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Sonntag, 25. Januar 2026

Geberts Fabrik

Im Foyer der Alten Fabrik in Rapperswil (sorry für die
dilettantische Retusche, ich kanns nicht besser).
Die Gebert-Fabrik in ihren Anfängen.
(Foto: Infotafel vor Ort)
Albert Emil Gebert, ein Spengler, kreierte einen mit Blei ausgeschlagenen Holzspülkasten und brachte es fertig, diesen ab 1905 in Serie zu produzieren. So begann der Aufstieg der Firma Geberit, deren WC-Spülkästen uns allen ein Begriff sind. In Rapperswil wirkte der Pionier, unterhielt dort in der ganzen Stadt etliche Werkstätten, eine von ihnen, die heutige "Alte Fabrik", war das Stammhaus des Unternehmens, das heute global geschäftet. In dieser Fabrik von einst ist in der Gegenwart die Stadtbibliothek untergebracht plus ein sehr schönes Kulturlokal. In ihm erlebte ich am Donnerstag den Aufritt der Appenzeller Stand-up-Comedian Reena.

Samstag, 24. Januar 2026

Der Hampi, das Monsti und die Reena

Reena sehen? Lohnt sich. (Foto: Reenas Website)
Also diese Reena! Ich weiss nicht, wer am Donnerstagabend in der Alten Fabrik in Rapperswil mehr Spass hatte – sie auf der Bühne oder wir im Saal. Unsereins feixte eigentlich permanent, sie ebenfalls. Über ihre eigenen Spässe über sich selber, aber auch über die Antworten auf die kleinen Fragen, die sie gezielt ins Publikum warf – eine Frau verriet, ihr Freund (der neben ihr sass) nenne sie "Monster" oder auch "Monsti". Und Zuschauer Hampi wurde, nicht zuletzt aufgrund seines Urschweizer Vornamens, gleich zum Dauergag (er fands auch lustig). Reena, "Rina" ausgesprochen, Krishnaraja gewann mit zarten 19 Jahren den "SRF Best Talent Comedy Award" und ist jetzt, vier Jahre danach, mit ihrem ersten Soloprogramm "Kurkuma" auf Schweiz-Tournee. In Rapperswil hatte sie die gut 80 Leute im Raum ab der ersten Minute im Sack mit ihrem Ausserrhoder Schalk (sie ist in Grub AR aufgewachsen), der aber auch tamilisch sein könnte (ihre Eltern sind eingewandert). Oder dann ist er angeboren. Reena erzählte von der multikulturell veranlagten, leicht aufdringlichen, demonstrativ aufgeschlossenen Jacqueline aus ihrem Dorf, die Curry liebt. Aber auch vom Platzspeaker am Grümpeli, der den Namen "Krishnaraja" beim Rangverlesen einfach nicht über die Lippen brachte oder bringen wollte. Von ihrem Freund Severin berichtete Reena zudem, dessen Namen ihre Eltern fürs erste mehrere Monate lang nicht aussprechen konnten, sie nannten ihn "Semmeli". Apropos Severin: Einmal gingen Reena die sauberen Unterhosen aus, und so adaptierte sie halt Severins Boxershorts – mit ungeahnten Folgen. Reena bringt derbe Themen völlig underb vor. In der zweiten Hälfte ihres Auftritts war dann berührend, wie sie darlegte, weshalb sie eine Narbe quer über die Kehle hat. Da wäre einem das Lachen womöglich vergangen, wenn sie in diesen bangen Minuten nicht selber so ausgiebig gelacht hätte. Doch, Reena kam uns in Rappi wirklich nah. Und den Hampi und das Monsti vergessen wir auch nicht so schnell wieder.

Freitag, 23. Januar 2026

Wer ist hier schuld?

Hoch über Bad Ragaz: rechts unten die Seilbahnstation Pardiel
mit dem Bergwanderweg zum Schwarzbüelhüttli links oben.
(Schweizmobil, Screenshot)
Am Mittwoch las ich in der "Appenzeller Zeitung" den interessanten Bericht über einen Prozess, der derzeit vor dem Kreisgericht Werdenberg-Sargans läuft. Verklagt wurden ein ehemaliger Gemeindepräsident samt zwei seiner ehemaligen Mitarbeiter, dazu zwei ehemalige CEOs der Heidiland AG und Pizolbahnen AG mit ihren ehemaligen Kommunikationschefs. Fast zehn Jahre ist es her, dass der Unfall im Pizolgebiet passierte. Ein älteres Paar, er im Elektrorollstuhl, fuhr damals hinauf nach Pardiel und nahm dort den sogenannten Heidipfad Richtung Schwarzbüel. Der war zu jener Zeit auf den Websites der zuständigen Organisationen als "rollstuhlgängig" bezeichnet, war freilich vor Ort weiss-rot-weiss markiert als Bergwanderweg. Das Paar zog los, dann stürzte der Mann im Rollstuhl sieben Meter den Abhang neben dem Weg hinab. Die Frau, die den Unfall verhindern wollte, wurde mitgerissen und unten vom Rollstuhl schwer getroffen. Sie ist seither Tetraplegikerin, lebt in einem Heim und hat geklagt, derweil der Mann, der damals nur leicht verletzt wurde, mittlerweile, was nichts mit dem Ereignis zu tun hat, verstorben ist. Die Frage stellt sich: Wer ist schuld? Entlastet die Tatsache, dass der Weg als Rollstuhlweg eingeordnet war, das Paar von der Anwendung des gesunden Menschenverstandes, der Beachtung der Beschilderung und der Topografie? Und lässt sich eine allfällige Schuld unter so vielen Angeschuldigten nach so langer Zeit überhaupt zuordnen? Wir bleiben dran.

Donnerstag, 22. Januar 2026

Mein Arbeiterkotelett

Panierter und gebratener Cervelat? Gestern war ich im "Ochsen", dem geschätzten Dorfrestaurant von Stein AR, es gab drei Mittagsmenüs, darunter der Cervelat. Also das "Arbeiterkotelett". Nahm ich natürlich. Schmeckte vorzüglich. Schön, dass es nicht nur Restaurants gibt, die Teures und Exklusives kochen. Einfache Kost macht auch Spass.

Mittwoch, 21. Januar 2026

Grobi Noldi

Es sitzt noch kaum jemand draussen, zu klamm, zu grau sind die Tage. Jedenfalls aber ist der neue Kiosk auf dem Bürkliplatz in Zürich seit dem 4. Januar offen. Eben ging ich ihn mir anschauen und trank einen Kafi – der Bürkliplatz ist in seiner Nähe zum See, von dem ihn leider die mehrspurige Strasse trennt, ja doch einer der wichtigsten Zürcher Plätze. Erster Eindruck: Der Kiosk, schlicht und elegant, erinnert ein wenig an einen Badepavillon. Die "Keller Services GmbH", ein Familienbetrieb, hat für ihn ein anspruchsvolles Konzept erarbeitet und sich mit diesem gegen Dutzende Bewerbungen durchgesetzt, es gibt Feines zu essen von Bananenbrot bis "Grobi Noldi", wie die eigens für das Lokal kreierte Wurst heisst. Ich freue mich auf den Frühling, dann werde ich mal testessen gehen. Nach Arnold Bürkli, dem grossen Zürcher Stadtingenieur des 19. Jahrhunderts, ist der Kiosk benannt, er heisst "Arnold-Kiosk".

Dienstag, 20. Januar 2026

Gibt es eine Verbindung?

Vor Jahren bestiegen wir die Silberen. Das Kalkgelände
mit den vielen Löchern war etwas unheimlich.
Vor wenigen Wochen berichtete ich hier, dass im Oktober im Gebiet Silberen in der Gegend des Pragelpasses eine neue Höhle entdeckt worden ist – sie wurde "Hustenschacht" getauft. Vor kurzem nun erschien auf der Plattform "Infosperber" ein Artikel, der erläutert, was der Fund bedeuten könnte. Möglich, dass Forscherinnen und Forscher aufgrund des neuen Schachts bald vom Silberen-System ins angrenzende Hölloch-System gelangen könnten. Bisher ging man davon aus, dass die beiden durch eine unterirdische Einsturzzone getrennt sind. Der jetzt entdeckte Schacht liegt aber ausserhalb dieser Zone und könnte die Hölloch-Gänge und die des Silberen-Systems zusammenschliessen. Wir bleiben dran.

Montag, 19. Januar 2026

Esther und Abi

Im Jüdischen Museum Schweiz in Basel – ich war letzte Woche dort – erblickte ich eine Schallplatte. Knapp erinnerte ich mich an den Namen der Sängerin, Esther Ofarim. Die Israelin zog 1962 mit ihrem damaligen Mann Abi, mit dem sie oft im Duo auftrat, nach Genf und liess sich dort nieder. 1963 nahm sie, damals 22-jährig, für die Schweiz am Grand Prix Eurovision de la Chanson teil; sie wurde zweite mit dem Lied "T'en va pas".