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Donnerstag, 9. Juni 2022

Das Ducanproblem

Also superstabil sind diese Hänge nicht: das urtümliche Ducantal.

Auf Schweizmobil (Screenshot)
ist die Sperrung eingezeichnet.
Kurz nach Ostern rumpelte es im Ducantal. Man startete eine Drohne mit Kamera und stellte fest, dass sich an einem Hang Spalten geöffnet hatten und bereits 3000 Kubikmeter Fels ins Tal gestürzt waren. Bei einem grossen Felssturz könnte ein Vielfaches an Material niedergehen. Der Wanderweg wurde deswegen vorsorglich gesperrt, Fachleute überwachen die Gegend, möglicherweise stabilisiert sich der Hang wieder. Ich hoffe, dass es so kommt. In den letzten Jahren ist in der Schweiz die Zahl dauerhaft gesperrter Wege sprunghaft gewachsen. Um den Weg durch das Ducantal wäre es besonders schade. Eine Passroute führt vom Sertigtal bei Davos via dieses Tal zur Fanezfurgga nach Davos Monstein. Sowie zur nahen Ducanfurgga nach Bergün. Sie überquerte ich, nachdem ich zuvor die Fanezfurgga besucht hatte, vor drei Jahren. Dies ist einer der allerschönsten Übergänge im Land.

Dienstag, 31. Juli 2018

Sorry, ich muss mich kurz kratzen

Gestern kurzwanderte ich vormittags im Baselbiet, später hatte ich dort einen Termin. In Wenslingen im Dorfbeizli trank ich im Schatten Kafi und las den "Blick", der herumlag. Zwei Artikel interessierten mich besonders. Zum einen die Berichterstattung über den Bergsturz im Unterengadin bei Lavin vom Freitag samt Nachstürzen; das Tal des Lavinuoz bleibt deswegen für mindestens zwei Wochen geschlossen. Der zweite Artikel, den ich mit Gewinn las, war...

sorry, ich muss mich kurz kratzen ...

Wanzenlos? Die Heidelberger Hütte um 1890. (Wikicommons)
... haha, kleiner Witz. Jedenfalls ging es bei diesem zweiten Artikel um Bettwanzen in der Heidelberger Hütte unweit von Samnaun und Schuls grad noch auf Schweizer Gebiet. Dort wurde ein Bergführer vor wenigen Monaten von Wanzen angefallen (sagt man "angefallen"?). Er beschwerte sich, worauf die Hütte eine Spezialfirma engagierte, die die Wanzen beseitigte. Angeblich. Denn unterdessen war der Bergführer wieder in der Hütte - und wurde wieder gepiesackt. 65 Bisse zählte er am nächsten Morgen, beim Morgenessen hätten sich auch andere Gäste beklagt, sagt er in der Zeitung und zeigt seinen versehrten Torso. Der Hüttenbetreiber will bei alledem nichts von einem Comeback der Wanzen wissen. Doch andere Hütten in der Region fürchten, dass Berggänger die Wanzen zu ihnen tragen. Soweit der "Blick".

Sonntag, 29. Juli 2018

Mein Grummeltag

Seelein und Schloss: Wie kann ein Mensch damit nicht zufrieden sein?
Letzte Wegmeter vor Tarasp.
Am Freitag war ich ein wenig grummelig. Nicht bei der Anreise nach Schuls, da freute ich mich auf die Clemgiaschlucht, ich hatte mir eine schöne Route zurechtgelegt; die Clemgia ist übrigens ein Bergfluss, der von Süden her auf den Inn zufliesst und bei Schuls in diesem endet. Nun, als ich um halb zehn Uhr bei der Einmündung der Clemgia in den Inn war, stellte ich fest: Der Schluchtweg ist auf den ersten drei Kilometern, von meinem Standort aus gerechnet, gesperrt, dies schon seit 2017, aufgrund von Rutschen nach schlimmen Unwettern. Das eben machte mich grummelig; man denkt, man sei flexibel, aber dann stellt man fest, dass man an manchen Tagen schlecht mit Dingen umgehen kann, die nicht nach Plan laufen. Ich ging stattdessen den Inn hinauf bis unter die elegante Strassenhochbrücke bei Vulpera, stieg hinauf nach Vulpera und hielt vorwärts nach Tarasp, allerdings nicht in der Direttissima, ich leistet mir Umwege und schaute einige Sachen an. Am Schluss, in Tarasp, war es postkartenmässig schön mit dem Schloss, das mir trutziger und adlernestiger vorkam als bei früheren Besuchen. Und die Bläue des Tarasper Seeleins war unnachahmlich. Will heissen: Ich bekam für die Clemgiaschlucht vollwertigen Ersatz Trotzdem: Meine Grummeligkeit wich erst am Abend von mir, als ich längst wieder zuhause war.
Die Innbrücke bei Vulpera.