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Montag, 3. August 2026

Ich ass industriell

Schöner essen: das Restaurant der Marina in Unterterzen mit dem Walensee.
Mein Zmittag: Flanksteak vom Kalb
mit Gemüse und Kartoffelpüree.
Das in den Walensee vorgeschobene Schwemmdelta von Unterterzen SG war über viele Jahrzehnte ein industrieller Standort, die Arbeiter kamen aus der ganzen Region, es gab Kamine und Ladekräne, die groben Steine wurden per Schiff vom gegenüberliegenden Steinbruch Lochezen-Walenstadt antransportiert, Kies und Sand kamen vom Gäsi, ebenfalls am Walensee gelegen, heute ein beliebter Campingplatz. Die "Zementi", die Cement- und Kalkfabrik Unterterzen AG, gehörte lange der Industriellenfamilie Schmidheiny. 1977 freilich stellte diese die Produktion ein, später dann auch das Mahlwerk. Eine deutsch-holländische Investorengruppe übernahm das Areal, baute ein Resort auf, das 2008 eröffnet wurde, im Folgenden aber in Geldnot geriet und konkurs ging. 2018 übernahmen neue Betreiber, zu denen auch die Bergbahnen Flumserberg gehören. Flumserberg: ein gutes Stichwort für mich: Nach meiner Wanderung von Mols auf den Flumserberg gondelte ich am Mittag des 31. Juli zum See hinab. Und ging in der Marina, wie die ganze Überbauung mit Hotel, Ferienwohnungen, Freizeitanlagen auch heisst, essen. War sehr gut, ich hatte irgendwie halluziniert, es würde vielleicht von der Decke Zementstaub auf den Teller rieseln. Dem war natürlich nicht so. Die Küche war modern, subtil, sogar ein bisschen kreativ. Wer gern direkt am Wassser speist – dies ist der passende Ort.

Die Zementi von einst: historisches Foto im Eingang zum Marina-Hotel.

Wo einst Zement fabriziert wurde, macht man heute Ferien.

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