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Montag, 14. März 2011

Mein Samstag in Zahlen

Steg über die Urnäsch bei Waldstatt.
Zahlen zur Samstagswanderung von Waldstatt via Buchberg (Hundwil) und Hargarten (Stein) nach Haslen und weiter nach Teufen:

  • 500 Höhenmeter aufwärts und 500 abwärts wurden zurückgelegt.
  • 246 Mal drückte ich auf den Kamera-Auslöser.
  • 11 Freundinnen und Freunde wanderten mit.
  • 9 Alpakas beäugten uns vor einem Bauernhaus.
  • 7 Traum-Hemetli und -Höckli fotografierte ich.
  • 5 Gehstunden dauerte alles.
  • 3 gewaltige und gförchelige Töbel querten wir (der Urnäsch, der Sitter, des Rotbaches).
  • 2 Flaschen Saft vom Fass trank ich.
  • 2 famose Zigerkrapfen ass ich in der Bauernbäckerei "Oertle" (Hundwil).
  • 1 wunderbare Kirche beeindruckte mich (Haslen), Wärme des Lichts, üppig-barocke Präsenz von Engeln und Heiligen, Orgelbrausen.

Alpakas im Auen, Hundwil.
Schönes Appenzeller Höckli in Stein.

Sonntag, 13. März 2011

Der Meisterkürschner zu Basel

Rolf Arnold an der Arbeit. (Foto: Firmen-Homepage)
Ein aussterbendes Handwerk: Kürschner. In Basel gibt es immerhin noch sechs, Rolf Arnold ist mit 60 der jüngste, die "Basler Zeitung" hat ihn porträtiert. Arnold fertigt, natürlich mit traditionellem Gerät wie dem Kürschner-Messer, Pelzmäntel. Er hat aber auch schon einmal ein Schaukelpferd neu bezogen oder ein Bärenkostüm für die Hausgenossenzunft hergestellt, deren Wappentier ebendieser Bär ist. Arnold ist übrigens auch Zunftmeister der ...  Kürschnerzunft, die 1226 gegründet wurde. Und was meint er zur Kritik der Tierschützer am Pelzmanteltragen? Seltene Tierarten würden zu Recht nicht mehr gehandelt, sagt er. Und: "In der Schweiz werden pro Jahr 30 000 Füchse geschossen, von denen man die meisten verbrennt." Es sei doch aber sinnvoller, das weiche "Januarfell" zu Kleidung zu verarbeiten.

Samstag, 12. März 2011

Oertles, stellt genug Backware bereit!

Heute kommen wir hier vorbei, und es sieht noch genau so aus wie auf dieser Karte von 1900. Seit 130 Jahren backen und wirten die Oertles in Hundwil (AR) in der "Mühle" - und wenn es um Nussgipfel, Holzofenbrot, Honiggebäck geht, kenne ich keine bessere Adresse. Mit anderen Worten: Heute fülle ich mir den Rucksack mit feiner Oertle-Ware.

Freitag, 11. März 2011

Hudigäggeler + Mardi Gras = Hudibras?

Rätselhafte Bank: Die Inschrift in der Verenaschlucht.
Die Verenaschlucht am Rand Solothurns begeisterte mich, als ich sie diese Woche besuchte, mehr davon bald in meiner Wanderkolumne in der Zeitung. Die Verenaschlucht gab mir aber auch ein Rätsel auf in Form dieser Steinbank. Hudibras? Was soll das sein? Tönt wie Hudigäggeler. Und Mardi Gras klingt auch an. Wikipedia hilft. "Hudibras" ist zunächst ein komisch-spöttisches Heldengedicht des Samuel Butler, geschrieben aus politischer Absicht im 17. Jahrhundert am Ende des englischen Bürgerkriegs. Mehr als 100 Jahre später gründete der Solothurner Verleger Franz Josef Gassmann die Zeitschrift "Helvetischer Hudibras", ein Wochenblatt, das nach der französischen Revolution süferli, süferli Freiheit und Gleichheit propagierte. Als dann die napoleonischen Truppen in der Schweiz einmarschierten und die alte Ordnung kippten, hätte die satirische Postille eigentlich so richtig aufblühen sollen. Es gehört zu den Mysterien der Pressegeschichte, dass sie stattdessen 1798, nach 14 Monaten Existenz, wieder einging.

Die kurzlebige Samstagspostille.

Donnerstag, 10. März 2011

Der Nationalpark im Mann

Der Norweger Börge Brende (45) tritt der Geschäftsleitung des Davoser Weltwirtschaftsforums bei. Wird er gar Nachfolger von WEF-Leiter Klaus Schwab? Der "Tages-Anzeiger" betitelte ihn gestern als "Schwabs Naturbursche" und berichtete, dass sich Brendes Vorname vom gleichnamigen Nationalpark ableite. Offenbar hat da ein Elternpaar einst den Børgefjell-Nationalpark durchwandert, fand ihn toll und taufte das eigene Kind nach ihm.

Mittwoch, 9. März 2011

Für de Hoch-Ybrig/ Han i nüt übrig

Lustige Antiwanderer: Stahlberger und Bandfreunde.
Der St. Galler Kabarettist Manuel Stahlberger hat sich endgültig zum Musiker weiterentwickelt. Die neue, äusserst flott klingende Platte "Abghenkt" beweist es. Eines der Stücke heisst "Wanderwätter" und ist eine grandiose Anti-Wander-Suada. Kostprobe:

I wött nöd uf de Pilatus/
I lauf au nöd gern gradus/
All gönd uf de Tödi/
Aber nei, nöd i/
I wött nöd uf de Männliche/
Und au suscht uf ken Ähnliche/
Atzmännig gluschtet mi wenig/
Pizol find i hohl/
Für de Hoch-Ybrig/
han i nüt übrig, und au nöd für de Niedrig.

Dienstag, 8. März 2011

Die Schweizer Armee, Abschreckung pur

Eibenreich: Fallätsche unweit von Zürich.
Ich kündigte in diesem Blog kürzlich eine Eiben-Exkursion der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft durch den Albishang an und jammerte, dass ich nicht teilnehmen könne. Mein Redaktionskollege Jürg Rohrer konnte, stieg mit vielen anderen in die Steilflanke der Fallätsche  und berichtete gestern im "Tagi". Hier die hard facts:
1. Grosse Teile der Eibe sind hochgiftig, fünf Handvoll Nadeln töten einen Erwachsenen. 2. Die alten Römer warnten davor, Wein aus Eibenholz-Bechern zu trinken. Und die Germanen brachten sich laut Julius Caesar mit einem Eibentrunk um, wenn die Gefangenschaft drohte. 3. Der Winter ist die ideale Jahreszeit für eine Eibentour, weil dann der immergrüne Baum aus dem tristen Braun der Laubbäume heraussticht. 4. Allein am Üetliberg und an der Albiskette wachsen so viele Eiben wie in ganz Deutschland. Dabei ist der Baum in Deutschland geschützt und hier nicht. Die Rehe, die sich gern über die jungen Triebe hermachen, haben sich von den Vorkommen am Albis ferngehalten. Warum? Die ständige Knallerei in der Allmend Brunau schreckte sie ab - wir verdanken die Eibenpopulation nah Zürich also... jawohl, dem Militär.