Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Montag, 7. März 2011

Die Tschüttistas kämpfen

Das Experiment ums Hotel "Piz Tschütta" im Unterengadiner Dörfchen Vnà steckt in der Krise, meldet die "Südostschweiz". Schade. Das Projekt, das 2008 startete, basiert auf der guten Idee des dezentralen Hotels. Im "Piz Tschütta" gibt es nur wenige Zimmer, sie wurden ergänzt durch externe Gästezimmer im Dorf. Doch mittlerweile haben sich die meisten Privaten wieder zurückgezogen. Pionierin Urezza Famos ärgert sich: "Die Leute vermieten ihre Zimmer lieber gleich selber und sparen sich so die zehn Prozent Kommission an uns, oder sie öffnen ihre Privaträume nur ungern." Dabei, sagt Famos, könnte kein Privatvermieter auf dem Tourismusmarkt effizient werben und genug Touristen anziehen. Nun suchen die Tschüttistas Bauland oder eine Scheune; sie wollen selber für genug Fremdenzimmer sorgen.

Sonntag, 6. März 2011

Steinhof (SO) hat auch ein Matterhorn

Am Freitag ging ich wandern, die Bise wollte mich töten, ich war zu früh losgezogen. Doch ich hielt mich tapfer, widerstand und wurde belohnt - mit dem Menhir von Steinhof, Kanton Solothurn. Er steht neben der berühmten Grossen Fluh, bildet mit ihr ein Ensemble, machte mir aber noch mehr Eindruck als jener Findling, einer der grössten der Schweiz. Aufgrund meines Fotos vom Menhir ist bereits der Titel der Kolumne klar, die irgendwann im April erscheinen wird: "Steinhof hat auch ein Matterhorn".

Samstag, 5. März 2011

Meine gedokterte Kolumne

Fehlt in der Story: Karin (und Partner) auf dem Cheisacher.
Zuerst war ich entsetzt, aber dann fand ich es schnell lustig. Und vor allem erinnert es mich an einen Roman, den ich vor Jahren las und genial fand: "Abspann" vom Amerikaner Steve Tesich über einen Script Doctor in Hollywood, der alles mit einem Drehbuch anstellt, was man von ihm wünscht. Zum Beispiel auch: Eine Figur ganz herausschneiden und den Rest so zusammenfügen, dass es ist, als habe es die Figur in der Story nie gegeben. Womit wir bei meiner Kolumne wären, die gestern wie immer in zwei Blättern erschien, im "Tagi" und im "Bund". Die Hauptrolle spielt eine gewisse Karin, die in diesem Blog auch schon vorkam: Sie kocht in der "Tagi"-Kantine, sie sagte mir, dass es auf dem Cheisacher im Fricktal neuerdings einen Turm gibt, sie offerierte mir und meinem Grüppchen dort oben einen formidablen Apero mit Fleischplättli. Kann man alles nachlesen. Im "Tagi" jedenfalls. Im "Bund" hatten sie wohl Platzprobleme wegen dem Inserat auf der Seite; jedenfalls: keine Spur von Karin! Ein unbekannter Meister der Redaktion hat sie aus der Kolumne entfernt. Chapeau, so etwas muss man können, dachte ich, als ich gestern am Bahnhof von Herzogenbuchsee die Zeitung las! Eben, ich war zuerst entsetzt. Aber dann fand ich es schnell lustig.

Und hier für alle, die es interessiert, die gedokterte Version aus dem gestrigen "Bund":


Der kleine Bund
Zu Fuss Diese Woche im Fricktal, Kanton Aargau.
Ein Turm und seine Salami
Thomas Widmer
Eines warmen Februartags fahren wir zu neunt los. Im Bus queren wir von Brugg her den Bözberg, einen Übergang, den schon die alten Römer nutzten. Weil ich mich mit meiner Sitznachbarin unterhalte, entgeht mir die Verwandlung der Landschaft. Sie wird zum Garten. Das Fricktal ist das Reich der Vögel, Reben, Kirschen, ein Obstparadies, dessen Hecken, Baumketten, Hügelwellen mich an die Toskana erinnern. Seine tieferen Teile gelten als die wärmste Region nördlich der Alpen mit 40 Sonnentagen mehr pro Jahr als das Mittelland.
In Effingen steigen wir aus. Kurzer Blick auf den Wegweiser, jawohl, die Sennhütte ist verzeichnet. Anderthalb Stunden später sind wir bei diesem ersten Zwischenziel, haben es allerdings, weil uns die Schilder des «Helsana»-Trails narrten, auf einem Umweg erreicht. Bereits sehen wir auf der nächsten Krete den Cheisacherturm aus hellem Holz. Wir streben ihm via Ampfernhöhe zu, wo uns ein Bunker interessiert, eine ehemalige Sanitätshilfsstelle. An ihm vorbei halten wir aufwärts, bleiben dabei auf dem Wanderweg Richtung Bürersteig, biegen schliesslich doch von ihm links ab; bis zur Turmweihe am 1. Mai soll die entsprechende Beschilderung angebracht sein.
Schlank ist der Turm, frisch, elegant. Auf der Plattform 24 Meter über Boden schauen wir uns um. Die Luft ist dunstig. Wir sehen das Fricktal vor uns ausgebreitet samt dem nahen Gansingen, sehen den Rest unserer Route, die auf den Laubberg führen wird und nach Wil – sehen aber nicht die Alpen und den Feldberg. Macht nichts. Denn jetzt lockt die nächste Attraktion. Endlich müssen wir doch weiter, wir haben noch einmal zweieinhalb Schwitzstunden vor uns. Auf Waldwegen geht es hinüber zum Bürersteig. Und dann geht es wieder aufwärts und am Bürerhorn vorbei zum Laubberg. Rührend die rudimentäre Kapelle mit der Pietà. Wir halten inne. Und steigen alsbald auf dem steilen Stationenweg und später durch einen sanften Hang ab nach Wil. Dort werden wir wieder an den Turm erinnert. Eine Fricktalerin hat erzählt, dass die Bäckerei Weber das Cheisacher Tübli kreiert hat, eine Praline. Und beim Metzger des Schwyzerhüsli, in dessen Gastwirtschaft wir ein Bier nehmen, gibt es die Cheisacher-Turm-Salami, die wir oben beim Turm gegessen haben. Da nimmt eine Region Anteil an ihrem Bauwerk.

Freitag, 4. März 2011

Tour de Stein

Wanderziel: Die Grosse Fluh, ein Findling in Steinhof (SO).
Heute geht es in die Gegend südlich von Herzogenbuchsee. Dort gibt es viele Erratiker, Findlinge, die auf dem Gletscher anritten. Zwei lokale Orte heissen passend: Steineberg und Steinhof - und meine Wanderung ist also eine Tour de Stein.

Donnerstag, 3. März 2011

Ich kann leider nicht, liebe Eibe

Eibe, lateinisch Taxus. Dieser Name wiederum geht auf das Altgriechische zurück, "Taxos", das ist der Bogen; die Eibe lieferte das gute, ja ideale Holz für die homerische Schusswaffe. Dieser Tage ist die Eibe in Europa nicht so häufig anzutreffen, an Zürichs Albishang aber gedeiht sie und bildet eigentümliche Wälder. Am Sonntag, 6. März, lädt die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft zu einer Exkursion am Üetliberg unter der Leitung eines kundigen Professors - und wenn ich nicht hingehe, sondern nur zum Hingehen auffordere, habe ich dafür die glaubwürdige Entschuldigung, dass ich an diesem Tag bei meiner Zeitung den Ressort-Sonntagsdienst versehe. Schade, Eibe, ich hätte dich gern näher kennengelernt.

Die Eibe, erkennbar an ihren Beeren, sorry: Samenmänteln.

Mittwoch, 2. März 2011

Der Jakobspilger - eine Kürzestgeschichte

Die Muschel ist bekanntlich Symbol der Jakobspilger. Die Kürzestgeschichte dazu:

Im Mai 1356 zog er von Augsburg los gen Spanien. Irgendwo vor Konstanz stürzte er im Wald in ein Zeitloch und erwachte in der Moderne. Kein Problem, unverdrossen zog er weiter, wunderte sich nur über die vielen blechernen, lärmenden, aggressiven Gefährte. Eines Abends dann erblickte er unweit von Zürich ein herrlich illuminiertes Schild mit der vertrauten Muschel. Hier will ich schlafen, dachte er, stellte aber fest, dass die Türen der Herberge verrammelt waren - kein Mensch da, ihm zu öffnen. Und wie seltsam das hier nach Petroleum riecht, dachte er noch, bevor er von dannen zottelte in seine ungewisse Zukunft.

Dienstag, 1. März 2011

Blumen riechen, das wärs!

Heute ist meteorologischer Frühlingsbeginn. Hoffentlich dauert es nicht mehr lang, bis die Realität mit dem Konzept gleichzieht und sich so präsentiert wie auf diesem Foto. Ich machte es vor zwei Jahren bei Amden (SG) und rieche beim Betrachten die Blumen.