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Freitag, 3. Juli 2026

Innerrhoden verdreifacht

Hier und an anderen Zugangspunkten zum 
Alpstein wird das Parkieren teurer: Wasserauen AI. 
Der Andrang auf den Alpstein ist riesig. In Wasserauen, Brülisau und anderen Orten parkieren an schönen Tagen unglaublich viele Autos und ist das Gekarre unsäglich; manche Leute wollen partout nicht mit dem ÖV anreisen. Eben hat die Innerrhoder Regierung die Parkplatzpreise an den Einfallspunkten zum Alpstein massiv erhöht. Verdreifacht. Statt wie bisher 5 Franken kostet der Parkiertag jetzt 15 Franken 75. Dass das nicht bei allen gut ankommt, insbesondere nicht bei den Einheimischen, versteht sich von selber. Prinzipiell sind die neuen Gebühren nicht überrissen, jedenfalls nicht im Vergleich. So kostet, las ich in der "Appenzeller Zeitung",  das Parkieren in Täsch bei Zermatt 17 Franken pro Tag, und in St. Moritz verlangen einige Parkhäuser 30 Franken. Innerrhodens Preiserhöhung ist also eher eine Preisangleichung.

Donnerstag, 2. Juli 2026

Zwei Friedhöfe

Meine Fotos vom Berner Rosengarten: Blick zum Münster …

… das Restaurant …
… der Seerosenteich.
Am Montag besuchte ich den Rosengarten in Bern, der Park ist bekannt für die Aussicht auf die Berner Altstadt samt der Aareschleife und dem Münster. Ich schaute genüsslich und ging dann im Restaurant einen Kafi trinken. Lange war ich nicht mehr hier gewesen, seit dem Studium nicht mehr, denke ich. Womit wir bei meiner zweiten Berner Station wären. Zwei Bushaltestellen weiter stadtauswärts findet sich der Schosshaldenfriedhof. Dort wurde an diesem Nachmittag die Asche meines kürzlich verstorbenen Professors Johann Christoph Bürgel beigesetzt, bei dem ich einst Islamwissenschaften und Neuere Vorderorientalische Philologie studiert und abgeschlossen hatte. In melancholischer Stimmung fuhr ich nach der Zeremonie heim. Und nun noch einmal zum Rosengarten. Er wurde 1765 eingerichtet. Als Friedhof. Gut 110 Jahre lang wurde auf ihm bestattet. Bis zur Eröffnung des Schosshaldenfriedhofs. Womit ich am Montag in Bern also gleich auf zwei Friedhöfen war.

Mittwoch, 1. Juli 2026

Der virtuelle Zaun

Tragen sie bald GPS-Halsbänder? Kühe in Urnäsch.
Interessant, was ich gestern in der NZZ las. Es geht um virtuelle Weidezäune. Die lernte der Berner Oberländer SVP-Nationalrat Ernst Wandfluh kennen, als er letzten Sommer Besuch von einem Farmer aus Neuseeland bekam. Dieser konnte über Tausende von Kilometern seine Kühe zur Rückkehr in den Stall bringen. Und zwar mit einer Smartphone-App. Die Kühe des Bauern in Neuseeland tragen alle ein GPS-Halsband, das via die App direkt ansteuerbar ist. Auf der App sind auch die Grenzen des Weidegebietes definiert. Nähert sich eine Kuh dem virtuellen Zaun, ertönt ein Warnsignal, überschreitet sie die Grenze, löst dies im Halsband einen leichten elektrischen Impuls aus. Das System erlaubt es, Kühe bis zu einem gewissen Grad zu steuern; in Skandinavien, Grossbritannien, den USA und eben Neuseeland ist es bereits Realität. Wandfluh, selber Bauer, fordert nun mit einem politischen Vorstoss, dass es auch in der Schweiz zugelassen wird. Derzeit verbietet das die Tierschutzverordnung. Eine wissenschaftliche Untersuchung der bundeseigenen Forschungsanstalt Agroscope hat aber offenbar ergeben, dass die technische Vorrichtung kein Problem für die Kühe ist. Und dass sie funktioniert. Und jedenfalls würde mit ihr das speziell auf den Alpen aufwändige Zaunsetzen hinfällig.

Dienstag, 30. Juni 2026

Getrennte Spuren

Auf dem Jakobshorn, 2590 Meter über Meer. Rechts die Bergstation der Seilbahn.
Der Stadlersee ist künstlich angelegt. (Foto: Ronja)
Verkehrsregelgung in den
Bergen. (Foto: Ronja)
Zufall. Diese Woche erscheint in der "Schweizer Familie" meine Kolumne über die Wanderung vom Jakobshorn hoch über Davos via das Jatzhorn und die Tällifurgga nach Sertig. Eine Gratroute. Im Text erwähne ich, dass es auch eine leichtere Variante gibt, die unterhalb des Grates vorbei am Stadlersee quer durch den Hang führt. 

Genau diesen anderen Weg machten wir am Samstag und fanden ihn ebenfalls sehr schön. Einzig die vielen Bikerinnen und Biker nervten ein wenig, die zwar allesamt nett waren, aber halt doch die Landschaft mit ihren seltsamen Klapper-, Brems- und Rutschgeräuschen füllten. Stellenweise gabs für beide Bewegungsarten getrennte Spuren, das war lustig. Angetan waren wir auch diesmal von der Bergflora. Und der Zmittag war fein, wir assen in Sertig im "Bergführer". Und gönnten uns anschliessend eine Zugabe: Auf einem stilleren Pfad mit kaum noch Velovolk gingen wir weiter bis Davos Clavadel und nahmen dort den Bus nach Davos Platz. – 3 h 50 min. 200 Hm aufwärts, 1115 Hm abwärts.

Alles schräg den Hang hinab: unser Weg Richtung Sertig.

Bald gibts Zmittag. Und vorerst ein lokales Bier aus Monstein. (Foto: Ronja)

Hübsche kleine Hängebrücke über den Witibach zwischen Sertig und Davos Clavadel.

Montag, 29. Juni 2026

Tschu tschu

Ikonischer Moment: Rhätische Bahn auf dem Landwasserviadukt bei Filisur. (Foto: Ronja)
Die Brücke ist halt schon eine Schönheit.
Am Bahnhof Filisur, auch so kann man hinab
zum Platz unter den Landwasserviadukt gelangen.
Als wir am Freitag vom Bahnhof Wiesen weiterzogen zum Landwasserviadukt und hinauf nach Filisur, war das eine bei anderthalb Gehstunden zwar kurze, aber doch eindrückliche Unternehmung. Star war natürlich das Landwasserviadukt, das wir nach einer guten Stunde erreichten. 65 Meter hoch ist es und wurde 1903 eröffnet. Am Fuss der mächtigen Mauerpfeiler gibts einen Kiosk und einen grossen Platz zum Rasten; hier sind stets Leute zugegen, viele davon mit der Kamera. Denn wenn oben eine rote Komposition der Rhätischen Bahn aus dem Tunnel direkt auf die Brücke schiesst, die auch noch so schön dekorativ gebogen ist, dann ist das schon ein grandioser Moment. Wir schauten, genossen, tranken ein Bier. Und schwitzten uns dann hinauf nach Filisur. Dort stand am Bahnhof ein Fantasiebähnli, so ein Tschu-tschu-Ding, bereit; es fährt regelmässig hinab zum Viaduktplatz, wo wir eben gewesen waren. Man muss also nicht einmal laufen, um einen der besten Bahnmomente der Schweiz zu erleben.

Sonntag, 28. Juni 2026

Die Bröckelschlucht

In der Zügenschlucht, Brombenzviadukt voraus.
Atemberaubend, oder? Blick in die Zügenschlucht.

In der Landschaft Davos von Monstein durch die Zügenschlucht hinab zum Bahnhof Wiesen zu wandern oder auch umgekehrt – das fühlt sich an wie ein Geschenk. Die hohen Felswände zur Rechten und Linken mit den vielen Bach- und Lawinenrinnen, den "Zügen", sind aus unseriösem Material gebaut, es rutscht und bröselt, immer wieder mal gab es Sperrungen, an einigen Orten warnen Schilder davor stehenzubleiben, Steinschlag droht. All das steigert den Genuss, auf der im 19. Jahrhundert gebauten, 1974 aufgegebenen Strasse unterwegs zu sein; man frohlockt, dass die Strecke offen ist, die den Fluss von Davos, das Landwasser, talwärts begleitet. Von der neuen Strasse höher im Hang und auch von der Bahn merkt man eher wenig. Immerhin sind da Tunnels zu erahnen, und der Brombenzviadukt der Bahn beeindruckt. Etwas über eine Stunde brauchten wir am Freitag für die Route und freuten uns am Bahnhof Wiesen, das Beizli offen vorzufinden. Dort sass schon einiges Volk, speziell Ferrophile, Bahnfans. Kaum etwas bekamen wir vom Wiesener Viadukt mit, der hier ansetzt. Vom Beizli aus ist er nicht zu sehen, und als Fortsetzung wählten wir den Weg in der Nähe des Landwassers; besagter Viadukt, die höchste Brücke der Rhätischen Bahn, zeigt sich aus diesem Winkel nur teilweise. Was auch seinen Reiz hat.
Der Bahnhof Wiesen steht weit abseits des gleichnamigen Dorfes.

Aus dem Beizli beim Bahnhof Wiesen fotografiert: historische Waggons der Rhätischen Bahn,
die in den warmen Monaten des Jahres zwischen Davos Platz und Filisur verkehren.

Mehr sahen wir vom Wiesener Viadukt, Höhe 88,9 Meter, nicht. 

Samstag, 27. Juni 2026

Hitzeflucht

Ich blogge aus einem Hotel in Davos, wo ich die Nacht verbracht habe; gestern früh reisten wir aus Zürich an und machten im Folgenden eine schöne Wanderung die Zügenschlucht hinab, weiter zum Fuss des Landwasserviadukts und hinauf nach Filisur. So richtig von dieser Unternehmung erzählen und anfügen, was an Tag zwei, also heute, geschah: Das kann ich erst, wenn ich wieder zuhause bin und die Fotos gesichtet habe. Hier nur die erste Aufnahme vom Freitag, gemacht beim Start in Davos Monstein. Was das Bild nicht transportieren kann: das kühle Lüftchen, das uns von der Zügenschlucht her entgegenwehte. Unser Zweitäger in Davos hat auch zum Zweck, der Hitze im Flachland mal kurz zu entfliehen. Heute Abend gehts allerdings zurück in den Backofen.

Freitag, 26. Juni 2026

Ganz schön sauer

Für Johannisbeeren fahre ich jederzeit 80 Kilometer weit. Am Mittwoch holte ich welche aus dem Garten im Elternhaus ab, in Ausserrhoden, sie sind reif und wundervoll sauer; ich schwöre auf ein Morgenmüesli mit Johannisbeeren, Haferflocken und Milch. Weckt garantiert. So nebenbei oder auch nicht nebenbei lernte ich am selben Tag beim Zmittag in Herisau ein neues Lokal kennen. Im "Landhaus" gleich gegenüber dem grossen Migros isst man sehr gut. Schön, eine brauchbare Gastroadresse mehr im Appenzellerland.
Das Hotel Landhaus an der Kasernenstrasse in Herisau.

Eines der Tagesmenüs: Schweinssteak mit Kartoffelschnitzen.

Donnerstag, 25. Juni 2026

Der Geldtempel

1913, als das Bankgebäude an der Bahnhofstrasse 49 in Aarau fertiggestellt war, dürfte es ein Hingucker gewesen sein. Moderne Architektur im Stil des Neobarock, üppige Fassadenplastiken. Dass der Schriftzug "Allgemeine Aargauische Ersparniskasse" von zwei weiblichen Aktfiguren flankiert wird – das gäbe es heute nicht mehr. Dachte ich, als ich kürzlich vorbeikam. Und noch etwas zur Geschichte des Baus: Die "Ersparniskasse" wurde zur "Neuen Aargauer Bank", die ihrerseits in der "Credit Suisse" aufging. Die wiederum ist eingegangen – mittlerweile haben sich im Haus verschiedene Unternehmen eingemietet.

Mittwoch, 24. Juni 2026

Nidau feiert Weihnachten

Nidau mit dem Nidau-Büren-Kanal aus der Luft.
(Foto von 2006, Astrochim/Wikicommons)
In Nidau, der Nachbargemeinde von Biel, dürfte es am Freitag so circa 35 Grad heiss sein – trotzdem wird an diesem Tag dort auf dem Stadtplatz ein Weihnachtsbaum stehen. Ein Musiktrio wird Weihnachtslieder spielen, dazu brennen Kerzen, und es gibt Weihnachtsgebäck. Ein kürzlich pensionierter Nidauer Pfarrer steht hinter der Aktion, diese ist sein Abschiedsprojekt; mit dem Segen der Kirchgemeinde will er zeigen, las ich gestern in der NZZ, dass "Nähe, Hoffnung und Aufmerksamkeit" zu allen Jahreszeiten wichtig sind. Nun, da hat der Mann recht.

Dienstag, 23. Juni 2026

Toller Hecht

Mein Hecht. Ich wählte die leichte
Zubereitungsart mit Olivenöl.
30 Minuten braucht man vom Bahnhof Biel zum Restaurant du Lac nah der Stadtgrenze, ein guter Teil des Weges verläuft am See, dieser Tage ist das Ufer eine Freizeitzone. Am Sonntag speisten wir im "Du Lac", das bekannt ist für Fischgerichte. Ich wählte Hecht, weil der in diesem Lokal anders als Egli und Felchen stets entweder aus dem Bielersee oder dem Neuenburgersee kommt. War sehr gut, so eine perfekt entgrätete Tranche nähme ich gern bald wieder zu mir. Und auf der lauschigen Terrasse blies ein leicht erfrischendes Lüftlein. Retour gönnte man sich dann doch eine Busfahrt.
Auf der Terrasse des Du Lac.

Montag, 22. Juni 2026

Zweimal Abbau

Zwei Meldungen der letzten Tage, die mindestens indirekt mit dem Wandern zu tun haben:

  1. Braunwald zieht sich aus dem Skigeschäft zurück. Vier Skilifte werden geschlossen, offen bleiben soll bloss die Gondelbahn zum Grotzenbüel. Der Glarner Ferienort will den Gästen im Winter Winterwanderungen und Schneeschuhtouren empfehlen und das Sommergeschäft möglichst forcieren; der Skibetrieb war in den letzten Jahren nicht mehr rentabel gewesen. Interessant: In Elm, ebenfalls Kanton Glarus, tut man das Gegenteil und baut zusätzliche Schneekanonen. Wer schlauer handelt, sehen wir in einigen Jahren.
    Wandern in Braunwald: auf dem Chnügrat, unten der Oberblegisee.
  2. Die Klinikgruppe Valens gibt den Standort Walenstadtberg SG auf Ende 2029 auf. Die rund 75 entfallenden Bettenplätze werden zukünftig in Valens SG angeboten. Entlassungen soll es keine geben. Aus Wanderers Sicht wäre es schön, wenn weiterhin Busse nach Walenstadtberg führen, es ist ein toller Startort.
    Wanderziel in Walenstadtberg: das Paxmal.

Sonntag, 21. Juni 2026

Die Grotte von Gstaad

Eines der Highlights meiner Repo-Tour in und um Gstaad war der Besuch der Käsegrotte im Weiler Bissen. Ein ehemaliges Wasserreservoir, eine unscheinbare Türe, die immerhin mit einem hübschen, regionstypischen Scherenschnitt geschmückt ist. Über zwei steile Leitern – schmale Tritte! – geht es hinab in die Grotte. Dort ist es kühl, was dieser Tage gut tut. Auf hohen Regalen lagert der Käse der umliegenden Alpen, betreut von der Molkerei Gstaad. 30 Tonnen sind es, und natürlich kann man, wenn man eine Führung gebucht hat, den Käse probieren. Taten wir mit Hingabe; der Hobelkäse und all die anderen Sorten waren fein. Beeindruckend, dieser Raum, er hat mit seiner kuppelartig gewölbten Decke etwas von einer Kathedrale. 

PS: Meine Reportage in der "Schweizer Familie" erscheint Ende Juli, dies mit garantiert grossartigen Fotos von Sébastien Anex. Am Nationalen Wandertag der "Schweizer Familie" am 29. August in Gstaad führt übrigens die Route zwei ("mittlere Route") an der Käsegrotte vorbei. Diese wird dann geöffnet sein, eine Degu ist auch vorgesehen.


Samstag, 20. Juni 2026

Entschleunigung

Repo-Tage sind anstrengende Tage, man koordiniert laufend Termine, trifft Leute, stellt Fragen, macht Notizen, schaut hysterisch auf die die Wetterprognose, vernachlässigt das Trinken und hat keine Zeit zum Essen. So war das auch gestern und vorgestern in Gstaad. Wir besuchten eine Künstlerin und einen Kitzbühel-Sieger, begleiteten in der Vormittagswärme und Mittagshitze eine Familie und ihre Kindern beim Wandern, fuhren mit dem Auto an entlegene Punkte und liessen die Drohne steigen, fragten wildfremde Biker und Bikerinnen, ob wir sie fotografieren und mit Namen erwähnen dürften, stiegen zudem in ein unterirdisches Käselager ein. Und und und. Schliesslich endete der rasant getaktete Aufenthalt in einem gemütlichen Entschleunigungsritual: Mit der Kutsche fuhren wir vom Weiler Bissen talwärts nach Gstaad. 

Freitag, 19. Juni 2026

Das Brauchtums-WC

Gestern war ich also auf Reportage in Gstaad. Die Eindrücke purzelten mir am Ende des sehr langen Tages – ich musste um fünf Uhr von zuhause los – im Kopf herum. Und die Fotos muss ich zuerst ordnen. Weswegen ich hier heute nur zwei Bilder vom Kafihalt im Sporthotel Viktoria zeige. Eines ist aufgenommen im Herren-WC, das andere zeigt die Tür zu ebendiesem WC. Bäuerliche Sujets. Sie sind allgegenwärtig im Saanenland.

Donnerstag, 18. Juni 2026

Die Ente vom Kapälliplatz

Heute gehts für zwei Tage nach Gstaad, ich und ein Fotograf machen eine Reportage über die Saanenländer Ferienregion; dies im Hinblick auf den Herbst, wenn dort der Nationale Wandertag der "Schweizer Familie" stattfindet. Wir sind gewissermassen das journalistische Vorauskommando. Mein Foto stammt vom Frühling, als ich mich in Gstaad schon mal umschaute. Am Kapälliplatz fiel mir damals beim Flanieren die Ente auf, die da so hübsch sitzt. Offenbar ist sie, wie das Schild zur Skulptur erklärt, ein Geschenk von Julie Andrews und Blake Edwards, platziert vor 12 Jahren. Blake Edwards, der "Pink Panther"-Regisseur, ist mittlerweile verstorben. Aber seine Ehefrau Julie Andrews, die weltberühmte Schauspielerin ("Mary Poppins"), lebt und hält sich oft in Gstaad in der Gemeinde Saanen auf. 2014 war sie zur Ehrenbürgerin von Saanen ernannt worden und bedankte sich damals mit der "Sitting Duck", der Sitzenden Ente, die Blake Edwards geschaffen hat.

Mittwoch, 17. Juni 2026

235 Kilometer Natur

Einer Medienmitteilung der Zürcher Wanderwege entnehme ich, dass die "Via Natura" nun voll und ganz realisiert ist. Letzten Freitag wurde die fünfte und letzte Etappe des Zürcher Rundwanderweges eröffnet. 235 Kilometer lang ist dieser, bietet mit Wäldern, Mooren, Seen und Flussräumen viel Abwechslung und verbindet – dies vor allem – die Naturzentren des Kantons. Um Familien zu motivieren, sind an einigen Standorten Hörpfade für Kinder eingerichtet.

Die Via Natura, Übersichtskarte aus der Medienmitteilung.

Dienstag, 16. Juni 2026

Zürcher Direttissima

Die Schlüsselpassage vor der Claridahütte. Der Fels ist abgewetzt und rutschig.
Die Claridahütte hatte ich mir heimeliger vorgestellt.
Huch. Ein Fixseil am Uetliberg? Es hilft über die – wenigen – besonders schwierigen Meter der Direttissima, die vom Friesenberg-Quartier via die Rossweidliegg und die Claridahütte zum Fernsehturm gleich beim Gipfel führt. Auf der Karte ist dieser ruppige Weg mit bis zu 60 Zentimeter hohen Tritten, der bei Nässe garantiert gefährlich ist, gestrichelt eingezeichnet. Nachahmung auf eigene Gefahr. Ich hatte eine kundige Begleitung, Karin und Martin, die im Friesenberg wohnen und den Uetliberg und dessen Flanken auf immer neuen Pfaden erkunden. Allein wäre ich auf die Prickelroute auch gar nicht gekommen.
Den Zürichsee zu Füssen: auf dem Uetliberg.

Montag, 15. Juni 2026

Zwei Türme

Das Restaurant Baldegg bei Baden und sein Aussichtsturm.
In der Art-brut-Ausstellung im Restaurantturm hängt dieses Bild, das das Restaurant zeigt.
Mein Zmittag.
Als wir am Mittwoch vom Bahnhof Mellingen-Heitersberg via Birmenstorf nach Baden wanderten, kamen wir auch auf der Baldegg vorbei. Dort gibt es ein vorzügliches Ausflugsrestaurant dieses Namens, das der Stadt Baden gehört; der Zmittag – ich hatte eine Maispoulardenbrust an einem Morchelsösseli – schmeckte. Bemerkenswert, dass es auf der Baldegg gleich zwei Türme gibt:

  • Der eine Turm ist Teil des Restaurants Baldegg, das 1837 erbaut wurde; der Turm, der 12 Meter hoch ist und den Gästen Aussicht verschafft, wurde 1905 hinzugefügt. Wir bestiegen ihn natürlich und durchschritten dabei so nebenbei eine Art-Brut-Ausstellung im Treppenhaus. 
  • Der andere Turm steht drei Gehminuten entfernt im Wald und ist mit 38 Metern wesentlich höher. 1985 erstellt, dient er als Reservoir, 200 Kubikmeter Wasser fasst dieses. Das grandiose Rundpanorama zuoberst auf dem Wasserturm ist somit bloss ein Nebenprodukt. Ein erfreuliches, fanden wir.
    Der Wasserturm auf der Baldegg.
    Auf dem Wasserturm. Hinten links der Mitte die Lägern.

Sonntag, 14. Juni 2026

Abwechslung im Aargau

Mal von unten betrachtet: die Brücke über die Reuss
an der Bahnlinie Olten–Lenzburg–Zürich
Fresken von 1440 in Birmenstorf.
In Birmenstorf macht man Wein.
Am Mittwoch wanderten wir vier Stunden, machten dabei je circa 400 Höhenmeter auf- und abwärts. Also nichts wirklich Anstrengendes. Wir starteten am Bahnhof Mellingen-Heitersberg, hielten hinab an die Reuss und folgten ihr bis Birmenstorf. Alsbald ging es aufwärts. Wir durchquerten das Dorf, schauten uns in der Freskenkapelle ebendiese verblichenen Fresken aus dem 15. Jahrhundert an, stiegen im Folgenden auf zur Baldegg mit dem gleichnamigen Ausflugsrestaurant. Zmittag, gemütliche Stimmung, lustige Tischgespräche.  Dann, derweil es zu tröpfeln begann, visierten wir via die imposante Ruine Stein Baden an. Dort waren wir uns am Ende einig: Diese Aargauer Unternehmung war abwechslungsreich. Kurzweilig.
Eines der letzten Fotos der Wanderung: Blick von der Ruine Stein auf Badens Bahnhof.