Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Dienstag, 21. April 2026

Kräuterfisch?

Mein schöner Teller in Tufertschwil.
Letzte Woche kehrten wir auf der Wanderung von Degersheim nach Lütisburg im "Rössli" in Tufertschwil SG ein. Das Restaurant ist gross, modern und gepaart mit einem Hotelbetrieb. Ich bestellte den, so die Karte, "Thurgauer Kräuterfisch". Gebraten, an Senfsauce, mit Spargelrisotto und Gemüse. Das Gericht mundete, bloss fand ich den Namen des Fisches seltsam. Obskur. Mittlerweile weiss ich: "Kräuterfisch" ist keine zoologische Bezeichnung, sondern Verkaufsdeutsch. Wie ich es vermutet hatte. Um einen Fisch aus der Ordnung der Cypriniden, der Karpfenartigen, handelt es sich. Um einen Karpfen, grob gesagt. Der lebt mit seinesgleichen in Kradolf TG im Zuchtbetrieb Dualfisch und wird mit Kräutern wie Sumpfminze und Mangold gefüttert – mit einer rein vegetarischen Kost. Zurück zu meinem schönen Teller. Ich würde den Kräuterfisch wieder bestellen, rein vom Gout und von der Anmutung her. Obwohl ich es lieber hätte, wenn von "Karpfen" die Rede wäre. Marketingdeutsch mag ich nicht.

Montag, 20. April 2026

Löwenzahn und Bluescht

Wiese bei Unterschauenberg.
Das Kloster Magdenau, Gemeinde Degersheim.
Baumschmuck.
Was für ein schöner, warmer, sonniger Frühlingstag – einer, wie man ihn sich erträumt hatte, während der Winter nicht so richtig enden wollte. Die Wiesen als Löwenzahnteppiche, die Bäume im weissen Bluescht, dunstig die Berge am Horizont. Am Freitag wanderten wir von Degersheim zuerst zum Kloster Magdenau und zur nahen Verenakirche. Zogen dann durch das Hügelland via Spilberg, Unterschauenberg, Winzenberg nach Tufertschwil. Assen dort im Hotel Rössli gut zu Mittag, um im Folgenden quasi als Dessert noch die Strecke hinab nach Lütisburg und zur weit abseits des Dorfes liegenden Bahnstation zu geniessen. War eine gute Unternehmung, die einen Vorgeschmack auf die vor uns liegende Sommerwandersaison lieferte. Ich freue mich.
4 h 30 min. 440 Hm aufwärts, 640 Hm abwärts.
Eher unheimlich: Holzkunst am
Waldweg von Unterschauenberg nach Winzenberg.

Lütisburg voraus.
Die kühne Bahnbrücke über den Gonzenbach im Guggenloch bei Lütisburg.

Sonntag, 19. April 2026

Quellenwandern

Mein grosser Artikel – grosse Bilder/kurze Texte triffts eher – über Quellen hat es auf die Titelseite der "Schweizer Familie" geschafft. Sieht schön aus, finde ich. Gestern stellte ich fest, dass der "Tagi" den Artikel übernommen hat. Also, wer Inspirationen sucht ... Zu den Orten, die zu erwandern ich vorschlage, gehören zum Beispiel die Rinquelle am Walensee, der  Martinsbrunnen im Fricktal oder die Siebenbrunnen-Quelle im Berner Oberland. Acht Quellen aus verschiedenen Landesgegenden sind es insgesamt.

Samstag, 18. April 2026

Wir waren da!

Gestern im "Blick": das grosse Cordon-bleu-Rating.
Im Februar vor zwei Jahren kehrten wir beim Bahnhof Seon-Nord im "Frohsinn" ein, bekannt für seine Cordon bleus. Nachdem wir auf den Nachbartisch geschaut hatten, wo die Leute schon assen, beschlossen Wanderfreundin B. und ich damals, ein Cordon bleu zu teilen. Gute Idee, unser Fleischteil war gut 30 Zentimeter lang und machte uns beide mehr als satt. Gestern nun assen wir im "Rössli" in Tufertschwil SG zu Mittag. Der "Blick" lag herum, die Titelgeschichte handelte vom besten Cordon bleu der Schweiz, ermittelt aufgrund einer Leser-Konsultation. Und wo gibt es dieses Spitzen-Cordon-bleu? Jawohl, im "Frohsinn" in Seon AG. Und wir, mein Grüppli und ich, waren da, was wieder einmal belegt, dass wir den Riecher fürs trendige Restaurant haben. Und jetzt wieder im Ernst: War das Cordon bleu im "Frohsinn" derart super-spitze-überragend? Nein. Es war gut, es mundete, wir hatten nichts zu kritisieren. Aber sicher haben wir seither einige ebenso gute gegessen. Wohl sogar ein, zwei bessere.

Freitag, 17. April 2026

Ingenbohl verdient kräftig

Um mehr als 500 Millionen Franken reicher: das Kloster Ingenbohl nah Brunnen SZ.
Vor ziemlich genau zwei Jahren schauten wir uns, unterwegs auf dem Jakobsweg, das Kloster Ingenbohl an, ein in die Jahre gekommenes, unübersichtliches Konglomerat von Gebäuden. Diese Woche las ich im "Blick", dass das Kloster Ingenbohl das Basler Claraspital verkauft hat, das ihm – wusste ich nicht – bis anhin gehörte. Käuferin ist das Unispital Basel, das etwas mehr als eine halbe Milliarde Franken bezahlte. Die Schwestern von Ingenbohl können das Geld gebrauchen, ihren Hauptsitz konnten sie kaum noch finanzieren, und wirtschaftlich schwächere Aussenstellen des Ordens in Osteuropa, Afrika und Asien sind eigentlich permanent in Nöten. Auch für die gebrechlichen und kranken Mitglieder des überalterten Ordens ist jetzt gesorgt. Was mit dem Rest des Erlöses geschieht, bleibt, so der "Blick", im Dunkeln. Im Claraspital soll unter der neuen Eigentümerschaft ein Basler Krebszentrum entstehen.

Donnerstag, 16. April 2026

Finja?

War eine hübsche Kurztour, die ich am Sonntag in der Nähe der Stadt Bern mit Freund Chrigu unternahm, wobei wir den Nieselregen souverän ignorierten. Wir durchstreiften eine Gegend, die im Bauerntum wurzelt, in der Gegenwart aber Agglogepräge aufweist. Unsere Route: Mattstetten, Dorf (Bus) – Bäriswil – Waffenplatz Sand-Schönbühl – Grauholzdenkmal (Eintrag von gestern) – Moosseedorf – Williwald – Oberzollikofen – Unterzollikofen RBS. Zweieinhalb Stunden brauchten wir, hier vier Fotos.

Ganz in der Nähe des Bahnhofs Schönbühl RBS, wo
wir den Bus nach Mattstetten nahmen, steht das
alte Stationsgebäude der Solothurn-Bern-Bahn. Im Haus
im Heimatstil wird in der Gegenwart betreut gewohnt.

Wie oft ich da wohl durchgefahren bin? Das Nordportal des
Grauholztunnels an der Bahnlinie Bern–Olten bei Mattstetten.

Ein Stöckli in Bäriswil. Rundum bauen sie modern.

Nie gehört, den Vornamen. Er ist
das weibliche Pendant zu "Finn".

Mittwoch, 15. April 2026

Die Schlacht, das Denkmal, der Lärm

Ein Säulenstumpf erinnert an die Schlacht am Grauholz.
Im Hintergrund ist die Autobahn zu sehen und zu hören. Lärmig!

Im Grauholz, einem bewaldeten Höhenzug unweit von Bern, stellen sich bernische Truppen im Frühling 1798 dem französischen Feind entgegen. Ziemlich sinnlos, dieses Unterfangen, die Berner Regierung hat vor der Übermacht der napoleonischen Invasoren eigentlich schon kapituliert. Die Verteidiger, hoffnungslos in der Unterzahl, verlieren die Schlacht, Kommandant Karl Ludwig von Erlach wird kurz darauf bei Wichtrach massakriert. Von einem Mob aus Einheimischen. In diesen Tagen endet die Alte Eidgenossenschaft, deren wichtigste Kraft das bernische Staatswesen war. 1886 wird am Grauholz in der Gemeinde Moosseedorf ein Schlachtdenkmal eingeweiht. Dieses muss 1930 aber einem militärischen Bauvorhaben weichen. 500 Meter weiter westlich vom heutigen Eidgenössischen Waffenplatz Sand-Schönbühl findet das Grauholzdenkmal auf einem kleinen Hügel eine neue Bleibe. Am Sonntag kam ich vorbei. Ich fand den Platz mit dem Säulenstumpf an sich stimmungsvoll. An sich. Ganz in der Nähe führt die Autobahn von Bern Richtung Olten durch. Der Strassenlärm ist ein Stimmungskiller.