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Freitag, 9. November 2018

Mirlinda statt Marlies

Die Wirtschaft auf der Hundwiler Höhe.
Das gemütliche Innen.
Man gönnt sich was: Heimreise in
der Appenzeller Bahn.
Am Mittwoch stieg ich mit Ronja von der Zürchersmühle via Berg auf die Hundwiler Höhe, die bekanntere Variante via Ramsten ist wegen Sturmschäden gesperrt. Hernach ging es hinab nach Appenzell, insgesamt war das eine vierstündige, einigermassen anstrengende Unternehmung mit coupierten Passagen auf beiden Seiten. Aber schön wars. Der Föhn blies. Die Bächlein rieselten. Die Wolken zogen, die Wolken flogen. Und immer wieder und überall Nagelfluh. Mein persönliches Ziel war, auf dem Gipfel ein bisschen zu schauen, wie es so läuft, nachdem die schweizweit bekannte, von mir geschätzte Marlies Schoch vor zwei Jahren gestorben ist. Nun, es läuft gut, wie mir scheint. Mirlinda Fazliu hat mit ihrem Mann übernommen; die gebürtige Kosovarin arbeitet seit 15 Jahren im Betrieb, die Kinder sind in Herisau, sie ist mal dort, mal oben. Sicher ist das Wirten auf der Höhi anspruchsvoll, bei gutem Wetter rennen dir die Leute die Bude ein, bei miesem kommt keiner. Nun, so ganz stimmt das in diesem Fall nicht: Die Hundwiler Höhe hat viele Stammgäste, die zu jeder Jahreszeit kommen. Vor dem Restaurant sassen sie bereits, als wir gegen elf Uhr oben ankamen.
Föhn macht schön.

Donnerstag, 8. November 2018

Was hast du getan, Vaia!

Zuerst das Positive oder das Negative? Okay, bringen wir heute das Schlimme und morgen das Schöne. Gestern stiegen wir von Zürchersmühle auf die Hundwiler Höhe und stiegen hernach wieder ab nach Appenzell. Der Wege führte uns durch ein Katastrophengebiet. Letzte Woche, in der Nacht von Montag auf Dienstag, fegte der Sturm Vaia mit mehr als 100 Stundenkilometern über das Land. Im Appenzeller Hinterland und dem angrenzenden Teil Innerrhodens sind die Schäden besonders übel. Wir sahen Hunderte zersplitterte, geknickte, entwurzelte Bäume. Auch die Wanderwege sind ramponiert. Mancherorts hörten wir das Heulen der Motorsägen, die Waldarbeiter und Förster sind am Aufräumen. Ich zweifle, dass sie bis zum ersten Schnee fertig sind. Beim Seilpark Kronberg im Jakobsbad ist gar möglich, dass er definitiv am Ende ist. Was hast du getan, Vaia!

Mittwoch, 7. November 2018

100 Millionen Franken für den Rummelberg

Auf dem Klein Titlis, 1977. (Raimond Spekking/ Wikicommons)
100 Millionen Franken kostet die Neugestaltung des Titlis, genauer gesagt Klein Titlis, auf etwas über 3000 Metern über Meer. Und wieder einmal sind es die Basler Herzog & de Meuron, die den Auftrag erhalten haben - nichts gegen die Herren, aber gibt es eigentlich keine anderen fähigen Architekten weit und breit? Man könnte es meinen. Zum Projekt gehören eine neue Bahnstation und ein neues Restaurant. Und der markante Richtstrahlturm soll fürs Publikum erschlossen werden. Soweit das Vorhaben, das diese Woche vorgestellt wurde. Es dürfte den Titlis-Rummel souverän in die Zukunft transformieren.

Dienstag, 6. November 2018

Zufriedener November

Blüemli in Siblingen.
Weiter Himmel im Randen.
Blick vom Beringer Randenturm.
Was will man mehr im November? Wir hatten am Samstag im Schaffhausischen ein wenig Sonne, die Luft war mild, die Wälder herbstlich gefärbt. Von Beringen stiegen wir auf zum Beringer Randenturm, zogen danach über die weite Hochebene des Randen und kamen via Hägliloh und Chisling auf den Langen Randen. Hernach ging es abseits des Wanderwegnetzes durch den Schofwinkel ruppig hinab zur Alp Babental; dort, auf einer der tiefstgelegenen Alpen der Schweiz, 604 Meter über Meer, assen wir in der Bauernwirtschaft Rösti. Und hielten hernach hinüber nach Siblingen. Viereinhalb Gehstunden brauchten wir, wir trafen kaum andere Menschen, mochten das nach Wrigley-Zimtkaugummi duftende Laub und die letzten Blumen des Jahres. Was will man mehr im November?
Sauber parkiert: an der Tür zur Wirtschaft Babental.
Auch sauber parkiert: Heckspoilerauto in Siblingen.

Montag, 5. November 2018

Chapeau!

Ein Stück Chablais: das Val d'Illiez durchs Zugfenster.
 Die Bahnlinie ist Teil des TPC-Netzes.
Die Auflösung des gestrigen Rätsels: Gesucht wurde das Chablais, die Gegend südlich des Genfersees. Sie gehört zum Teil zu Frankreich. Der andere Teil aber ist schweizerisch und besteht aus den zwei Bezirken Monthey, Kanton Wallis, und Aigle, Kanton Waadt. Die zweite Weingegend, auf die das Rätsel anspielt und die fast gleich klingt wie der Name Chablais, ist das Chablis im Burgund, also in Frankreich. Und die mysteriöse Mediendienstleisterin? Das ist die TPC, das Produktions-Unternehmen des Schweizer Fernsehens, eine Tochtergesellschaft der SRG. Dieselbe Abkürzung steht auch für die Transports Publics du Chablais, mit deren Zügen man zum Beispiel nach Aigle, Villars, Leysin oder Champéry fährt. Den Namen hat das Chablais von lateinisch caput gleich "Kopf", weil es am Kopf des Genfersees liegt. So, jetzt ist alles erklärt. Die Rätselfrage fiel mir ein, als ich kürzlich mit den TPC ins Val d'Illiez fuhr. Die Lösung lieferten mir gestern: Reto Heygel, Benno Scherrer, Monika Schlatter und Andrea Tonella. Ich kann nur sagen: Chapeau!

Sonntag, 4. November 2018

Wer weiss es?

Die Abkürzung einer Schweizer Mediendienstleisterin fährt durch eine Gegend, die zum Teil schweizerisch ist und deren Lage den antiken Kopf erklärt. Die Gegend ist eine Weingegend und heisst bis auf einen Buchstaben wie eine andere Weingegend.

Soweit das heutige Rätsel. Gern wüsste ich den Namen der Schweizer Gegend. Und ja, ich weiss, dass das schwer ist. Wer die Lösung weiss, schickt mir ein Mail auf widmerwandertweiter@yahoo.de. Die Auflösung kommt morgen. Jetzt wünsche ich allen einen schönen Sonntag.

Samstag, 3. November 2018

Du Froschfresser!

Ein Franzose. Isst er die
Baguette zum Frosch?
Ein Fremdwort, das ich jüngst aufgeschnappt habe - und das mir bis dahin völlig unbekannt war: Ethnophaulismus. Es besteht aus den griechischen Wörtern ethnos gleich "Volk" und phaulos gleich "wertlos". Wenn die Engländer die Franzosen "Frogs" nennen, Frösche bzw. Froschfresser, ist das ein klassischer Ethnophaulismus. Also eine abwertende Bezeichnung der einen Volksgruppe für die andere. So, dies gesagt, wünsche ich allen einen sonnigen Samstag. Morgen gibt es ein Sonntagsrätsel, von dem ich denke, dass es schwierig ist. Aber ich kann mich täuschen.