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Freitag, 14. Mai 2021

Die fünf Mütter

Wir haben Spargelsaison, also Hollandaise-Saison.
(Foto: Elya talk /Wikicommons)

Es gibt vier Himmelsrichtungen, sieben Wochentage, zwölf Monate. Und es gibt, wie ich gestern las, fünf Muttersaucen der klassischen französischen Küche. Würde mich wundern, wer sie aufzählen kann. Wer sie schon alle gekostet hat. Und wer sie gar schon selber zubereitet hat. Was mich angeht, hatte ich schon die Tomatensauce, die Béchamelsauce, die Hollandaise (zum Spargel). Aber was zum Teufel ist eine Veloutésauce und was eine Espagnole? Wer es wissen will, findet hier alle Informationen.

Donnerstag, 13. Mai 2021

Unser Extra

In der "Schweizer Familie" dieser Woche gibt es ein umfangreiches "Wander-Extra". Machen wir jedes Jahr, ich trage jeweils fleissig bei. Diesmal ist das Glarnerland der Schwerpunkt, mir gefällt besonders die Reportage von Kollegin Caroline Fink, die sozusagen die Vertikale des Kantons durchmisst von ganz oben (Chärpfgebiet) bis unter Tag (stillgelegtes Schieferbergwerk von Engi). Vollgepackt mit Selbsterlebtem ist dieser Text, und überhaupt finde ich, dass unser "Extra", das auch Sicherheitsempfehlungen sowie Tipps gegen kleine und grosse Bobos enthält, sich sehen lassen kann. Allen eine schöne Auffahrt!

Hier gehts in die Unterwelt der Glarner: die Schiefermine von Engi.
(Foto: Paebi/Wikicommons)

Mittwoch, 12. Mai 2021

Blitzprojekt auf dem Säntis

Der Säntis ist so verbaut, dass es auf eine Installation
mehr oder weniger nun wirklich nicht ankommt.
(Foto: specialdj/Wikicommons)

Der Säntis gilt als Wetterberg, Unwetter toben sich des öftern an ihm aus. Ab diesem Monat wird der Ostschweizer Gipfel von einem Helikopter umschwirrt, ein europäisches Konsortium montiert einen Hochenergielaser, der ionisierte Kanäle in die Atmosphäre legen und mit ihnen Blitze ableiten soll. Nicht dass ich die technischen Ausführungen in der Pressemitteilung verstehe – doch immerhin begreife ich den Zweck der Übung. Die Anlage auf dem Säntis ist ein Projekt in Entwicklung, sollte das mit der Blitz-Umleitung funktionieren, könnten AKWs, Elektrizitätswerke, aber auch Flughäfen profitieren. Sie alle sind daran interessiert, gut gegen Blitzschlag geschützt zu sein.

Dienstag, 11. Mai 2021

Wo ist das Murmeltier?

Wir brauchen ein Nationaltier,
findet er: Claudio Zuccolini. (zvg)
Schottland hat das Einhorn, Frankreich den Hahn, Spanien den Stier. Andere Länder, darunter die Schweiz, sind sozusagen tierlos. Der Verein Nationaltier Schweiz, angeführt vom Bündner Komiker Claudio Zuccolini, der in dieser Rolle Ernst an den Tag legt ("ich finde es wichtig, dass die Schweiz eine emotionale Identifikation schafft") – dieser Verein will das ändern. Bis Ende Woche kann man auf seiner Homepage abstimmen, das siegreiche Tier soll dann mit Kampagnen und dergleichen als eidgenössisches Nationaltier propagiert werden. Zur Auswahl stehen Steinbock, Bär, Kuh und Löwe, die Kuh liegt derzeit vorn. Mein Favorit steht leider nicht zur Debatte. Ich wäre für das Murmeli.

Montag, 10. Mai 2021

Der Lockruf Schwedens


Die Kulning ist schwedisch und in der Regel Frauensache. Eine bäuerliche Erfindung ist sie, die neuerdings von der Popmusik aufgenommen wird. Um einen langgezogenen, hochstimmigen Kuh-Lockruf handelt es sich, der über Kilometer trägt, Raubtiere abschrecken kann, vor allem aber das Vieh anzieht. Hier einer von einigen Kulning-Filmen auf Youtube, der Screenshot stammt aus diesem Film.

Sonntag, 9. Mai 2021

Ich hatte die Maispoularde

Normalerweise würde ich für diese Mitteilung keinen eigenen Blogeintrag aufwerfen. Aber wir haben ja auch nicht Normalität, sondern sind zur Hälfte noch im Coronaregime. Nun, immerhin die Terrassen der Restaurants sind mittlerweile offen. Und so kam es, dass wir gestern nach vielen Monaten der gastronomischen Abstinenz wieder für ein Mittagessen einkehren konnten. Das Essen im Restaurant Vorderer Pfannenstiel hoch über Meilen mit der Rigi und dem Pilatus am Horizont war ausgesprochen fein. Ich hatte die Maispoulardenbrust an Madeirasauce mit grünem Spargel und Süsskartoffelpüree. Normalerweise würde ich für diese Mitteilung keinen eigenen Blogeintrag aufwerfen. Aber in diesem Fall.

Samstag, 8. Mai 2021

Barre des Ecrins – nie gehört

Die Barre des Ecrins in den französischen
Dauphiné-Alpen, 4102 Meter hoch ist sie.
(Foto: I, Sebastien roussenac / Wikicommons)
82 Viertausender gibt es in den Alpen. Mehr als die Hälfte von ihnen stehen in der Schweiz. Wohingegen die armen Österreicher keinen einzigen Viertausender haben; der östlichste der Alpen, das ist nämlich der Piz Bernina im Kanton Graubünden. Das wusste, darüber bloggte ich schon. Gestern schaute ich nach, wo denn der nördlichste, der südlichste und der westlichste Viertausender der Alpen stehen. Das fand ich:
  • Nördlichster Gipfel der Alpen mit über 4000 Metern Höhe: Schreckhorn, Schweiz.
  • Südlichster: Barre des Ecrins, Frankreich.
  • Westlichster: Ebenfalls Barre des Ecrins – übrigens ein  Berg, von dem ich noch nie gehört habe.

Freitag, 7. Mai 2021

Mein neues Buch


Ich habe ein Buch geschrieben. Es ist die Antwort auf Corona. Oder genauer: eine Reaktion auf Corona. Gern erkläre ich das. Im März des letzten Jahres kam der Lockdown, und mir wurde klar, dass ich in den nächsten Monaten viel Zeit daheim im Home Office verbringen würde. Man solle sich stillhalten und nicht unnötig im Land herumreisen, hiess es auch. In jenen Tagen im Frühling 2020 fand ich: Du musst etwas tun, Widmer, du musst etwas tun gegen all die Lockdown-Gefahren von Verblödung bis Depression. Und ich beschloss, ein Buch zu schreiben. Nämlich ein ABC mit Wörtern, wie sie mir beim Wandern oder in der Zeitung oder sonst beim Lesen auffallen. Wörtern, wie ich sie manchmal in diesem Blog bringe, Wörtern, wie ich sie bisweilen in der "Schweizer Familie" vorstelle, Wörtern wie ich sie neuerdings in der Kolumne "Auf ein Wort" im "Magazin" behandle. Das daraus entstandene Buch ist ein Wagnis, denn es weicht von dem ab, was meine früheren Bücher ausmachte, die stets mit Wandern im engeren Sinn zu tun hatten ("Zu Fuss"-Trilogie) oder doch mit Dingen am Wanderweg ("Schweizer Wunder" und "Hundertundein Stein"). Diesmal geht es um Sprache. Immerhin ist da wie bei den Wanderbüchern die Schweiz als Klammer, denn die Wörter, die ich sammelte, haben allesamt irgendwie mit diesem Land zu tun. Also, ich bin gespannt, wie mein neues Buch ankommt. Es ist jetzt grad in der Druckerei und soll Mitte bis Ende dieses Monats vorliegen, man kann es auf echtzeit.ch bestellen, Ich freue mich über alle, die das tun oder überhaupt Interesse zeigen. Ah ja, den Titel sollte ich noch nennen. Das Büechli, witzig illustriert von Till Lauer, heisst "Mein Wortschatz".

Donnerstag, 6. Mai 2021

Der Amerikanerblätz

Es gibt an mehreren Orten im Land den Flurnamen "Amerika". Laut einem Artikel im "Schweizer Bauer" wurden so Orte benannt, die weit vom jeweiligen Dorf entfernt lagen und lange nicht erschlossen waren. "Amerika" gleich "Neuland". Eine andere Deutung liefert die Expertin, die den Artikel verfasst hat, für den "Amerikanerblätz" in Hägendorf im Kanton Solothurn. Von dort wanderten 1854 insgesamt 128 mittellose Leute nach Amerika aus, die Gemeinde hatte Druck aufgesetzt, um sie loszuwerden. Auf dem Amerikanerblätz sollen die Emigrantinnen und Emigranten auf die Pferdewagen gewartet haben, die sie abtransportierten.

Halt, kann das sein? Hägendorfs Amerikanerblätz liegt ausserhalb des Ortes, hoch am Hang, am Rand des Waldstückes Schleipfrain. Warum hätten die Auswanderer dort die Abreise antreten sollen, warum nicht im Dorf? Unmöglich ist das nicht. Auf ortsnamen.ch finde ich allerdings eine zweite Deutung, die mir mindestens so plausibel erscheint. Demnach hatte sich die Gemeinde stark verschuldet, indem sie die Reisekosten der Auswanderer bezahlte. Zur Tilgung der Schulden liess sie eine Waldfläche abholzen und die Stämme auf der Allmend zum Verkauf auslegen. Die abgeholzte, später wieder aufgeforstete Fläche hiess fortan "Amerikanerblätz".

Mittwoch, 5. Mai 2021

Waulking, nicht Walking

Vor vielen Jahren reiste ich zu den Äusseren Hebriden, einer schottischen Inselgruppe. Ich besuchte damals unter anderem die Insel Lewis and Harris, von der der Harris Tweed stammt, und kaufte mir selber ein Jackett aus dem Stoff. Ich habe es immer noch. Gestern nun stiess ich auf Youtube zufällig auf einen Film von 75 Sekunden. Er zeigt Frauen auf Harris und ihren traditionellen waulking song. Nein, nicht walking song, das wäre ein Wanderlied, wohingegen es hier um ein Lied geht, das die dortigen Frauen traditionell  beim Walken von Textilien, etwa Harris Tweed, sangen. Die Aufnahme ist 80 Jahre alt. Mittlerweile wird der Tweed längst mit industriellen Methoden von Öl und Schmutz befreit. 

Dienstag, 4. Mai 2021

Airolo wächst

Im Dezember war ich in Airolo. Hier das Gemeindehaus.

Vor fünf Monaten schrieb ich in meinem Blog darüber, wie der Bau der zweiten Gotthard-Strassentunnel-Röhre Göschenen verändert und verändern wird. Gestern nun las ich einen Artikel darüber, was auf der anderen Seite des Berges, in Airolo, ansteht. Dort werden ab 2022 rund 300 Tunnel-Arbeiter für mehrere Jahre in einem derzeit leerstehenden Hotel untergebracht. Auch soll mit dem Aushubmaterial der Röhre die Autobahn kilometerweit überdeckt werden. Auf dem so gewonnenen Gelände entsteht Platz für neue Gebäude wie eine Turnhalle und eine Wellness-Anlage. Sowie für einen Naturpark inklusive See. Im Winter wird man dort langlaufen können – Airolo im Wandel.

Montag, 3. Mai 2021

Wow!

Ich geriet in Schräglage.

Seit dem letzten Juni gibt es in Zürich das Wow-Museum. Es ist ganz auf die Instagram-Generation zugeschnitten. Wobei: Als ich es mit meinem Göttibub besuchte, hatte auch ich (58) viel Spass. Auf 400 Quadratmetern hagelt es in clever gebauten Räumen optische Täuschungen, wobei Spiegel eine grosse Rolle spielen. Wer das erleben will, braucht ein Smartphone, denn die Erklärungen zu den einzelnen Stationen werden per QR-Code vermittelt. Und mancherorts sind Kameras installiert, die einen in kurioser Lage fotografieren und einem die Bilder über das hausinterne WLAN aufs eigene Handy beamen. Nirgendwo anders macht man sich so viele Illusionen wie im Wow-Museum.

Sonntag, 2. Mai 2021

Rock in der Forchbahn


Die Forchbahn, die von Zürich-Stadelhofen via Zollikerberg (mein Wohnort), Zumikon, die Forch und Egg nach Esslingen fährt – diese gute alte Vorortsbahn, auch "Frieda" genannt, ist für mich der Inbegriff eines behäbigen Unternehmens: vierschrötige Angestellte, semikomfortables Rollmaterial ohne neumodische Dinge wie z.B. Steckdosen oder gar W-LAN. Aber auch eine gute Portion Verlässlichkeit und Pünktlichkeit. Die Stellenausschreibung, die im Waggon grad hängt, finde ich doof. Die Forchbahn rocken? Das aufgekratzte Deutsch passt nicht.

Samstag, 1. Mai 2021

Am 5. September 1882 fuhr es los

Am Anfang der Zürcher Strassenbahn, lernte ich diese Woche im Tram-Museum Zürich, stand das Rösslitram. Am 5. September 1882 nahm es den Betrieb auf; es verkehrte vom Tiefenbrunnen zum Bahnhof und dann zum Paradeplatz. Später wurden weitere Strecken in Betrieb genommen. 1898 gehörten zum Rösslitram 40 Wagen und 208 Pferde. Doch das Ende war bereits nah: 1900 wurde umgestellt auf Strom. Ob die Pferde eine Pension erhielten, weiss ich nicht.

Freitag, 30. April 2021

Spass in und unter den Trams

Ich müsste längst dort gewesen sein, da ich mehrmals pro Woche mit der Forchbahn vorbeifahre. Ich meine das Tram-Museum Zürich im ehemaligen Depot Burgwies. Nun, am Dienstag hatte ich Gesellschaft von meinem 12-jährigen Göttibub aus dem Zürcher Weinland. Wir besuchten gleich zwei Museen. Eines war besagtes Tram-Museum, das 1989 eröffnet wurde und die Geschichte der Strassenbahn Zürich seit 1882 abbildet. Wir unterhielten uns bestens. Noch viel mehr Spass hatten die kleinen Kinder. Man darf in diesem Museum nämlich viele der alten Trams besteigen, es gibt allerlei Kurbeln zu drehen und Hebel zu bedienen, man setzt sich in den Sessel des Billetteurs und kann auch in einen Servicetunnel absteigen, so dass man ein Tram von unten sieht. Und natürlich bekamen wir auch jede Menge Werkzeuge und Billettautomaten zu sehen. Eine gute Sache, am Ende waren wir beide sehr zufrieden.

Donnerstag, 29. April 2021

Sogar die Innerrhödler haben Wein

Büriswilen AI (links) mit dem Rebberg Katzenmoos (im Oval).
Das Gebiet oberhalb ist ausserrhodisch, das unterhalb sankt-gallisch.

Kürzlich schrieb mir ein "Schweizer Familie"-Leser, es ging um einen Rebberg im Aargauischen. Ganz nebenbei bemerkte der Leser, dass es in der Schweiz keinen einzigen Kanton ohne Wein gebe. Wirklich, dachte ich? Haben sogar die Innerrhödler Wein? Google lieferte mir subito die Antwort: ja! Am sonnigen Hang oberhalb des St. Galler Rheintals auf der Höhe von Berneck SG sind die Grenzverhältnisse unübersichtlich, die Kantone St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden stossen aufeinander – und es gibt eine kleine Innerrhoder Insel, die zum Bezirk Oberegg gehört und den Weiler Büriswilen umfasst. Dort steht der Rebberg Katzenmoos. Seine Fläche beträgt 65 Aren, die Lese dauert einen Tag, aus den Riesling-Sylvaner-Trauben wird ein Weisser gekeltert. Er heisst: "Innerrhoder Wy."

Mittwoch, 28. April 2021

Der Schwan und das Märchenhotel

Neuschwanstein auf Luzerner Art: das Château Gütsch.
Die Drahtseilbahn ist mitterweile durch einen Schrägaufzug ersetzt.
Foto: Roland Zumbühl (Picswiss) / Wikicommons

Das Château Gütsch, ein Viersternhotel mit erstklassigem Blick auf die Stadt Luzern, die Reuss und den Vierwaldstättersee, ist eine Märchenfantasie. Seit 2007 hat das überkandidelte Ding – wir passierten es letzten Samstag auf unserer Wanderung von Malters nach Luzern – einen prominenten Besitzer, nämlich den russischen Ex-Geheimdienstler und Oligarchen Alexander Lebedew. Allerdings ist unklar, ob der Betrieb sich lohnt. Die neusten Medienberichte datieren von 2019; damals hiess es, Lebedew wolle das Hotel wieder verkaufen. Oder doch nicht? Es gibt da nämlich einem emotionalen Aspekt. Das Château Gütsch, 1901 gebaut, ist dem bayerischen Schloss Neuschwanstein nachempfunden. Und "Lebed" heisst auf Russich "Schwan". 

Dienstag, 27. April 2021

Luzerner Viamala

Das Ränggloch.

In der Wolfschlucht.

Am Samstag gingen wir von Malters über den Blatterberg und Sonnenberg nach Luzern. 5 1/4 Stunden betrug die Gehzeit, wir machten 840 Höhenmeter aufwärts und 900 abwärts, das war also durchaus anstrengend. Aber wie immer beim Wandern: Wenn die Route abwechslungsreich ist, vergisst man die körperlichen Mühen. Die Aussicht vom Blatterberg auf den noch schneeweissen Pilatus und das dito schneeweisse Mittaggüpfi war eine Freude. Das Ränggloch, das den Blatterberg und Sonnenberg voneinander trennt, stellte sich als eine Art Luzerner Viamala heraus. Am Hang des Sonnenbergs brätleten wir; wir wählten, da der Wald trocken war und es auch ein wenig windete, den Wurzelkrater eines umgestürzten Baumes als Feuergrube. Später begeisterte uns die Wolfschlucht unter dem Kamm des Sonnenbergs, ein vorzeitlich wirkender Geländeschlitz. Vom Dessertstopp beim Hotel Sonnenberg habe ich gestern schon berichtet. Später kamen wir zum Château Gütsch, welches Schloss Neuschwanstein nachempfunden ist und einen grandiosen Blick auf die Stadt Luzern bietet. Hübsch auch das Ende der Wanderung: An der Reuss spazierten wir inmitten der Menschenmassen zum Bahnhof Luzern.

Luzern vom Château Gütsch.

Montag, 26. April 2021

Dänemark im Luzernischen

Nicht übel, oder? Der Blick vom Sonnenberg.

Das Foto mit dem verklärt lächelnden Widmer stammt von Wanderkollegin Brigit. Es war auf der Terrasse des Hotels Sonnenberg hoch über Kriens und Luzern im Schatten ein bitzli kühl. Aber was spielte das für eine Rolle angesichts des bombastischen Coupe Dänemark? Viele Monate ist es her, seit mein Wandergrüppli und ich das letzte Mal einkehrten. Vorgestern Samstag wars so weit. Wir brätleten auf dem Sonnenberg. Und nahmen später im Restaurant das Dessert. Das war herrlich. Was wäre wandern ohne Gastgewerbe? Ich hoffe, weitere Coupes folgen bald.

Sonntag, 25. April 2021

Literaturwandern

Eine Wanderung im Zürcher Oberland zu den Orten, wo der Schriftsteller Arthur ("Turi") Honegger aufwuchs und heiratete. Eine Wanderung zum Grab der Dichterin Mascha Kaléko auf dem jüdischen Friedhof Oberer Friesenberg in Zürich. Eine Wanderung am rechten Zürichsee-Ufer über den Pfannenstiel, den Hausberg der Kinderbuchautorin Viola Rohner. "Auf den Spuren der Literatur", eben erschienen im Werd Verlag, enthält 20 "Poetische Wanderungen in und um Zürich", so der Untertitel. Wer gern literaturwandert – voilà!

Samstag, 24. April 2021

Wir werden immer mehr

Man ist, wenn man wandert, Teil einer Volksbewegung. Der Tagi brachte grad eine Grafik, die ich hier nachgebastelt habe. Sie zeigt die wichtigsten Sportarten in der Schweiz aufgrund einer Erhebung des Schweizer Sportobservatoriums im Auftrag des Bundesamtes für Sport, die letzten Herbst veröffentlicht wurde. Die Daten stammen noch aus der Zeit vor Corona und belegen unter anderem, dass die Leute sich immer mehr bewegen. Die wichtigste Sportart ist das Wandern, 56,9 der Befragten Prozent wandern. Der Zuwachs  seit 2014 beträgt 12,6 Prozent, zeigt die Erhebung auch. Beim Velofahren sind es nur 2,9 Prozent Zuwachs, einen Minuswert gibts beim Skifahren. Der Studienautor wird im Artikel so zitiert: "Früher galt Wandern als Aktivität für Menschen in roten Wollsocken und Knickerbockern, galt als eher langweilig und hatte kein hohes Ansehen. Heute erzählen die Leute beim Arbeiten gerne, dass sie am Wochenende wandern waren." So ist es. Was ist heute für ein Tag? Samstag! Gleich geh ich wandern.

Freitag, 23. April 2021

Schöner See

Gerhard Richters "Vierwaldstättersee" von 1969 im Zürcher Kunsthaus.
Zugrunde liegt dem Gemälde eine Fotografie.

Kommt man aus einer Ausstellung mit zeitgenössischer Malerei und soll das Gesehene in ein Adjektiv fassen, ist es in der Regel eines wie: kurios. Kryptisch. Verstörend. Mit den Landschaften des deutschen Malers Gerhard Richter, 1932 in Dresden geboren und berühmt nicht zuletzt für die Summen, die seine Gemälde einfahren – mit diesen Landschaftsbildern, von denen etliche derzeit im Kunsthaus Zürich ausgestellt sind, erging es mir diese Woche beim Besuch anders. Wieder draussen, fand ich: schön! Richter ist ein so grossartiger wie theoretisch versierter Maler, er zitiert die Tradition, nimmt aktuelle Strömungen auf, spielt mit verwandten Medien wie der Fotografie, zerkratzt und verwischt seine Sujets. Bei alledem haben seine Kreationen aber die Kraft, den Betrachter und die Betrachterin nicht nur intellektuell zu kitzeln, sondern auch seelisch zu ergreifen. Besonders gern verweilte ich vor einem einheimischen Motiv, dem Werk "Vierwaldstättersee", das Richter 1969 in vier gleichen Versionen malte; eine war vor sechs Jahren an einer Londoner Auktion für umgerechnet 22 Millionen Fanken verkauft worden. Nur etwas passte mir an der Zürcher Ausstellung nicht, die übrigens noch bis zum 25. Juli dauert: Es hatte in den Räumen viel zu viele Leute. So richtig in Ruhe schauen konnte ich nicht.
Weil es so schön ist, dasselbe Motiv gleich noch einmal.

Donnerstag, 22. April 2021

Bern tickt genau

Unlesbar? Das Heft kaufen!

In der neuen "Schweizer Familie", heute am Kiosk, gibts von mir einen grösseren Artikel über auffallende, bemerkenswerte, kuriose Uhren im Land. Dazu erzähle ich in aller Kürze die Geschichte der Zeitmessung von den prähistorischen Lochsteinen bis zur Atomuhr im Labor des Eidgenössischen Instituts für Metrologie in Bern-Wabern. Sie geht in 30 Millionen Jahren schlimmstenfalls eine Sekunde vor oder nach. Womit ein für allemal klar sein sollte: Bern tickt nicht langsam, sondern genau.

Mittwoch, 21. April 2021

Zürichs neuer Supermarkt


Als Brücke zum Supermarkt von morgen sieht die Migros ihr neues Foodlokal an der Europaallee in Zürich ganz nah beim HB. Auf zwei Stockwerken gibts Ess- und Trinkware, dazu kommen Kochstellen, an denen man frisch zubereitetes Essen kauft oder sich das Steak brutzeln lässt, das man aus dem Kühler geklaubt hat. Bridge, wie der Ort heisst, bietet aber nicht nur Dinge aus dem Migros-Sortiment, allerlei Partner aus dem Segment jung und aufstrebend halten ihre eigenen Produkte feil, darunter auch Non-Food, gerechte Seifen und dergleichen. Und so wird man beim Durchschlendern ab und zu überrascht. Am besten gefiel mir die Aussicht, als ich eben einen Augenschein nahm. Von den Sitzplätzen am Fenster, die momentan wegen Corona abgesperrt sind, blickt man direkt aufs Geleisfeld mit den ein- und ausfahrenden Zügen.

Dienstag, 20. April 2021

C, wenn man kein C hat

Nein, ihr seid beide gesund! Schlecht wäre ein zweiter Strich bei T ("Test").

Ich frage mich dieser Tage immer wieder, was die zuständigen Pharmaleute sich dachten, als sie bei der Selbsttest-Einheit jenen Punkt mit C beschrifteten, an dem ein roter Strich erscheint, wenn man kein C hat – kein Corona. Verwirrlicher geht nicht.

Montag, 19. April 2021

Das Blueschtdesaster

Kirschblüte (Deutschland).
(Foto: Ichneumon/Wikicommons)
Kommenden Samstag hätte ich gern den Baselbieter Chirsiweg gemacht. Ein Rauscherlebnis auf Blütenbasis schwebte mir vor. Eine Bluescht-Ekstase. Doch als ich gestern Abend im Internet "Baselland Tourismus" konsultierte, stellte ich fest: Das wird heuer nichts. Schuld sind die frostigen Apriltage. Auf der Homepage heisst es:

"In den sehr kalten Nächten (...) sind viele Blüten erfroren und wurden braun. Einzelne Bäume in den etwas höheren Lagen blieben vielleicht verschont und beginnen noch zu blühen. Das typische Bild der Baselbieter Bluescht wird es wohl dieses Jahr aber leider nicht mehr geben."

Sonntag, 18. April 2021

Siphon-Putzen-Rohrer

Ich schreibe grad an einem Text über Schweizer Werbeslogans im Fernsehen und Radio der letzten Jahrzehnte. Natürlich muss auch der Putzzwerg vorkommen, der so fröhlich "Sipuro oho!" kräht. Nun fragte ich mich, woher eigentlich der Name der Firma kommt, die 1951 mit einem Abfluss-Reiniger startete. Sipuro steht für ... Siphon-Putzen-Rohrer. Beim Rohrer handelt es sich um den Berner Heinrich Rohrer, den mittlerweile verstorbenen Gründer. Einen passenderen Namen kann man in seinem Gewerbe nicht tragen.

Samstag, 17. April 2021

Museum geflutet


Wo normalerweise Claude Monets Seerosen-Bild hängt, gibt es nun einen Teich mit gefärbtem Wasser – und Zwergseerosen. Sowie anderen Gewächsen. Die Fondation Beyeler in Riehen bei Basel ist momentan zu einem guten Teil ein Teich mit Stegen fürs Publikum. Der isländische Künstler Olafur Eliasson hat die Hälfte der Ausstellungssäle geflutet und die grossen Fensterscheiben demontieren lassen, so dass Innen und Aussen verschmelzen. Das sieht spektakulär aus. Die Ausstellung bzw. Installation ist rund um die Uhr geöffnet, tagsüber zahlt man Eintritt. (Fotos: Pati Grabowicz)

Freitag, 16. April 2021

Start ist beim Tell-Denkmal

Hier gehts los.
(Foto: Roland Zumbühl / Wikicommons)

Mit regionalen Partnern habe man eine neue Innerschweizer Wanderroute entwickelt, teilt Luzern Tourismus mit. Der Tell Trail führt in acht Etappen vom Tell-Denkmal in Altdorf nach Sörenberg. Die Sache ist anstrengend, pro Tag geht man fünf bis sechs Stunden, legt insgesamt 156 Kilometer zurück und absolviert 7126 Höhenmeter. Zum Trail gehört ein massgeschneidertes Angebot mit reservierten Übernachtungen und Gepäcktransport. Doch, das täte mich gelüsten. Bloss denke ich, dass ich für die anlaufende Warmsaison schon genügend Pläne habe.

Donnerstag, 15. April 2021

Madonna im Exil


Die Schwarze Madonna von Einsiedeln war einst fünf Jahre lang abwesend. Im Mai 1798, als Napoleons Truppen anrückten, brachte man die Gottesmutter in Sicherheit. Man versteckte sie zuerst im Alptal, wie das Tal gegen die Mythen zu heisst, vergrub sie kurz darauf auf der nahen Haggenegg für ein paar Wochen im Boden, schaffte sie schliesslich ins Vorarlbergische. Ins sichere Exil. 1803 kam sie zurück in die neu errichtete Gnadenkapelle in der Klosterkirche und zieht dort bis heute Massen von Menschen an. Entstanden ist die Einsiedler Madonna aus Lindenholz mit dem Jesuskind im Arm um 1450 im süddeutschen Raum.

Mittwoch, 14. April 2021

Zwipf

Im Tagi sah ich vor wenigen Tagen ein Glossar mit Wörtern aus der Rekrutenschule. Ich fand es lustig. Hier vier Ausdrücke:

  1. Kebab-Chef. Tagesoffizier. Die Bezeichnung stammt von dessen Binde, auf der KC ("Kontrolle/Contrôle") steht.
  2. Picasso: der aushängende Wochenplan.
  3. Uböötlen: sich vor der Arbeit drücken.
  4. Zwipf: Zwischenverpflegung wie Früchte, Militärbiscuits oder Militärschoggi. (Foto: Hp. Baumeler /Wikicommons)

Dienstag, 13. April 2021

Eine sehr indirekte Route

Sorry, was ist das denn für eine Route? Pfungen – Winterthur auf sehr indirekte Art.

Brätlen macht gute Laune. Immer.
Die Route, die ich meinem Grüpplein zweiTage vor dem Wandersamstag per Mail vorgeschlagen hatte, löste Stirnrunzeln aus – dieses Geschlängel, dieses Vorwärts und dann im spitzen Winkel Rückwärts, dieses kuriose Auf und Ab. Nun, ich hatte mir durchaus etwas überlegt, nämlich dies: Ich wollte ein paar markante Hügel bei und in Winterthur verknüpfen und so demonstrieren, wie grosszügig die zweitgrösste Zürcher Stadt mit naher Natur ausgestattet ist; meiner Meinung nach können die Zürcher mit ihrem Uetliberg und die Berner mit ihrem Gurten einpacken, sobald die Winterthurer Höger ins Spiel kommen. Winterthurs Gipfel toppen alles. Wir starteten in Pfungen, bestiegen durch ein reizendes Tobel den Schlossbuck zur Hälfte, gingen in seiner Waldflanke weit nach Osten, stiegen ab ins Rumstäli und stiegen gleich wieder auf zum Beerenberg. Daselbst wurde gebrätlet, wir können das mittlerweile aus dem Effeff, ratschbummzack ist alles ausgepackt und der Wein entkorkt und das Feuer entfacht und die Wurst parat. Wieder hielten wir hinab und hielten wieder hinauf nach Hoch-Wülflingen, einem Burghügel ohne Burg; die ist entschwunden. Und hielten wieder hinab und wieder hinauf nach Alt-Wülflingen, wo ein imposanter, per Treppe erschlossener Bergfried an die adeligen Bewohner noch erinnert. Und hielten wieder hinab und wieder hinauf auf den Brüelberg – schade, war der Turmaufgang verschlossen. Eine halbe Stunde später, nach fünf Gehstunden (665 Meter aufwärts, 635 abwärts), waren wir uns einig: Das war gut.
Auf dem Bergfried der Ruine Alt-Wülflingen, unten Winterthur. Links ein Teil des Brüelbergs.

Montag, 12. April 2021

Klosterklaubrüder

Die alten Mauern des Klosters.
Sockel markieren das Geviert des Kreuzganges.
Blick von Süden zum Beerenberg.
Westlich von Wülflingen, einem Winterthurer Stadtkreis, bestiegen wir am Samstag den Beerenberg und stiessen auf die Reste des Klosters Mariazell am Beerenberg. Viel ist nicht übriggeblieben, ein paar kubische Sockel markieren immerhin den ehemaligen Kreuzgang, dicke Fundamentmauern das Hauptgebäude. 1362 nahm das Kloster seinen Betrieb auf, nachdem zuvor schon ein Eremit auf dem Berg gesiedelt hatte. Es kam bald, indem es von seinen weltlichen Herren, etwa dem Habsburger Leopold III., generös gefördert und mit Privilegien ausgestattet wurde, zu Reichtum. Und wie das so geht, vollzog sich ein moralischer Niedergang: Man betete immer weniger, prasste immer mehr. 1482 verfügte der Papst die Schliessung, worauf einige Klosterbrüder versuchten, mit geklautem Geld, Reliquien und wertvollen Gegenständen ins Ausland zu fliehen. Der Landvogt liess sie einfangen. Mit der Zürcher Reformation endete die Geschichte des Beerenbergklosters endgültig, 1528 fielen die Gebäude und Güter dem Staat anheim. Ein Gerichtsherr aus Pfungen war es, der nun als Besitzer einzog.

Sonntag, 11. April 2021

Saubere Seen

Es gibt nichts, was einen Text so wirksam kaputtmacht wie zu viele Adjektive, die dann auch noch erwartbar sind. Abgeschmackt. Oder gar kontraproduktiv: Preist mir ein Werbemensch "saubere Seen" an, meldet sich in mir ein ungutes Gefühl, weil ich daran erinnert werde, dass es auch unsaubere Seen gibt. Liebe SBB, sag doch bitte dem Texter deines neusten Newsletters (am Donnerstag mir zugegangen), dass er oder sie sich beim Schreiben etwas mehr überlegen soll. Und mal eine Stillehre in die Hand nehmen. Und das Kapitel "Das Adjektiv" lesen. Ich wäre dankbar.

Hier ein Screenshot.

Samstag, 10. April 2021

Deponierösti

Kölliken, die Deponiehülle im Jahr 2008.
(Foto: Badener/Wikicommons)

Die Fläche ist so gross wie zehn Fussballfelder. Die sie überspannende Halle war entsprechend monumental. Mittlerweile ist der Erdgrund saniert, die Schutzhülle abgebaut, die Massnahmen kosteten übrigens rund 900 Millionen Franken. In Kölliken im Aargau debattiert man zurzeit, wie es mit mit dem Areal der ehemaligen Sondermülldeponie weitergehen soll, das derzeit einer Wüste gleicht: alles braun. Die Idee Bauland steht nicht zur Debatte. Hingegen die Frage, wie viel Land der Landwirtschaft zugeschlagen werden soll und wie viel unter Naturschutz gestellt. Darüber las ich online bei srf.ch eben einen Artikel. Und während ich ihn las, dachte ich, dass ich persönlich jetzt keine Kartoffeln kaufen würde, die diesem Gelände entstammen. Auch wenn das möglicherweise irrational ist und die Rösti munden würde.

Freitag, 9. April 2021

Bechue?

Der Preis und die fünf Nominierten für 2021.
(Screenshot Medienmitteilung)
Gestern las ich den neusten Newsletter des Verlagshauses Schwellbrunn, das das "Appenzeller Magazin" herausgibt. Zusammen mit einer Stiftung wolle besagtes Magazin jährlich eine Person auszeichnen, die sich kulturell oder sozial für die Gemeinschaft eingesetzt habe, stand da. Und ich stolperte über den Namen des Preises, "Di goldig Bechue". Obwohl ich doch Appenzeller bin, war ich ratlos. Google half mir. Die "Bechue", auch "Beechue", ist eine Beinkuh. Offenbar gibt es einen Appenzeller Brauch, aus dem Holz eines alten Christbaums Kühlein zu schnitzen. Bechüeli eben. Nie davon gehört, nie gemacht.