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Mittwoch, 5. September 2018

Die Ferienkaserne von der Fuederegg

Fuederegg voraus. Rechts in Blau das Restaurant.
Nicht ausrutschen, Widmer!
Illgau erreicht man per Seilbahn vom Muotatal aus. Ist man oben, gibt es gleich noch einmal eine Seilbahn, die man nehmen kann: Von Illgau schwebt man noch etwas höher nach St. Karl auf dem Oberberg. So verfuhr ich am Montag und startete alsbald zu einer Wanderung, die mich von St. Karl durch die Sumpfwiesen von Chaltenbrunnen zur Sternenegg und Laucherenchappelen führte, dem höchsten Punkt der Route. Von dort stieg ich ab zur Fuederegg, die mit einer Ferienkaserne der hässlichen Art verschandelt ist, und ass zu Mittag im Restaurant Fuederegg; aus dem Fenster sah ich den nahen Seeblisee, das Wahrzeichen des Hoch-Ybrig. Hernach nahm ich den abschüssigen Pfad das Chäswaldtobel hinab, die Unternehmung endete mit einem Kafi in der Bäckerei Schefer in Neuseewen, Oberiberg. Was mir bleiben wird: Das grelle Grün der pflotschnassen Wiesen und Farne und die Glitschigkeit der Wege nach den Regenfällen der Vortage; ich musste mich konzentrieren, um in den steilen Passagen nicht zu stürzen, meine Stöcke halfen. Dafür hatte ich die Landschaft für mich. Abgesehen von den Kühen natürlich.
Laucherenchappelen, 1708 Meter, mein höchster Punkt des Tages.

Dienstag, 4. September 2018

Ja, er ist da

Nebelschwaden aus dem Muotatal.
Schöne giftige Blume.
Dieser Steg hat ein Anti-Rutsch-Gitter, gut so.
Gestern wanderte ich im Gebiet Muotatal - Hoch-Ybrig und kann nach dieser zweiten Septemberwanderung bestätigen: Ja, der Herbst ist definitiv da. Ich...
  • traf mehrere Jäger, deren Saison im Kanton Schwyz nun also begonnen hat,
  • sah viele Pilze,
  • mochte die Nebelschwaden, die den Tälern und Töbeln entwichen,
  • überquerte Holzstege, die so glitschig waren wie Schmierseife,
  • schwitzte und fror mal abwechselnd, mal gleichzeitig und ...
  • ... freute mich über die vielen Herbstzeitlosen. Erstaunlich, dass ein Gewächs von solch sanfter Farbe und Erscheinung derart giftig ist.

Montag, 3. September 2018

Billiger begraben

Wehrhaftes Ding: die Kirche Herznach AG.
Das Fricktal, katholischer Aargau, war bis zum Einmarsch der Franzosen 1799 Teil des Habsburgerreiches. Aus jener Zeit ist in Herznach ein josephinischer Sparsarg erhalten geblieben, ein wiederverwendbarer Sarg, den der Kaiser Joseph II. 1785 eingeführt hatte. Stand der Sarg mit dem Leichnam über dem offenen Grab, zog man einen Hebel, der Boden des Sarges öffnete sich und der Tote plumpste ins Grab. Ein Erfolg war der Sparsarg nicht, die Leute fanden ihn gotteslästerlich. Wir suchten und fanden den Sarg am Samstag, als wir in Herznach waren. Er steht im Beinhaus der Dorfkirche St. Nikolaus, die ihrerseits eine Rarität ist: Sie ist eine Burgkirche, also ganz von einer Wehrmauer umgeben. Leider waren weder die Kirche noch das Beinhaus zugänglich. Immerhin erblickten wir durch das Gitter im Beinhaus den Sarg. Fotografieren konnte ich ihn nicht, zu verschummert. Schade.

Hier ein anderthalbminütiges Filmli auf Youtube. Es zeigt den Herznacher Klappsarg.

Sonntag, 2. September 2018

Schlechtes Wetter? Gute Sache!

Schöner Dunst unweit des Benkerjochs.
Gartentörli in Herznach.
Kein Regen - wir blieben gestern trocken während unserer Wanderung von 4 3/4 Stunden (reine Gehzeit). Das war toll, so dass wir diesen Mangel locker verschmerzten: Wir sahen vom Densbürer Strihen, einem erstklassigen Aussichtspunkt, praktisch nichts, Dunst verhinderte es. Gestartet waren wir auf dem Benkerjoch, dem Strassenpass von Aarau ins Fricktal. Von dort stiegen wir auf besagten Strihen, genossen den feuchtelnden Wald und die totale Stille, andere Leute waren nicht unterwegs. Nach dem Abstieg assen wir gut im Löwen Herznach und zogen hernach hinüber nach Frick. Und auch auf diesem Abschnitt: Abseits der Siedlungen trafen wir niemanden. Nicht einmal einen Hündeler. Schlechtes Wetter hat seine Vorteile. Vor allem, wenn es gar nicht wirklich schlecht ist.

P.S. Vom Sarg, den ich gestern im Blog erwähnte, will ich morgen erzählen. Wir sahen ihn nicht nicht. Aber wir sahen ihn auch nicht richtig.
Holzmonster bei der Forsthütte Waldhaus oberhalb Herznach.

Samstag, 1. September 2018

Werden wir den Sarg sehen?

Hm. Ganz so golden wirds heut nicht.
Wir haben den 1. September und sind also aus Meteorologen-Sicht im Herbst. Unsere erste Herbstwanderung heute - sie wird uns auf einen Aargauer Berg ("Berg") führen. Und ins Fricktal, wo ich hoffe, einen ganz speziellen Sarg zu sehen, aber das ist nicht sicher. Morgen erzähle ich mehr und wünsche mir nun, dass wir nicht fest verregnet werden. Ein bisschen, das wäre mir egal. Denn wir haben ja Herbst.

Freitag, 31. August 2018

St. Gallen festet

Der Bahnhof St. Gallen gestern.
Gut vier Jahre dauerte der Umbau des Bahnhofs St. Gallen und des Bahnhofplatzes. Jetzt, halleluja, ist es vollbracht. Heute Freitag und morgen Samstag ist die offizielle Einweihungsfeier. Das heisst? Nun ja, wer feierliche Reden und Musik und Party mag, reist hin. Und wer keine Lust auf Rummel hat, meidet St. Gallen mal für zwei Tage. Festgelände ist der Bahnhofplatz.

Donnerstag, 30. August 2018

Höhenumweg

Gestern wollte ich planen, ich öffnete die SchweizMobil-Karte und vergrösserte sie im Raum Solothurner Jura, der mich interessierte. Ich sah ein Warnschild. Beim Anklicken erfuhr ich: Aha, Steinschlaggefahr, Umleitung auf dem Höhenweg von Balsthal zum Weissenstein. Gute Sache, besser kann man einen solchen Hinweis nicht platzieren.