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Sonntag, 7. August 2011

Herbst auf dem Höch Hirschberg

Wirtschaft voraus! 
Als ich diese Woche zum Höch Hirschberg aufstieg, einem äusserst netten Innerrhoder Wanderhügel mit äusserst netter Wirtschaft, da wähnte ich mich mal kurz im Herbst: Nebel waberte über den Gipfel. Und im Wald spriessen schon prachtvoll die Pilze.
Die Pilze mochten den feuchten Sommer.

Samstag, 6. August 2011

Der Lungerer Bergbahnstreit

Schöner Ort, wüster Streit. (Lungern Tourismus/ Wiki. Commons)
Bei den Bergbahnen Lungern-Schönbüel gibt es Streit. Das meldete diese Woche der "Tages-Anzeiger". Besitzer Paul Niederberger fühlt sich von den Leuten des Dorfes gemobbt und erwähnt sogar Fälle von Sabotage. Die andere Seite inklusive ehemalige Mitarbeiter findet ihrerseits, Niederberger lasse die Bahn verkommen.

Freitag, 5. August 2011

Tom W. Dedicator?

Letzen Samstag: Der Moor zwischen Grellingen und Nunningen.
Eben berichtete ich über die lange Wanderung von Grellingen via Nunningen zum Eigenhof und wieder nach Grellingen. Mit von der Partie war letzten Samstag auch René P. Moor, seines Zeichens Wanderblogger, Wanderbuchautor, Wanderkolumnist und Gürbetaler. Gestern mailte er mich an: Er hat ebendiese Wanderung in einen langen, sagen wir, Fotoromanzo verarbeitet. Dessen Fiktion ist die: Regisseur Tom W. Dedicator dreht im Faltenjura ein Filmdrama namens "Das Wirtschaftskomplott". Tom W. Dedicator: Jawohl, das wäre dann ich. Aber man schaue selbst!

Donnerstag, 4. August 2011

Der getarnte Gletscher

Toll, oder? Hinten das Bietschhorn.
Am Dienstag wanderte ich in sieben Gehstunden aus dem Gasterntal (1537 Meter über Meer) via die Gfelalp und über den Lötschengletscher auf den Lötschenpass (2690) und dann hinab zur Kummenalp und nach Ferden (1380). Es war so fantastisch, dass ich es hier nicht erzählen könnte, ohne einen ganzen Artikel zu schreiben. Mein Lieblingsbild entstand im Abstieg 20 Minuten unterhalb der Lötschenpass-Hütte. Es zeigt einen Hang der starken Farben, und im Hintergrund demütigt das Bietschhorn alle Konkurrenten.
Ansonsten vier Beobachtungen:

  1. Im Kleinbus von Kandersteg hinauf ins Gasterntal gab ein Rentner seine einstigen Wanderheldentaten zum Besten. Über den Lötschen habe er einmal neue Schuhe eingelaufen, sagte er. Sie hätten so gescheuert, dass am Schluss des Tages beide Achillessehnen blank lagen.
  2. Der Lötschengletscher ist ein Meister der Tarnung, hat sich mit einer dicken Geröll- und Kiesschicht bedeckt. Man geht auf einem Gletscher und merkt es nicht. Nur wo das Wasser fliesst, zeigt sich blank und blau das Eis. 
  3. Die Hütte auf dem Pass wurde von jungen Frauen gemanagt. Die Rösti mit Ei war wunderbar. Was mir auffiel: Circa die Hälfte aller Gäste, die kamen, waren Deutsche. Ist der Lötschenpass in Deutschland so berühmt?
  4. Auf der Kummenalp waren die Schweizer wieder unter sich. Die Terrasse war fest in der Hand der Walliser; was da gesoffen wurde, als ich durchkam - Wahnsinn. Es waren Leute, die auf der Alp ein Ferienhäuschen haben oder nach dem Vieh schauten. Mit dem Auto. Ich hoffe, sie kamen heil nach Haus.

Mittwoch, 3. August 2011

Wahnsinnsgute Älplermakronen

Hier isst man gut. Und gesund. Die Lidernenhütte, 2004 fotografiert.
Kürzlich griff ich mir im Reformhaus das biologische PR-Gratisheftli "Oliv - Die grünen Seiten des Lebens" (Nr. 7/2011). Gern las ich das Interview mit Irène Kamer. Sie und ihr Mann, ein Bergführer, führen seit 19 Jahren die Lidernenhütte im Urnerland, hoch über dem Riemenstaldertäli. Irène Kamer kocht mit Bio- und Vollwertprodukten, darum dreht sich das Gespräch, in dem sie sagt: "Da ist eine schöne Portion Egoismus dabei. Wir essen ja das Gleiche wie unsere Gäste, da koche ich uns allen lieber etwas Feines und Gesundes." Als Beispiel nennt die Hüttenwartin ihre Älplermakronen aus Vollkornteigwaren, zu denen es selbstgemachtes Bio-Apfelmus gibt und ... an dieser Stelle des Interviews erinnerte ich mich, dass ich vor Jahren in der Lidernenhütte doch diese wahnsinnsguten, chüschtigen, saftigen Älplermakronen mit fantastischem Apfelmus hatte. Und daher empfehle ich wärmstens den Besuch. Es fährt übrigens auch eine Seilbahn hinauf!

Dienstag, 2. August 2011

Lazarus im Chaltbrunnental

Hügelland bei Nunningen SO.
Hier unsere Wanderung vom letzten Samstag in sechs Punkten:
1. Die Fakten: 6 1/2 Gehstunden, 22.7 Kilometer Distanz, je 920 Meter auf- und ab. Das hat mir Wanderfreund und -blogger René P. Moor digital errechnet. Die Route: Grellingen - Chessiloch - Chaltbrunnental - Roderis - Nunningen - Dietel - Unterackert - Eigenhof - Im Stollen - Grellingen. 2. Das Chessiloch und danach die Höhlen des Chaltbrunnentals: geschliffene, gerundete, geschmirgelte Löcher wie Katakombengräber. Man möchte sich vor jedes hinstellen und rufen: Lazare, veni foras! Wer weiss, was geschähe. 3. Das Chaltbrunnental ist der Hit jeder Familienwanderung: Man geht zwischen hohen Felsen in einem Canyon mit Gluckerbach, allenthalben hat es umgestürzte Bäume. Gern würde man hier eine selbsterlegte Wildsau über dem Feuer braten. 4. In Nunningen war skandalöserweise keine Beiz offen, in der man etwas Warmes essen konnte. Wir versöhnten uns mit der Kulinarik des Schwarzbubenlandes erst beim "Eigenhof", einem Pferdehof mit Wirtschaft und deftiger Küche. 5. Diese Landschaft! Jura mit immer neuen Hügeln, steinigen Pfaden, weiten Weiden; wo man Sicht hat, staffeln sich die Hoger bis zum Horizont. 6. Ich bekenne, einem Kirschbaum ein paar seiner reifen Früchte gierig entrissen zu haben! Mir fällt jetzt nur ein Bibelspruch ein, um mich zu rechtfertigen: "Sehet die Vögel unter dem Himmel an. Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch."

PS. Heute will ich über den Lötschenpass. Mehr über dieses Abenteuer samt Gletscherbegehung... nein, kaum schon morgen. Ich glaube nicht, dass ich heute abend die Energie habe, die Fotos zu überspielen. Rapportiert wird aber bald. Wir bleiben dran.

Da will heut ich stehn: Lötschengletscher. (Paebi/ Wikimedia Commons)


Montag, 1. August 2011

Ein Rheinfall ohne Felsen?!

Homo Innerschweiz: Rees Gwerder, 1911 - 1998.
Mit einem Tag Verspätung las ich gestern den "Tages-Anzeiger" vom Samstag. Ein Interview mit Cyrill Schläpfer war mein Aufsteller des Tages. Das Gespräch dreht sich um den 1998 verstorbenen Schwyzerörgeli-Virtuosen Rees Gwerder, der in Schläpfers Film "Ur-Musig" über die Innerschweizer und Appenzeller Älpler, Sennen, Musiker und Schamanen eine wichtige Rolle spielt - übrigens muss man den Film sehen; nur schon die zwei Trailer (eins und zwei) sind grossartig. Stets hatte Gwerder eine Krumme im Mund, wenn er, manchmal von nachmittags um vier bis morgens um sieben, Stunde um Stunde in stoischer Haltung, den Blick ins Nirwana gerichtet, das Örgeli spielte. Ins Fernsehstudio ging er nur, wenn er dort auch rauchen durfte. Auf die Frage, ob er das Schwyzer Urgestein Gwerder vermisse, sagt Filmer Schläpfer: "Es gibt diesen Menschenschlag nicht mehr." Und er präzisiert: "Wenn mitten im Rheinfall auf einmal der Fels fehlen würde, den würde man auch vermissen, oder?"

Unbedingt lesen! Falls man sich den Samstags-Tagi beschaffen kann. Denn leider taucht das Interview nicht im Internet auf. So, jetzt allen einen schönen ersten August!