Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Montag, 2. November 2026

Das Filmhaus

Das hätte ich gern erlebt: Im "Studio 4", wie das Kino an der Zürcher Nüschelerstrasse hiess, gab es in den Anfängen scheinbar keine Leinwand. Alle Wände im Saal waren bedeckt mit schwarzem Samt. Startete der Film, begannen jene Prismen, aus denen die Wand vorne bestand, sich zu drehen und sich neu zusammenzusetzen zu einer Leinwand. 1949 war das "Studio 4" zeitgleich mit dem ganzen Bau eröffnet worden. Die Fassade fügte sich in die Umgebung ein, rundherum standen Geschäftshäuser, nüchterne Moderne. Innen aber hatte der Bauhaus-Künstler Roman Clemens eigenwillig gewirkt, der Grundriss ist asymmetrisch, die Linien fliessen. 1983 ging das "Studio 4" in städtische Hand über und ist heute bekannt als "Filmpodium". Nicht gerade knallig, dieser Folgename. Aber das Programm ist gut, weil eigenwillig, zu sehen sind zum Beispiel grossartige Retrospektiven. Am Wochenende war ich im "Filmpodium". War angetan von Richard Linklaters Animationsfilm "Apollo 10 1/2", der ins Jahr der Mondlandung zurückblendet. Und genoss das einmalige Ambiente dieses kommunalen Kinos, das längst unter Heimatschutz steht.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen