bei der Heimreise war das Postauto dann übrigens schrecklich überfüllt.

Mittwoch, 5. Februar 2025

Sonne, Schnee und ein Plättli

Sonne, blauer Himmel, ein makelloses Schneeli. Fünf herrliche Stunden waren wir am Montag unterwegs von Vella nach Vrin, alles bestens unterhaltener Winterweg. Ich kann die Route durchs Lugnez nur empfehlen und zeige hier kommentarlos ein paar Fotos, Erklärtext brauchen sie nicht. Das Foto vom schön angerichteten Plättli für zwei entstand in der Ustria dalla Posta in Vrin. Schön, wenn eine Wanderunternehmung so endet.

Samstag, 18. Januar 2025

San Be, du fehlst mir bereits

Der kleine See Lagh de Pian Doss in San Bernardino.
Auf der Alpe Pian Doss posierte das junge Personal netterweise für ein Foti.
Gestern, auf der knapp zweieinhalbstündigen Rundwanderung ab San Bernardino mit den Stationen Alpe Pian Doss und Pian Cales, bekam ich gefühlt mehr Sonne ab als zuvor in all den Wintertagen seit dem 1. Dezember. Herrlich war dieser Freitag. Vorerst, denn am Nachmittag reisten wir, der Fotograf und ich, heim nach Zürich. Dort empfing uns ein grausliges Grau. Ich vermisse dich bereits, San Be*.

* So nennen die italienischsprachigen Leute San Bernardino. Wir sagen ja auch "Wädi" für Wädenswil.

 
Zwischen der Alpe Pian Doss und Pian Cales.
Der Winterwanderweg war in perfektem Zustand.

Im Abstieg von Pian Cales nach San Bernardino.

Freitag, 17. Januar 2025

Wir waren nur halb oben

Am Tag unserer Anreise, am Mittwoch, war das Wetter in San Bernardino durchzogen: ein bisschen Sonne, viele Wolken. Ungenügendes Fotolicht – das Ziel ist nämlich, vor Ort eine Zeitschriftenreportage zu realisieren, und die funktioniert ohne splendide Fotos nicht. Gestern Donnerstag wurde alles gut. Wir hatten Sonne. Uneingeschränkt. Von Morgen bis Abend. Um halb zehn montierten wir die Schneeschuhe, zogen zu viert los vom Dorf Richtung San-Bernardino-Pass. Für dieses Ziel muss man hin und zurück mit circa fünf Stunden rechnen. Unsereins kam nur bis zum Ponte Nev, einer kleinen Brücke über die junge Moesa, dort kehrten wir um. Das hat nichts mit mangelnder Fitness oder Faulheit zu tun, sondern damit, dass wir, ein Führer, die Kommunikationsfrau vom örtlichen Tourismus und ich, immer wieder stoppten, um für den Fotografen zu posieren oder uns nach seinen Anweisungen zu bewegen. Auch die Drohne lancierte der Fotograf zwischendurch. Alles fürs gute Bild. Ein Problem war unser Stottermodus keineswegs. Bei dem strahlenden Wetter war es nicht nur herrlich, auf der verschneiten Passstrasse zu gehen. Ebenso schön fanden wir es, auf ihr zu stehen.

Montag, 25. November 2024

Viel Schnee war da nicht

Sonniges Schaffhauserland: das Langriet bei Neuhausen.
Wirklich viel Schnee fanden wir nicht vor.
In einem Restaurant, das dem örtlichen
Winzergewerbe huldigt, assen wir gut. 
Mehr davon will ich morgen erzählen.
Am Freitagmorgen mass ich bei mir zuhause auf dem Balkonrand die Schneehöhe: 35 Zentimeter. Dementsprechend rechnete ich für unsere Samstagswanderung von der Haltestelle Neuhausen, Rheinfall (Bahn) via Rheinfall, Aazheimerhof, Wasenhütte, Stuel, Spitz, Bergtrotte nach Osterfingen mit einer strapaziösen Stapferei. Doch im Zug stellten wir fest: Im Zürcher Weinland und im Schaffhausischen war viel weniger Neuschnee gefallen als im Züribiet. Fünf bis zehn Zentimeter, je nach Ort. So fiel unsere Unternehmung (vier Gehstunden, 425 Meter aufwärts, 400 Meter abwärts) angenehm aus. Ausgesprochen schön war sie sogar, weil – bis zum frühen Nachmittag wenigstens – die Sonne schien und das Schneeli glitzern liess. In den etwa anderthalb Stunden, die wir im Wald unterwegs waren, hätten wir uns stellenweise sogar mehr Schnee gewünscht. Es gab da etliche morastige, vom Schnee nicht ausreichend gefüllte Senken und Löcher. Toll dann der Ausblick vom Stuel, einem Punkt oberhalb der Rebhalden von Osterfingen, auf ebendieses praktisch unverschandelte Dorf.
Osterfingen und seine Weinberge. Schade, ist die Sonne jetzt weg.

Noch einmal Osterfingen. Der Berg mit der Antenne ist der Rossberg.
Das grosse Gebäude im Vordergrund ist die Bergtrotte.

Samstag, 3. Februar 2024

Rutsch und Riss

Reptation im Gebiet Plaine Morte über Crans Montana, Screenshot.
(Quelle: Sperrungsmeldung der örtlichen Tourismusstelle) 

Im "Tagi" las ich gestern, dass im Waadtländer Skigebiet "Glacier 3000" die "Black Wall"-Piste, eine der steilsten Pisten der Welt, geschlossen werden musste. Die Schneeschicht war auf dem zu warmen Felsgrund nicht angefroren und geriet ins Rutschen. Durch die Piste zog sich deshalb ein bis zum Boden reichender Riss. Die Meldung erinnerte mich an meinen Aufenthalt vor einer Woche in Crans-Montana im benachbarten Wallis. Dort hatten sich am Rand des Gletschers Plaine Morte aus demselben Grund Risse in der Schneedecke gebildet. Die Bahnfahrt zur Plaine Morte war deshalb nicht möglich, der Schneeschuh-Rundweg über den Gletscher, den ich hatte machen wollen, blieb ebenfalls gesperrt. In der Meldung der örtlichen Tourismusstelle kam ein Fachbegriff vor: "reptation", das französische Wort gibt es auch auf Deutsch und Englisch. Es bezeichnet das langsame Rutschen eines Schneemantels an einem Hang und die dadurch bewirkten Risse.

Montag, 29. Januar 2024

Winterfrust und Winterfreude

So passt mir der Winter: unterwegs vom Cry d'Er Richtung Crans-Montana.
Blick zum Stausee Lac de Tseuzier (Lac du Rawil). Hinten links das Wildhorn.
Mein Znacht im Restaurant Continental:
Kürbis-Süsskartoffel-Curry mit Basmatireis.
Freitag und Samstag war ich, um eine Reportage über die Freuden des Winters zu realisieren, in Crans-Montana. Nun, der Freitag war ein Problem, wir kamen um zehn Uhr an, und um drei Uhr begann es zu regnen, zuvor war die Landschaft schon von dunklen Wolken überzogen gewesen, der Fotograf kam nicht auf seine Kosten. Am Samstag hingegen: Traumwetter. Allerdings gabs am Morgen gleich wieder ein Problem, die Bahn zur Plaine Morte auf 2900 Metern fuhr nicht, und der Schneeschuhweg auf dem Gletscher war gesperrt, es war gefährlich dort oben, in der Schneedecke hatten sich bis zu vier Meter tiefe Risse gebildet. Zum Glück verkehrte die Bahn auf den Cry d'Er, 2256 Meter über Meer. Wir gondelten also zu ihm hinauf und konnten im Folgenden, während wir Richtung Dorf hinab wanderten, arbeiten. Die Verhältnisse hätten nicht besser sein können, die Sonne schien, der Himmel war blau, am Horizont reihten sich Hunderte Gipfel, darunter das Bietschhorn, das Matterhorn, das Weisshorn, der Mont Blanc. Und unser Weg war bestens gespurt. Also ein Happy End in Crans-Montana. Die Reportage, in der es auch um ein bemerkenswertes Wirtepaar geht, um einen Mann mit Melone namens Pierre und um einen Maiensässweiler – sie erscheint zu Beginn des nächsten Winters.
Crans-Montana by night.

Montag, 15. Januar 2024

Herrliche Herrschaft

An der Landquart, kurz nach dem Start.
Der Rhein bei Bad Ragaz. Hinten der Gonzen (l.) und der Alvier.

Am Samstag wäre das Wetter in den Bergen ideal gewesen. Doch ich fürchtete den Rummel. Und also verzichtete ich auf die grandiose Winterwanderung in der Region Lenzerheide, die mir ursprünglich vorgeschwebt hatte, und reiste bloss in die Bündner Herrschaft. Bloss? Die Wanderung von Landquart nach Malans und vorbei an Jenins nach Maienfeld war grandios, die Sonne strahlte, die Landschaft glänzte, in den kahlen Weinbergen weideten Schafe, und rundum gabs Berge zu sehen von Calanda und Pizol und Guscha über Gonzen und Alvier und Altmann bis Regitzer Spitz, Schnielskopf, Ellhorn und Falknis. Apropos: Wir – ich und meine Begleiterin – assen im Restaurant Falknis in Maienfeld sehr gut (Cordon bleu vom Kalb und Mistkratzerli an Merlotjus mit Polenta) und fanden das Lokal rustikal und gemütlich. Danach hielten wir hinüber zum Bahnhof Bad Ragaz. Die Unternehmung war nicht lang gewesen, drei Stunden Gehzeit. Aber ich fuhr doch gegen drei Uhr mit erwärmtem Gesicht heim. Und kam voll entspannt zuhause an, es fühlte sich gut an, den Massen von Skifahrerinnen und Skifahrern, Snöberinnen und Snöbern entkommen zu sein.
Die schön altmodische Fassade unseres Restaurants. Wir tranken tatsächlich lokalen Beerliwein.
Das Mistchratzerli, die Polenta wurde separat gereicht.
(Foto: Ronja)

Freitag, 12. Januar 2024

Der Bikerskilift

Urnäsch mit dem Reka-Feriendorf in der Bildmitte.
(Foto: Adrian Michael / Wikicommons)

In der Januar-Nummer des "Appenzeller Magazins" las ich eine interessante Kurzmeldung zum Ausserrhoder Reka-Dorf Urnäsch. Dieses hat ein Problem mit seinem Skilift. Respektive hat dieser Skilift, der seine Kundinnen und Kunden von bescheidenen 850 auf bescheidene 1080 Meter befördert, ein Problem mit dem Schneemangel; in den vergangenen Saisons war die Anlage jeweils nur wenige Tage in Betrieb. Inzwischen gibt es eine rettende Idee: Im Sommer sollen Bikerinnen und Biker den Lift nutzen. Letztes Jahr lief ein technischer Versuch mit einem Bügelsystem der "Garaventa", bei dem Leute verschiedenen Alters auf ihrem Velo in die Höhe gezogen wurden. Das funktionierte bestens. Jetzt plant der Verwaltungsrat des Skilifts eine breiter angelegte Machbarkeitsstudie.

Montag, 18. Dezember 2023

Beat, Hitsch und der Schwellisee


Am Samstag, wie gestern erwähnt, war das Wetter in Arosa ein Traum. Der Himmel war blau, die Sonne schien, mein Gesicht fühlte sich am Abend an wie von innen beheizt. Nicht mit meinem Grüppli war ich für einmal unterwegs, sondern mit Leuten von der "Schweizer Familie" – was war man gut gelaunt und was war das für ein Vergnügen, sich mal abseits der Redaktion zu begegnen, zu unterhalten, zu amüsieren! Wir starteten in Innerarosa bei unserem Hotel eher spät, kurz vor 13 Uhr, was sich als vorteilhaft herausstellte. Nächstens ist Weihnachten, also die dunkelste Zeit des Jahres, ein paar Hänge im engen, von hohen Bergen umgrenzten Tourismusort lagen im Schatten und blieben es. Was unser Ziel angeht, den Schwellisee, so waren wir auf der gut zweistündigen Rundtour ab Innerarosa zu 95 Prozent in der Sonne unterwegs, noch um 12 Uhr wäre das anders gewesen. Auf dem Rückweg vom Schwellisee dann kamen wir bei Ifang zum Restaurant Alpenblick und kehrten ein, ich hatte eine Pouletbrust mit Spätzli und Gemüse und fand das Essen aussergewöhnlich fein, die Spätzli irgendwie leicht und doch subtil butterig, ich kanns nicht besser sagen. Hier wirten zwei nicht mehr ganz junge Männer, die einst zusammen in Arosa zur Schule gingen: der Hotelier Hitsch Leu zum einen und Beat Caduff zum anderen, der über zwei Jahrzehnte in Zürich mit grossem Erfolg "Caduff's Wine Loft" betrieb und jetzt (unter anderem) wieder im Ort wirkt, wo er aufwuchs. Doch, das war eine gute Einkehr. Wie es mit uns in Arosa weiterging, erzähle ich morgen.

Freitag, 10. November 2023

Das Gran-Becca-Spektakel

Diesen August auf dem Klein Matterhorn.

Am Wochenende ist Saisonauftakt im Skisport. Zwei Abfahrten der Männer machen den Anfang, die Frauen sind eine Woche später dran. Gestartet wird in der Nähe des Klein Matterhorn beim Gipfel Gobba di Rollin auf 3720 Metern, das Ziel ist bei den Laghi Cime Bianche auf 2840 Metern eingerichtet. Das Rennen spielt sich also in grosser Höhe ab, in der Gletscherwelt, was für viel Kritik sorgte, da dort im Vorfeld gebaut werden musste. Ich werde vielleicht kurz reinschauen. Skirennen interessieren mich nicht wirklich. Dafür in diesem Fall die Landschaft, mit der noch frische Erinnerungen verbunden sind. Im Sommer gondelten wir in einem Tagesausflug von Zermatt via Klein Matterhorn nach Breuil-Cervinia im Aostatal und retour, waren also in unmittelbarer Nähe der neuen Skipiste unterwegs. Die Hochgebirgs-Bahnlinie mit mehreren Sektionen spielt als Zubringer für die über Schweizer und italienisches Terrain führende Rennstrecke eine wichtige Rolle. Beim Anlegen der Piste achtete man darauf, dass die Kameras von gewissen Standorten aus das Matterhorn im Hintergrund schön einfangen können, da verbinden sich Sport und touristisches Marketing. "Gran Becca" heisst die neue Strecke, so wird im Patois des Aostatals das Matterhorn genannt.
Die neue Weltcupstrecke "Gran Becca".