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Sonntag, 3. Mai 2015

Flexibel ist die Wanderin

Einen Eintrag zur sehr schönen Wanderung Winterthur - Neftenbach - Flaach mit Einkehr beim Spargelbauer gibt es morgen. Hier vorerst die Geschichte in der Geschichte. Kurz nach Unterohringen merkte C., dass sich die Sohle ihres einen Wanderschuhs löste. M. und sie plünderten einen Robidog, verknüpften circa zehn Säcklein zu einer Art Kunststoff-Strick, mit dem man sich auch hätte aus einem Gefängnis abseilen können, und verschnürten die Sohle. Das hielt dann doch so lang, dass C. problemlos bis zur nächsten Bushaltestelle kam. Flexibel ist die Wanderin.

Samstag, 2. Mai 2015

Heute wird gespargelt

Spargel. Illustration in einem deutschen
Pflanzenführer. (Wikicommons/CSvBibra)
Heute geht es in die Spargeln, nach Flaach, wo etwas ausserhalb des Dorfes die Gislers bauern, Spargel anbauen und saisonal auch wirten. War gar nicht so einfach, dort für fünf Personen Platz zu bekommen, am Mittag und Abend war schon alles reserviert, als ich gestern anrief. Nun essen wir um vier Uhr nachmittags. Gar nicht schlecht. Bis dann sind wir gut sechs Stunden gelaufen und haben Hunger - unsere heutige Route führt vom Bahnhof Winterthur durchs Lind nach Neftenbach und über den Wolschberg nach Flaach. Etwas seltsam finde ich, dass die Flaacher in ihrem Gemeindewappen nicht den Spargel haben, für den sie berühmt sind, sondern eine goldene Eichel - man denkt automatisch ans Jassen, wenn man das Wappen sieht.

Freitag, 1. Mai 2015

Gut gemacht, Dänu!

Cool, sehr cool. Als ich vor ungefähr zwei Jahrzehnten systematischer zu wandern begann, schaffte ich mir immer wieder mal zu einer bestimmten Gegend den Rother Wanderführer an. Die kleinen roten Dinger passen gut in den Rucksack, sind nicht dick und doch kompakt mit jeweils 50 Routen, man bekommt das Nötige ohne Geschwafel und irgendwelchen Grossformat-Bildband-Schnack serviert. Jetzt ist in der Reihe ein neuer Band erschienen, "Emmental mit Oberaargau und Entlebuch". Gut der Service, dass man zu den 50 Routen auf der Internetseite des Verlags den GPS-Track herunterladen kann. Autor ist Daniel Anker, den ich aus Berner Zeiten kenne. Gut gemacht, Dänu!

Donnerstag, 30. April 2015

Ora et labora in Düdingen


Südwestlich von Düdingen FR quert die A12 auf einer Brücke den Schiffenensee. Unter der Brücke ist eine alte Einsiedelei zu besichtigen. Als in ihr Eremiten wohnten, gab es die Autobahn noch nicht. Und auch nicht den Schiffenensee. Er wurde erst in den 1960er-Jahren aus der Saane gestaut. Gestern besuchten wir auf einer dreistündigen Rundwanderung den Ort im steilen Sandsteinhang über dem See. Gut 120 Meter lang ist die Flucht von Kavernen: Stall, Keller, Altarraum, Turm, Küche, grosser Saal, Kammer, Werkstatt und so weiter. Türen und Treppen verbinden das alles, dazu gibt es im Freien eine Gartenterrasse. Das Gros der Räume hoben zwischen 1680 und 1708 zwei Eremitenbrüder aus, tätige Andacht sozusagen. Die Einsiedelei St. Magdalena muss man gesehen, begangen, erlebt haben. A propos: Als ich wieder zuhause war, hörte ich im Radio, dass die Einsiedlerin in der Solothurner Verenaschlucht nur noch beten und seelsorgen will; die Haus-, Garten- und Unterhaltsarbeit will sie abgeben. Dabei heisst doch das berühmte Motto der Benediktiner "ora et labora", bete und arbeite.

Mittwoch, 29. April 2015

Wasser

Kürzlich, als ich in Zürich das Bauschänzli passierte und das Seetaxi in seiner Winterverkleidung im Limmatwasser dümpeln sah, dachte ich, dass ich gern mal mit ihm fahren würde. Heute geht es vorerst zu einem ganz anderen Gewässer, einem der jüngsten Stauseen der Schweiz, dem erst gut fünfzigjährigen Schiffenensee. Was das soll, wo wir starteten, wo wir durchwanderten und was wir sahen: demnächst, wohl schon morgen, in diesem bewegten Blog.

Dienstag, 28. April 2015

Berns Thron

Als ich kürzlich im Bernischen Historischen Museum den Thron des Berner Schultheissen sah, des obersten Berner Herrn von einst, realisierte ich wieder einmal, wie wenig sich das Ancien Régime hierzulande von den Monarchien der Länder rundum unterschied. Was für ein aggressiv herrschaftliches Ding. Diese Löwentatzen! Verfertigt hat den Thron 1735 einer der grossen Bildhauer von damals, Johann Friedrich Funk I. - laut der Museumsplakette handelt es sich übrigens um einen der wenigen Throne, die die französische Revolution überlebt haben und also von uns betrachtet werden können.

Montag, 27. April 2015

Telefonnummer? 30!

Kurz vor Chli Morgarten: Rückblick auf das Hochmoor Richtung Biberbrugg.
Später geht es abwärts Richtung Ägerisee. Links der Mitte der Chaiserstock.
Telephon 30? Plakette an einer Scheune
im Hochmoor bei Rothenthurm.
Das war eine beschwingte Wanderung am Samstag. Sie kam mir am Ende - und kommt mir auch heute aus der Erinnerung - einigermassen kurz vor. Und doch dauerte sie 5 1/2 Gehstunden, gingen wir 22 Kilometer und stiegen dabei 380 Meter auf und 480 ab. Woher die gefühlte Leichtigkeit? Am Anfang schien die Sonne, und nachher regnete es doch nicht, wie manche Prognosen angedeutet hatten; einzig ganz am Schluss tröpfelte es. Zur guten Laune bei trug auch der Frühling im Hochmoor zwischen Biberbrugg, wo wir gestartet waren, und Rothenthurm: Butterblumen, Anemonen, Schlüsselblumen, so weit das Auge reichte. Nach dem Aufstieg zum Chli Morgarten und dem Abstieg zum Morgarten-Denkmal am Ägerisee assen wir in Grunder's Buechwäldli, einem Fischrestaurant. Hernach wechselten wir auf die recht stille Südseite des Sees und wanderten bis Unterägeri - eine feine Sache von A bis Z.