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Donnerstag, 2. Juli 2026

Zwei Friedhöfe

Meine Fotos vom Berner Rosengarten: Blick zum Münster …

… das Restaurant …
… der Seerosenteich.
Am Montag besuchte ich den Rosengarten in Bern, der Park ist bekannt für die Aussicht auf die Berner Altstadt samt der Aareschleife und dem Münster. Ich schaute genüsslich und ging dann im Restaurant einen Kafi trinken. Lange war ich nicht mehr hier gewesen, seit dem Studium nicht mehr, denke ich. Womit wir bei meiner zweiten Berner Station wären. Zwei Bushaltestellen weiter stadtauswärts findet sich der Schosshaldenfriedhof. Dort wurde an diesem Nachmittag die Asche meines kürzlich verstorbenen Professors Johann Christoph Bürgel beigesetzt, bei dem ich einst Islamwissenschaften und Neuere Vorderorientalische Philologie studiert und abgeschlossen hatte. In melancholischer Stimmung fuhr ich nach der Zeremonie heim. Und nun noch einmal zum Rosengarten. Er wurde 1765 eingerichtet. Als Friedhof. Gut 110 Jahre lang wurde auf ihm bestattet. Bis zur Eröffnung des Schosshaldenfriedhofs. Womit ich am Montag in Bern also gleich auf zwei Friedhöfen war.

Mittwoch, 3. Juni 2026

Das Klatsch-Experiment

Der Klatschmohn blüht. Knallrot steht er in den Wiesen. Ich muss ihm einfach diesen Eintrag widmen. Mein Foto stammt vom Mittwoch, es ist bei Wangen aufgenommen, einem Weiler unweit der Forch in der Gemeinde Küsnacht ZH.

PS: Etwas muss ich noch loswerden zum Klatschmohn. Er heisst offenbar so, weil die Blütenblätter ein klatschendes Geräusch machen, wenn sie im Wind aneinanderschlagen. Das deutsche "Naturparkmagazin" schlägt folgendes Experiment vor, für das man freilich ein Blütenblatt ausreissen muss: Mit Daumen und Zeigefinger der einen Hand, indem sich die zwei Fingerspitzen berühren, einen Kreis bilden. Das Loch mit dem Blütenblatt belegen und mit der Fläche der freien Hand darauf schlagen. Es klatscht. Lese ich. Ausprobiert habe ich es nicht.

Montag, 11. Mai 2026

Hurra, der Klatschmohn ist da

Der Himmel über Nack (D).
Die Fährifrau führte uns bei Ellikon über den Rhein.
Ein Bier im "Rhygarte" gleich bei
der Fähre-Anlegestelle in Ellikon.
Wetter gut, alles gut. Am Samstag wanderten wir vom Bahnhof Rafz via Geshalden, Buechhalden, Nack hinab zum Rhein, setzten mit der Fähre über nach Ellikon, gingen durch die Thurauen, überquerten die Thur und kamen nach Flaach – Spargelzmittag im "Sternen", natürlich draussen im Garten, wunderbar. Wir waren danach aber noch nicht fertig mit der Landschaft. Zogen vielmehr ins Nachbardorf Volken und wanderten über die Egg nach Andelfingen. Knapp fünf Stunden (Gehzeit) hatte die Unternehmung gedauert bei 340 Höhenmetern aufwärts und 350 Höhenmetern abwärts, sie wird mir als die vielleicht schönste des bisherigen Jahres 2025 in Erinnerung bleiben. Nicht nur die perfekte Temperatur machte es aus, sondern auch die Gegenden, die wir durchstreiften, zuerst das Rafzerfeld, dann das deutsche Dorf Nack im ganz von der Schweiz umschlossenen Jestetter Zipfel, schliesslich das Zürcher Weinland. Kurz gesagt, waren wir in einem grossen Garten unterwegs, in dem alles blühte von Raps bis Flieder.
Der Beobachtungsturm in den Thurauen auf der Flaacher Seite der Thur von 2025.

Hurra, der Klatschmohn ist da.

Donnerstag, 30. April 2026

Genfer Frühling

"Der Frühling ist da!": offizielles Genfer Communiqué vom 5. März dieses Jahres.
Der Sautier – es kann auch eine Frau sein – steht dem Generalsekretariat des Genfer Kantonsparlaments vor. Eine witzige Pflicht, die zu diesem an sich ernsthaften Amt gehört, steht jeweils gegen Ende des Winters an. So circa ab Mitte Februar geht der Sautier täglich vor dem Regierungsgebäude zu einer bestimmten Rosskastanie. An ihr, dem Marronnier de la Treille, verfolgt er, wie frühe Triebe sich bilden, bis schliesslich das erste Blatt erscheint. Dieses Ereignis verkündet der Sautier in einer Medienmitteilung. Will heissen: Im Kanton Genf wird der Frühling behördlich festgestellt und vermeldet. Erwähnt wird dieses Kuriosum in der neuen "Schweizer Familie" im Rahmen einer grösseren Geschichte über die kleinen Überraschungen, die unser Land birgt. Ich habe diese nicht selber zusammengetragen, sondern einem neuen Buch entnommen.

Samstag, 11. April 2026

Visite Nr. 2

Da ist er ja: der Cheisacherturm, 698 Meter über Meer.
Blick vom Turm aufs liebliche Fricktal und weiter Richtung Norden.
Alter Grenzstein mit dem
Berner Bär nah der Sennhütte.
Als wir 2011 zum Cheisacherturm wanderten, war er noch ganz neu. Diesen Mittwoch besuchten wir ihn erneut, er steht halt so attraktiv in der Landschaft – hoch über dem Fricktal zwischen dem Tal des Rheins und dem Tal der Aare. Natürlich stiegen wir auch diesmal auf zur Plattform auf gut 24 Metern, um die Aussicht zu geniessen. Dass wir danach brätleten, habe ich vorgestern voller Begeisterung erzählt. Bleibt die Route nachzutragen: Start in Hornussen und von dort zur Sennhütte, einem Wanderknoten, in dessen Nähe alte Grenzsteine davon zeugen, dass in dieser Gegend einst der Berner Oberaargau der Alten Eidgenossenschaft mit dem habsburgischen Fricktal zusammentraf. Von der Sennhütte wars dann nicht mehr weit zum Turm. Nach dem Brätlen stiegen wir nach Gansingen ab, wo wir uns ein eiskaltes Bier vom Denner genehmigten. War toll, was natürlich auch mit dem wunderbar milden Wetter, dem Sonnenschein und dem voll einsetzenden Bluescht zu tun hat.
3 h 50 min, je 500 Hm auf- und abwärts.
Jetzt blühen sie wieder.

Montag, 30. März 2026

Monoton oder meditativ?

Hier starteten wir: Schloss Aarwangen.
Letzte Impression von Aarwangen.
Man könnte die Route von Schloss Aarwangen via Weissenried und Brotheiteri zum Flugplatz Langenthal bei Bleienbach "monoton" nennen. Oder aber "meditativ". Jedenfalls bestand sie aus langen Geraden und verlief zu einem guten Teil im Wald, wir sahen vor allem Bäume. Der Flugplatz bot dann Unterhaltung und Abwechslung, ich habe ihn gestern bereits vorgestellt und möchte heute bloss nachführen, dass das Essen im Restaurant Hangar 5 – schön mit Blick auf die zwei Pisten – sehr gut war von Käseschnitte über Schnipo bis Flammkuchen. Danach wählten wir, weil es bereits halb regnete, halb graupelte, die Direttissima hinüber ins nahe Herzogenbuchsee. War durchaus schön, wobei ich schon finde, der Winter dürfte jetzt seine Feindseligkeiten einstellen und uns dem Frühling überlassen.
4 h, 290 Hm aufwärts, 240 Hm abwärts.
Sieht immer schön aus: Flammkuchen.

Gleich noch ein Foto aus dem "Hangar 5".

Sonntag, 15. März 2026

Ihr armen Blumen

Gestern Mittag im Zürcher Weinland. Ich nehme an,
mittlerweile frieren die Blüemli im Schnee.
Gestern, das war der Tag des Absturzes, die Temperatur fiel Stunde um Stunde. Als wir am Vormittag in Ossingen ZH loszogen, wars einigermassen mild. Stunden später, als wir am Nachmittag von  Rheinau, ebenfalls ZH, heimfuhren, fühlte sich die Luft unangenehm eisig an. Und hatte es zuvor geregnet, begann es nun zu schneien. Nennen wirs einen Rückfall in den Winter, ich denke, der Frühling ist bloss für wenige Tage ausser Kraft gesetzt. Wenn mir gestern jemand leid tat, dann nicht unser Fünfergrüppli. Sondern die Blumen, die mittlerweile vermutlich im Schnee frieren. Morgen erzähle ich mehr von unserer Tour. Heute geht es übrigens an eine Metzgete im Appenzellerland. Ich glaube, ich werde kältehalber etwas Fettiges essen, so ein Widmer will ordentlich beheizt sein.

Donnerstag, 12. März 2026

Wanderung mit Weidenkätzchen

Die Salweiden blühen.
Fünf Minuten nach dem Start: Der Solothurner Jura entblösst sein Inneres.
Frisch angelegte Ökoweiher bei Herbetswil.
Bauernbratwurst mit Spätzli und Fähnlideko. (Foto: Ronja)
Heimfahrt mit Bier.
Zuerst setzte ich die Beiz als Ziel fest. Und erst danach zeichnete ich eine Route zu ihr. Schon lange war nämlich auf meiner Wanderwunschliste die Bergwirtschaft Obere Wengi im Solothurner Jura gestanden, ich war viel im Gebiet unterwegs gewesen, aber nie dort eingekehrt. Nun, es lohnt sich, fanden wir Anfang Woche bei unserem Besuch heraus, ich und meine Begleiterin waren jedenfalls von der Bauernbratwurst begeistert. Und wir liebten die Aussicht an diesem Ort hoch über dem Tal der Dünnern, der auch ein Startpunkt für Gleitschirmler und Deltaflieger ist. Halt, das mit der Aussicht ist gelogen. Saharastaub hatte die Luft eingetrübt, wir sahen nicht wirklich weit. Ansonsten war alles gut, wir kamen an jähen Kalkfluhen vorbei, freuten uns über die Kätzchen der Salweiden, genossen später im ersten Teil des Abstiegs den steilen Waldpfad. Am Ende gabs im Coop in Matzendorf dann ein Solothurner Bier für die Heimfahrt. Es machte die Unternehmung rund.

Die Route: Herbetswil, Hinter Hammer – Grossrieden – Sebli – Obere Wengi – Lätt – Untere Bulten – Matzendorf. 4 h 10 min. 690 hm aufwärts, 750 hm abwärts.

Freitag, 6. März 2026

Zeichen des Frühlings

Junger Bärlauch.
Der Schleitheimer Randenturm.
Widmers langer Schatten im Schlussabstieg nach Hemmental.
Der Zmittag: Saiblingfilets mit Weisswein-
Risotto und Bärlauchstreifen.
Wieder ein Zeichen, dass der Frühling da ist: der junge Bärlauch in den Wäldern des Randen, des Schaffhauser Juras. Er trug vorgestern Mittwoch dazu bei, unsere Wanderung von Schleitheim via Strickhof zum Schleitheimer Randenturm und via Randenhof nach Hemmental zur gefreuten Sache zu machen. Vieles andere Gute kam hinzu: Die Sonne schien. Die Hochfläche des Randen war fast menschenleer. Und im "Siblinger Randenhaus" beim Randenhof kamen wir wieder einmal zu einem feinen Zmittag. Die Wanderung dauerte bei 535 Höhenmetern aufwärts und 430 Höhenmetern abwärts vier Stunden. Also 240 Minuten. Jede von ihnen war gut.

Dienstag, 11. November 2025

Bauer Bodenmanns Beitrag

Das Gäbrisseeli wird gerne fotografiert und ist auch auf Postkarten abgebildet. Als wir am Samstag auf dem Weg zum Gasthaus Oberer Gäbris vorbeikamen, fragte ich mich, wie es entstanden ist. Was seine Geschichte ist. Folgendes entnehme ich einem Artikel der "Appenzeller Zeitung": Bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs wurde an diesem Ort Torf gestochen. Die Grube füllte sich mit Wasser, ein Moortümpel entstand. Freilich wäre er wohl wieder verlandet, hätte nicht der Bauer Ernst Bodenmann eingegriffen. Er vergrösserte die Wasserfläche, pflanzte Arven, aber auch Orchideen und Edelweisse an, platzierte Findlinge und Bänkli. Es kamen Enten, es kamen Amphibien, heute lebt am Wasser auch eine grosse Population von Erdkröten, dazu kommen Bergmolche und Grasfrösche. Mittlerweile gehört das Gäbrisseeli Bodenmanns Nachkommen und steht unter Naturschutz. Es zeigt, was ein Einzelner ausrichten kann.

Mittwoch, 8. Oktober 2025

Der leuchtende Baum

Gestern fotografierte ich in meiner Strasse im Zollikerberg diesen Baum und dachte wieder einmal, dass der Herbst eine erstaunliche Jahreszeit ist. Er hat die Gabe, auch die allergewöhnlichsten Orte schön zu machen.

Freitag, 19. September 2025

Der Hügel, die Kuh, die Blumen

Hügel bei Dürrenroth.
Hab derzeit grad ein Fussproblem, eine entzündete Sehne, am "Schweizer Familie"-Wandertag konnte ich leider nicht mit auf die viereinhalbstündige Wanderung. Mein Arzt findet, ich solle schonen, aber auch nicht nicht bewegen. Also Testbetrieb. Und Ibuprofen. Am Mittwoch ging ich mit Ronja von Wasen via Dürrenroth nach Huttwil, was gut dreieinhalb Stunden dauerte. Die leichte Route gefiel mir extrem, ich will morgen mehr von ihr erzählen. Heute bloss einer der Chnubel (mit Kuh), die im Emmental allgegenwärtig sind. Plus ein paar Blumenfotos, herrlich, wie es in den Gärten und auf den Feldern blühte. Und der Fuss? Der scheint sich nicht entscheiden zu können, ob er lieb sein soll oder bös. Könnte dauern, die Sache.

Donnerstag, 28. August 2025

Thurgauer Farbentour

Heute beginnt der Herbst. Jedenfalls gefühlt. Nach meinem Empfinden. Die Temperatur fällt, die Tage sind schon merklich kürzer, auf den Wiesen zeigt sich die Herbstzeitlose. Gestern aber, da wars noch einmal heiss mit einem Stich ins Schwüle, die Sonne brannte, als ich aus dem Thurtal über den Seerücken zum Untersee zog, ich schwitzte. Morgen will ich Genaueres von der Route erzählen, zu der auch ein guter Zmittag gehörte. Heute hier bloss Fotos von Gewächsen, die ich unterwegs fotografierte – ihr Anblick erfreute meine Augen, diese Thurgauer Wanderung war auch eine Farbentour.

Montag, 11. August 2025

Stilvoll gezeigt

Zu einer guten Museums- oder Ausstellungsvisite gehört meiner Meinung nach, dass man so nebenbei ein neues Wort lernt. Kürzlich waren wir auf einem Teamausflug der Redaktion in Zürich in der Sukkulentensammlung. Sukkulenten sind Pflanzen, die aufs Wasserspeichern spezialisiert sind und deshalb auch in trockenen Zonen überleben können, Kakteen gehören zu dieser Gruppe. Wir unterhielten uns bestens in den Gewächshäusern der Sammlung, die als eine der grössten und wichtigsten weltweit gilt. Hübsch fand ich die an Theaterbühnen erinnernden Miniatur-Holzkästen; diese waren offenbar speziell im England des 19. Jahrhunderts beliebt. Damals inszenierte man in ihnen mit Vorliebe neue Zuchtvarianten der Auricula-Primel. "Aurikeltheater" heissen die Kästen deshalb, voilà das neue Wort, das ich heimtrug.

Mittwoch, 16. Juli 2025

Spikeland

Typisch Emmental.
Noch diese plus eine zweite Steilstufe, dann sind wir unten an der Emme und in Emmenmatt.

Am Sonntag wanderten wir auf dem Schweizer Alpenpanorama-Weg. Etappe 14 führte uns von der Lüdernalp auf einem sehr schönen Höhenweg hoch über dem Oberen Frittenbachgraben hinab nach Emmenmatt; weil es dort kein Restaurant gibt, schlenderten wir noch eine halbe Stunde an der Emme flussabwärts bis Neumühle und assen im "Sternen". Eine unbeschwerte Unternehmung war es gewesen. Und eine ruhige, der Rest der Leute, die am Morgen wie wir im Bus von Langnau auf die Lüdernalp gefahren waren, entschwand Richtung Napf; abwärts wie wir ging niemand. Wir hatten die Strecke für uns. Und genossen den Blick über die Hügel rundum. Ich denke, wir werden das Emmental vermissen, wenn wir es hinter uns haben.
Und noch die Angaben: knapp 4 h, 280 Hm aufwärts, 790 Hm abwärts.

Bei den steilen Hügeln sind die Spikes plausibel.

Mittwoch, 9. Juli 2025

Durchhalten, liebe Blüemli


Alpenflora beim Jakobshorn vor einer Woche.
Gestern auf dem Jakobshorn. (Jakobshorn-Webcam, Screenshot)

O Graus. Vor einer Woche war's hoch über Davos auf dem Jakobshorn herrlich warm. Auch ein Gfrörlig wie ich konnte im Hemd wandern. Gestern hingegen lag auf dem Berg Schnee. Nun, es wird nicht lange dauern, bis der Sommer zurück ist – durchhalten, liebe Alpenblüemli, durchhalten!

Donnerstag, 15. Mai 2025

Immenblatt?

Immer schön, mit einer Person zu wandern, die sich auskennt. Zum Beispiel in Sachen Botanik. Gestern war ich im Züribiet mit M. unterwegs, die so ziemlich jedes Pflänzli und Blüemli identifizieren kann. Mir waren die meisten Gewächse neu, die sie benannte; ganz wenige fotografierte ich, zeige sie hier gern und hoffe, dass mir ihre Namen bleiben werden.

Nie gehört. Das ist das Immenblatt.

Nie gehört: Das ist die Voralpen-Kreuzblume.


Auch schon gehört: Das sind Knospen der Tollkirsche.