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Donnerstag, 29. Oktober 2026

Bierburg

Am Montag wanderte ich, siehe den gestrigen Eintrag, von St. Gallen nach Herisau. Unterwegs fiel mir ein, dass dies die beiden einzigen Kantonshauptorte der Schweiz sind, die direkt aneinandergrenzen. Speziell gefielen mir an der dreistündigen Route im Übrigen die vielen charaktervollen Bauten. Hier seien fünf von ihnen genannt.

In manchen Bahnhöfen kann man kaum atmen, im Bahnhof Bern etwa fühle
ich mich stets beengt. Der Bahnhof St. Gallen hingegen: Luft, Licht, Weite. 

Die reformierte Kirche St. Leonhard steht in der Nähe des St. Galler Bahnhofs.
Seit mehr als 20 Jahren ist sie mittlerweile in Privatbesitz und wird
kaum genutzt. Einen Brand hat sie auch schon hinter sich. Schade.
Die Burg Waldegg an der Fürstenlandstrasse wurde 1475 von zwei St. Galler
Handelsherren erbaut. 1901 gabs einen Grossbrand. Der untere Teil ist der ursprüngliche,
der obere Fachwerk-Teil entstand nach dem Brand. Die Burg ist Privatbesitz.
Der Tröckneturm gehörte zu einer Färberei, die nassen Stoffbahnen wurden in und an ihm zum
Trocknen aufgehängt. Heute ist im Turm eine Ausstellung zum Textilgewerbe untergebracht.

Am Rand des Sittertobels findet sich die alte Brauerei Stocken. Jahreszahl an der
Fassade: 1784. Wenn ich den Bau sehe, denke ich stets: Was für eine trutzige Bierburg.

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