Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Posts mit dem Label Social Media werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Social Media werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 26. Februar 2019

Stadtner?

Schule und altes Rathaus Walenstadt um 1905,
(Wikicommons/ Petar Marjanovic, Paul Gantner)
Facebook wird gern geschmäht, oft nicht zu Unrecht. Gleichzeitig ist es als Wissensquelle eine gute Sache. Gestern brachte Facebook-Freundin Franziska Hidber, eine Ostschweizerin, ein Foto mit Backwaren und schrieb dazu: "Made by Mama". Sowie: "nach altem Stadtner Rezept." Ich fragte Franziska, auf welchen Ort sich das Adjektiv beziehe. Auf Walenstadt, antwortete sie. Eben. Wieder einmal habe ich durch die kalifornische Sozial-Plattform etwas erfahren, was ich nicht wusste.

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Der Pilgerberg ohne Pilgerei

Vor bald zwei Jahren traf ich mich mit einem deutschen, in Konstanz lebenden, geradezu unheimlich vielseitigen Wander- und Tourismus-Autor. Das war auf der Hohen Buche im Appenzellerland. Auf Facebook sind Patrick Brauns und ich schon viel länger befreundet, ab und zu kommentiert er Blogeinträge von mir, oft sind es Ergänzungen, manchmal auch freundliche Einwände oder kritische Nachfragen. Dass Patrick ein Schweizkenner ist, zeigt sich auch in vielen seiner Bücher. Eben ist im Midas Verlag ein neues erschienen: "Das kleine Buch der grossen Berge", Untertitel: "50 Berge, die Sie kennen müssen, um die Schweiz zu verstehen". Besonders gefällt mir an der Sammlung, dass sie nicht nur berühmte Berge wie das Matterhorn, die Rigi, den Säntis behandelt; etliche Kapitel widmen sich eher abseitigen, unbekannten oder auch verkannten Erhebungen. Und immer sind die Texte witzig und gewitzt. Warum bloss, fragt sich Patrick, heisst der Mont Pèlerin über den Rebbergen des Lavaux eigentlich so, also "Pilgerberg", da es doch keine Hinweise auf eine Wallfahrt und auch keine Kapelle gibt? Man liest den scharfsinnigen Schreiber mit Gewinn.

Dienstag, 4. Oktober 2016

Zweimal Zirkel

"Der Zirkel wird lebendig." Als ich das kürzlich draussen beim Eingang zum Flughafen Zürich las, dachte ich zuerst an Literatur. "The Circle" ist ein grossartiger Roman von Dave Eggers über eine Facebook sehr ähnliche Firma und über eine junge Frau, die dort zu arbeiten beginnt und dabei in eine Art fröhlichen Totalitarismus der kalifornischen Art gerät. Lesen! Unbedingt! Beim "Circle" am Flughafen handelt es sich aber um etwas anderes, um ein Bauprojekt nämlich. Auf dem Areal werden neue Hotels entstehen, ein Kongresszentrum, ein Gesundheitszentrum des Unispitals Zürich, dazu kommen unzählige neue Büroräume sowie Ladenlokale. Die Realisierung des Gebäudekomplexes wird gut eine Milliarde Franken kosten, Investoren sind die Flughafen Zürich AG sowie der Versicherungskonzern Swiss Life.

Mittwoch, 24. September 2014

Wieder mal stadtgewandert

Auf der Dachterrasse des Toni-Areals, das blaue Haus ist der Prime Tower.
Am Montag stadtwanderte ich mit meinem Berner Freund Stefan von Bergen durch Zürich. Wir wollten eigentlich vor allem Max Frisch nachgehen, doch das - relativ - neue Frisch-App fürs Smartphone stürzte mehrmals ab. Immerhin besuchten wir Frischs Geburtshaus an der Heliosstrasse in Hottingen, seine letzte Wohnung in der Stadelhoferpassage und die Villa Coninx an der Heuelstrasse, die heute das Coninx-Museum beherbergt; einst wohnte in ihr Frischs Studienfreund Werner Coninx, der ihm das Architekturstudium finanzierte. Wie diese Freundschaft funktionierte und wie sie allmählich endete, kann man im "Montauk" nachlesen.

Prähistorisches Jagdgerät
im Parkhaus Opéra unter
dem neuen Sechseläutenplatz.

Das war bei weitem nicht alles. Wir schauten uns auch den neuen HB an. Den Lindenhof mit der Kopie einer römischen Grabtafel für das Kind eines Oberzöllners. Den neuen Sechseläutenplatz, auf dem gerade die letzten baulichen Reste des Circus Monti demontiert wurden. Das unterirdische Parkhaus des Platzes mit einer kleinen archäologischen Dauerausstellung. Die Villa Patumbah eines Kaufmanns, der im Sumatra-Handel extrem reich geworden war, um sich dieses Wahnsinnsgebäude zu bauen und dann früh zu sterben. An einer Tropenkrankheit, sinnigerweise. Dann ging es zum Schluss hinaus zum Toni-Areal, in dem die Zürcher Hochschule der Künste sowie weitere Bildungseinrichtungen hocken. Irgendwie war das riesige Gebäude gleichzeitig beeindruckend und unheimlich; ich lobte mir meinen Studienort von einst, das stickig-enge Islamwissenschaftliche Seminar im Sternengässli in Bern, wo man sich kannte.

Nachdem wir all das gesehen hatten - ah ja, da war auch noch der Viadukt-Weg auf dem Bahndamm bei der Josefswiese -, kam als krönender Abschluss das Nachtessen im Restaurant Markthalle. Mein Schweinskotelett dort: Spitzenklasse; ich könnte darüber viele Zeilen schreiben. Aber eigentlich ist dieser Eintrag jetzt schon zu lang.
Max-Frisch-Gedenkschild in der Stadelhoferpassage.

Freitag, 12. September 2014

Er geht, ich gehe mit

Auf Facebook berichtete Peter über die Route. (Screenshot)
Schade, ist er fertig. In den letzten Wochen verfolgte ich auf Facebook fasziniert, wie der Journalist Peter Blunschi, ein alter Facts-Kollege, heute bei Watson, die Schweiz durchwanderte von Rorschach bis Lausanne - 450 Kilometer Distanz, gut 17000 Höhenmeter. Peter machte es mit Facebook genau richtig, er postete nicht manisch und zerstörte sich so die Intimität der Reise, lud aber doch ein, zwei Dinge pro Tag hoch. So konnte ich mitgehen: von Appenzell, das er zu Recht als "Folklore-Disneyland" bezeichnete, über Charmey, wo er einen Ruhetag einlegte und sich den Rücken massieren liess, bis zum letzten Tag in den Reben des Lavaux. Wirklich schade, ist er fertig. Man könnte sich daran gewöhnen, von zuhause aus zu lehnstuhlwandern.