Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Montag, 5. Januar 2026

Das Ybrig hat einen Gletscher

Mein "Schweizmobil"-Screenshot zeigt rechts das Gebiet der Wannenalp.
Die Infotafel beim Loch. (Foto: Schwyz Tourismus)
So ein Eisloch ist doch immer faszinierend. Vor längerem besuchten wir im Neuenburgischen die Glacière de Montlési, stiegen über eine Leiter hinab in den Kessel mit dem Minigletscher. Nun, auf der Wannenalp im Ybrig, Kanton Schwyz, gibt es auch ein solches Loch, das ganzjährig Eis enthält. Letztes Jahr wurde dort im Juli eine Infotafel enthüllt, las ich kürzlich und nahm mir den Ort auf 1700 Metern als Ausflugsziel vor. Auch wenn man als Wanderer nur von einer gesicherten Plattform ins Loch in 25 Metern Tiefe spähen kann, nicht aber es betreten. Über Jahrzehnte nutzte offenbar der mittlerweile verstorbene Älpler die Eisgrube als Kühlschrank und lagerte in ihr seine verderblichen Waren in einem Kessel, den er bei Bedarf mit einem Seil hochhievte.

Sonntag, 4. Januar 2026

Das Ding auf meiner Brust


Antike Wärmflaschen aus Terrakotta, die auf einzelne Körperteile
zugeformt sind. Wie man sie verschloss, weiss ich nicht; ich nehme
mal an, mit einem Korken. Ausgestellt sind die 2000 Jahre alten
Flaschen im Archäologischen Bezirksmuseum in Paphos auf Zypern.
(Foto: Hermann Junghans / Wikicommons)
Ich bin daran, mich nach der Grippe wieder hochzurappeln, gar nicht so einfach, es dürfte noch ein paar Tage dauern, bis ich wieder ganz gesund bin. Wertvolle Dienste leistet mir auch diesmal meine Bettflasche, die ich mir ein bis zweimal pro Tag auflege. Während ich kürzlich so auf dem Sofa ruhte, fragte ich mich, was für eine Geschichte das Ding auf meiner Brust eigentlich hat. Nun, schon in der Antike gab es Wärmflaschen, solche aus Terrakotta. In den letzten Jahrhunderten kamen Flaschen aus allen möglichen Materialien zum Einsatz, aus Zink, Messing, Aluminium, Glas, Steingut. Aus Kupfer waren jene Wärmflaschen, die offenbar in der Frühzeit der Eisenbahn den Passagieren und Passagierinnen mitgegeben wurden, als die Züge noch ungeheizt waren; in den Bahnhöfen gab es damals Wärmeflaschentauscher, Bahnmitarbeiter, die während des Haltes die erkaltete Kupferflasche gegen eine heisse eintauschten. Heutzutage hat sich als Standardmaterial Gummi durchgesetzt, auch meine Bettflasche ist aus Gummi.

Samstag, 3. Januar 2026

Hütet euch in Visp (II)

Wichtiger Umsteigeort: der Bahnhof Visp.
(Foto: Daniel Reust / Wikicommons)
Unter dem Titel "Hütet euch in Visp" schrieb ich hier vor langem, dass die Perrons des Visper Bahnhofs und auch die Abgänge in die Unterführung eng sind – zu eng angesichts der Massen von Menschen, die hier in Stosszeiten umsteigen. Vor gut zwei Wochen gabs einen Zwischenfall, der das belegt. Der Walliser Onlinedienst pomona.ch berichtete darüber, wie ein älterer Mann auf dem Perron in Visp im Getümmel von einem Rollkoffer derart heftig gerammt wurde, dass er aufs Gleis stürzte. Umstehende Reisende hievten ihn wieder auf sicheren Boden, kurz darauf fuhr auf diesem Gleis der Zug nach Genf ein. Der Mann, stellte sich heraus, hatte sich beim Sturz einen Milzriss mit starken inneren Blutungen zugezogen, er musste notoperiert werden. "Zwischen Treppenaufgängen, Rollkoffern und entgegenkommenden Personengruppen wird es eng – manchmal gefährlich eng", steht im Artikel zu lesen. Genauso ist es.

Freitag, 2. Januar 2026

Zweimal Erinnerung

Das Kreuz von Deinikon und der Milchsuppenstein.
Das Gelände westlich des Albis wurde nach der Reformation zur Kampfzone, hier stossen bis heute katholisches und reformiertes Land aufeinander. Der Erste Kappelerkrieg (benannt nach der Ortschaft Kappel am Albis ZH) endete 1529 ohne Kampfhandlungen, angeblich verspiesen die Krieger beider Seiten gemeinsam eine chüschtige Milchsuppe und zogen dann wieder heim. Historisch ist dieses Ereignis nicht, aber es liefert ein starkes, bleibendes Bild. 1931 wurde auf der Anhöhe beim Baarer Rüteli auf der Kantonsgrenze Zug–Zürich ein Gedenkstein aufgestellt, damit hat der nicht lokalisierbare Mythos einen Ort bekommen. Letzte Woche kamen wir wieder einmal dort durch und machten Pause. Neu war uns eine andere Gedenkstätte, die wir zuvor besucht hatten, sie liegt, vom Milchsuppenstein Richtung Baar geschaut, weiter unten bei der Ortschaft Deinikon. Dort steht seit 1931 das sogenannte "Friedenskreuz". Als der Zweite Kappelerkrieg von 1531 zu Ende war – schwere Niederlage der Reformierten, Tod des Zürcher Reformators Zwingli –, wurde hier der natürlich den Interessen der siegreichen Innerschweizer zudienende Friedensvertrag unterzeichnet. Das ist belegt.

Donnerstag, 1. Januar 2026

Lichtblick

Am Tag vor Silvester hat mich eine heftige Grippe ereilt mit allen, wirklich allen Zutaten. Und so musste ich gleich drei Verabredungen absagen, die mir wichtig sind, darunter auch die traditionelle Neujahrswanderung meines Grüpplis. Bis Ende Woche bleibe ich im Bett. Respektive auf dem Sofa. Gestern erhielt ich einen Krankenbesuch, der mich sehr freute: Die Sonne, die sich wochenlang rar gemacht hatte, schien mir in die Stube. Sehr schön war das.

Allen  ein gutes neues Jahr.

Mittwoch, 31. Dezember 2025

Auf gute Begegnungen

Ein Foto von der allerletzten Wanderung des Jahres, die uns am Samstag zum Albishorn hinauf führte. Ich wünsche den lieben Leserinnen und Lesern dieses Blogs alles Gute für 2026. Bedanke mich für all die wertvollen Reaktionen von Kritik über Anregung bis Freude. Und hoffe, dass uns allen auch im nächsten Jahr gute Begegnungen und Gespräche – eben keine Selbstgespräche – zuteil werden. Das lustige Telefon sah ich an einer Hauswand im Minidorf Husertal.

Dienstag, 30. Dezember 2025

Die Sache mit der Schleuse

Die Berninabahn auf einer Aufnahme von 1928.
(Foto: Wikicommons)
Bei dem Nebel in den letzten Wochen ist es kein Wunder, dass es alle in die Berge zog. "20 Minuten" reportierte, wie es über Weihnachten auf der Berninalinie der Rhätischen Bahn zu und her ging. Die war mit den Massen von Leuten überfordert, sie hatte zwar gegenüber dem Vorjahr je 600 zusätzliche Plätze von St. Moritz Richtung Tirano und retour geschaffen, was aber nicht reichte. Unglücklich auch der Versuch, an den Bahnhöfen von Tirano und St. Moritz ein Schleusensystem zu testen mit getrennten Zugängen für Gruppen und Leute mit Reservation bzw. Einzelreisende ohne Reservation. Im erwähnten Artikel erzählt ein Mann, er habe am späten Nachmittag "mit etwa 400 anderen" eine Stunde lang im Freien warten müssen. Bei minus 12 Grad. "Man hätte doch wenigstens Tee verteilen können." Die Rhätische Bahn ihrerseits liess verlauten: "Wir versuchen alles, aber es ist schwierig bei diesem ausserordentlichen Andrang, und die Möglichkeiten sind irgendwann ausgeschöpft."