Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Donnerstag, 30. Juni 2011

Ein Steinbruch wird zum Museum

Ausschnitt aus dem Flyer zum Steinbruch-Projekt.
Das im Hintergrund ist die Kirche von Wassen, die jeder Gotthardreisende kennt. Und das im Vordergrund sind Steinbrucharbeiter. Rund um das granitreiche Wassen entstanden zur Zeit der grossen Verkehrsbauten, um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, Steinbrüche. Wassner Granit war so gut, dass er in alle Erdteile exportiert wurde. Einer jener alten Abbau-Orte, der Steinbruch Antonini, soll nun mit einfachen Mitteln zum Freilichtmuseum umfunktioniert werden. Die SBB stellt das Gelände gratis zur Verfügung, und eine Interessengemeinschaft ist daran, 40 000 Franken für Infotafeln und dergleichen zu sammeln. Ich denke, das ist eine gute Sache - und wenn ich das Projekt hier erwähne, dann, weil meine morgige Wanderkolumne in der Zeitung vom Urnerland handelt (Route Gurtnellen - Arnisee). Am Rand der Kolumne sind zwei Novitäten erwähnt, ein neues Wander- und Bikekarten-Viererset für Uri im Massstab 1: 25 000 und ein neuer, gratis runterladbarer Urner Alpen- und Alpkäseführer. Für eine dritte Sache, den Steinbruch Antonini, fehlte mir in der Zeitung der Platz. Und daher ist es wieder einmal gut, dass es diesen Blog gibt.

NACHTRAG Freitag, 1. Juli: Eben sehe ich, dass die beiden Novitäten es nicht ins Blatt geschafft haben. Der Dienstredaktor hat sie weggekürzt, wegen eines Inserates, das zuviel Platz frass.

Mittwoch, 29. Juni 2011

Schüblig und Kartoffelsalat bei 32 Grad

Zur gestrigen Drei-Stunden-Wanderung von Bauma auf das Rosinli und hernach durchs Kemptnertobel hinab nach Kempten sind drei Dinge zu bemerken. 1. wäre das Bild des grossen Giessen im Tobel natürlich noch viel aufbauender für Geist und Seele, wenn heute wieder ein Hitzetag angesagt wäre und nicht ein Temperatursturz. 2. ist das Rosinli ein toller Ort für Nahausflüge von Zürich aus, ich mag die Sicht auf den Pfäffikersee, mag noch viel mehr das Einfache, Simple, Rudimentäre der Wirtschaft im Wald, den Kies-Holzschnitzel-Boden zum Beispiel, auf dem die Tische und Bänke stehen. 3. muss ich anfügen, dass es dumm ist, bei 32 Grad Schüblig und Kartoffelsalat zu essen; man fühlt sich nachher so aufgeblasen und schwerfällig wie der Astronaut im Raumanzug.

Dienstag, 28. Juni 2011

Widmer ist träg

Heute habe ich frei. Heute kann ich wandern. Aber es ist zu heiss für grosse Unternehmungen. Nur schon für tiefsinnige Blogeinträge bin ich zu träg. Ich werde sicher auf irgendein Högerli gehen. Nichts Anstrengendes, nichts Weites, nichts weit Entferntes. Zürcher Oberland? Morgen wissen wir mehr. Nach dem Temperatursturz.

Montag, 27. Juni 2011

Hortus und Herbularius

Eine Broschüre über das Kloster Fahr und seine Gärten ist erschienen - mit wunderschönen Bildern von Liliane Géraud, ihres Zeichens erstens Fotografin und zweitens Mitglied meiner Wandergruppe. Kompliment, Liliane!

Warum die Broschüre? Weil das Kloster unweit der Stadt Zürich eine Auszeichnung erhalten hat, von der ich allerdings nie zuvor gehört habe: Es handelt sich um den Dr. Rudolf Maag-Preis 2011 für Verdienste um "Pflege und Förderung der Pflanze".

Interessant ist, was man aus der Broschüre alles an Grundsätzlichem und Konkretem über das klösterliche Gartenwesen erfährt, nämlich zum Beispiel: 1. Fahr unterhält eine eigene Bäuerinnenschule. 2. Im Lateinischen unterscheidet man zwischen Hortus (Nutzgarten) und Herbularius (Kräutergarten). 3. Die Klostergärten sind stets Sinnbild und Vorgeschmack des Paradieses. 4. Der Garten steht in seiner Abgeschlossenheit auch symbolisch für die Jungfräulichkeit der Schwestern. 5. Immerhin ist im Fahr von den drei Gärten einer, der Präsentationsgarten, öffentlich.

Mit anderen Worten: Ein Wanderziel mehr.

Sonntag, 26. Juni 2011

Jung und alt in der Südostbahn


Neulich in der Südostbahn packte mich Besitzer einer alten Diskushernie der Neid. So verkrümmt im Sitz hängen darf ich in diesem Leben nie mehr.

Samstag, 25. Juni 2011

Freitag, 24. Juni 2011

Gestern in neun Fotos

In Mosen LU starteten wir bei Düstergewölk über dem Hallwilersee.

Aesch fand ich kraftlos bis auf das Doppelkreuz von 1799.

Ich überprüfte es persönlich: Die Kirschen waren reif und süss.

Schongau hat drei Kirchen, wir besuchten sie alle.

Im Guggibad nahm ich das Guggibad-Cordonbleu.

Dem Invalidenmobil konnte ich nicht widerstehen.

In Buttwil mussten wir die Flugplatzpiste queren.

Das Korn hatte unter dem Unwetter in der Nacht gelitten.

Im Kloster Muri AG besuchten wir am Ende den Kreuzgang mit Ziergarten.

Donnerstag, 23. Juni 2011

Stoos will die weltweit steilste Standseilbahn

Zylinderförmige Kabinen der projektierten Bahn.
Der Schwyzer Ferienort Stoos auf seiner Terrasse zwischen Vierwaldstättersee und Fronalpstock soll mit der steilsten Standseilbahn der Welt erschlossen werden - diese Woche hat der Verwaltungsrat der dortigen Bahnen der Goldauer Firma Garaventa den Zuschlag gegeben. Die Bahn soll in der Nähe der heutigen Talstation beim Hinteren Schlattli starten. Sie wird in der Direttissima zum Stoos hinauf geführt, daher der Zuwachs an Steigung von derzeit 78 auf neu 110 Prozent. Hart ist das für die Gelmerbahn im Grimselgebiet, die heute mit 106 Prozent den Rekord hält und dann ihren Superlativ verliert. Allerdings: Damit die neue Bahn 2013 auch wirklich kommt, müsssen sowohl die Gemeinde Morschach als auch der Bezirksrat Schwyz noch Geld sprechen. Das Vorhaben kostet 40 Millionen Franken.

PS: Die Illustration zeigt das Prinzip der neuen Bahn: Die einzelnen Kabinen sind gegenüber der Unterlage drehbar; der Kabinenboden strebt bei jedem Neigungswinkel der Strecke der Waagrechten zu - bequem für den Passagier.

Mittwoch, 22. Juni 2011

Das war Albert Patt

Das Internet ist grossartig! Gestern fragte ich in diesem Blog unter Beigabe zweier Fotos, wer Albert Patt sei, dessen Name an einer Felswand im Bündnerland verewigt ist. Wie jeden Blogeintrag kopierte ich auch diesen auf meine Facebookseite. Es dauerte dann nur wenige Stunden, bis die Antwort kam. Facebook-Freundin Isabelle Sele-Hangartner hatte zum Telefon gegriffen und teilte mir nun mit:
Herr Patt aus Tartar GR war in diesen Jahren Senn auf der Alp dort, ist aber mittlerweile verstorben. Danke, Herr Pfister von der Kanzlei Ausserferrera.
Später am Tag erhielt ich die Mail eines Herbert Patt aus Tartar:
Albert Patt ist im Jahre 1914 in 7422 Tartar auf dem Hof Valeina geboren. Dort ist er zusammen mit 12 Geschwistern aufgewachsen. Danach zog er ins Avers und heiratete dort Magdalena Fümm (1921) aus Avers. Albert war Älpler und im Winter Waldarbeiter.
Irgendwie finde ich es schön, dass der verstorbene Albert Patt in der Schrift im Fels weiterlebt - und nun auch in diesem Blog. Des weitern sei beigefügt, dass es die Gemeinde Tartar seit anderthalb Jahren nicht mehr gibt, sie ist heute Teil von Cazis.

Dienstag, 21. Juni 2011

Ein Gebirgskrimi - what happened to Albert?

Nimmt mich wunder, wer dieser Albert Patt ist. Google gibt nichts her, Search.ch auch nicht. Ist es ein Älpler? Ein Strassenarbeiter? Der Name und die Jahrzahlen stehen auf einem hohen Felsen zwischen der Alp Samada und Lavenzug, an dem gerölligen, breiten Weg hinab nach Ausserferrera GR. Wer ist Albert Patt? Und wieso kam er von 61 bis 69 nicht? Und was war 71? Sachdienliche Hinweise bitte an www - Widmer wandert weiter.

Montag, 20. Juni 2011

Plitschplatsch im Aargauischen

R. kämpft gegen die Pfützen.
Am Samstag wanderten wir. Und es regnete immer mehr. Beim Start in Bremgarten gings noch, aber dann nach der Einkehr im "Hecht" Rottenschwil: wie in der Dusche. Der Waldweg der Reuss entlang südwärts war ein einziges Plitschplatsch. Bei der Brücke Ottenbach verabschiedeten sich vier von sieben Freunden Richtung Bus. Und wir anderen drei, die wir tapfer behauptet hatten, nach Muri ziehen zu wollen, schafften es gerade mal bis zur nächsten Brücke, steuerten Obfelden an, wärmten uns im "Rütli" auf und fuhren heim. Immerhin, dreieinhalb Stunden gelaufen, und meine Wanderschuhe sind jetzt wirklich blitzblank. Und irgendwie wars auch sehr lustig, inklusive der Schluss nach dem Schluss: Kaum kam ich bei mir zuhause in Zollikerberg an, zeigte sich die Sonne.

PS: Einer der drei Bis-zum-Schluss-Ausharrer war Wanderkolumnen-Kollege René P. Moor ("Tierwelt"). Er hat den Nassausflug ebenfalls in seinem Blog behandelt (dort gibts auch ein ergreifendes Porträt von uns zweien durch die dritte im Bund, Fotografin Liliane). Besonders mag ich am Eintrag die Selbstbezeichnung "Schlechtwettergrenadiere".
Liliane-die-Fotografin und René-der-Kolumnist in Obfelden ZH.

Sonntag, 19. Juni 2011

Stonefishing als Trend





Diese Woche gabs hier eine Hundegeschichte. Und ich bat, mir bitte mehr Hundematerial zu schicken. Yves Sacher tat es. Seine Fotos vom Trepsenbach SZ zeigen Hund beim "Stone Fishing". Ziel laut Sacher: "Abfischen eines Steins mit dem Gebiss und sauberes Ablegen im Trockenen." Insbesondere freue die Beliebtheit dieser packenden Outdoor-Sportart auch den Kleintier-Dentisten.

Samstag, 18. Juni 2011

Zwei Herzen in Muri

Kloster Muri. (Bild: wici)
Wandern? Heute, bei dem Regen? Ich bin gespannt, ob es zu einer Rekordnichtbeteiligung seitens meiner Wandergspändlis von "Fähnlein Fieselschweif" kommt. Jedenfalls soll im Aargauer Freiamt gewandert werden und der Weg zum Kloster Muri führen. Dort ruhen in der Ur-Familiengruft der Habsburger die Herzen des letzten Kaiserpaares der österreich-ungarischen Doppelmonarchie, Karl und Zita.

Freitag, 17. Juni 2011

Vreni und Baartli


Da muss ich nicht viel dazu sagen. Den Zwäärg Bartli finde ich gut, jetzt gibts den neuen Weg - ab nach Braunwald, Eltern! Und am Sonntag soll sich die Sonne ja wieder zeigen.

Donnerstag, 16. Juni 2011

Eine Zürcherin im Gelände

Dieser Hund im Appenzellischen badet nicht im Brunnen. Er trinkt nur. Gut so!
Via die geschätzte Ursi Brem von www.wandersite.ch, einer formidablen Site mit Routentipps und vielem mehr, ging mir eine Mail zu. Eine Frau H. schüttet da, to whom it may concern, ihr Herz aus. Sie erzählt von einer Wanderung in der Alpsteinregion und wie dann ein Hund... Aber warum soll ich die Sache nacherzählen, hier das Mail im O-Ton:
Krach gab es gestern Sonntag auf unserer Wanderung von der Schwägalp Richtung Lehmen. Wir starteten mit unserm Mittelpudel Kay, durch die Viehherden angeleint, froh gelaunt und freuten uns an der reichen Blumenpracht. Unterwegs begegneten wir 2 nicht mehr ganz jungen Frauen, die einen langhaarigen, grossen Hund angeleint hatten. Ausserhalb der Weide liessen wir unsere Hunde los. Bei der zweitletzten Alp vor der Chammhaldenhütte SAC, die noch nicht bestossen ist, schickte die Frau ihren grossen Hund in einen Brunnen zum Baden. Ich traute meinen Ohren kaum und bat die Frau, das zu unterlassen, das Wasser sei für die Kühe da und nicht als Schwimmbad für Hunde. Die Kühe seien auf dieses saubere Wasser angewiesen und wenn da täglich Hunde drin baden, sei das gelinde ausgedrückt, eine Sauerei, ich möchte in meiner Dusche oder in meinem Trinkwasser auch keine Hundehaare. Meine Worte trafen auf Unverständnis, ich müsse gar nicht so tun, sie als Zürcherin zahle auch für die Sennen und Kühe auf dieser Alp.......
Soweit der O-Ton, schockierend dessen Ende, das wieder einmal belegt, dass die Zürcher den Rest des Landes als Untertanenterrain betrachten. Im Übrigen würde es mich natürlich freuen, wenn sich weitere Leute melden, die von Wandererlebnissen mit Hunden und deren Besitzern berichten. Au weia, dieser Schlusssatz klang jetzt ein wenig wie Barbara Bürer, wenn sie jeweils im Radio dazu aufruft, sich zu einem ihrer Nacht-Talks zu Themen wie "Ich liebe meine Mutter mehr, als gesund ist" oder "Mein Pferd ist in mich verliebt" oder "Ich hatte Sex mit einem Polizisten" zu melden.

Mittwoch, 15. Juni 2011

Sternensauser und Amateure

Es ist vermehrt ein Gerase in den Bergen seit einiger Zeit. Ich meine nicht die Biker auf den Passstrassen, sondern Leute, die am Seil eingeklinkt zu Tale sausen. Im Pfingstlager ist in Oetwil an der Limmat ein achtjähriges Mädchen gestorben, das ungebremst in einen Baum prallte. Die Unfallursache untersucht jetzt ein Staatsanwalt. In der Region Hoch-Ybrig SZ wird demnächst der Sternensauser eröffnet, eine hochprofessionelle Anlage. Man düst von der Bergstation Sternen mit bis zu 90 Stundenkilometern auf der längsten Seilrutsche Europas 2.3 Kilometer zu Tale. Wie sicher ist das? Ich nehme an, man hat alle Vorkehrungen getroffen und sämtliche Normen erfüllt. Doch es ist halt eben so: Passiert es nicht am Sternensauser, passiert es anderswo, bei den Halbamateuren, die das Prinzip nachahmen wollen. Kick, Gefahr, Tod sind drei Geschwister, die sich fatal nahestehen.

Dienstag, 14. Juni 2011

Die Brücke über die Reuss

Unter der Bahnbrücke zwischen Mägenwil und Heitersbergtunnel.
Wieviele Male bin ich im Zug von Zürich nach Bern gefahren, es kommt nach Killwangen-Spreitenbach der Heitersberg-Tunnel, endlich schiesst der Zug nach ein paar dunklen Minuten wieder ins Licht - und dann ist da diese wunderbare Flusslandschaft: nahezu unverbaut, die Reuss in breitem Bett fliessend, opulentes Grün alles polsternd und schmückend. Am Pfingstwochenende suchte ich den Ort, an dem ich tausendmal vorbeifuhr, auf, stand unter der Eisenbahnbrücke, schaute mich um, genoss das elegante Strömen des Wassers. Wenn ich das nächste Mal Zürich-Bern fahre, werde ich wieder hinabschauen. Aber es wird anders sein. Denn ich war da, unten an der Reuss.
Lauschige Passage gleich bei der Bahnbrücke.

Montag, 13. Juni 2011

Patrick Leigh Fermor ist tot!

Die Entführer. Fermor in der Mitte in deutscher Kluft. (Wikimedia  Commons)
Man will in der Regel ja kein fremdes Leben und ists mit der eigenen Schlecht-und-recht-Existenz zufrieden. Ich muss aber gestehen, dass es mich stets gelüstet hat, Patrick Leigh Fermor zu sein. Nicht wegen seiner Agententätigkeit im Zweiten Weltkrieg, als er in Kreta den britischen Untergrund organisierte und in einem Stosstruppunternehmen den deutschen Generalmajor Heinrich Kreipe entführte. Die Hauruckaktion machte Fermor weltberühmt und wurde später mit Dirk Bogarde verfilmt. Noch viel eindrücklicher finde ich, was Fermor 1933, vor dem Krieg, anstellte. Von der Schule geflogen, weil er mit einem Mädchen der Unterschicht angebandelt hatte, wanderte er von Holland zu Fuss nach Istanbul und schrieb danach darüber einen zweiteiligen Reisebericht. "Die Zeit der Gaben" und "Zwischen Wäldern und Wasser" (Dörlemann Verlag) begründeten seinen Ruf als Stilist der englischen Sprache und machten ihn zum Inbegriff des travel writer. Der Brite zu Fuss führte ein Mitteleuropa vor, das später durch den Krieg verschüttet, ruiniert, beendet wurde, ein Europa der Juden, der kleinen Adeligen, Kosmopoliten, Zigeuner, der Donau und der K&K-Herrlichkeit, der Armut und Multikulturalität, der verzahnten Lebenswelten, des Sicht-Miteinander-Arrangierens. Vor allem aber sprühten diese zwei Wanderbücher von einer unglaublichen Jugendlichkeit. Umso trauriger die Nachricht: Patrick Leigh Fermor, 2004 von der Königin geadelt, ist mit 96 gestorben.

Sonntag, 12. Juni 2011

Herkules Widmer

Mann der Kraft: Supermuskelwidmer. (Foto: Liliane Géraud)
Die wenigsten wissen es: Wanderpapst Widmer hat übermenschliche Kräfte à la Superman. Er wollte das geheimhalten, doch die Mitwanderin drückte im richtigen Moment auf den Auslöser ihrer Kamera. Weil man so ein Sensationsbild ohnehin nicht auf Dauer vor der Öffentlichkeit verstecken kann, sei es hier präventiv publiziert: Widmer beim Stemmen eines den Pfad blockierenden Baumstammes; der Weg ist frei, Freunde.

Samstag, 11. Juni 2011

Süsser Schluss

Hügelreiche, unübersichtliche Ostschweiz kurz vor Dicken.
Tolle Wirtschaft: Rössli Mogelsberg.
Das Rössli-Brügeli ist hausgemacht.
Gestern war ich im Neckertal wandern, und zwar im Solde der "Schweizer Familie". Das Heft lässt seine Leser und Leserinnen jedes Jahr aus drei Destinationen wählen, wo der Nationale Wandertag stattfinden soll. Dieses Jahr hat sich die weitläufige Gemeinde Neckertal, Kanton St. Gallen, durchgesetzt gegen Lenzerheide und die Ferienregion Uri. Am 17. September ist Wandertag, und ich erhielt den Auftrag, im voraus eine Reportage zu verfassen. Auf obigem Grossbild sehen wir links Neckertals Gemeindepräsidentin Vreni Wild, die auf der Vier-Stunden-Route St. Peterzell - Dicken - Wilket (der Höhenzug links) - Ebersol - Mogelsberg als Führerin amtete. Nachdem wir ausgewandert hatten, kehrten wir im Rössli zu Mogelsberg ein, einer Wirtschaft, in die ich immer wieder gern gehe und die bekannt ist für ihre raffiniert naturnahe Kost. Wunderbar auch die Details der Verpflegung, so macht Gastronomin Sabine Bertin zum Beispiel eigene Schoggi-Brügeli. Das Rössli ist der ideale Ort, eine Wanderung süss zu beenden.

Freitag, 10. Juni 2011

Ubos Stabilo

Sieht gut aus. Wenn Ubo eine Route abgewandert hat, färbt er sie mit dem Stabilo. Alles weitere über den Mann, der erstens ein fantastischer Wanderer ist und zweitens mein Steuerberater, heute in der Wanderkolumne im Tagi oder Bund namens "Ubos Finale."

Donnerstag, 9. Juni 2011

Grosser Mythen schlägt Allalinhorn

Bei mir ist ein "Gipfelquartett" eingegangen von jenem Hersteller, der schon das Hüttenquartett anbietet. Es kostet 15 Franken, und die 32 Gipfel sind doch gut ausgesucht; es sind nicht unbedingt die, die man sowieso kennt, aus dem Alpstein etwa ist nicht der Säntis dabei, sondern der Altmann. Und was ich auch mag: Unter den Kenndaten ist die Schartenhöhe. Sie gibt an, wie tief man absteigen muss, bis man jenen Sattel erreicht, von dem aus man auf den nächsten höheren Gipfel wieder aufsteigt; mit anderen Worten erfasst die Schartenhöhe die Einzelstellung und Mächtigkeit eines Berges. Zieht man sie heran, so schlägt im Quartettspiel der Grosse Mythen, 1898 Meter, locker das Allalinhorn, 4027 Meter. Der Mythen hat die  Schartenhöhe 494 Meter, das Allalinhorn aber nur 245 Meter.

Mittwoch, 8. Juni 2011

Tour de Greifensee

Hier gebiert der Greifensee die Glatt.
Gestern fuhr ich Velo - ich muss meine Achillessehne ein wenig schonen. Die Tour ging von Zollikerberg hinab zum Greifensee, um diesen herum und wieder nach Hause mit einem Abstecher zum Restaurant "Zum Griech" in Ebmatingen, wo ich mich für die vier Stunden Sport mit einem Souvlakigericht und einem Glas Retsina mit Eiswürfeln entschädigte. Es gäbe viel zu erzählen von der Unternehmung, doch belassen wir es bei zwei Dingen. 1. liebe ich besonders den Ort, wo die Glatt aus dem See austritt, also geboren wird; gestern übten sich dort die Jung-Entchen im Tauchen, das ging schon ganz ordentlich. 2. machte mir die Kirche von Greifensee Eindruck. Sie gründet in der Gotik, ist eine Wehrkirche und stellt europaweit ein Unikat dar, weil sie einen dreieckigen Grundriss hat. Dies, weil sie einst in die Ringmauer des Städtchens integriert war. Zu jener Zeit gab es in der Kirche einen durchgehenden Wehrgang, auf dem man durch Schiessscharten nach aussen blickte und Angreifer beschiessen konnte.
Einst Teil der städtischen Ringmauer: Kirche Greifensee.

Dienstag, 7. Juni 2011

Bewegung und Nichtbewegung in Braunwald

Wird im Zentrum dieses Fotos ein neues Hotel entstehen?
Kein gutes Foto? Es ist nicht einfach, das schiere Nichts zu fotografieren. Es handelt sich um ein Bild vom Wochenende aus Braunwald GL. Hinter der Kutsche sind Fundamente. Eine Terrassen-Treppe gibt es da. Aber dort, wo das Hotel-Restaurant "Alpenblick" Braunwald stand, zu dem die Treppe führte, ist nur ein Bauzaun. Im November 2009 brannte der alte Kasten ab, in dem ich auch ein paar Mal nächtigte. Vermutet wird Brandstiftung, der Staatsanwalt ist an der Arbeit. Fährt man mit der Standseilbahn von Linthal hinauf nach Braunwald, so kommt einem der Platz gleich bei der Bergstation seltsam leer vor. Vorerst wird sich das nicht ändern. Braunwald rutscht. Daher sind die Behörden skeptisch gegen die Pläne des heutigen Bauruinen-Besitzers, einen grossformatigen Neubau aufzustellen. Das Gewicht des Hauses würde den Rutschvorgang des Ortskernes beschleunigen, heisst es. Braunwald ist in eine Bewegung geraten, die ihm Nichtbewegung aufzwingt.
Das "Tages-Anzeiger"-Newsnetz meldete den Brand 2009.

Montag, 6. Juni 2011

Eine Zigeranekdote

Stimmungsvolles Gewässer Oberblegisee.
Den Oberblegisee (GL), den wir uns am Wochenende erwanderten, ohne dass uns das angesagte Gewitter vernichtete, möchte ich allen ans Herz legen; obiges Foto kann die Schönheit des Sees unter der überragenden Glärnischwand allerdings nur andeuten. In der nahen Alp-Wirtschaft Bösbächi kann man Zigerbrütli essen, also Zigerbrote - dazu wiederum kommt mir die Anekdote in den Sinn, dass seinerzeit beim "Facts" mein Kollege Willmann im Kaffeeräumchen Zigerhörnli von zuhause aufwärmte und ass. Korrektor Neuenschwander kam in die Cafeteria und rief entsetzt: "Hät do eine gchotzet?"

Bösbächi, Einkehrzeit.

Die Zigerbrütli, die streng in die Nase stechen.

Sonntag, 5. Juni 2011

Ornithozid

Diese Romanze ist temporär, und es gibt sie bloss im Trickfilm.
Schlimmster Feind des Vogels? Die Amerikaner kriegten in den letzten Jahren des öftern Medienberichte serviert, in denen es hiess, das sei die Windturbine. Der amerikanische Vogelschutz legt jetzt Schätzungen vor, die mit einer Studie übereinstimmen - demnach sind die Windturbinen beileibe nicht das grösste Problem der armen Singvögel. 440 000 von ihnen sterben jährlich in Turbinen, das ist nicht wenig. Aber viel schlimmer ist, jawohl, die Katze, die pro Jahr 500 Millionen Vögel hinwegrafft; dabei sind die Hauskatze und ihre wilden felinen Artgenossen an dem Ornithozid (hübsches Wort) je hälftig schuld. Diese und andere schockierende Fakten kann man in der "New York Times" nachlesen.

Samstag, 4. Juni 2011

Alp Bösbächi?!

Doch, wir riskierens und ziehen heute los. Die Wanderung geht von Schwanden aus nach Braunwald. So ziemlich in der Mitte der Tour liegt der Oberblegisee, ein Schulreiseziel. Hoffentlich erreichen wir ihn, ohne schon Gewitterwolken zu sehen. Denn in der zweiten Hälfte der Tour vom See nach Braunwald gibt es kaum Hütten, wo man unterkriechen kann. Einzige Ausnahme: die Alp Bösbächi. Oh weh, jeder andere Flurname wäre mir lieber als dieses Name gewordene Verhängnis!

Freitag, 3. Juni 2011

Der Mensch ist kein Schwein

Neulich an der Sihl... Bilder: Liliane Géraud
Diese Fotos zeigen einen Rastplatz an der Strasse zwischen Sihlbrugg-Station und Sihlbrugg-Dorf, diese Woche. Und was führen sie uns vor? Der Mensch ist kein Schwein. Denn kein Schwein tut so etwas.

Donnerstag, 2. Juni 2011

Von Mensch und Fliege

Gestern hatte ich keinen konkreten Wanderplan, nur einen Wanderwillen. Ich fuhr dann mal nach Baden, nahm dann mal den Bus nach Mellingen, ging dann mal rechtsufrig der Reuss entlang in dreieinhalb Stunden nach Bremgarten. Die Route, die mir der Zufall schenkte, ist fast hartbelag-frei, man wandert auf Kies, Gras, Walderde, Lehm, Sand, Dreck - wunderbar. Dominiert wurde die Unternehmung von der erwähnten Reuss, die nach dem Regen angeschwollen war zu einem furchterregend reissenden braunen Strom. Höhepunkte gab es viele, darunter einen Dialog am Stammtisch des Restaurants "Fahr" bei der Fähre von Sulz. Drei Männer sowie die Serviererin diskutierten, ob ein Mensch mehr wert sei als ein Tier. Der eine Mann sagte: "Also zum Beispiel eine Fliege - die nützt gar niemandem etwas. Die ist total unnütz." Darauf erwiderte der Mann neben ihm: "Ja, aber meinst du denn, du nützt jemandem etwas?" Für ein paar  Sekunden wurde es totenstill. Ich bat, zahlen zu dürfen, und zog von dannen.

Mittwoch, 1. Juni 2011

Ich nehme heute die S-Klasse

Die wärs: Burg Hohenklingen. Bild: Wikimedia Commons.
Heute gebe ich dem Heft "Move" der Krankenkasse Sanitas Auskunft über meine Wanderei. Und dann gehe ich wandern. Im Bahnhof Zürich werde ich mir einen Zug erwählen. Keinen Fernzug, ich will nicht zu weit fahren. Sondern etwas Nahes aus der S-Klasse. Soll ich ins Ruedertal AG? Auf die Burg Hohenklingen SH? Oder doch aufs nähere Rosinli ZH? Herrliche Freiheit eines kommunen Mittwochs.