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Dienstag, 2. Juni 2026

Hohe Alp, tiefe Alp

Beliebtes Ausflugsziel an der Zürcher Goldküste: die "Blüemlisalp".
Mein später Zmittag.
Man ist hier wirklich auf einer Alp.
Gastliche Häuser namens "Blüemlisalp" gibts hierzulande mehrere. Hier seien zwei erwähnt, die ich schon besuchte. Da ist zum einen die Blüemlisalphütte im Berner Oberland auf einer Höhe von 2834 Metern gleich beim Pass Hohtürli; ich kann mich bestens erinnern, wie wir vor sechs Jahren hinaufkeuchten und oben etwas tranken. Zum anderen ist da die wesentlich leichter erreichbare Wirtschaft Blüemlisalp. Sie findet sich in Herrliberg ZH auf 594 Metern über Meer. Gestern arbeitete ich nur am Vormittag, am Nachmittag wanderte ich; ich zog von der Forch hinab nach Erlenbach, was gut zwei Stunden dauerte. Natürlich stoppte ich unterwegs bei der Blüemlisalp und kehrte ein. Sie ist übrigens – kein Witz – eine richtige Alp, auf der Rinder gesömmert werden. Die geniessen das milde Goldküstenklima garantiert.
Ein Foto von 2020: kurz vor dem Hohtürli.

Ebenfalls 2020: die Blüemlisalphütte des SAC beim Hohtürli.

Sonntag, 2. November 2025

Libyen in Obwalden

Mein "Schweizmobil"-Screenshot zeigt das Mittaggüpfi und links der Mitte die Tripolihütte. 
Sie steht knapp südlich der Grenze zum Kanton Luzern auf Obwaldner Boden.
Eben stiess ich, als ich mir ein Wandervideo über das Mittaggüpfi anschaute, auf die Tripolihütte. Ich hatte nicht gewusst, dass es die gibt. Und ihr Name war mir rätselhaft. Hier die Erklärung: In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg sicherte man die Gegend um das Mittaggüpfi, das zur Pilatuskette gehört, mit verschiedenen Massnahmen gegen die Wasserfluten, die bei Gewittern auftraten. Auch Wege baute man damals. Die Arbeiten waren aufwändig, viele Leute warem im Gelände tätig, für sie stellte man 1913/14 eine Hütte auf, die "Tripolihütte" getauft wurde – heute ist sie längst durch ein moderneres Modell ersetzt. Und woher nun der Name? Viele der Hilfsarbeiter, die damals bei den Erdarbeiten tätig waren, kamen aus der norditalienischen Provinz Udine. Zuvor hatten 1911 bis 1912 etliche von ihnen am Tripolikrieg in Libyen teilgenommen, weswegen man sie "Tripolianer" nannte; dieser Name ist auf die Hütte übergangen. Als historische Erinnerung noch dies: Italien war in Libyen einst Kolonialmacht. Die Region Tripolitanien hatte Italien den Türken, die zuvor in Libyen herrschten, abgenommen.

Montag, 18. August 2025

Magischer Kegel

Der Spitzmeilen regiert den Horizont. Ganz rechts der höhere, aber weniger imposante Magerrain.
Noch einmal der Spitzmeilen. Im Vordergrund das Calanshüttli.
Die Churfirsten sind als Wanderkulisse auch nicht zu verachten.
Manchmal ist der Ersatz fast ebenso gut wie das, was man sich eigentlich hätte zuführen wollen. Für den Freitag hatte ich geplant, ins Unterengadin zu reisen und endlich das Val d'Uina zu bewandern. Ging nicht, das Wetterradar zeigte für jene Gegend Regen und Gewitter schon ab Mittag an. So fuhr ich auf den vergleichsweise nahen Flumserberg und machte eine Tour ab dem Maschgenkamm: zuerst via Calans zur Spitzmeilenhütte. Nussgipfelhalt. Weiter via Laufböden zur Alp Fursch. Wursthalt. Und schliesslich über Panüöl und Rotenberg zur Gondelbahn-Bergstation auf der Prodalp. Bierhalt. Die knapp viereinhalbstündige Unternehmung (340 Höhenmeter aufwärts, 780 Höhenmeter abwärts) stellte mich voll und ganz zufrieden. Vieles wird mir bleiben. Allem voran der Spitzmeilen, den zu beschauen ich nie müde werde – was für ein magischer, mythischer, tolkinesker Kegel!
Kubus im Gebirge: die Spitzmeilenhütte.
Noch 15 Minten bis zur Alp Fursch.

Alp Fursch: Die wissen, wie man eine Tischkarte gestaltet.

Sonntag, 17. August 2025

Ich sah rot

Vom rotem Verrucano-Gestein in der Region Flumserberg kann ich nie genug bekommen, bei jedem Besuch bin ich neu fasziniert. Eben wanderte ich zur Spitzmeilenhütte und stellte fest: In diesem Gebiet sind sogar die Bäche rot. Wunderlich.

Dienstag, 12. August 2025

Strapaze über dem Oberalppass

Sieht aus wie eine Adlerschwinge: Granit kurz vor dem Pazolastock-Gipfel.
Das Metallkreuz auf dem Pazolastock. Hände weg, wenns gewittert!
Widmer macht mal Pause.
Es war eine anspruchsvolle Bergwanderung, bei der uns aber nicht die schwindelerregenden Tiefblicke und auch nicht die wenigen leicht ausgesetzten Stellen zu schaffen machten. Heikel fanden wir vielmehr die steilen Passagen im Abstieg, bei denen Verstauchungsgefahr herrschte: hohe Tritte, wacklige Granitplatten, Geröll, rutschige Bröselerde, Bodenlöcher von fiesen Murmeli und so weiter. Am Sonntag stieg ich mit Freund Peider von der Bahnstation Nätschen oberhalb Andermatt auf den Pazolastock, 2739 Meter über Meer. Die Aussicht vom weiten Gipfelrücken war ein Traum. Innert einer halben Stunde gelangten wir anschliessend zum drei Meter höheren Rheinquellenstock, stiegen  ab zur Badushütte, dort trank ich in Windeseile einen Liter Flüssigkeit, die Bise – jawohl, die Bise – trocknete aus; übrigens schwitzte ich wenig und fror stattdessen zeitweise. Weiter gings zum Tomasee, also der Rheinquelle; mehr zu diesem Wasserthema morgen. Und schliesslich stiegen wir endgültig ab zur Bahnstation auf dem Oberalppass. Am Ende waren wir glücklich über all das, was wir gesehen hatten. Und ein bisschen stolz auf unsere Gelenke, die die Strapaze (knapp 5 1/2 Stunden Gehzeit, 1090 Höhenmeter aufwärts, 870 Höhenmeter abwärts) im ruppigen Gelände klaglos mitgemacht hatten.
Abstieg vom Rheinquellenstock. In der Bildmitte winzig
die Badushütte (helles Dach), rechts ein Teil des Tomasees.
Schön, dass es dich gibt, Badushütte.
Noch 35 Minuten bis Wanderende: die Oberalpstrasse, hinten links der Piz Tiarms.
Die Bahnstation auf dem Oberalppass mit dem Oberalpsee.

Freitag, 8. August 2025

Neue Hütte, neuer Hund

Die Bortelhütte. Von hier kann man via die Bortellücke nach Italien gelangen.
Auffallend gepflegter Weg zur Hütte.
Knopfartige Blüten: Rainfarn.
Die Bortelhütte, grenznahes Simplongebiet, wurde im Zweiten Weltkrieg für militärische Zwecke gebaut. Das mag die auffallende Qualität des Kehrenweges erklären, der die Hütte von Berisal her erschliesst: Er ist breit und zu einem guten Teil mit Steinplatten belegt. Ruppig ist an diesem Weg gar nichts. Mittlerweile ist es längst der Skiclub Simplon Brig, dem die Bortelhütte gehört, sie ist ein ziviles Ziel. Am Mittwoch stieg ich, begleitet von Ronja, von der Bushaltestelle "Berisal, Kehr" via Tamatta auf; wundervoll, wie wir gleich nach dem Start an der lärmigen, vom Schwerverkehr Richtung Italien genutzten Simplonstrasse in ein stilles Seitental gerieten. Gut anderthalb Stunden brauchten wir bis zur Hütte und waren überrascht, wie viel Volk dort kurz nach elf Uhr schon sass. Nun, die meisten Leute waren Frauen aus der Region, Mitglieder eines gfürchelig fitten Bergwanderclubs für Seniorinnen, die die gleiche Route machten wie wir – hinüber nach Rosswald. Diese zweite Hälfte unserer Wanderung ist einen eigenen Eintrag wert, sie führt gleich an zwei Suonen entlang. Mehr davon morgen und noch einmal zur Bortelhütte: Wir trafen auch einen mit seiner Besitzerfamilie angerückten Grosshund an. Einen Weimaraner. Das Tierli erwies sich als liebenswert und schleckte mir brav die Hand ab. Weimaraner wurden einst am Hof zu Weimar gehalten in jener Epoche, als Deutschland noch aus einzelnen Kleinreichen bestand. Schön: Ich habe während dieser Unternehmung eine neue Hütte kennengelernt. Und eine neue Hunderasse.
Der Weimaraner gleich neben mir. Ein sehr entspanntes Höndli.

Dienstag, 29. Juli 2025

Plan A – und Plan B

Da hätte ich heute gerne pausiert: die Cristallinahütte
auf dem Cristallinapass, 2577 Meter über Meer.
(Foto: Paebi/Wikicommons)
Ich hätte eigentlich heute die anstrengende Wanderung von Ossasco im Bedrettotal über den Cristallinapass zum Stausee von Robiei machen wollen, um dort im Stauseehotel hoch über dem Bavonatal zu nächtigen. Bloss – mir ist das Wetter zu dubios, auf dem Pass kann die Temperatur nachts gar unter null Grad sinken; auch handelt es sich um Nordtessin, die Regenwolkenballungen in der Deutschschweiz sind nah. So habe ich mir eine ganz andere Dienstagswanderung vorgenommen, eine weiter unten im Süden. Ich freue mich und hoffe, dass alles klappt und ich eine mittlere Portion Sonne abbekomme.

Donnerstag, 29. August 2024

Verfilmte Kälte

20 Minuten dauert das Filmli, wir sind in Alaska, es ist Winter. Eine Hütte irgendwo draussen in den Wäldern, ein Typ, noch jung, steht auf, feuert ein, hackt Holz, sammelt Birkenrinde (fürs Feuermachen), kocht (enorme Portionen), putzt und schlurft einmal auch rüber zur Sauna. Gesellschaft leistet ihm allein sein Hund. "Cabin life in a snowstorm" entspannt mich total. Heute, da es wieder so heiss wird, ist zudem – verfilmte Kälte – der Anblick von Schnee wundervoll erfrischend.

Birkenrinde ist das Allerbeste, wenn man ein Feuer machen will. (Screenshot)

Montag, 9. Oktober 2023

Wieder eine Wanderregel

Am Mittleren Murgsee.
An der Murgseehütte ist ein Teil des Wappens der Gemeinde
Quarten, auf deren Gebiet sie steht, aufgemalt. Der Bischofsstab
verweist auf den einstigen Gebietsherrn, den Churer Bischof.
Verrucano! (Foto: Ronja)

Im letzten Eintrag zitierte ich eine Wanderregel, heute folgt die nächste, sie lautet: Jede Route gebiert eine neue Route. Am Samstag vor einer Woche waren wir im Gebiet des Murgtals unterwegs gewesen, und weil es dort so schön war, fand mein Grüppli, wir müssten nächstens auch die nahen Murgseen besuchen. Das taten wir am folgenden Samstag, also vorgestern. Es hat sich gelohnt. Allein die Fernsicht war toll, alles wirkte näher als sonst, plastischer, körperhafter. Der Weg, den wir zurücklegten, ist einfach beschrieben. Wir nahmen das Taxi bis zum Parkplatz Mornen, stiegen vorbei am Unteren zum Mittleren und Oberen Murgsee auf, tranken in der Murgseehütte Kafi, stiegen noch weiter auf zur Widersteinerfurgglen und hielten auf der anderen Seite in die Tiefe, um via das Widersteiner Hüttli und das Üblital nach fünf Gehstunden das Hinterdorf von Engi zu erreichen, einem der drei Dörfer im Sernftal. Die Einkehr im Restaurant Sonne beendete dort die Unternehmung, die bei 730 Metern aufwärts und 1260 Metern abwärts durchaus anstrengend gewesen war. Aber auch berauschend, wir hatten ein Farbspektakel erlebt: braunrot der Moorboden, violett das Verrucanogestein, orange die Flechten und grauweiss der Mürtschenstock im Hintergrund. Klar ist, dass wir nächstes Jahr wieder in der Landschaft der Murgseen und des angrenzenden Flumserberges wandern wollen. Eben, jede Route gebiert eine neue Route.
Abstieg ins Üblital.
Unten (Bildmitte) das Üblital, hinten (rechts der Mitte) grün das Sernftal nah Elm.

Sonntag, 20. August 2023

Die Reise zum Berghaus

Das Berghaus Vereina, wir sind eben ausgestiegen, der Bus fährt schon wieder talwärts.
Der Berghaus-Bus von nahem.

Die 750 Höhenmeter zwischen Klosters und dem Berghaus Vereina überwindet ein privater Kleinbus. Das reservierte Ticket holt man sich im Gotschna Sport in Klosters Platz, die einfache Fahrt kostet 14 Franken, das ist ein Schnäppchen. Immerhin ist man 35 Minuten unterwegs, folgt zuerst der jungen Landquart stromaufwärts und bewundert deren Geschiebefelder, um dann zum Vereinabach abzubiegen. An dessen Tobelflanke geht es aufwärts und aufwärts und aufwärts auf einer atemberauend schmalen Naturstrasse, man sieht Wasserfälle, blickt bange in den Abgrund, empfindet ein Gefühl der Unwirklichkeit. Bis sich endlich ein Kessel öffnet mit dem Berghaus Vereina. Anmutig höcklet es auf einem Heidekrauthügel inmitten der wildesten Gipfel. Muss man erlebt haben, diese Reise! Mehr zu den Jöriseen, die wir vom Berghaus Vereina, Ausgangspunkt diverser grossartiger Routen, anpeilten, morgen oder übermorgen.
Kurz nach dem Start: der Jöribach. Hinten das Flüela Wisshorn.

Samstag, 1. Juli 2023

Wanderung mit Polenta

Unten sind die Toiletten und anderes, in der Mitte isst man und geniesst
den Blick durch die grossen Fenster, und oben schläft man: die Capanna Corno Gries.
Ossobuco mit Polenta.
Eine knappe Stunde braucht man von der Postautohaltestelle Cruina im Bedrettotal bis zur Capanna Corno Gries. Die Hütte, 2338 Meter über Meer, heisst so nach dem Corno Gries, dem Grieshorn, das man in einiger Entfernung aufragen sieht. Zwei Dinge machen den Ort speziell und motivierten auch unsere Wanderung am Dienstag. Erstens ist die Capanna Corno Gries kurios anzuschauen, wie ein Raumschiff auf Zwischenlandung im Tessin wirkt sie. Und zweitens wird ihre auf lokalen Produkten basierte Küche geschätzt. Tatsächlich war die Polenta körnig, mit etwas Biss, währschaft, nicht zu vergleichen mit der Drei-Minuten-Polenta, die ich mir zuhause ab und zu anrühre. Und was den Bau angeht: Nun, ich ringe noch, ob ich ihn schön finde oder nur eigen. Jedenfalls aber erlaubt die durchgehende Fensterfront des Restaurantteils einen tollen Bergblick. Und Hüttenwart Thomas Bärlocher erwies sich als geduldiger Gastgeber und beantwortete all unsere Fragen zur Hütte, zu den Bergen rundum, zu den Wildtieren, die man hier erleben kann, zur Energieversorgung. Als wir dann wieder unten in Cruina waren, war das noch lange nicht das Ende der Unternehmung, in zwei zusätzlichen Gehstunden hielten wir talabwärts, Richtung Airolo, bis ins Dorf Ronco. Wieder einmal hat man viel gesehen. Und gut gegessen.
Ich schlafe nicht gern in Hütten. Aber jedenfalls
rochen die Schlafräume frisch und fein.
Die Gaststube der Capanna.

Sonntag, 17. Juli 2022

Passnahrung

Erste Schritte im Engadin: Abstieg von der Passhöhe zum Boden der Alp Funtauna.
Das Murmeli war gar nicht scheu.
Im Val Susauna.
Im Engadin wird halt gern gejagt:
Käseschnitte mit Wildsalamettli.
Eben machten wir den Scalettapass. Um einen alten Säumerübergang handelt es sich, einen Abschnitt der Route von Chur ins Veltlin. Zuhinterst im Dischmatal nah Davos, bei der Bushaltestelle auf dem Dürrboden, starteten wir. Waren nach anderthalb Stunden auf dem Pass, 2606 Meter über Meer. Dort überschritten wir so nebenbei die Europäische Wasserscheide: Auf der Davoser Seite strömt das Wasser in den Rhein und in die Nordsee, auf der Engadiner Seite aber in den Inn und ins Schwarze Meer. Es folgte der Abstieg zur Alp Funtauna am Südfuss des Passes. Dort stellten wir fest, dass wir nun praktisch allein waren, das Gros der Wanderer und Wanderinnen, rund 40 Leute, war oben Richtung Kesch-Hütte abgebogen. Nun kam die Überraschung. Ich war davon ausgangen, dass die zehn Kilometer im Val Susauna hinab nach Susauna und Cinuos-chel ein wenig öd sind. Doch stellte sich besagtes Val Susauna, seltsamerweise "Val Susäma" ausgesprochen, als Bijou heraus: sprudelnder Gebirgsbach, an den Bröckelbergen hoch hinauf sich ziehende grüne Matten, hübsche Holzbrücklein und Felsklötze. Wir waren begeistert und fanden, dass dies eines der allerschönsten Alpentäler ist. Formuliert wurde unser Fazit in Cinuos-Chel. Gleich beim Bahnhof gabs dort im Restaurant Veduta Bier. Und eine deftige Käseschnitte. Passnahrung. 
5 Stunden 20 Minuten. 655 Meter aufwärts, 1032 Meter abwärts.

Dienstag, 12. Juli 2022

Alles trocken

Sie hat wie andere Berghütten ein Wasserproblem: die Konkordiahütte.
(Foto: Martin Steiger / Wikicommons)

Es fehlt an Regenwasser. Und an Schnee in der nahen Umgebung. Und daher müssen einige Berghütten des SAC eventuell mitten in der Sommersaison schliessen. Das las ich eben in der "SonntagsZeitung". Rund ein Fünftel der SAC-Hütten ist mittelfristig betroffen, in der Konkordiahütte im Aletschgebiet muss man, wenn man sich die Zähne putzen will, bereits Mineralwasser kaufen. Nun, ich hoffe, die Leute leisten sich das.

Samstag, 25. Juni 2022

Shingrix statt Salbit

Da geh ich heut nicht hin: die Salbithütte.
(Foto: nadir azur / Wikicommons)
Hab mich bei meinem Grüppli krankgemeldet, heute werde ich nicht wandern. Dabei wollten wir doch ins Urnerland, zur Salbithütte hoch über Göschenen. "Shingrix" heisst mein Problem, das gleichzeitig eine gute Sache ist, wenn man mich fragt. Letztes Jahr zog ich mir, ich habs erzählt, eine Gürtelrose zu. Und weil ich nie wieder eine Gürtelrose will, liess ich mich diesen Donnerstag impfen. Mit Shingrix eben, einem Impfstoff, der seit kurzem auch hierzulande verfügbar ist, in zwei Dosen im Halbjahresabstand verabreicht wird und einen guten Schutz gegen "Herpes Zoster" bietet, wie die Krankheit im Fachjargon heisst. Dass ich in der Nacht nach der Impfung Schüttelfrost bekam, mich auch heute morgen nicht ganz hundert fühle und halt mal nicht in die Berge kann, werde ich verschmerzen. Eventuell mache ich einen Spaziergang im Wald irgendwo in der Nähe.

Montag, 13. Juni 2022

Vier Stunden Hochgebirge

Wandern auf 3500 Metern geht bestens, wenn der Weg präpariert ist.
In der Mönchsjochhütte muss
man Hüttenfinken tragen.

100 Minuten Gehzeit, je 200 Meter auf- und abwärts: soweit die Zahlen zu unserer Wanderung vom Wochenende. Wenn man auf 3453 Metern über Meer startet, ist das nicht nichts. Und alles beeindruckte, fesselte, faszinierte am Samstag: die Berge rundum, der Schnee, das Eis, die Gletscher, der weite Himmel. Bei Traumwetter wanderten wir vom Bahnhof Jungfraujoch los. Allein waren wir nicht, viele Menschen waren mit uns auf der gewalzten Piste unterwegs. Wobei etliche bald umkehrten, das Atmen wird auf dieser Höhe, sobald es ein wenig aufwärts geht, zum Hecheln, auch leicht schwindlig kann es einem werden. Unsere Belohnung kam mit der Mönchsjochhütte beim Oberen Mönchsjoch, wo wir einkehrten und uns für den Rückweg stärkten – und für den touristischen Parcours auf dem Jungfraujoch, wo es einiges zu sehen gibt von der Aussichtsplattform auf dem Sphinx-Observatorium über die Ausstellung mit dem Berg und seiner Bahn als Thema bis zum in den Gletscher gehauenen Eispalast. Gut vier Stunden verbrachten wir im Hochgebirge. Es waren gut gefüllte Stunden.
Hält das? Die Mönchsjochhütte, 3650 Meter über Meer.