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Montag, 29. Mai 2017

Der Wanderschlagzeuger

Julian im Jura. (Pressebild/ Irrascible Music)
Kürzlich traf ich am Zürcher HB den Musiker Julian Sartorius, er ist derzeit in ganz Europa unterwegs, zickzackt, meist im Zug, zwischen Berlin, Paris, London und anderen Städten hin und her. Dazwischen geniesse er es sehr, zuhause in Bern in der Aare zu schwimmen, erzählte er mir. Sartorius, 36-jährig, ist ein grosser Wanderer und Berggänger. Und ein grosser Schlagzeuger, ein international gefragter; ursprünglich hatte er an den Jazzschulen Bern und Luzern studiert. Beide Leidenschaften, das Gehen und das Perkussionieren, hat er für sein neues Album zusammengebracht, das zwischen Basel und Genf entstand. Wie das? Man lese es nach in meinem Artikel.

Dienstag, 16. Mai 2017

Draussen schlafen

Ein bisschen Klatsch ist doch sicher willkommen. Man nennt es auch "Personalia". Als ich in den Neunzigerjahren bei der "Berner Zeitung" den Jungredaktor im Stadt-Bern-Ressort gab, hatte ich ab und zu mit Markus Kellenberger zu tun. Er betreute mit zwei, wenn ich mich recht erinnere, weiteren Leuten die "Bernseite", die Aufschlagseite des Lokalbundes; Susanne Hochuli, die später im Aargau Regierungsrätin wurde und nun, nachdem sie das Amt abgegeben hat, durch Deutschland Richtung Norden weitwandert, war auch in dem Ressort. Die Berner Connection spielt bis in die Gegenwart: Susanne und ich sind Kolumnisten beim Heft "natürlich", das, jawohl, von Markus redigiert wird. Womit ich beim eigentlichen Anliegen dieses Eintrages angekommen bin: Markus hat im AT Verlag soeben ein sehr schönes Buch publiziert. "Draussen schlafen" behandelt alle Aspekte des Nächtigens unter freiem Himmel und ist so souverän und locker geschrieben, wie ich mir das seit Urzeiten von Markus gewohnt bin.

Donnerstag, 3. März 2016

Der Kelte von Sarnen

Die Obwaldner gelten als nüchtern und bedächtig, die Nidwaldner als aufbrausend und unbeherrscht. Der pensionierte Obwaldner Hausarzt Andreas Anderhalden aus Sarnen sagt über seinen Schwiegersohn, einenn Nidwaldner: "Er ist ein ganz anderer Mann. Impulsiv! Wenn der sich aufregt, muss ich ihm sagen: Ich höre gut!" Der Spruch findet sich sich im gestrigen "Tages-Anzeiger"; mein Kollege David Hesse hat daselbst eine amüsante Reportage über Anderhalden geschrieben. Der nämlich hat Speichelproben von je drei Ob- und Nidwaldnern von einer darauf spezialisierten Genetik-Firma auf die ethnische Zugehörigkeit untersuchen lassen. Befund: Die Obwaldner sind tendenziell Kelten, die Nidwaldner aber Germanen (Alemannen, wenn man den dominanten germanischen Stamm im  Gebiet der Schweiz nimmt). Die ganze Übung ist fragwürdig bis absurd, wissenschaftlich gesehen; weswegen, lese man nach, Hesse führt Anderhaldens hobbyhistorischen Ansatz gekonnt ad absurdum. Doch gleichzeitig finde regt die Sache meine Fantasie stark an. Wenn ich das nächste Mal von Luzern Richtung Brünig fahre, werde ich an der Kantonsgrenze zwischen Stansstad und Alpnach aufmerken und denken: Achtung, jetzt kommen die Kelten.

Freitag, 6. Februar 2015

Der Zermatterhorn

Das ist Joe. Sein Backpack ist brutal schwer.
Momentan schaue ich mir auf Youtube gern Abenteuer-, Camping- und Outdoorfilmchen an. Solche, die im Winter spielen. Ein Film, der mich amüsiert hat, ist von einem Amerikaner aufgenommen. Er zieht mit über 20 Kilo Gepäck in die Wildnis, hat eine aufblasbare Matratze und ein Kissen bei sich, ein Handy mit Aufladegerät, einen kompliziert aussehenden Wasserfilter, aber auch zwei Flaschen Wein und eine Pistole der Marke Glock. Beim Feuermachen zeigt er sich unfähig, indem er ein Bäumchen fällt, dessen Holz sich als feucht erweist und nicht richtig brennen will. Richtiges bushcraft, wie das auf Englisch heisst, beherrscht er also nicht. Umso unterhaltsamer ist der Film. Der Name des tapsigen Helden lautet lustigerweise: Joe Zermatterhorn.