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Dienstag, 19. Mai 2026

Widmer kocht

Ich weiss, ich bin kein Foodfotograf. Aber jedenfalls war das einfache Gericht, das ich mir am Samstagmittag kochte, so fein, dass ich es hier gern teile samt meiner Aufnahme, die darunter litt, dass ich subito essen wollte, nicht fotografieren. Auf dem Markt in Zollikon hatte ich eingekauft, Spargeln unter anderem. Zuhause legte ich die Spargeln in eine Gratinform mit etwas Olivenöl, träuftelte Ahornsirup darüber. Fügte Peperoni bei. Gab das Ganze in den Ofen und legte nach einer halben Stunde noch Halloumi obendrauf, den ich zuvor mit Piri-Piri-Sauce und Zitronen mariniert hatte. Das Ganze schmeckte göttlich, ein Glas Weissen gönnte ich mir natürlich auch. Gut, ist die Spargelsaison noch nicht zu Ende, ich will das oder etwas Ähnliches noch einmal machen.

Montag, 18. Mai 2026

Einwandern

Die ersten Meter.
Am Samstag ging ich meine neuen Bergschuhe einwandern. Anderthalb Stunden brauchte ich für die Strecke von mir zuhause im Zollikerberg durch den Wald hinab nach Zollikon. Dort fand ich, dass die Schuhe – Lowa – schon weniger steif waren als beim ersten Anziehen. Eine gute Sache. Ich belohnte mich mit einem Kafi und zwei Gipfeli und fuhr dann wieder heim. Ah ja, dies noch: Am Märit auf dem Zolliker Dorfplatz kaufte ich auch ein und kochte dann zuhause. Was, erzähle ich morgen.
Im Waldstück "Im chüelen Grund" entdeckte ich 
am Düggelbach diese schöne Grillstelle

Sonntag, 17. Mai 2026

Das Stanserhorn rüstet auf

So sieht das Stanserhorn derzeit noch aus. 
(Foto: Stanserhorn-Bahn, Mediendienst)
Es läuft so einiges in den hiesigen Bergen. Das Schilthorn hat eben eine effizientere Seilbahn-Linienführung plus neue Stationsgebäude verpasst bekommen. Auf dem Säntis wird die Seilbahn völlig neu gebaut, derzeit ist der Betrieb deshalb unterbrochen. Auf dem Titlis arbeitet man an einem spektakulären Gipfelgebäude. Kürzlich wurde bekannt, dass auch auf dem Stanserhorn ein neues, dreistöckiges Gipfelgebäude entstehen soll mit Restaurants, einem Shop, Seminarräumen und grosszügigen Terrassen. 2030 soll das 34-Millionen-Projekt "Stanserhorn++" umgesetzt sein.

Samstag, 16. Mai 2026

Bin ich ein Kunstwerk?

Ist es nicht schön? Das Aargauer Kunsthaus.
Ich, gespiegelt in Kunst. Bin ich somit
selber ein Kunstwerk?
Dass ich den "Schweizer Museumspass" besitze, eine Art GA für die hiesigen Museen, motiviert mich immer wieder zu Ausflügen. Ins Aargauer Kunsthaus in Aarau gehe ich gern zwei, drei Mal im Jahr. Am Auffahrtstag war mir wieder mal nach einer Visite. Und wie immer machte ich mir keinen Stress daraus, die Langsamkeit des Schauens zu zelebrieren; ich bin eher der Typ, der – in welchem Museum auch immer – speditiv durch die Säle zieht, seiner Neugierde folgt und im Zweifelsfall nicht verharrt. Diesmal lernte ich zwei neue Namen kennen, Barbara Müller und Mario Sala, und ... ich merke grad, dass ich nicht wirklich erklären kann, was mich an ihren Werken faszinierte. Aber jedenfalls blieb ich stehen. Und reiste später zufrieden heim.

Freitag, 15. Mai 2026

Der See trug türkis

Zwischen Gäsi und Mühlehorn, gut, gibts ein Geländer.
Währschafte Ware in Mühlehorn. (Foto:Ronja)
Am Mittwoch wanderten wir am Südufer des Walensees: Start in Weesen, über den Linthkanal, zum Campingplatz Gäsi, nach Mühlehorn. Bloss eine knapp zweieinhalbstündige Unternehmung wars – aber was für eine schöne und interessante. Der See trug türkis, am Himmel trieben schmucke Wölklein, die Felswände unter dem Kerenzerberg bildeten die dramatische Kulisse. Beim Campingplatz Gäsi tranken wir einen Kafi, passierten im Folgenden das See-Wasserstandsdenkmal von 1863, wurden bald darauf durch einen rekonstruierten Steg an den historischen Heerenweg erinnert, so benannt nach dem Glarner Ratsherr Fridolin Heer, der 1603 eine Strasse durch die unwegsame Steilflanke bauen liess – heute ist sie nur noch erahnbar. Am Ende, in Mühlehorn, wartete ein kulinarisches Freudeli. Wir fanden die Dorfbeiz Mühle offen vor und kamen zu feinen Hacktätschli mit Kartoffelstock. Doch, das war eine gute Ersatzwanderung; zuvor hatten wir, siehe Eintrag von gestern, am gegenüberliegenden Ufer umkehren müssen wegen der Sperrung des Weges von Weesen nach Quinten.
Das Denkmal mit den Pegelständen des Walensees aus dem 19. Jahrhundert.

 
Schutznetze gegen Steinschlag. Und ein rekonstruiertes Stück Holzsteg des Heerenwegs.

Weite: Bei Gäsi ist das Ufer des Walensees herrlich unverbaut.

Donnerstag, 14. Mai 2026

Weg gesperrt? Ah ja?

Gestern in Weesen SG.  
Gestern wollten wir von Weesen nach Quinten wandern, dort Zmittag essen und dann eventuell weiterziehen nach Walenstadtberg. Nun, wir waren gegen halb zehn Uhr schon gut 20 Minuten unterwegs, als uns auf der Betlisstrasse zwei Leute entgegenkamen. Die erzählten, die Strasse sei weiter vorn gesperrt, man könne nicht durch, ein Felssturz oder so. Tatsächlich fand ich im Internet einen Artikel auf einer regionalen News-Plattform, dort stand, dass in der Vorwoche Steinschlag einen Teil der Schutznetze an der Betlisstrasse beschädigt hatte. Und dass diese repariert werden müssten, dies am 12. Mai und – unser Wandertag – am 13. Mai. Die Betlisstrasse sei deswegen gesperrt. Wäre nett gewesen, wenn eine Tafel in Weesen das angekündigt hätte oder wenn es auf Schweizmobil eingezeichnet gewesen wäre. Ich annullierte die Reservation im Restaurant in Quinten, wir wanderten stattdessen auf der anderen Seite des Walensees. War auch wunderbar.

Mittwoch, 13. Mai 2026

Bei Anruf Service!

Es gibt doch diesen Hitchcock-Thriller "Bei Anruf Mord". Im Film von 1954, der auf Englisch einen ganz anderen Titel hat, will ein Mann seine Frau umbringen. Die Sache geht allerdings schief. Gerade eben stiess ich auf unserer Wanderung von Rafz nach Andelfingen im deutschen Grenzdorf Nack auf eine Werbetafel, die mir die alptraumhafte Geschichte wieder in Erinnerung rief. Siehe Foto.


Dienstag, 12. Mai 2026

Wars der letzte Schmaus?

Spargel (mit Kalbsschnitzel) im "Sternen" in Flaach ZH.
Gut möglich, dass es unser letztes Spargelmahl im "Sternen" zu Flaach war, einem weitum geschätzten und bekannten Lokal. Seit einigen Jahren funktioniert es – bestens – im Pop-up-Modus, öffnet zu bestimmten Zeiten und saisonalen Ereignissen im Jahr. Doch nun will das Wirtepaar Rüegg, las ich kürzlich, mangels Nachfolger das Restaurant verkaufen, es ist für 3,85 Millionen Franken auf einem Immobilienportal ausgeschrieben. Ein zu hoher Preis? Man bedenke, dass zur Liegenschaft ein Mehrfamilienhaus und das ehemalige Kegelbahngebäude gehören. Sowie der wundervolle grosse Garten, in dem wir am Samstag spiesen.

Montag, 11. Mai 2026

Hurra, der Klatschmohn ist da

Der Himmel über Nack (D).
Die Fährifrau führte uns bei Ellikon über den Rhein.
Ein Bier im "Rhygarte" gleich bei
der Fähre-Anlegestelle in Ellikon.
Wetter gut, alles gut. Am Samstag wanderten wir vom Bahnhof Rafz via Geshalden, Buechhalden, Nack hinab zum Rhein, setzten mit der Fähre über nach Ellikon, gingen durch die Thurauen, überquerten die Thur und kamen nach Flaach – Spargelzmittag im "Sternen", natürlich draussen im Garten, wunderbar. Wir waren danach aber noch nicht fertig mit der Landschaft. Zogen vielmehr ins Nachbardorf Volken und wanderten über die Egg nach Andelfingen. Knapp fünf Stunden (Gehzeit) hatte die Unternehmung gedauert bei 340 Höhenmetern aufwärts und 350 Höhenmetern abwärts, sie wird mir als die vielleicht schönste des bisherigen Jahres 2025 in Erinnerung bleiben. Nicht nur die perfekte Temperatur machte es aus, sondern auch die Gegenden, die wir durchstreiften, zuerst das Rafzerfeld, dann das deutsche Dorf Nack im ganz von der Schweiz umschlossenen Jestetter Zipfel, schliesslich das Zürcher Weinland. Kurz gesagt, waren wir in einem grossen Garten unterwegs, in dem alles blühte von Raps bis Flieder.
Der Beobachtungsturm in den Thurauen auf der Flaacher Seite der Thur von 2025.

Hurra, der Klatschmohn ist da.

Sonntag, 10. Mai 2026

Hochbehälter?

Blick vom Hochbehälter auf die Weinberge von Nack.

Womöglich finden die Deutschen unser Wort Reservoir für einen – meist erhöht – im Gelände platzierten Tank, in dem Wasser gelagert wird, affektiert. Manieriert. Im Gegenzug erlaube ich mir, ihr Wort Hochbehälter seltsam zu finden. Für mich ist ein Behälter etwas Kleines, kein Zweckbau im Häuschenformat. Sei dem, wie dem sei – gestern lernte ich den Ausdruck in Nack kennen, einem deutschen Dorf unweit von Rafz ZH. Sehr schön der Weitblick vom Hochbehälter übrigens, an dem wir vorbeiwanderten. Man sieht den Alpenkranz. Ein Beweisfoto kann ich hier nicht vorlegen, mein Smartphone war mit der Distanz zu den Bergen und mit der dunstigen Luft überfordert.

Samstag, 9. Mai 2026

Die Lismireise

Eine Flussfahrt mit viel Lismen und Häkeln: auch diese Art Reise gibt es. Ich sah das Inserat am Donnerstag in der "Schweizer Familie".

Freitag, 8. Mai 2026

Ab nach Amerika

Stille Ecke: das Rumstal bei Pfungen. Schön, dass es noch nicht regnete.
Im "Stars and Stripes".
Pfungen und Brütten liegen beide in der Nähe von Winterthur und sind beide Agglodörfer. Erstaunlich, wie ruhig und vergleichsweise idyllisch das Land zwischen ihnen ist. Am Mittwoch bewanderte ich es mit Freund A., wir fanden beide: doch, eine erholsame Gegend. Schön, dass der Regen erst kam, als wir etwas ausserhalb von Brütten am Mittag unsere Hamburger vertilgten in einem Restaurant, das aussen als Fachwerkbau daherkommt, innen aber auf USA getrimmt ist. Das "Stars and Stripes" gefiel uns gut - für Donald Trump kann es ja wirklich nichts.

Pfungen, Bahnhof - Multberg - Rumstal - Furt - Aspenriet - Horntobel - Jungholz - Steighof (Restaurant Stars and Stripes) - Brütten, Harossen (Bus). 3 h 10 min, 420 Hm aufwärts, 255 Hm abwärts.

Mein Burger mit Chicken.
Unser Restaurant bei Steighof, etwas ausserhalb von Brütten.

Donnerstag, 7. Mai 2026

Berner Unterland? Wo ist das?

Im "Bären" zu Langenthal ass ich schon sehr gut.
Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Langenthal leistet sich einen Stadtchronisten, er soll die örtliche Geschichte hüten und vermitteln. Eben las ich von Stadtchronist Daniel Gaberell ein historisches Aperçu, das ich hier gern reportiere. Nämlich: Langenthal ist bekanntlich das Zentrum des Oberaargaus, der entgegen seinem Namen zum Kanton Bern gehört. 1942 gelangte der Langenthaler Gemeinderat tatsächlich an den Berner Regierungsrat und schlug vor, den Oberaargau in Berner Unterland umzubenennen. Dies, weil es immer wieder zu Missverständnissen komme. Nun, der Regierungsrat verwies darauf, dass die Bezeichnung Oberaargau uralt und schon 861, in der alemannisch-fränkischen Epoche, dokumentiert ist. Das Ansinnen wurde zurückgewiesen. Und daher heissen die Leute der Region auch heute Oberaargauer und Oberaargauerinnen. Ein Berner Unterland gibt es nach wie vor nicht.

Mittwoch, 6. Mai 2026

Riggenbachs Leistungen

Wer hat das Zahnrad erfunden? Wir Schweizer. Wer genau? Nicolaus Riggenbach, Ingenieur. Wobei wir das mit der Schweiz gleich wieder relativieren müssen: Riggenbach, Jahrgang 1817, wurde im Elsass geboren. Er verlagerte sich aber in unser Land, wurde Chef der Centralbahnwerkstätten Olten und Oltner Ehrenbürger, ist auch in Olten begraben. An vier seiner Leistungen sei erinnert:

  • Riggenbach konstruierte Eisenbahnbrücken und Dampfloks in jener Zeit, als das Eisenbahnwesen auch in unserem Land erblühte.
  • Riggenbach erfand das Zahnrad mit, seine Version trug den Namen "System Riggenbach".
  • Riggenbach war massgeblich beteiligt an der Lancierung der Vitznau-Rigi-Bahn, die 1871 losfuhr.
  • Riggenbach war Mitglied im "Säli-Club", der den Bau des Säli-Schlösslis auf einer Bergkuppe hoch über Olten in die Wege leitete. 1870 wurde es erstellt. Im Schlössli-Restaurant steht denn  auch die hier abgebildete Büste (Foto: Ronja), die wir unlängst bei der Einkehr erblickten.

Dienstag, 5. Mai 2026

Bratwurstrecherche

Samstags um 17 Uhr auf dem Sälischlössli.
Für die "Schweizer Familie" schreibe ich nächstens einen – eher bescheiden dimensionierten – Artikel über das, was man in und um Olten so unternehmen und erleben kann. Daher die Führung durch die Festung Aarburg, an der ich am Samstag teilnahm, von ihr habe ich ja gestern erzählt. Anschliessend stieg ich mit meiner Begleiterin auf zum Sälischlössli, es muss natürlich zwingend in den Bericht, in Olten hat man es permanent vor Augen. Diesmal assen wir anders als bei der Visite vor wenigen Wochen auch, sodass ich im Artikel faktengestützt sagen kann: Die bereiten dort oben im Schlössli eine hervorragende Angusbratwurst zu. Bio ist sie auch.

Montag, 4. Mai 2026

Trepplein auf, Trepplein ab

Eine von vielen Treppen in der Festung von Aarburg AG.
Die Festung beim Anmarsch vom Bahnhof Aarburg-Oftringen. Hinten der Hügel Born.
Wer die Festung Aarburg in der Vertikalen erkunden möchte, muss fit sein. Treppe folgt auf Treppe, bis man schliesslich doch ganz oben unter dem Dach steht. Schon im 12. Jahrhundert gab es auf dem Felssporn über der Aare, die an diesem Ort durch eine Klus kurvt, eine Burg. In ihr lebten Ritter, Landvögte, Verwalter; die Berner quartierten hier lange Gefangene ein, auch hochrangige politische. In der Gegenwart leben im Wohntrakt der Festung Jugendliche und junge Männer, die straffällig geworden sind. Von ihnen bekamen wir nicht viel mit, als wir am Samstag an einer etwas mehr als zweistündigen Führung teilnahmen. Einzig als wir im Innenhof standen und darauf warteten, dass es losging, kam immer wieder mal von oben ein Gegenstand – harmlose Ware, Plastikdeckeli und Ähnliches – geflogen. Offenbar können sich die Insassen, die ausschliesslich männlichen Geschlechts sind, nicht für die Touristinnen und Touristen erwärmen. Jedenfalls lohnt sich die Führung, dies ist eine Wucht von Bau, als wir wieder unten waren, hatten wir viel erfahren. Obwohl wir doch nur einen Teil der Räume gesehen hatten – und beileibe nicht alle Treppen benutzt.
Der Sodbrunnen ist 44 Meter tief.

Zu Beginn der Führung. Am Ende gingen wir über die stillgelegte rote Zugbrücke.

Blick auf Aarburgs rührend kleine Altstadt und auf die Aare vom Turm der Festung.

Sonntag, 3. Mai 2026

Himmlischer Säntis

Derzeit nur zu Fuss erreichbar: der Säntis. Rechts im Bild
das Berggasthaus Alter Säntis. (Foto: Daniel Kraft / Wikicommons)
Der  Säntis ist nun also seit Anfang Mai bloss zu Fuss erreichbar, die Seilbahn wird neu gebaut und verkehrt erst im Spätherbst wieder. Gestern fragte ich mich, was das bedeutet, falls ich den bahnlosen Berg besteigen möchte. Muss ich am gleichen Tag hinauf und hinunter, was eine monströse Strapaze wäre? Oder muss ich das Zelt mitschleppen, das ich nicht einmal besitze? Aber nein. Das Berggasthaus Alter Säntis ist derzeit zwar noch zu, wird aber öffnen. Wann genau, steht auf der Homepage nicht, da ist die Rede von einer "verkürzten Sommersaison". Immerhin. Sicher wäre es ein Erlebnis, den Säntis einmal rummelfrei zu erleben. Himmlisch muss das sein.

Samstag, 2. Mai 2026

Baumpersönlichkeiten

Der Buchene Stumpen. 
Dass altehrwürdige Bäume geschützt, gepflegt, ja gar verarztet werden, kommt vor. Die sogenannte Hodler-Linde beim Aussichtspunkt Finel oberhalb von Leissigen BE zum Beispiel ist mit Kronensicherungen stabilisiert, die vom Spezialisten regelmässig kontrolliert werden. Und der Chêne des Bosses oder auch Chêne millénaire in Châtillon JU wurde einmal versehentlich in Brand gesteckt, eine verletzte Stelle am Stamm ist seither mit Schindeln verkleidet, was aussieht wie Täfer. Am Mittwoch kamen wir in der Nähe des Schwarzen Steins, wie der nördlichste Punkt der Schweiz heisst, auf deutschem Boden zum Buchenen Stumpen. Der ist keine Buche, sondern eine Eiche, brach 1955 auseinander und wurde danach saniert. 1988 stand schon wieder eine Rettung an, eindrücklich die Stützen und Klammern, die den Baum heute tragen und halten, der mehr als 500 Jahre alt sein soll. Bestimmte Bäume sind mehr als Pflanzen. Persönlichkeiten sind sie, die von den Menschen ihrer Umgebung geliebt werden. Und entsprechend umsorgt.

PS: Wer mehr zum Buchenen Stumpen wissen will: Hier gibt es Informationen. Sie sind nicht ganz deckungsgleich mit dem, was vor Ort auf der Infotafel steht.

Freitag, 1. Mai 2026

Der ist ja gar nicht schwarz

Der "Schwarze Stein" steht am nördlichsten
Punkt unseres Landes. Das Kürzel CS steht für 
"Canton Schaffhausen", B für "Bargen".
Der Grenzverlauf mit markantem Knick
ist oben auf dem Stein eingezeichnet.
Am Mittwoch machten wir den "Nordspitze Panoramaweg". Man könnte meinen, dass ein touristisches Produkt mit einem derart klingenden Namen viele Leute anzieht. Wir waren völlig allein. Und nun muss ich klären, von welcher Gegend ich erzähle: Im Kanton Schaffhausen waren wir unterwegs. Und im benachbarten Deutschland. Am Rand des Randen, wie das örtliche Juragebirge heisst. Vier Stunden dauerte die Rundtour ab Bargen SH, führte uns zuerst auf den Hoh Hengst, dann zum Klausenhof und weiter zum nördlichsten Punkt der Schweiz, dem "Schwarzen Stein". Der dortige Grenzstein datiert von 1839, ist aber eher grau als schwarz und einer von etlichen, die die Grenze zu Deutschland markieren. Am Schwarzen Stein, auch "Gatterstein" genannt, wurden einst Verbannte und Verbrecher aus dem Schaffhausischen in die Fremde abgeschoben. War ein früherer Stein schwarz? Kann sein. Eine halbe Stunde später kamen wir in das deutsche Minidorf Neuhaus. In der vormaligen "Krone", nun ein Chinarestaurant, assen wir gut und fühlten uns wohl. Es folgte der Schlussteil: Ungeheuer aussichtsreich ging es, bevor wir nach Bargen abstiegen, über eine Hochfläche mit grossem Blick in den Hegau und zur Schwäbischen Alb. Doch, dies ist wirklich ein Panoramaweg, die Bezeichnung passt. Schön, hatten wir ihn ganz für uns.

Weite Landschaft beim Schwarzen Stein.

Zmittag im "Tian-Fu" im Minidorf Neuhaus am Randen (D):
Ente an einer sehr scharfen Currysauce. (Foto: Ronja)

Blick zurück auf Neuhaus, wo wir assen.

Donnerstag, 30. April 2026

Genfer Frühling

"Der Frühling ist da!": offizielles Genfer Communiqué vom 5. März dieses Jahres.
Der Sautier – es kann auch eine Frau sein – steht dem Generalsekretariat des Genfer Kantonsparlaments vor. Eine witzige Pflicht, die zu diesem an sich ernsthaften Amt gehört, steht jeweils gegen Ende des Winters an. So circa ab Mitte Februar geht der Sautier täglich vor dem Regierungsgebäude zu einer bestimmten Rosskastanie. An ihr, dem Marronnier de la Treille, verfolgt er, wie frühe Triebe sich bilden, bis schliesslich das erste Blatt erscheint. Dieses Ereignis verkündet der Sautier in einer Medienmitteilung. Will heissen: Im Kanton Genf wird der Frühling behördlich festgestellt und vermeldet. Erwähnt wird dieses Kuriosum in der neuen "Schweizer Familie" im Rahmen einer grösseren Geschichte über die kleinen Überraschungen, die unser Land birgt. Ich habe diese nicht selber zusammengetragen, sondern einem neuen Buch entnommen.

Mittwoch, 29. April 2026

Luzerner Idyll

Abstieg von der Würzenegg ins Eigental.
Die Pilatuskette ist, vom Eigental gesehen, verwechselbar – 
der Pilatus (l.) wirkt nicht so markant wie aus anderen Winkeln.
1453 erwarb die Stadt Luzern das Eigental, ein Hochtal nördlich der Pilatuskette. Dessen Holz war eine begehrte Ware. Heute sind zwei andere Rohstoffe des Eigentals wichtiger. Zum einen das Wasser: Von hier oben kommt ein guter Teil des Trinkwassers, das 600 Meter tiefer in Luzern konsumiert wird. Das andere Luxusgut, das ist die Natur, das Eigental ist zur Naherholungszone der Stadt Luzern geworden. Seine Staulage begünstigt Regenfälle, so konnten sich mehrere Feuchtgebiete entwickeln, Flach- und Hochmoore. Dies ist ein Amphienlaichgebiet nationaler Bedeutung. Erfreulich, dass sich die Pläne zu Anfang des 20. Jahrhunderts zerschlugen, das Tal mit einer Sperre zu versehen und einen Stausee zu bauen. Am Samstag war das Eigental, wie ich gestern erzählt habe, unser Wanderziel. Wir fanden ein Idyll vor.

Dienstag, 28. April 2026

Dü-Da-Do

In Malters nahmen wir einen Startkafi.
Herzig, oder?
Der "Eigenthalerhof". Schön, hatte es nicht viele Leute.
Biorind-Burger mit Schweizerfähnli.
Wie könnte man bei diesem makellosen Wetter keine gute Laune haben? Die Sonne schien praktisch uneingeschränkt, als wir am Samstag in Malters nach einem Kafi im Restaurant Bahnhof starteten. Zweieinhalb Stunden ging es, bis zur Würzenegg, die meiste Zeit aufwärts, das Tal der Kleinen Emme blieb unter uns zurück, wir hatten bald die Pilatuskette vor Augen samt dem hübschen Mittaggüpfi zur Rechten. Auf der Würzenegg, dem höchsten Punkt der Route, rasteten wir nicht – der Hunger trieb uns weiter. Unten im Eigental gabs eine halbe Stunde später Zmittag im "Eigenthalerhof", der mittlerweile im Selbstbedienungsmodus funktioniert. Wieso auch nicht, wir fanden das kein Problem und mochten im Folgenden unser Essen, rühmenswert war insbesondere der Hamburger mit Biofleisch. Die nächsten knapp anderthalb Stunden waren ein frohes Auslaufen, wir hielten hinüber ins nahe Schwarzenberg und beendeten unsere Luzerner Wanderung dort. Schön, dass uns das Smartphone für die Rückkehr den Bus nach Luzern vorschlug mit einmal Umsteigen beim Holderchäppeli auf die Eigental-Linie mit ihren vielen Kehren. So eine abenteuerliche Postautofahrt ist pures Ferienfeeling, und endlich hörte ich wieder einmal das altvertraute Dü-Da-Do.
Bahnhof Malters – Siten – Guberwald – Würzenegg – Würzen – Rest. Eigenthalerhof – Meiestoos – Lifelen – Schwarzenberg, Ennenmatt. 4 h 30 min. 14 km. 830 Hm aufwärts, 500 Hm abwärts.

Jetzt hat die Landschaft wieder Farbe.
Hinten links zeigt sich Schwarzenberg.