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Donnerstag, 8. Oktober 2026

Hier ist der Schnee schnell weg

War fein: Kürbissuppe, Cordon bleu, Wildbeilagen-Teller
und Minidessert in der "Aberen". (Fotos: tw/Ronja)
Eben gings hier um die Wanderung auf dem Zürichsee-Rundweg von Meilen nach Stäfa. Oberhalb von Stäfa, das muss nachgetragen werden, kehrten wir in der "Aberen" ein, einem bekannten Ausflugsrestaurant mit Blick auf den Zürichsee. Nach dem Essen schlug ich nach, woher der Flurname kommt, den das Restaurant übernommen hat. Nun, Aberen hat nichts zu tun mit aber, es ist also nicht so, dass hier eine Person lebte, die stets widersprach. Aper steckt im Ausdruck, gemeint ist ein Ort, an dem es im Frühling früh ausapert. Ein Ort, an dem der Schnee schnell verschwindet.

Samstag, 26. September 2026

Maria und die Hölle

Der Hof Höll liegt höllisch abgelegen. Hinten links der Groot.
Die heilige Idda in der Iddakapelle im Wald bei der Ottenegg.
Aussichtsreich steht die Marienstatue auf der Ottenegg.
Mein Zmittag im Restaurant des Klosters
Fischingen: Wasserbüffel-Bratwurst und ein
vor Ort gebrautes Pilgrimbier, Variante blond.
Schön wars, erstaunlich kalt wars, die Sonne zeigte sich erst, als ich praktisch fertig war mit der Wanderung. Anfang Woche drehte ich vom Kloster Fischingen aus eine Runde, die auf dem Groot kulminierte, dem – siehe Eintrag von gestern – höchsten Punkt des Kantons Thurgau, 991,1 Meter über Meer. Was mich an der etwas über dreistündigen Unternehmung (je 520 Meter auf- und abwärts) frappierte, war die Stille der Gegend, durch die ich zog; mir kam es vor, als sei seit der Landnahme durch die Alemannen hier nicht viel passiert. Besonders einsam liegt der Hof Höll, dessen Name soviel bedeutet wie: abgelegenes Gebiet. Vor der Höll war ich an einer der heiligen Idda gewidmeten Waldkapelle vorbeigekommen und dann an einer Metallsäule. Die ist so hoch, dass ich erst beim zweiten Hinschauen merkte, dass auf ihr eine Marienstatue steht. In diesem Fall ist die Gottesmutter den Menschen etwas gar weit entrückt.

Montag, 21. September 2026

Einmal um die Festung

Einige wenige der vielen Gipfel des Gastlosen-Massivs.
Hat die Bergkette der Gastlosen, die den Kantonen Bern, Freiburg und Waadt angehört, ihren Namen vom Adjektiv gastlos, das soviel wie ungastlich bedeutet? Naheliegend, da das Gebirge abgelegen liegt und abweisend wirkt. Falsch ist die Deutung trotzdem. Zugrunde liegt lateinisch castellosus, was wiederum auf castellum zurückgeht, Schloss, Burg. Die Gastlosen, die ich am Samstag im Rahmen der bekannten Gastlosen-Tour umkreiste, sind ja tatsächlich eine Festung aus Fels. Atemberaubend, diese Bastion aus  Kalkzacken.

Und noch ein Wort zur Geografie: Die Gastlosen-Kette zerfällt in mehrere Abschnitte und zieht sich von den Marchzähnen nah Jaun bis zu den Rochers de Rayes nah Rougemont. Die Gastlosen im engeren Sinn, das ist der nördlichste Teil der Kette. Auf meiner Tour umrundete ich diesen Nordteil samt den angrenzenden Sattelspitzen.
Mein "Schweizmobil"-Screenshot zeigt in Violett die Tour, die ich machte.
Oben rechts das Dorf Jaun, von wo ein Sessellift zum Startpunkt hinauf führt.
Die zwei Sterne bezeichnen das nördliche und das südliche Ende der Gastlosen-Kette.

Mittwoch, 9. September 2026

Pfeiler Nr. 2

Als 2005 die Sunnibergbrücke, das Herzstück der Umfahrung Klosters, feierlich eingeweiht wurde, war der englische Prinz Charles, heute König Charles III., wichtigster Ehrengast. Und Bundesrat Moritz Leuenberger trug im Rahmen seiner Festrede einen, wie ich finde, grässlichen Spruch vor: "Eine Prättigauer Prücke praucht einen Prinzen." Haben wir alle noch mehr oder minder in Erinnerung. Seither ist Christian Menns Brücke zum Wahrzeichen von Klosters aufgerückt; aus dem Zug ist sie übrigens besonders imposant. Was ich nicht wusste und gestern erst erfuhr, als mir Wanderin Ronja ein Foto schickte, das ich hier gern abdrucke (merci!): Seit vier Jahren gibts "Sunniberg Climbing". Einen Klettergarten mit insgesamt 22 Routen, die den 77 Meter hohen Pfeiler Nr. 2 der Brücke hinaufführen. Erstaunlich, was dieses Pündner Pauwerk pietet. 

Mittwoch, 2. September 2026

Land am Wasser

Vor Wochen: Einkehr im "Eierhals" im Weiler Morgarten ZG.
Eben berichtete ich vom "Eierhals", einem Restaurant mit eigener Fischerei am Ägerisee, das nach der gleichnamigen Flur so heisst. Eigenwillige Sache, woher kommt das Wort? Auf ortsnamen.ch wurde ich fündig und kann vermelden: Um Eier gehts hier gar nicht. Die Deutung bzw. die Deutungsvarianten in zwei Teilen:

  1. Hals bedeutet entweder einen Einschnitt oder eine Engstelle, gemeint sein könnte die Runse des Eierhalsbaches. Oder die Engstelle zwischen Hang und See.
  2. Früher hiess der Ort Heierhals. Heier hat zu tun mit hegen, womöglich geht  es um einen Ort, an dem man pflanzte oder hegte. Alternative Deutung: Ei kann auch Land am Wasser bedeuten.

Samstag, 15. August 2026

Was gilt jetzt?

Okay, ich versprechs hoch und heilig: Wenn ich hier Ware deponiere, dann nicht während der Öffnungszeiten. Bei uns im Zollikerberg gibts gleich bei der Bahnstation den Chramschopf, eine Brockenstube; dort fotografierte ich das doppeldeutige Plakat. Geöffnet ist der Freiluftmarkt mit alten Möbeln und vielem mehr in der Regel an Samstagen, der Erlös geht an wohltätige Einrichtungen.

Samstag, 1. August 2026

Raus an die Raus

Die Raus in Grandval BE.
(Foto: Dietrich Michael Weidmann / Wikicommons)
Ein Nachtrag zum Flüsschen, an dem wir vor drei Tagen in Grandval BE zu unserer Mont-Raimeux-Wanderung starteten. Es bildet sich oberhalb von Gänsbrunnen SO aus zwei minderen Fliessgewässern, nimmt bei Crémines, nunmehr im Berner Jura, den Gaibiat auf und strömt munter talwärts, um schliesslich in Moutier JU in der Birs aufzugehen. Und warum erzähle ich das? Weil mir der Name des Drei-Kantone-Flüsschens gefällt: La Raus. Was offenbar nichts mit deutsch raus wie in rausgehen, Rauswurf usw. zu tun hat, der Name geht zurück auf althochdeutsch runsa, Flussbett, Strömung.

PS: Allen eine frohe Bundesfeier. Unsereins reist zum Zmittag ins Innerrhodische. Eine Wanderung ist nicht geplant, ich machte gestern eine; mehr davon bald.


Dienstag, 28. Juli 2026

Boubétch?

Das Wappen von Valbirse BE. Es zeigt den Fluss Birs und die grünen Juraberge;
die Sterne stehen für die drei früheren Gemeinden, die sich zusammenschlossen.
Drei bernjurassische Gemeinden, Bévilard, Malleray und Pontenet, schlossen sich 2015 zu einer neuen Gemeinde zusammen: Valbirse. Ein kleines Problem ist noch ungelöst: Wie sollen die Einwohnerinnen und Einwohner von Valbirse heissen? Im Rahmen einer behördlichen Umfrage wurden 55 Vorschläge gesammelt. Ein Komitee hat drei von ihnen ausgewählt, Ende September wird abgestimmt, welche Bezeichnung in Zukunft gilt. Zur Auswahl stehen:

  1. Valbirsiens/Valbirsiennes.
  2. Valbirsois/Valbirsoises.
  3. Boubétch. Diese Variante geht zurück auf einen alten Spitznamen für Pontenet. Wäre seltsam, wenn sie obsiegen würde, da sie sich ja nur auf eine der drei vormaligen Gemeinden bezieht.

Sonntag, 26. Juli 2026

Ruhe am Luganersee

Im Grotto Descanso ist es nie heiss.
Schön, hier gegessen zu haben.

Die grillierte Luganigha hatte einen feinen Zimtgout.
Am Freitag fanden wir am Luganersee unser Traumgrotto. Cantine di Gandria liegt gegenüber Gandria und war früher der Ort, wo der Wein von Gandria in Kellern ("Cantine") gelagert wurde. Ob das heute noch so ist, kann ich grad nicht sagen. Hin kommt man nur mit dem Schiff, gemütlich und schön ruhig – Elektroantrieb – fuhren wir von Lugano aus übers Wasser. Das Grotto Descanso ist im Schatten platziert, gegenüber sieht man den Monte Brè und den Monte Boglia, ein kühles Windchen umweht einen, man möchte eigentlich gar nicht mehr fort. Wobei wir doch froh waren, früh dran zu sein: Als wir gegen zwei Uhr Nachmittags aufbrachen, hatte sich die Terrasse ziemlich gefüllt; viele Leute reisen, stellten wir fest, mit dem privaten Motorboot an. Sehr gut war das Essen gewesen, ich hatte eine Luganigha vom Grillblech mit Polenta, meine Begleiterin Polenta mit einem Steinpilzragout, dazu tranken wir einen leichten Roten aus Ascona. Angesichts der Wetterprognose, die die nächste Hitzewelle ankündigt, würde ich am liebsten die nächsten Wochen Tag für Tag im "Descanso" einkehren. Dessen Name ist spanisch und bedeutet "Ruhe", "Pause", "Erholung". Er geht auf einen Mann aus Lugano zurück, der in der Jugend nach Südamerika ausreiste und später in die alte Heimat zurückkehrte. Als Ruheständler eben.

PS: In Cantine di Gandria besuchten wir das Schweizerische Zollmuseum. Davon erzähle ich in einem eigenen Eintrag.

Der Kapitän steuert ...
... Cantine di Gandria an.

Samstag, 25. Juli 2026

Büne und Lukas


Wir fuhren im vordersten Waggon des Zuges "Gurten" von Einsiedeln hinab nach Wädenswil, und mir fiel der etwas kryptische Spruch in Grossbuchstaben neben der Kamera auf: "Lukas the Lokomotivführer is watching you!" Ich fand ihn ein wenig launig, weswegen die Anspielung auf die Jim-Knopf-Geschichten, in denen der Lokführer Lukas heisst? Erst beim Aussteigen realisierte ich dann, dass der Waggon mit vielen anderen Dingen verziert ist, mit Bildern vor allem. Der Berner Büne Huber, "Patent Ochsner"-Sänger und Künstler, steht dahinter; er durfte für die Südostbahn den Waggon gestalten.

Dienstag, 14. Juli 2026

Oberstes Dorf und Ödland

Zelle der Zivilisation: das Kloster Disentis.
Als wir letzten Samstag den Vorderrhein hinauffuhren, dachte ich, dass zwei Ortsnamen in der Kombination eine stimmige Episode zur Besiedlung der Talschaft enthalten. Sumvitg ist gleich summus vicus, höchstes Dorf. Sumvitg war somit als oberster Vorposten am Vorderrhein schon da, als noch etwas weiter oben das Kloster Disentis gegründet wurde; Disentis hat zu tun mit desertus, was verlassen bedeutet. Genau das fanden die Klosterpioniere im achten Jahrhundert dort vor: ödes Land. Was die Dörfer noch weiter hinauf zum Oberalppass, Sedrun etwa, betrifft: Sie gehen auf das Kloster zurück.

Mittwoch, 8. Juli 2026

Der Buchstabenlapsus

Hier stimmt was nicht.
Autsch. An der Kantonsstrasse zwischen Worb und Boll wurde grad eben ein neues Ortsschild montiert: "Boll (Gde. Vechingen"). Gleich gabs einen Riesenärger. "Vechigen" heisst die Berner Gemeinde. Nicht "Vechingen" wie auf dem Schild. Die kantonale Bau- und Verkehrsdirektion kann belegen, dass sie das Schild mit der richtigen Schreibweise bestellt hatte, der Fehler passierte später bei der Firma. Die hat unterdessen -– unzählige hässige Social-Media-Kommentare später – ein neues, korrektes Schild gefertigt. Es soll noch diese Woche aufgestellt werden. Dann ist in Vechingen, pardon: Vechigen die Welt wieder in Ordnung. Den Lapsus öffentlich gemacht hatte die Plattform bernost.ch.

Sonntag, 5. Juli 2026

Zürich trüllt

Heisst dieser Platz, den ich mir kürzlich anschaute, bald "Trülleplatz"?
Der Drehkäfig von La Neuveville BE, circa 1790.
(Wikicommons)
Wo in Zürich von der Bahnhofstrasse der Rennweg abzweigt, gibt es einen kleinen Platz. Der hat keinen Namen, ist auch wirklich nichts Besonderes, das einzige prägnante Objekt vor Ort ist der Herkulesbrunnen. Gott sei Dank nur auf Zeit steht da zudem ein Behelfspavillon der Confiserie Honold, die ihr Stammhaus am Rennweg umbaut. 

Kürzlich las ich im "Tagi", dass der Platz bald "Trülleplatz" heissen soll. Gegenüber, an der heutigen Bahnhofstrasse 69, stand nämlich einst das Haus zur Trülle. Die Bezeichnung verweist auf eine Strafeinrichtung des Mittelalters und der frühen Neuzeit, die Trülle. Eine schmale, hohe Trommel, in der Delinquentinnen und Delinquenten landeten. Ein drehbarer Käfig; gewisse Leute drehten ("trüllten") so lange, bis es der gefangenen Person so richtig schlecht wurde. Ziemlich fies. Eine Einladung zum Sadismus. Weswegen sich nun Widerstand gegen das Ansinnen der Stadt regt, den Namen "Trülleplatz" einzuführen. Weil der ja an ein Quälgerät erinnert. Der Quartierverein jedenfalls ist dagegen. Mal schauen, wie es weitergeht, ich werde es gern mitteilen.

Sonntag, 31. Mai 2026

Ein Novellenstoff

In der Ruine Gilgenberg.
Das Gemäuer von aussen.
Gestern erwähnte ich die Ruine Gilgenberg im Solothurnischen, bei der ich am Mittwoch vorbeischaute, nachdem ich auf die Portiflue gestiegen war. Fünf Dinge möchte ich zu dieser Ruine nachschieben:

  1. Gilge ist wie Ilge ein altes Wort für Lilie.
  2. Die Lilie war das Wappenzeichen der Herren von Ramstein, denen die Burg Gilgenberg einst gehörte. Dasselbe Lilien-Motiv findet sich heute im Ortswappen von Zullwil, dem Dorf am Fuss der Burg.
  3. In Zullwil gibt es ein Restaurant, das nach der Burg benannt ist. Im "Gilgenberg" ass ich nach meiner Wanderung gut: ein pikantes Gazpacho und dann ein Schweinssteak mit Café-de-Paris-Sauce und Pommes frites.
  4. Bei meiner Burgvisite fand ich, dass die Ruine ein wenig dem Römer Kolosseum gleicht. Kann man das nachvollziehen?
  5. Eine finstere Geschichte aus dem 15. Jahrhundert: Der letzte Freiherr von Ramstein, das war Rudolf von Ramstein. Seine Frau verliess ihren chronisch untreuen Mann nach zehn Jahre Ehe. Das Paar hatte drei Töchter. Die ältere heiratete in eine andere Adelsfamilie ein. Die beiden jüngeren fanden keine geeigneten Freier und liessen sich darum von Bauernburschen entführen. Das endete schlimm: Die Burschen wurden enthauptet. Die eine Tochter wurde in ein Kloster gesteckt, wie es mit der anderen weiterging, ist nicht bekannt. Klingt das nicht wie ein Novellenstoff?
    Mein Zullwiler Zmittag.

Donnerstag, 28. Mai 2026

Entwertet

Beim Chräzerenpass. Die Passhöhe ist mehr oder 
minder bewaldet, man sieht nicht viel.
Ein Wort noch zum Chräzerenpass, bei dem wir am Pfingstsamstag vorbeikamen, kurz bevor unsere Wanderung auf der Schwägalp endete. Er ist der Prototyp eines Passes, den eine modernere Verkehrsverbindung entwertet hat. In diesem Fall ist das die Schwägalpstrasse, die 1935 gebaut wurde, um die neue Schwebebahn von der Schwägalp auf den Säntis zu erschliessen. Zuvor war der Kulminationspunkt des Überganges von Urnäsch AR nach Nesslau SG einen Kilometer westlich der heutigen Schwägalp-Passhöhe platziert; der Chräzerenpass eben, 1267 Meter über Meer. "Chräzeren" bezeichnet übrigens ein Gebiet mit Rinnen und Engstellen. 

Montag, 25. Mai 2026

Die Dolmen von Laufen

Viel ist nicht übriggeblieben von den zwei Dolmen in Laufen bei der heutigen Katharinenkirche.
Ein Dolmen ist eine Grabanlage aus der Jungsteinzeit. Eine Kammer, gefügt aus behauenen Steinplatten. Im Kanton Basel-Landschaft gibt es diese Bauwerke an zwei Standorten: im Wald bei Aesch sowie am Rand der Altstadt von Laufen vor dem nördlichen Stadttor. Als wir kürzlich in Laufen loswanderten Richtung Blauen, hielten wir inne und linsten durch die Glassscheiben, die die Tausende Jahre alten Hinterbleibsel aus Kalkstein schützen. Gleich zwei Dolmen wurden an diesem Ort entdeckt, 1946 der eine, 2000 der andere. Froh waren wir um die Infotafel, die Anschaulichkeit schafft. Die Illustration zeigt jungsteinzeitliche Menschen. Nun, vor allem Männer. Im Hintergrund steht ein Dolmen, das Loch in der Fassadenplatte ist ein sogenanntes Seelenloch. Glaubten die Menschen der Steinzeit, dass die Seelen der Toten ausfliegen wollen? Das ist Spekulation. Das Loch könnte auch eine Art Durchreiche gewesen sein, durch das man Reste der Verstorbenen, eventuell skelettiert, im Grabinnern deponierte.

Dolmen-Szene auf einer Infotafel in Laufen.

Sonntag, 10. Mai 2026

Hochbehälter?

Blick vom Hochbehälter auf die Weinberge von Nack.

Womöglich finden die Deutschen unser Wort Reservoir für einen – meist erhöht – im Gelände platzierten Tank, in dem Wasser gelagert wird, affektiert. Manieriert. Im Gegenzug erlaube ich mir, ihr Wort Hochbehälter seltsam zu finden. Für mich ist ein Behälter etwas Kleines, kein Zweckbau im Häuschenformat. Sei dem, wie dem sei – gestern lernte ich den Ausdruck in Nack kennen, einem deutschen Dorf unweit von Rafz ZH. Sehr schön der Weitblick vom Hochbehälter übrigens, an dem wir vorbeiwanderten. Man sieht den Alpenkranz. Ein Beweisfoto kann ich hier nicht vorlegen, mein Smartphone war mit der Distanz zu den Bergen und mit der dunstigen Luft überfordert.

Donnerstag, 7. Mai 2026

Berner Unterland? Wo ist das?

Im "Bären" zu Langenthal ass ich schon sehr gut.
Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Langenthal leistet sich einen Stadtchronisten, er soll die örtliche Geschichte hüten und vermitteln. Eben las ich von Stadtchronist Daniel Gaberell ein historisches Aperçu, das ich hier gern reportiere. Nämlich: Langenthal ist bekanntlich das Zentrum des Oberaargaus, der entgegen seinem Namen zum Kanton Bern gehört. 1942 gelangte der Langenthaler Gemeinderat tatsächlich an den Berner Regierungsrat und schlug vor, den Oberaargau in Berner Unterland umzubenennen. Dies, weil es immer wieder zu Missverständnissen komme. Nun, der Regierungsrat verwies darauf, dass die Bezeichnung Oberaargau uralt und schon 861, in der alemannisch-fränkischen Epoche, dokumentiert ist. Das Ansinnen wurde zurückgewiesen. Und daher heissen die Leute der Region auch heute Oberaargauer und Oberaargauerinnen. Ein Berner Unterland gibt es nach wie vor nicht.

Samstag, 2. Mai 2026

Baumpersönlichkeiten

Der Buchene Stumpen. 
Dass altehrwürdige Bäume geschützt, gepflegt, ja gar verarztet werden, kommt vor. Die sogenannte Hodler-Linde beim Aussichtspunkt Finel oberhalb von Leissigen BE zum Beispiel ist mit Kronensicherungen stabilisiert, die vom Spezialisten regelmässig kontrolliert werden. Und der Chêne des Bosses oder auch Chêne millénaire in Châtillon JU wurde einmal versehentlich in Brand gesteckt, eine verletzte Stelle am Stamm ist seither mit Schindeln verkleidet, was aussieht wie Täfer. Am Mittwoch kamen wir in der Nähe des Schwarzen Steins, wie der nördlichste Punkt der Schweiz heisst, auf deutschem Boden zum Buchenen Stumpen. Der ist keine Buche, sondern eine Eiche, brach 1955 auseinander und wurde danach saniert. 1988 stand schon wieder eine Rettung an, eindrücklich die Stützen und Klammern, die den Baum heute tragen und halten, der mehr als 500 Jahre alt sein soll. Bestimmte Bäume sind mehr als Pflanzen. Persönlichkeiten sind sie, die von den Menschen ihrer Umgebung geliebt werden. Und entsprechend umsorgt.

PS: Wer mehr zum Buchenen Stumpen wissen will: Hier gibt es Informationen. Sie sind nicht ganz deckungsgleich mit dem, was vor Ort auf der Infotafel steht.

Samstag, 25. April 2026

Es tropft

Schönes Badegelände: die Sitter bei Stein AR.
Heute geht es auf die Würzenegg, einen Hügel mit Aussicht südlich von Malters LU. Was bedeutet der Name? Wurzel steckt darin, gemeint ist ein Ort mit Krautbewuchs. In Stein AR, wo ich aufwuchs, gibt es eine Würzen an der Stelle, wo der Weg hinüber nach Haslen AI den steilen Wald an der Sitter erreicht. Hilfe, schon wieder ein Name, der erklärt gehört. Sitter geht zurück auf ein uraltes Wort, das tropfen und fliessen bedeutet. Was die Sitter als Gewässer natürlich tut.