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Dienstag, 17. Februar 2026

Der Müller, der Baron und das Bier

Das kleine Feldbach mit seinem Bahnhof. Hinten in der Mitte Rapperswil.
Die Villa Rosenberg in Feldbach, in der der Müller und Bierbrauer
Hans Heinrich Hürlimann mit seiner Gattin Verena Bleuler lebte.
Die ehemalige Brauerei von Hans Heinrich
Hürlimann, ebenfalls in Feldbach.
Erstaunlich, dass das nicht sonderlich grosse Feldbach, ein Ortsteil der Zürcher Gemeinde Hombrechtikon, einen eigenen Bahnhof besitzt. Uns fiel das auf, als wir am Samstag dort vorbeikamen. Nicht zuletzt hat die grosszügige Erschliessung mit Hans Heinrich Hürlimann zu tun, einem hablichen Müller und Getreidehändler. Er gründete 1836 in Feldbach eine Bierbrauerei, nachdem er wenige Jahre zuvor in der Nähe auf einem Hügelsporn mit Blick auf den Zürichsee die herrliche Villa Rosenberg hatte bauen lassen; weil seine geliebte, aus Küsnacht stammende Gattin allem Anschein nach immer wieder mal von Heimweh geplagt wurde, liess er im grössten Raum des Hauses eine Wand mit der Ansicht ihres Dorfes bemalen. Doch zurück zur Brauerei. Die lief nicht besonders, des öftern musste das Bier als ungeniessbar weggeschüttet werden. Die Misswirtschaft hatte viel mit einem Baron zu tun, den Hürlimann als Partner eingespannt hatte; der Baron verstand von Bierbrauen gar nichts – und flog schliesslich auf, er war kein Baron, sondern ein Hochstapler. Der Brauereibetrieb ging weiter, das Geschäft lief aber meist nicht besonders, noch vor Ende des Jahrhunderts war das Unternehmen am Ende. Das Hürlimann-Bier ist trotzdem bis in die nahe Gegenwart geblieben: Der Sohn von Hans Heinrich Hürlimann nämlich, Albert, der in Kempten im Allgäu eine Ausbildung zum Brauer absolviert hatte, gründete 1866 in Zürich-Enge die Brauerei Hürlimann. Vor drei Jahrzehnten ist allerdings auch sie eingegangen.

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