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Donnerstag, 20. März 2014

Die Eiserne Hand und die Nazis

Der Ortsname "Eiserne Hand" kommt an manchen Orten im deutschen Sprachraum vor. Gab es da einst einen eisernen Wegweiser? Etwas genauer ist die Deutung, wonach es sich um ein altes Herrschaftszeichen des Landesherrn handelt, das aufgepflanzt wurde und als Wegzeichen diente. Zur Eisernen Hand bei Riehen im Kanton Basel-Stadt - wir kamen kürzlich vorbei - kursiert ausserdem die Legende, wonach ein Waldarbeiter in diesem Gebiet sich die Hand so verletzte, dass sie durch eine Eisenprothese ersetzt werden musste.

Riehens Eiserne Hand ragt wie ein Finger in deutsches Gebiet. Im Sommer 1942 begannen die Deutschen, nachdem auf der Wannsee-Konferenz die Deportation sämtlicher Juden in den Osten und ihre Ermordung beschlossen worden war, mit der Verstärkung ihrer Grenzen, sie schlossen die Schlupflöcher für Juden, Kriegsgefangene, Deserteure. Im Gebiet Lörrach-Riehen-Grenzach bauten sie einen acht Meter breiten und drei Meter hohen Stacheldrahtverhau. Den besagten Finger allerdings verdrahteten sie nicht, stattdessen setzten sie auf den vier "offenen" Kilometern auf Zöllnerpatrouillen, die Zöllner waren begleitet von scharfen Hunden. Nichtsdestotrotz gelang es bisweilen Menschen, von Deutschland aus auf Schweizer Gebiet zu gelangen. Meist landeten sie im Maienbühlhof, dem einsam in der Eisernen Hand gelegenen Bauernhof. Wer mehr und Genaueres wissen will, wie die Schweiz mit den Flüchtlingen umging, findet hier einen guten Text.

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