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Freitag, 19. Januar 2024

Hugenottenwandern


Endlich ist er erschienen, mein grosser, von der "Schweizer Familie"-Bildredaktion liebevoll alimentierter Artikel über die Hugenottinnen und Hugenotten in der Schweiz. Also über jene Protestantinnen und Protestanten, die im 16. und 17. Jahrhundert vor der Unterdrückung im katholischen Frankreich flohen. Insgesamt emigrierten rund 150 000 Menschen aus ihrer Heimat, etwa 20 000 liessen sich dauerhaft bei uns nieder – und vollbrachten Bedeutendes, dies speziell im Bankenwesen, im Uhrengewerbe, in der Textilindustrie. Auch ihr Savoir-vivre brachten die Hugenotten mit, Lebensfreude und den Gout für modische Kleider. Zudem brachten die Zugewanderten uns Schweizerinnen und Schweizern bei, dasss man Gemüse nicht unbedingt zu einem Mus verkochen muss – aber halt, bereits bin ich voll am Nacherzählen des Artikels. Was ich gar nicht will, das Heft gibt es ja jetzt am Kiosk.

PS: Den Wegen der Hugenotten durch die Schweiz spürt ein Wanderführer nach, der für mich beim Schreiben eine wichtige Quelle war. Man kann mit dem Büchlein wunderbar hugenottenwandern.

Donnerstag, 24. Januar 2019

Das Knöchelphänomen

Flanking.
Vor wenigen Jahren hatten wir es mit dem - ziemlich kurzlebigen - Phänomen des Planking zu tun. Überall auf der Welt posierten Menschen, die sich steif wie ein Brett bäuchlings irgendwo platzierten, für ein Foto; sie sahen aus wie Skispringer im Flug. L., geschätztes Mitglied meines Grüppleins, leider mittlerweile verstorben, plankte damals spontan auf einem Grenzstein auf dem Schnebelhorn im Zürcher Oberland. Das war 2011. Gestern nun musste ich beim Zeitungslesen (der Tagi, wie jeden Tag) wieder ans Planking denken, denn jetzt gibt es Flanking. So heisst die unter Jungen verbreitete Gewohnheit, bloss schuhrandhohe oder gar keine Socken zu tragen und die nackten Knöchel zur Schau zu stellen - was derzeit bei der Giftkälte mein Mitleid weckt. Der Begriff
entsteht durch Komprimierung von "flashing the ankles", die Knöchel zeigen.

Samstag, 18. März 2017

Von den Phrygern zu den Schlümpfen

Eine Büste aus dem alten Rom, der
Jüngling trägt die phrygische Mütze.
(Wikicommons/ Jastrow)
Heute gibt es von mir im Tagi ein Porträt des Pharaos Psammetich I. Dessen monumentale Statue wurde eben in einer Schlammgrube in Kairo entdeckt und geborgen. Psammetich ist wegen eines üblen wissenschaftlichen Experimentes bekannt, man lese dazu den Artikel (in der Zeitung, denn einen Link kann ich nicht bieten). An dieser Stelle möchte ich auf ein antikes Volk verweisen, das im selben Text erwähnt ist und in der Gegend der heutigen Türkei siedelte: die Phryger. Sie sind die Erfinder der bis heutzutage etwa bei jungen Frauen um die 16 sehr beliebten Zipfelmütze - oder sollte man doch eher die Schlümpfe und Santa Claus als moderne Nachahmer heranziehen? Jedenfalls inspirierte die phrygische Zipfelmütze schon die alten Griechen und Römer. In der Urform wurde sie im Übrigen aus einem gegerbten Stier-Hodensack gefertigt.