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Sonntag, 24. Mai 2020

750 Meter nur

Zollikerberg. In der Mitte die Bahnlinie, oben Deisten, unten Galgenbüel.
750 Meter liegen die beiden Orte auseinander. (Screenshot Schweiz-Mobil)
Vorgestern kam ich nah der Forchbahnstation Zollikerberg wieder einmal an der Quartierstrasse mit dem Namen "In der Deisten" vorbei. Was das wohl bedeuten könnte, hatte ich mich schon oft gefragt. Diesmal schlug ich es nach. "Deisten" kommt von "Dingstatt", Ort eines Ding. Das Ding war die germanische, also auch alemannische, Gemeindeversammlung, wobei die "Gemeinde" bloss aus den freien Männern bestand, Frauen und Unfreie hatten nichts zu sagen. Die Männer des Ding regelten die örtlichen Angelegenheiten und sprachen auch Recht. Im Zollikerberg ist es nicht weit von der Deisten bis zum Galgenbüel etwas höher oben am Hang. Dort wurden Todesurteile vollstreckt, die das Ding ausgesprochen hatte.

Samstag, 23. Mai 2020

Langweilig ums Maul

Gruppenbild mit Kühlschrank, Australien 1939. Wenn ich es richtig verstehe,
geht es um ein Quiz mit Fragen zu Filmstars, und das Gerät ist der Hauptpreis.
(Foto: Sam Hood/ Wikicommons)
Ich fuhr in der Forchbahn. Im Viererabteil vor mir sass, es war gegen neun Uhr abends, ein junger Typ. Er telefonierte mit seiner Freundin, er war Bündner, und er hatte Hunger. "Ja, ich habe zu Abend gegesssen", sagte er. Aber irgendwie gelüste es ihn nach etwas Feinem, nach was genau, wisse er nicht. Was es denn zuhause im Kühlschrank noch so habe, er sei in 15 Minuten da. Der junge Typ sagte: "I han so langwilig um d Schnorra."

PS: Heute geht es in die Surselva, wir fahren früh ab, ich hoffe, wir bleiben bis zum frühen Nachmittag vom Regen verschont, das wäre nett.

Freitag, 22. Mai 2020

Der Bündner Wutfluss

Welches Trio hier wohl sitzen durfte? In der Kirche Versam. Unten die Kirche.

  • Bahnhof Versam-Safien
  • flussaufwärts bis Isla
  • den Steilhang hinauf nach Carrera
  • via Erlawisli zur Kiesgrube Bergli
  • in einem grossen U durch den Lengwald unter Missachtung der Direttissima nach Versam
  • Bergli, ab hier die Direttissima
  • Hüschera
  • Versam
  • Versam, Kirche
  • Versam
  • Aleschg
  • namenloser Aussichtspunkt, 907 m
  • Islaplanggen
  • Chrummwag 
  • Bahnhof Versam-Safien (4 1/2 h, je 660 Meter auf- und abwärts).
Uff. Es wirkt immer ein bisschen unkreativ, einen Blogeintrag mit Wegangaben zu beschweren. Ich tue es trotzdem, weil ich denke, dass vielleicht jemand inspiriert wird und die betreffende Route nachwandern will. Was ich in diesem Fall besonders empfehlen kann. Das Schauspiel der Ruinaulta-Schlucht ist faszinierend, wie ich gestern mit Fotos zu belegen versuchte. Auch an anderen Dingen hatten wir, Wanderfreund Peider und ich, am Mittwoch Freude. Am stillen Dörflein Carrera etwa mit dem grossen, flachen Dorfbrunnen. Versams kleine Kirche aus dem Jahre 1710 gefiel uns ebenfalls, sie ist aus dem Geist der reformierten Walser erbaut, also betont schlicht. Zudem leisteten wir uns nach Versam einen Abstecher zu einem Aussichtspunkt, der auf der Karte keinen Namen trägt, aber immerhin mit der Höhe markiert ist. Man blickt von einer Felskanzel im Lärchenwald direkt ins unwegsame Tobel der Rabiusa. Sie heisst nicht umsonst so. "Rabiusa" hängt mit lateinisch "rabies" gleich Wut zusammen. Die Rabiusa, das Gewässer des Safientals, das bei Versam in den Vorderrhein mündet, ist ein Wutfluss. Kein Wunder, hält das Gros der Siedlungen im Tal Abstand zu ihr.
Mann am Abgrund. Unten das Tobel der Rabiusa.

Donnerstag, 21. Mai 2020

Das Ruinaulta-Spektakel

Ruinaulta! Die Schlucht des Vorderrheins zwischen Reichenau und Ilanz. Gestern war ich dort, wanderte mit einem Freund bei Versam, konnte mich weder sattsehen noch sattfotografieren. Hier ein paar Aufnahmen, morgen liefere ich die Details zur Tour nach.

Mittwoch, 20. Mai 2020

ABFWB?

Unterwegs mit den AB zwischen Gais und dem Stoss.
Die Appenzeller Bahnen (AB) und die Frauenfeld-Wil-Bahn (FWB) wollen verschmelzen. Mitte nächstes Jahr sollen die zwei Generalversammlungen über die Fusion entscheiden. Ganz unerwartet kommen die Pläne nicht, von denen ich kürzlich las. Die AB führen schon seit 17 Jahren im Mandatsverhältnis die Geschäfte der FWB. Kommt es zur Fusion, würde das eine gemeinsame Buchhaltung bedeuten, einen gemeinsamen Internetauftritt und einen gemeinsamen Verwaltungsrat. Mehr Rentabilität ist das Ziel hinter der Zusammenführung der beiden Unternehmen, die weitgehend dem Bund, den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden, St. Gallen und Thurgau, den Städten St. Gallen, Wil und Frauenfeld sowie Gemeinden und Bezirken der Ostschweiz gehören. Was ich mich grad frage: Wie die neue Bahn heissen wird? Und wird man die Kürzel kuppeln? ABFWB? Ich bin gespannt.

Dienstag, 19. Mai 2020

Adelboden ist auch Rimini

Das Adelbodner Bad und sein Musikpavillon. (Fotos: Medienmitteilung/ David Bühler)
Was für eine originelle Schwimm- und Sonnanlage. Und das inmitten der Berge. Das Schwimmbad von Adelboden entstand 1928 im Stil des Neuen Bauens. Die Feriengäste sollten sich fühlen, als seien sie in Rimini oder ähnlich. Letztes Jahr ist das Bad in umgebauter und aufgefrischter Gestalt neu eröffnet worden, nachdem es längere Zeit von der definitiven Schliessung bedroht gewesen war. Gestern kam eine Medienmitteilung von der Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Bern: Deren Fachkommission für Denkmalpflege verleiht der Interessengruppe, die die gelungene Sanierung des Bades betrieben hat, ihren Spezialpreis 2020. Ein Blick auf die zwei Aufnahmen, die der Mitteilung beilagen, und ich muss sagen: Jawohl, eine gute Sache.

Montag, 18. Mai 2020

25 Jahre, dann brannte alles nieder

Die Kosthäuser der Spinnerei und Weberei heute ...
Bei Hagendorn, einem Dorf in der Gemeinde Cham, bildet die Lorze, der Hauptfluss des Kantons Zug, ein langgezogenes Inseli. Als ich vor einiger Zeit vorbeikam, fielen mir die acht wie an einer Schnur aufgereihten roten Holzhäuser auf. Es sind die Kosthäuser der ehemaligen Spinnerei und Weberei Hagendorn. Gegründet vom Zürcher Industriellen Robert von Muralt, nahm diese 1863 ihren Betrieb auf, um genau ein Vierteljahrhundert zu bestehen - 1888 brannte sie nieder, 370 Arbeiter und ihre Familien verloren ihre Arbeit, die Fabrik war am Ende. Heute wird auf dem umgenutzten Areal gewohnt.
... und die Ruine der ausgebrannten Spinnerei 1888.
Hinten rechts eines der Kosthäuser.
(Wikicommons/Chamapedia)

Sonntag, 17. Mai 2020

Kinderfugu

Autsch, dachte ich in Küsnacht vor diesem Haus.
In Küsnacht gibt es eine Kindertagesstätte mit dem Namen Fugu; sie ist Teil einer Kette mit weiteren Standorten im Kanton Zürich. Fugu, aha! Das ist doch der Kugelfisch, den die Japaner als Delikatesse schätzen - allerdings dürfen ihn nur Köche zubereiten, die eine spezielle Ausbildung samt Prüfung absolviert haben. Denn ein Fugu hat Teile, die hochgiftig sind und die man sorgfältig entfernen muss. Fugu, da denke ich nur eines: Vorsicht! Wieso eine Kita sich diesen Namen erwählt, weiss ich nicht. Interessieren würde mich auch, was japanische Eltern sagen, wenn sie den Namen hören. Vielleicht schmunzeln sie, weil sie ihn lustig finden. Oder aber sie denken: Was ist denn das für eine toxische Idee!

Samstag, 16. Mai 2020

Das Vierwappenhaus

Hausfassade mit historisierender Bemalung beim Sammelplatz.
Unten die Appenzeller Wappen, oben die von Schwyz und Glarus.
Ganz und gar friedliche Biberfladen
 in der Sammelplatz-Bäckerei.
Wer - wie ich am Dienstag - beim Sammelplatz vorbeikommt, einem eher unwirtlichen Ort an der Strasse und dem Schienenstrang der Appenzeller Bahn zwischen Appenzell und Gais, der wird in die Vergangenheit gesaugt. Es beginnt ja schon mit dem Namen "Sammelplatz". Hier trafen sich im Juni 1405 die Appenzeller. Dann zogen sie weiter zum Luftlinie fünf Kilometer entfernten Stoss, wo das Gelände abrupt Richtung St. Galler Rheintal kippt. Die Habsburger Ritter rückten von unten an, ihre Pferde waren müde, auch soll der Regen verhindert haben, dass sie ihre Bogensehnen spannen konnten. Die Appenzeller wiederum warteten oben in einiger Entfernung zu ihrer Letzi, einem wüsten Wall aus Steinbrocken, Baumstämmen, Ästen. In der folgenden Schlacht siegten sie, 20 von ihnen sollen gefallen sein, rund 300 Mann waren es auf Seiten der Habsburger. Für die Appenzeller war die Schlacht am Stoss und die Abschüttelung der Habsburger der Beginn ihrer ungestümen Phase. In den folgenden Jahren erwiesen sie sich als unangenehme Kraft im Grossraum zwischen Bodensee, Vorarlberg, Rheintal und Walensee. Sie schlossen einen Bund mit Städten wie Altstätten, Feldkirch und Bludenz, wiegelten die Bauern auf, verwüsteten Sargans, die March, den Thurgau und seine Adelssitze, Wil, Bischofszell. Von langer Dauer war ihre Expansion nicht. Und damit zurück zum Sammelplatz. Auf der Fassade des roten Hauses, in dessen Flachteil eine Bäckerei untergebracht ist, sind Szenen des Geschehens von 1405 aufgemalt. Sowie zwei Wappen, das der Schwyzer und der Glarner. Diese beiden Orte nämlich wussten aufgrund der Schlachten am Morgarten (1315) und bei Näfels (1388), wie man sich an einer Letzi verhält, wie Barfussinfanteristen ihre Mobilität im schnellen Vorstoss nutzen und wie man mit der Hellebarde eine Ritterrüstung knackt. Das alles brachten die Schwyzer und Glarner den Appenzellern bei und schickten wohl auch kleine Abordnungen ins Getümmel. Nun noch ein Letztes: Damals waren die Appenzeller vereint, die Reformation kam ja erst ein gutes Jahrhundert später. Die katholischen Innerrhoder veranstalten bis heute jedes Jahr im Mai eine Prozession vom Sammelplatz auf ihrem Terrain zum Stoss auf Ausserrhoder Boden. Vorgestern war es wieder soweit. Nein, halt! Ein übermächtiger Feind hat es verhindert. Das Coronavirus.

Freitag, 15. Mai 2020

Die Forchbahn hats gemerkt

Während des Corona-Lockdowns wunderte ich mich in der Forchbahn über ein Plakat, das zuvor sinnvoll gewesen war, nun aber fehl am Platz. Es propagiert, dass man in der oft sehr vollen Bahn nicht die letzten freien Sitze mit Einkaufstaschen und so blockiert. Dass man zusammenrückt und zum Beispiel im Viererabteil auch wirklich zu viert sitzt. Unterdessen hat allerdings auch die gute Forchbahn erkannt, dass im Moment genau das Gegenteil angebracht ist - neuerdings ist das Originalplakat überklebt. Noch besser wäre vermutlich, es ganz zu entfernen. Ich nehme an, das kommt noch.

Donnerstag, 14. Mai 2020

Taschenlampe mitnehmen!


"Kommt zu uns": Werbung von Appenzell Tourismus.
Wer sie liest, ist ja aber schon da.
Sie sind überall, diese Innerrhoder Kapellen - in den Wiesen, im Wald, im Zentrum des Hauptortes Appenzell und rundum inmitten hässlicher Neubauten. Elf Kapellen lernte ich kennen, als ich am Dienstag den Appenzeller Kapellenweg absolvierte. Eine ungefähr vierstündige Unternehmung war das. Etwa die Hälfte der Gotteshüsli war freilich verschlossen. Durchs Gitter ins Innere zu linsen, brachte nicht viel, denn drinnen wars schummrig. Und so rate ich allen, die sich auch auf den Weg begeben möchten, der durch die grüne Landschaft führt und auf dem Hügel der Burgruine Clanx kulminiert, die bis zu ihrer Erstürmung und Schleifung durch die Bauern den St. Galler Äbten gehörte: Taschenlampe mitnehmen!

Mittwoch, 13. Mai 2020

Appenzell war leer

Appenzell, "Bazar Hersche": Diese Zwerge suchen Käufer.
In der Krypta der Pfarrkirche: Stühle im Corona-Abstand.
Die "Sonne" beim Landsgemeindeplatz.
Meine Leibspeise.
Gestern bewanderte ich den Appenzeller Kapellenweg, etwas über vier Stunden brauchte ich für die von Appenzell weit ins Hügelland ausholende Schleife. Weil es kalt war und die Bise blies, machte ich keine Pausen. Wieder in Appenzell, gönnte ich mir in der Sonne eine Siedwurst mit Chäshörnli und dazu einen Einer Pinot. Wahnsinnig, wie wenig Leute im normalerweise von Touristen überquellenden Zentrum unterwegs waren. Die Hauptgasse mit den vielen Läden war praktisch leer, das klamme Wetter trug wohl dazu bei. Mehr zu meiner Route will ich morgen erzählen. Zuerst muss ich jetzt die Fotos sortieren und beschriften. Bei insgesamt elf Kapellen plus einigen Bildstöcken, Kirchen und Klöstern mache ich das besser früher als später.

Dienstag, 12. Mai 2020

Fastenbrechen in Zürich

Einkehr in Zürich. Mit Plexiglas zwischen den Tischen.
Am 16. März assen wir zu zweit im Rosengarten im Zollikerberg Pizza. Dann kam der Lockdown. In den nächsten Wochen kochte ich zuhause täglich, einmal abgesehen vom Brätlen während einiger Wanderungen. Gestern nun öffneten viele Restaurants wieder. Und wir gingen, diesmal zu dritt, in einem von ihnen essen. Es war wieder ein Italiener, das Santa Lucia am Paradeplatz in Zürich. Meine Ravioli waren fein, der Wein ebenfalls. Gäste hatte es eher wenige. Zwischen den Tischen waren Plexiglasscheiben montiert. Die Stimmung kam mir vor wie gegen Saisonende in einem italienischen Kurort. Ein wenig morbid mit unterbeschäftigtem Servicepersonal. Trotzdem  machte die Einkehr nach so langer Zeit Spass. Ich taufte den Anlass ... "Fastenbrechen".

Montag, 11. Mai 2020

Gipfelfreuden

Kurz nach der Ankunft auf dem Stockberg.

Das Astschleppen hätte ich mir sparen können.
Oben lag an der Grillstelle gutes Holz parat.
Am Samstag bestiegen wir den Stockberg. Nicht den von Nesslau im Toggenburg, sondern seinen Schwyzer Namensvetter, eine grüne Kuppe hoch über dem Zürichsee. Der Aufstieg über gut 800 Höhenmeter von Schübelbach-Gutenbrunnen aus durch den Chälenwald und via Tostel war in der sommerlichen Wärme schweisstreibend. Und der Abstieg in der Direttissima hinab nach Siebnen, wieder 800 Höhenmeter, war im ersten Teil bis Mettlen extrem steil - ein Knietest. Auf dem Stockberg rasteten wir zwei Stunden. Wir liebten das Panorama mit dem noch tief verschneiten Fluebrig, dem bereits aperen Grossen Aubrig sowie seinem Bruder, dem Kleinen Aubrig, mit dem Mutteristock, dem Wageten und der ganzen Zürcher Oberländer Hügelkette samt dem Bachtel in der Mitte. Auch assen wir auf dem Gipfel gut. Wir starteten mit spanischem Schinken und Melone. Grillierten dann auf der perfekt in den Fels gepassten Feuerstelle Würste aller Art. Und tranken Rotwein. So war die Stockberg-Unternehmung eine perfekte Mischung aus Anstrengung und Genuss. 
Frau G. im Steilhang unter dem Gipfel.
Blick von unserem Berg auf den Zürichsee mit dem Seedamm.

Sonntag, 10. Mai 2020

Die frechen Neuenburger

Eine spätere Ausgabe der Genfer Bibel
von 1669. (Hubertgui, Wikicommons)
Die erste Bibel auf Französisch erschien 1535. Sie stammt nicht etwa aus Frankreich - vielmehr wurde sie in Genf von Pierre Robert Olivétan übersetzt und in Serrières, heute ein Quartier der Stadt Neuenburg, vom Drucker Pierre de Vingle gedruckt. Die "Genfer Bibel" oder auch "Bible de Serrières" war ein protestantisches Unterfangen. Denn die katholische Kirche war an einer Bibel, die auch einfache Leute lesen konnten, nicht interessiert. Die Bibel von Serrières, Ausdruck der Reformation, steht am Anfang des neuenburgischen Druckgewerbes, das im 18. Jahrhundert massgeblich zur Verbreitung aufklärerischer Ideen beitrug und die französische Revolution vorbereiten half. In Neuenburg produzierte man so ziemlich alles in Buchform, was der französische König und seine Kleriker verboten hatten.

Samstag, 9. Mai 2020

Das Heferätsel und seine Lösung

42 Gramm Hefe vom Migi.
Gestern buk ich wieder ein Brot. Mit Frischhefe. Die Würfel, die es im Laden gibt, sind stets auf 42 Gramm genormt. Warum 42 Gramm? Freund Google wusste Bescheid. Er vermittelte mir einen Artikel in der "Brigitte", der die Zahl erklärt. Früher konnte man Hefe nur beim Bäcker kaufen. Er lagerte sie in 500-Gramm-Blöcken und zerteilte für Kleinkunden einen solchen Block in 12 Stücke. Jedes Stück wog 41,66 Gramm. Gerundet sind es 42 Gramm. Voilà!

Freitag, 8. Mai 2020

Vor dem Ochsen gabs Klöpfer

Blick von der Ruine Ödenburg.
Schafe in Oltingen. Die Weide ist bald einmal kahl gefressen.
Lostorf - Bad Lostorf - Meierweid - Leutschenberg -Dürrhalde - Höli - Wägenstett - Oltingen - Ostet - Wenslingen - Ödenburg - Tecknau: dies unsere vierstündige Route von vorgestern Mittwoch. Ich kann sie empfehlen, sie ist abwechlsungsreich. Man arbeitet sich zu Beginn am ersten Jurariegel ab, gewinnt Höhe, erblickt nach dem Leutschenberg gegen Norden einen weiten, gartenartigen Landstrich, kommt in ein kleines Tobel, durchquert die Dörfer Oltingen und Wenslingen, erreicht die Ödenburg, einen aussichtsreichen Ort über Tecknau, und langt nach dem Abstieg schnell in Tecknau an. Ein Detail vom Weg: In Oltingen gab es vor dem Ochsen zu essen, Take-away, Klöpfer und dergleichen. Das wurde geschätzt, es hatte sich bereits eine kleine Schlange gebildet - so sieht Gastronomie in Zeiten von Corona aus.
Tecknau. Da mag jemand Kakteen.

Donnerstag, 7. Mai 2020

Ein Bad stirbt

Der Zerfall hat seinen Reiz. Am Südrand des Solothurner Juras, am Hang der ersten Jurakette, stehen die Gebäude des 2002 stillgelegten Bades Lostorf. Früher kurte man in der reizvoll grünen Landschaft, man suhlte sich im warmen Schwefelwasser - der Ort hat eine lange, ins späte Mittelalter zurückreichende Geschichte. In der Gegenwart gammelt das Bad Lostorf vor sich hin. Hat es eine Zukunft? Wohl kaum. Wir kamen gestern durch und waren fasziniert vom post-apokalyptischen Ambiente. Man könnte hier jederzeit einen Horrorstreifen drehen. Garantiert gäbe auch das Innere des verrammelten Bades ein paar morbide Schauplätze her.

Der Wanderweg (rot), auf dem wir von Lostorf her kamen, erschliesst nur einen Teil des Areals, den des ehemaligen Bades eben (obere Markierung). Weiter unten stehen abseits des Wanderweges die Bauten der Mineralwasserquelle Lostorf (untere Markierung). Sie ist sehr wohl noch in Betrieb. 1933 übernahm die Mineralquelle Eptingen den Standort, sie füllt in Lostorf unter anderem das Mineralwasser für den Grossverteiler Lidl ab. Es stammt aus über 500 Metern Tiefe.

Mittwoch, 6. Mai 2020

Fredy bloggt

Als ich 2008 beim Tagi anfing, war Peter Hartmeier Chefredaktor. An den Tagen, an denen ich Dienst hatte, also die Seiten meines Ressorts "Analyse und Hintergrund" redigierte, musste ich morgens in Peters Büro - Koordinationssitzung. Um den grossen Tisch, darauf eine Schale mit Früchten und Schöggeli, sassen Grössen wie Vizechefredaktor Res Strehle, Inlandcrack Iwan Städler, Wirtschaftschefin Rita Flubacher und der stets grantige oder so wirkende Auslandchef Luciano Ferrari. Es war ein wenig einschüchternd, auch wenn die Treffen meist friedlich verliefen. Angenehm fand ich stets die Präsenz von Sportchef Fredy Wettstein. Ich erlebte ihn - einmal abgesehen von seiner fachlichen Kompetenz - als Gentleman, der nie laut wurde. Der stets sachlich blieb. Höflich. So war Fredy im Redaktionsleben immer, er hatte stets ein Lächeln für die anderen. Mittlerweile ist er nach 44 Jahren Tamedia im Ruhestand gelandet. Schön, dass er neuerdings bloggt. "Im Auge" ist kein reiner Sportblog, obwohl er im Namen an die Tagi-Kolumne anschliesst. Es geht etwa auch um ein Treffen mit den Liedermachern Pippo Pollina und Linard Bardill. Oder um eine stille, schöne, trauernde Bootsfahrt auf dem Zürichsee. Ruhig ist der Ton des Blogs. Klug. Wie Fredy halt.

Dienstag, 5. Mai 2020

Katholische Zeichen

Schöner Aargau: die Reuss und das Kloster Hermetschwil.

Der Dominilochstäg.
Je mehr vorgestern der Sonntag voranschritt, desto schöner wurde er. Wolken zogen auf, manche von ihnen lieferten sich am Himmel dramatische Rennen. In Hedingen starteten wir am Vormittag, im Land am Albis, wo sich Katholiken und Reformierte vor einem halben Jahrtausend im Krieg umbrachten und wo bis heute die Konfessionsgrenze verläuft. Wir gingen nach Zwillikon, erreichten das sanfte Tobel der Jonen. Eine schöne Überraschung war die Jonentalkapelle, die mitten im Wald steht als Wallfahrtstätte mit jahrhundertelanger Geschichte. Via das Dorf Jonen hielten wir hinab zur Reuss und rasteten auf der Höhe der Brücke von Rottenschwil am Auengebiet Stilli Rüssmatte, wo winzige Frösche im Gras hockten und sich von der Sonne wärmen liessen. Wir taten das auch, auch assen wir und tranken Wein. Bis Bremgarten war es hernach noch recht weit. Wir liebten die Holzbrücke von Hermetschwil, den Dominilochstäg, und das Frauenkloster hoch über dem Ufer des Flusses, liebten später auch die Emaus-Kapelle auf dem kleinen Hügel zwischen Zufikon und Bremgarten. Beeindruckend, wie der Katholizismus die Landschaft mit seinen Zeichen prägt.
Wallfahrtziel im Wald: die Jonentalkapelle.

Im Jonental.

Montag, 4. Mai 2020

Hyänenponys und Vogelchalets

Hier vier Fotos von unserer gestrigen Unternehmung, bei der wir zuerst durchs Säuliamt wanderten und dann durchs Kelleramt. Die Fotos sind alle in Jonen AG entstanden, ich will morgen etwas mehr zur Route erzählen. Nun wünsche ich allen eine schöne Woche.
Huch.
Hier kann man schöne Vogelhäuschen kaufen. Nein, Vogelchalets.
Wirken diese Ponys mit ihrem gescheckten Fell nicht wie Hyänen?
Ohne Worte.