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Sonntag, 4. Oktober 2026

Wanderung mit Zugabe

Blick von einem Aussichtskänzeli zwischen der Rotenflue und der Holzegg auf den
Vierwaldstättersee. Rechts der Bildmitte das Rigimassiv mit der Hochfluh.
Let the sunshine in: kurz vor Wanderende beim Brunni.
Der Gross Schijen, ein Kletterbergli.
Die Route von Unteriberg auf die Bergkuppe Rotenflue ist abwechslungsreich, stellten wir am Mittwoch fest. Der Anfang ist streng. Durch einen steilen, von Kalkfelsen durchsetzten Wald geht es vorbei an der Lourdesgrotte bei der Guggeren, einem tatsächlich aussichtsreichen Ort, nach Oberiberg. Sanfter ist die Steigung – die meiste Zeit jedenfalls – auf dem zweiten Teilstück via Änglisfang hinauf zum Pass der Ibergeregg, wobei in der Nähe immer mehr der beliebte Kraxelberg Gross Schijen dominiert. Von der Ibergeregg schliesslich zieht sich der Weg gemütlich durch die voralpinen Hügel, um im letzten Teil vor der Rotenflue doch kräftig zu steigen. Nach gut vier Stunden waren wir oben, genossen den Tief- und Weitblick und fanden nach dem Zmittag, dass es angesichts der Landschaft und des prächtigen Wetters schade wäre, nun schon die Gondel talwärts nach Rickenbach zu nehmen. Also gönnten wir uns eine Zugabe: via die Holzegg hinab zum Brunni. War gut, war schön, war bei etwas über fünf Stunden Gehzeit mit 920 Höhenmetern aufwärts und 750 Höhenmetern aber durchaus auch ein wenig anstrengend.
Schon ein bisschen kitschig: Am Weg von Unteriberg hinauf zur
Lourdesgrotte von Oberiberg sind unzählige Engeli platziert.

Oberiberg voraus. Links der Roggenstock.

Dienstag, 29. September 2026

Zur Musik gewandert

Die Aussicht vor Hauptikon: links die Rigi, unter ihr der Zugersee.
Wandern bedeutet auch: Farbe tanken.
Am Sonntagnachmittag wanderte ich von Mettmenstetten nach Kappel am Albis. Säuliamt also, Kanton Zürich. Eine lange Unternehmung war das nicht – anderthalb Gehstunden. Um nicht zu früh in Kappel anzukommen, verbrachte ich viel Zeit auf zwei Bänkli. Das eine stand nah Hauptikon unter einem Birnbaum, ich ruhte, schaute gemütvoll Richtung Zugerland, wunderte mich über die unangemessene Hitze an diesem Spätseptembertag, als … autsch! Eine überreife Birne knallte mir auf den Schädel. Gott sei Dank wars eine eher kleine, Gott sei Dank platzte das matschige Ding nicht. In Kappel gönnte ich mir dann ein kleines Bier in der Klosterbuvette. Alsbald ging ich in die Kirche und hörte mir dort das Konzert des A Cappella Chors Zürich an; eine Bekannte tut im Chor mit und hatte mich eingeladen. Die feine, reine Musik, Renaissancemelodien vor allem, stürzte mich im Verbund mit der ganz besonderen Atmosphäre des gotischen Gemäuers in eine Art Trance. Es war das gute Ende einer guten Wanderung.
Mein Ziel, das ehemalige Kloster von Kappel am Albis.

Noch zehn Minuten, bis das Konzert beginnt.

Montag, 28. September 2026

Der Chaostag

Im Bahnhof Sargans, hinten der Sarganser Hausberg Gonzen. 
Wenn man als Wanderleiter seit vielen Jahren praktisch fehlerfrei im hiesigen ÖV unterwegs war, hat man doch hoffentlich das Anrecht, auch mal so richtig Chaos anzurichten. Am Samstag geschah es. In Zürich traf ich auf dem Perron mein Gspänli Birgit, wir stiegen gleich in den Zug ein, der fuhr los, worauf wir feststellten, dass wir beide unabhängig voneinander den gleichen Fehler gemacht hatten – falscher Zug, der richtige verkehrte auf einem anderen Gleis als üblich. Wir wollten in Wädenswil umsteigen, fuhren aber bis Sargans durch. Ich kontaktierte die anderen vier vom Grüppli, die waren so lieb, in Wädenswil zu warten. Und dann passierte mir und Birgit in Sargans erneut ein Lapsus: Wir nahmen retour wieder den Zug, der in Wädenswil durchfuhr. Unerklärlich. Wars meine anlaufende Frühpensionierung – eine Art postprofessioneller Rausch? Hatten wir zuviel geplaudert?  Oder waren es die extrem vielen Leute, die an diesem Tag unterwegs waren? Wie gesagt, ich kann es nicht erklären. So ging es danach weiter: Birgit fuhr mit mir retour nach Zürich und wanderte vom HB auf den Uetliberg. Ich traf im HB Roger, der nach all der Verspätung aufs Wandern verzichtete und von Wädenswil zurückgereist war. Peider und Albert wiederum wanderten von Wädenswil hinauf nach Menzingen. Und Jörg? Der machte unsere geplante Wanderung, reiste von Wädenswil mit grober Verspätung nach Oberiberg und stieg auf den Roggenstock. Was für ein Chaostag! Ich sah bei bestem Wetter die allerschönsten Gipfel, stiege aber auf keinen und endete gegen Mittag im "Santa Lucia" am Paradeplatz. Mit den klobigen Bergschuhen an den Füssen.

Samstag, 26. September 2026

Maria und die Hölle

Der Hof Höll liegt höllisch abgelegen. Hinten links der Groot.
Die heilige Idda in der Iddakapelle im Wald bei der Ottenegg.
Aussichtsreich steht die Marienstatue auf der Ottenegg.
Mein Zmittag im Restaurant des Klosters
Fischingen: Wasserbüffel-Bratwurst und ein
vor Ort gebrautes Pilgrimbier, Variante blond.
Schön wars, erstaunlich kalt wars, die Sonne zeigte sich erst, als ich praktisch fertig war mit der Wanderung. Anfang Woche drehte ich vom Kloster Fischingen aus eine Runde, die auf dem Groot kulminierte, dem – siehe Eintrag von gestern – höchsten Punkt des Kantons Thurgau, 991,1 Meter über Meer. Was mich an der etwas über dreistündigen Unternehmung (je 520 Meter auf- und abwärts) frappierte, war die Stille der Gegend, durch die ich zog; mir kam es vor, als sei seit der Landnahme durch die Alemannen hier nicht viel passiert. Besonders einsam liegt der Hof Höll, dessen Name soviel bedeutet wie: abgelegenes Gebiet. Vor der Höll war ich an einer der heiligen Idda gewidmeten Waldkapelle vorbeigekommen und dann an einer Metallsäule. Die ist so hoch, dass ich erst beim zweiten Hinschauen merkte, dass auf ihr eine Marienstatue steht. In diesem Fall ist die Gottesmutter den Menschen etwas gar weit entrückt.

Freitag, 25. September 2026

Eine Anregung

Schön abenteuerlich: auf dem Groot.
Der höchste Punkt des Kantons Thurgau, den ich am Montag besuchte, ist nicht sonderlich hoch. Auf dem Groot liegt er, einem Waldgrat südlich von Fischingen, der in diesem Abschnitt die Grenze zum Kanton St. Gallen bildet. Wobei die Grenzlinie knapp vor dem höchsten Punkt des Groot (996 Meter) wegknickt – zuungunsten des Thurgaus. Dessen höchster Punkt liegt deswegen auf bloss 991,1 Metern.

PS: Eine Anregung. Der Kanton St. Gallen könnte doch den Thurgauerinnen und Thurgauern auf dem Groot einige Meter Fläche schenken, sodass deren Staatsgebiet ein paar Meter höher kulminiert. St. Gallens höchster Punkt, das ist der Gipfel des Ringelspitz auf 3247 Metern. Mitleidvolle Grosszügigkeit wäre also angebracht. Und wenn der höchste Punkt des Thurgaus dann auf 996 Metern läge, könnte man ihn um 4 Meter aufschütten – auf 1000 Meter über Meer. Gute Idee, oder?

Der Groot mit dem höchsten Punkt auf St. Galler Boden. Die Kantonsgrenze in Rot.
PS: Gestern hatte ich meinen letzten Arbeitstag. Wie in diesem Blog angekündigt. War intensiv, war berührend, war schön. Am Nachmittag konnte ich der Branchenzeitschrift Persönlich ein Interview geben. Hier ist es.

Dienstag, 22. September 2026

Falsche Richtung

Der steile Abstieg nach Wolfs Ort, im Schatten war alles feucht und rutschig.
Kurz zuvor bei Wolfs Ort.
Aufstieg nach Wolfs Ort. Der Berg hinten rechts, die Wandflue, gehört zur  Gastlosen-Kette.
Hier kehrte ich am Anfang und am Ende ein: die Buvette
bei der Sessellift-Bergstation auf dem Musersbergli.
Die Geografie des Gastlosen-Massivs habe ich gestern erklärt und auch gleich die Route vorgelegt, die ich am Samstag dort machte. Heute möchte ich erzählen, wie sich die Unternehmung anfühlte und wie sie ablief. Nun, sie begann damit, dass ich auf dem Sessellift zum Musersbergli hinauf fast erfror, erstaunlich, wie kalt die Morgen schon sind.

Oben ging ich als erstes in die Buvette und wärmte mich mit einem Kaffee wieder auf. Wie er die Tour machen würde, fragte ich den Wirt auch – im Gegenuhrzeigersinn oder im Uhrzeigersinn? Nun, er kenne sie nur im Gegenuhrzeigersinn, sagte er, so mache man sie im Allgemeinen. Aha.

Ich wählte dann doch den Uhrzeigersinn. Dies schlicht, um möglichst speditiv zum Osthang der Gastlosen zu kommen. In die Sonne. Bald schon erreichte ich das besonnte Chalet Grat, mir war wieder warm. Das nächste lange Stück via Oberberg zum Wolfs Ort, einem Pass, war wundervoll, zur Rechten hatte ich die Kalkspitzen meines Massivs, sah in allen anderen Richtungen massive Berge und hatte in der Nähe unter mir voralpines Weideland mit eingestreuten Wäldern.

Bei Wolfs Ort, auf 1915 Metern über Meer, änderte sich das Szenario auf einmal. Und ich begriff, warum man diese Strecke besser in der anderen Richtung bewandert. Kurz ging ich auf einem Grat, schon hier war Vorsicht angesagt. Und dann gings auf einmal steil, sehr steil runter. Geröll, gezackter Fels, Kies, Wurzeln im Mix, und das alles feucht vom Morgentau – unheimlich glitschig war dieses Stück, das mir lang vorkam, obwohl ich es nach 20 Minuten hinter mir hatte; froh war ich um die Ketten, die stellenweise angebracht waren.

Ab dem Chalet du Soldat, einem vielbesuchten Berghaus, war alles wieder lieb und harmlos, der weitere Weg hinab zum Ausgangspunkt beim Sessellift stellte mir keine Probleme mehr. Gut vier Stunden braucht man für den Pfad bei je 750 Metern auf- und abwärts, wer ihn machen will, merke sich dies: Zuerst der Westen und dann der Osten.

Voralpines Land, gezackter Horizont. Blick vom Osthang der Gastlosen-Kette nach Süden.

Montag, 21. September 2026

Einmal um die Festung

Einige wenige der vielen Gipfel des Gastlosen-Massivs.
Hat die Bergkette der Gastlosen, die den Kantonen Bern, Freiburg und Waadt angehört, ihren Namen vom Adjektiv gastlos, das soviel wie ungastlich bedeutet? Naheliegend, da das Gebirge abgelegen liegt und abweisend wirkt. Falsch ist die Deutung trotzdem. Zugrunde liegt lateinisch castellosus, was wiederum auf castellum zurückgeht, Schloss, Burg. Die Gastlosen, die ich am Samstag im Rahmen der bekannten Gastlosen-Tour umkreiste, sind ja tatsächlich eine Festung aus Fels. Atemberaubend, diese Bastion aus  Kalkzacken.

Und noch ein Wort zur Geografie: Die Gastlosen-Kette zerfällt in mehrere Abschnitte und zieht sich von den Marchzähnen nah Jaun bis zu den Rochers de Rayes nah Rougemont. Die Gastlosen im engeren Sinn, das ist der nördlichste Teil der Kette. Auf meiner Tour umrundete ich diesen Nordteil samt den angrenzenden Sattelspitzen.
Mein "Schweizmobil"-Screenshot zeigt in Violett die Tour, die ich machte.
Oben rechts das Dorf Jaun, von wo ein Sessellift zum Startpunkt hinauf führt.
Die zwei Sterne bezeichnen das nördliche und das südliche Ende der Gastlosen-Kette.

Freitag, 18. September 2026

Die 50-Rappen-Investition

Blick vom Turm auf dem Schleifenberg bei Liestal Richtung Basel.
Links der Bildmitte sind die Roche-Türme zu erkennen.
Den Kantonshauptort Liestal hat man auf dem Turm zu Füssen.
Der Schleifenberg-Turm ist aus Stahl gebaut. 1900 ersetzte
er einen ersten Turm an diesem Ort, ein Holzmodell von 1891.
Mein Teller: Egli aus einem Zuchtbetrieb in Raron VS.
Aufgrund der Prognosen dachten wir, es würde früher oder später zu regnen beginnen. Tat es aber nicht. Unsere Wanderung von etwas über vier Stunden (450 Höhenmeter aufwärts, 490 Höhenmeter abwärts) führte uns vorgestern von Liestal via Roti Flue auf den Schleifenberg. Dort warfen wir jeder 50 Rappen ins Drehkreuz zum Aussichtsturm und bewunderten aus 30 Metern Höhe das Panorama – die Investition hatte sich gelohnt. Danach zogen wir hinab nach Hersberg, traten gleich anschliessend vom Baselbiet über ins Fricktal, Kanton Aargau, erreichten schon bald Magden. Zmittag in der "Blume", die wir von einer früheren Einkehr kannten. Das Essen war wieder gut, und was den Rotwein angeht, wählten wir natürlich ein einheimisches Erzeugnis, einen Magdener Pinot. Derweil ein mittelstarkes Windlein aufkam, gönnten wir uns am Ende eine einstündige Verlängerung und gingen hinüber nach Rheinfelden. Mein Regenschirm, den ich vorsichtshalber eingepackt hatte, kam dann erst nach der Heimreise in Zürich zum Einsatz.
Fricktaler Landschaft. Magden, eine halbe Gehstunde entfernt, ist bereits zu sehen.

Mittwoch, 16. September 2026

Frohsinniger Tag

Letzter Blick auf Büren. Das Dorf versinkt im Wald. Wenigstens aus diesem Winkel.
Schatten tut wohl, finden die Schafe von St. Pantaleon.
Beim Hof Dietel.
Früchtlein in Nunningen.
Qual der Wahl: Speisekarte im "Frohsinn" in Nunningen.
14 Kilometer lang war die Strecke, die wir am Samstag im Solothurnischen zurücklegten. Halt, etwas stimmt nicht ganz, 300 Meter führten zwischendurch im Gebiet Dietel über Baselbieter Boden. Nicht, dass wir das gemerkt hätten, zwei andere Dinge absorbierten uns. Das sonnige, angenehm temperierte Spätsommer- oder auch Frühherbstwetter zum einen, die von Jurakämmen und -fluhen geprägte Landschaft zum anderen. Gestartet waren wir in St. Pantaleon, hielten hinüber nach Büren, stiegen über eine Krete nach Seewen. Und stiegen gleich über die nächste Krete, um hernach unser Schlussziel anzuvisieren, Nunningen. Etwas über vier Stunden brauchten wir für die Route bei 620 Höhenmetern aufwärts und 480 Höhenmetern abwärts. Am Ende gabs einen späten Zmittag in Nunningens Dorfbeiz, dem "Frohsinn". Der Name passte zum Tag.

Freitag, 11. September 2026

Eine Frage des Winkels

Gewellter Rücken: auf dem höchsten Punkt des Mont d'Or (F).
So sah ich den Mont d'Or auf meiner Wanderung leider nicht,
die Felswände bleiben beim Anmarsch von Vallorbe (fast) verborgen.
(Foto: Wikicommons/Vodimivado)
Verdorrter Gelbenzian. Hinten rechts ist in der Tiefe der Lac de Joux erahnbar.
Der dunkle lange Kamm links ist die Dent de Vaulion.
Die Cabane du Mont d'Or circa
20 Gehminuten unterhalb des Gipfels.
Heiss wars am Dienstag, als ich im Waadtländer Grenzdorf Vallorbe loszog; dies war der letzte richtige Sommertag vor dem Temperatursturz. Der Aufstieg zu meinem Gipfelziel führte zunächst durch einen stillen Buchenwald. Höher oben erreichte ich ein Waldsträsschen, kam dann in ein Gebiet typisch jurassischer Weideflächen mit eingestreuten Fichten; markant eine SAC-Hütte, die freilich verschlosssen war. Und dann war ich auch schon ganz oben. Der Mont d'Or, 1463 Meter über Meer, steht auf französischem Boden und ist ein überaus spektakulärer Berg, wobei ich die nackten Kalkwände, die ihn zur Schweiz hin begrenzen, auf meiner Route nur teilweise sehen konnte – eine Frage des Winkels. Beim höchsten Punkt hatte es doch einige Leute, nachdem ich zuvor zweieinhalb Stunden allein unterwegs gewesen war. Grandios die Aussicht, insbesondere gefielen mir in einiger Distanz der Suchet, die Aiguilles de Baulmes und der Chasseron, die ich alle schon besucht habe. Ich verweilte, ich schaute, ich genoss. Und stieg dann wieder ab nach Vallorbe und trank dort im Bahnhofbuffet ein kaltes Bier. Essen mochte ich nicht, es war mir schlicht zu heiss. – 3 h 30 min. Je 690 Hm auf- und abwärts.
Baumskelett.

Montag, 7. September 2026

Hofnarr, Herzog, Bäuerin

Hörstation Nr. 2: Hier geht es um den Ritter von Hünenberg,
der die Schwyzer 1315 vor den anrückenden Habsburgern gewarnt haben soll.
Der Morgarten-Letziturm bei Schornen an der Strasse von Oberägeri nach Sattel.
Er ist von einer grösseren Befestigungsanlage an diesem Ort übriggeblieben.
Auch das ist Morgartenpfad: Wegstück mit Seilsicherung Richtung Figlenflue.
Die Kirche von Sattel, wo der Themenweg endet. Oder
beginnt, denn man kann ihn von beiden Seiten angehen.
Als der Habsburgerherzog Leopold damals im November 1315 mit seinem Begleittross anrückt, weiss er wohl nichts vom Hinterhalt der Schwyzer am Morgarten; Leopolds Ziel ist vermutlich das mit Habsburg verbündete Kloster Einsiedeln. Wo am Morgarten in der Gegend des Ägerisees die Schlacht stattfand, ist unklar, wer genau teilnahm und wie viele Leute starben, ebenfalls. Jahrhunderte der patriotischen Ausschmückung überlagern die Vorgänge. Am Freitag absolvierte ich eine Wanderung mit einer Gehzeit von bloss 90 Minuten, freilich brauchte ich wesentlich länger. Der "Morgartenpfad" führt vom Zuger Morgarten-Denkmal hinüber zur Pfarrkirche von Sattel SZ und widmet sich dem Geschehen von einst in sieben Audiostationen; am Weg stehen Säulen, per Knopf ruft man die jeweilige Einspielung von gut vier Minuten ab. Wobei drei Säulen defekt waren, als ich unterwegs war; wiederum war mir das kein Problem, weil man auch per QR-Code zu den Kurzhörspielen kommt. Die sind unterhaltsam und blenden aus verschiedenen Winkeln – Hofnarr, Herzog, Bäuerin usw. – auf die Schlacht am Morgarten samt Vorgeschichte. Auch kommt eine Historikerin zu Wort, die zu jedem Thema darlegt, was wir wissen. Und was erfunden ist. Eine gute Sache, dieser Pfad. Die Route herunterladen kann man hier.
Der Ägerisee von der Aussichtsplattform "Stauffacherkanzel" der Figlenflue gesehen.

Samstag, 5. September 2026

Ich konnte mich nicht sattfotografieren

Beim Felsentor: der Vierwaldstättersee mit dem Bürgenstock am Ufer vis-à-vis.
Hinten rechts der Pilatus, hinten etwas links der Bildmitte das Stanserhorn.
Pforte aus verkeilten Blöcken: das Felsentor.
Mein Zmittag nach drei Gehstunden.
Ich habe gestern von den Treppen erzählt, die an der Rigi den Geissrügge bewältigen und hinauf zum Aussichtspunkt Chänzeli leiten. Das kleine Abenteuer war am Mittwoch Teil einer grösseren Unternehmung – Gehzeit 3 h 40 min, 940 Hm aufwärts, 390 Hm abwärts. Wir starteten bei der Bahnstation Romiti Felsentor. Kamen gleich zum Felsentor, einer magischen Felspforte. Durchquerten das Areal des gleichnamigen spirituellen Zentrums, stiegen auf einem breiten Weg durch die Felsbänder ab zum Ober Säntiberg. Worauf der lange Aufstieg nach Rigi Kulm begann. Er führte uns zur Müseralp, über den Geissrügge, zum Chänzeli, zur Staffelhöhe und zur Rigi Staffel. Dort gabs Zmittag auf der Terrasse des "Lok 17", ich hatte eine Pouletbrust an Harissa-Sauce mit Couscous, ganz fein. Es folgte der Schlussaufstieg zum Gipfel. Vielseitig und abwechslungsreich, diese Route. Wenn eines sie zusammenhält als optische Klammer, dann die unzähligen Tiefblicke aufs blaue Wasser, das des Vierwaldstättersees vor allem, aber auch des Zugersees. So schön war das, dass ich mich nicht sattfotografieren konnte.
Die Kapelle Heilig Kreuz zwischen Felsentor und Ober Säntiberg.

Blick vom Rigi-Gipfel über den Zugersee nach Norden.

Freitag, 4. September 2026

Warens Treppen, warens Leitern?

Steiles Stück.
In die Nagelfluh gezwungenes Wegstück.
Der Geissrügge ist ein Hindernisparcours der Natur.
Und hier noch einmal ein Treppenfoto.
Waren es nun acht oder neun Treppen? Ich erinnere mich nicht genau, was wohl auch damit zu tun hat, dass ich auf meine Schritte achten musste und im abschüssigen Gelände ins Keuchen kam. Und waren es Treppen oder Leitern? Für mein Dafürhalten eher Treppen, teilweise steil zwar, aber mit komfortablen Stufen ausgerüstet und jeweils auf der einen Seite mit einem Handlauf versehen. Am Mittwoch wanderten wir im Rigigebiet, und ich lernte den Geissrügge-Weg kennen, der von oberhalb der Müseralp zum Aussichtspunkt Chänzeli führt. Grobes Waldgelände, Nagelfluh, an einigen Stellen mussten wir die Hände zu Hilfe nehmen und kurz kraxeln. Gut, gabs die Treppen. Die vielleicht auch Leitern waren.
Unser Weg von der Müseralp her in Violett auf einem "Schweizmobil"-Screenshot.
Oben links der Geissrügge, ein Waldgrat, der zum Chänzeli führt.