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Dienstag, 10. Mai 2011

Vielleicht sage ich noch dem Schächental Grüezi

Das Haldi: Oben Blumen, unten der Urnersee. Bild: www.haldi-ur.ch
Dieser Eintrag ist kurz, ich sollte mich beeilen, muss auf den Zug - heut geht es aufs Haldi, die Sonnenterrasse über Schattdorf im Urnerland. Ich will mir Wärme holen für den Rest der Woche, gegen Samstag soll es dann ja regnen und empfindlich abkühlen. Meine Wanderung wird von Erstfeld hinaufführen, ich erhoffe mir Bergblumen, ein deftiges Mittagessen in der Wirtschaft bei der Bergstation der Bahn und den Duft von Harz und Kiefernadeln. Später werde ich wohl nach Spiringen absteigen und also noch kurz dem lieben Schächental Grüezi sagen. Bis morgen, liebe Leser und Leserinnen!

Montag, 9. Mai 2011

Tut es vor dem 2. Juli!

Gross Schijen (links), Ibergereggstrasse und Grosser Mythen (rechts).
"Sie, die Bahn fährt aber nicht", sagte der Postautochauffer, als wir in Einsiedeln in den Bus nach Oberiberg, Talstation Laucheren, einstiegen und mein Vordermann Rainer ein Ticket dortin verlangte. Eben, genau, die Sesselbahn fährt nicht. Und das gilt bis und mit dem 2. Juli für alle Bahnen im Hoch-Ybrig. Genau darum gingen wir dort wandern. Wir trafen am Samstag die ersten zweieinhalb Stunden keinen Menschen, herrlich. Unsere Route: Laucheren - Buoffenalp - Buoffengaden - Wandli - Mördergrube - Steinboden - Fuederegg - Roggen - Ober Roggen - Roggenstock - Schwändi - Oberiberg - Guggeren - Lourdesgrotte - Unteriberg Post (Gehzeit 5 1/2 Stunden). Man nehme sie wenn irgend möglich vor dem 2. Juli unter die Füsse.
Noch im Schnee: Druesberg (zweiter von links) und Forstberg (Mitte).

Auf dem Roggenstock ist Widmer glücklich.

Sonntag, 8. Mai 2011

Aralsee, Kanton Schwyz

Gestern wanderten wir im Hoch-Ybrig-Gebiet. Mehr davon morgen, ich muss zuerst die 312, jawohl, 312 Fotos verarbeiten. Vorab nur dies: Die Trockenheit hat den Sihlsee stark schrumpfen lassen, die Bootsstege stehen zum Teil völlig auf dem Trockenen, das sieht ein wenig aus wie am Aralsee. Besonders krass war es in Euthal, von wo meine drei Fotos stammen, die ich im Vorbeifahren aus dem Bus machte.

Samstag, 7. Mai 2011

Heilige Ruhe im Hoch-Ybrig

Heute gehts in der Region Hoch-Ybrig auf diesen hübschen Hoger. Widmer freut sich auf den Roggenstock, auf rare Pflanzen im moorigen Gelände, auf den Kafischnaps im "Hirschen" Oberiberg, auf die Lourdesgrotte auf der Guggeren über einer Felsfluh. Und Widmer freut sich auf das "Fähnlein Fieselschweif", das ihn begleiten wird. Und natürlich hat sich Widmer auch bei dieser Wanderung etwas überlegt: Noch fahren die Bähnli nicht, so dass eine heilige Ruhe über der vielgenutzten Gegend liegen wird. Bericht folgt.

Freitag, 6. Mai 2011

Edith, die Gondel, das nasse Röckli

Früher (1959) war Zürich viel cooler.
Wenn ich am Morgen gebloggt habe, klicke ich jeweils gleich noch die Facebook-Funktion an. Der Eintrag erscheint dann in Form eines Links auf meiner Facebook-Page. Das ist schön, weil ihn so andere Leute lesen als hier, die Leserschaft verdoppelt sich easy. Schade ist, dass die vielen Kommentare der Facebookies (ein gesprächiges Vöklein, was auch für mich selber gilt) wiederum hier im Blog nicht zu sehen sind, oft hagelt es 20, 30 Voten. Gestern zum Beispiel. Da schrieb ich doch über die Gondel, die einst an der Gartenausstellung G59 über den Zürichsee verkehrte. Meine Wanderfreundin Edith Zweifel schrieb darauf auf Facebook eine hübsche kleine Erinnerung nieder. Hier ist sie:
Ich war in einer dieser Gondeln hoch über dem Zürisee (als kleines Mädchen) und es kam ein Gewitter mit Böen. Die Gondeln wurden angehalten. Damals wusste ich noch nichts vom Faradayschen Käfig, der uns schützte. Es dauerte eine Ewigkeit, dieser Stillstand. Meine Mutter, unsere Nachbarin und ich haben Blut geschwitzt. Aber ich erinnere mich auch an die Wellen auf dem See, den Blick an den Gewitterwolken vorbei in die Berge mit Vrenelis Gärtli mit Eishaube und schwarzem Himmel. Ein Erlebnis, das sich ins Gedächtnis eingegraben hat. Auch das Knattern, als es auf die Gondel hagelte, bleibt unvergessen! Ich glaube, die Nachbarin ging danach nie mehr in eine Gondelbahn. Überhaupt war diese Gartenausstellung super. Vor lauter Begeisterung bin ich bei den noch heute existierenden und damals neu gestalteten Säulen-Tritten (wie die wohl im Fachjargon heissen?) bei der Fischerstube in den Ententeich geplumpst und musste den Rest der Ausstellung in glupschenden Schuhen und nassem Röckli verbringen.

Danke, Edith! Und darf ich noch anfügen, das ich vor zwanzig Jahren oder so bei diesen Säulentritten einen ähnlichen Unfall hatte, es war Alkohol im Spiel. Aber ich trug kein Röcklein, sondern eine normale Jeans, die dann schnell wieder trocknete.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Ich will die Gondel zurück!

1959, G59, einer der Seilbahnpylonen.
Foto: Johannes Schweizer, Klaus und Walter Leder, Grün Stadt Zürich. CC-BY-SA-3.0 Wikimedia Commons.
Zürich schmiegt sich um die Spitze des Zürichsees, und das ist bisweilen ein Problem: Will man vom Tiefenbrunnen nach Wollishofen, wäre das in der Luftlinie nah, direkt übers Wasser. Stattdessen schaukelt einen das Tram in epischer Länge hin, wobei man eben ein U um die Seespitze vollzieht. Ungut. Kürzlich las ich, dass es an der G59, der Schweizer Gartenbau-Ausstellung von 1959, eine geniale Einrichtung gab: eine Seilbahn über den See, wobei die knapp 60 Meter hohen Pylonen an den gegenüberliegenden Ufern offenbar eine Attraktion für sich war. Die Gondelbahn überdauerte die G59 um sieben Jahre und wurde hernach abgebrochen. Ein Jammer!

Mittwoch, 4. Mai 2011

"Ich bin bloss ein Wanderer"

Toni Rüttimann, 43, ein Schweizer aus Pontresina, hat kein Haus, kein Vermögen, keine Familie, keine Kranken- und Unfallversicherung. "Ich bin bloss ein Wanderer", sagt er, der an möglichst vielen Orten der Welt abgelegenen Dörfern helfen will, indem er Hängebrücken baut; die Dörfler können dann zum Arzt und die Kinder zur Schule. Rüttimann bringt das Know-how, Schweizer Seilbahnen spenden ausgemusterte Seile, ein argentisch-italienischer Stahlbauer schickt tonnenweise gratis Stahl, und eine Texanerin zahlt die Schweisser. So hat das Team um Rüttimann, den sie in Kolumbien "El Suizo" nennen und in Kambodscha "Mister Toni", während der letzten 24 Jahre in 13 Ländern 538 Brücken gebaut; die "Schweizer Familie", die ihn eben wunderbar porträtiert hat, rechnet vor, dass davon mehr als eine Million arme Menschen profitiert.