Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Samstag, 4. Juli 2026

Das Schmerzmittelfrühstück

In der Laco-Uhrenmanufaktur, Deutschland,
Mitte des 20. Jahrhunderts. (Wikicommons)
Der Lärm der Maschinen. Der Stress. Die Monotonie. Das grelle Licht, das für diese Tätigkeit zwingend war. Der Staub. Der stechende Geruch des Maschinenöls und des Reinigungsbenzins. All das setzte den Leuten zu, die früher in den Uhrenfabriken – in diesem Fall denen im Jurabogen – arbeiteten. Viele betäubten sich jeden Morgen präventiv mit Schmerzmitteln, die damals in beliebiger Menge frei zugänglich waren, die es am Kiosk und auch am Automaten gab. Manche rührten das Pulver in den Kaffee ein oder bestreuten ihr Frühstücksbrot mit der zerdrückten Tablette. In den 1960er-Jahren stellte man in der Region denn auch einen massiven Anstieg an Nierenerkrankungen fest. Wer mehr über dieses ungute Stück Geschichte der hiesigen Uhrenindustrie wissen will, findet hier den interessanten Artikel einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Kultur-Historischen Museums Grenchen zum Thema.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen