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Freitag, 17. April 2026

Ingenbohl verdient kräftig

Um mehr als 500 Millionen Franken reicher: das Kloster Ingenbohl nah Brunnen SZ.
Vor ziemlich genau zwei Jahren schauten wir uns, unterwegs auf dem Jakobsweg, das Kloster Ingenbohl an, ein in die Jahre gekommenes, unübersichtliches Konglomerat von Gebäuden. Diese Woche las ich im "Blick", dass das Kloster Ingenbohl das Basler Claraspital verkauft hat, das ihm – wusste ich nicht – bis anhin gehörte. Käuferin ist das Unispital Basel, das etwas mehr als eine halbe Milliarde Franken bezahlte. Die Schwestern von Ingenbohl können das Geld gebrauchen, ihren Hauptsitz konnten sie kaum noch finanzieren, und wirtschaftlich schwächere Aussenstellen des Ordens in Osteuropa, Afrika und Asien sind eigentlich permanent in Nöten. Auch für die gebrechlichen und kranken Mitglieder des überalterten Ordens ist jetzt gesorgt. Was mit dem Rest des Erlöses geschieht, bleibt, so der "Blick", im Dunkeln. Im Claraspital soll unter der neuen Eigentümerschaft ein Basler Krebszentrum entstehen.

Donnerstag, 16. April 2026

Finja?

War eine hübsche Kurztour, die ich am Sonntag in der Nähe der Stadt Bern mit Freund Chrigu unternahm, wobei wir den Nieselregen souverän ignorierten. Wir durchstreiften eine Gegend, die im Bauerntum wurzelt, in der Gegenwart aber Agglogepräge aufweist. Unsere Route: Mattstetten, Dorf (Bus) – Bäriswil – Waffenplatz Sand-Schönbühl – Grauholzdenkmal (Eintrag von gestern) – Moosseedorf – Williwald – Oberzollikofen – Unterzollikofen RBS. Zweieinhalb Stunden brauchten wir, hier vier Fotos.

Ganz in der Nähe des Bahnhofs Schönbühl RBS, wo
wir den Bus nach Mattstetten nahmen, steht das
alte Stationsgebäude der Solothurn-Bern-Bahn. Im Haus
im Heimatstil wird in der Gegenwart betreut gewohnt.

Wie oft ich da wohl durchgefahren bin? Das Nordportal des
Grauholztunnels an der Bahnlinie Bern–Olten bei Mattstetten.

Ein Stöckli in Bäriswil. Rundum bauen sie modern.

Nie gehört, den Vornamen. Er ist
das weibliche Pendant zu "Finn".

Mittwoch, 15. April 2026

Die Schlacht, das Denkmal, der Lärm

Ein Säulenstumpf erinnert an die Schlacht am Grauholz.
Im Hintergrund ist die Autobahn zu sehen und zu hören. Lärmig!

Im Grauholz, einem bewaldeten Höhenzug unweit von Bern, stellen sich bernische Truppen im Frühling 1798 dem französischen Feind entgegen. Ziemlich sinnlos, dieses Unterfangen, die Berner Regierung hat vor der Übermacht der napoleonischen Invasoren eigentlich schon kapituliert. Die Verteidiger, hoffnungslos in der Unterzahl, verlieren die Schlacht, Kommandant Karl Ludwig von Erlach wird kurz darauf bei Wichtrach massakriert. Von einem Mob aus Einheimischen. In diesen Tagen endet die Alte Eidgenossenschaft, deren wichtigste Kraft das bernische Staatswesen war. 1886 wird am Grauholz in der Gemeinde Moosseedorf ein Schlachtdenkmal eingeweiht. Dieses muss 1930 aber einem militärischen Bauvorhaben weichen. 500 Meter weiter westlich vom heutigen Eidgenössischen Waffenplatz Sand-Schönbühl findet das Grauholzdenkmal auf einem kleinen Hügel eine neue Bleibe. Am Sonntag kam ich vorbei. Ich fand den Platz mit dem Säulenstumpf an sich stimmungsvoll. An sich. Ganz in der Nähe führt die Autobahn von Bern Richtung Olten durch. Der Strassenlärm ist ein Stimmungskiller.

Dienstag, 14. April 2026

Der Waldläufer

Auf dem Homberg hoch über Reinach AG sahen wir kürzlich am Waldrand einen Gedenkstein. Gewidmet ist er Theodor Fischer, 1872 bis 1925, das Bronzerelief zeigt einen hageren Mann mit Spitzbart, der ziemlich so aussieht wie Lenin. Das Beiwort "Waldläufer" machte uns neugierig, handelt es sich um einen Spitzensportler von einst? Aber nein. Hier der Lebenslauf in aller Kürze: Theodor Fischer, geboren in Reinach, musste die Kantonsschule in Aarau nach dem Tod des Vaters verlassen, absolvierte eine Lehre als Goldschmied, trat später in die Versicherungsgesellschaft Bâloise ein, leitete dort eine Abteilung. Seine Freizeit widmete er der Natur und der Jagd, lange Jahre betreute er die "Schweizerische Jagdzeitung". Unter dem Pseudoynm "Waldläufer" veröffentlichte er zudem Kurzgeschichten. Und er malte. Auf einem Ausritt verstarb Theodor Fischer bei der Hochwacht auf dem Homberg ganz in der Nähe des Steins, der dort später zur Erinnerung platziert wurde.

Montag, 13. April 2026

Der Knopf von Bern

Das Restaurant Tscharnergut am Dorfplatz des Tscharnerguts.
Sehr praktisch, dieser Knopf.
Am Freitag war ich in Bern-Bethlehem unterwegs im Hochhausviertel Tscharnergut. Mit Freunden. Wir hatten uns dort vor 45 Jahren in einer WG kennengelernt, wohnten lange zusammen und halten seither den Kontakt – dies war eine Tour in unsere Vergangenheit. Toll, wieder einmal über den Dorfplatz und durchs Ladenzentrum zu gehen, der Ort ist keine Schönheit, aber Erinnerungen sind nun einmal Erinnerungen. Ebenfalls ein Nostalgieritual: Wir assen am Dorfplatz im Restaurant Tscharnergut, es war fein wie einst, ich hatte Rahmschnitzel mit Nüdeli. Hilfreich fanden wir den Knopf, den es in diesem Lokal auf jedem Tisch gibt. "Call", man drückt, der Service kommt. So einen Knopf sollte jedes Restaurant haben.

Sonntag, 12. April 2026

Ganso und die Gans

Am Mittwoch waren wir in Gansingen, wo ich auf dem
Dorfplatz dieses Kunstwerk mit Gans fotografierte.

Das Wappen von Gansingen AG.
(Staatskanzlei Aargau / Wikicommons)
Das Wappentier der Gemeinde Gansingen im Fricktal – das ist die Gans. Und wie so oft beruht auch dieses sogenannt sprechende Wappen, das also den Ortsnamen aufnimmt und abbildet, auf einem Missverständnis. Gansingen stammt von einer alemannischen Siedlergestalt namens Ganso, welcher Personenname wiederum abgeleitet ist von ganz im Sinn von: vollständig, gesund, vollkommen. Aber eine Gans ist irgendwie interessanter. Irgendwann wurde um sie auch eine Sage gedichtet. Sie geht so: Als das Dorf noch namenlos war, watschelte als erstes Lebewesen nicht ein Mensch über die kleine Brücke, sondern eine Gans. Worauf man das Dorf Gansingen taufte.

Samstag, 11. April 2026

Visite Nr. 2

Da ist er ja: der Cheisacherturm, 698 Meter über Meer.
Blick vom Turm aufs liebliche Fricktal und weiter Richtung Norden.
Alter Grenzstein mit dem
Berner Bär nah der Sennhütte.
Als wir 2011 zum Cheisacherturm wanderten, war er noch ganz neu. Diesen Mittwoch besuchten wir ihn erneut, er steht halt so attraktiv in der Landschaft – hoch über dem Fricktal zwischen dem Tal des Rheins und dem Tal der Aare. Natürlich stiegen wir auch diesmal auf zur Plattform auf gut 24 Metern, um die Aussicht zu geniessen. Dass wir danach brätleten, habe ich vorgestern voller Begeisterung erzählt. Bleibt die Route nachzutragen: Start in Hornussen und von dort zur Sennhütte, einem Wanderknoten, in dessen Nähe alte Grenzsteine davon zeugen, dass in dieser Gegend einst der Berner Oberaargau der Alten Eidgenossenschaft mit dem habsburgischen Fricktal zusammentraf. Von der Sennhütte wars dann nicht mehr weit zum Turm. Nach dem Brätlen stiegen wir nach Gansingen ab, wo wir uns ein eiskaltes Bier vom Denner genehmigten. War toll, was natürlich auch mit dem wunderbar milden Wetter, dem Sonnenschein und dem voll einsetzenden Bluescht zu tun hat.
3 h 50 min, je 500 Hm auf- und abwärts.
Jetzt blühen sie wieder.