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Freitag, 9. Oktober 2026

Echt gut

Die Lektüre lohnt sich, bin ich mir sicher.
Das nächste "Echtzeit"-Buch. Es erscheint
Ende Oktober, geschrieben hat es mein
ehemaliger Tagi-Kollege Philipp Loser.
Ich bin stolz darauf, dass ich meine sieben Wandern-und-vieles-mehr-Bücher beim Basler "Echtzeit Verlag" herausbringen konnte. Erstens ist das kein Bezahlverlag, in dem also der Autor jämmerlicherweise Geld hinüberschieben muss, damit sein Buch erscheint; bei "Echtzeit" machen sie ein Buch, weil sie an dieses glauben. Zweitens sind die "Echtzeit"-Bücher wunderbar gestaltet, oft verblüfft die visuelle Umsetzung. Drittens bin ich bei "Echtzeit" in bester Gesellschaft mit Journalistinnen und Journalisten, die ich je nach Person mag, bewundere, beneide. Und viertens sind zwei der drei Verleger seit mehr als zwei Jahrzehnten Freunde von mir. Wendelin Hess und Markus Schneider lernte ich bei der "Weltwoche" kennen. Dort kamen die beiden 2006 auf die Idee, einen Verlag zu gründen, in dem bald mein erstes Wanderbuch erschien. Nun feiert "Echtzeit" den 20. Geburtstag und blickt in einem schön lebendigen Text auf die Gründung und all die folgenden Jahre zurück. Ich gratuliere.

Donnerstag, 24. September 2026

Ein wichtiger Tag

Wandern und geniessen will ich weiterhin. Prosit!
Heute ist für mich ein wichtiger Tag. Mein letzter Arbeitstag, auch wenn mein Anstellungsverhältnis bei "Tamedia" formal erst Ende Monat endet. Um neun Uhr mache ich zum letzten Mal Blattkritik vor der Redaktion, beurteile also die neue "Schweizer Familie". Und am Nachmittag um halb fünf lade ich das ganze Büro plus einige weitere Leute zum Adieuapéro in einem nahen Café. Wie ich mich fühle? Sagen wir mal: freudig verwirrt. Gespannt bin ich des weitern, wie sich der morgige Freitag anfühlen wird. Was wiederum meine Pläne angeht, nach denen ich oft gefragt werde: Ich möchte weiterhin zwei Mal pro Woche wandern und darüber bloggen. Auch schwebt mir vor, mich weiterzubilden, bereits habe ich festgestellt, dass die Uni Zürich einen Veranstaltungskalender unterhält, der täglich die allerinteressantesten Anlässe für alle offeriert. Sicher wird das eine oder andere Erlebnis hier aufscheinen. Vorerst gehts jetzt aber auf die Redaktion. Zum letzten Mal. Das ist nicht nichts.

Freitag, 28. August 2026

Auf nach Gstaad


Wandern in Gstaad.
Vor wenigen Wochen war ich mit Fotograf Sébastien Anex in Gstaad. Wir realisierten als Vorschau auf den Wandertag der "Schweizer Familie", der dieses Jahr dort stattfindet, eine Reportage. Nun, morgen Samstag ist es soweit: Wandertag. Heute reise ich nach Gstaad, am Abend gibts ein Essen mit den Gastgebern der Ferienregion und Sponsoren, und morgen wird gewandert. Nun, hüstel, ich wandere eigentlich gar nicht. Dafür stehe ich am Stand der "Schweizer Familie" auf dem Festplatz parat, wenn Leserinnen und Leser ein Anliegen haben. Nun hoffe ich auf tolles Wetter (sieht gut aus) und viele gute Begegnungen.

Samstag, 22. August 2026

Seraina Cadonau?

Das Val Roseg, Unfallort.
(Foto: Adrian Michael / Wikicommons)
Der Kutschenunfall letzten Samstag im Val Roseg bei Pontresina hinterliess eine Tote, zwei Schwerverletzte, zehn Verletzte. Fotos zum Ereignis gibt es kaum, immerhin lieferte die Bündner Kantonspolizei eines, das die meisten Medien übernahmen. Einzig das kürzlich gestartete, in Hongkong domizilierte Medienportal We-News bot Bilder. Darunter eines, das die umgestürzte Kutsche im Schnee zeigt; an jenem Tag lag im Val Roseg aber kein Schnee – das Bild ist KI-generiert, ganz klar. Und auch die Artikelautorin, eine Person mit dem klingenden Bündner Namen Seraina Cadonau, ist wohl eine Kunstfigur. Das wenigstens vermutet das Schweizer Newsportal Infosperber, das dem seltsamen Newsanbieter aus Hongkong einen Artikel widmet und neben dem offiziellen Polizeifoto auch die Fakefotos zeigt.

Mittwoch, 29. Juli 2026

Ein Wiedersehen

Kollege Anex an der Arbeit, Regina Martin posiert im Atelier ihres Wohnhauses.
Heute erscheint in der "Schweizer Familie" meine zehnseitige Reportage über die Ferienregion Gstaad, Anlass ist natürlich der "Schweizer Familie"-Wandertag, der dieses Jahr – am 29. August – in Gstaad stattfindet. Mitte Juni war ich mit Fotograf Sébastien Anex vor Ort, wir schauten uns zwei Tage um, trafen einen ehemaligen Profiskirennfahrer, den Geschäftsführer der örtlichen Molkerei, eine frohe Wanderfamilie, beschauten uns Landschaften und liessen die Drohne steigen. Besonders freute mich die Begegnung mit Regina Martin – es war ein Wiedersehen. Sie, die Scherenschnittkünstlerin, eine Bauerntochter aus dem nahen Lauenen, hatte ich vor neun Jahren auf einer Medienreise kennengelernt. Am Wandertag wird sie an einem Stand auf dem Festplatz demonstrieren, wie ein Scherenschnitt zustandekommt. Wer Lust hat, darf unter ihrer Anleitung selber zur Schere greifen und ausprobieren.

Sonntag, 21. Juni 2026

Die Grotte von Gstaad

Eines der Highlights meiner Repo-Tour in und um Gstaad war der Besuch der Käsegrotte im Weiler Bissen. Ein ehemaliges Wasserreservoir, eine unscheinbare Türe, die immerhin mit einem hübschen, regionstypischen Scherenschnitt geschmückt ist. Über zwei steile Leitern – schmale Tritte! – geht es hinab in die Grotte. Dort ist es kühl, was dieser Tage gut tut. Auf hohen Regalen lagert der Käse der umliegenden Alpen, betreut von der Molkerei Gstaad. 30 Tonnen sind es, und natürlich kann man, wenn man eine Führung gebucht hat, den Käse probieren. Taten wir mit Hingabe; der Hobelkäse und all die anderen Sorten waren fein. Beeindruckend, dieser Raum, er hat mit seiner kuppelartig gewölbten Decke etwas von einer Kathedrale. 

PS: Meine Reportage in der "Schweizer Familie" erscheint Ende Juli, dies mit garantiert grossartigen Fotos von Sébastien Anex. Am Nationalen Wandertag der "Schweizer Familie" am 29. August in Gstaad führt übrigens die Route zwei ("mittlere Route") an der Käsegrotte vorbei. Diese wird dann geöffnet sein, eine Degu ist auch vorgesehen.


Samstag, 20. Juni 2026

Entschleunigung

Repo-Tage sind anstrengende Tage, man koordiniert laufend Termine, trifft Leute, stellt Fragen, macht Notizen, schaut hysterisch auf die die Wetterprognose, vernachlässigt das Trinken und hat keine Zeit zum Essen. So war das auch gestern und vorgestern in Gstaad. Wir besuchten eine Künstlerin und einen Kitzbühel-Sieger, begleiteten in der Vormittagswärme und Mittagshitze eine Familie und ihre Kindern beim Wandern, fuhren mit dem Auto an entlegene Punkte und liessen die Drohne steigen, fragten wildfremde Biker und Bikerinnen, ob wir sie fotografieren und mit Namen erwähnen dürften, stiegen zudem in ein unterirdisches Käselager ein. Und und und. Schliesslich endete der rasant getaktete Aufenthalt in einem gemütlichen Entschleunigungsritual: Mit der Kutsche fuhren wir vom Weiler Bissen talwärts nach Gstaad. 

Freitag, 19. Juni 2026

Das Brauchtums-WC

Gestern war ich also auf Reportage in Gstaad. Die Eindrücke purzelten mir am Ende des sehr langen Tages – ich musste um fünf Uhr von zuhause los – im Kopf herum. Und die Fotos muss ich zuerst ordnen. Weswegen ich hier heute nur zwei Bilder vom Kafihalt im Sporthotel Viktoria zeige. Eines ist aufgenommen im Herren-WC, das andere zeigt die Tür zu ebendiesem WC. Bäuerliche Sujets. Sie sind allgegenwärtig im Saanenland.

Donnerstag, 18. Juni 2026

Die Ente vom Kapälliplatz

Heute gehts für zwei Tage nach Gstaad, ich und ein Fotograf machen eine Reportage über die Saanenländer Ferienregion; dies im Hinblick auf den Herbst, wenn dort der Nationale Wandertag der "Schweizer Familie" stattfindet. Wir sind gewissermassen das journalistische Vorauskommando. Mein Foto stammt vom Frühling, als ich mich in Gstaad schon mal umschaute. Am Kapälliplatz fiel mir damals beim Flanieren die Ente auf, die da so hübsch sitzt. Offenbar ist sie, wie das Schild zur Skulptur erklärt, ein Geschenk von Julie Andrews und Blake Edwards, platziert vor 12 Jahren. Blake Edwards, der "Pink Panther"-Regisseur, ist mittlerweile verstorben. Aber seine Ehefrau Julie Andrews, die weltberühmte Schauspielerin ("Mary Poppins"), lebt und hält sich oft in Gstaad in der Gemeinde Saanen auf. 2014 war sie zur Ehrenbürgerin von Saanen ernannt worden und bedankte sich damals mit der "Sitting Duck", der Sitzenden Ente, die Blake Edwards geschaffen hat.

Mittwoch, 22. April 2026

Stelle ausgeschrieben

Widmer im Einsatz.
Sucht jemand einen Job, bei dem er oder sie übers Wandern und verwandte Themen schreiben kann? Wie ich bereits berichtet habe, lasse ich mich auf Ende September frühpensionieren. Jetzt ist meine Stelle ausgeschrieben. 

Mittwoch, 1. April 2026

Sechs Monate

Ich bzw. mein Schatten letzten Sommer
hoch über Realp im Urserntal.
Heute mal etwas Persönliches. In genau sechs Monaten werde ich pensioniert. Frühpensioniert, mit 64. Vor einiger Zeit habe ich das beschlossen und es dem Betrieb, der "Schweizer Familie", durchgegeben. Was bedeutet das für diesen Blog? Vermutlich gar nichts, jedenfalls will ich weiterhin im selben Rahmen, so circa zwei Mal pro Woche, wandern. Und hier darüber schreiben. Und sonst – Ziele, Wünsche, Ideen? Am allerwichtigsten ist mir das: Ich will keiner dieser übergeschäftigen, totaleingespannten, atemlosen Rentner werden, die man stets vollverplant antrifft. Mich vorerst einmal genüsslich langweilen, das schwebt mir vor. Und mich mehr als bisher selber überraschen und Dinge unternehmen, die ich zuvor als abwegig verwarf, was auch viel mit Zeitmangel zu tun hatte. Obs mir gelingt?

Donnerstag, 19. Februar 2026

Alle sind satt geworden

Ein stimmungsvoller Anfang, oder? In der "Schweizer Familie" gibt es diese Woche eine dichte Reportage zu lesen, natürlich ist sie auch opulent bebildert. Meine Redaktionskollegin Angela Lembo hat im Freiburgischen die Wanderhirtin Sarah Müri getroffen. Die ist den Winter über permanent unterwegs gewesen mit den ihr anvertrauten Schafen, mit Hirtenromantik hat das gar nichts zu tun, es war harte Arbeit – eine Arbeit aber auch, die Sarah Müri schätzt, weil sie zu ihr passt, weil sie in Ruhe verrrichtbar ist und ihr Frieden bringt. Am Ende der Reportage wird es Abend, und Sarah Müri zieht Bilanz: "Alle sind satt geworden, heute war ein guter Tag." Wer mehr wissen will, kaufe das Heft, es lohnt sich allein wegen dieses schönen Textes.

Samstag, 1. November 2025

Fünf Mal B

 

Ich las die Zeile gestern. Sie treibt das Stilmittel der Alliteration auf die Spitze – fünf mit B beginnende Wörter in Folge. In der Journalistenausbildung wird man gewarnt, Titel wie "Priester, Palmen und Pagoden" zu setzen, weil sie stets ein wenig gesucht oder gar affig klingen. Aber dieser Titel hier funktioniert formidabel, finde ich. Die Buvette, um die es geht, kenne ich leider nicht.

Mittwoch, 24. September 2025

Endlich ist sie erschienen

Ende Mai war ich einige Tage lang unterwegs auf dem "Camino Francés", dem wichtigsten spanischen Jakobsweg. Besuchte zwischen den Pyrenäen und der Atlantikküste wichtige Pilgerorte mit dem Auto, wanderte jeden Tag immerhin auch ein, zwei Stunden. Und nun darf ich glücklich vermelden, dass meine über neun Seiten sich ziehende, splendid bebilderte Reportage endlich erschienen ist. Wer sie lesen will: kaufen! Das neue Heft der "Schweizer Familie" ist ab heute am Kiosk erhältlich!

Samstag, 23. August 2025

Tschau, Nau

Daran habe ich mich gewöhnt:
Bildschirm im Postauto mit Nau-News.
(Foto: Adrian Michael / Wikicommons)
Wenn ich in den letzten Jahren mit dem Bus unterwegs war, was ich als Wanderer natürlich oft tue, dann fiel mein Blick immer wieder mal auf den Bildschirm vorne im Gefährt und verweilte. News in Kürzestform gab es zu lesen, die ich gar nicht übel fand, journalistisch sauber gemacht, das Allernötigste. Informative Unterhaltung, unterhaltende Information. Durch sie wurde mir Nau zum Begriff, jenes Medienportal aus Liebefeld BE, das die Schlagzeilen liefert. Gestern las ich, dass das zur Post gehörende Unternehmen Livesystems, das die Bildschirme in Bussen, Bahnhöfen, Tankstellen, Postfilialen überall im Land – 13 000 sind es – unterhält, sich von Nau trennt. Auf Anfang des nächstes Jahres sollen die journalistischen Inhalte von einem anderen Medienpartner kommen. Ich hoffe, der Nachfolger kanns auch.

Montag, 23. Juni 2025

Glacetag in Davos

Fotograf Daniel Ammann an der Arbeit. Sorry für die brutal abgedeckten Gesichter.
Richtig anschauen kann man die drei Frauen von Davos bald in der "Schweizer Familie". 
Schön zu sehen ist auf meinem Bild immerhin (links hinten) der Davosersee.
Auf der Ischalp, 1930 Meter über Meer. Zu ihr gehört eine Seilbahn.
Lief gut mit der Wanderreportage aus Davos (siehe Eintrag vom Samstag). Wir waren mit einer Mutter und ihren zwei Töchtern unterwegs, die dort leben, der Vater konnte nicht, er musste an diesem Tag arbeiten. Zusammen stiegen wir vom Kurpark auf die Ischalp und auf einem anderen Wanderweg wieder ab. Die Mädchen, "noch nicht ganz sechs" und acht, trieben jede Menge Schabernack, bastelten sich zum Beispiel aus Huflattichblättern lustige Hüte. Und mit der Mutter gsprächleten wir, ich und der Fotograf, munter. Oben gabs Pommes frites, Nusstorte und Glace. Und am Ende, als wir wieder unten waren, gabs grad wieder Glace, aus fotografischen Gründen. Zwei Glace an einem Tag – die Mädchen fanden das super. Der Artikel, garantiert mit vielen opulenten Fotos bestückt, erscheint Ende Juli, heute will ich ihn, schön gemütlich im Home Office, schreiben. Noch ein Wort zum Gewitter, das ich am Samstag befürchtete. Es kam nicht, jedenfalls nicht, bis wir gegen 15 Uhr fertig waren. Aber der Himmel verdüsterte sich nach der Mittagszeit doch markant, Wolken zogen auf. Wie's weiterging, während ich auf der Heimreise war, weiss ich nicht.

Samstag, 21. Juni 2025

Davos, ich freue mich

Heute früh fahre ich nach Davos, wie jedes Jahr mache ich die Voraus-Reportage zum Nationalen Wandertag der "Schweizer Familie" im September, letztes Jahr gings nach Willisau, heuer ist nun also die Alpenstadt Davos Gastgeberin. Mit meinem Fotografen treffe ich am Vormittag eine Familie, die im Ort lebt, zusammen werden wir eine der Routen des Wandertages erkunden, es geht vom Kurpark hinauf auf die Ischalp und wieder hinab, eine Rundtour von knapp drei Stunden. Wir werden freilich mehr Zeit brauchen, weil ja eben fotografiert wird, auch will ich spontan Leute ansprechen, die dann, quasi als Nebenpersonal, im Artikel vorkommen. Ein bisschen Sorgen macht mir, dass es in der zweiten Tageshälfte gewittern könnte. Trotzdem: Davos, ich freue mich. Die Repo kommt dann in unsere letzte Ausgabe im Juli.

Der Davosersee, gesehen vom Bergweg unter dem Gross Schiahorn.

Freitag, 28. März 2025

Wieder einmal in Sachseln

Schnitzwerk am Eingang zur Pfarrkirche von Sachseln OW.
Am Montag fuhr ich nach Sachseln für eine kleine Reportage über den Dorfplatz. Die Ankunft fühlte sich ein bisschen an wie Heimkommen, in den letzten Jahren hatte ich einige Male im Dorfkern Zeit verbracht. Ich war schon in der Pfarrkirche, in der die Reste unseres Landespatrons Niklaus von Flüe ruhen, ich war schon im Café Zumstein, in dem sie so fein backen, ich war schon in der Sammlung Christian Sigrist, in der geschnitzte Miniaturen auf unsentimale, ganz dem Dokumentarischen verpflichtete Art und Weise Szenen des ländlichen Lebens zeigen. Und ich war schon im Museum Bruder Klaus, das die Dauerausstellung über den Heiligen schlau mit saisonalen Sonderausstellungen konterkariert. Alle diese Orte habe ich am Montag wiedergesehen. Und noch ein Wort zum Museum Bruder Klaus. Für dieses Jahr ist dort eine Sonderausstellung zum Thema "Frieden" mit Werken schweizerischer und ukrainischer Kunstschaffender geplant. Die werde ich im April sicher besuchen. Meine nächste Visite in Sachseln zeichnet sich also bereits ab.

Freitag, 17. Januar 2025

Wir waren nur halb oben

Am Tag unserer Anreise, am Mittwoch, war das Wetter in San Bernardino durchzogen: ein bisschen Sonne, viele Wolken. Ungenügendes Fotolicht – das Ziel ist nämlich, vor Ort eine Zeitschriftenreportage zu realisieren, und die funktioniert ohne splendide Fotos nicht. Gestern Donnerstag wurde alles gut. Wir hatten Sonne. Uneingeschränkt. Von Morgen bis Abend. Um halb zehn montierten wir die Schneeschuhe, zogen zu viert los vom Dorf Richtung San-Bernardino-Pass. Für dieses Ziel muss man hin und zurück mit circa fünf Stunden rechnen. Unsereins kam nur bis zum Ponte Nev, einer kleinen Brücke über die junge Moesa, dort kehrten wir um. Das hat nichts mit mangelnder Fitness oder Faulheit zu tun, sondern damit, dass wir, ein Führer, die Kommunikationsfrau vom örtlichen Tourismus und ich, immer wieder stoppten, um für den Fotografen zu posieren oder uns nach seinen Anweisungen zu bewegen. Auch die Drohne lancierte der Fotograf zwischendurch. Alles fürs gute Bild. Ein Problem war unser Stottermodus keineswegs. Bei dem strahlenden Wetter war es nicht nur herrlich, auf der verschneiten Passstrasse zu gehen. Ebenso schön fanden wir es, auf ihr zu stehen.

Samstag, 28. September 2024

Die Kletterflieger

Zwei Verrückte. Ich meine das anerkennend. Die Berner Chrigel Maurer und Peter von Känel haben diesen Sommer eine Strapaze auf sich genommen, die ihresgleichen sucht. Und haben erreicht, was sie erreichen wollten: nämlich alle 82 Viertausender der Alpen zu bewältigen. Sie unterwarfen sich dabei einer rigorosen Regel: keine Begleitfahrzeuge. Keine Velos. Keine Seilbahnen. Einzig die eigene Körperkraft und ein voll und ganz ökologisches Verkehrsmittel, den Gleitschirm, benutzten sie. Sie kletterten, sie flogen. Und machten auf jedem Gipfel ein Selfie. Die "Schweizer Familie" hat den beiden Alpinisten und Gleitschirmlern und ihrer Leistung einen Artikel gewidmet. Wenn jemand Beachtung verdient hat, dann die Herren Maurer und Von Känel, die im Alpinismus in knapp zwei Monaten Bleibendes vollbracht haben. Ohne dass sie in den Himalaya oder nach Südamerika fliegen mussten.